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 11 - Bahn und Medien 

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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Und hier die Eisenbahn-bezogenen Novitäten besprochen....

Der Kleinbahn NL-Titel ist lagernd und direkt lieferbar (Nr. 1),
hingegen Eisenbahn-Titel nur bedingt direkt lieferbar.

Rolf Hafke, TS:TramShop
hafke.koeln@t-online.de


*** Kleinbahnen Niederlande ***
„De Stoomtram Tiel-Buren-Culemborg“ von Hans van Lith, Culemborg (NL) 2020, 126 Seiten im Format 21,5 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: Uitgeverij BoeKWie; Preis: 22,00 €

Die Veröffentlichung über eine der für die Niederlande einst typischen „Stoomtrams“ (Dampfstraßenbahnen) trägt den Untertitel „eine verlorene Illusion“. Sie dokumentiert ein leider wenig erfolgreiches Bahnprojekt einer in Kapspur (1067 mm) angelegten Verbindung zwischen den Bahnhöfen Tiel und Culemburg der „großen“ Eisenbahn, gelegen zwischen den beiden Mündungsflüssen des Rheines Lek und Waal. Die Endziele waren dabei über Geldermalsen auch direkt auf Normalspur miteinander verbunden, die Kleinbahn sollte den etwas abseits gelegenen Orten eine Anbindung ermöglichen. Das ganze Projekt stand von Beginn an wirtschaftlich auf tönernen Füßen, das Aufkommen an Personen und Gütern sowie damit auch die Einnahmen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, den Ersten Weltkrieg überlebte die TBC nicht und wurde 1918 liquidiert und abgebaut. Autobusse traten die Nachfolge an.

Das gut gestaltete Buch baut auf einer ersten im Jahre 1967 zur TBC erschienenen Veröffentlichung auf. Drei Dinge sind erstaunlich:
- es gibt kaum ein Detail der Bahn, welches in diesem Buch nicht Niederschlag gefunden hätte. Die Quellenlage in Archiven und Sammlungen war offensichtlich gut, worüber auch ein ausführliches Verzeichnis Zeugnis ablegt.
- die sechs vierachsigen Personenwagen haben bis heute bei Museumsbahnen überlebt
- im Streckenverlauf erinnern heute noch oder wieder zahlreiche Dinge an die bereits vor über 100 Jahren eingestellte Bahn, was auf eine große Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem kurzlebigen Verkehrsmittel (1906 bis 1918) schließen lässt.

Wer sich für das Thema interessiert und etwas firm in der niederländischen Sprache ist, erhält hier eine liebevoll gemachte und umfassende Dokumentation über eine Dampfkleinbahn in unserem Nachbarland. (reu)



*** Eisenbahn Deutschland ***
„Eisenbahnchronik Bergisches Land, Das bergische Städtedreieck Wuppertal – Remscheid – Solingen, Band 2: Betriebsmaschinendienst und Verkehr“, von Zeno Pillmann, Freiburg (Brsg.) 2020, 280 Seiten im Format 20,5 x 29,5 cm, gebunden, Herausgeber: EK-Verlag; Preis: 49,90 €

Nunmehr ist auch der zweite Band der Chronik über das Bergische Land erschienen. Über die grundsätzlichen Dinge, wie z.B. die Beschränkung der Chronik auf die Region um das „Städtedreieck“ Wuppertal, Remscheid und Solingen wurde bereits in der Rezension zu Band 1 eingegangen. Die bereits in Band 1 im Vorsatz veröffentlichte Streckenkarte, findet sich nun im Nachsatz noch einmal und leistet beim Auffinden der Lokalitäten wertvolle Hilfe. Ergänzt wird diese durch drei ältere Karten aus den Jahren 1910 bis 1914 im Vorsatz, welche Angaben zu Eröffnungsdaten aber auch zu den Straßen- und Kleinbahnen liefern.

Die Überschrift zu Band 2 lautet „Betriebsmaschinendienst und Verkehr“, wobei das erneut sehr detaillierte Inhaltsverzeichnis zeigt, dass der Schwerpunkt auf dem Verkehr liegt. Dieser Bereich wird aufgeteilt in die Haupt- und Nebenbahnen (ca. 110 Seiten) und den Klein- und Straßenbahnen (ca. 80 Seiten). Für jede Strecke bei der Staatsbahn, bzw. für jede Gesellschaft bei den Klein- und Privatbahnen findet sich eine Chronologie der geschichtlichen Entwicklung, wobei diese wo notwendig und sinnvoll innerhalb der einzelnen Zeitabschnitte noch einmal in die Bereiche Personenverkehr, Güterverkehr, Betriebliche Besonderheiten und Unfälle aufgeteilt wird. In Tabellen werden bestimmte betriebliche Abläufe beispielhaft dargestellt. Auch statistische Daten zu den Verkehrsleistungen fehlen nicht. Sonderfahrten und die Museumsbahnen der Region werden ebenfalls dokumentiert.

Im Kapitel Betriebsmaschinendienst werden die jeweils stationierten Lokomotiven dokumentiert, auch nach Epochen aufgeteilt und dann nach Fahrzeugarten. Auch Umlaufpläne werden vorgestellt.

Alle Kapitel werden reichhaltig illustriert mit Bildern, Zeichnungen und Faksimiles von Dokumenten. Besonders interessant sind dabei die in das Verkehrskapitel der Staatsbahn eingestreuten Fahrpläne des Jahre 1914. Zahlreiche interessante und bisher kaum veröffentliche Fotos in guter Qualität ergänzen den übrigen Inhalt ausgezeichnet und weisen zum Teil sehr ausführliche Beschreibungen auf. Ein kleines, separates Kapitel mit zum Teil sehr frühen Farbaufnahmen trennt die Buchteile Staats- und Privat-/Straßenbahn.

War es bereits in Teil 1 so, dass auch die Freunde der Straßenbahnen der Region, die vielfach eine Vorgeschichte als Kleinbahn besitzen, viele in dieser Form bisher unveröffentlichte Informationen dazu vorfanden, so erweist sich auch in Band 2 das hier noch etwas umfangreichere Kapitel ebenfalls als Fundgrube für zahlreiche bisher oft unbekannte Fotos aus verschiedenen Epochen. Auch wird der Wagenpark der einzelnen Betriebe genau dokumentiert, wobei hier eine sehr übersichtliche und in dieser Form neue Darstellung der Daten erwähnt werden muss, die Vorbildcharakter haben sollte um die bisherigen zumeist unübersichtlichen „Datenfriedhöfe“ abzulösen!

Ein umfangreiches Literatur- und Abkürzungsverzeichnis rundet diesen ebenfalls gut gelungenen Band 2 der Chronik ab. Hinsichtlich der Qualität von Layout, Druck und Verarbeitung sowie der Bildbearbeitung gelten natürlich auch hier die hohen Ansprüche des Verlages.

Die beiden Bände stellen eine unheimliche Fleißarbeit des Autors dar und haben einen hohen Dokumentationswert, auch wenn der Obertitel „Bergisches Land“ eigentlich etwas zu weit gegriffen ist, da ja nur die Region des bergischen Städtedreiecks behandelt wird. Zumindest für diesen Bereich lässt die Veröffentlichung kaum Fragen und Wünsche offen. Für Eisenbahnfreunde mit Interesse an der Region sicher ein „muss“, für Straßenbahnfreunde aber angesichts des für dieses Thema doch bedeutenden Anteils sicher mehr als nur „kann vielleicht“, sondern mehr ein „sollte trotzdem“. Auch kann es ja nicht falsch sein, einmal über den Tellerrand hinauszublicken. Auch greift die geschichtliche Entwicklung von „großer“ und „kleiner“ Bahn ja teilweise ineinander oder löste zumindest Folgewirkungen aus. (reu)