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 11 - Bahn und Medien 

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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Das neueste Buch des bekannten Autors Robin Garn, dieser Tage erschienen, gehört in die Literatur-Klasse „Meisterwerke“: Hier berichtet ein begnadeter Jongleur von Worten und Bildern über sein Leben mit der Eisenbahn. „Berichtet“? Nein: Zelebriert erlebte Ereignisse, Szenarien und Blitzlichter!

Gegenstand ist Garns „Werdegang“ entlang der Schienen: vom Entdecken der faszinierenden Eisenbahn mit großen Buben-Augen in den 60er Jahren über erste Schritte mit der Kamera, die ersten Exkursionen Mitte der 70er Jahre, zunächst in Deutschlands Westen, doch bald auch im Dampflok-Paradies der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Während bei der DB die letzten Dampf-Reservate dahinschmelzen, formt sich das Netz der DR der DDR zum Rest-Biotop großer Dampf-Bespannungen. Und zum Schwerpunkt von Garns Reise-Abenteuern! Sie finden schließlich ihre Krönung, als nach der „Wende“ große Schwarze von der historischen Reservebank unversehens nochmals auferstehen und plötzlich in angestammten Diesel-Plänen wildern. Dahinter steht Robin Garn mit ideenreichen Freunden und mutigen Eisenbahnern: Sie formen nicht nur die Blaupause, inzwischen längst weltweit übernommen, sondern setzen auch den bald überall geläufigen Begriff: Plandampf!

So weit, so trocken.

Doch: Wer Robin Garn aus bisherigen Veröffentlichungen kennt, weiß seine lebhafte Schreibweise zu schätzen, seine geistreich-humorvollen Szenebeschreibungen, sein Aufspüren und bunt-schillerndes Beleuchten selbst kleiner Rand-Ereignisse, seine Ideenvielfalt fürs Tun, seine Beharrlichkeit in der Verwirklichung. Selbst spleenigste Vorstellungen, so unmöglich sie auf den ersten Blick auch sein mögen, kommen da nicht zurück in die Schublade! Und - fast überflüssig zu betonen - all‘ das garniert mit Bildern höchster Qualität.

„Eisenbahn-Bilder“? Weit gefehlt: Kunstvolle Kompositionen! Mit Motiven weit jenseits von „Stangen-unten“-Idealen und Schönwetter-Klassikern: Indoor->outdoor-Fotografie etwa, durchs Küchenfenster auf die draußen dahinstürmende Pacific, aus der stillgelegten Turbinenhalle durchs Guckloch auf die ausfahrende Mikado oder aus dem Möbellager von „VEB Holz & Wurm“ (oder ähnlich) auf den „Jumbo“ vorm Schotter-Zug. Oder langgestreckte Dampfwolken-Kompositionen mit drei dezenten Spitzenlichtern unter pastellroten Himmelszeichnungen noch vor Sonnenaufgang, die selbst notorische Frühaufsteher unter uns noch zum Staunen bringen. Oder – Achtung, Höhenängstliche bitte gleich weiterbblättern! – mit Motiven der „hohen Fotografie“, Beschleunigern der Herzfrequenz: Kirchturmfotografien, Ausblicke von Ballonfahrern oder Perspektiven von Fabrikschlot-Maurern.

„Menschen im Bild“? Alles andere als tabu bei Garn. Ausdrucksstark so szenezentriert in den Sucher genommen, daß es dem Betrachter bald dämmert: „Warum bloß ham‘wer sowas damals gemieden wie der Teufel das Weihwasser!?“… Menschen und Maschinen eben, auch hier eine untrennbare Symbiose!

Unwichtiger Klimbim schließlich, immer wieder bunt untergemischt: Kneipenszenen der Kämpen nach Sonnuntergang, Fahrkarten, Visum-Stempel, Pfiff-Klub-Ausweis. Selbst Abbilder der auf Holperstraßen verschlissenen Karossen fehlen nicht, vom Buckel-Volvo über „Enten“ und Werksbrüder des „Idefix“ bis zum Opel Commodore, der, unversehens havariert, von der im Gasthaus „Zeisig“ tagenden Hochzeitsgesellschaft wieder flott gemacht wird, während die weiß-geschmückte Braut verdattert an der Hausecke steht...

„…darf in keinem Bücherregal fehlen“? – So ein Quatsch! Viel zu schade, um zwischen nüchternen Baureihen-Beschreibungen, gebundenen Tabellarien und „So war sie, die Dampflok“-Rückblicken zu verschwinden. Auf dem Lesetischchen neben dem Ohrensessel ist der richtige Platz für dieses Kunstwerk! Nicht ausgeschlossen allerdings, daß die sonst obligatorische TV-Fernbedienung dann erstmal für länger pausieren muß…

Kurzum: Wer neben Klassiker-Schinken auch humorvoll-Erzähltes, geistreich Kommentiertes und einfallsreich bis wagemutig gesuchtes Erleben schätzt und sich dazu auch noch hohe Fotokunst wünscht – der macht gewiß einen Fehler, wenn er hier an einem „Fuffziger“ spart.

Schließlich noch die Koordinaten:
Robin Garn, Heissdampf, VGB-Verlagsgruppe Bahn, 225 Seiten, über 300 oft farbige Fotos, ISBN 978-3-96453-287-9

Und: Wer dazu noch was Gutes tun will, bestellt beim örtlichen Buchhändler seines Vertrauens. Dem geht’s vielleicht grad‘ nicht ganz so gut wie den Amazonen.


Schöne Grüße aus Aachen –
Reinhard Gumbert


Edit 1: Tippfehler und Zitat korrigiert
Edit 2: Zitat gestrichen



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:12:26:10:03:52.
Reinhard Gumbert schrieb:
– der macht gewiß einen Fehler, wenn er hier an einem „Fuffziger“ spart
Ja, tatsächlich, das Buch kostet 49,99 Euro



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:12:26:14:10:30.
Hallo Reinhard,

Danke. Ich werde mich da mal zeitnah drum kümmern. Denn wie du schon richtig festgestellt hast, das Besondere bei Robin Garn ist der Schreibstil. Ähnlich fundiert, unterhaltsam und gewandt, schrieb nur noch Michael Meinhold (wenn auch zu völlig anderen Themen).

Frohes Fest!

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Ohne Herrn Garn oder seinen fotografischen...

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 30.12.20 01:33

...oder sonstigen Leistungen für die Bahnfreunde-Szene zu nahe treten zu wollen: So wie sich die Beschreibung - Rezension kann man das nicht nennen, wenn hier einer der bekannt "guten Kumpels" von R.G. schreibt - liest, ein zwar schön gestaltetes, aber eben durchaus auch absolut verzichtbares Buch, wenn man selbst diese "Biografie eines Eisenbahnfreundes" nicht irgendwie selbst nachvollziehen kann. Also nicht einer der zahlreichen jungen "Dampffoto-Fuzzys" der 1970er-Jahre im Bundesgebiet war, die sich später in die "dampfende DDR" aufmachten und dann zu Wendezeit die ganzen dort stattfindenden Zirkusnummern... äh "Plandampf"-Aktionen fotografisch bejubelten. Für all Jene und als "Hommage an den Autor" - wobei man da bei solch autobiografischen Werken immer aufpassen muss, sich letzlich nicht nur selbst zu beweihräuchern! - sicher okay, aber ich würde mir für das Geld lieber ein gutes Baureihenbuch, eine Streckenmonographie oder einen reinen (!) Bildband kaufen.....

Grüße, Trittbrettfahrer

Re: Ohne Herrn Garn oder seinen fotografischen...

geschrieben von: Buharli

Datum: 30.12.20 11:39

Ach, was wäre das Leben, darin die bescheidene Eisenbahnliebhaberei und dieses bescheidene Forum, ohne Freunde und Gleichgesinnte?
Und dafür voller Trittbrettfahrer …

Robin
Hallo zusammen,
lieber Robin,

losgelöst vom konkreten Werk: es gibt Bücher, die sich auch bei einer speziellen Thematik selbst jenen erschließen, die in ebendiese Thematik nicht so tief eintauchten, um jede Nuance, jede Abstrusität, jeden Hintergrund, aber auch jedes Erfolgserlebnis bewerten und verstehen zu können. Damit meine ich keine wissenschaftlichen Fachbücher, sondern "Erzählungen", Bildbände, Berichte oder Beschreibungen.
Fiktives Beispiel: wenn ich ein Tierbuch anschaue, dann sehe ich dort... Tiere. Dass das Entstehen dieses oder jenes Fotos vielleicht von besonderen Entbehrungen geprägt war oder dass da ein ganz fürchterlich seltenes Geschöpf zu sehen ist, das erschließt sich mir zunächst einmal nicht.

Außer, das Buch vermittelt es mir. Ansonsten wäre ein Tierbuch unter vielen.

Und nun zurück zum konkreten Buch: Die Faszination (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein) DDR, dieses Fluidum zwischen Dampf und Dederon, zwischen Zweitakter-Duft und Zwangsumtausch, zwischen Polizeistaat und Platzkartenwagen und eben diese im Negativen unbeschreibliche Situation, dass es in einem Land zwei Staaten gab... ja, ich habe all dies noch soweit miterlebt, wie es einem Kind/Jugendlichen im Teenie-Alter bei Verwandten-Besuchen "drüben" - auch über mehrere Wochen - und auf durch-die-DDR-Fahrten mit dem Zug eben möglich war. Den 5-Uhr-Zug von Gunsleben nach Oschersleben, die fulminanten Dampf-Epen an der Blankenheimer Rampe oder die 03 in wirbelnder Fahrt mit endlosen D-Zügen hinauf durch an die Ostsee, all das kenne ich nicht. Auch, wenn ich mir beim Betrachten jener Bilder oder beim Lesen der Erzählungen derer, die "dabei gewesen" waren, wünsche, es doch hätte erleben können. Insofern "juckt" es mich, mir dieses Buch zuzulegen und dann, wie ich es gerne mache, in angemessenem Ambiente auf einer Zugfahrt in aller Ruhe zu lesen.

Ich denke, Texte und Bilder werden mich nicht enttäuschen. Dafür bürgt der Name des Autors. Doch werde ich das Buch verstehen? Oder ist es so sehr aus der Sicht eines Insiders und für die damals Dabeigewesenen verfasst, dass es mir als Spätgeborener so geht wie beim Betrachten der o.g. Tierbuches? Dass sich die Texte auch dem Leser erschließen und mitnehmen, der die Hintergründe, Gegebenheiten und "Storys" nicht selbst erlebt hat?

Robin Garns legendäres Buch "VEB Dampflokomotive" vermochte all dieses zu vermitteln. Allerdings habe ich auch schon Berichte über jene volkseigene Bahn-Epoche - man entschuldige bitte dieses Wortspiel - erlebt, die so sehr aus der intimen Emotionalität, mit heroisch-schwülstigen Formulierungen und den verklärten Erinnerungen jener Zirkel verfasst wurden, dass ich mich beim Lesen entweder wie ein Außenstehender fühlte oder wie ein bemitleidenswerter resp. mit unterschwelliger Häme bedachter Hobbykollege, der das leiderleider nicht selbst erleben durfte. Oder dass man sich beim Lesen fremdschämte, wenn der heldenhafte "Wessi" (der kurz zuvor an der Grenze noch den Bückling gegenüber den Organen machte, aber das wurde natürlich nicht geschrieben) wieder einmal den dummen Vopo als den schlicht gestrickten Tölpel in seinem armseligen Wartburg dastehen ließ.

Viele Grüße

Heiko

P.S.: Meine eigenen Plandampf-Erlebnisse hatte ich dann nach 1991, als ich meine Studi-Bude im Bahnhof Radebeul Ost bezog. Plandampf alle zwei Stunden direkt vor dem Fenster! Von früh um 5 Uhr bis spät in den Abend hinein. Mit dem Dampfzug zum Schwimmbad oder abends einfach noch mal ´ne Runde durch die Nacht fahren. Die Monatskarte für 10, 15 Mark (oder die längst zu Freunden gewordenen Personale) erlaubte dies so selbstverständlich wie anderswo das Omnibus-Fahren. Wenn mir das zwei Jahre zuvor jemand gesagt hätte... Dieser Geruch. Diese Geräusche. Die Menschen und ihre Lokomotiven, Nachtwache im Heizhaus, später dann Dienste an Fahrkartenschalter einer Station dieser Strecke... Spätestens da hatte auch mich die "Droge Dampf" infiziert.
Aber verstehe ich auch die 1980-er-Droge?
Oder noch schwieriger: würden es auch meine Kinder verstehen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:12:30:16:28:18.
Hallo Dampflokliebhaber oder -freunde,
hallo Robin,
das quasi autobiographische Werk muss jeder, der so oder ähnlich das schon damals vergängliche, jetzt wirklich vergangene, aber deswegen umso exklusivere Hobby leben durfte, einfach haben.
Es gibt keine andere schienengebundene Fortbewegungsart - die soviel Emotionen wecken kann. Unvergesslich bleibt für mich die Abfahrt von 01 137 am 1.4.94 abends im Ostbahnhof nach Frankfurt/O. mit dem Dm 38941. Wer diese Anfahrt gesehen und mit allen Sinnen erleben durfte, wird erahnen können, wie es bis 1977 tagtäglich in Berlin-Ostbahnhof, Stralsund, Sangerhausen, Bautzen oder anderswo gewesen war. Oder wenn eben einfach das Lausitzer Städtchen Kamenz erreicht wurde, egal ob über Senftenberg oder durch den Stadttunnel, und einen sofort die Geruchskulisse aus Rauch, Dampf, Öl und alles andere daraus oder auch Ähnliches umschloss und empfangen hieß.
So etwas ist jetzt eben alles einfach weg und vergangen - und es ist gut, dass Hr. Garn uns teilhaben lässt an seinem Leben mit den Dampflokomotiven. Schon als ich im Herbst `91 an einem winzig kleinen Lok-Report-Stand auf einer Messe den Vor-Vor-Gänger "VEB Dampflokomotive" gesehen und sofort erworben habe, empfing mich eine Ahnung, dass da einer zu Werke war und ist, der über das bloße Fan-Dasein wirkte und, wie wir spätestens mit "Metropol" als Teilnehmende erleben durften, wirkt.

Kurz gesagt - voll empfehlenswert. Auch wenn wenige der Aufnahmen nicht neu sind - das beruhigt insofern, dass eben die Glints nicht unendlich in jedem Archiv vorhanden sind ...
Und auch - der Rückschluss auf die klassische Fotographie mit Dia-Positiven, die zeitgleich mit dem (endgültigen) Aus für die Dampflokomotive (in der Welt) ihr Ende gefunden hat.

Viele Grüße - an alle, die die Dampfzeit auf Regelspurgleisen noch erleben durften.
Und auch an alle anderen - denen diese Eisenbahnzeit am Herzen liegt.

Christian

P.S. ... der seine erste Dampf-Aufnahme am 9. Mai 81 in Karow und seine letzte am 6. September 14 westlich von Falkenberg fertigte.
Ach ja - ich (oder vielleicht wir) warte(n) noch immer auf "Reichsbahn ohne Reich III" ... auch wenn das hier schon einmal als erledigt erklärt wurde ...

Re: Ohne Herrn Garn oder seinen fotografischen...

geschrieben von: ludger K

Datum: 30.12.20 17:35

Hallo Robin!

Wie hoch ist denn der Anteil Neben- und Schmalspurbahnen?

Viele Grüße
Ludger

Wirklich sehr interessant, Herr Garn!

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 30.12.20 18:25

Sie sollten bitte auch meine "auf dem Trittbrett dahergefahrene" Aussage differenziert und sachlich betrachten: Niemand - auch ich nicht - möchte Ihnen Ihre Leistungen für die Eisenbahn-Szene oder sonst irgend Etwas absprechen - habe ich auch nicht getan. Und dass Sie und viele ihrer "Zeitgenossen" derartige "Eisenbahnerlebnisse" vorweise können, die Sie nun "weitergeben" möchten, ist ebensowenig verwerflich... Ich finde halt einfach, dass es doch ein ziemliches "Geschmäckle" hat wie der Schwabe zu sagen pflegt, wenn hier die bekannte "BahnEpoche-Gang" sozusagen "gegenseitige Selbstbeweihräucherung" übt, sich untereinander die Lorbeeren zuschiebt und dabei keinerlei Kritik daran duldet! Dabei wäre eine sachlich fundierte Rezension dieser Ihrer Puplikation eigentlich wesentlich angemessener gewesen, denn so ist der von mir kritisierte, plumpe und höchst unsachliche Vorgehensweise - die mir im übrigens längst nicht nur bei Ihnen, sondern zum Beispiel auch bei Herrn Löckel in Bezug auf neue Bücher des EK-Verlages negativ aufgefallen ist - leider für jeden offensichtlich geworden...

Nicht alle so genannten "Eisenbahnfreune" ticken halt gleich, das sollten Sie eigentlich am Besten wissen. Und längst nicht jeder ist ein "Fanboy", der irgendwelchen "Szenegöttern" blind hinterherhuldigt (das fällt so offensichtlich meist nur in Zusammenhang mit dem Herrn H.v.O. auf, aber hier auf DSO auch bei einigen anderen Leuten...). Manche - eben auch ich - erwarten einfach nur eine sachliche, an verifizierbaren Bewertungskriterien wie Bildauswahl, Textniveau, usw., festzumachende, objektive und vor allem aussagekräftige Rezension eines neu erschienenen Eisenbahnbuches! Genau DAS habe ich mit meinen Kommentar ausdrücken wollen. Ja, mein Statement ist tatsächlich recht polemisch ausgefallen, aber ursächlich hierfür waren eben Art und Form dieser "Rezension" durch Herrn Gumbert, die ihrerseits keine andere Replik zugelassen hat. Sie hätten also als Antwort auf meinen entsprechenden Hinweis der unsachlichen Bewertung eines Buches durch eine Ihnen nahestehende Person einfach sagen können, dass es halt ein Buch nach Ihrem Geschmack ist und damit eben nicht jedermanns Geschack an Eisenbahnbüchern bedient - damit wäre eine klare Aussage getroffen und Sie brechen sich jedenfalls auch keinen Zacken aus der (Eisenbahnfreunde-)Krone, wie man so schön sagt! Stattdessen - bei allem Respekt - ein regelrechter Anfall an Selbstgerechtigkeit (Gut, das erklärt nun irgendwie aber auch wieder, warum so Leute wie der selbst auf DSO zunehmend kritisch gesehene Herr B. mit seinen unsäglichen Beiträgen in Ihrer einstigen Zeitschrift einen so großen Platz eingeräumt bekam - Brüder im Geiste, ganz offensichtlich...).

Aber sie haben Ihre Kumpels hier und anderswo offensichtlich fest im Griff - fest genug jedenfalls, dass gleich zwei von Ihnen sich wohl auf Ihren deutlich "Wink" hin hier dazu aufgefordert fühlten, entsprechende "Gegenpostitionen" auszusprechen (und mir natürlich mal wieder jegliche "Meinungsbefugnis" absprechen...), die ironischerweise in einem genauso subjetiv-verklärendem Ehrerbietungsgeschwurbel ausarten wie auch schon die "Rezension" von Herrn Gumbert im Ausgangsbeitrag. Auch hier sag ich wieder mal nur: Quod erat demonstrandum - der übliche, völlig erwartbare "Mechanismus" in der Szene halt...........

Ich warte jedenfalls noch immer auf eine "richtige" Rezension dieses Buches!

Grüße, Trittbrettfahrer

Re: Ohne Herrn Garn oder seinen fotografischen...

geschrieben von: Buharli

Datum: 30.12.20 18:56

Hallo Ludger!

Danke der Nachfrage.
Wenn du unter Nebenbahnen Dampf auf eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecken verstehst, dann würde ich den Anteil als nennenswert bis beachtlich bezeichnen. Kaprizierst du dich auf Schmalspurdampf, so entspricht dessen Darbietung in etwa dem der BR 99 gebührende Traktionsanteil am gesamten Dampflokpark der 70er/80er Jahre.
Kurzum, meinen "HEISSDAMPF" suchte ich eher dort, wo er die Erde erbeben ließ. Rock 'n' Roll geboten wurde anstelle von Zithermusik.
Viele Grüße aus Altona nach Nordhorn
und guten Rutsch

Robin
Liebe Dampflokfans,

ich möchte auch noch einen zusätzlichen Hinweis für alle Freunde schöner stimmungsvoller Dampflok-
aufnahmen geben. Auf das Kultbuch "VEB Dampflokomotive" wurde hier ja bereits hingewiesen.
2007 erschien jedoch bei der VGB ein m.E. mindestens ebenso wichtiges Buch: Der schwergewichtige
und großformatige Bildband "UNSER DAMPF - Acht Fotografen, acht Rückblenden", welcher aber leider
nur noch antiquarisch erhältlich ist.

Herausgeber war Robin Garn, sieben weitere mehr oder weniger bekannte Fotografen dokumentieren
hier ihre weltweiten Erlebnisse mit der Dampflok in Wort und Bild auf hervorragende Weise.
Da ich einige DVD von RioGrande besitze, ist der Beitrag vom Filmemacher Joachim Schmidt für mich
natürlich besonders interessant - beschreibt er doch auch anhand von Fotos die Umstände, unter denen
einige Filmsequenzen entstanden sind.

Da die Druck-/Fotoqualität hervorragend ist, kann ich dieses Werk allen Interessierten
sehr empfehlen!

Mit Hp 1 ins neue Jahr
und bleibt alle gesund,
mit freundlichem Gruß
Raimund




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:12:31:10:37:49.

Re: Wirklich sehr interessant, Herr Garn!

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 30.12.20 20:21

Trittbrettfahrer schrieb:
Ich warte jedenfalls noch immer auf eine "richtige" Rezension dieses Buches!

Ohne mich dem Rest der Stellungnahme anschließen zu wollen: Eine unabhängige Rezension wäre hier ganz hilfreich

Der Blick ins Buch ist für mich immer wichtig

geschrieben von: martin welzel

Datum: 31.12.20 14:43

Moin Reinhard,

in der Tat hast Du mir den Mund wässrig gemacht. Da wollte ich doch mal schauen, ob man einen Blick ins Buch erhaschen kann. Und tatsächlich - nach etlichem Herumgurgeln - fand ich ihn: [www.vgbahn.info]

Also ihr Dampflokfreunde, bildet euch selbst eine Meinung oder schaut in der Buchhandlung rein ins Buch. Erst dann weiß man, was auf einen zukommt.


Reinhard, Deine Einlassung "Und: Wer dazu noch was Gutes tun will, bestellt beim örtlichen Buchhändler seines Vertrauens. Dem geht’s vielleicht grad' nicht ganz so gut wie den Amazonen" kann ich nur voll und ganz unterschreiben.

Einzig eine Überlegung habe ich noch mit mir auszufechten: Kaufe ich mir ein Buch für einen Fuffziger oder spende ich diesen Fuffziger nicht doch lieber einer Museumsbahn, die alle ebenfalls dieses Jahr nicht wirklich viel zu lachen hatten?

Auflösung: Ich habe gewonnen! Das eine tun und das andere nicht lassen!
;-))

Also Reinhard, danke für den Hinweis,

ein gutes und coronafreies 2021 euch allen,
bleibt gesund,

Martin

Re: Der Blick ins Buch ist für mich immer wichtig

geschrieben von: BahnDahm

Datum: 31.12.20 18:51

Martin Welzel schrieb:
... Da wollte ich doch mal schauen, ob man einen Blick ins Buch erhaschen kann.
Und tatsächlich - nach etlichem Herumgurgeln - fand ich ihn: [www.vgbahn.info] ...
Auch würde ja sehr gerne einen Blick auch in dieses Buch werfen. Leider ist dies jedoch - jedenfalls bei mir - aktuell
weder unter dem von Dir angegebenen (alten) Link noch unter der neuen URL "www.vgbahn.shop.de" möglich
(Meldung: "Die Vorschau konnte nicht gefunden werden.").
Dies gilt übrigens auch für das Buch "Kleinbahn-Erinnerungen 2", welches nun endlich für den 04.01.21 angekündigt
wird und das mich persönlich als Kleinbahnfan verständlicherweise noch etwas mehr interessiert ...

Nun, lassen wir uns alle überraschen
(natürlich hoffentlich im positiven Sinn!) ...

allen ein eisenbahnreiches,
vor allem aber ein gesundes neues Jahr
mit freundlichem Gruß

Raimund

Re: Vorabblick ins Buch

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 31.12.20 20:50

BahnDahm schrieb (inhaltlich):
Auch (ich) würde ja sehr gerne einen Blick in dieses Buch werfen. Leider ist dies jedoch – jedenfalls bei mir – aktuell weder unter dem von Dir angegebenen (alten) Link, noch unter der neuen URL „www.vgbahn.shop.de“ möglich (Meldung: »Die Vorschau konnte nicht gefunden werden«).
Hallo Raimund,

der ausgeschriebene Link lautet »https://www.vgbahn.info/video/Heissdampf/16/« und führt zu einem 19-seitigen Bätterkatalog, der sich hier am heimischen PC problemlos öffnen ließ.

Vielleicht probierst Du es damit noch einmal?




Gruß

Walter

Re: Vorabblick ins Buch

geschrieben von: BahnDahm

Datum: 01.01.21 00:53

Hallo Walter,

recht herzlichen Dank für Deinen Hinweis! Dein angegebener Link funktioniert auch bei mir und
ich werde mir wohl auch dieses Buch auf meine "Anschaffungsliste 2021" setzen (müssen).
Die wenigen gezeigten Aufnahmen sind wirklich erstklassig und strahlen eine Stimmung aus,
welche man heute leider immer weniger erleben kann ...

MfG Raimund



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.01.21 00:56.

Ein sehr bemerkenswertes Buch

geschrieben von: G.P.O.

Datum: 01.01.21 13:49

Moin und ein frohes neues Jahr all denjenigen, die sich zu Beiträgen in diesem Medium berufen fühlen!

Zu einem meiner ersten "richtigen" Eisenbahnbücher zählt "Geliebte Dampflok" von K.E. Maedel mit der für mich auch heute immer noch spannenden Erzählung "Lok 17 1179 fährt Fernschnellzug"! Nun, jenes Geschehen - wie auch so manches anderes aus den frühen Eisenbahnbüchern - lag weit vor meiner Entstehung in einer anderen Zeit. Verstanden habe ich es in der Regel trotzdem - und wenn einmal nicht, gab es bereits damals auch Möglichkeiten zur Abhilfe. Es sollte also an jedem Einzelnen liegen, ob er sich mit einer Epoche befasst (hat) oder nicht! Noch einmal auf das Beispiel "Tier" zurückzukommen: Wer den Biologieunterricht verschlafen und sich auch später nicht etwas mehr mit Flora und Fauna befasst hat, wird sich weiterhin mit so diesem Thema schwer tun...

HEISSDAMPF setzt für mich in vielerlei Hinsicht Maßstäbe: Fotografisch und textlich, druck- wie bildtechnisch! Allein das geniale Titelbild lässt eine Reflexion auf das gesamte Werk zu! Das Eintauchen in die Welt des seinerzeit real existierenden Sozialismus mit seiner Eisenbahn und seinen Menschen - inkl. Organen der Staatsmacht - steht nun einmal im Vordergrund. Und die in dieser Welt nicht zuhause waren/sind: Sollte es nicht auch die Intention von Büchern sein, dem einen oder anderen Leser vielleicht einmal für ihn etwas Neues näher zu bringen? Natürlich fällt es denjenigen, die die DDR vor allem des Hobbies wegen über Jahre bereist haben, leichter, im Kontext des Buches mit zuschwimmen. Aber dies als Kritikpunkt gelten zu lassen, ist für mich für viel zu banal.

Beste Grüße vom G.P.O.,

der sich über das vor Weihnachten völlig unerwartet ausgelieferte Buch sehr gefreut hat!

Re: Der Blick ins Buch ist für mich immer wichtig

geschrieben von: Köln Bbf

Datum: 01.01.21 17:55

Hallo zusammen,

zum Thema örtlicher Buchhandel:
Habe vor Weihnachten mehrfach bei der Bahnhofsbuchhandlung Ludwig (Eckert) im Kölner Hauptbahnhof nach dem Titel gefragt.
So was haben die sonst immer sofort nach Erscheinen da gehabt.

Ergebnis: Nö, haben wir nicht bestellt, den Titel führt unser Großhändler auch nicht, er ist nicht gelistet und auch nicht bestellbar.
Juckt die auch nicht weiter, wir haben Kurzarbeit.

Ging übrigens genauso mit dem Kalender der Harzer Schmalspurbahnen. Ich habe es bei mehreren Buchhandlungen versucht.
Der Großhändler hatte dort schon Anfang 11/2020 den Vermerk gesetzt "nicht mehr lieferbar, Nachdruck 02/2021".
Den habe ich dann direkt bei VGB bestellt. War natürlich lieferbar und kam 2 Tage später per Post.

Irgendwie ist da momentan offenbar an einigen Stellen ganz schön Sand im Getriebe.

Gruß,
Köln Bbf

Re: Ohne Herrn Garn oder seinen fotografischen...

geschrieben von: ludger K

Datum: 01.01.21 19:23

Buharli schrieb:
... wo er die Erde erbeben ließ. Rock 'n' Roll geboten wurde anstelle von Zithermusik.
Hallo Robin!

Das hast Du sehr schön formuliert. So ist das eben: Einerseits gibt es die wahren Genießer, naturverbunden suchen sie die Urtümlichkeit der Eisenbahn, wie sie seinerzeit in der DDR bei den Schmalspur- und Nebenbahnen noch so unverwechselbar zu finden war. Du erinnerst Dich gewiß an Wolfis Geburtstagsfahrt 2016 (zwei der neun Teilnehmer, Richard und Thilo, sind inzwischen verstorben)? Und dann gibt es die Radaubrüder, denen es nicht laut genug sein kann. Sie lechzen nach Remmidemmi, stürzen sich ins Gewühl eines Fußballstadions oder einer Kirmes, wo man sein eigenes Wort nicht versteht, oder tun sich das Gewühl von Volksaufläufen rund um die "Großrädrigen" an. Die Saalfelder Bahnhofsbrücke, auf der ich aus Prinzip nie gestanden habe, war ja so ein Kultort. Aber es muß solche und solche geben. Davon abgesehen werde ich mir das Buch trotzdem zulegen, schon allein um Anregungen zu bekommen für den Fall, daß auch ich eines fernen Tages - sofern ich bis dahin berühmt sein sollte - meine Memoiren schreibe. Bis es bei mir aber so weit ist, ist Dein Klassiker gewiß längst vergriffen.

Nun wünsche ich Dir noch alles Gute für das neue Jahr
und grüße von der Vechte an die Elbe
Ludger



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.01.21 20:04.
reichsbahndampf schrieb:
Ach ja - ich (oder vielleicht wir) warte(n) noch immer auf "Reichsbahn ohne Reich III" ... auch wenn das hier schon einmal als erledigt erklärt wurde ...
Ach ja, wo es jetzt wieder erwähnt wird: Wir
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -