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Mit der E 11 von Paris nach München

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 22.12.20 12:24

Vielleicht längst bekannt, für mich aber in Youtube neu entdeckt: Der DDR-Spielfilm von 1963 Schlafwagen Paris - München. Wir sehen hier, dass diese Verbindung komplett mit E 11 und Mitropa-Schlafwagen bedient wurde. Und der Münchner Hbf sah damals genauso aus wie der von Leipzig.

YouTube

geschrieben von: Seku

Datum: 23.12.20 07:37

Guten Morgen Andreas,

danke für den Hinweis. Doch schau mal da

[www.drehscheibe-online.de]

Außerdem darf ich einen Link spenden ?

[www.youtube.com]

Dir und allen Lesern wünsche ich ein Frohes Weihnachtsfest und allzeit Gute Fahrt im Neuen Jahr

Günther

Re: Mit der E 11 von Paris nach München

geschrieben von: FTB

Datum: 23.12.20 11:56

Als ob der Westen so was nicht auch gemacht hat.... :)

im Westen auch ?

geschrieben von: Seku

Datum: 23.12.20 12:03

FTB schrieb:
Als ob der Westen so was nicht auch gemacht hat.... :)
Klar doch, mit V 200 von München nach Halle an der Saale oder Prag

Spaß bei Seite - nenne doch einfach Beispiele. Das würde uns alle sehr interessieren

Gruß

Günther

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 23.12.20 13:31

Ach ja, man kann auch alles missverstehen, wenn man sich entsprechend bemüht. Ich wollte mit diesem heiteren Hinweis nicht die DDR kritisieren, sondern an die alte Gewohnheit der weltweiten Filmproduktion erinnern, es mit der historischen Genauigkeit in Sachen Eisenbahn nicht allzu genau zu nehmen. Für den letzten Uniformknopf eines Soldaten vom Siebenjährigen Krieg bis zum Vietnamkrieg bezahlt man einen Sachverständigen, die Schreibmaschine bei Gestapo, Stasi oder CIA muss passen, die Autokolonne von Maybach und Horch und Ford T bis VW und Wartburg und Adenauer-Mercedes wird epochengerecht aufgefahren, aber bei der Eisenbahn genügt es, wenn's nur irgendwo qualmt.
Vor vielleicht 45 Jahren wollte man die Zugfahrt von Sophie Scholl 1942 von München nach Ulm nachstellen und bemühte sich in die ungarische Puszta, um sie hinter einer MÁV-424 reisen zu lassen. Man hätte es einfacher haben können: Die E 18 und die Eilzugwagen von 1942 gab es 1975 noch genauso. Ein paar Tricks bei der Beschriftung und fertig.

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Seku

Datum: 23.12.20 13:58

... und gabs nicht auch eine V 200 bei "Die Gentlemen bitten zur Kasse" in England ?

Günther

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Burkhard Beyer

Datum: 23.12.20 15:17

Neulich habe ich den James Bond-Film "Liebesgrüße aus Moskau" wieder mal gesehen. Da fährt der Held korrekt im Nachtzug in Istanbul los, der sich nach wenigen Szenen in einen englischen Schnellzug verwandelt. Von der plötzlich verschwindenden Oberleitung in der Schlussszene von "Mission impossible 1" gar nicht zu reden – sonst hätte der Hubschrauber ja auch nicht in den Tunnel fliegen können ...

Viele Grüße

Burkhard Beyer

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: wolfgang-d. richter

Datum: 23.12.20 16:15

... und war es nicht gerade erst bei "Babylon Berlin", wo eine russische Lokmannschaft Ende der zwanziger Jahre in Berlin von einer 52er steigt?

Gruß
Wolfgang-D.

Mit E 11 und DSG von Paris nach München

geschrieben von: rh

Datum: 23.12.20 16:45

Hallo Andreas,

danke für den Tip. Nebenbei ist der Film ein schönes Zeitdokument und ganz so lieblos ist der Film nicht mal gemacht. Die Innenaufnahmen zeigen wahrscheinlich einen damals fast noch neuen WLAB OSShD-Typ B (Baujahr 1962) der DR. Bei den Außenaufnahmen sind "Schlafwagen" mit auffällig gezeigter "DSG"-Beschriftung zu sehen (nix Mitropa!), die allerdings auch umgepinselte normale Reisezugwagen OSShD-Typ B (Baujahr 1962/63) sein könnten. Auch die E 11 war ja noch recht neu, also alles nur vom feinsten, und sogar Eva-Maria Hagen spielt noch mit...

Schöne Weihnachten allerseits,
rh



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:12:23:16:52:29.

Re: Mit E 11 und DSG von Paris nach München

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 23.12.20 18:23

Ja klar, der Film ist keineswegs lieblos gemacht, sondern die betrieblichen Szenen im elektrischen Netz der DR sind sehr gut aufgenommen und unter fachlichen Aspekten sehenswert. Nur in der Hoffnung auf solche Sequenzen schaue ich mir solche alten Filme überhaupt an. Was die Schauspieler betrifft, so bin ich süchtig nur nach Hans Moser. Und bei dessen Filmen auch mitten in Nazizeit und Krieg gibt es schöne Szenen mit Eisenbahn und Wiener Tramway. Immer sehenswert in Moser- und Rühmann-Zeiten auch alle Szenen im Großstadtverkehr.
An fehlerhaft historisierenden Eisenbahnkuriosiäten in Film und Fernsehspiel fehlt es nicht. Da fährt man mit dem "Öchsle" von Stuttgart nach Wien, und ja: in "Babylon Berlin" musste es ja auch eine 52.80 mit EDV-Nummer vor modernen Kesselwagen sein.

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Christof_2016

Datum: 24.12.20 09:15

Burkhard Beyer schrieb:
Von der plötzlich verschwindenden Oberleitung in der Schlussszene von "Mission impossible 1" gar nicht zu reden – sonst hätte der Hubschrauber ja auch nicht in den Tunnel fliegen können ...

Viele Grüße

Burkhard Beyer
Abgesehen davon, dass an der Bahn-Szene natürlich NICHTS stimmt, aber die fehlende Oberleitung passt. Denn damals fuhr man zwischen London und dem Kanaltunnel noch mit der innovativen 750V-Seitenschiene. :-)


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: 1018003

Datum: 24.12.20 09:20

Christof_2016 schrieb:
Burkhard Beyer schrieb:
Von der plötzlich verschwindenden Oberleitung in der Schlussszene von "Mission impossible 1" gar nicht zu reden – sonst hätte der Hubschrauber ja auch nicht in den Tunnel fliegen können ...

Viele Grüße

Burkhard Beyer
Abgesehen davon, dass an der Bahn-Szene natürlich NICHTS stimmt, aber die fehlende Oberleitung passt. Denn damals fuhr man zwischen London und dem Kanaltunnel noch mit der innovativen 750V-Seitenschiene. :-)
Und das mit 140km/h!

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Trip

Datum: 24.12.20 10:06

Da muss ich aber entschieden widersprechen! In Sachen Autos sind die Filmemacher genauso nachlässig. Wenn's nur eben alt genug scheint, wird's auch in die falsche Zeit gequetscht.

Re: im Westen auch ?

geschrieben von: Patrick Lyca

Datum: 27.12.20 17:52

Andreas Knipping schrieb:
Ach ja, man kann auch alles missverstehen, wenn man sich entsprechend bemüht. Ich wollte mit diesem heiteren Hinweis nicht die DDR kritisieren, sondern an die alte Gewohnheit der weltweiten Filmproduktion erinnern, es mit der historischen Genauigkeit in Sachen Eisenbahn nicht allzu genau zu nehmen. Für den letzten Uniformknopf eines Soldaten vom Siebenjährigen Krieg bis zum Vietnamkrieg bezahlt man einen Sachverständigen, die Schreibmaschine bei Gestapo, Stasi oder CIA muss passen, die Autokolonne von Maybach und Horch und Ford T bis VW und Wartburg und Adenauer-Mercedes wird epochengerecht aufgefahren, aber bei der Eisenbahn genügt es, wenn's nur irgendwo qualmt.
Das kann man so nun auch nicht sagen. Auch bei anderen Nicht-Eisenbahn Szenen wird das so gemacht. Ich erinnere an dutzende Kriegsfilme, wo statt dem deutschen Tiger-Panzer irgendwelche amerikanische M47 rumfahren oder statt einer MiG-21 lieber israelische Kfir / amerikanische F-5 rumdüsen. Das ist alles für den, der sich damit auskennt ärgerlich weil es ihm die Stimmung kaputt macht, aber der Mehrheit der Zuschauer fällt das gar nicht erst auf. Daher wird sich daran auch nichts ändern.
@Andreas Knipping: Hans Moser ist auch mein Favorit. Aber in "Der Sündenbock von Spatzenhausen" (hab ich auf DVD) stimmt auch einiges nicht.
Moser spielt mit 78 Jahren einen Bahnhofsvorstand. Er hätte als Beamter längst in Pension sein müssen. Der Film-Eilzug mit BR 64 unter Fahrdraht, und im Zug läuft ein Schnellzugwagen mit...Na ja...
Aber einer meiner Lieblingsfilme!

Re: Mit E 11 und DSG von Paris nach München

geschrieben von: Christof_2016

Datum: 29.12.20 07:06

Ich wäre schon froh, wenn 5% der Journalisten (ausgenommen Fachjournalisten) den Tf vom Zugführer unterscheiden könnten.


Aber so ist es leider: wenn man von einer Sache nur etwas mehr versteht als ein Durchschnitts-Journalist, dann gute Nacht.


Viele Grüße aus Erlangen,

Christof