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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD

Neues Tram-Buch: "Vor Einfahrt: Halt!"

geschrieben von: jenswinnig

Datum: 18.11.20 15:12

Hallo,

heute ist das Buch "Vor Einfahrt: Halt!" von den Autoren Reimann, Ladleif und Rudat aus dem Hause DGEG Medien eingetroffen.

Auf 144 Seiten beschreiben die Autoren das Leben auf einem Betriebshof an Beispielen in Nordrhein-Westfalen, mit einigen Ausnahme: Neuwied, Osnabrück und Celle mit der Mini-Drehscheibe vor dem Betriebshof zur Veranschaulichung.

Auch eine große Anzahl von Arbeitswagen/Sprengwagen sind abgebildet mit einem eigenen Kapitel.

Zum Schluss werden die verschiedensten Arten von Betriebshöfen anhand von Zeichnungen erklärt.

Die Autoren haben durch Ihre Bildauswahl ein herrliches Buch geschaffen, welches die Atmosphäre von Betriebshöfen, zum Teil noch aus der Gründerzeit der elektrischen Straßenbahn eintauchen lassen.

Das Buch ist beim Verlag, guten Buchhändlern und bei Region im Modell [region-im-modell.de] zum Preis von 27,80 € zu erwerben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens

Mein Shop unter [www.region-im-modell.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.11.20 16:04.

Konkreter

geschrieben von: Peter

Datum: 18.11.20 15:26

Hallo!

Vielen Dank fuer den Hinweis!

Evtl. sollte man auf den vollstaendigen Titel hinweisen:
"Vor Einfahrt: Halt! - Historische Einblicke in westdeutsche Straßenbahn-Depots"

Dann wird auch klar, dass es sich um ein Strassenbahn- und nicht um ein Eisenbahnbuch handelt. ;-)

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

Re: Konkreter

geschrieben von: Peter

Datum: 18.11.20 18:45

Hallo!

Vielen Dank fuer die Anpassung der Ueberschrift!

Und damit nicht jeder Forist einzeln suchen muss, falls er das Buch bei seinem lokalen Buchhandel bestellen oder sich in Kuerze schenken lassen will, hier die bibliographischen Daten:

Wolfgang R. Reimann / Axel Ladleif / Jörg Rudat:
»Vor Einfahrt: Halt!« – Fotografische Beobachtungen in westdeutschen ­Straßenbahn-Depots;
144 Seiten im Format 24 x 22 cm mit ca. 160 SW- und Farbaufnahmen, fester Einband
ISBN 978-3-946594-17-8; DGEG Medien, 27,80€

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

Frage zur Druckqualität

geschrieben von: Gärtner

Datum: 19.11.20 07:40

Mal eine Frage zum Druck: Wie ist denn die Druckqualität vom Buch? Kommt das inzwischen an Kenning / VGB – Publikationen heran?

Re: Frage zur Druckqualität

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 19.11.20 14:57

Guten Tag,

so wie andere DGEG-Bücher im kleinen 20 x 20-Format auch.

Ich kennen nur Straßenbahn-Bücher von denen, da sehe ich keinen
großenj Unterschied zu anderen herstellerm.
Die Schwarz/weiß-Aufnahmen sind als Basis ja meist KEINE 6 x 6 cm-
Filme, daher sind es halt lebensnahe Bilder.

Gruß
R H

Re: Frage zur Druckqualität

geschrieben von: ludger K

Datum: 19.11.20 17:11

Rolf Hafke schrieb:
Die Schwarz/weiß-Aufnahmen sind als Basis ja meist KEINE 6x6cm-Filme, daher sind es halt lebensnahe Bilder.
Was soll denn das heißen? Bedeutet "lebensnah" etwa mindere Qualität? Muß es denn immer gleich Mittelformat sein, um eine gute Qualität zu erzielen? Ich kenne da zahllose Gegenbeispiele. Bei meinen Büchern Rügen, Prignitz und Weißeritztal lagen mir sogar nur 18x24 mm große Negative zugrunde. Und Du wirst es nicht bemerken! Auf die Bearbeitung kommt es an. Das Wort Druckqualität kann man heutzutage getrost vergessen, denn durch die Digitaltechnik kann der Drucker nicht viel falsch machen, ihn trifft die geringste Schuld an schlechter Wiedergabequalität. Die Fehler werden zu 99 % in der Vorstufe begangen!

Re: Frage zur Druckqualität

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 19.11.20 19:03

Hallo Ludger,

das kann ich bestätigen! Was Du beispielsweise aus meinen KB-Dias in deinem Buch über die Hannover-Altenbekener Eisenbahn rausgeholt ist, verdient Hochachtung und fast Bewunderung. Und die 18x24-Herkunft zahlreicher Aufnahmen aus der DDR erkennt man wirklich nicht - ein Format übrigens, dass es auch hierzulande als "Rapid"-Film in den 60er- und 70er-Jahren gab.

Grüße

Martin

Re: Frage zur Druckqualität

geschrieben von: ludger K

Datum: 19.11.20 19:25

Hallo Martin!
Denk mal an Alfred Luft, Harald Nave, Helmut Röth, Günter Meyer u.v.m., die haben immer nur KB fotografiert, und äußerst brilliant!
Viele Grüße
Ludger

Rezension

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 21.11.20 15:41

siehe hier:

*** Nahverkehr Deutschland ***
„ „Vor Einfahrt: Halt!“ – Fotografische Betrachtungen in westdeutschen Straßenbahn-Depots“ “, von Wolfgang R. Reimann, Axel Ladleif und Jörg Rudat, Hövelhof 2020, 144 Seiten im Format 24,0 x 21,5 cm, gebunden, Herausgeber: DGEG-Medien; Preis: 27,80 €

Schon seit längerem angekündigt, ist nun endlich bei DGEG-Medien wieder einmal ein Buch zum Thema Straßenbahnen erschienen. Es widmet sich einer Einrichtung, die bisher in der Literatur eher ein Randthema bildete: Zwar oft erwähnt, aber nie ausführlich dargestellt. Dabei übt „der Ort, wo Straßenbahnen schlafen gehen“ einen eigentümlichen Reiz bei Straßenbahnfreunden und Verkehrsfreunden aus, hat er doch zumeist durch Mauern oder in Hallen hinter oft geschlossenen Toren vor neugierigen Blicken geschützt, etwas Geheimnisvolles an sich. Damit haben sie durchaus Gemeinsamkeiten mit vergleichbaren Anlagen bei der Eisenbahn. „Bahnaffine“ erfüllt es hier wie dort mit großem Glücksgefühl, wenn sie dort Zugang bekommen.
Das war in früheren Jahren zumeist einfacher als heute und der Rezensent erinnert sich gerne an die Erfolge seiner häufig geplanten Bemühungen, dort Zugang zu bekommen und viele nette Erlebnisse und Begegnungen mit Beschäftigten, die noch stolz darauf waren, bei einem Straßenbahnbetrieb arbeiten zu dürfen und einem „Externen“ zeigen zu können. Es gab sogar Betriebe, da artete das in ein den Tag füllendes Besichtigungsprogramm aus. Der Wunsch, besondere Fahrzeuge, die sich zumeist im hintersten Winkel einer Halle verkrochen hatten im Freien zu fotografieren, wurde zumeist gerne erfüllt. Nicht nur einmal kam so ein Angebot auch ungefragt und das trotz größerer dafür notwendiger Rangierarbeiten! Aber auch „einfach mal fragen“ führte besonders bei kleineren Betrieben häufig zum Ziel. Egal ob vorgemeldet oder ungeplant, teilweise durfte man auch ohne Aufsicht die Areale durchstreifen, häufig dann mit dem Hinweis, man möge auf die Gruben aufpassen und nicht hineinfallen! Alles schon seit längerem undenkbar!

Tage der offenen Türe in Depots locken auch heute noch tausende von Besuchern an, wovon die meisten sich nicht unbedingt als Straßenbahnfreunde bezeichnen, sondern einfach nur mal wissen wollen, was sich an einem Ort abspielt, dessen Betreten überall „für Betriebsfremde“ oder „Unbefugte“ verboten ist.

Die Idee des Wuppertaler Straßenbahnexperten Wolfgang R. Reimann, mit den dazu passenden Schätzen seines fast 60jährigen fotografischen Schaffens, ergänzt um Aufnahmen zahlreicher Kollegen ein Buch zu machen, konnte nun mit Hilfe von Axel Ladleif und Jörg Rudat endlich umgesetzt werden. Den Rezensenten haben die Bilder an viele eigene Begebenheiten erinnert und sicherlich wird es anderen Verkehrsfreunden und Fotografen genauso gehen. Der Zeitraum, aus dem die zu etwa zwei Drittel schwarz-weißen und einem Drittel farbigen Aufnahmen stammen, war das, was als die „gute alte Zeit“ des Verkehrsmittels Straßenbahn gilt. Zumeist stammen sie aus den 1950er bis 1970er Jahren, aber auch Aufnahmen aus deren Anfangsjahren und der Zeit vor 1945 haben die Autoren ausgegraben. Den meisten Fotografen unter den Straßenbahnliebhabern ging es bei Besuchen eines Depots hauptsächlich um die dort zu sehenden Fahrzeuge, womit sie sich kaum von der Gilde der Eisenbahnfreunde unterschieden. Die Betriebsanlagen in ihrer Gesamtheit oder mit Einzelheiten aus den Hallen oder dem Freigelände „auf die Platte zu bannen“ reizte weniger. Daher ist es besonders reizvoll, dass gerade solche Bilder Aufnahme in das Buch gefunden haben. Ganz- oder sogar doppelseitig abgebildet, verschafft ihnen die entsprechende Geltung. Überhaupt sind die größeren Formate bei diesem Buch in der Überzahl.

Der Raum, aus dem die Fotos stammen ist am besten mit „NRW“ beschrieben, nur drei der behandelten 36 Städte, nämlich Celle, Neuwied und Osnabrück liegen nicht in dem nach 1945 entstandenen Bundesland. Dabei ist die Zahl der Städte nicht mit der Anzahl der Betriebe gleichzusetzen, da Betriebe wie PESAG und Vestische einen größeren Raum bedienten.

Das Buch ist übersichtlich in neun Kapitel gegliedert, welche die thematisch zur Überschrift passenden Aufnahmen vereinen. So ziehen sich Aufnahmen der einzelnen Betriebe häufig durch das ganze Buch. Mit dieser Aufteilung wird gleichzeitig auch eine Beschreibung des Aufbaus von Depots geliefert. Es beginnt mit dem Vorfeld und der Fassade aber auch den Ein- und Ausfahrten und Rangierszenen, die jedermann auch von der Straße aus zu sehen bekommt und geht dann in Hallen und Werkstätten und damit in Bereiche „hinter den Kulissen“. Sodann werden die speziellen Typen von Arbeits- und Rangierfahr-zeugen vorgestellt, aber auch die Mitarbeiter dort, aber auch die Besucher in Form der Verkehrsfreunde nicht vergessen. Auch Szenen mit Verschrottungsaktionen ist ein Kapitel gewidmet, zwar traurig aber auch das gehört dazu! Immerhin 24 der gezeigten Betriebe gibt es heute nicht mehr! Zum Abschluss bietet das Buch noch zwei besondere „Bonbons“: Zum einen werden mit Fotos und Dokumenten illustriert Betriebsablauf und Organisation in einem Depot beschrieben, zum anderen werden mit Plänen im Original und in rekonstruierter Form die Gleisanlagen der besonders interessanten Depots dokumentiert. Da kann man dann versuchen nachzuverfolgen, was man auf den Bildern zuvor gesehen hat. Da sind dann auch so „Highlights“ wie das riesige Areal in Aachens Innenstadt mit mehreren Teilbereichen oder das etliche Jahre zweispurige Depot in Duisburg-Hamborn darunter. Verglichen mit den früheren teilweise sehr umfangreichen und kunstvollen Gleisführungen, sind die Depots heutiger Zeit ziemlich gesichtslose und funktionale Einrichtungen!

Zusammengefasst: Entstanden ist ein wunderschönes Buch zu einem wichtigen aber häufig vernachlässigten Teilbereich der Straßenbahn in angenehmem Layout, hervorragenden Bildern und guter Druckqualität. Sachlich fundierte Texte mit vielen Details vermitteln wichtige Informationen. „Sowas hat uns gerade noch gefehlt“, also unbedingt zugreifen! (reu)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.20 15:43.