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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Hallo,

heute ist das neue Buch "101 Dinge die man über U- und S-Bahnen wissen muss" von Michael Dörflinger beim GeraMond-Verlag geliefert worden.

Nachdem bereits "101 Dinge die ein Straßenbahn-Liebhaber wissen muss" vor einiger Zeit erschien, wurde nun der fehlende "schnelle" Schienennahverkehr abgehandelt.

Der überwiegende Teil handelt vom Thema U-Bahn und ungefähr 1/10 Dinge zur S-Bahn.

Fachlich konnte ich in der kürze der Zeit noch nicht in das Buch eintauchen.

Der erste Eindruck zum Buch ist ordentlich.

Im Buchhandel und u.a. bei Region im Modell [region-im-modell.de] zum Preis vom 16,99 € erhältlich.

Mit freundlichen Grüßen

Jens

Mein Shop unter [www.region-im-modell.de]

Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 05.11.20 23:29

Ach, das ist doch wieder nur das x-te, unendlich banale Erzeugnis im typischen "1001 Dinge aus dem Hause GeraMond, die man lieber gleich in den Müll wirft..."-Stil, die von diesem Verlag massenhaft produziert werden. Bei diesen "Compilations" handelt es sich fast ausschließlich um die eher lieblose Neuarrangierung von bereits dutzenfach an anderer Stelle publizierten Inhalten, noch dazu oft mit zahlreichen Fehlern behaftet. Der Informationsgehalt dieser oberflächlichen Darstellungen ist deutlich geringer, als wenn man sich alternativ den entsprechenden Wikipedia-Artikel über S-Bahnen oder U-Bahnen durchlesen würde - und dafür nichtmal 16,99 € berappen muss, was eigentlich 15 € zu viel sind (es ist immerhin ganz gut gebunden, daher hierfür 2 Teuros Abzug...). Ich frage mich immer noch, wer eigentlich die Zielgruppe von solch undefiniertem, nichtssagenden Sch*** ist??? Jedenfalls lässt das für das übernommene VGB-Programm wahrlich gar nichts Gutes erwarten.....

Und nein, ich bin nicht mit Ludger K. verwandt, aber ich glaube - und ich hätte mir nie träumen lassen, dies einmal tatsächlich so zu sagen - bin ich mit ihm in seiner Einschätzung derartiger "Eisenbahnpublizistischer Elaborate" ganz auf einer Wellenlänge!

Grüße, Trittbrettfahrer

Nachtrag: Bitte nicht als persönlichen Angriff verstehen, aber der Autor dieses Machwerks bzw. besser gesagt dessen Webseite macht nun auch nicht gerade den vetrauenswürdigsten Eindruck, was den Kenntnisstand bezüglich des im Buch behandelten Themas betrifft: http://michaeldörflinger.de/ Schon das "Layout" seines dort abrufbaren Lebenslaufes ist sicherlich eine Freude für jeden Personaler...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.11.20 23:35.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Bw Betzdorf

Datum: 06.11.20 08:26

Allein vom Titel würde ich niemals auf ein Fachbuch schließen.
Die Zielgruppe sind eher unbedarfte, die sich erstmal in die Materie einlesen möchten, bevor sie dann (einer von 100) zu tiefer gehenden Literatur greifen.
Was leider in solchen Foren wie diesem (aber auch im Schiffs- oder Flugmodellbau) gerne immer wieder übersehen wird. Es gibt fachliche Foren, wo ein unbedarfter zufälliger Leser sich nur noch an die Strirn tippt. Mein Sohn ist in so einem an der Uni, wo es nur über die Konsistenz und Anwendbarkeit von Raketentreibstoffen geht. Es wäre jedoch schlimm, wenn DSO sich auch so entwickelt, undnur noch zu einem Zirkel von Nietenzählern und Pufferküssern verkommt, wo viele nur noch abgeschreckt werden.
Die meisten Käufer/Leser möchten nur ein oberflächliches Interesse bedient haben, ohne sich tiefer mit der Materie beschäftigen zu müssen. Es reicht gefühlt 95% der Leser bzw Käufer von Eisenbahnliteratur aus, das sie sehen, was früher für Züge auf der Strecke x fuhren, oder wie der Bahnhof in y früher einmal aussah.
Dies sollte dann auch durchaus akzeptiert werden. Maedel hat ja auch eher für ein solches Publikum mitgeschrieben, es aber verstanden, dadurch Begeisterung und weitergehendes Interesse zu wecken. Diese Gabe hat kaum einer von uns. Auch ich als Autor werde mir diese Schuhgröße nicht zutrauen.
Für die anderen 5 bis 10% gibt es ja durchaus Literatur von Kenning oder auch DGEG-Medien.
Daher hat dieses Buch schon seine Berechtigung. Vielleicht weckt es ja in dem ein oder anderen Leser das Interesse, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Woher soll sonst der Nachwuchs kommen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.11.20 08:33.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: BahnDahm

Datum: 06.11.20 08:44

Hallo Bw Betzdorf,

ja, Du magst ja Recht haben. Aber das ist doch wohl gar nicht das Problem. Ich persönlich ärgere mich
über den vermutlichen Wegfall sehr guter und anspruchsvoller Eisenbahnliteratur, welche die VGB herausgab.
Ich habe die große Befürchtung, dass es nächstes Jahr (fast) nur noch solche (jedenfalls für mich) trivialen
"Eisenbahnbücher" beim Nachfolgeverlag geben wird!

Trotzdem noch `n schönes Wochenende wünscht
MfG Raimund



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.11.20 10:14.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: WHA

Datum: 06.11.20 10:14

Moijen Raimund,

das ist der Lauf der Dinge: Die Zahl derer, die mit oberflächlichen Informationen zufrieden ist, wächst. Das DSO ist das beste Beispiel. Wer da weiter- und vor allem tiefergehende Informationen erwartet (fordert?) wird als "Nietenzähler und Pufferküsser" abgestempelt (wobei es eigentlich Nietezähler heißen müßte...).

Bezüglich Maedels Qualität kann ich Christoph nur zur Hälfte zustimmen. Das Ergebnis der Lektüre der Maedel-Bücher sind nach meiner Erfahrung Dampflokfuzzies, deren Interesse an der Eisenbahn an den Puffern der Lok endet. Die Zahl der Leser, die aufgrund der Maedel-Lektüre ein weitergehendes Interesse an der Eisenbahn entwickelt haben, ist gering. Und das hatte anschließend Auswirkungen auf alle Verlage: Dort wurden nämlich von Autoren, die mit Maedel großgeworden sind, für Maedel-Leser geschrieben - heute nennt man so etwas eine Filterblase (das Phänomen ist nicht ganz neu). Später wurden das Themenspektrum (gaaaanz) vorsichtig erweitert und die inhaltliche Qualität (gaaanz) vorsichtig verbessert. Aber mittlerweile sind wir wieder ganz massiv auf dem Rückweg. Das kann auch gar nicht anders sein, wenn alles immer schnell gehen muß und niemand für nichts Zeit hat. Schnelle Informationen können nur oberflächlich sein, weil die Aufnahme und Verarbeitung selbiger Zeit beansprucht (lesen, nachdenken, woander nachlesen, verstehen, abspeichern).

Nach meinem Empfinden gliedert sich der Print-Markt inzwischen in drei Teile: Masse (Geranova), Klasse und Nischen (z.B. Kenning, Herdam, vereinzelte Selbstverlage oder Heimatvereine) und dazwischen die eierlegende Wollmilchsau bzw. der Spagat (EK), wo es sowohl als auch gibt.

Alles in allem Teile ich Trittbrettfahrers und Deine Besorgnis bezüglich der Marktentwicklung und muß an dieser Stelle einen Hobbykollegen zitieren, der immer sagt: "Die Bücher, die wir lesen wollen, müssen wir uns selber schreiben."

Beste Grüße
Wolfgang

"Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen" - Plato

Zielgruppe: Weihnachtsgeschenksuchende Frauen

geschrieben von: Flipp1982

Datum: 06.11.20 12:25

Hallo zusammen,

auch wenn mit einem Augenzwinkern: Aus eigener Beobachtung kann ich die Zielgruppe der "101" oder "1001"-Bücher ganz klar definieren:

Frauen auf der Suche nach Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken für einen etwas entfernteren Verwandten, von dem man weiß, dass er sich "irgendwie für Eisenbahn" interessiert. "Mein" Buchhändler hat praktischerweise eine Kaffeesitzecke (derzeit geschlossen natürlich :-( ) direkt mit Blick auf den Lagerplatz, wo diese Bücher gestapelt sind. Annähernd 100% der Interessenten und Käufer passen auf meine Zielgruppenbeschreibung zumindest im beschaulichen Frankenland.

Mein Gott, es ist Business. Man liefert, was der Kunde kauft. Logisch. Und ob "1001 irgendwas mit Eisenbahn" tatsächlich schlimmer ist als Socken oder eine Krawatte?

Gar nicht so nachdenklich dabei:

Bastian

Deutsche Dampflokomotiven im Ausland - (m)ein spannendes Thema. Literaturtipps:

JETZT NEU: "pomnik parowóz - die polnischen Denkmaldampflokomotiven. Ein Reiseführer zu Geschichte, Geschichten und Gegenwart aller normalspurigen Museums- und Denkmaldampflokomotiven in Polen. 536 (!) Seiten, 700 Abbildungen, davon über 200 in Farbe. 33,00 €, ISBN 9783750412019

Auch aus der Reihe: "Preußens Gloria in Siebenbürgen - das Eisenbahnmuseum Sibiu und seine (deutschen) Fahrzeuge" und "Dampfloktechnik heute - Einsatz, Technik & Wartung der deutschen 52er im Jahr 2019 in den KREKA-Minen BiH".

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 06.11.20 12:35

Und wieder mal wird das große kulturpessimistische Fass aufgemacht. Ich darf mal auf die Medien abseits unseres Faches verweisen. Mit Beginn des Rundfunks 1923 und wieder mit Beginn des Fernsehens um 1950 wurde das Ende aller Konzerte, aller Zeitungen und aller ernsthaften Kultur vorhergesagt. Das Kino würde das Theater sterben lassen, und das Fernsehen würde das Kino sterben lassen. Die Boulevard-Zeitungen nach britischem und amerikanischen Vorbild: Gewiss der Tod der bildungsbürgerlichen Tageszeitungen! Die etwas ungewohnte Sprache des "Spiegel" wird uns sprachkulturell abstürzen lassen. Und erst recht die Comics! "Mickymaus" als Ende allen deutschen und europäischen Wesens! Dann ab etwa 1980 die Abwehrschlacht gegen die Privatsender in Hörfunk und Fernsehen. Und mit dem Internet geht ohnehin die Welt unter.

Nun schauen wir uns mal die Bilanz der skizzierten 100 Jahre an:
- "Süddeutsche" und "Frankfurter Allgemeine" können neben "Bild" etc. offenkundig leben.
- ARD, ZDF und ARTE können offenkundig genauso leben wie RTL und Prosieben.
- Mitten im Internet-Zeitalter werden mehr deutschsprachige Bücher pro Jahr gedruckt als jemals seit Gutenbergs Erfindung vor gut 500 Jahren.
- Die Kinofilme mögen weniger sein als 1955, dafür sind sie besser.

Man möge vielleicht dem mündigen Konsumenten Raum geben: In meinem Gehirn haben Jean Paul, Donald Duck, Theodor Fontane, Süddeutsche Zeitung, Beatles, Thomas Mann, Asterix, Gerhard Polt, Hans Moser, Günter Grass, Karl-Ernst Maedel, Udo Lindenberg, Heinz Rühmann, Johann Sebastian Bach, Karl Valentin und Günter Jauch bislang locker nebeneinander Platz gefunden.

Und nebenbei bin ich noch ein mündiger Produzent. Ich habe in gut 50 Jahren bei mindestens 20 Verlagen publiziert. Keiner davon ist wegen meiner Tätigkeit für die Konkurrenz untergegangen. (Eines habe ich bei aller für mich in Anspruch genommenen mentalen Leistungsfähigkeit bislang nicht geschafft, nämlich für 19 Verlage immer nur fundiert und für den anderen Verlag – in München – immer nur planmäßig falsch und dumm zu schreiben.)

Weil nicht zum ersten Mal der Begriff des "Fachbuchs" ins Feld geführt wurde: Um solche geht es in unserem Bereich nur ganz am Rande. Das Fachbuch schreiben Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. für Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. Im Fachbuch schlägt der Konstrukteur bezüglich der Optimierung von Halbleitern oder Lemniskatenfedern dazu, aber das schöne Bild der Lok vor der tollen Garnitur wird er darin weder suchen noch finden.

Was wir schreiben und lesen, gehört zur Gruppe der Sachbücher und der entsprechenden Zeitschriften. Den kulturellen Rang dieser species sollte man nicht gering achten. Leute wie ich haben gewiss den Nachteil, keinen Ellok-Motor und keine ICE-Klimaanlage konstruieren zu können und mit der Bilanzierung eines Nahverkehrsunternehmens genauso wie mit der Werkstoffdefinition für eine Feuerbüchse überfordert zu sein. Dafür genießen wir den Vorzug einer mit jahrzehntelanger Aufmerksamkeit erworbenen technisch-historisch-ökonomisch-politisch-soziologisch-ästhetischen Gesamtschau. Die gesellschaftliche Wirkung von Menschen mit einem solchen Überblick war in den vergangenen Jahrzehnten eher größer als die der reinen Fachleute. All unsere heutigen Umwelt-, Energie-, Bio-, Nahverkehrs- und Klimadiskussionen gingen nicht von der akademisch geadelten Fachwelt aus.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Bw Betzdorf

Datum: 06.11.20 15:10

Ich möchte hier um gotteswillen keinen Kulturpessimismus anschlagen.
Es fällt mir leider vermehrt auf, das einige hier nur noch kritisieren. Manchmal hat man den Eindruck, das sie dies nur um des Kritisierens willen machen. Das wäre dann schon wieder voll ins Fettnäpfchen von "Typisch Deutsch" Genau dies bekomme ich außerhalb Deutschlands (auch in Österreich) immer wieder zu hören.
Jeder, der eine Broschüre/ein Buch zu einem Thema verfasst, und dies nicht beruflich macht, steckt viel Arbeit, geld und Herzblut darein.
Dabei hat er auch grob immer eine Zielgruppe im Blick.
Wenn ich nun ein Buch zum Bahnhof Siegen schreiben würde (das wirklich noch fehlt) und der Schreibstil und die Bildauswahl mkit den zugehörigen Bildunterschriften sich in Sprache und Inhalt mehr an die Generation meines Enkels richtet (6-12 Jahre) dann ist das halt so.
Wenn jemand das Thema wirklich interessiert, der freut sich dann auch über diese Art Buch. Auch wenn dann einige klagen, das dieses Thema für ein gut recherchiertes Buch dann auf viele Jahre verbrannt ist. Aber genau die, die dann am lautesten schreien haben vorher diese Gelegenheit nicht genutzt, und selbst Jahre ihrer Freizeit geopfert, damit ein ihren Ansprüchen gerechtes Buch zu diesem oder jenem Thema erscheint. Ausnahmen (siehe die unten Beitrag erwähnten) bestätigen leider diesen Eindruck.
Kritik und Verbesserungsvorschläge sind immer gerne gesehen. Jeder ist über hilfreiche Tipps oder Hinweise zu Lücken dankbar.
Aber nicht in der Oberlehrerhaften Art so mancher hier im Forum, die Text, Gestaltung und Bildqualität der Bücher von Ludger Kenning oder Wolfgang Herdam als für alle Hobbyautoren verbindlich vorschreiben wollen. Was diese beiden in ihren Verlagen publizieren verdient Respekt. Aber nicht jeder kann oder möchte auf diesem Niveau und für diese Zielgruppe arbeiten. Und er bzw. sein Werk ist damit keinen Deut schlechter oder weniger empfehlenswert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.11.20 19:36.
Zitat
Frauen auf der Suche nach Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken für einen etwas entfernteren Verwandten, von dem man weiß, dass er sich "irgendwie für Eisenbahn" interessiert. "Mein" Buchhändler hat praktischerweise eine Kaffeesitzecke (derzeit geschlossen natürlich :-( ) direkt mit Blick auf den Lagerplatz, wo diese Bücher gestapelt sind. Annähernd 100% der Interessenten und Käufer passen auf meine Zielgruppenbeschreibung zumindest im beschaulichen Frankenland.
Ich finde dieses Argument gar nicht mal so abwegig, das könnte ziemlich genau so zutreffen! Ich persönlich halte das Verschenken von Büchern - wenn man nicht wirklich ganz genau weiß, was demjenigen/diejenige Beschenkte tatsächlich interessiert und er/sie vielleicht noch nicht im Bücherregal stehen hat - für recht kritisch, denn da ist der "Enttäuschungsfaktor" oftmals deutlich größer als...

Zitat
Mein Gott, es ist Business. Man liefert, was der Kunde kauft. Logisch. Und ob "1001 irgendwas mit Eisenbahn" tatsächlich schlimmer ist als Socken oder eine Krawatte?
...bei den erwähnten Alternativen. Ein Paar Socken oder Krawatten (die sterben ja leider eh garde einen langsamen, schleichenden Tod...), die einem nicht gefallen, trägt man halt einfach nicht oder nur dann, wenn der Schenker mal zu Besuch ist. Kleiderschränke sind ja, besonders beim männlichen Teil der Menschheit, meist mehr als ausreichend dimensioniert und können auch mal etwas "Lagerware" vertragen. Anders sieht es - zumindest bei mir und sehr vielen Freunden/Bekannten/Verwandten - beim Thema Bücher aus, zumindest wenn man in gewisser Weise "bibliophil" veranlagt ist. Da wird der Platz im letzten, eilig aufgestellten "Billy"-Regal (wobei ich die Dinger persönlich fürchterlich finde...) oft schon recht knapp. Zu knapp für eher "geringwertigen Füllstoff" jedenfalls, der einem keinen persönlichen Mehrwert bietet und nur kostbaren Raum, der für die wirklich wichtigen Werke gebraucht werden würde, wegnimmt. Aber was macht man dann damit??? In irgendeiner Art und Weise "entsorgen" (weiterverschenken, in die örtlich Bücherbox stellen, usw.) würde nur für eine ungute Entwicklung sorgen, wenn der Schenker das nächste Mal vorbei kommt und konkret nach dem entsprechenden Geschenk fragt, was ja gar nicht mal so selten sein soll... Dann doch lieber die unmöglichen Socken/Krawatten "aus der Tiefe des Schrankes".....

Viel kritischer sehe ich allerdings den letzten Satz deines Statements: Genau diese "der Kunde kauft's doch eh"-Mentalität bei vielen Verlagen (auch innerhalb der Bahnszene) führt letztlich zu einer Überschwemmung des vom Absatzvolumen ja immer auch irgendwie begrenzten Marktes mit derartigen "Fast-Food-Werken", was letztlich die Herausgabe echter Fachbücher/Sachbücher zu den entsprechenden Themen sehr erschwert bzw. sogar letzlich gänzlich verhindert! Frei nach dem Verlagsmotto "den Kundenkreis haben wir nun ja schon ausreichend (sic!) abgedeckt"...

Grüße, Trittbrettfahrer

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert! - Zielgruppe

geschrieben von: andreas +

Datum: 06.11.20 23:04

Trittbrettfahrer schrieb:
Ich frage mich immer noch, wer eigentlich die Zielgruppe von solch undefiniertem, nichtssagenden Sch*** ist???
Wie Bastian (Flipp1982) schon schrieb: Ahnungslose Menschen, die für einen Eisenbahnfreund ein (Verlegenheits-)Geschenk für < 20 € suchen.


Flipp1982 schrieb:
Zitat:
Und ob "1001 irgendwas mit Eisenbahn" tatsächlich schlimmer ist als Socken oder eine Krawatte?
Naja, Socken wären nachhaltiger, Socken kann man immer gebrauchen. :-)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.11.20 23:12.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 07.11.20 00:26

Andreas Knipping schrieb:
Und wieder mal wird das große kulturpessimistische Fass aufgemacht. Ich darf mal auf die Medien abseits unseres Faches verweisen. Mit Beginn des Rundfunks 1923 und wieder mit Beginn des Fernsehens um 1950 wurde das Ende aller Konzerte, aller Zeitungen und aller ernsthaften Kultur vorhergesagt. Das Kino würde das Theater sterben lassen, und das Fernsehen würde das Kino sterben lassen. Die Boulevard-Zeitungen nach britischem und amerikanischen Vorbild: Gewiss der Tod der bildungsbürgerlichen Tageszeitungen! Die etwas ungewohnte Sprache des "Spiegel" wird uns sprachkulturell abstürzen lassen. Und erst recht die Comics! "Mickymaus" als Ende allen deutschen und europäischen Wesens! Dann ab etwa 1980 die Abwehrschlacht gegen die Privatsender in Hörfunk und Fernsehen. Und mit dem Internet geht ohnehin die Welt unter. [...]

Weil nicht zum ersten Mal der Begriff des "Fachbuchs" ins Feld geführt wurde: Um solche geht es in unserem Bereich nur ganz am Rande. Das Fachbuch schreiben Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. für Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. Im Fachbuch schlägt der Konstrukteur bezüglich der Optimierung von Halbleitern oder Lemniskatenfedern dazu, aber das schöne Bild der Lok vor der tollen Garnitur wird er darin weder suchen noch finden.

Was wir schreiben und lesen, gehört zur Gruppe der Sachbücher und der entsprechenden Zeitschriften. Den kulturellen Rang dieser species sollte man nicht gering achten. Leute wie ich haben gewiss den Nachteil, keinen Ellok-Motor und keine ICE-Klimaanlage konstruieren zu können und mit der Bilanzierung eines Nahverkehrsunternehmens genauso wie mit der Werkstoffdefinition für eine Feuerbüchse überfordert zu sein. Dafür genießen wir den Vorzug einer mit jahrzehntelanger Aufmerksamkeit erworbenen technisch-historisch-ökonomisch-politisch-soziologisch-ästhetischen Gesamtschau. Die gesellschaftliche Wirkung von Menschen mit einem solchen Überblick war in den vergangenen Jahrzehnten eher größer als die der reinen Fachleute. All unsere heutigen Umwelt-, Energie-, Bio-, Nahverkehrs- und Klimadiskussionen gingen nicht von der akademisch geadelten Fachwelt aus.

Einen solche relativierende Stellungnahme zum Niveau von Büchern, auch mit dem abseitigen Verweis auf "Fachbücher" hatten wir gerade erst ([www.drehscheibe-online.de]. Ich hatte darauf auch geantwortet, es ist aber niemand darauf eingegangen.

Mir sind diese rhetorisch-taktischen Spielchen zu simpel. Hier wird gegen Kritik an Schlichtliteratur gewettert, als ob die jemand verbieten wollte. Und solche Werke der Tertiärliteratur werden unterschiedslos mit nicht perfekter Sekundärliteratur in eine Reihe gestellt. Das ist je nach Perspektive dessen, der das tut, abwertend (gegenüber echter Literatur) oder anmaßend.

Bw Betzdorf schrieb:
Jeder, der eine Broschüre/ein Buch zu einem Thema verfasst, und dies nicht beruflich macht, steckt viel Arbeit, geld und Herzblut darein.

Nein. Wenn das auf kritisierte Eisenbahn- oder Nahverkehrbücher zutrifft, dann auf solche, deren Autor sich mit einem Thema umfassend auskennen, aber entweder nicht hinreichend in der Lage sind, ein Buch zu schreiben, vor allem aber nicht, aus ihrem Material ein gutes Buch zusammenzustellen. Meistens liegt das daran, dass sie die nötige Unterstützung vom Verlag nicht bekommen, weil der das prinzipiell nicht macht. Solls ja geben. Der Einsatz des Autors mit Arbeit, Herzblut und vielleicht auch Geld ist da. Solche Bücher werden mitunter trotzdem verrissen, und da sollte die Kritik schon so zielen, dass sie nicht denjenigen diskreditiert, der eben Arbeit und Herzblut reingesteckt hat.

Bei "101 XXX" ist das aber anders. Das sind eigentlich journalistische Werke, jedenfalls von Profiautoren erstellt - oder besser gesagt: ohne Interesse an der Sache professionell und lieblos zusammengeschrubbt. Da ist nix mit Herzblut. Da wird aus vorhandener Literatur zusammengeklaubt, wenn was nicht passt oder fehlt, wirds hingebogen, wenns gar nicht anders geht, fällt es halt weg, stört bei der beliebigen Auswahl von Themen niemanden. Wer so was schreibt, kann auch "101 Zierfische" oder "101 Knödelrezepte" schreiben.

Natürlich gibt es dafür einen Markt. Für Bild und RTL ja auch. Es ist auch nicht kritikwürdig, das Buch hier vorzustellen. Die Kritik richtet sich allerdings gegen das Buch und nicht gegen die Vorstellung bei DSO. Es ist legitim, solche Tertiärliteratur durchweg abzulehnen. Und man darf das auch sagen. Und das "Gegenargument", dass das Zeugs schließlich gekauft wird, ist zu schwach.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.11.20 00:27.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 07.11.20 00:31

Zitat
Und wieder mal wird das große kulturpessimistische Fass aufgemacht.
Ich würde die Kritik an einigen derzeitigen Entwicklungen ebenso wenig wie mein Vorschreiber pauschal als vergrämten "Kulturpessimismus" abwatschen. Die Marktentwicklung bei Eisenbahnbüchern wurde ja ebenfalls schon hinreichend geschildert. Es scheint sich gewissermaßen um eine Gaußsche Glocke zu handeln, das sehe ich nämlich ebenfalls so: Gab es für die "Fans" der Eisenbahn zunächst nur entweder die gemäß Ihrer Definition so zu bezeichnenden "Fachbücher" (dazu gleich mehr...) wie z.B. die berühmten gelben Bände aus der "Eisenbahn-Lehrbücherei" oder die tatsächlich eine ganze Generation in ihrer nostalgisch verklärenden Wehmut prägenden Bücher aus der Feder Herrn Maedels, so setzte ab den 1970er-Jahren ein regelrechter Boom an wirklich sehr gut gestalteter Eisenbahn-Fachliteratur ein, zuvorderst hauptsächlich durch den Franckh-Verlag und seinen renommierten Autorenstamm "befeuert". Später kamen weitere Autoren und Verlage hinzu. Ich denke, es ist nicht verkehrt zu behaupten, so etwa von den 1980ern bis in die 2000er wurde der "Gipfel der Glocke" errreicht bzw. durchschritten - in Relation zur Masse der eisenbahnthematischen Veröffentlichungen und deren selbst gestelltem "Anspruch" gesehen. Seither bewegen wir uns eindeutig immer weiter von der Spitze des Berges hinab ins Tal, da nicht nur gefühlt, sondern auch vom beschriebenen Verhältnis Menge/Anspruch her eindeutig verifzierbar eine starke "Verflachung" eingesetzt hat, die immer mehr an Fahrt gewinnt. Jedes Jahr erscheinen mehr und mehr Bücher im "101 oder 1001-Dinge-Stil", genauso wie jedes Jahr weniger Fachbücher/Sachbücher in höhrerer Umsetzungsqualität auf den Markt gelangen.....

Zitat
Ich darf mal auf die Medien abseits unseres Faches verweisen. Mit Beginn des Rundfunks 1923 und wieder mit Beginn des Fernsehens um 1950 wurde das Ende aller Konzerte, aller Zeitungen und aller ernsthaften Kultur vorhergesagt. Das Kino würde das Theater sterben lassen, und das Fernsehen würde das Kino sterben lassen. Die Boulevard-Zeitungen nach britischem und amerikanischen Vorbild: Gewiss der Tod der bildungsbürgerlichen Tageszeitungen! Die etwas ungewohnte Sprache des "Spiegel" wird uns sprachkulturell abstürzen lassen. Und erst recht die Comics! "Mickymaus" als Ende allen deutschen und europäischen Wesens! Dann ab etwa 1980 die Abwehrschlacht gegen die Privatsender in Hörfunk und Fernsehen. Und mit dem Internet geht ohnehin die Welt unter.

Nun schauen wir uns mal die Bilanz der skizzierten 100 Jahre an:
- "Süddeutsche" und "Frankfurter Allgemeine" können neben "Bild" etc. offenkundig leben.
- ARD, ZDF und ARTE können offenkundig genauso leben wie RTL und Prosieben.
- Mitten im Internet-Zeitalter werden mehr deutschsprachige Bücher pro Jahr gedruckt als jemals seit Gutenbergs Erfindung vor gut 500 Jahren.
- Die Kinofilme mögen weniger sein als 1955, dafür sind sie besser.

Man möge vielleicht dem mündigen Konsumenten Raum geben: In meinem Gehirn haben Jean Paul, Donald Duck, Theodor Fontane, Süddeutsche Zeitung, Beatles, Thomas Mann, Asterix, Gerhard Polt, Hans Moser, Günter Grass, Karl-Ernst Maedel, Udo Lindenberg, Heinz Rühmann, Johann Sebastian Bach, Karl Valentin und Günter Jauch bislang locker nebeneinander Platz gefunden.
Wobei aber auch hier die Glockenkurve wieder angebracht ist, gerade beim Beispiel Fernsehen: Zunächst musste das Medium erstmal zu einer vernünftigen Form und passenden Inhalten finden. Dann kam die Phase des Fernsehens als Leitmedium (ca. 1970 bis 2000/2010), was zu einer allgemeinen Blüte an Programmqualität führte. Inzwischen haben das Internet und die dort vorhandenen Streaming-Möglichkeiten dem Fernsehen als Leitmedium den Rang abgelaufen, was sich auch in der "Qualität" des nun in der "Glotze" Gebotenen recht deutlich widerspiegelt. Nicht nur ich habe dabei den begründeten Verdacht, dass sich die ja immer wieder gern für ihren vorgeblichen Bildungsanspruch gepriesenen Öffentlich-Rechtlichen leider in den letzten 30 Jahren sehr stark an das heutige Schema der Privatsender (ja, auch die hatten mal ihre qualitative Hochphase!) angepasst haben, statt dass es anders herum gelaufen wäre... Das trifft auch auf alle anderen genannten Medien zu, nach einer gewissen Zeit ereilte allen das Schicksal der "Banalisierung" und damit der qualitative Abstieg. Tipp: Einfach mal z.B. bei Gelegenheit einen "Spiegel" oder eine "FAZ" von vor 40, 50 Jahren mit einer heutigen Ausgabe vergleichen - allein schon, was die Text-Bild-Gewichtung betrifft, scheint man sich auch bei derartigen "Anspruchsblättern" immer mehr den Gepflogenheiten des Boulevards angepasst zu haben.....

Zitat
Weil nicht zum ersten Mal der Begriff des "Fachbuchs" ins Feld geführt wurde: Um solche geht es in unserem Bereich nur ganz am Rande. Das Fachbuch schreiben Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. für Dipl.-Ing., Prof., Dr. usw. Im Fachbuch schlägt der Konstrukteur bezüglich der Optimierung von Halbleitern oder Lemniskatenfedern dazu, aber das schöne Bild der Lok vor der tollen Garnitur wird er darin weder suchen noch finden.

Was wir schreiben und lesen, gehört zur Gruppe der Sachbücher und der entsprechenden Zeitschriften. Den kulturellen Rang dieser species sollte man nicht gering achten. Leute wie ich haben gewiss den Nachteil, keinen Ellok-Motor und keine ICE-Klimaanlage konstruieren zu können und mit der Bilanzierung eines Nahverkehrsunternehmens genauso wie mit der Werkstoffdefinition für eine Feuerbüchse überfordert zu sein. Dafür genießen wir den Vorzug einer mit jahrzehntelanger Aufmerksamkeit erworbenen technisch-historisch-ökonomisch-politisch-soziologisch-ästhetischen Gesamtschau. Die gesellschaftliche Wirkung von Menschen mit einem solchen Überblick war in den vergangenen Jahrzehnten eher größer als die der reinen Fachleute. All unsere heutigen Umwelt-, Energie-, Bio-, Nahverkehrs- und Klimadiskussionen gingen nicht von der akademisch geadelten Fachwelt aus.
Ich würde dies nicht so eng sehen, aber die Diskussion zur Einstufung eines Buches als "Fachbuch" hatten wir hier ja erst vor Kurzem. Jedenfalls sind die von Ihnen genannten Beispiele eher der Kategorien "Lehrbuch" oder "rein wissenschaftliche Fachliteratur für Lehrzwecke" zuzuordnen. Ein allen "Regeln der Kunst" entsprechendes "Fachbuch" kann auch ein an die interessierte Allgemeinheit - um es mal so zu bezeichnen - gewandtes Werk sein, dass dabei u. a. den folgenden Kriterien entspricht:

- Das Thema wird möglichst umfassend und detailliert gemäß dem aktuellen Kenntnisstand behandelt, unzulässige Kürzungen kommen nicht vor

- Der Autor übt sich nicht nur im "abschreiben", sondern hat ersichtlich auch zahlreiche Primärquellen erforscht und eingearbeitet

- Das Buch ist allgemein verständlich verfasst, nennt aber im konkreten Falle die korrekten Fachbegriffe (ggf. mit Erklärung derselben)

- Das Werk hält einer Quellekritik stand und ist daher wissenschaftlich zitierfähig (u. a. mit Primärquellenverzeichnis)

Das sind sicher nur einige Kriterien, die mir spontan eingefallen sind. Natürlich ist diese Definition gewissermaßen flexibel und auslegbar. Viele der Werke von Ludger K fallen IMHO nicht in den Bereich "Fachbuch", da sie - wohl oft bewusst, dessen bin ich mir im klaren - nur einen Teilaspekt eines Themas behandeln, meiner persönlichen Einschätzung nach vor allem die ansprechende Präsentation von historischen Bildzeugnissen mit ein wenig Begleit- und Hintergrundtext. Viel eher handelt es sich bei den EK-Baureihenbüchern oder den leider bereits eingestellten Streckenmonographien ("Regionale Verkehrsgeschichte") um echte "Fachbücher", da das Thema gemäß der oben aufgeführten Kriterien abgehandelt wird, ohne sich dabei in reinem "Fachchinesisch" wie die erwähnten wissenschaftlichen Lehrbücher zu verlieren/erschöpfen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb stehen viele der "blauen Bände" des EK-Verlags auch in den Bibliotheken einer jeden verkehrswissenschaftlichen Fakultät an deutschen Hochschulen! Eben weil diese Bücher ihr Thema auf hohem Niveau, jedoch - für einen "intellektuell normal/durchschnittlich begabten" Rezipienten, so wie mich - klar verständlich und umfassend (in welchem Lehrbuch sind beispielsweise Fahrzeug-Einsatzberichte aus dem Betriebsdienst enthalten?) erklären. GENAU SO sieht für mich ein wirkliches "Fachbuch" aus! Auch wenn selbst der EK-Verlag bei den "blauen Bänden" in letzter Zeit leider ebenso schwächelt... Der Maßstab sind dabei für mich noch immer die Bücher des leider kürzlich verstorbenen Karl Gerhard Baur wie "Drehgestelle - Boogies" oder "Die Geschichte der Drehstromlokomotiven"!

Den Begriff des "Sachbuchs" verwende ich, analog zum Buchhandel, für ernsthaftere, aber doch reine Unterhaltungsliteratur zu einem bestimmten Thema. Kurz um also Alles, was schon nicht mehr "klassische Belletristik" ist (z.B. Romane, Krimis, Sience Fiction), aber eben noch kein wirkliches "Fachbuch" im oben beschriebenen Sinne. So gesehen haben Sie recht, dass Werke wie die "1001-Dinge-über-..."-Bücher aus dem GeraNova-Programm eben Sachbücher, aber beim besten Willen keine Fachbücher sind - und damit eben, wie bereits von mir Eingangs erwähnt, keiner ernsthaften Rezension in einem Eisenbahn-FACHforum wert.....

Grüße, Trittbrettfahrer



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.11.20 00:38.

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: Andreas Knipping

Datum: 07.11.20 10:59

Wenn ich ältere Eisenbahnliteratur nebeneinander lege – aus dem Fundus meiner etwa 75 Regelmeter kein Problem – dann stelle ich unschwer fest, dass die Bücher und Zeitschriften von etwa 1990 - 2020 weit sorgfältiger recherchiert und geschrieben, umfassender bebildert und technisch besser hergestellt sind als die Vorläufergeneration von beispielsweise 1960 - 1990.

Man lege einmal Baureihenporträts von 1970-75 neben solche von 1995-2005 (sogar vom selben Autor!). Ich spotte nicht über die Autoren und Verlage von damals. Es war eine andere Zeit. Es genügte weithin, die verehrten alten Herren mit Erinnerungen bis weit in die Länderbahnzeit einfach erzählen zu lassen. Für das fulminante Porträt einer Klein- oder Privatbahn genügte ein gelungener Fotoausflug dorthin und ein Besuch in der Verwaltung mit Abschrift der Eröffnungsdaten und der Fabriknummern. Das Anspruchsniveau war ja auch noch rührend gering. Das es neben der 01 auch eine 02 und neben der E 44 auch eine E 244 gegeben hatte, besaß Neuigkeitswert. Mit dem Besitz eines Merkbuches, einer Anzahl von Stationierungslisten und hundert alter Fotos war man schon ein erlesener Spezialist.
Recherche in Archiven, systematische Auswertung von Sekundärliteratur oder kritische Würdigung dessen, war mir der Lokführer bei einer Führerstandsmitfahrt mal erzählt hat, waren noch unbekannt. Um die Einführung solcher Standards hat sich wohl am meisten Alfred Gottwaldt verdient gemacht.

Nach alledem weiß ich nicht, womit die wiederkehrend große Klage auf diesen Seiten gerechtfertigt ist.

Ach ja: Ein wirtschaftlich abgestürzter Verlag wird von der Konkurrenz übernommen statt in Ehren unterzugehen. Wirklich schlimm!

Und außer schriftstellerischen Produkten erscheinen auch journalistische Produkte! Ja, da wird doch echt was produziert, was sich als zufälliges Geburtstag- oder Weihnachtsgeschenk für weniger kundige Leser eignet. Schlimm!

Re: Nicht der ernsthaften Rezension wert!

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 07.11.20 11:47

Andreas Knipping schrieb:
Nach alledem weiß ich nicht, womit die wiederkehrend große Klage auf diesen Seiten gerechtfertigt ist.

Sie ist damit gerechtfertigt, dass hier schon wieder ernstzunehmende Literatur trotz klarer und begründeter Einwände mit Tertiärliteratur in einen Topf geschmissen wird. Mit welcher Rechtfertigung eigentlich?

Den wertenden Aussagen zu alter und neuer Literatur kann ich mich so pauschal nicht anschließen. Es gibt seit etwa 1990 wesentlich mehr und auch wesentlich mehr gute Literatur. Es gibt seit Mitte der 90er Jahre aber auch wesentlich mehr Schruzzeug, was das Verdienst exakt zweier Verlage ist, die inzwischen auch zusammengefunden haben (OK, es gibt noch einen dritten, der gerade bei Tertiärliteratur gern mitmischt).

Es stimmt schon, durch die Veröffentlichung von mehr schlampig gemachten Büchern, Sonderheften und Tertiärliteratur erscheint nicht unbedingt weniger ernsthafte Literatur, auch wenn durchaus Themen gekapert und Kaufkraft abgegriffen wird.

Aber ohne ernsthafte Literatur geht es nicht. Ohne die hat ja Wikipedia keine Basis und ohne Wikipedia hat die Tertiärliteratur nix zum Abschreiben.

Andreas Knipping schrieb:
Und außer schriftstellerischen Produkten erscheinen auch journalistische Produkte! Ja, da wird doch echt was produziert, was sich als zufälliges Geburtstag- oder Weihnachtsgeschenk für weniger kundige Leser eignet. Schlimm!

Man sollte billig gemachte Tertiärliteratur auch als solche bezeichnen dürfen, ohne mit einem blöden Wortschwall von vermeintlichem Kulturpessimismus runtergemacht zu werden.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.11.20 11:48.

zum Begriff Fachbuch

geschrieben von: ODEG

Datum: 07.11.20 12:31

Guten Tag,

meine Perspektive auf die Frage nach Fach- oder Sachbuch:

- Beide haben ihre Berechtigung, die Einteilung sollte keine Wertung beinhalten.
- Der überwältigende Großteil der üblichen Eisenbahn-Literatur gehört in meinen Augen zum Bereich Sachbuch, und zwar, weil in der Regel keine Einzelnachweise bzw.genauen Quellenangaben vorzufinden sind. Damit sind Aussagen (wenn überhaupt) nur mit großer Mühe nachzuprüfen. Da hilft auch kein "Quellenverzeichnis" am Ende des Buches weiter, in dem dann steht "diverse Ausgaben der Zeitschrift xyz", oder dort dann wiederum Sachbücher angeführt werden.

- wichtig ist: Es gilt zu unterscheiden, in welche Sparte ein Eisenbahn-Fachbuch eingeordnet wird:

1. technische Fachbücher: Also Titel wie: Freystein et.al., Handbuch Entwerfen von Bahnanlagen.
2. juristische Fachbücher: z.B. ein AEG-Kommentar
3. historische Fachbücher: z.B. Meinold, Die Lokomotivführer der preußischen Staatsbahn 1880 - 1914.


Inhaltlich bewegen sich hochwertigere Publikationen des Hobby-Bereichs in der Regel in die Richtung von 3. Doch der Unterschied bleibt deutlich: Quellenangaben werden kaum gemacht, zumindest nicht so, dass sie ohne Aufwand nachprüfbar sind (dazu gehört z.B. bei Akten die genaue, eindeutige Signatur und die verwahrende Einrichtung). Und damit sind diese Bücher nicht ohne weiteres zitierbar.

Zwei weitere Punkte zu dem Großteil der Eisenbahn-Literatur:

- oftmals eher journalistischer Schreibstil (Kommentare zu Weltlage, Ziehen von Parallelen zur heutigen Zeit, rhetorische Figuren, politische Wertungen usw.)
- Spürbare Vorlieben der Autoren: Besonders gut sichtbar an vielen Streckenportraits: Die Frühzeit nimmt oft fast die Hälfte der Seiten ein, dann ein paar Seiten zu der Zwischenzeit, das Ende wird dann wieder breit dargestellt, gerne mit sentimentalen Sentenzen und Zeugnissen untermalt. Die Bildauswahl ist oft ähnlich verteilt. Die Fahrzeuge werden in der Regel spürbar umfangreicher behandelt als Infrastruktur und Betriebsführung, Güterverkehr, Anschlüsse usw. werden oft z.B. nur gestreift oder angedeutet.


Zur Klarstellung: Wenn ich wissenschaftlich arbeite, fasse ich keine Hobby-Literatur an, auch keine "hochwertige". Wenn ich mich aber entspannen will, lese ich gerne Sachbücher/Hobbybücher, und dann freue ich mich auch über journalistischen Stil (Andreas, das gilt Dir :-)). Zahlenwüsten und Aneinanderreihung von sturen Fakten ohne Belege (wie leider von einem anderen bekannten Baureihenbuch-Autor des blauen Verlags perfektioniert) bringen mir da keinen Mehrwert.


Grüße

ODEG

Objektivität und Fairness erbeten !!

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 07.11.20 16:09

Guten Tag,

aus den Zuschriften und Stellungnahmen entnehme ich,
dass bei weitem nicht alle das Büchlein in Händen hatten !! ....
... sich aber dennoch erdreisten eine rege Diskussion zu entfachen!

Sicherlich gibt es für ein solches Thema (davon hat GeraMond ja diverse rausgebracht)
eine "gewisse Leserschaft". Unter Insidern habe ich diese Büchlein bislang so gut wie nicht verkauft ....

Ich habe die einzelnen Themen angeschaut, streckenweise auch den Text dazu gelesen.

Es sind einige interessante Fakten dargestellt.
Man merkt aber, dass der Autor scheinbar die U-Bahnen (der Welt) abgeschrieben und
NICHT selbst ERfahren hat, sonst wären ihm die eine oder andere Besonderheit aufgefallen.

Das gilt auch für die S-Bahn, wo Regional-Triebzüge als S-Bahnreihe beschreiben werden,
der Höhepunkt, vorletztes Thema, der Hamburger Partyzug "Hanseat" als S-Bahn bezeichnet,
abgebildet auf der Hochbahnstrecke am Hafen.

Dafür fehlt die "breiteste S-Bahn", der S-Tog von Kopenhagen mit seinen recht ausgefallenen
Einachsgestellen und einer Breite von 3,60 Metern(!!) mit einer 3 + 2-Bestuhlung.
Die vollautomatische U-Bahn in Kopenhagen ist 2,65 m breit.

Solche Dinge erfährt man aber NICHT bei Wikipedia oder anderswo,
das muss man erlebt haben!!

Gruß
R H
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.20 15:52.

Ablehnung von Tertiärliteratur, immer gut?

geschrieben von: EP 5

Datum: 09.11.20 16:40

kaufhalle schrieb:

Es ist legitim, solche Tertiärliteratur durchweg abzulehnen.



Hallo,

aber ist eine solche "Vermeidungshaltung" nicht auch etwas einseitig oder gar einfältig? Ich denke, dass es wichtig ist, sich auch für die angeblich trivialen Dinge des Lebens beziehungsweise des Schienenverkehrs zu öffnen und auch daraus in positiver Hinsicht neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Ich selbst habe mir vor Kurzem die Publikation "101 Dinge die man über die Deutsche Reichsbahn wissen muss" gegönnt und finde die vorgestellten Themenpunkte zum Teil anregend. Für die sogenannten Allwissenden, die aber auch nicht in der Vergangenheit in der Lage waren, Kahlschläge und Verfall von meines Erachtens ranghohen eisenbahnhistorischen Betriebsanlagen oder das Verschrotten von bedeutenden Triebfahrzeugen zu verhindern, sind solche Publiaktionen natürlich nur trivial oder unbedeutend.

In diesem Zusammenhang fällt mir auch die eine oder andere rein technisch orientierte Eisenbahn-Ausstellung von "höchstem Anspruch" ein, die beim allgemeinen Publikum wegen ihrer vermeintlichen Ideenlosigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch gähnende Langeweile verusacht.

Und es ändert sich nichts!




Schönen Gruß,

Marc

Alfred Döblin über Berlin: "Hier war von Anfang an alles verdorben."






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.20 17:42.

Re: Ablehnung von Tertiärliteratur

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 09.11.20 17:02

Guten Tag,

es gibt solche und solche Käufer.

Ich habe viele unter meinen Kunden, die diese "Standard-Bücher", vor allem
Sutton und früher auch GeraMond (Straßenbahn-Titel) nicht gekauft haben,
weil ihre Ansprüche und Vorstellungen anders und höherwertiger geartet sind.

Das muss man akzeptieren.
Bei denen begann ein Buch erst so ab 30 €, vorausgesetzt es spricht an,
die meisten hören aber bei gut 40 € auf.
50 € und mehr gibt nur eine ganz kleine Kundenstruktur aus,
auch für exzellent gemachte Bücher nicht immer ...

Gruß
R H
Rolf Hafke schrieb:

Bei denen begann ein Buch erst so ab 30 €, vorausgesetzt es spricht an,
die meisten hören aber bei gut 40 € auf.
50 € und mehr gibt nur eine ganz kleine Kundenstruktur aus,
auch für exzellent gemachte Bücher nicht immer ...




Hallo,

danke für Deinen Erfahrungsbericht, hinsichtlich bestimmter Käuferschichten.

Wenn ich bei der Auswahl von recht spezieller Eisenbahnliteratur nur nach Preis und Umfang ginge, würde mir doch die eine oder andere mir wertvoll erscheinende Publikation fehlen.

Wie da wären (Beispiele): Die beiden Broschüren „Der elektrische Aussichtstriebwagen der Deutschen Bundesbahn“ (Karlsruhe 1980) und „1935-1995 - 60 Jahre Reisen und Schauen mit dem Gläsernen Zug“ (Selm 1995) von Horst Troche, das Heft „Mahnort Güterbahnhof Moabit – Die Deportation von Juden aus Berlin“ (Berlin 2015) von Alfred B. Gottwaldt, „Durch Tunnel & über Viadukte – Industriekultur entlang der Nordbahntrasse, dem Panoramaweg auf der ehemaligen Rheinischen Strecke in Wuppertal (Wuppertal 2017) von Reiner Rhefus, die vielen kleinen Publikationen zur Rheinisch-Bergischen Eisenbahngeschichte von Kurt Kaiß.

Ich könnte noch weitere nennen.


Schöne Grüße,

Marc

Ggf. Fernleihe

geschrieben von: 245 002

Datum: 09.11.20 18:37

Hallo,
nicht jeder kann/will sich Bücher über 40 € leisten. Oder es handelt sich z.B. um Bücher über Bahnen in Norddeutschland zu denen man wenig/keine Beziehung hat, wenn man wie ich in Bayern lebt.
Daher mein Tipp: Ca. 1-2 Jahre nach Erscheinen mittels Fernleihe der örtlichen Buchhandlung ausleihen. In der Regel ist dies mit zweimaliger Verlängerung für insgesamt 3 Monate möglich.
Gruß
245 002



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.20 18:38.

Re: Ablehnung von Tertiärliteratur

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 09.11.20 18:46

EP 5 schrieb:
aber ist eine solche "Vermeidungshaltung" nicht auch etwas einseitig oder gar einfältig? Ich denke, dass es wichtig ist, sich auch für die angeblich trivialen Dinge des Lebens beziehungsweise des Schienenverkehrs zu öffnen und auch daraus in positiver Hinsicht neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Es geht hier um ein Hobby. Da darf noch jeder mit sich selbst ausmachen, wofür er sich interessiert, in welcher Tiefe er sich für die Themen interessiert, ob er redundant breitgetretene Informationen mag oder nicht. Niemand muss sich für seichte Literatur öffnen.

Diese Bücher finden schon ihre Käufer, allein schon deshalb, weil sie viel breiter gestreut werden und auch in normale Buchhandlungen gelangen. Es mag auch sein, dass Jugendliche damit einen ersten Zugang zum Hobby finden (früher nahm man dafür die Taschenbücher von Obermayer und Pabst - aber die hatten Substanz, und die Themen konnten nicht vom Autor nach Dünnbrettprinzip ausgewählt werden).

Aber deswegen darf ich trotzdem noch sagen, was ich von solchen Büchern halte.

EP 5 schrieb:
Ich selbst habe mir vor Kurzem die Publikation "101 Dinge die man über die Deutsche Reichsbahn wissen muss" gegönnt und finde die vorgestellten Themenpunkte zum Teil anregend. Für die sogenannten Allwissenden, die aber auch nicht in der Vergangenheit in der Lage waren, Kahlschläge und Verfall von meines Erachtens ranghohen eisenbahnhistorischen Betriebsanlagen oder das Verschrotten von bedeutenden Triebfahrzeugen zu verhindern, sind solche Publiaktionen natürlich nur trivial oder unbedeutend.

Schön für Dich. Aber was soll der unverschämte Vorwurf an die "Allwissenden"?

EP 5 schrieb:
In diesem Zusammenhang fällt mir auch die eine oder andere rein technisch orientierte Eisenbahn-Ausstellung von "höchstem Anspruch" ein, die beim allgemeinen Publikum wegen ihrer vermeintlichen Ideenlosigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch gähnende Langeweile verusacht.

Diese Bücher sind auch nicht fürs "allgemeine Publikum".

Rolf Hafke schrieb:
Das muss man akzeptieren.
Bei denen begann ein Buch erst so ab 30 €, vorausgesetzt es spricht an,
die meisten hören aber bei gut 40 € auf.
50 € und mehr gibt nur eine ganz kleine Kundenstruktur aus,
auch für exzellent gemachte Bücher nicht immer ...

Es würde mich sehr wundern, wenn die Leute Bücher allein wegen zu niedrigen Preises ablehnen würden. Natürlich gibt es eine Korrelation, aber nur grob.

Im übrigen finde ich 16,99 Euro für ein Taschenbuch mit 192 Seiten in Massenauflage eher schon ziemlich unverschämt.

Re: Ggf. Fernleihe

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 09.11.20 18:52

245 002 schrieb:
nicht jeder kann/will sich Bücher über 40 € leisten. Oder es handelt sich z.B. um Bücher über Bahnen in Norddeutschland zu denen man wenig/keine Beziehung hat, wenn man wie ich in Bayern lebt.
Daher mein Tipp: Ca. 1-2 Jahre nach Erscheinen mittels Fernleihe der örtlichen Buchhandlung ausleihen. In der Regel ist dies mit zweimaliger Verlängerung für insgesamt 3 Monate möglich.

Und was soll Billigliteratur da leisten? Verkneif Dir die Anschaffung von zwei Werken der Tertiärliteratur, und Du kannst Dir das Buch kaufen. Es gibt noch andere Möglichkeiten, das Geld für wesentlichere Dinge zu sparen: EK-Abo kündigen, ME-Abo kündigen, vor dem Kauf von Sonderheften mal kurz drüber nachdenken, ob man da nach dem ersten Durchblättern überhaupt noch mal reinsehen wird - und schon hat man Geld für Literatur.

Wieso immer nur schwarz/weiss?

geschrieben von: Peter

Datum: 09.11.20 22:32

Hallo!

Warum wird hier so viel im schwarz/weiss Stil argumentiert?

Jede Art von Buch hat ihre Berechtigung - auch die heutigen Leser echter Fachbuecher haben mal angefangen.
Und die heutigen Leser von "Schnelldrehern" werden irgendwann vielleicht mal bei Sach- und endlich auch Fachbuechern landen.

Zu Gera-Mond-Titeln habe ich ein gespaltenes Verhaeltnis - es gibt gute und weniger Gute, ich wuerde den Verlag nicht per se abwerten.
Das gilt aber auch fuer andere Verlage, wo nicht immer alles Gold ist.

Vor einiger Zeit bekam ich eines dieser "101 Dinge"-Buecher geschenkt - das ueber Unimogs.
Und obwohl ich schon einiges an Literatur zum Thema habe, waren da dennoch ein paar neue Aspekte enthalten, die mir nicht bekannt waren, das Lesen hat sich folglich also gelohnt.

Man kann also auch diese Reihe nicht pauschal abtun - es wird auf den einzelnen Titel (und die Kundigkeit des Verfassers) ankommen.

Nur pauschale Hochnaesigkeit a la "Es gibt nur zwei Meinungen - meine und die falsche" ist der sachlichen Diskussion nicht dienlich.

Es gruesst

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.