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 11 - Bahn und Medien 

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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Tag, liebe Nahverkehrsfreunde,

ich habe die passenden Rezensionen ebenso auch bei den entsprechenden Titeln
einkopiert.

Hier die Besprechungen der Oktober-Neuheiten.

Wie immer: nicht an jeder Ecke erhältlich,, gilt vor allem für die ausländischen Titel,
die beiden B-Export-Bücher gibt es nur auf Vorbestellung (dauert bis Mitte Dezember, da drzeit alle ausgleiefert wurden).

Gruß aus Köln
Rofl Hafke
TS: TramShop, der einzige Nahverkehrsbuch-Versandhandel mit regelmäßigen Rezensionen !
hafke.koeln@t-online.de


*** Nahverkehr Deutschland ***
„U-Bahn, S-Bahn & Tram in Hamburg“, von Robert Schwandl, Berlin 2020, 144 Seiten im Format 17,0 x 24,0 cm, broschiert, Herausgeber: Robert Schwandl Verlag; Preis: 19,50 €

Der neueste Atlas von Schwandl behandelt den Städtischen Nahverkehr in der Hansestadt. Dieser wird aktuell hauptsächlich durch die Hamburger Hochbahn und die Deutsche Bahn mit U- und S-Bahnen bestritten. Diese beiden Verkehrsmittel, die sowohl unter- wie oberirdisch unterwegs sind, werden im aktuellen Teil in der gewohnten Weise sehr ausführlich beschrieben. In beiden Kapiteln werden zunächst die Fahrzeuge dargestellt, wobei der Blick auch in die Historie geht und dann die einzelnen Strecken/Linien mit ihren Stationsbauwerken und der Infrastruktur der Strecken. Übersichtliche Tabellen mit allen Eröffnungsdaten fehlen nicht. Der Text ist wie üblich zweisprachig deutsch und englisch.

Die S-Bahn, ursprünglich mit Wechselstrom und Oberleitung betrieben, wurde bis Mitte der 1950er Jahre auf Gleichstrom mit seitlicher Stromschiene umgebaut. Mittlerweile gibt es aber auch Zweisystemtriebwagen, die unter der Fahrleitung über die eigentlichen Grenzen des Netzes hinausfahren und sich somit beider Stromarten bedienen. Erwähnt ist aber auch der dieselbetriebene Vorortverkehr der AKN mit seinem S-Bahnartigen Betrieb. Drei Karten am Schluss der Broschüre zeigen das heutige Zusammenspiel der Verkehrsmittel im Gesamten sowie detailliert im Stadtgebiet und zusätzlich noch einmal herausgehoben für die Innenstadt. Hunderte z.T. recht kleine und überwiegend farbige Abbildungen in sehr guter Qualität ergänzen den Text vortrefflich.

Aber auch der schon 1978 aufgrund einer fragwürdigen Verkehrspolitik stillgelegten Straßenbahn ist ein 18seitiges Kapitel gewidmet, welches in Text und Bild den Fahrzeugpark und das Streckennetz beschreibt. Auch was heute noch in Sachen Straßenbahn in Museen und Sammlungen vorhanden ist, wird nicht vergessen. Zahlreiche schöne Farbaufnahmen aus der Nachkriegszeit ergänzen den Text.

Zwei Stadtplanausschnitte aus der Innenstadt von 1910 und 1959 zeigen, wie engmaschig das Netz einst war. Zwei besondere „Bonbons“ sind aber die beiden ganzseitigen Karten zur Straßenbahn in moderner Darstellung, einmal auf geographischer Basis (50er Jahre) und einmal in Form eines schematischen Netzplanes (von 1955). Sie zeigen sehr gut, wie wenig die Straßenbahn die U-Bahn konkurrenziert hat, oder anders herum, wie gut sie bis heute hätte dazu beitragen können, eine zusätzliche Feinerschließung und Zubringerfunktion zu übernehmen.

Entstanden ist mit diesem Atlas wieder ein hochinformatives Kompendium in sehr guter Qualität und moderatem Preis, welches einen lang vermissten, aktuellen Gesamtüberblick über den Schienenverkehr von „HH“ gibt. Als Reisebegleiter und Nachschlagewerk ist er gleich gut zu verwenden und daher ebenfalls äußerst empfehlenswert! (reu)



*** Straßenbahnen und Privatbahnen Deutschland ***
„Von Ostfriesland bis nach Hannover – Erinnerungen an die Straßen- und Privatbahnen“
von Ludger Kenning, 240 Seiten im Format 22 x 29 cm, gebunden,
Herausgeber: Verlag Kenning, Nordhorn 2020, Preis: 49,95 €

Der Eisenbahn-Buchmarkt ist derzeit immer wieder für Überraschungen gut. Die Buchreihe über deutsche Straßen- und Privatbahnen mit Ludger Kenning als Autor mit dem ersten Band „Von Nordfriesland bis in die Lüneburger Heide“ war noch unter dem Label der Verlagsgruppe Bahn (VGB) gestartet, obwohl die komplette Erstellung und Produktion bei Kenning lag. Nunmehr ist der zweite Band erschienen, jetzt wieder ein reines Kenning-Produkt in der gewohnten blauen Verlagsfarbe des Einbandes. Wenn man sieht, zu welchen Lieferverzögerungen es seit Übernahme von VGB durch GeraMond bei den von der Verlagsgruppe angekündigten Veröffentlichungen kommt, war dies sicher eine gute Entscheidung. Beim Vergleich der Titelseiten beider Bücher zeigen sich aber außer der farblichen Gestaltung noch weitere Veränderungen: So fehlt eine Bandnummer und der Name Reinhard Todt ist dem Wort „Erinnerungen“ gewichen, was die Verwendung von zahlreichen Aufnahmen anderer Fotografen nun besser berücksichtigt. Auch die Anregung, zur besseren Orientierung doch Übersichtskarten der behandelten Region einzufügen, hat Berücksichtigung gefunden. Auf den Innenseiten des Einbandes findet sich vorne die zum aktuellen Band passende Karte, am Ende des Buches die zum ersten Band passende Übersicht. Die als Basis verwendete Karte der maßstäblichen und sehr detaillierten DB-Direktionskarten erfüllt ihren Zweck hervorragend, zumal die Privatbahnen rot markiert sind, und lädt zusätzlich zum Detailstudium des in den 50er Jahren noch sehr dichten Streckennetzes ein.

Inhaltlich wird die im ersten Band begonnene Reise zu und auf den Straßen-, Klein- und Privatbahnen Norddeutschlands fortgesetzt. Das beginnt dem Buchtitel entsprechend in Friesland und Ostfriesland mit den Bahnen auf dem Festland und einem größeren Abschnitt über die ostfriesischen Inselbahnen (einschließlich der Tidebahn der DB nach Harlesiel) und setzt sich gegen den Uhrzeiger von Westen nach Südosten fort, um in Hannover bei der dortigen Straßenbahn mit ihrem einst umfangreichen Überlandnetz zu enden. Dabei sind die einzelnen Bahnen oft sehr gegensätzlich und damit abwechslungsreich.

Die Kapitel sind in zwei Hälften aufgeteilt: Teil 1 führt von Butjadingen bis in die Grafschaft Bentheim, Teil 2 vom Emsland bis in die Landeshauptstadt Hannover. Neben den privaten Eisenbahnen in verschiedenen Spurweiten werden auch der Obus in Wilhelmshaven sowie die Straßenbahnen in Emden, Osnabrück und Hannover besucht. Auch „Exoten“ wie die Kleinbahn der Heseper Torfwerke, bei der die Güterwagenkästen und auch die z.T. für den Wagenverschub eingesetzten Pferde(!) mit einer Seilbahn über die Ems transportiert wurden, haben Eingang in das Buch gefunden.

Die zahlreichen mit Blick fürs Motiv ausgewählten Aufnahmen in Schwarz/Weiß und zum Teil auch in Farbe stammen von Reinhard Todt und zahlreichen anderen Fotografen und decken eine Spanne von den frühen 50er bis Mitte der 70er Jahre ab. Manche Bahnen haben die Fotografen magisch angezogen, andere wurden nur selten besucht, und dennoch ist es gelungen, hier entsprechende Aufnahmen von Fotografen aus dem In- und Ausland aufzuspüren. Auf vielen Fotos gibt es neben der Bahn zahlreiche andere Dinge zu entdecken, welche an die „gute alte Zeit“ erinnern.

Ergänzt werden sie mit sehr detaillierten und informativen Beschreibungen. Auch der Einführungstext zu jeder Bahn gibt zahlreiche Informationen über den Betrieb. Wer sich schon einmal mit den Nachforschungen für die Erstellung von Bildbeschreibungen befaßt hat, der vermag abzuschätzen, wieviel Zeit der Autor in die Erstellung auch dieses Buches gesteckt hat. Daß viel Herzblut mit darin steckt, das „kommt ebenfalls rüber“.

Das Buch führt zurück in eine auf den ersten Blick scheinbar heile Welt des Bahnwesens, die aber bei näherem Hinsehen so rosig gar nicht war. Besonders bei den kleinen Bahnen war es bei zurückgehenden Fahrgastzahlen und sinkenden Frachttonnagen häufig ein Kampf ums Überleben, der fast immer in die Stilllegung führte. Auch dies wird in den Texten des Buches thematisiert, und der Betrachter kann nachvollziehen, daß vieles, was so nett und romantisch aussieht, alles andere als wirtschaftlich gewesen sein kann.

Nur sehr wenige der in diesem Band beschriebenen über 30 Gesellschaften haben bis in die heutige Zeit überlebt, dies z.T. auch nur als Museumsbahn. So wird in dem Buch auch den Anfängen des Museumsbahnbetriebes zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf Raum gegeben, der in vielen Dingen Pionierarbeit leistete, aber auch Vorbildfunktion hat.

Etwas über die Qualität von Kenning-Büchern zu schreiben, gleicht dem „Transport von Eulen in die griechische Hauptstadt“. Es ist einfach alles vorhanden, was einen guten Bahn-Bild- und Leseband ausmacht, und dies auf einem sehr hohen technischen Niveau! Für Freunde guter Bildbände über Klein- und Privatbahnen auf jeden Fall wieder ein „Pflichtband“.
(reu)



*** Strassenbahnen Belgien ***
„Lignes vicinales, Bruxelles – Humbeek, Grimbergen, Strombeek, Meise, Londerzeel, Wemmel, Aalst, ohne Autorenangabe, Brüssel (B) 2020, 94 Seiten im Format 21,0 x 29,0 cm, broschiert, Herausgeber: kozoedition, Preis: 29,00 €

In der Reihe „Rail Memories“ ist eine weitere Broschüre über Strecken im Netz der meterspurigen elektrischen Überlandbahnen der nationalen Kleinbahngesellschaft SNCV erschienen, welche die von Brüssel in nordwestliche Richtung führenden Strecken nach Londerzeel, Humbeek, Wemmel und Aalst zum Inhalt hat. Teile davon, nämlich die Verbindungen bis Grimbergen der einstigen Strecke nach Londerzeel und Wemmel bildeten das Restnetz des Meterspurbetriebes der SNCV im Raum Brüssel bis zum Juli 1978. Ihr Ausgangspunkt lag in der Nähe des Nordbahnhofs in Brüssel und begann dort in einer Häuserblockschleife. Zwei Besonderheiten prägten diese Streckengruppe, nämlich die erst 1951 in Betrieb genommene Zweigstrecke von Strombeek nach Het Voor mit einer Wendeschleife am Ende und die zur Expo 1958 großzügig und zum Teil kreuzungsfrei ausgebauten Strecken im Bereich des Geländes der Weltausstellung, die teilweise auch unterirdisch verliefen. Sie blieben bis zu dem durch den Sprachenstreit zwischen der frankophonen Metropole und dem flämischsprachigen Umland 1978 ausgelösten Umstellung auf Busbetrieb in Betrieb.

Es sind auch hier in erster Linie erklärte Bilder aus verschiedenen Epochen der Strecken, die den Inhalt ausmachen. Kartenausschnitte mit den Streckenführungen erlauben auch für Ortsunkundige eine gute Orientierung. Die wichtigsten Daten werden in dem ausschließlich französischen Text ebenfalls genannt. Freunde der alten belgischen Überlandbahn-herrlichkeit werden hier wieder mit zahlreichen, zumeist unveröffentlichten Bildern bedient und daher gerne zugreifen. (reu)



*** Strassenbahnen aus Belgien“
„Les Tramways Belges en Egypte 1894 – 1960“ von Roland Dussart-Desart, Brüssel 2020, 172 Seiten im Format 21,5 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: Tramania asbl, Preis: 47,00 €


Heute kaum mehr wahrnehmbar war das kleine Land Belgien einst hochindustrialisiert, wobei besonders die durch Kohle und Erzvorkommen begünstigte Stahlerzeugung sehr stark war und diesen Werkstoff verarbeitenden Industrien nach sich zog. In der Herstellung von Lokomotiven, aber auch anderen Schienenfahrzeugen war Belgien seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Lieferant. Allein am Bau von Straßenbahnwagen waren etwa 30 Firmen beteiligt. Durch seine Kolonien war das Land weltweit gut vernetzt und konnte die dort hergestellten Produkte in mehrere Erdteile exportieren. So fanden zwischen 1894 und 1960 auch zahlreiche in Belgien hergestellte Straßenbahnwagen den Weg nach Ägypten, wo sie bei den dortigen Betrieben von Alexandria, Heliopolis und Kairo noch bis in die 1980er Jahre hinein zum Einsatz kamen. Ein weiterer großer Absatzmarkt war das russische Zarenreich, zu dem es auch eine entsprechende Veröffentlichung (aus 2019 ***] ) gibt.

Das nun vorliegende Buch beschreibt Bau, Export und Einsatz der entsprechenden Fahrzeuge und lüftet dabei endlich so manches Geheimnis, welches mangels Unterlagen oder möglicher Verständigung bestand. Es behandelt aber auch die Entstehung der ägyptischen Straßenbahnbetriebe, denn nicht nur die Fahrzeuge kamen zumeist aus Belgien aber z.T. auch aus Deutschland (MAN), auch mit Kapital, Knowhow und dem Bau der Systeme unterstütze Belgien den Aufbau. Das geht bis in Pferdebahnzeiten zurück, aber auch die dampfbetriebenen Schmalspurbahnen nach Vorbild der nationalen Kleinbahngesellschaft SNCV wurden an den Nil exportiert. Aber auch deren elektrische Weiterentwicklung mit schweren Vierachsern wurde dort heimisch.

Vor allem der Belgische Industrielle Baron Edouard Empain, an den in Heliopolis ein prächtiger Palast erinnert, fungierte als Finanzier der mit belgischem Kapital gegründeten Aktiengesellschaften, die als sehr solide galten und an denen sich die gesamte internationale Finanzwelt gerne beteiligte. Seine in Frankreich aktive „Chemins de Fer Economique du Nord“ (CEN) gehörte auch am Nil zu den einflussreichen Gesellschaften und Betreibern von Nebenbahnen. Das ungehinderte Engagement Belgiens erstaunt, da Ägypten von 1882 bis 1922 unter britischer Herrschaft stand und man eher den Einfluss der britischen Krone auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes vermutet hätte. Überall wo Geld fließt, sind Affären und Skandale aber nicht weit, sie sind also keine Erfindung der Neuzeit und sie werden auch in diesem Buch beschrieben.

Zum Verstehen dieses äußerst vielfältigen Themas sind Kenntnisse der französischen Sprache von großem Vorteil. Es ist erstaunlich, was der Autor zu diesem Thema in belgischen, englischen aber auch ägyptischen Quellen alles zutage gefördert hat. Illustriert ist das Buch reichhaltig mit zahlreichen Abbildungen in Form von Fotos, Ansichtskarten und zeitgenössischen Faksimiles, aber auch Stadtplänen und Streckenkarten. Das Buch ist so nicht nur eine Dokumentation über den Fahrzeugeinsatz, sondern auch über die Entstehung und Entwicklung der Straßenbahnen in Ägypten überhaupt. Ein außergewöhnliches Buch zu einem wahrlich exotischen Thema, welches einen wichtigen Mosaikstein zur Vervollständigung der Themenvielfalt im Bereich des schienengebundenen Nahverkehrs liefert. (reu)


**] Bereits in 2019 erschienen:

„Les Tramways Belges en Russie“ von Roland Dussart-Desart, Brüssel 2019, 84 Seiten im Format 21,5 x 30,0 cm (mehr als 120 Farb-Abbildungen), gebunden, Herausgeber: Tramania asbl, Preis: 27,00 €


Nur auf Vorbestellung – Aufträge werden gesammelt !!

Inhalt: (ab Seite – Thema)
4 1880 – 1914: l’essor des tramways belges en Russie
18 Vos billets, svp
20 La révolution de 1905
35 Simféropol, ultime jalon de la Belle Epoque
44 Tableau et carte des entreprises belges de tramway en Russie 1880 – 1917
48 1914 – 1920: la fin des tramways belges en Russie
67 Aprés la révolution
78 Les vestiges d’une épopée
80 La restauration d’un dernier témoin: la motrice TV 57
82 Bibliographie


*** Trolleybusse weltweit ***
„Trolejbusy v Ceske a Slovenske Republice a ve Svete“ von Martin Harak, Prag (CZ) 2020, 216 Seiten im Format 20,5 x 25,0 cm, gebunden, Herausgeber: Vydala Grada Publishing, Preis: 23,00 €


Die Übersetzung dieses in tschechischer Sprache geschriebenen Buches lautet: „Trolleybusse in der Tschechischen und Slowakischen Republik und in der Welt – von 1882 bis heute, einschließlich moderner Elektrobusse“. Autor ist der bekannte tschechische Obusfachmann Martin Hárak, der hier eine umfassende Zusammenstellung dieses Verkehrsmittels mit seinen Vorgängern und Weiterentwicklungen vorlegt. Da sie ursprünglich eine Einheit bildeten, die sich technisch und fahrzeugmäßig bis heute erhalten hat, werden die beiden einstigen Teilrepubliken und späteren selbstständigen Staaten in konsequenter Weise auch gemeinsam behandelt.

Es ist sehr schade, dass man den Kreis der Leser nicht dadurch versucht hat zu erhöhen, dass dem Buch einen Anhang in Englisch oder zusätzlich auch in Deutsch mit einer Zusammenfassung angefügt wurde. Gestaltung, Kapitelaufteilung und Inhaltstiefe wären es unbedingt wert gewesen! Für „sprachlich Unerschrockene“ außerhalb des Erscheinungslandes dürfte das zwar nur ein bedingtes Hindernis darstellen, zumal sich die zahlreichen guten Fotos, aber auch Grafiken und Karten auch weitgehend selbst erklären, aber auch wer Angst vor fremden Sprachen hat, der sollte diese bei Interesse am Thema einmal hintenanstellen und sich den Inhalt mit Hilfe von Übersetzungsprogrammen im Internet erschließen.

Tschechien und Slowakei sind noch heute klassische Obusländer, in denen bis vor drei Jahrzehnten auch noch neue Systeme entstanden und bislang nur sehr wenige eingestellt worden sind. Die Skoda-Werke als „der“ Obusfabrikant in Osteuropa seit langen Jahren hat das Verkehrsmittel konsequent weiterentwickelt und auch die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern wie der heimischen Sor oder Solaris aus Polen gesucht, so dass die Fahrzeuge auf der Höhe der Zeit sind, was z.B. den Bereich Niederflur angeht. Auch hat man den neu aufgekommenen Elektrobus nicht wie in anderen Ländern als Konkurrent und damit Gefahr für die eigene Entwicklung betrachtet, sondern versucht, die jeweiligen Vorteile sinnvoll mit einander zu verbinden. Damit kann z.B. das Problem der Aufladung der Batterien elegant und kostengünstig erreicht werden. In Budweis fahren beide Betriebarten in Koexistenz und der E-Bus nutzt die vorhandene Infrastruktur des Obus! Das Prinzip des Ladens unter einer konventionellen Obusfahrleitung ist nicht exotisch, sondern hat Zukunft!

Interessenten an der historischen und aktuellen Entwicklung eines immer wieder totgesagten Verkehrsmittels sollten sich trotz eventueller Sprachbarriere dieses gut gestaltete Buch mit übersichtlich angeordnetem Inhalt zum Kauf entschließen, denn auch der Preis ist moderat. Dem Rezensenten ist kein Werk in einer anderen Sprache in dieser Form bekannt (reu)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.11.20 18:27.