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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
und hier die Besprechung für den dicken Wälzer vom EK-Verlag,
Band 20 von Straßen- und Stadtbahnen, Sachsen-Anhalt:

Gruß
Rolf Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de


*** Nahverkehr Deutschland ***
„Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland – Band 20, Sachsen-Anhalt, von Michael Kochems, Freiburg 2020, 328 Seiten im Format 16,5 x 23,0 cm, gebunden, Herausgeber: EK-Verlag; Preis: 45,00 €

In der Buchreihe des EK-Verlages erschien nach einer längeren Pause nun der Band 20, der die Betriebe im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt zum Inhalt hat. Der Autor konnte sich wieder auf zahlreiche Helfer „vor Ort“ stützen, so dass auch mit diesem Buch wieder ein verlässliches und weitgehend fehlerfreies Kompendium garantiert ist.
In bewährter Manier werden die Straßenbahnbetriebe von Bernburg, Dessau, Halberstadt, Halle an der Saale, Magdeburg, Mansfeld, Naumburg, Schönebeck (Elbe), Staßfurt, Stendal, Wittenberg und Zerbst beschrieben und auch der Obusbetrieb in Magdeburg wird zumindest kurz erwähnt. Schönebeck, Stendal, Wittenberg und Zerbst kamen nicht über den Pferdebahnstatus hinaus, wobei Stendal und Zerbst mit Fahrten bis 1926 bzw. 1928 recht langlebig waren. Die elektrischen Betriebe in Bernburg und Mansfeld verschwanden bereits zu Beginn der 1920er Jahre von der Bildfläche, von den übrigen kleineren Betrieben war nur Staßfurt 1957/58 von der Stilllegung betroffen, Halberstadt, Dessau und Naumburg überlebten auch die Wende 1990, wobei Dessau das Netz kräftig erweiterte und Naumburg schon zu DDR-Zeiten das „Stehaufmännchen“ war, wo der Betrieb immer mal längere Zeit eingestellt war, aber heute ebenfalls in eine wohl gesicherte Zukunft blickt. Das kann man von Halberstadt leider nicht sagen.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der wie üblich in alphabetischer Reihenfolge behandelten Städte bilden die beiden großen Betriebe in Halle und Magdeburg, aber auch alle anderen Betriebe sind in der gleichen Ausführlichkeit beschrieben, sofern es die Quellenlage hergab.

Die wichtigsten Betriebsdaten sind zu Beginn und Ende eines jeden Kapitels in Tabellen erfasst. Ergänzt werden die Betriebsbeschreibungen durch 350 gute Schwarz/weiß-Fotos mit ausführlichen Legenden. Im Anhang gibt es zusätzlich einen Farbteil von 8 Seiten auf denen sich zusätzlich noch Aufnahmen von den heute noch bestehenden Betrieben finden. Ausführliche und übersichtliche Wagenparkstatistiken ergänzen die Texte.

Die große Kontinuität des Aufbaus der in den letzten Jahren erschienenen Bände wird auch mit dieser Neuerscheinung fortgesetzt, was bei Nachforschungen zu verschiedenen Betrieben das Auffinden von Informationen enorm erleichtert. Die gute Qualität in Layout und Druck ist ein weiteres Qualitätsmerkmal der Bücher, welche aber „verlagsüblich“ ist.
Auch dieser Band gehört eigentlich in die Bibliothek eines jeden Straßenbahnfreundes. Jetzt bleibt nur noch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern übrig. Es wäre wohl sinnvoll gewesen, die drei Betriebe in Rostock, Stralsund und Warnemünde gemeinsam mit den anhaltinischen Straßenbahnen in einem Band abzuhandeln. Dies wäre wegen der Obergrenze der Seitenzahl aber wohl nur mit Abstrichen an der in den letzten Jahren gefundenen Form und Ausführlichkeit möglich gewesen, so dass es jetzt noch einen weiteren Band geben wird, der dann aber im Umfang erheblich dünner werden dürfte.

Es würde danach aber sicherlich Sinn machen, die ersten im EK-Verlag erschienenen Bände, die noch aus den 1980er Jahren stammen, entweder einzeln noch einmal neu aufzulegen, oder nach Regionen auch zusammenfassende Ergänzungsbände mit dem seit dem Erscheinungsjahr eingetretenen Veränderungen herauszugeben. (reu)


Anmerkung zu Nachdrucken:
die Unterlagen zu den frühen Bänden, so erfuh ich bereits vor langer Zeit aus dem EK-Vertrieb,
wurden duch den verstorbenen Autor Dieter Höltge zusammengestellt und vorgelegt.
Nach Druckende ging alles wieder zurück, möglicherweise wurden Fremdaufnahmen auch
entsprechend zurück gegeben.
Von den noch nicht digital erfassten Unterlagen gibt es keinerlei Speichermedien beim Verlag,
es müsste alles neu erfasst und Fotos sowie Zeinungen dafür NEU zusammengestellt werden.
Das ist auch wegen der großen Anzahl von Fotoautoren gar nicht möglich ......

Schwerin?

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 05.09.20 19:48

Moin und besten Dank!


Rolf Hafke schrieb:
Es wäre wohl sinnvoll gewesen, die drei Betriebe in Rostock, Stralsund und Warnemünde gemeinsam mit den anhaltinischen Straßenbahnen in einem Band abzuhandeln.
Schwerin umfasst sicher auch ein paar Seiten. ;-)
Im übrigen haben Sachsen-Anhalt und Mecklenburg keine gemeinsame Grenze, so dass eine gemeinschaftliche Abhandlung (ob nun in einem Band oder in zweien) ein wenig seltsam gewesen wäre. Bei Westfalen und Schleswig-Holstein beginnt der Farbteil übrigens nach S. 208, also es gibt durchaus auch dünnere Bände.

Viele Grüße
Sören

Hallo,

ursprünglich waren vom leider inzwischen verstorbenen Dieter Höltge 15 Bände geplant mit dem Inhalt aller damaliger Bundesländer der BRD, mit Ausnahme von West-Berlin. Die ex-DDR war da usrsprünglich nie vorgesehen.

NRW dürfte bei der Ursprungssystemmatik den Rekord halten mit 4 Bänden, während der komprimierteste Band Rheinland-Pfalz/Saarland sein dürfte. Von einem Teil der Altausgaben gab es mal vom EK-Verlag Nachdrucke, aber nie Aktualisierungen.

Eine Aktualisierung dürfte auch sehr schwer werden, mindestens in NRW, Baden-Württemberg und Hessen läuft das eher auf ein Neuschreiben raus.
MAN NL 313 schrieb:
Von einem Teil der Altausgaben gab es mal vom EK-Verlag Nachdrucke, aber nie Aktualisierungen.

Das stimmt nicht. Mindestens Hessen und Niedersachsen/Bremen wurden aktualisiert, möglicherweise auch Westfalen. Allerdings waren die zeitlichen Abstände zu den Originalauflagen relativ gering, so dass die Aktualisierungen nicht sehr auffällig waren.

Abgesehen davon waren die Erstauflagen beim EK für Bayern, Baden, Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saarland bereits Nachauflagen, weil die Erstauflagen bei Zeunert erschienen waren.
Schade finde ich, dass Aufmachung/Layout nicht dem Zeitgeist entsprechen. So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 07.09.20 21:00

Mir kommt es mehr auf den Inhalt an...

Gruß

Helmut

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+1

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 08.09.20 01:21

Rischdisch!

Ich habe einige, wenige Werke mit "zeitgemäßer Gestaltung" in meiner Sammlung. Meist sind es Festschriften, die ich anlaßbedingt gekauft habe.

Die meisten "zeitgemäß gestalteten" Machwerke habe ich auf Grund der verrückten, platzverschwendenden, halbseitig weißen, Bilder überlappenden usw ... Gestaltung auf dem Verkaufstisch liegen gelassen.

Jedem das was er mag! Meine Sache ist sowas nicht.

Noch en Gude,
Manfred

Re: +1

geschrieben von: ludger K

Datum: 08.09.20 03:22

Sehr gut formuliert, Manni! Hochmoderne Bücher "bestechen" durch riesige Brachflächen und durch Fotos über den Falz. Es soll sogar Leitfaden-Büchlein für Layouter geben, die das ausdrücklich so vorgeben. Das nennen sie wohl "Zeitgeist".

Re: +1

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 08.09.20 11:18

ludger K schrieb:Zitat:
Sehr gut formuliert, Manni! Hochmoderne Bücher "bestechen" durch riesige Brachflächen und durch Fotos über den Falz. Es soll sogar Leitfaden-Büchlein für Layouter geben, die das ausdrücklich so vorgeben. Das nennen sie wohl "Zeitgeist".
Nicht nur die Optik ist entscheidend, sondern auch der Inhalt...

Wenn ich mir die Jubiläumsbände eines hiesigen Verkehrsbetrieb anschaue, dann ist die (fast) vierzig Jahre alte Ausgabe zwar sehr altbacken im Layout und durchgängig in Schwarz/Weiß, dafür aber inhaltlich am Informativsten. So wurden in der Zeit aus der Geschichte des Verkehrs nur noch eine Sammlung von Geschichten aus dem Verkehr.

Ich habe die Reihe der Straßen- und Stadtbahn in Deutschland, weil sie eine sehr gut strukturierte Übersicht über Systeme bieten. Und dort störte mich das Layout überhaupt nicht. Man muss halt auch wissen, was einem erwartet. Natürlich wären größere Bilder und mehr Farbbilder durchaus schön, aber das verändert die Qualität des Restes nicht.

Bedauerlicher ist natürlich, dass mit der vergangenen Zeit es deutliche Entwicklungen gab, aber die Problematik, dass ein solches einfaches "Updates" nicht machbar ist, haben wir ja schon hinreichend besprochen.


Insofern freue ich mich auf das Buch, das ich noch nicht habe.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
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Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: 4076

Datum: 08.09.20 12:54

Helmut Philipp schrieb:
Mir kommt es mehr auf den Inhalt an...

Gruß

Helmut
Das Eine schließt ja das Andere nicht aus.
Der Inhalt des Buches hätte sich eine bessere Aufmachung verdient.

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 08.09.20 14:24

>> Das Eine schließt ja das Andere nicht aus.
Der Inhalt des Buches hätte sich eine bessere Aufmachung verdient. <<

Es ist ein Sammel- und Standardwerk,
da ändert man nicht einfach zwischendrinnen das Layout.

R H

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: bahamas

Datum: 08.09.20 14:44

4076 schrieb:
Helmut Philipp schrieb:
Mir kommt es mehr auf den Inhalt an...
Das Eine schließt ja das Andere nicht aus.
Der Inhalt des Buches hätte sich eine bessere Aufmachung verdient.

Was heißt denn "besser" für dich? Wenn keine genaue Beschreibung dessen erfolgt, kann der Gestalter auch keine Verbesserungsmöglichkeiten finden.
Hallo,

das Buch ist aber Teil einer Buchreihe, und da erwarte ich Kontinuität und keine Layoutänderungen, die würden mich persönlich eher stören.

Grüße

Martin
QJ 7002 schrieb:
Zitat:
das Buch ist aber Teil einer Buchreihe, und da erwarte ich Kontinuität und keine Layoutänderungen, die würden mich persönlich eher stören.
So ganz richtig ist das nicht, leichte "Optimierungen" gab es schon, aber eben keinen radikalen Bruch und das ist durchaus gut so.

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Re: Schwerin?

geschrieben von: FTB

Datum: 08.09.20 20:58

Vielleicht wäre auch eine Möglichkeit die Fortschreibung des "Straßenbahn-Archivs"? Dann halt ergänzt um Teile zu den Betrieben im Westen und vielleicht auch in einem anderen Verlag.
Andere (auf keinen Fall schlechtere) Konzeption. Da man ja im Westen so viel Wert legt auf Wettbewerb, wäre das doch eine Möglichkeit.....?

Schlechtes Licht fördert schlechte Manieren

Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 08.09.20 21:38

FTB schrieb:
Vielleicht wäre auch eine Möglichkeit die Fortschreibung des "Straßenbahn-Archivs"? Dann halt ergänzt um Teile zu den Betrieben im Westen und vielleicht auch in einem anderen Verlag.
Andere (auf keinen Fall schlechtere) Konzeption. Da man ja im Westen so viel Wert legt auf Wettbewerb, wäre das doch eine Möglichkeit.....?

Dem könnte ich nichts abgewinnen. Das Konzept, insbesondere die chronologische Fixierung, oft nur auf Stichwortlevel, war schon sehr speziell, da ging viel zu viel drin unter. Es war für seine Zeit alternativlos und damit eine klare Bereicherung, aber diese Zeit ist vorbei.

Re: Schwerin?

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 08.09.20 23:03

kaufhalle schrieb:FTB schrieb:
FTB schrieb:
Vielleicht wäre auch eine Möglichkeit die Fortschreibung des "Straßenbahn-Archivs"? Dann halt ergänzt um Teile zu den Betrieben im Westen und vielleicht auch in einem anderen Verlag.
Andere (auf keinen Fall schlechtere) Konzeption. Da man ja im Westen so viel Wert legt auf Wettbewerb, wäre das doch eine Möglichkeit.....?
Dem könnte ich nichts abgewinnen. Das Konzept, insbesondere die chronologische Fixierung, oft nur auf Stichwortlevel, war schon sehr speziell, da ging viel zu viel drin unter. Es war für seine Zeit alternativlos und damit eine klare Bereicherung, aber diese Zeit ist vorbei.
Nun ja, dafür sind in den Werken umfangreiche Fahrzeuglisten und einige Fahrzeugskizzen enthalten - das ist zugegebenermaßen ein Randthema, aber dennoch interessant, wenn auch nur für eine kleinere Zielgruppe. Auch die Netzpläne zu verschiedenen Zeiten sind durchaus spannend.

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Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: 4076

Datum: 09.09.20 07:50

Rolf Hafke schrieb:
>> Das Eine schließt ja das Andere nicht aus.
Der Inhalt des Buches hätte sich eine bessere Aufmachung verdient. <<

Es ist ein Sammel- und Standardwerk,
da ändert man nicht einfach zwischendrinnen das Layout.

R H
Das mag für "alte" Sammler von Bedeutung sein, jüngere Hobbykollegen wird das Buch vom optischen Eindruck her nicht zum Kauf animieren.

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: DAVIDG

Datum: 09.09.20 08:14

Ich habe die Buchreihe seit dem Beginn bei EK (und hatte zwischenzeitlich auch die 4 Bänder von Zeunert).
Es ist müßig vor dem im nächsten Jahr erscheinenden letzten Band der Reihe das Layout zu ändern.

Falls es einen Aktualisierungsband gibt, kann man dieser ja dann anders gestalten. (Bei den Büchern der BVA über die Waadtländer Bahnen wurden die Aktualisierungsbändern dann frischer und farbiger gestaltet).

Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 09.09.20 19:20

Black Eyed schrieb:
kaufhalle schrieb:FTB schrieb:
FTB schrieb:
Vielleicht wäre auch eine Möglichkeit die Fortschreibung des "Straßenbahn-Archivs"? Dann halt ergänzt um Teile zu den Betrieben im Westen und vielleicht auch in einem anderen Verlag.
Andere (auf keinen Fall schlechtere) Konzeption. Da man ja im Westen so viel Wert legt auf Wettbewerb, wäre das doch eine Möglichkeit.....?
Dem könnte ich nichts abgewinnen. Das Konzept, insbesondere die chronologische Fixierung, oft nur auf Stichwortlevel, war schon sehr speziell, da ging viel zu viel drin unter. Es war für seine Zeit alternativlos und damit eine klare Bereicherung, aber diese Zeit ist vorbei.
Nun ja, dafür sind in den Werken umfangreiche Fahrzeuglisten und einige Fahrzeugskizzen enthalten - das ist zugegebenermaßen ein Randthema, aber dennoch interessant, wenn auch nur für eine kleinere Zielgruppe. Auch die Netzpläne zu verschiedenen Zeiten sind durchaus spannend.

Fahrzeuglisten und Netzpläne gibt es bei Höltge/Kochems auch, das ist ja auch selbstverständlich. Aber gerade die Fahrzeuglisten des Straßenbahnarchivs zeichnen sich durch platzverschwendendes Layout aus, da überall auch noch technische Daten dabeistehen - somit dutzende Male in einem Band einheitlich für diverse Gothas und Tatras. Und wo es interessant wird, fehlen die Daten (nein, nicht immer; aber immer wieder mal.

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: MAN NL 313

Datum: 09.09.20 20:17

Hallo,

ich zähle mich durchaus zu den jüngeren Hobbykollegen, aber mir kommt es bei den Büchern eher auf den Inhalt an, da ist die Buchreihe kaum in der Übersichtsqualität zu schlagen.

Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Deutschland ist nach Großbritannien der am besten bediente Markt was das Eisenbahn- Straßenbahn- und Bus Hobby angeht, das sieht in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich sehr viel schlechter aus gerade was Bücher angeht.

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: 614 005

Datum: 09.09.20 20:43

MAN NL 313 schrieb:
Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Das Gejammere kommt oft aus einer Ecke nahe der niederländischen Grenze!
614 005

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: FTB

Datum: 10.09.20 06:34

> Deutschland ist nach Großbritannien der am besten bediente Markt was das Eisenbahn- Straßenbahn- und Bus Hobby angeht, das sieht in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich sehr viel schlechter aus gerade was Bücher angeht.

Wir sollten die Tschechen nicht vergessen. Was in Tschechland für unser Eisenbahn- und Nahverkehrshobby auf dem Markt ist, ist schon immens! Und das nicht erst in der heutigen Zeit. Man darf auch nicht vergessen, dass es in der damaligen sozialistischen CSSR auch schon eine sehr aktive Hobbyszene gab.

Schlechtes Licht fördert schlechte Manieren




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 06:38.

Alles relativ

geschrieben von: Peter

Datum: 10.09.20 08:21

Hallo!

614 005 schrieb:
MAN NL 313 schrieb:
Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Das Gejammere kommt oft aus einer Ecke nahe der niederländischen Grenze!
614 005
Man kann das als Gejammer auffassen - muss man aber nicht.

Denn es laesst sich auch als konstruktive Kritik verstehen - denn "richtig machen" kostet manchmal nicht oder nur unwesentlich mehr - bringt aber bessere Ergebnisse.
Sicher, in vielen Faellen ist es auch mit (viel) Aufwand verbunden, der letztlich vom Kunden zu bezahlen ist - aber auch da gilt: Besser richtig machen, als sich mit Murks zufrieden geben.

Denn ist ein Buchthema erst einmal "bedient", dann geht da i. d. R. in den naechsten zehn bis 20 Jahren keiner mit einer neuen Veroeffentlichung an das Thema - und es gibt dann fuer alle Interessierten nur den Murks zu kaufen.

Im Gegensatz zu vielen andern weiss Ludger, was er kritisiert - weil er Erfahrung damit hat, wie es besser zu machen geht und weil er den Aufwand kennt.
Deswegen schrieb ich von konstruktiver Kritik (die im Gegensatz zu blossem Herumnoehlen, der destruktiven Kritik (die keinem einen Vorteil bringt) steht.

Insofern: Gute Buecher (mit gut verstaendlichen, lesbaren Texten und gescheiter Bebilderung) entstehen, weil es Menschen gibt, die zeigen, was inhaltlich, gestalterisch, technisch und preislich moeglich ist und die sich nicht mit billigem Ramsch ("Darf keine Arbeit machen und nix kosten!", wofuer z. B. Lektorat und Bildbearbeitung eingespart werden) zufrieden geben.
Das gilt in allen Lebensbereichen fuer alle Produkte - Innovation entsteht, weil einer zeigt, was geht.

Wer konstruktive Kritik als Gejammer auffasst, hat etwas grundlegendes nicht verstanden.

Und nein, ich bin mit dem Verleger nicht verwandt, verschwaegert oder befreundet und ich stehe auch nicht auf seiner Lohnliste.
Ich bin einfach nur ein zufriedener Kunde, der die Qualitaet der angebotenen Ware und deren Preis-/Leistungsverhaeltnis schaetzt.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 08:23.

Re: Schwerin?

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 10.09.20 17:42

kaufhalle schrieb:Zitat:
Fahrzeuglisten und Netzpläne gibt es bei Höltge/Kochems auch, das ist ja auch selbstverständlich. Aber gerade die Fahrzeuglisten des Straßenbahnarchivs zeichnen sich durch platzverschwendendes Layout aus, da überall auch noch technische Daten dabeistehen - somit dutzende Male in einem Band einheitlich für diverse Gothas und Tatras. Und wo es interessant wird, fehlen die Daten (nein, nicht immer; aber immer wieder mal.
Nun ja, es gab/gibt eben nicht nur Einheitsfahrzeuge, wie LOWA, Gotha und Tatra. Und wie gesagt, die Fahrzeugskizzen finde ich sehr gut (hätten meines Ermessens nach durchaus einen größeren Platz einräumen dürfen) und die Netzpläne mit Eröffnungs-/Stillegungsdatum.
Aber klar, es wäre sicherlich weniger "massentauglich" als die Vergleichswerke von Höltge/Kochems. Letzteres muss man natürlich auch als Lob einer Kompaktübersicht der verschiedenen Verkehrsnetze sehen. Ich habe jedenfalls beide Werke und sehe sie durchaus als Ergänzung.

Was die Daten anbelangt, so ist dies natürlich eine Frage der Quellen, der Recherche und der Recherchemöglichkeiten. Das müsste ja nicht zwangsläufig so sein, ebenso kann man an der Darstellung durchaus Variationen durchführen, die eine kompaktere Aufführung ermöglicht - zumal man ein solches Werk nun vollständig neu erstellen müsste. Aber das ist natürlich müßig nun darüber zu sprechen.

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Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 11.09.20 10:47

Black Eyed schrieb:
Nun ja, es gab/gibt eben nicht nur Einheitsfahrzeuge, wie LOWA, Gotha und Tatra.

Wie bereits gesagt: Bei Nichtstandardtypen wird es schnell dünn mit den Daten.

Black Eyed schrieb:
Und wie gesagt, die Fahrzeugskizzen finde ich sehr gut (hätten meines Ermessens nach durchaus einen größeren Platz einräumen dürfen) und die Netzpläne mit Eröffnungs-/Stillegungsdatum. Aber klar, es wäre sicherlich weniger "massentauglich" als die Vergleichswerke von Höltge/Kochems. Letzteres muss man natürlich auch als Lob einer Kompaktübersicht der verschiedenen Verkehrsnetze sehen. Ich habe jedenfalls beide Werke und sehe sie durchaus als Ergänzung.

Das Straßenbahnarchiv hat sicher nicht mehr Tiefgang als Höltge/Kochems. Im Gegenteil, die Darstellung als Chronik mit ausschließlichem Datumsbezug lässt ziemlich vieles verschwinden und bleibt ziemlich oberflächlich. Und die seitenlangen Fahrzeuglisten sind in erster Linie breitgetreten.

Was massenkompatibler ist, ist mal noch die Frage. Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen, hinzu kamen dann noch Nachauflagen der 90er Jahre.

Black Eyed schrieb:
Was die Daten anbelangt, so ist dies natürlich eine Frage der Quellen, der Recherche und der Recherchemöglichkeiten. Das müsste ja nicht zwangsläufig so sein, ebenso kann man an der Darstellung durchaus Variationen durchführen, die eine kompaktere Aufführung ermöglicht - zumal man ein solches Werk nun vollständig neu erstellen müsste. Aber das ist natürlich müßig nun darüber zu sprechen.

Natürlich muss man das Straßenbahnarchiv im Kontext seines Erscheinungszeitraums (und erst recht des Jahre weiter zurückliegenden Redaktionsschlusses) sehen, ebenso muss man wohl die häufig dürftige Wiedergabequalität der Bilder den damaligen Gegebenheiten zurechnen.

Aber ein Konzept, dessen Aufwärmen sich lohnen würde, sehe ich da nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 10:48.

Re: Schwerin?

geschrieben von: FTB

Datum: 12.09.20 11:17

> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen,

Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen. Hatte scheinbar weder Partei noch Stasi damals ein Problem damit.
Steht bei mir so schon seit den 80ern im Bücherregal.

Schlechtes Licht fördert schlechte Manieren

Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.09.20 00:41

FTB schrieb:
> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen,

Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen. Hatte scheinbar weder Partei noch Stasi damals ein Problem damit.
Steht bei mir so schon seit den 80ern im Bücherregal.

Ich persönlich kenne Band 1 nur als Lizenzausgabe, würde aber annehmen, dass es davon auch eine Original-Transpress-Auflage gab. Inhaltlich war sowieso alles gleich, und gedruckt wurde auch bei Transpress. Kann schon sein, dass da Ware wieder zurückgeflossen ist. Allerdings war Band 1 im Westen kein Ladenhüter, beim Verramschen nach dem Konkurs von Zeunert war Band 1 nicht mehr dabei. Gerade Band 1 halte ich übrigens des Überblicks wegen auch heute noch für lesenswert.

Bei den anderen Bänden und den Lizenzen lag ich wohl falsch, auch Band 4 war ein Direktimport ohne Lizenzausgabe.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 13.09.20 14:01

Guten Tag,

FTB schrieb:
> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein...
Das war so, aber das war ja an sich nichts besonderes. Ich habe keinen einzigen Band außer Band 5 und 7 je in einer Buchhandlung gesehen. Der Band 5 wurde 1987 anläßlich "750 Jahre Berlin" in Berlin in großen Mengen verkauft, der lag dort als Stapel einfach so auf dem Tisch. Ich bin damals nach Berlin gefahren, weil das Buch anderswo nicht zu bekommen war, nicht einmal "unter dem Ladentisch".

FTB schrieb:
Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen...
Vielleicht aufgrund irgendwelcher Mängel nicht abgenommen worden? Ich gehe jedenfalls davon aus, daß auch die West-Ausgaben komplett in der DDR produziert worden sind.
Vom Band 1 habe ich eine ganz normale Ausgabe von Transpress ohne irgendeinen Zeunert-Hinweis und ohne Glanzpapier-Cover, Copyright 1983 transpress, 1.Auflage 1983.
Ich kann mich allerdings erinnern, daß die Reihenfolge des Erscheinens nicht paßte: Zuerst kam der Band 2 heraus, danach der Band 1.

Grüße,
Jan B.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.09.20 19:32

Jan Bochmann schrieb:
Der Band 5 wurde 1987 anläßlich "750 Jahre Berlin" in Berlin in großen Mengen verkauft, der lag dort als Stapel einfach so auf dem Tisch. Ich bin damals nach Berlin gefahren, weil das Buch anderswo nicht zu bekommen war, nicht einmal "unter dem Ladentisch".

Von Band 5 gab es eine aktualisierte Nachauflage zum Stadtjubiläum. Das dürfte die Ursache der Verfügbarkeit gewesen sein.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 14.09.20 13:22

Hallo Jan,

meine Exemplare habe ich mir ca. 1991 aus dem Müll gefischt, als in der Stadtbücherei Zerbst "aufgeräumt" wurde und fast sämtliche Literatur mit DDR-Herkunft in einer großen Müll-Mulde entsorgt wurden. Verrückte Zeiten....

Grüße

Martin

M-V auf 144 Seiten

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 14.09.20 15:56

Moin.

Rolf Hafke schrieb:
Jetzt bleibt nur noch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern übrig. [...] so dass es jetzt noch einen weiteren Band geben wird, der dann aber im Umfang erheblich dünner werden dürfte.
Laut Vorankündigung (im EK-Themen zu „Molli”) 144 Seiten. Subskriptionspreis 29,80 Euro.

Viele Grüße
Sören

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: claus_pusch

Datum: 17.09.20 21:30

Die BVA/La Raillère-Buchreihe über die Waadtländer Bahnen ist in der Tat ein Paradebeispiel für ein konsequent über 35 Jahre beibehaltenes Layout-Konzept. Allerdings würde ich sagen, dass die ersten Bände dieser Reihe aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren für ihre Zeit außergewöhnlich gut und sehr modern gestaltete Eisenbahn-Hobbybücher waren.

Dass der EK bei der Straßenbahn-/Stadtbahn-Reihe bei den Gestaltungsprinzipien bleibt, die durch die Höltge-Bände begründet wurden, halte ich für richtig. Das Layout ist nicht besonders originell, aber auch nicht wirklich so altmodisch, als dass es stören würde. Die Bände sind als Fachbücher erkennbar, und es ist sichergestellt, dass es eine Reihe aus einem Guss wird. Was mich dabei aber nach wie vor nicht begeistert, sind die Übersichtskarten und Netzpläne. Sie sind in den neueren Bänden zwar nicht mehr so schematisch und kantig wie in den früheren, es ist etwas mehr geographisch-topographische Treue erkennbar, aber im Vergleich etwa zu den Plänen, die Robert Schwandl für seine Tram- und Metro-Bücher gestaltet, sind sie sehr simpel. Da müssten die Infographie-Profis vom EK doch eigentlich Attraktiveres hinbekommen. (Wobei die Schwandl-Karten natürlich auch deshalb so anschaulich sind, weil sie stets mehrfarbig gestaltet sind und mehr geographische Kartengrundlage aufweisen.)

Es freut mich auf jeden Fall, dass das große Unternehmen "Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland" bis zum Ende durchgezogen wird.

Viele Grüße, Claus

Liste meiner Forenbeiträge auf DSO: [www.claus-pusch.de]