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Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: MAN NL 313

Datum: 09.09.20 20:17

Hallo,

ich zähle mich durchaus zu den jüngeren Hobbykollegen, aber mir kommt es bei den Büchern eher auf den Inhalt an, da ist die Buchreihe kaum in der Übersichtsqualität zu schlagen.

Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Deutschland ist nach Großbritannien der am besten bediente Markt was das Eisenbahn- Straßenbahn- und Bus Hobby angeht, das sieht in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich sehr viel schlechter aus gerade was Bücher angeht.

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: 614 005

Datum: 09.09.20 20:43

MAN NL 313 schrieb:
Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Das Gejammere kommt oft aus einer Ecke nahe der niederländischen Grenze!
614 005

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: FTB

Datum: 10.09.20 06:34

> Deutschland ist nach Großbritannien der am besten bediente Markt was das Eisenbahn- Straßenbahn- und Bus Hobby angeht, das sieht in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich sehr viel schlechter aus gerade was Bücher angeht.

Wir sollten die Tschechen nicht vergessen. Was in Tschechland für unser Eisenbahn- und Nahverkehrshobby auf dem Markt ist, ist schon immens! Und das nicht erst in der heutigen Zeit. Man darf auch nicht vergessen, dass es in der damaligen sozialistischen CSSR auch schon eine sehr aktive Hobbyszene gab.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 06:38.

Alles relativ

geschrieben von: Peter

Datum: 10.09.20 08:21

Hallo!

614 005 schrieb:
MAN NL 313 schrieb:
Wobei ich auch finde dass in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau gejammert wird.

Das Gejammere kommt oft aus einer Ecke nahe der niederländischen Grenze!
614 005
Man kann das als Gejammer auffassen - muss man aber nicht.

Denn es laesst sich auch als konstruktive Kritik verstehen - denn "richtig machen" kostet manchmal nicht oder nur unwesentlich mehr - bringt aber bessere Ergebnisse.
Sicher, in vielen Faellen ist es auch mit (viel) Aufwand verbunden, der letztlich vom Kunden zu bezahlen ist - aber auch da gilt: Besser richtig machen, als sich mit Murks zufrieden geben.

Denn ist ein Buchthema erst einmal "bedient", dann geht da i. d. R. in den naechsten zehn bis 20 Jahren keiner mit einer neuen Veroeffentlichung an das Thema - und es gibt dann fuer alle Interessierten nur den Murks zu kaufen.

Im Gegensatz zu vielen andern weiss Ludger, was er kritisiert - weil er Erfahrung damit hat, wie es besser zu machen geht und weil er den Aufwand kennt.
Deswegen schrieb ich von konstruktiver Kritik (die im Gegensatz zu blossem Herumnoehlen, der destruktiven Kritik (die keinem einen Vorteil bringt) steht.

Insofern: Gute Buecher (mit gut verstaendlichen, lesbaren Texten und gescheiter Bebilderung) entstehen, weil es Menschen gibt, die zeigen, was inhaltlich, gestalterisch, technisch und preislich moeglich ist und die sich nicht mit billigem Ramsch ("Darf keine Arbeit machen und nix kosten!", wofuer z. B. Lektorat und Bildbearbeitung eingespart werden) zufrieden geben.
Das gilt in allen Lebensbereichen fuer alle Produkte - Innovation entsteht, weil einer zeigt, was geht.

Wer konstruktive Kritik als Gejammer auffasst, hat etwas grundlegendes nicht verstanden.

Und nein, ich bin mit dem Verleger nicht verwandt, verschwaegert oder befreundet und ich stehe auch nicht auf seiner Lohnliste.
Ich bin einfach nur ein zufriedener Kunde, der die Qualitaet der angebotenen Ware und deren Preis-/Leistungsverhaeltnis schaetzt.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.20 08:23.

Re: Schwerin?

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 10.09.20 17:42

kaufhalle schrieb:Zitat:
Fahrzeuglisten und Netzpläne gibt es bei Höltge/Kochems auch, das ist ja auch selbstverständlich. Aber gerade die Fahrzeuglisten des Straßenbahnarchivs zeichnen sich durch platzverschwendendes Layout aus, da überall auch noch technische Daten dabeistehen - somit dutzende Male in einem Band einheitlich für diverse Gothas und Tatras. Und wo es interessant wird, fehlen die Daten (nein, nicht immer; aber immer wieder mal.
Nun ja, es gab/gibt eben nicht nur Einheitsfahrzeuge, wie LOWA, Gotha und Tatra. Und wie gesagt, die Fahrzeugskizzen finde ich sehr gut (hätten meines Ermessens nach durchaus einen größeren Platz einräumen dürfen) und die Netzpläne mit Eröffnungs-/Stillegungsdatum.
Aber klar, es wäre sicherlich weniger "massentauglich" als die Vergleichswerke von Höltge/Kochems. Letzteres muss man natürlich auch als Lob einer Kompaktübersicht der verschiedenen Verkehrsnetze sehen. Ich habe jedenfalls beide Werke und sehe sie durchaus als Ergänzung.

Was die Daten anbelangt, so ist dies natürlich eine Frage der Quellen, der Recherche und der Recherchemöglichkeiten. Das müsste ja nicht zwangsläufig so sein, ebenso kann man an der Darstellung durchaus Variationen durchführen, die eine kompaktere Aufführung ermöglicht - zumal man ein solches Werk nun vollständig neu erstellen müsste. Aber das ist natürlich müßig nun darüber zu sprechen.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 11.09.20 10:47

Black Eyed schrieb:
Nun ja, es gab/gibt eben nicht nur Einheitsfahrzeuge, wie LOWA, Gotha und Tatra.

Wie bereits gesagt: Bei Nichtstandardtypen wird es schnell dünn mit den Daten.

Black Eyed schrieb:
Und wie gesagt, die Fahrzeugskizzen finde ich sehr gut (hätten meines Ermessens nach durchaus einen größeren Platz einräumen dürfen) und die Netzpläne mit Eröffnungs-/Stillegungsdatum. Aber klar, es wäre sicherlich weniger "massentauglich" als die Vergleichswerke von Höltge/Kochems. Letzteres muss man natürlich auch als Lob einer Kompaktübersicht der verschiedenen Verkehrsnetze sehen. Ich habe jedenfalls beide Werke und sehe sie durchaus als Ergänzung.

Das Straßenbahnarchiv hat sicher nicht mehr Tiefgang als Höltge/Kochems. Im Gegenteil, die Darstellung als Chronik mit ausschließlichem Datumsbezug lässt ziemlich vieles verschwinden und bleibt ziemlich oberflächlich. Und die seitenlangen Fahrzeuglisten sind in erster Linie breitgetreten.

Was massenkompatibler ist, ist mal noch die Frage. Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen, hinzu kamen dann noch Nachauflagen der 90er Jahre.

Black Eyed schrieb:
Was die Daten anbelangt, so ist dies natürlich eine Frage der Quellen, der Recherche und der Recherchemöglichkeiten. Das müsste ja nicht zwangsläufig so sein, ebenso kann man an der Darstellung durchaus Variationen durchführen, die eine kompaktere Aufführung ermöglicht - zumal man ein solches Werk nun vollständig neu erstellen müsste. Aber das ist natürlich müßig nun darüber zu sprechen.

Natürlich muss man das Straßenbahnarchiv im Kontext seines Erscheinungszeitraums (und erst recht des Jahre weiter zurückliegenden Redaktionsschlusses) sehen, ebenso muss man wohl die häufig dürftige Wiedergabequalität der Bilder den damaligen Gegebenheiten zurechnen.

Aber ein Konzept, dessen Aufwärmen sich lohnen würde, sehe ich da nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.20 10:48.

Re: Schwerin?

geschrieben von: FTB

Datum: 12.09.20 11:17

> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen,

Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen. Hatte scheinbar weder Partei noch Stasi damals ein Problem damit.
Steht bei mir so schon seit den 80ern im Bücherregal.

Re: Schwerin?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.09.20 00:41

FTB schrieb:
> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein, letztlich sind aber durch die Lizenzausgaben bzw. Exporte (ab Band 5 hat Zeunert keine Lizenzausgabe drucken lassen, sondern die DDR-Versionen importiert) ziemlich große Massen der Bücher in Umlauf gekommen,

Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen. Hatte scheinbar weder Partei noch Stasi damals ein Problem damit.
Steht bei mir so schon seit den 80ern im Bücherregal.

Ich persönlich kenne Band 1 nur als Lizenzausgabe, würde aber annehmen, dass es davon auch eine Original-Transpress-Auflage gab. Inhaltlich war sowieso alles gleich, und gedruckt wurde auch bei Transpress. Kann schon sein, dass da Ware wieder zurückgeflossen ist. Allerdings war Band 1 im Westen kein Ladenhüter, beim Verramschen nach dem Konkurs von Zeunert war Band 1 nicht mehr dabei. Gerade Band 1 halte ich übrigens des Überblicks wegen auch heute noch für lesenswert.

Bei den anderen Bänden und den Lizenzen lag ich wohl falsch, auch Band 4 war ein Direktimport ohne Lizenzausgabe.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 13.09.20 14:01

Guten Tag,

FTB schrieb:
> Das Straßenbahnarchiv mag in der DDR knapp gewesen sein...
Das war so, aber das war ja an sich nichts besonderes. Ich habe keinen einzigen Band außer Band 5 und 7 je in einer Buchhandlung gesehen. Der Band 5 wurde 1987 anläßlich "750 Jahre Berlin" in Berlin in großen Mengen verkauft, der lag dort als Stapel einfach so auf dem Tisch. Ich bin damals nach Berlin gefahren, weil das Buch anderswo nicht zu bekommen war, nicht einmal "unter dem Ladentisch".

FTB schrieb:
Band 1 (den Einführungsband) gab es als Zeunert-Originaldruck mit Zeunert-Logo auf dem Titel etwa 1984 in den DDR-Buchhandlungen...
Vielleicht aufgrund irgendwelcher Mängel nicht abgenommen worden? Ich gehe jedenfalls davon aus, daß auch die West-Ausgaben komplett in der DDR produziert worden sind.
Vom Band 1 habe ich eine ganz normale Ausgabe von Transpress ohne irgendeinen Zeunert-Hinweis und ohne Glanzpapier-Cover, Copyright 1983 transpress, 1.Auflage 1983.
Ich kann mich allerdings erinnern, daß die Reihenfolge des Erscheinens nicht paßte: Zuerst kam der Band 2 heraus, danach der Band 1.

Grüße,
Jan B.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.09.20 19:32

Jan Bochmann schrieb:
Der Band 5 wurde 1987 anläßlich "750 Jahre Berlin" in Berlin in großen Mengen verkauft, der lag dort als Stapel einfach so auf dem Tisch. Ich bin damals nach Berlin gefahren, weil das Buch anderswo nicht zu bekommen war, nicht einmal "unter dem Ladentisch".

Von Band 5 gab es eine aktualisierte Nachauflage zum Stadtjubiläum. Das dürfte die Ursache der Verfügbarkeit gewesen sein.

Re: Strab-Archiv DDR

geschrieben von: QJ 7002

Datum: 14.09.20 13:22

Hallo Jan,

meine Exemplare habe ich mir ca. 1991 aus dem Müll gefischt, als in der Stadtbücherei Zerbst "aufgeräumt" wurde und fast sämtliche Literatur mit DDR-Herkunft in einer großen Müll-Mulde entsorgt wurden. Verrückte Zeiten....

Grüße

Martin

M-V auf 144 Seiten

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 14.09.20 15:56

Moin.

Rolf Hafke schrieb:
Jetzt bleibt nur noch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern übrig. [...] so dass es jetzt noch einen weiteren Band geben wird, der dann aber im Umfang erheblich dünner werden dürfte.
Laut Vorankündigung (im EK-Themen zu „Molli”) 144 Seiten. Subskriptionspreis 29,80 Euro.

Viele Grüße
Sören

Re: So gestaltete man Bücher vor 30 Jahren . . .

geschrieben von: claus_pusch

Datum: 17.09.20 21:30

Die BVA/La Raillère-Buchreihe über die Waadtländer Bahnen ist in der Tat ein Paradebeispiel für ein konsequent über 35 Jahre beibehaltenes Layout-Konzept. Allerdings würde ich sagen, dass die ersten Bände dieser Reihe aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren für ihre Zeit außergewöhnlich gut und sehr modern gestaltete Eisenbahn-Hobbybücher waren.

Dass der EK bei der Straßenbahn-/Stadtbahn-Reihe bei den Gestaltungsprinzipien bleibt, die durch die Höltge-Bände begründet wurden, halte ich für richtig. Das Layout ist nicht besonders originell, aber auch nicht wirklich so altmodisch, als dass es stören würde. Die Bände sind als Fachbücher erkennbar, und es ist sichergestellt, dass es eine Reihe aus einem Guss wird. Was mich dabei aber nach wie vor nicht begeistert, sind die Übersichtskarten und Netzpläne. Sie sind in den neueren Bänden zwar nicht mehr so schematisch und kantig wie in den früheren, es ist etwas mehr geographisch-topographische Treue erkennbar, aber im Vergleich etwa zu den Plänen, die Robert Schwandl für seine Tram- und Metro-Bücher gestaltet, sind sie sehr simpel. Da müssten die Infographie-Profis vom EK doch eigentlich Attraktiveres hinbekommen. (Wobei die Schwandl-Karten natürlich auch deshalb so anschaulich sind, weil sie stets mehrfarbig gestaltet sind und mehr geographische Kartengrundlage aufweisen.)

Es freut mich auf jeden Fall, dass das große Unternehmen "Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland" bis zum Ende durchgezogen wird.

Viele Grüße, Claus

Liste meiner Forenbeiträge auf DSO: [www.claus-pusch.de]
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -