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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD

Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen

geschrieben von: Krause

Datum: 21.08.20 21:31

Moin, Moin!

Vor mir auf dem Tisch liegt das Buch
Ludger Kenning
Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen
Band 1: Von Nordfriesland bis in die Lüneburger Heide,
2020, VGB Klartext,
ISBN 978-3-8375-2329-4,
und ich bin ratlos.

Auf der einen Seite finden sich viele, viele sehenswerte Fotos, die alle mit informativen Texten zum einzelnen Bild versehen sind.
Im Vorwort wird der Eisenbahnfreund Reinhardt Todt, der als ein sehr bescheidener Mensch beschrieben wird, auf einer Buchseite vorgestellt. Bemerkenswert, dass Reinhard Todt offensichtlich nie das Interesse am Hobby Eisenbahn verloren hat: So findet sich auch ein Foto im Buch, dass er im März 2002 vom in die Tiefe gelegten AKN-Bahnhof Henstedt-Ulzburg angefertigt hat.

Auf der anderen Seite muss ich mit großem Bedauern feststellen, dass trotz des Buchtitels „Mit Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen“ nicht einmal die Hälfte der im Buch präsentierten Bilder von Reinhard Todt stammen. Das ist wirklich sehr schade, denn die Art und Weise wie es Reinhard Todt gelingt, nicht nur die Eisenbahn sondern auch ihr Umfeld in seine Fotos einzubeziehen, ist zumindest für mich vorbildlich. Ich schätze seine Fotos sehr.
Das soll aber wohlgemerkt nicht heißen, dass die Bilder der zahlreichen anderen (bekannten) Fotografen nicht sehenswert sind. Ganz im Gegenteil: Jeder der Fotografen hätte einen eigenen Bildband verdient! Herausgreifen möchte ich in diesem Zusammenhang die farbigen Fotos des niederländischen (?) Fotografen Jirvis Verhoef. Dem gelingt es meiner Meinung hervorragend, Eisen- oder Straßenbahnen sowie ihr Umfeld in den bunten Siebziger Jahren abzubilden, siehe zum Beispiel die Fotos von der Straßenbahn Kiel auf der Seite 55. Einen Bildband mit seinen Aufnahmen, egal ob in deutscher oder niederländischer Sprache, würde ich sofort kaufen! Was aber haben seine Fotos in einem Buch zu suchen, in dem es doch um Reinhard Todt gehen soll? Hier wäre meines Erachtens weniger mehr gewesen, zumal ja noch offensichtlich weitere Bände in der Planung sind (Buchtitel „Band 1: Von Nordfriesland bis in die Lüneburger Heide“). An fehlender Menge und Qualität der Fotos von Reinhard Todt kann es doch sicherlich nicht liegen, dass Fotos anderer Fotografen gezeigt werden. Und dass Reinhard Todt beispielsweise niemals die Lübeck-Segeberger Eisenbahn bildlich festgehalten hat? Das mag man bedauern, ändern kann man es nicht und das vorliegende Buch würde auch keinen Mangel leiden, zumal Reinhard Todt ihm näher liegende Bahnen wie die OHE umso intensiver besucht hat.

Was also bezweckt diese Buchreihe? Wer etwas zu den zahlreichen Privatbahnen in Deutschland nachlesen will, nutzt die von Gerd Wolff herausgebrachten Bücher (aus dem EK-Verlag oder noch älter aus dem Zeunert-Verlag). Und wer detaillierte Informationen zu einer bestimmten Privatbahn sucht, ist mit den zahlreichen Werken beispielsweise aus dem Kenning-Verlag gut bedient. Gleiches gilt sicherlich ebenso für die Straßenbahn-Betriebe. Wo also liegt der Sinn dieser neuen Baureihe aus dem VGB-Verlag? Wie bereits oben geschrieben: Ich bin ratlos.

Soweit meine Meinung und Gedanken zum Buch.

Jens

Gequält und traurig schaut der werte Fahrgast drein,
ein Lint-Triebwagen muss es nun wirklich nicht sein!

Re: Link zum Ankündigungsfaden vom 16. Mai 2020

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 22.08.20 15:52

In dieser Antwort ein Link zum Faden »Ankündigung: Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen« von „jenswinnig“ vom 16.05.2020, der m.E. in der Lage ist, Deine Fragen zu beantworten.



Walter
Hallo Jens!

Vielleicht wird für Dich der Sinn des Buches erkennbar, wenn Du Dich direkt an den Herausgeber wenden würdest, er liest in der Regel in diesem Forum mit. Eventuell hat sich ja derr Herausgeber bei der Buchgestaltung sowie beim Inhalt was gedacht...

Mit freundlichem Gruß

Lilo

(Das angesprochene Buch besitze ich)

Re: Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen

geschrieben von: almelo

Datum: 24.08.20 09:30

Ja, Jirvis Verhoef ist Niederlander.
MfG
Evert Heusinkveld, auch ein Niederlander

Re: Reinhard Todt bei den Straßen- und Privatbahnen

geschrieben von: Der_Ostfale

Datum: 28.08.20 18:04

Hallo,

bevor Ludger mit möglicherweise weitaus schärferem Schreibstil sein Werk verteidigt:

Ich war zunächst auch irritiert. ABER: Das Buch füllt gerade dank der Ergänzungen durch andere Fotografen eine klaffende Lücke im Sortiment zu Klein- und Privatbahnen! Die Wolff-Bände sind sehr detailliert, bieten teilweise schöne, aber kleine Fotos, sind aber auch in Summe sehr kostspielig und v.a. weitaus weniger prächtige Bildbände und bis auf den Umschlag komplett farblos. Die detaillierten Bücher aus dem Verlage Kenning wiederum sind detailliert und bieten schöne Farbfotos, kosten dann aber auch wieder recht viel Geld für ein sehr spezielles Thema. Mir waren die Wolff-Bände zu Niedersachsen südlich des Kanals und zwischen Elbe und Weser sowie Hessen aus teils persönlichem Regionalbezug das Geld (z.T. heruntergesetzt) wert, das dicke OHE-Buch vom EK habe ich mir mal zu Weihnachten gewünscht, genauso das Kenning-Buch über die Extertalbahn. Alles keine Fehlinvestitionen! Ich kann mich aber beispielsweise nicht zum Buch über Vechta-Cloppenburg durchringen. Da freue ich mich nun auf die Bilder über diese Strecke im nächsten Todt-Band, weil mich die Bahn interessiert, aber nicht so sehr, dass ich den Preis des Buches aus dem Verlag Kenning bezahlen möchte. Über viele Bahnen in den Todt-Büchern gibt es auch gar keine Bücher aus dem Verlage Kenning und in den Wolff-Büchern eben keine Farb- und oft eher dokumentarische SW-Fotos.
Daher würde ich sagen, dass der Titel der Todt-Bücher ein wenig spezieller wirkt, als die Bücher sind, denn im Wesentlichen wird zumindest im 1. Band einfach ein sehr großer Teil der im geographischen Rahmen liegenden traditionellen Privat- und Straßenbahnen anhand schöner Fotos vorgestellt. Durch den spezifizierenden Titel will dann vielleicht dem Missverständnis vorgebeugt werden, dass es auch aktuelle Bilder zu sehen gäbe oder eine präzise Abhandlung zu lesen ist, wie sie die Wolff-Bände schon geleistet haben. Dies würde man ja vielleicht erwarten, wenn es einfach hieße "Privat- und Straßenbahnen zwischen Nordfriesland und Lüneburger Heide". Dann käme die Kritik nach fehlenden aktuellen oder wiederum noch älteren Bildern oder der Ruf nach mehr Infos zur Geschichte.
"Reinhardt Todt und ein paar andere Fotografen bei den Straßen- und Privatbahnen zwischen Nordfriesland und Lüneburger Heide" wäre der ehrlichere Titel gewesen, der dann immer noch wahrheitsgemäß suggeriert, dass es keine komplette Abhandlung ist. Aber so ein Titel wäre wiederum sehr sperrig. "Bilderreise zu den Straßen- und Privatbahnen zwischen..." wäre da vielleicht noch eine Alternative gewesen, da so nicht auf einen Fotografen festgelegt ist und gleichzeitig das Fehlen detaillierter Infos ersichtlich ist.
Daher mag der hohe Anteil an Fotos anderer Fotografen zunächst irritieren, m.E. ist aber ein sinnvoller Kompromiss gefunden worden, da die ergänzenden Bilder eine wertvolle Bereicherung sind. Ob dafür auf tolle Fotos von Todt verzichtet wurde, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht tauchen ja einzelne weitere Todt-Fotos auch in Kenning-Bänden zu bestimmten Bahnen auf und es gibt hoffentlich keine Wiederholung. Ich freue mich sowohl auf den Nachfolger, als auch auf das Buch zur BOE, in dem dann hoffentlich nicht alle Bilder dieser Bahn aus dem ersten Todt-Buch noch einmal auftauchen.

Viele Grüße,

Lennart