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 11 - Bahn und Medien 

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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Kürzlich erschien bei Transpress in Stuttgart folgendes Buch:

Lothar Weber: Enteignet - Wie die Klein- und Privatbahnen in der späteren DDR verstaatlicht wurden (1945 - 1952)
160 Seiten im Format 17 x 21 cm, ISBN 978-3-613-71540-0, Preis 19,95 €

Das Buch beschreibt gut verständlich die verschiedenen Etappen, die in der russischen Besatzungszone ab 1945 zur Verstaatlichung fast sämtlicher Privatbahnen führten, die im April 1949 mit der Eingliederung in die Deutsche Reichsbahn und im Januar 1950 mit der Umzeichnung der Lokomotiven und Triebwagen in das Reichsbahn-Schema ihren Abschluss fand.

Für Staistiker wird viel geboten, denn es ist der vollständige Umzeichnungsplan der Privatbahn-Dampf- und Dieselloks sowie der Trieb- und Beiwagen enthalten, der allein rund 70 Seiten füllt. Außerdem gibt es Listen der als Reparationsleistung demontierten Klein- und Privatbahnen, der beschlagnahmten Dampflokomotiven und einige weitere Tabellen.

Dies ist keine Rezension, die Daten konnten in der Kürze der Zeit nicht gegengeprüft werden. Aber das Buch macht einen soliden Eindruck und kann aufgrund des günstigen Preises für Klein- und Privatbahnfreunde von Interesse sein. Die Aufmachung entspricht der früheren Transpress-Reihe über Privatbahnen in der DDR.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Hallo,

mich würde noch interessieren, ob sich eine Anschaffung dieser Neuerscheinung auch für denjenigen
lohnt, welcher bereits das Buch "Privatbahnen in der DDR - seit 1949 im Reichsbahn-Eigentum"
(Verlag Kohlhammer 1982) oder/und das umfangreiche (hervorragende!) Werk "Die >6000er< der
Deutschen Reichsbahn - Strecken und Fahrzeuge der enteigneten Privat- und Kleinbahnen in der DDR"
(EK 2001) besitzt?

Danke bereits für Antworten,

Gruß Raimund
So mache Besitzer einer völlig maroden und verrotteten Kleinbahn wird nach Kriegsende eher froh gewesen sein, den Ballast ehr los zu werden.
Und die Erben verdienen sich heute (ohne auch nur einen Finger krumm gemacht zu haben) mit Staatsknete eine "Goldene Nase"!
Aber das ist der "Fortschritt", den wir vor dreißig Jahren so wollten.....!

Schlechtes Licht fördert schlechte Manieren
BahnDahm schrieb:
Hallo,

mich würde noch interessieren, ob sich eine Anschaffung dieser Neuerscheinung auch für denjenigen
lohnt, welcher bereits das Buch "Privatbahnen in der DDR - seit 1949 im Reichsbahn-Eigentum"
(Verlag Kohlhammer 1982) oder/und das umfangreiche (hervorragende!) Werk "Die >6000er< der
Deutschen Reichsbahn - Strecken und Fahrzeuge der enteigneten Privat- und Kleinbahnen in der DDR"
(EK 2001) besitzt?

Danke bereits für Antworten,

Gruß Raimund
Hallo Raimund,

das Schwergewicht des neuen Buches liegt in der Beschreibung der verschiedenen Befehle der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) und deren Umsetzung bzw. Auswirkung auf das Geschehen der Klein- und Privatbahnen in der sowjetischen Besatzungszone. Das ist in dieser Form bisher noch völlig unbearbeitet gewesen.

Die Daten des Umzeichnungsplans von 1949 kann man sich dagegen auch anhand der beiden von dir genannten Bücher herleiten.

Viele Grüße
Andreas

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]

Nur Umzeichnungsplan

geschrieben von: Seku

Datum: 05.08.20 13:14

Wer nicht so viel ausgeben will, der schaut mal bei booklooker

Lauber, Klebes, Quill: Umzeichnungsplan der Privatbahnlokomotiven in der DDR vom 12.12.1949
Hallo,

warum so polemisch?
Wer war denn Besitzer der Kleinbahnen, doch wohl eher Kreise, Städte und Gemeinden, oder!?
Bahnen wirklich in "privater Hand" hat es da so sehr viele gegeben? Wohl eher in der Industrie!

http://abload.de/img/rimg00141kav1.jpg
Grüße
Tjark




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.20 15:39.
FTB schrieb:
Und die Erben verdienen sich heute (ohne auch nur einen Finger krumm gemacht zu haben) mit Staatsknete eine "Goldene Nase"!

Ein paar Namen würden mich sehr interessieren !

Günther
Seku schrieb:
FTB schrieb:
Und die Erben verdienen sich heute (ohne auch nur einen Finger krumm gemacht zu haben) mit Staatsknete eine "Goldene Nase"!

Ein paar Namen würden mich sehr interessieren !

Günther
Genau solche Aspekte behandelt das Buch auch. Einige Alteigentümer erhoben nach der deutschen Wiedervereinigung Restitutionsansprüche. Am meisten Chancen hatte noch die DEG Verkehrs GmbH mit der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn. Die Rückübertragung wurde allerdings abschlägig beschieden und die Revision dagegen nicht zugelassen (S. 81).

Gruß Andreas

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Hallo Andreas,

ich habe da mehr an die Privatpersonen gedacht, die sich eine "Goldene Nase" verdienen ....

Gruß

Günther
Gehörte nicht die Strecke Goldbeck - Werben einem einzelnen Privatmann?
T13 schrieb:
warum so polemisch?

Weil der Herr FTB immer noch die DDR hochhält und ihr Ende nicht verkraftet hat. Solche Ausfälle gibts bei ihm immer wieder.

Zu FTB

geschrieben von: Seku

Datum: 06.08.20 06:42

kaufhalle schrieb:
..... Solche Ausfälle gibts bei ihm immer wieder.
ja, das stößt auch immer wieder auf !

Noch warte ich auf seine Antwort mit Beispielen der "Goldenen Nase"

Günther


Zur Strecke Goldbeck - Werben: Ja Sören hast Recht. Tante Wiki erzählt hierüber: Die Goldbeck-Werben-Elbe Kleinbahn GmbH mit einem Stammkapital von 1 Million Mark gehörte hundertprozentig dem Rittergutsbesitzer Philipp Freise zu Iden in der Altmark; er war Zuckerrübenbauer und Hauptaktionär der Zuckerfabrik Goldbeck im Landkreis Osterburg.
Hallo,

das Buch liegt mir selbst noch nicht vor - bei mir sind bisher lediglich Rückmeldungen von Experten für betreffende Bahnen eingegangen.

Das Buchthema stellt sehr spannende Vorgänge dar, das liegt schon darin begründet, dass die Eigentümer von Kleinbahnen und privaten Nebenbahnen das Eigentum an den Strecken verloren haben, als es gar keinen (deutschen) Staat gab!

Daher habe ich seit vielen Jahren mehr als große Bauchschmerzen, wenn für die Vorgänge zwischen Mai 1945 und April 1949 ohne Nachzudenken von "Verstaatlichung" geplappert wird. Was ist eigentlich ein deutscher Staat? Das Land Preußen? Eine preußische Provinz?

Im Land Preußen sind bereits vor Mai 1945 viele Kleinbahnen in den Landeseisenbahngesellschaften aufgegangen, die brauchten also nicht mehr verstaatlicht werden.

Wir reden vielmehr über den Prozess der Übertragung der Betriebsführung ehemaliger Klein- und Privatbahnen auf die Deutsche Reichsbahn. Diese Feinheit wird hoffentlich gleich im Vorwort des Buches erklärt, dessen Autor bisher kein mir bekannter Experte für eine Eisenbahn je mit eigenen Augen gesehen hat ...

In den in anderen Einträgen hier bereits genannten Tabellen und Loklisten sollen sich ziemlich viele Bolzen befinden. Es steht die Frage im Raum: Welche Rolle spielt ein Herr W. aus E. bzw. wer tritt wissentlich oder unwissentlich in dessen Fußstapfen?

Das Buch wird von verschiedenen Männern gerade auf Herz und Nieren geprüft - auf das Ergebnis bin ich bereits sehr gespannt. Bis dahin werde ich mir das Buch nicht zulegen.

Mit vielen Grüßen

AM
Glück Auf

Ist das der "Lothar Weber" der 2012 ein Buch über die sächsische IV K unter der Titel "Die Nähmaschine ..." veröffentlichte => [d-nb.info] veröffentlichte?

Weitere Werke dieses Autoren haben ähnliche "reisserische" Titel. siehe [portal.dnb.de]

Bis bald

Gerd



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.20 15:47.
Hallo André,

es ist im Vorwort als auch im Text richtig dargestellt, dass die Privatbahnen 1947 zunächst unter Zwangsverwaltung (Sequester) durch die Provinz- bzw. Länderregierungen gestellt, später enteignet und 1948 in Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VVB) zusammengefasst wurden, bevor sie 1949 durch die DR übernommen worden sind. Von einem deutschen Staat ist da richtigerweise nicht die Rede. Und ich bin der Meinung, dass diese Vorgänge korrekt dargestellt werden. Was ich allerdings nicht beurteilen kann, ist die Frage, ob die Daten der Umzeichnungslisten alle korrekt sind. Aber eigentlich ist das auch nicht der wichtigste Teil des Buches, sondern "nur" Beigabe, und zu dem Komplex sind, wie oben bereits aufgeführt, andere Veröffentlichungen erschienen.

Gruß Andreas

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
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Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Antwort. Du weißt das also, der Autor weiß es, einige andere wissen es, ich weiß es - und trotzdem wird gerade der gewählte Buchtitel dazu beitragen, die Mär von einer Verstaatlichung zwischen 1945 bis 1949 in den Köpfen viele Eisenbahnfreunde zu verfestigen.

Wenn der Verlag wenigstens auf die Idee gekommen wäre, das Wort "verstaatlicht" in Anführungszeichen zu setzen - dann wäre sofort ein Denkanstoß gegeben, über den Vorgang nachzudenken.

VG

André
Hallo André!

Mit Deinem Einwand hatte ich gerechnet. Die Diskussion hatten wir ja schon mal. Damals glaubte ein "Privatbahnguru", es ganz genau zu wissen, aber letztlich schoß er sich ein Eigentor (auch glaubt er, daß es 1966 in Österreich noch Bahnbetriebswerke gab). Vergleichsweise gab es in der DDR eine "Deutsche Reichsbahn", aber wo war das dazugehörige Deutsche Reich? Wo gab es in der "Deutschen Demokratischen Republik" so etwas wie Demokratie? Kann man von einer "Privatanschlußbahn" sprechen, wenn das Gleis einer Firma gehört, oder von einer "Privatbahn", wenn die Bahn einer Kommune gehört? Kann eine Firma den Bau und Betrieb einer Anschlußbahn steuerlich geltend machen oder bewertet das Finanzamt ein solches "Privatgleis" als private Angelegenheit, etwa wie einen Privat-Pkw oder eine Privatreise? Privat bin ich daheim auf meinem Sofa, aber nicht wenn ich im Büro sitze. Wir wissen ja, daß die DDR international lange um die staatliche Anerkennung kämpfte, aber andererseits hatten die Eigentümer der betreffenden Privatbahnen mit einem Federstrich nichts mehr zu vermelden und die DR machte mit deren Eigentum was sie wollte. Oder hat sie etwa die früheren (oder eigentlichen?) Eigentümer immer um Erlaubnis gefragt, wenn sie eine Bahnstrecke einstellen oder eine ehemalige Privatbahnlok umbauen oder ausmustern wollte? So gesehen finde ich die Frage, ob eine Strecke verstaatlicht werden kann, obwohl sie in keinem Staat liegt (vielleicht etwa im Niemandsland?), doch sehr kleinlich.

Viele Grüße
Ludger



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.08.20 01:27.
Hallo Tjark!

Ausdrücke wie "Privatunternehmen" oder "Privatanschlußbahnen" stoßen auch mir immer wieder sauer auf. Es gibt zwar Bahnen in privater Hand, also in Familienbesitz (z.B. Chiemsee- oder Drachenfelsbahn), da sie jedoch öffentlichen Verkehr anbieten und gegen Geld auch Fahrgäste befördern, müssen sie Einnahmen und Ausgaben dem Finanzamt melden. Und das unterscheidet ganz strikt zwischen Privat und Geschäft. Mir ist es jedoch noch nicht gelungen, eine Privatreise von der Steuer abzusetzen. Auch ein "Privatunternehmen" ist ein Widerspruch in sich. Eine Fabrik, ein Handwerksbetrieb oder ein Lebensmittelladen hat ausschließlich kommerzielle Zwecke, da ist nix privat! Privat bin ich daheim auf meinem Sofa oder wenn ich mir auf der Terrasse ein Bier gönne.

Viele Grüße nach Fredenbeck
Ludger
Die Begriffe "Privatbahn", "Privatgleisanschluß" oder auch "Privat-Ausbesserungswerk" haben in der Eisenbahn-Verwaltungssprache Deutschlands eine lange Geschichte, um das "Gegenteil" einer im Eigentum der Staatsbahn befindlichen Einrichtung zu beschreiben. Dabei musste das nicht zwingend eine nichtstaatliche Einrichtung sein. Auch die Bundesländer, Bundespost oder Bundeswehr konnten bis 1993 "Privatgleisanschlüsse" innehaben, durch die Bundesbahn geregelt in den PAB.
Erst mit der Bahnreform 1994 wurde der Begriff "Privat" in der Rechtssprache aufgegeben und durch "nichtbundeseigene Eisenbahn" ersetzt. Das Begriffspaar "öffentliche/nichtöffentliche Eisenbahn" kam hinzu und europäisches Eisenbahnrecht macht heute die Öffentlichkeit aller Eisenbahneinrichtungen zur Regel, mit Ausnahme derer, die Betrieben außerhalb des gewerbsmäßigen Eisenbahnsektors zur Abwicklung ihres eigenen Güterverkehrs dienen - die klassischen Werksgleisanschlüsse also. Wo heute noch der Begriff Privatgleis zu hören ist, ist er damit zum Synonym für "nichtöffentliche Eisenbahn" geworden.
ludger K schrieb:
Kann man von einer "Privatanschlußbahn" sprechen, wenn das Gleis einer Firma gehört, oder von einer "Privatbahn", wenn die Bahn einer Kommune gehört?
Ja, das kann man, zumindest für die Zeit bis zur Bahnreform. Denn der Begriff "Privatbahn" bezog sich auch immer auf die Tatsache, dass diese Bahnen dem Privatrecht unterstanden im Gegensatz zur Bundesbahn, die als "Beamtenladen" öffentlich-rechtlich organisiert war.
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -