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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
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Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: Alexander Bergner

Datum: 29.06.20 02:11

Hallo wertes DSO-Forum,

hiermit möchte ich mich nochmal kurz zu einigen Themen melden, die im Laufe der Diskussion noch aufgekommen sind.

Ganz grundsätzlich, was die Auflagenzahl im Verhältnis zur verkauften Auflage betrifft: Hier wird nichts "geschönt" oder gar "gefälscht", jedenfalls nicht aus Sicht der Verleger. Diese vermeintliche Diskrepanz zwischen verkauften und überzählig produzierten Druckexemplaren ist letztlich dem Umstand zu verdanken, dass sich die Anzeigenpreise laut Gesetzgeber an der Gesamtauflage orientieren müssen bzw. besser gesagt dürfen, weshalb es für alle Verlage - wirklich alle, nicht nur die Eisenbahnzeitschriften, auch Bertelsmann, Funke, Springer, Spiegel usw. - kalkulatorisch günstiger ist, eine etwas zu hohe Druckauflage anzunehmen, da dieser finanzielle Verlust in aller Regel durch die höheren möglichen Anzeigenpreise kompensiert werden kann. Jeder Verleger wird lieber so handeln als seine Anzeigenpreise vorschnell zu senken und damit für seine Druckerzeugnisse einen Marktwertverlust bei den Anzeigenkunden zu riskieren. Ihr dürft nicht vergessen, dass - auch wieder bis hinauf zu den großen Magazinen wie Spiegel, Stern und Focus - rund ein Drittel aller Kosten durch das Anzeigengeschäft gedeckt werden! Gerade in Zeiten, in denen viele potentielle Anzeigenkunden verstärkt nach vermeintlich günstigeren Alternativen wie etwa dem Internet oder Direktmarketing Ausschau halten, ist es für die Verleger von großer Wichtigkeit, dass das Anzeigengeschäft abgesichert ist. Und das erreicht man am ehesten über die beschriebene Maßnahme. Dass dieses Vorgehen aus umwelt- und ressourcentechnischer Hinsicht nicht eben optimal ist, sollte einleuchtend sein, aber der Markt bzw. das gesetzliche Umfeld lässt zumindest aktuell kein anderes Vorgehen zu. Wer sich in der Medienbranche bewegt, weiss das aber auch. Ich empfehle jedem, sich mal auf Seiten wie etwa Meedia eingehender über diese Thematik zu informieren.

Bezüglich der BahnEpoche kann ich lediglich sagen, dass dies zumindest meines Wissens nach ein Projekt war bzw. ist, welches ganz wesentlich von bekannten "HiFo-Akteuren" wie Robin Garn, Stefan Carstens und Hendrik Bloem initiiert wurde und wohl daher auch als eine optisch und haptisch ansprechendere Variante eben vieler gelungener HiFo-Beiträge betrachtet werden kann. Ich gehe davon aus, dass sich aus dem Kreis der "HiForisten" - ob nun als aktiver Beitrags-Ersteller oder vielmehr als interessierter Mitleser - auch die Hauptzielgruppe der BahnEpoche rekrutiert. Dafür ist die Auflage dann aber doch mehr als ordentlich! Die Beiträge dieser Zeitschrift sprechen jedenfalls jene Klientel ganz bewusst auf persönlicher Ebene an, sozusagen "wie eine emotionale Fachsimpelei unter alten Eisenbahnfreunden". Dies ist das Alleinstellungsmerkmal der BahnEpoche und man muss es mögen, mein Fall ist es zugegebenermaßen nicht unbedingt. Mir liegt da die EisenbahnGeschichte der DGEG stilistisch doch näher, aber das mag bei aller Dampflok- und Eisenbahnbegeisterung meinerseits auch daran liegen, dass ich zu eisenbahnhistorischen Themen den deutlich nüchteren Zugang des Historikers habe - allein schon, weil ich die geschilderten Erlebnisse als "Kind der späten Epoche IV", um einmal Modellbahn-Deutsch zu bemühen, nicht durch eigenes Erleben nachvollziehen kann.

Ob die Hp1 unter der neuen Verlagsregie (damit meine ich nicht die VGB, sondern GeraNova Bruckmann!) noch fortgesetzt wird, wage ich zu bezweifeln. Das letzte Heft 48 war meinem Empfinden nach nur ein Kompendium bereits weitestgehend vor Willy Kosaks gesundheitlich bedingter Zwangspause fertiggestellter Artikel, also noch vom alten Redaktionsteam des Hp1-Verlags bereitgestelltes Material. Um das Heft in gewohnter Weise fortzuführen, müsste man eben jenes Team wieder exakt so zusammenstellen, was ich inzwischen als äußerst schwierig einschätzen würde. Allein Herr Kosak wird sicher nicht mehr dauerhaft als Chefredakteur fungieren können, schon seines Alters wegen. Ich hoffe eher, dass jener Modellbau, der Hp1 ausmacht bzw. ausgemacht hat, in Zukunft vielleicht verstärkt in Heften wie der ModellbahnSchule Eingang finden wird.


Viele Grüße an das DSO-Forum,

Alexander Bergner

P.S.: Ich warte noch immer auf ein Statement von Herrn Muschke bezüglich seiner Pauschalkritik am heutigen MODELLEISENBAHNER!

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: selketalkrokotil

Datum: 29.06.20 07:35

Hallo,

ich will mich kurz fassen.

Ich werde auf jedenfall,nach Ablauf meines Testabos,der "Bahn Epoche" treu bleiben und das Abo verlängern.
Vorausgesetzt,die Aufmachung bleibt so wie sie ist.

Die "Eisenbahn Geschichte" DGEG werde ich mit Sicherheit auch weiterhin kaufen.

Bei den gemischten Eisenbahnmagazinen,bevorzuge ich den "Eisenbahn Kurier".
Wobei ich den Modellbahnteil verbesserungswürdig empfinde.

Gruß

Selketalkrokotil




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.06.20 07:37.

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: schweijkjosef

Datum: 30.06.20 10:29

Hallo,
die Bahnepoche ist ein nostalgisches Medium für die alte "Beamtenbahn" und daher für denjenigen interessant, der diese - zumindest als Kind - noch erlebt hat. Dazu auch viele Artikel über Vorkriegs-Reichsbahn und DR Ost. Ich finde sie sehr gut - und sie hat einen weiteren Vorteil : 4x jährliche Erscheinungsweise belastet den Etat nicht sehr und läßt keinen Papierberg anwachsen. Eisenbahngeschichte ebenfalls ein Fachblatt für den Vorbildinteressierten , allenfalls der etwas nordwestdeutsche Themenschwerpunkt verdient etwas Kritik... Die MIBA ist für den Anlagenbauer gedacht - das war sie schon immer. Für mich uninteressant. EJ: Seit Herr Merker nicht mehr dahintersteht, ein Farbbildblättle mit krampfhaft gefüllten Seiten. Eigentlich unnötig - außer den Specials, die sind gut gemacht und ich werde sie mir auch weiterhin bei Interesse für das Thema anschaffen. Und der EK: Das Blatt immer langweiliger und teuer, der Modellbahnteil voll mit Artikeln von Super-Modellbahnern , Computerfreaks und "Kurz-Text"-Tests. Meine Reaktion darauf war, das Abo zu kündigen.. Immer noch unerreicht die Qualität der (Baureihen-) Bücher - da bekommt man Top-Leistung fürs Geld. Das EM letztendlich ein breitgestreutes Werbeblatt , früher unter Herrn Hill ein Forum ( schwerlastig zugunsten der "Gleichstromer" und märklinkritisch) mit fundiertem Informationsinhalt - heute auch schon eher oberflächlich. Diese Tendenz zeigt erst recht der meb - wirklich etwas mit "Bildzeitungsniveau" mit eben vielen Bildchen und wenig Text - aber für diese Klientel muß es eben auch etwas geben … ( "Du gleichst dem Geist, den Du begreifst,....") Man darf aber keineswegs den Fehler machen, das Niveau des heutigen Blättchens mit dem zu DDR-Zeiten vergleichen zu wollen - schließlich war das die Fachzeitschrift mit Monopol in der DDR und sie hatte Niveau - ausser dem Pflichtanbeten der Arbeiter-SED-Götzen - aber das war begrenzt. Facit: Wirklich gute Eisenbahnliteratur wird immer seltener, die gedruckten Periodika werden verschwinden, so wie sich das im allgemeinen Zeitschriftenmarkt zugunsten des Bildschirms auch abspielt. Und die Methode mancher Verlage, möglichst alles oberflächlich breit zu treten und dann kurzfristig zu verramschen , wird davor auch nicht haltmachen - da helfen auch solche Werke wie "Eisenbahn von oben unten, rechts und links" und "1000 Dinge, die man über Bahnhofstoiletten wissen muß" - gar nichts - das Ganze oft noch voller inhaltlicher Fehler...

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: selketalkrokotil

Datum: 30.06.20 17:50

schweijkjosef schrieb:
Hallo,
die Bahnepoche ist ein nostalgisches Medium für die alte "Beamtenbahn" und daher für denjenigen interessant, der diese - zumindest als Kind - noch erlebt hat. Dazu auch viele Artikel über Vorkriegs-Reichsbahn und DR Ost. Ich finde sie sehr gut - und sie hat einen weiteren Vorteil : 4x jährliche Erscheinungsweise belastet den Etat nicht sehr und läßt keinen Papierberg anwachsen. JA.Ich bleibe dabei.
[/b]
Eisenbahngeschichte ebenfalls ein Fachblatt für den Vorbildinteressierten ,allenfalls der etwas nordwestdeutsche Themenschwerpunkt verdient etwas Kritik...[b] Auch die werde ich weiterhin kaufen.


Die MIBA ist für den Anlagenbauer gedacht - das war sie schon immer. Für mich uninteressant. Für mich auch weitgehend uninteressant.

EJ: Seit Herr Merker nicht mehr dahintersteht, ein Farbbildblättle mit krampfhaft gefüllten Seiten. Eigentlich unnötig - außer den Specials, die sind gut gemacht und ich werde sie mir auch weiterhin bei Interesse für das Thema anschaffen. Ich auch

Und der EK: Das Blatt immer langweiliger und teuer, der Modellbahnteil voll mit Artikeln von Super-Modellbahnern , Computerfreaks und "Kurz-Text"-Tests. Sieht Du vollkommen richtig. Nicht nach meinem Geschmack.
Den nicht Modellbahnteil,finde ich persönlich gut.
Meine Reaktion darauf war, das Abo zu kündigen.. Immer noch unerreicht die Qualität der (Baureihen-) Bücher - da bekommt man Top-Leistung fürs Geld. Stimme ich voll zu.

Das EM letztendlich ein breitgestreutes Werbeblatt , früher unter Herrn Hill ein Forum ( schwerlastig zugunsten der "Gleichstromer" und märklinkritisch) mit fundiertem Informationsinhalt - heute auch schon eher oberflächlich. Diese Tendenz zeigt erst recht der meb - wirklich etwas mit "Bildzeitungsniveau" mit eben vielen Bildchen und wenig Text - aber für diese Klientel muß es eben auch etwas geben … ( "Du gleichst dem Geist, den Du begreifst,....") Man darf aber keineswegs den Fehler machen, das Niveau des heutigen Blättchens mit dem zu DDR-Zeiten vergleichen zu wollen - schließlich war das die Fachzeitschrift mit Monopol in der DDR und sie hatte Niveau - ausser dem Pflichtanbeten der Arbeiter-SED-Götzen - aber das war begrenzt. Facit: Wirklich gute Eisenbahnliteratur wird immer seltener, die gedruckten Periodika werden verschwinden, so wie sich das im allgemeinen Zeitschriftenmarkt zugunsten des Bildschirms auch abspielt. Und die Methode mancher Verlage, möglichst alles oberflächlich breit zu treten und dann kurzfristig zu verramschen , wird davor auch nicht haltmachen - da helfen auch solche Werke wie "Eisenbahn von oben unten, rechts und links" und "1000 Dinge, die man über Bahnhofstoiletten wissen muß" - gar nichts - das Ganze oft noch voller inhaltlicher Fehler...

Gruß

Selketalkrokotil
air schrieb:
Hallo
welche Zeitschriften bleiben und.
welche nicht?
Gera Nova hat ja den Verlag übernommen.

air
Hallo,
ab wann übernimmt denn GeraNova Bruckmann nun die VGB? Ich meine sie haben noch nicht. Ab 1. Juli? Weiß es jemand?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.06.20 19:23.

Die Verkaufszahlen sind wohl sehr geschönt

geschrieben von: Werner Müller

Datum: 01.07.20 14:22

Hallo,

die echten Verkaufszahlen liegen wohl überall im steilen Sinkflug. Bei EJ soll die verkaufte Auflage um 1000 Stück zu liegen.
Ich kenne einen Händler, der nur ein Belgeexemplar bekommen hat. Das Heft 5/6 2020 kam gar nicht...
Vor Jahren war schon sehr überrascht als das EM von einstens über 50 000 auf deutlich unter 20 000 lag und heute bei geschätzen 10 000 liegen soll.
Auch bei anderen Zeitschriften sinkt die verkaufte Auflage, außer bei Drehscheibe Print im Osten....

Die Marktbereinigung wird folgen.

Man darf nicht vergessen DSO oder z.B. 1: 160 Forum, ersetzt die Print locker.
Hast ne´ Frage, bekommst Du gleich sehr schöne, praktische Lösungen und Tipps.

Gruß
Werner

Re: Die Verkaufszahlen sind wohl sehr geschönt

geschrieben von: schweijkjosef

Datum: 02.07.20 10:30

Hallo Werner,
Sic! - Genau soo ist es! Die Foren sind für Fragen absolut schneller und jemand weiß da immer was ! Und die Urteile über Produkte der "Hersteller" ( in der Mehrzahl eher Import-Grossisten !) sind von den Forenmitgliedern allemal echter, da sie auf realen Erfahrungen damit beruhen. Genügend Fotos gibt es ebenfalls. Und man muß nicht mehr allein die Meinung einer Print-Fachpresse zu genießen, die auf Anzeigenkunden der Industrie mehr denn je angewiesen ist. Die Zeit von journalistischen Charakterköpfen wie "WeWaWe" oder "J.M.Hill". ist eben vorbei. Es wird sich sicherlich von vielen Leuten in der Fachpresse noch Mühe gegeben, aber das wirtschaftliche Erfolgsprinzip schränkt die Verbreitung dieses Print-Mediums immer mehr ein - siehe ja auch bei den Tageszeitungen..
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