DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 11 - Bahn und Medien 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Seiten: 1 2 3 All Angemeldet: -

Re: Keine BahnEpoche mehr, es wäre doch ein Verlust!

geschrieben von: 101-Fan

Datum: 24.06.20 15:48

Matthias Muschke schrieb:
Ja, ist aber leider nur noch was für alte weisse Männer. In Zukunft gibt es wahrscheinlich Themen wie essbaren Einweggeschirr im Speisewagen, nachhaltige, biologisch abbaubare Wagenkästen, fair gewebte Sitzbezüge im ICE und die besten Graffitis im Nahverkehr...

MfG
Da muss ich energisch widersprechen! Die BahnEpoche lese ich auch sehr gerne. Und ich bin erst 34. Ja, ok ich habe schon ein, zwei graue Haare, aber ein "alter, weisser Mann" bin ich noch nicht!
Trotzdem lese ich die BahnEpoche ganz gerne, zeigt sie doch eine Zeit, die ich nicht erleben konnte. Zugegeben, mal ist sie für mich interessanter, mal weniger interessant, aber insgesamt gehe ich ganz gerne auf Zeitreise mit der BahnEpoche. Lustiger weise findet mein Vater(Jahrgang 56) die BahnEpoche langweilig.

Was die Übernahme angeht, so hoffe ich, dass auch mit dem neuen Eigentümer nicht alles zusammengestrichen wird und es trotzdem auch in Zukunft zahlreiche Eisenbahnhefte, Bücher und DVDs geben wird.

Es bleibt wie es ist, ...

geschrieben von: T13

Datum: 24.06.20 15:49

... die Jugend konnte es den weissen/grauen Männern noch nie Recht machen. 🤷‍♂️
Es wird sich alles relativieren!

Ich denke, die BahnEpoche hat ihren festen Kundenkreis - mich eingeschlossen - und wird es weiter geben, weil Eisenbahngeschichte auch jüngere Semester interessiert. Als Jungspund habe ich mich, als in die "Epoche IV-geborener", auch sehr für die Epochen II und III interessiert, also!

Wir werden sehen?

http://abload.de/img/rimg00141kav1.jpg
Grüße
Tjark

"Dann solltest du dir die aktuellen Hefte anschauen!" 

geschrieben von: Enno

Datum: 24.06.20 16:37

Der Aussage kann ich mir nur anschließen. Das Layout wird immer besser und inhaltlich findet sich auch viel gut Gemachtes zu interessanten Themen. Ein Geheimnis des Erfolgs des ME ist sicher die Bandbreite der Themen. Das bedeutet aber automatisch, dass nicht alles, allen gleichermaßen gefällt.

Eine beträchtliche Anzahl von Äußerungen. Die eine Hälfte sind Vermutungen ohne Beleg, die andere Hälfte reine Bekundungen des persönlichen Geschmacks. Bescheidene Frage: Was bringt eine Diskussion auf einer solchen faktenlosen Basis?
D.Kunen schrieb:
Guten Tag in die Runde

Es wäre schade wenn die BahnEpoche auf der Strecke bliebe. Ich bin Leser der ersten Stunde,und war immer wieder überrascht von Themen mit Bezug auf die "Alte Eisenbahn". Eine Eisenbahn die noch einen hohen Stellenwert in Deutschland hatte ,und funktionierte.!!
Ich hoffe die BahnEpoche bleibt,wie auch immer.

VG Dietmar Kunen
Blocksiesel
Ich finde die Bahn Epoche sehr gelungen.
Ich bin Abonnement
Wäre wirklich schade wenn sie verschwinden würde..

Gruß

Selketalkrokotil
Andreas Knipping schrieb:
Eine beträchtliche Anzahl von Äußerungen. Die eine Hälfte sind Vermutungen ohne Beleg, die andere Hälfte reine Bekundungen des persönlichen Geschmacks. Bescheidene Frage: Was bringt eine Diskussion auf einer solchen faktenlosen Basis?
Gar Nichts. Aber Gera Nova hat eben in der Vergangenheit genug 19,99 Bücher auf den Markt geworfen um das schlimmste befürchten zu lassen...
So Sachen wie "100 Dinge... die sie unbedingt wissen müssen" sind für mich das Super RTL der Bahnliteratur...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.06.20 20:10.
Enno schrieb:
Der Aussage kann ich mir nur anschließen. Das Layout wird immer besser und inhaltlich findet sich auch viel gut Gemachtes zu interessanten Themen. Ein Geheimnis des Erfolgs des ME ist sicher die Bandbreite der Themen. Das bedeutet aber automatisch, dass nicht alles, allen gleichermaßen gefällt.
Das einzige Geheimnis war der Preis und die erhebliche Anzahl sentimentaler Altabonnenten samt Kindern und Enkeln. Sorry, aber ich kann dem Ding halt nichts abgewinnen. Ich mag lange Artikel, mit grossen Bildern, Zeichnungen und tiefgründigen Informationen. Gab es trotz aller Zugeständnisse bis 1990 auch im me... Auf dem Niveau, mit besserem Papier und mehr Umfang, hätte man weitermachen sollen ...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Ein herzliches Hallo zu sehr später Stunde,

als ehemaliger MEB-Redakteur und mit der VGB noch immer eng verbundener Freier Mitarbeiter desselben möchte ich Herrn Muschkes Pauschalkritik am MODELLEISENBAHNER hier so nicht stehen lassen.

Der heutige MEB versteht sich als ein Heft für Alle, die an der Eisenbahn interessiert sind. Die Redaktion erarbeitet stets eine möglichst bereite Themenstreuung, damit jeder Leser einen (oder bestenfalls auch mehrere) Artikel vorfindet, die sein Interessensgebiet voll und ganz berühren. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings ausdrücklich nicht, dass der MEB deshalb in den Artikeln selbst die nötige Tiefe vermissen ließe! Wie Sie sicherlich wissen, sind für den MEB zahlreiche sehr namhafte Autoren tätig, gerade auch im Bereich der stark technisch und bahngeschichtlich betonten Artikel. Auch der Modellbahnteil profitiert von in der ganzen Szene äußerst bekannten Modellbaukünstlern, die Ihre Werke in ausführlichen und in der Regel gut bebilderten Berichten vorstellen - hier wird nichts versteckt oder "verkünstelt". Damit auch Modellbahn-Einsteiger (soll es ja immer noch geben...) etwas davon haben, finden natürlich auch des öfteren Grundsatzartikel auf einem Niveau, das zum gelingenden Selbst-Ausprobieren einlädt, den Weg ins Heft. Die Anlagenportraits unterscheiden sich in ihrem lebendig-reportagehaften Bild- und Textstil (ein gut gepflegtes Erbe von Dr. Haucke) deutlich von vielen anderen Heften. Das Layout des MEB ist modern und frisch, klar strukturiert und nach professionellen grafischen Gesichtspunkten (vernünftige Text-Bild-Verteilung usw.) gestaltet.

Dass der MEB aber nicht mehr so sein kann wie der alte "ME" zu DDR-Zeiten, sollte auch Ihnen klar sein, Herr Muschke. Ja, die Bauberichte im Modellbahnteil mit den vielen Zeichnungen waren so exzellent - ebenso wie etwa die legendäre "Reichsbahn-Länderbahn-Selbstgebaut"-Serie im Eisenbahn-Journal vor dreißig Jahren - wie die gezeigten Resultate, jedoch ganz eindeutig den damaligen Umständen geschuldet. Es gab bekanntlich viel weniger Modelle aus heute und diese auch oft nur in eher einfacherer Nachbildungs-Qualität. Da mussten die Modellbahner also noch viel mehr selbst bauen, wenn Sie das entsprechende Modell auf ihrer Anlage einsetzen wollten. Das war für die Kreativität des Hobbys sicher absolut förderlich, jedoch entspricht der Trend zu immer mehr und vor allem immer diversifizierteren Modellen schlicht und ergreifend den Tatsachen, die sich auch ein Modellbahnheft, welches noch am Puls der Zeit sein möchte, stellen muss. Niemand wird heute noch aus drei mäßigen Modellloks eine gute "schnitzen", wenn es für das gleiche Geld ein nahezu perfekt detailliertes, zeitgemäßes Modell dieses Vorbildes gibt. Das schmälert die Nachbau-Bereitschaft unter den Lesern sicher ganz erheblich, weshalb mittlerweile eben mehr so Dinge wie Verfeinerung, Alterungstechniken, Umfeldgestaltung usw. in den Bastel-Beiträge Eingang finden, die im alten "ME" noch so gut wie nicht vorgekommen sind. Diese Änderung der Herangehensweise an das Hobby muss eben eine moderne Special-Interest-Zeitschrift einfach berücksichtigen, sie muss Das bringen, was eine Mehrzahl ihrer Leser heute interessiert und ihre heutige Einstellung widerspiegelt!

Herr Muschke, noch eine direkte Frage an Sie in diesem Kontext zum MEB: Eventuell erinnern Sie sich, falls sie sie gelesen haben sollten, an meine Titelgeschichte über die Eisenbahn in Freiberg/Sachsen in Ausgabe 3/2020. Selbst mir ist natürlich bewusst, dass sich dieses Thema auf acht Seiten nur unter gewissen Einschränkungen behandeln lässt - eine Zeitschrift ist schließlich kein Fachbuch; dies als Leser zu erwarten, wäre gelinde gesagt auch ein wenig vermessen! Jedoch denke ich, dass mir die Darstellung der Freiberger Eisenbahngeschichte trotz aller Zwänge ganz ordentlich gelungen ist. Immerhin handelt es sich um ein Thema, welches zumindest in zusammenhängender Form bislang noch in keiner Eisenbahnzeitschrift behandelt wurde. Zudem gab es auch noch keine Reportage über den Bergstadt-Express, allenfalls kurze Berichte in den diversen Magazinen oder eben im Netz. Der Artikel bot also für viele Leser - selbst aus dem respektablen "Bahn-Narrenland" Sachsen, wie das positive Feedback gezeigt hat - wirklich etwas Neues und zudem einen informativen Überblick der regionalen Eisenbahngeschichte. Dies soll nun bitte nicht als Eigenlob verstanden werden, weshalb sich hieran sogleich meine Fragestellung anschließt: Was ist nun Ihr konkreter Kritikpunkt an einer solchen MEB-Titelgeschichte, was haben Sie vermisst, was hätten Sie anders erwartet? Ich denke, hier ist ein wenig Aufklärung durchaus angebracht.

Zumal ich in den letzten Jahren die Tendenz feststellen konnte, dass sich besonders der von Ihnen als Fachautor stets lobend erwähnte EK immer stärker weg von einem "Generalisten" der Eisenbahn- und Modellbahnszene hin zu einer Art alternativen "Jahrbuchs für Eisenbahngeschichte", um mal einen Vergleich zu bemühen, entwickelt. Inzwischen werden im EK etwa die Lokeinsätze eines kleineren Bw's der DR auf fünf Seiten in überwiegend tabellarischer Form - ergänzt durch ein paar motivlich-perspektivisch eher "gewöhnliche" Fotografien, um es freundlich auszudrücken - präsentiert, also ein eher spezielles Thema und noch dazu in einer sehr nüchternen Darstellungsweise, die sicherlich die Grenzen des "Very Special Interest" bereits hinter sich gelassen hat. Nur mal als ein Beispiel aus der aktuellen Juni-Ausgabe des EK hier aufgeführt. Der Modellbahnteil ist ebenso eher auf spezielle Themen fokussiert, wieder in Bezug auf die letzte Ausgabe vielleicht Abgesehen vom recht gut gemachten Baubericht des verfallenen Fachwerkhauses von Busch.

Das Layout des EK ist ebenfalls überholungsbedürftig, vor allem Struktur und Logik der Text-Bild-Anordnung erinnern zumindest mich immer mehr an ein Abspulen eines Baukastenverfahrens ohne übergeordnete Kontrolle durch einen Grafiker bzw. grafikaffinen Redakteur. Zudem ist auch die Farbgestaltung mit diversen Grau- und Brauntönen und den zumeist reinschwarzen Schrifttypen von der Titelzeile bis hin zum Infotext nicht mehr wirklich up to date - das soll jetzt kein Plädoyer für eine quietschbunte Fassung sein, aber ein wenig mehr "Pep" könnte der EK vor allem in dieser zugegeben rein oberflächlichen Hinsicht schon gebrauchen. Immerhin haben diverse Leser-Forschungen im Zeitschriftenbereich dargelegt, dass selbst diejenigen Leser, welche von sich behaupteten, ausschließlich am Inhalt interessiert zu sein, ein und denselben Text- und Bildinhalt bei einem guten, modernen Layout als deutlich besser bewerteten.

Allerdings sind das nur meine eigenen Ansichten, so lange der EK mit seiner derzeitigen Linie bei den Lesern erfolg hat, sei ihm dieser gegönnt!


Viele Grüße an das DSO-Forum,

Alexander Bergner



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.06.20 02:50.
Zitat: "eine Zeitschrift ist schließlich kein Fachbuch"

Dem kann ich erstmal voll zustimmen.
Aber auch im Bereich der Fachbücher scheint sich etwas zu wandeln. Die Zahl derer, die sich ein reines Fachbuch zu einer bestimmten Baureihe oder einer Strecke zulegen (z.B die alten EK-Bücher), und für einen erweiterten technischen/betrieblichen Buchteil auf auf erweiterte Fotoseiten verzichten würden, nimmt doch stark ab.
Mittlerweile ist es ja so, das Bücher zu regionalen Themen auch mit dem Umfeld beschäftigen um eine ausreichende Stückzahl verkaufen zu können. Dabei kommt einem umfangreichen Bildteil eine immer größere Bedeutung zu, da sich viele Leser auch nicht mehr so tiefgreifend in die Materie "versenken" wollen.
Guten Tag in die Runde
Guten Tag Herr Bergner

Es war im Dezember 1989 als ich das erste mal auf der Fahrt nach Klostermannsfeld in Sangerhausen mir den Modelleisenbahner gekauft habe. Schon alleine der Preis war einfach spitze nebst dem Inhalt. Damals hatte ich noch eine grosse Fleischmannanlage in HO mit reinem Dampfbetrieb. Da war der Modelleisenbahner eine willkommende Alternative zu den Westdeutschen Eisenbahn Zeitschriften. Auch heute noch kaufe ich neben der BahnEpoche sporadisch den Modelleisenbahner,je nach den Themen die mich als Technik begeisteter interessieren.
Genau wie die BahnEpoche muss der Modelleisenbahner erhalten bleiben.

VG Dietmar Kunen
Blocksiesel
Wir beobachten im Bereich der Eisenbahn-Publizistik wie in so vielen Bereichen von Fernsehen bis Gastronomie und von Fahrrädern bis Modellbahn ganz einfach einen breit gefächerten Markt für verschiedene Bedürfnisse und mit verschiedenen Preisklassen. Wenn ein Produkt sich relativ lang am Markt hält, darf man allgemein annehmen, dass eine Kundschaft existiert. Es scheint ausreichend Leute zu geben, die sich das Lok-Magazin oder die Bahn-Epoche oder den Modelleisenbahner oder den Lok-Report oder das Eisenbahn-Journal oder das Eisenbahn-Magazin kaufen. Ob der eine Leser den anderen Leser oder seine Lektüre belächelt, ist dabei ganz irrelevant.
Die nostalgische Behauptung, dass früher alles besser war, ist verfehlt. Ich habe mit großer Rührung in den alten Heften von MIBA und Modelleisenbahner nachgelesen, wie man sich in der Nachkriegszeit eine Modellbahn komplett selbst gebaut hat. Kein heutiges Supermodell und keine digitale Superanlage kann wohl mehr die Freude und den Stolz erzeugen, die ein Mann empfinden mochte, der sich 1948 die Gleise, die Weichen, den Trafo, die Loks und die Wagen seiner H0-Anlage eigenhändig gefertigt hatte. Heute dürften Bauanleitungen für einen Abteilwagen aus alten Konservendosen weniger Beifall finden.
In den 1960er Jahren war es dann eine Offenbarung, wenn Zeitschriften nie gesehene Baureihen oder Strecken präsentierten. Doch mit dem fachlichen Niveau damaliger Baureihen- oder Privatbahnporträts würde man heute vor dem Hintergrund dickster Bücher zu alledem ausgelacht. "Dampflok in jeder Darreichungsform" aus den 1970er und 1980er Jahren ist auch nicht mehr angesagt. Die Verlage und Redaktionen tun sich heute schon schwer, für Heft und Buch zugkräftige und noch nicht abgegraste Themen zu finden. Die eine oder andere zu detailverliebte Darstellung bleibt dabei genausowenig aus wie manche Dünnbrettbohrung. Einfach schade ist, dass man auf dem deutschen Markt mit "Ausland" jenseits von ein wenig Alpenglühen überhaupt nicht ankommt. Und die Länderbahnzeit ist leider marktmäßig gestorben.
Ich arbeite seit Jahrzehnten für so gut wie alle Verlage, bin an deren unternehmerischen Entscheidungen nie beteiligt und erfahre davon auch nicht exklusiv. Wohl aber werde ich Zeuge all der Nöte, die die Verlage mit ihren Themen, mit ihren Autoren und ihren Lesern haben. Die Entscheidungsträger sind nicht einfach geldgeil, müssen aber die laufenden Gehälter und Büromieten ganz einfach bezahlen. Die Redakteure sind auch nicht einfach doof, aber sie haben nicht alle das Dreifachstudium von Geschichte, Maschinenbau und Journalismus absolviert.
Nach alledem halte ich es einfach für entbehrlich, das schlichtere Marktsegment aus der Warte eigenen Spezialistentums zu verachten, irgendwelchen Verlegern schlechthin den guten Willen abzusprechen und irgendwelche Kahlschläge ohne jeden Hintergrund von Information einfach mal anzukündigen.
Guten Abend Andreas,

Deine Schilderung der Sachlage ist einfach gut!

Es ist bei den sich gegenseitig belächelnden Käufern aber auch der Typus nicht zu verachten, der vielleicht mehrere Hefte bezieht. Und da stoßen dann aber solche Dinge auf, wie ich beim Durchblättern der pdfs auf der VGB-Seite sah, dass Meldungstexte in EJ und MEB wohl gleich sind - inkl. Bild. Oder dass letztes Jahr ein Anlagenbauer seine Selbstbeweihräucherung im gleichen Monat (wie auch sonst) an EK und MEB verkauft hat ... da kommt man sich doch als Käufer der Zeitungen verarscht vor?

Andererseits hat mich als Insider auch gewundert, was Redakteure alles "wußten" zur Abstellung der 18 201. Mit dem Lokeigentümer hatten sie nicht gesprochen ... da kann man sich dann sein Bild machen über die veröffentlichte Kompetenz.

Man braucht von diesen allgemeinen bunten Heften nicht mehr als eins - zumindest regelmäßig. Alexander Bergner möge das Layout des MEB loben - aber wenn das Layout nur einen dürftigen Inhalt umgreift - was soll das für einen Wert haben? Vor 20 Jahren war ich selbst beim MEB tätig. Mittlerweile habe ich mein Abo gekündigt. Es sind andere, die "Neues" ausgraben und sich damit interessant machen. Zu Recht. Und darüberhinaus ist der ganz andere Schwerpunkt von BahnEpoche, EisenbahnGeschichte und manchmal auch EisenbahnRomantik die Gedanken anregend.

Ich bin der Meinung - diese ist ob ihrer mangelnden Repräsentativität wahrscheinlich unmaßgeblich - dass das Publikum, die Käufer durchaus tiefgehende, erklärende, hintergründige Beiträge wünschen, statt immer wieder neuer flacher Aufgüsse. Nur haben die Verlage dazu wenig Mut - kann sein, dass das unternehmerisch nicht zu machen ist. Aber in Gesprächen oder auch bei Vorträgen denken die Leute gern mit - das durfte ich erleben!

Beste Grüße - den damaligen Kollegen weiterhin alles Gute (die sitzen ja heute auf der einen wie auf der anderen Seite - und dann noch die oben mehr oder weniger handelnden Personen - interessante Kreise tun sich da auf)!

Klaus
Hallo,

vorab erstmal ein paar Worte.
Ich schreibe fuer das EM seit 20 Jahren, erst nur zur Technik, spaeter auch Gebaeudebau und inzwischen zu recht vielen Themen, wie Gueterwagen, Gleisbau, Sicherungstechnik, manchmal auch Fahrzeuge. Fuer die DiMo von der VG Bahn bin ich ebenfalls aktiv, wie auch sporadisch fuer den EK, bzw. Modellbahn-Kurier Digital. Manchmal gibt es im N-Bahn-Magazin auch etwas von mir zur Technik zu lesen.


> Es ist bei den sich gegenseitig belächelnden Käufern aber auch der Typus nicht zu verachten, der vielleicht mehrere
> Hefte bezieht. Und da stoßen dann aber solche Dinge auf, wie ich beim Durchblättern der pdfs auf der VGB-Seite sah,
> dass Meldungstexte in EJ und MEB wohl gleich sind - inkl. Bild. Oder dass letztes Jahr ein Anlagenbauer seine
> Selbstbeweihräucherung im gleichen Monat (wie auch sonst) an EK und MEB verkauft hat ... da kommt man sich doch als
> Käufer der Zeitungen verarscht vor?

Danke fuer die klaren Worte, denen ich voll zustimme. Wenn ich ein Thema in mehr als einer Zeitschrift veroeffentliche, wird das zwar teilweise in einem Arbeitsgang erstellt, aber trotzdem kommen zwei verschiedene Beitraege dabei raus. Waehrend ich bei Technikthemen im EM den normalen Modellbahner anspreche, wird das in der DiMo oder im Modellbahn-Kurier Digital dann schon mit deutlich mehr Tiefgang und passend zu der Zielgruppe "Digital-Freak" gebracht.

Ich finde es auch nicht wirklich gut, wenn in zwei Zeitschriften ein identisches Diorama bei Landschaftsbau oder Gebaeudebau zeitgleich gezeigt wird. Gerade bei so etwas kann man ganz andere Dinge bringen, aber einfach zweimal etwas verwenden, ist halt die schnelle Loesung. Bei Technikthemen oder Fahrezugen, wo ein bestimmtes fertiges Teil im Mittelpunkt steht, ist das natuerlich schwieriger. Einmal den Decoder von links und einmal von rechts fotografieren ist immer noch der gleich aussehende Decoder. Aber auch da spreche ich mich durchaus mit Kollegen ab und gebe den Auftrag an einen Kollegen weiter, anstatt in zwei Zeitschriften das gleiche Thema zu bearbeiten. Man muss sich ja nicht Konkurrenz machen und der LEser bekommt auch von zwei Autoren etwas zu lesen.


> Ich bin der Meinung - diese ist ob ihrer mangelnden Repräsentativität wahrscheinlich unmaßgeblich - dass das Publikum,
> die Käufer durchaus tiefgehende, erklärende, hintergründige Beiträge wünschen, statt immer wieder neuer flacher
> Aufgüsse. Nur haben die Verlage dazu wenig Mut - kann sein, dass das unternehmerisch nicht zu machen ist. Aber in
> Gesprächen oder auch bei Vorträgen denken die Leute gern mit - das durfte ich erleben!

Mir wird das auch immer wieder zugetragen. Aber es soll halt fuer jeden Geschmack etwas im Heft sein. Tiefgang ist halt so eine Sache. Wenn der Autor das liefern kann und auch gute Bilder hat, wird es manchmal doch gemacht. Aktuell sieht man es beim Thema Freileitungen im naechsten EM. Da wurde spontan ein zweiter Teil angesetzt, wo weitere Bilder folgen. Freileitungen sind halt mehr, als ein paar Holzstangen und Isolatoren. Wozu man die Leitungen braucht, folgt dann in Teil 2. Als aktiver Museumsbahner, der die Einmann-Nachrichtenmeisterei ist, sitzt man da natuerlich an der Quelle.
Man muss halt nur die richtigen Leute ueberzeugen, dass das Thema etwas umfangreicher ist. Der LVT-Test im EM wurde auch um einen Dreiseiter zur Technik erweitert. Bei den Schranken im letzten Jahr war es aehnlich. Bloed war dann nur, dass der Modellteil zu wenig Platz hatte und daher noch ein Baubericht zur RST-Schranke mit leider viel Abstand folgt. Aber das war halt der Kompromiss, anstatt den Vorbildteil und den Baubericht zu stark zu beschneiden. Dass beim Modellteil aber Platz fuer irgendwelche Uralt-Schranken verbrannt wird, die auf einer aktuellen Modellbahn nicht nur nach meiner Meinung nicht zu suchen haben, war nicht meine Entscheidung. Angeblich erwartet der Leser das...

Bei den Modellbahnbeitraegen baue ich allerdings nicht nur schnell ein Diorama fuer die einmalige Nutzung, sondern baue das gleich als Modul fuer den Einsatz im Fremo. Was ich da manchmal als schnell zusammengeschusterten Murks sehe, stoesst mir einfach auf. Manche Kollegen machen das halt nur schnell und nicht gut.


Wo die Reise hin geht, werden wir sehen. Bei den Zeitschriften fuer alle Themen wird es sicher eine geben, die wegfaellt. Das kann nicht anders sein. Bei der DiMo sehe ich das Problem nicht. Die hat ihre treue Leserschaft seit zehn Jahren und eine andere Zeitschrift fuer den Themenbereich gibt es nicht. Fuer die Monatsausgaben waere das auch zu viel Hardcore-Bastelei, was da geboten wird.

Bisher hatte jede Zeitschrift auch ihre typischen Merkmale, sowohl fuer den Leser, als auch fuer uns frei Mitarbeiter. Ich hoffe, dass das nicht zu viel Gleichmacherei gibt. Wie schon gesagt wurde, ein tolles Layout alleine ist es nicht.


Wichtig ist nur, dass die Leser den Redaktionen ein Feedback geben. Hier meckern interessiert nicht, schreibt es den Redaktionen, was ihr lesen wollt. Lobt gute Beitrage und meckert uber fragwuerdiges Zeug, wie Uralkram, was nicht mehr zeitgemaess ist.


Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Ich habe nun diverse Zeitschriften aus über 50 Jahren in meinem Archiv. Irgendwann kommen zum Vorbild nicht mehr viele wirklich neue Erkenntnisse ans Tageslicht.

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: Südbadener

Datum: 28.06.20 09:35

Hallo,
aktuelle Auflage siehe (Seite 19): [shop.vgbahn.info]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 09:38.

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 28.06.20 10:19

Schlimmer als ich dachte... 😅🤣

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

OT: Frage zu Mediadaten

geschrieben von: L-B-E

Datum: 28.06.20 15:04

Hallo,
ich habe ein paar Verständnisfragen zu den Mediadaten.
Z. B. das Eisenbahn-Journal
Druckauflage: 16.000 Stück
Verkaufte Auflage: 7.500 Stück
Abonnenten: 2.900

Sind die 2.900 Abonnenten bereits in der verkauften Auflage enthalten?
Oder bezieht sich verkaufte Auflage ausschließlich auf den Absatz über den Handel?
Was passiert mit den nicht verkauften (8.500/5.600) Exemplaren? Sind das alles Remittenden?
Wenn 35 % bis 53 % der gedruckten Auflage sich nicht verkaufen lassen,
warum wählt man eine solch hohe Druckauflage? Remittenden verursachen gleichfalls Kosten?
Sind die Druckkosten (technische Gründe im Offsetdruck?) für 16.000 Exemplare günstiger als für z. B. 11.000 Exemplare?

Vielen Dank vorab.

VG Frank

Ein echtes Foto muß nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden - Anselm Adams

Re: OT: Frage zu Mediadaten

geschrieben von: Ingo

Datum: 28.06.20 15:58

Hallo Frank,

nach meinem Kenntnisstand sind die Abos, Frei- und Belegexemplare, ... alle in der Zahl der verkauften Hefte mit drin.

Ich habe mal gegenüber von einem Zeitschriftenauslieferungslager gearbeitet und konnte schön auf den Hof runter schauen. Da stand immer mindestens ein großer Abfallcontainer (ich meine so ein großer Absetzcontainer den ein LKW komplett übers Heck hochzieht) und in den sind per Förderband direkt aus der Halle die Bündel gekommen.

Auch ist mir bekannt, dass die Händler als Nichtverkaufsnachweis nur die erste Seite/Umschlagdeckblatt abgeben mussten. Den Rest konnten sie direkt verklappen um ihn los zu werden. Keine Ahnung, ob es Zeitschriften gibt, die bis zum Verlag zurück gehen, wenn sie nicht verkauft wurden, ich glaube es aber nicht.

Gruß Ingo

PS: Ich hatte vor geraumer Zeit Kontakt hier auf DSO mit jemanden aus der Verlagsbranche und der meinte die Verkaufszahlen wären teilweise kräftig geschönt.

PPS: Zeitung die - als Flugzeuge noch flogen und nicht nur standen - dort als Freiexemplare abgegeben wurden, als verkauft gezählt wurden. So werden die Auflagenzahlen ebenfalls geschönt.

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: BahnDahm

Datum: 28.06.20 18:10

Hallo,

mir ist aufgefallen, dass sich VGB-Zeitschriften (auch) mit Modellbahnthemen wesentlich besser
verkaufen lassen als "reine" Eisenbahn-Periodika. Selbst die sehr spezielle "Digitale Modellbahn" hat
eine - wenn auch nur sehr geringe - höhere Auflage als z.B. das Eisenbahn-Journal.

Besonders schade finde ich es, dass die BAHNEpoche die geringste Auflage von allen aufgeführten
Periodika aufweist - hoffentlich wird diese außergewöhnliche Zeitschrift nicht eingestellt ...

Gruß Raimund



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 18:22.

Re: Bahn Epoche? Kein Verlust!

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 28.06.20 18:30

Hallo,

> mir ist aufgefallen, dass sich VGB-Zeitschriften (auch) mit Modellbahnthemen wesentlich besser
> verkaufen lassen als "reine" Eisenbahn-Periodika. Selbst die sehr spezielle "Digitale Modellbahn" hat
> eine - wenn auch nur sehr geringe - höhere Auflage als z.B. das Eisenbahn-Journal.

die "Digitale Modellbahn" ist sehr speziell. Es gibt es keine andere Zeitschrift, die Modellbahn und Elektronik auf hohem Niveau kombiniert, wie die DiMo. Reine Elektronikzeitschriften haben zu wenig zur Modellbahnsteuerung drin und daher kauft die kaum ein Modellbahner. Die normalen Modellbahnzeitschriften mit solchen Hardcore-Bauanleitungen zu fuellen, waere wenig sinnvoll. Da blaettern viele Leser weiter, weil das deren Fachwissen uebersteigt. Buecher koennen das auch nicht ersetzen, da die zu schnell veraltet sind. Allenfalls die jaehrliche Ausgabe Miba Extra Digital oder der Modellbahn-Kurier Digital sind noch in der Ecke angesiedelt, aber nicht so extrem, wie die DiMo. Wenn man die DiMo aufgeben sollte, waere das ziemlich dumm.


> Besonders schade finde ich es, dass die BAHNEpoche die geringste Auflage von allen aufgeführten
> Periodika aufweist - hoffentlich wird diese außergewöhnliche Zeitschrift nicht eingestellt ...

Die naechste Frage ist, was mit dem Hp1 wird...

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Seiten: 1 2 3 All Angemeldet: -