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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Liebe Freunde der Eisenbahn im restaurierten Stummfilm,

auf einem spanischen Kanal fand ich folgendes


Film 1:

Toribio y el misterio del tren. Cretinetti e il mistero del direttissimo n° 13 (1923, Francia, Deed) .


Originaltitel:
Le Nègre du rapide numéro 13

YT Text, übersetzt:
Letzter Film von André Deed, dem Schöpfer der beliebten Figur Cretinetti in Italien, die in Spanien als Toribio oder Sánchez bekannt ist. Auch mit dem Titel "Le nègre du rapide nº 13" gibt es kaum Daten zu dieser Produktion, die die einzige aus der Compagnie Française du Film zu sein scheint. Noch von dem, der es als Regisseur unterschreibt, Mandemant. Auch nicht von den meisten Dolmetschern. Der Film wurde für Jahrzehnte als verloren angesehen und wurde von der Cineteca in Mailand gefunden und restauriert, die ihn auf ihrer Vimeo-Seite anbietet. (Was sehr zu empfehlen ist zu besuchen)


Dieser Film, der seinerzeit mit "Der Schwatte im Nachtexpress 13" nur scheinbar korrekt eingedeutscht gewesen wäre, enthält fast nur Slapstickszenen, diese sind allerdings zu großen Teilen in Bahnhof und besonders auch im Lok-Depot aufgenommen.


Film 2:

Goluboy ekspress/El tren mongol (1929, Rusia, Ilya Trauberg).

Deutscher Titel: Der blaue Express

Dt. Wikipedia zu Ilja Sacharowitsch Trauberg


YT Text, übersetzt:
Russischer Episodenfilm, der den Klassenunterschied zwischen Unterdrückten und Unterdrückern aufdeckt, mit einem Zug als Protagonist, meisterhafte Lektion in Filmschnitt. Mit Sergei Minin, Igor Cherniak und I. Arbenin. Eddie Constanti Untertitel.



Film 3:

Transcontinental Limited (1926, EE. UU.), Nat Ross.

Link zu imdb

YT Text, übersetzt:
PREMIERE! Angenehmes Melodram mit einem Hauch von Intrigen und der immer suggestiven Figur des Zuges als Hintergrund theon. Unter der Regie von Nat Ross und aufgeführt von Johnnie Walker, Eugenia Gilbert und Alec B. Francis. Eddie Constanti Untertitel.

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Weniger interessant, aber durchaus auch auch mit paar Szenen:

The great K A train robbery/El gran robo del tren (1926, EE. UU.), Lewis Seiler.

Relativ bekannt.


El tren fantasma (1926, Méjico) Manuel García Moreno

Mexikanische Actionklamotte.



edit 13. 6.: Den Betreff etwas geändert, weil ja nicht alle diese Filme der Kategorie Klamotte zuzordnen sind.

edit zum edit: Werde nie wieder vom Telefon aus editieren.

Gruß aus Köln
Heiner
Meine Fundgrubenliste, meine Filmchen http://abload.de/img/ohneeisenyoutubeymozb.gif und die paar Beiträge in DSO]




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.06.20 21:37.
"Film 2:

Goluboy ekspress/El tren mongol (1929, Rusia, Ilya Trauberg).

Deutscher Titel: Der blaue Express

Dt. Wikipedia zu Ilja Sacharowitsch Trauberg

YT Text, übersetzt:
Russischer Episodenfilm, der den Klassenunterschied zwischen Unterdrückten und Unterdrückern aufdeckt, mit einem Zug als Protagonist, meisterhafte Lektion in Filmschnitt. Mit Sergei Minin, Igor Cherniak und I. Arbenin. Eddie Constanti Untertitel."

Den Film habe ich mir neulich im Fernsehen angesehen und für Eisenbahn im Film besprochen (ist noch nicht online) [www.eisenbahn-im-film.de]:

Der blaue Express, Original: Голубой экспресс, Französisch: Le train Mongol, Englisch: China Express, SU 1929, Regie: Ilja Trauberg

Diesen Film drehte Ilja Trauberg in der Tradition von Sergei Eisenstein für die staatliche Sowkino.

China in den 1920er Jahren: ein Expresszug, der Reisende nach Russland bringen soll, wartet auf seine Abfahrt. Entsprechend der Gesellschaft sind auch im Zug die Passagiere in drei Klassen geteilt: in der Ersten Klasse reist, mit militärischen Ehren begleitet, der britische Gesandte; mit ihm Missionare, Diplomaten, Unternehmer. In den Abteilen der Zweiten Klasse sitzen Handelsvertreter, Bürger und Gelehrte. Die einfachen Arbeiter müssen sich mit der Dritten Klasse zufriedengeben.
Hier hat sich auch ein Geschwisterpaar niedergelassen. Auf das Mädchen haben es bald zwei Westeuropäer abgesehen die zudringlich werden. Es entspinnt sich eine Rauferei, in deren Verlauf das Mädchen zu Tode kommt. Der Streit ufert zur Revolte aus, als sich chinesische Kulis gegen korrupte Generäle, Ausbeuter und Waffenschieber erheben. Die Soldaten, die zur Begleitung des britischen Gesandten mitfahren, werden der Lage nicht mehr Herr werden; ein regierungstreuer General sucht sein Heil in der Flucht über die Waggondächer, als die Kampfhandlungen in die Erste Klasse eskalieren. Der britische Botschafter begeht aus Verzweiflung Selbstmord.
Die chinesischen Beamten versuchen noch, den Zug auf ein Nebengleis zu lenken, was jedoch an der Solidarität der Bahnarbeiter scheitert. Am Ende fährt der durch die Arbeiterklasse befreite Zug in einer kühnen Einstellung senkrecht in die Höhe aus dem Bild – in eine revolutionäre Zukunft.

Während der Film in Deutschland ab April 1933 verboten wurde, nutzte man in Österreich ab 1930 sogar 16 mm Kopien zur Arbeiterbildung.

Gesehen wurde die auf Arte ausgestrahlte französische Fassung mit französischen Schrifttafeln, deutschen Untertiteln und komplett mit Musik unterlegt.
Es beginnt mit der Ankunft der Passagiere an einem Bahnhof, die Reichen fahren mit dem Automobil vor während Arbeiterkinder als Leihsklaven für die Spinnereien über die Gleise in die dritte Klasse einsteigen müssen.
Die Waggons aller drei Klassen sind mit „Wagon lits“ beschriftet und wirken europäisch. Gesehen wurden die Wagen „398“ für die 1. Klasse, „195D“ für die 2.Klasse und „69D“ für die dritte Klasse. An Beschriftungen waren die französische Version mit „Wagon lits“ aber auch ein Wagen mit deutscher Beschriftung „Internationale Eisenbahn Schlafwagen Comp.“ zu sehen.
Eine Schlepptenderdampflok in der Anordnung „1C1“ mit spitzer Rauchkammer dient als Zuglok. In einer Einstellung ist die Betriebsnummer „6514“ auf der Führerstandseite zu sehen. Die Lok trägt keine kyrillischen Schriftzeichen.
Neben zahlreichen Innenaufnahmen finden sich ständig Detaileinstellungen auf sich bewegende Treibstangen, die Feuerung der Lok, Blicke aus dem fahrenden Zug, Sicht auf die Strecke aus Sicht Lokführer und dem letzten Waggon. Aufnahmen im Führerstand.
Immer wieder mal wird der ganze Zug in Streckenaufnahmen gezeigt, auch nachts. Eine ungebremste Bahnhofsdurchfahrt ist dabei, Kämpfe auf dem Dach des Zuges, wie auch alle Handlungen im Zug spielen.

Gruß und Dank
Frank

Re: Nur Stummfilme - zum russischen Film von 1929

geschrieben von: Preußen-Klaus

Datum: 07.07.20 15:01

Hallo Frank,

zur Handlung des Films kann ich nichts weiter beitragen. Aber bei den Fahrzeugen lässt sich etwas
erkennen. Die 1'C1'h2 Dampflok mit der spitzen Rauchkammertür gehörte ganz eindeutig der
ab 1910 bis 1919 in immerhin fast 700 Exemplaren gebauten Gattung 'S' an. Ein Exemplar dieser
Gattung ist wohl erhalten und im Eisenbahnmuseum in Petersburg ausgestellt.
Diese 1'C1'h2-Lokomotiven waren offensichtlich so gut, dass sie später zur 'SU' weiterentwickelt
wurde, die mit insgesamt über 2.600 Lok (aller Unterbauarten) die meistgebaute Lok der "Prairie"-
Bauart weltweit war.

Zu den für den Film verwendeten Wagen sollten m.E. die CIWL-Experten etwas sagen. Meiner
Ansicht nach sind die Wagen-Nummern durch Entfernen von einer oder zwei der gegossenen
Ziffern "getarnt" worden. M.E. waren die CIWL-Wagen immer mit vierstelligen Nummern und
nachgestelltem Buchstaben bezeichnet. Bei genauerer Untersuchung der im Film erkennbaren
Nummern-Fragmente sollten die beteiligten Wagen identifiziert oder eingegrenzt werden können.
Schließlich könnten die prägnanten Dach-Formen des vorbeifahrenden Zuges als weitere Hilfe
zur Identifikation geeignet sein.

Die Frage ist: Gab es zu der Zeit eigentlich Zugläufe mit umspurbaren CIWL-Wagen in die
Sowjet-Union? Oder waren dies eventuell für den Film erworbene (oder aus "Beutebeständen"
genutzte) CIWL-Wagen. Schließlich wurden nicht mehr für den ursprünglichen Zweck geeignete
Salon-, Schlaf- und Speisewagen oft mehrfach unter Herabstufung weiter verwendet.

Soweit meine Anmerkungen zu Deinen Hinweisen.

Eisenbahnfreundliche Grüße
vom
Preußen-Klaus