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ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 09.04.20 13:35

Gestern lief der erste Teil der etwas konfusen Geschichte. Bei einem Sprengstoffanschlag entgleiste im 2. Weltkrieg eine ab 1950 gebaute Tkt 48, wenigstens eine polnische Lok in Polen und keine Reko 52. Wurde da wirklich eine Lok geopfert oder waren es digitale Tricks ? In älteren US-Filmen - Der Zug - wurden tatsächlich Loks geschrottet.

Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: Flipp1982

Datum: 09.04.20 16:36

Hallo 042 096,

ich kann Dich beruhigen: Bei der Lok handelt es sich um die betriebsfähige Museumslok TKt48-18 aus Jaworzyna Śląska.

Hier ein rundum gesundes Bild etwa 4 Wochen nach den Dreharbeiten aufgenommen:

https://live.staticflickr.com/65535/49752816198_8517fce6f0_b.jpg
TKt48-18 by Bastian Königsmann, auf Flickr

Viele Grüße

Bastian

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Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: axel

Datum: 09.04.20 17:14

Hallo,

der Film hat ja den gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz als Vorlage. Die Version, die ich kenne, geht aber etwas anders.

Ja, da stimmt einiges nicht. Ein Betonbunker im Sumpf ist vielleicht nicht so das Richtige. Im Roman ist es ein Holzhaus. Der Roman wurde zu Zeiten von Siegfried nie veröffentlicht. Deswegen hat die Geschichte m.E. auch Brüche. Der Roman scheint mir nicht richtig fertig geworden zu sein.

Gefallen haben mir aber die Aufnahmen, wie der Zug durch die Sumpf- und Waldlandschaft fährt. Würde mich interessieren, welche Strecke das war. Toll auch die Innenaufnahmen des Packwagens. Ich finde, bei der Requisite hat man sich schon ordentlich Mühe gergeben. Zeitgenössische Lastwagen, ein russischer Jeep Nachbau, tolle Gebäude. Genial zum Schluss das spießige Siedlungshaus mit einer Inneneinrichtung, wie ich sie noch kenne. Dazu auch die passenden Klamotten und Frisuren, sowie die gut dressierten Kinder. Und vor dem Häuschen der Brezelkäfer mit dem Walter in der Schlussszene zu seiner für immer geliebten Wanda heult.


Gruß



Axel

Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 09.04.20 19:47

Die Digitaltechnik macht heute vieles möglich, in einem amerikanischen Film wäre sicher noch der Kessel zerknallt.

Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: Matthias Koch

Datum: 12.04.20 19:46

Hallo,
das war wirklich ein guter Film, Schauspieler, Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt und Requisite nach meiner Ansicht stimmig und ohne amerikanischartige Überkitschung. Was die Tkt 48 angeht - schön, dass eine betriebsfähige Museumslok zum Filmehren kam und das Ganze scheinbar unbeschadet überstanden hat. Aber die Entgleisungsszene - alles digital? Mir kam das so vor, als würde eine kalte Schrottlok, ein bißchem mit Kunstdampf eingenebelt, geschoben zur Entgleisung gebracht worden sein ...? ich weiß allerdings nicht, ob solche überhaupt noch bei der PKP "verfügbar" wären.
Gruß
M. Koch

Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: Flipp1982

Datum: 12.04.20 19:58

Hallo!
Wenn dem so war hat zumindest das Museum auf seinem offiziellen „Kanal“ bei den Dreharbeiten dass sehr gut verheimlich. Wobei tatsächlich eine PKP-Cargo Diesellok vor Ort war und sich einige fragten, was die da sollte.
Wenn man „still und heimlich“ so etwas echt gedreht hat dann ist die Auswahl der zur Verfügung stehenden Maschinen gering - eigentlich nur TKt48-67, 100, 173 und 186 kämen in Frage. Die 100 ist zu sehr gerupft, das würde auffallen. 186 ist die Thomas-Lok, die definitiv nicht. 173 hat keine Stangen und auch kurz nach den Dreharbeiten gehabt, bliebe nur die -67 als Option, die in der Tat im September vor dem Museum und nicht drin stand. Allerdings auch bei den Umständen entsprechend gutem Zustand. Auffällig ist jedoch die lose reingehängte Treibstange. Ob man also die -67 für so einen Frevel missbraucht hat? Zumindest offiziell wird man sicherlich keine Antwort bekommen...

Viele Grüße

Bastian

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Re: ARD-Film "Der Überläufer"

geschrieben von: Wolfgang Sorger

Datum: 11.05.20 17:04

Moin Matthias,
ich stimme Dir im ganzen zu.
Was mich an dem Film nicht überzeugt hat war: der Hauptdarsteller und mehrere andere deutsche Soldaten hatten eine "Banderole" für ein Eisernes Kreuz im Knopfloch, was für eine gewisse Fronterfahrung und damit Abgebrühtheit spricht.
Dem entspricht aber die schauspielerische Leistung als Soldat nach meiner Ansicht nicht: da fehlt mir denn doch so eine Routine mit dem Leben da draußen - und um nicht mißverstanden zu werden: ich will keine Helden sehen, sondern frustrierte, vom Krieg gezeichnete Menschen in einer extremen Grenzsituation, die dieses Dasein verinnerlicht haben.
Beste Grüße
Wolfgang

Mich interessiert vieles - und alles rund um das Bw Bestwig!