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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD

Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: Seku

Datum: 19.07.19 07:24

Lokführer von Beruf und Eisenbahnmaler in der Freizeit: Peter König

>> [www.freiepresse.de]

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.07.19 10:29

Hallo Seku,

danke für den interessanten Hinweis zum Zeitungsartikel über den passionierten Eisenbahnmaler Peter König, den „zweiten Hans Baluschek“ sozusagen. Ich selbst finde es immer erstaunlich, dass Menschen mit Pinsel und Farben derart naturgetreu und gekonnt Situationen darstellen können.

Die gegenständliche Kunst ist wie die abstrakte in meinen Augen in Form des klassischen Tafelbildes stets aktuell und hat gerade im Zeitalter der Digitalisierung und Anonymität durchaus ihre Berechtigung!

Ich finde es gut, dass auch gemalte Eisenbahnbilder der Öffentlichkeit gezeigt werden. Hier würde ich als Ort der Präsentation natürlich ein Eisenbahnmuseum vorschlagen. In unserer Hauptstadt sind Sonderausstellungen zum Eisenbahnwesen wegen fehlender Ressourcen (Geld, Zeit, Platz) leider überhaupt nicht möglich; übrigens ein Mosaikstein meines beruflichen Scheiterns als Kunsthistoriker M. A. mit Ambitionen zur Eisenbahngeschichte.

Dabei sind Sonderausstellungen so immens wichtig, um die Leute an die Eisenbahn heranzuführen, Interessen zu wecken, anzuregen. Gerade vor diesem Hintergrund sind die Arbeiten von Peter König interessant, weil sie Brücken bilden.

Was ich besonders spannend fände, wäre übrigens auch eine Bild-Serie des Künstlers mit klassischen Berlin-Motiven: Die alten Kopfbahnhöfe, frühere Bahnsteigszenen, Altbau-01 im Bw Ahb, Fliegende Züge…:-)

Sind eigentlich Kataloge oder anderweitige Publikationen über Peter König im Umlauf?


Viele Grüße,
Marc

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)
Glück Auf

Zitat
Sind eigentlich Kataloge oder anderweitige Publikationen über Peter König im Umlauf?
Im Programm des Verlag Rockstuhl aus Bad Langensalza gibt es Bücher und Postkarten mit Motiven von Peter König.

[www.verlag-rockstuhl.de]

bis bald

Gerd

Verlagskatalog online

geschrieben von: Seku

Datum: 19.07.19 13:19

Hallo Marc,

versuche es mal damit

>> [www.verlag-rockstuhl.de]

Sorry, während ich noch recherchierte, war Gerd schneller ...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.19 16:58.

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: 50 3604-1

Datum: 20.07.19 17:40

Peter König ist übrigens auch im Hifo aktiv wo man zuweilen Bilder von ihm bewundern kann
[www.drehscheibe-online.de]

Gruß André

http://www.krawalowa.de/DSO/sig/5036041sig2.png

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: EP 5

Datum: 21.07.19 10:30

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hinweise, ich werde Peter König mal im Hinterkopf behalten. Dass er die historischen Sachen nicht einfach abmalt, sondern sich rekonstruiert und gekonnt wiedergibt, finde ich sehr bemerkenswert. Das hat schon seinen Anspruch.


Viele Grüße,
Marc
Hallo zusammen,

ohne damit irgendeine Form der Wertung aussprechen zu wollen, aber Hans Baluschek war in jeder Hinsicht etwas anderes....:)

Beste Grüße, Tss



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.07.19 18:57.

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: Seku

Datum: 21.07.19 19:46

Türen schließen selbsttätig schrieb:
aber Hans Baluschek war in jeder Hinsicht etwas anderes....:)

Beste Grüße, Tss
Da muss ich Dir recht geben, wenn ich mir z.B. diese Bilder ansehe

>> [www.kunst-fuer-alle.de]
>> [www.kunst-fuer-alle.de]

Gruß Günther

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: EP 5

Datum: 21.07.19 20:22

Türen schließen selbsttätig schrieb:

ohne damit irgendeine Form der Wertung aussprechen zu wollen, aber Hans Baluschek war in jeder Hinsicht etwas anderes....:)



Hallo,

mir ist nach Hans Baluschek kein zweiter deutscher Maler bekannt, der sich bildnerisch derart ambitioniert der Eisenbahn-Thematik zuwendet wie Peter König.

Aber vielleicht kennst Du da noch jemand anderes?

Peter König malt etwas realistischer als Hans Baluschek und die dargestellten Szenen haben in mancherlei Hinsicht nicht die Dramatik des früheren Eisenbahn-Malers. Die Darstellungen sind etwas sachlicher und insgesamt mehr auf die Landschaft bezogen. Peter König bezieht aber wie Hans Baluschek sehr gekonnt bahntypische Details in seine Bildwelten mit ein, wie man es auf dem Gemälde „Bahnhof Oberhof Mitte 50er Jahre mit Brandleittunnel“ aus dem Jahre 2004 sehr schön erkennen kann.

Mein Urteil basiert übrigens nur auf einen kleinen Ausschnitt an Bildern, den ich aufgrund der obigen Hinweise erhalten habe. Nicht zu vergessen, Peter König schuf bisher über 2000 Arbeiten mit Eisenbahn-Motiven!

Ich finde es erstaunlich, dass es überhaupt noch Maler/Künstler gibt, die sich dem Vergangenen und dem Schönen zuwenden. Damit kann ich mich stärker identifizieren, als mit manch zeitgenössischer Kunst, die kein Mensch mehr versteht.


Schöne Grüße,
Marc

Peter Bomhard

geschrieben von: Seku

Datum: 21.07.19 20:46

EP 5 schrieb:
Hallo,

mir ist nach Hans Baluschek kein zweiter deutscher Maler bekannt, der sich bildnerisch derart ambitioniert der Eisenbahn-Thematik zuwendet wie Peter König.

Aber vielleicht kennst Du da noch jemand anderes?

Hallo Marc,

in Nürnberg gibt es den Peter Bomhard. Seine HP wird derzeit überarbeitet. Aber geh mal in google

Gruß Günther



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.07.19 06:35.

Re: Peter König

geschrieben von: EP 5

Datum: 22.07.19 22:19

Hallo Seku,

nach Hans Baluschek spricht mich der Eisenbahnmaler Peter König emotional am meisten an, weil ich mich mit den dargestellten, eher sachlich wirkenden Alltagsszenen aus früheren Eisenbahnzeiten gut identifizieren kann.

Sie spiegeln auch ein wenig Heimatliebe wieder und sind im positiven Sinne etwas aus der Zeit gefallen. Ich finde mich in seinen Bildern wieder, die dargestellten Orte laden zum Verweilen ein. Wer möchte nicht in den 1950er Jahren im Bahnhof Oberhof am Brandleitetunnel stehen und den durchfahrenden Zug mit der 62er hautnah miterleben?

Was ich an Peter König besonders schätze, ist die Tatsache, dass er frühere Eisenbahnszenen gekonnt rekonstruiert beziehungsweise künstlerisch in exzellenter Form umsetzt. Mir sind da heute auf der Arbeit so nebenbei ein paar potentielle Berlin-Motive eingefallen, über deren Verwirklichung ich mich in Form von Bildern aus der Hand des Künstlers echt freuen würde:



1.) „Fliegender Hamburger“ oder 05 001 im Lehrter Bahnhof (Berlin) gerade eingefahren…:-)

2.) Ein von einer S-10 geführter D-Zug überquert in leichter Beschleunigungsfahrt die mächtigen Liesenbrücken in Berlin-Wedding, nachdem er kurz vorher den Stettiner Bahnhof verlassen hatte, daneben lebhafter Rangierbetrieb zum BMAG-Werk…:-)

3.) Die imposante Schnellzugdampflok 01 118 vom Bw Leipzig-West wird gerade auf der Drehscheibe vor der großen Ringlokhalle 1a im Bw Ahb gewendet…:-)

4.) Hochbetrieb an den vier Verkehrsebenen am Halleschen Ufer in Berlin-Kreuzberg aus der Vogelperspektive…:-)



Wenn ich könnte, hätte ich die von mir imaginierten Szenen künstlerisch schon längst umgesetzt, aber ich kann es nicht, mir fehlt dazu das Talent, aber Peter König hat es!



Viele Grüße,
Marc (Berlin)

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.19 15:31.
EP 5 schrieb:
Türen schließen selbsttätig schrieb:
ohne damit irgendeine Form der Wertung aussprechen zu wollen, aber Hans Baluschek war in jeder Hinsicht etwas anderes....:)


Hallo,

mir ist nach Hans Baluschek kein zweiter deutscher Maler bekannt, der sich bildnerisch derart ambitioniert der Eisenbahn-Thematik zuwendet wie Peter König.

Aber vielleicht kennst Du da noch jemand anderes?

Peter König malt etwas realistischer als Hans Baluschek und die dargestellten Szenen haben in mancherlei Hinsicht nicht die Dramatik des früheren Eisenbahn-Malers. Die Darstellungen sind etwas sachlicher und insgesamt mehr auf die Landschaft bezogen. Peter König bezieht aber wie Hans Baluschek sehr gekonnt bahntypische Details in seine Bildwelten mit ein, wie man es auf dem Gemälde „Bahnhof Oberhof Mitte 50er Jahre mit Brandleittunnel“ aus dem Jahre 2004 sehr schön erkennen kann.

Mein Urteil basiert übrigens nur auf einen kleinen Ausschnitt an Bildern, den ich aufgrund der obigen Hinweise erhalten habe. Nicht zu vergessen, Peter König schuf bisher über 2000 Arbeiten mit Eisenbahn-Motiven!

Ich finde es erstaunlich, dass es überhaupt noch Maler/Künstler gibt, die sich dem Vergangenen und dem Schönen zuwenden. Damit kann ich mich stärker identifizieren, als mit manch zeitgenössischer Kunst, die kein Mensch mehr versteht.


Schöne Grüße,
Marc
Nun, Peter König ist ein engagierter und sehr versierter Hobbymaler, wie ihn Seku in seiner Themeneröffnung richtig bezeichnet. Der verlinkte Zeitungsartikel gibt dazu eine ganze Reihe Informationen. Es geht ihm um die Umsetzung von Motiven aus einer versunkenen Eisenbahnwelt, die sich ganz am Realismus orientiert; dabei hat er einen charakteristischen Stil entwickelt, den er gekonnt pflegt und der auch mich immer wieder erfreut. Es fasziniert ihn sichtlich in seiner Freizeit und ich stelle ihn mir als einen Menschen vor, der in dieser Beschäftigung seine Erfüllung gefunden hat. Das freut mich für ihn, und es freut mich für mich, der ich seine Bilder gerne anschaue.

Hans Baluschek war getrieben von einer völlig anderen Motivation: er wollte, getragen von sozialdemokratischer Gesinnung, seine ganze Wut über die Ausbeutung und Unterdrückung der einfachen Menschen hinausschreien und anklagen - dazu bediente er sich der Malerei. Die Eisenbahn, wenn sie auch oft auftaucht in seinen Werken, war nicht sein Thema, sondern immer "nur" Beiwerk. Er war, was die Eisenbahn betrifft, aber familiär "vorbelastet", denn sein Vater hatte sein Schaffensleben in verschiedenen Positionen durchgehend im Eisenbahnbereich verbracht. Das prägte ihn und seine Wahrnehmung; ausserdem war natürlich in der brodelnden, explodierenden Metropole Berlin die Eisenbahn allgegenwärtig. Sein Berlin war das der Elendsquartiere des Proletariats, wo er auch selbst aufwuchs, und dessen geradezu wucherndes Wachstum ihm dann oft seine Motive lieferte.

Dank glücklicher Fügungen gelang es ihm, trotz seiner Herkunft ein Gymnasium zu besuchen, das Abitur abzulegen und dann an der Hochschule der Künste das Studium der Malerei aufzunehmen. Auch seine weitere Entwicklung als frei schaffender Künstler verlief in seinem Sinne positiv und erlaubte es ihm, in seiner Zeit und in Berlin ganz nach oben aufzusteigen. Er wurde Mitglied der "Berliner Secession", die für eine radikale Moderne der Kunst stand und an Peter Königs Arbeiten sicher keine Gedanken verschwendet hätte. Baluschek provozierte die Mächtigen und dem "Gestern" Verpflichteten, seine Bilder waren zuvorderst eine einzige Anklage der damals herrschenden sozialen Verhältnisse, und er scheute sich nicht, diese Anklage zu adressieren.

Baluschek trat 1920 in die SPD ein, arbeitete aktiv am Aufbau der Republik und weinte der Vergangenheit keine Träne nach. Wenige glückliche Jahre waren ihm noch vergönnt, bis die Nazis ihm sofort 1933 Arbeits- und Ausstellungsverbot erteilten und seine Werke unter "entartete Kunst" einordneten und aus dem Leben verbannten. Völlig abgestürzt starb er zwei Jahre später.

Was ist "schön"? Sicher nicht "das, was ICH als schön empfinde" - und auch nicht "das, was eine Mehrheit als schön empfindet". Etwas als schön zu empfinden, ist eine sehr, sehr subjektive Empfindung, und sie sollte niemals damit verbunden sein, alles andere als "nicht schön" oder "hässlich" zu brandmarken. Wenn es eine Antwort auf die Frage gibt, dann die, dass es eine ungeheure Vielfalt von Schönheit gibt, einen riesigen bunten Strauss, und dass eine ebensolche Vielfalt menschlicher Wahrnehmung zu ganz unterschiedlichen Urteilen kommt - jedes mit der gleichen Berechtigung und dem gleichen Recht, damit ernst genommen und respektiert zu werden. Auch dann, wenn man sie persönlich manchmal nicht verstehen mag - sie ist dennoch nicht weniger wert....:)

Beste Grüße, Tss

Re: Hobbymaler Peter König aus Aue - Pressebericht

geschrieben von: EP 5

Datum: 23.07.19 11:34

Hallo,

ich möchte die Diskussion zum Werk Peter König noch etwas weiterführen und gehe gerne auf den einen oder anderen Aspekt ein. Der Einfachheit halber erlaube ich mir, einige Passagen zu zitieren beziehungsweise zu kommentieren.


Das freut mich für ihn, und es freut mich für mich, der ich seine Bilder gerne anschaue.

Das ist ja schon mal immerhin etwas…:-)


Hans Baluschek war getrieben von einer völlig anderen Motivation: er wollte, getragen von sozialdemokratischer Gesinnung, seine ganze Wut über die Ausbeutung und Unterdrückung der einfachen Menschen hinausschreien und anklagen - dazu bediente er sich der Malerei.

Na ja, Deine Meinung, dass Hans Baluschek seine „Wut“ über die Ausbeutung und Unterdrückung der einfachen Menschen hinausschrie, kann ich nicht ganz teilen. Ich betrachte seine milieukritischen Arbeiten, eher als etwas behäbige Sozialreportagen mit leicht romantischem Touch. Man vergleiche Baluscheks Bilder mal mit den wirklich gesellschaftkritischen, teils erschütternden Werken großer deutscher Künstler wie Max Beckmann, Otto Dix oder George Grosz.


Die Eisenbahn, wenn sie auch oft auftaucht in seinen Werken, war nicht sein Thema, sondern immer "nur" Beiwerk.

Darüber lässt sich streiten. In der Publikation „Neue Sachlichkeit“ (Köln 2003) steht zum Technik-Motiv Hans Baluscheks, dass der Sohn eines Eisenbahningenieurs als einer der ersten die „positive Schönheit“ der Technik entdeckte, und er Eisenbahnen, Bahnhöfe, Fabrikgelände, Werkhallen, Baugerüste, Brücken, Dämme, Signalanlagen wieder und wieder gemalt hat. Da sehe ich durchaus Parallelen zu Peter König, der dem Technik-Motiv gegenüber anscheinend ebenfalls positiv eingestellt ist.


Dank glücklicher Fügungen gelang es ihm, trotz seiner Herkunft ein Gymnasium zu besuchen, das Abitur abzulegen und dann an der Hochschule der Künste das Studium der Malerei aufzunehmen.

Dass jemand an der Hochschule der Künste ein Studium der Malerei absolviert hat, muss nicht unbedingt ein Qualitätssiegel darstellen. Von den Brücke-Künstlern aus Dresden, die mit ihren Werken wirklich in die Kunstgeschichte eingingen, hat keiner außer Max Pechstein jemals eine Akademie besucht. Der weltberühmte und geniale Vincent van Gogh ging nur ein Jahr lang (1880/81) auf die Brüsseler Kunstakademie.


Er wurde Mitglied der "Berliner Secession", die für eine radikale Moderne der Kunst stand und an Peter Königs Arbeiten sicher keine Gedanken verschwendet hätte.

Das damalige Establishment, das sich viel zu lange für die Avantgarde hielt, war auch der entscheidende Grund, weswegen sich bereits am 7. Juni 1905 junge Maler zur Brücke zusammenschlossen, um sich „Arm- und Lebensfreiheit“ gegen die „wohlangesessenen älteren Kräfte“ zu verschaffen. Nach meinem Kenntnisstand waren die Werke jener Berliner Secession für die Maler der Brücke sowohl inhaltlich als auch für die Bildung des eigenen Stils ziemlich belanglos.


Wenige glückliche Jahre waren ihm noch vergönnt, bis die Nazis ihm sofort 1933 Arbeits- und Ausstellungsverbot erteilten und seine Werke unter "entartete Kunst" einordneten und aus dem Leben verbannten.

Das späte Schicksal von Hans Baluschek unter dem NS-Regime, das auch andere namhafte deutsche Künstler traf, stimmt mich traurig. Im Rahmen der in München im Jahre 1937 stattgefundenen Ausstellung „Entartete Kunst“ wurden diese noch zusätzlich in der Öffentlichkeit diffamiert. Ein Jahr später nahm sich Ernst Ludwig Kirchner, der Protagonist der Brücke im Exil das Leben.


Gruß,
Marc
[i]

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)

Peter Bomhard

geschrieben von: Donni

Datum: 23.07.19 21:28

Hallo Günther,
zu Deinem Verweis auf den Aquarell-Künstler Peter Bomhard sei ergänzt, dass Peter seine Begabung und sein Talent zum Beruf gemacht hat. Viele seiner Meisterwerke sind Auftragsarbeiten, die aus Bild-Wünschen und -Ideen seiner Auftraggeber entstanden sind.
Ein Beispiel kann unter dem Link:[www.drehscheibe-online.de] betrachtet werden. Das Bild (Runterrollen bis zum Kapitel 8) hat er aus Anlass der Wiederinbetriebnahme der 01 180 des Bayerischen Eisenbahnmuseums gemalt.
Viele Grüße
Stefan

Bayerisches Eisenbahnmuseum Nördlingen - zu den Informationen auf der Homepage Bilder anklicken:
https://s17.directupload.net/images/190620/a6fgfbdp.jpg https://s17.directupload.net/images/190620/grejvth5.jpg https://s17.directupload.net/images/190620/3g5ixsoz.jpg

Peter Bomhard

geschrieben von: Seku

Datum: 23.07.19 22:14

Peters Aquarelle findet man nicht nur auf Modellbahnkatalogen, sondern auch als Briefmarken

>> [www.briefmarken-sieger.de]

Weitere Eisenbahnmaler

geschrieben von: Peter

Datum: 24.07.19 17:04

Hallo!

Ohne die Leistung der bereits genannten Maler schmaelern zu wollen, halte ich einen Hinweis auf weitere bekannte Eisenbahnmaler fuer angebracht:

- Hermann Pleuer, vgl. [de.wikipedia.org] und [www.google.de]
- Josef Danilowatz, vgl. [de.wikipedia.org] und [www.google.de]
- Paul Gehrmann
- Stane Kumar

Alle vier finden sich bei der Suche auf DSO. ;-)

Und natuerlich noch DEN Eisenbahnmaler, der allseits durch sein Markenzeichen, die kleine Maus, bekannt ist:
- Terence Cuneo, vgl. [en.wikipedia.org] und hier [www.google.de] .

Im Grunde aber Zustimmung: Das Interesse fuer Eisenbahnen sollte nicht am Zughaken enden, sondern auch das Drumherum einschliessen.
Eine Gemaelde-Ausstellung in einem Eisenbahn-Museum hat durchaus seinen Reiz. ,-)

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.07.19 22:24.

Walter Zeeden

geschrieben von: EP 5

Datum: 25.07.19 11:22

Hallo,

leider komme ich aufgrund meiner hauptberuflichen Tätigkeit in Berlin als Eintrittskartenentwerter erst jetzt dazu, noch etwas zum Thema beizutragen.

Ich fand den letzten Beitrag von Peter interessant mit den Hinweisen zu weiteren Eisenbahnmalern, denen ich nachgegangen bin und war von deren Werken ebenfalls positiv angetan. Besonders gut gefielen mir die verheißungsvollen Eisenbahnwelten von Terence Cuneo.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch gerne auf den begnadeten Eisenbahn-Maler Walter Zeeden (1891 – 1961) [de.wikipedia.org]
aufmerksam machen, der in seiner Schaffenszeit ganz phantastische Werke schuf. Der gebürtige Berliner stellte nicht nur meisterhaft Betriebssituationen dar, sondern war aufgrund seines Könnens auch als Werbegrafiker bei Schwartzkopff tätig. Ich persönlich würde Walter Zeeden in der Disziplin der Eisenbahnmalerei vorsichtig als Genie betrachten.

Bei der Lektüre diverser antiquarischer Publikationen wurde ich auf seine Werke aufmerksam. Im Klassiker „Geliebte Dampflok“ (Stuttgart 1963) tauchen von ihm mehrere Grafiken unter anderem mit Berliner Motiven auf. Wunderschöne Aquarelle des Künstlers befinden sich auch im Buch „Weite Welt der Eisenbahn“ (Stuttgart 1958).

Durch Zufall entdeckte ich vor einigen Jahren in einem Antiquariat das „Jahrbuch Lokomotiven“ (Brilon 2001), das einen lesenswerten Artikel von Alfred B. Gottwaldt über Walter Zeeden enthält.

Ob sich in Garmisch-Partenkirchen noch jemand an den herausragenden, aus Berlin stammenden Eisenbahnmaler Walter Zeeden erinnern kann, der bis zu seinem Ableben Bürger dieser Stadt gewesen ist?


Schöne Grüße,
Marc

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)