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Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: B70-2,4

Datum: 02.06.19 13:38

Gleich in ZDF info:

"DDR mobil"

Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

Der Film zeigt 40 Jahre Staatsbahn im Osten. Geschichten über die Deutsche Reichsbahn werden erzählt von Zeitzeugen, Betroffenen und ehemaligen Bahnern. Wie der Trabant, Tütenmilch und Warteschlangen gehört die Reichsbahn zum Alltag im Osten. Die DDR setzt von Anfang an konsequent auf die Schiene, erst mit Dampf-, dann mit Dieselloks – und das Reisen mit der Bahn wird immer bequemer. Gegründet 1924, verbindet die Deutsche Reichsbahn die Menschen, wird aber schon bald auch Kriegswerkzeug der Nazis. "Räder müssen rollen für den Sieg!", lautet die Parole. Dabei liegt die Welt längst in Trümmern. Nach Kriegsende ist Deutschland zweigeteilt. In der Sowjetzone, der späteren DDR, wird die Deutsche Reichsbahn ab 1949 die Staatsbahn der DDR. Vom Dampf- übers Diesel- bis ins Elektro-Zeitalter bleiben Züge noch lange Zeit das Transportmittel Nummer eins, zuverlässig, pünktlich und vor allem preiswert. Was die Männer und Frauen in Diensten der Reichsbahn leisten, ist beeindruckend. Trotz der Zerstörung eines großen Teils des Streckennetzes, der Waggons und der Lokomotiven sind bereits zwei Jahre nach Kriegsende Hunderte von Zügen wieder fahrbereit. Auch die Hauptstrecken in der Sowjetischen Besatzungszone sind wieder befahrbar, und das, obwohl viel Schienenmaterial und Maschinen als Reparationsleistungen an die Sowjetunion abtransportiert worden sind. Im Westen war die Bahn weit weniger von solchen Wiedergutmachungsmaßnahmen betroffen. Doch in den 50er-Jahren verlassen die ersten neu gebauten Dampfloks wieder die alten Produktionsstandorte, und findige Ingenieure entwickeln in Görlitz die ersten Doppelstockzüge für den Personennahverkehr. Tausende Diesel- und Elektrolokomotiven werden im Auftrag der Deutschen Reichsbahn hergestellt, und das elektrische Streckennetz wird ausgebaut. Trotz des permanenten Rohstoffmangels, wirtschaftspolitischer Fehlentscheidungen und ständiger Materialknappheit erreicht das Transportvolumen der DDR 1980 fast die Größenordnung der Bundesbahn, obwohl diese ein doppelt so großes Streckennetz besitzt. Sei es im Kampf mit sandiger Braunkohle, mit dem tosenden Lärm sowjetischer Güterloks oder gegen das Zerbröseln der Beton-Schwellen – wer bei der Reichsbahn arbeitete, hatte immer eine Herausforderung zu stemmen. Nachdem der erste Teil der ZDFinfo-Dokumentationsreihe "DDR mobil" die Erinnerung an Trabi, Wartburg und Schwalbe-Mopeds wachrief, erweckt diese Folge den Verkehr auf der Schiene wieder zum Leben – an Orten, wo noch heute an alten Loks gehämmert und geschraubt wird, wo sich Tausende Eisenbahnfans treffen und in Sonderzügen unterwegs sind. Bahnexperten und ehemalige Mitarbeiter kommen dabei ebenso zu Wort wie leidenschaftliche Fans von heute.
(Senderinfo)

Gruß B70-2,4

Re: Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: Radiowaves

Datum: 02.06.19 14:21

Danke!

Lief schonmal am 9.4.2017 in Ihrem Zett-Dee-Eff Info, deshalb auch noch für alle Zuspätleser als Download:

[rodlzdf-a.akamaihd.net]

Geht gleich gut los: "in einem original-Dampfross aus den 30er Jahren" - ne Reko-50er. Ok, halb-original wenigstens. Aber dann... "eine original V 200" - im Bild dazu eine 132er. Danach ein Lüftergitter einer 119er eingeblendet, dazu der Sound der laufenden 132er und O-Ton "die Maschine hat ja noch die original Lüfter druff". Danach verkündet der Unterbildsprecher noch zum Bild der fahrenden 132er, sie wäre "Taigatrommel" genannt worden. Weiter geht die Story mit den Schalldämpfern - die zur nicht im Bild zu sehenden 120er gehören. Nur wneige Sekunden später geht dieser Stumpfsinn weiter. Ach, ich hör schon auf. Qualitätsjournalismus halt. Ton aus, Bilder genießen.

Re: Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: ludger K

Datum: 02.06.19 20:13

Irgendwann hat Achim sich über die total chaotischen Dreharbeiten ausgelassen. Sich den Film anzuschauen, ist völlige Zeitverschwendung.

Re: Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 05.06.19 16:11

Moin allerseits,

das haben die vom Fernsehen richtig geil verpeilt. Haben sich (unter anderem von mir) O-Töne zu den Baureihen 132 und 119 (weil bei uns auf einem der letzten Eisenbahnfeste eine 132er und unsere 119 158 da waren) geholt und dann schön Bilder zur BR 120 dazugestellt. Was habe ich gekotzt, als ich das Ergebnis gesehen habe. Habe ja den ganzen Film vom ZDF als DVD erhalten (quasi als Dankeschön für das Ausgefragt werden).

Inzwischen kotzt mich das richtig an, den Fehler des Fernsehens, wenn man darauf angesprochen wird, zu erklären. Hätte ich damals beim Dreh bei uns im Bw Schöneweide gewusst, wie die meine O-Töne verwerten, hätten die von mir nicht mal nen halben gekriegt.

In der Summe ist der Film nicht schlecht aber bei den Feinheiten hat mal wieder der Fachverstand erheblich gefehlt.

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen

Re: Reichsbahn

geschrieben von: Grypsi2

Datum: 07.06.19 09:05

Hallo,

der Zusammenschluß der bisherigen ( bad., bay., hess., meckl., old., preuß., sächs. und würt. ) Länderbahnen inkl. der Reichseisenbahnen von Elsaß-Lothringen im Deutschen Reich zum staatseigenen Unternehmen "Deutsche Reichsbahn" erfolgte gemäß Reichsgesetz rückwirkend zum 1. April 1920, nicht erst 1924.

Die Deutsche Reichsbahn (DR) bestand im östlichen Teil der BRD offiziell bis zum 31.12.1993, tatsächlich bis zum 06.01.1994 mit dem Eintrag der DB AG in das Handelsregister im AG (Berlin-)Charlottenburg.

Ich hoffe, geholfen zu haben.

Grypsi

Re: Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: dampfachim

Datum: 07.06.19 11:31

Hallo Jens,

die DVD habe ich auch bekommen. Hab sie mir noch nie angeschaut. Mir hat damals der Sendungsmitschnitt in der Mediathek gereicht.

Bei uns war es so, dass das Team zum Bahnhofsfest in Göhren angerückt kam. Da war natürlich Musik und Tamtam und man konnte dort überhaupt keine O-Töne aufnehmen, obwohl die Zeit dort wenigstens ausgereicht hätte. Die Redakteurin lief völlig planlos umher und suchte nun händeringend einen Eisenbahnrentner, der ihr Geschichten von Freude und Fleiß bei der DR in die Kamera plappern sollte. Da war aber keiner (das Wetter war schlecht und viel war sowieso nicht los deshalb) und vorab hatte sie sich zwar angekündigt, war an unseren ehemaligen Chef verwiesen worden, der war aber verreist im Urlaub. Also ein Satz mit x. Dann wurde sie von einem Helfer des Bfs.-Festes an einen alten Lokführer verwiesen, der gleich am Bahnhof wohnt. Der hatte aber überhaupt keine Lust auf Fernsehen.
Nunmehr war die Stimmung beim Fernsehteam auf dem Nullpunkt. Also wurden sie letztlich an mich verwiesen. Ich war denen natürlich zu jung. Die wollten ja einen Rentner, der freudestrahlend seine Geschichten erzählt. Außerdem hatte ich in dem Dienst sehr wenig Zeit für sie. In Göhren funktionierte das mit dem Interview nicht, aber eine Lokmitfahrt mit der Kamera war vereinbart worden. Auch der Kameramann hatte richtig schlechte Laune, zum einen, weil er zunächst von meinem Heizer, der gerade sein Feuer aufbaute, nicht direkt und sofort auf den Führerstand gelassen wurde und dann, weil ich den Tonfritzen nicht auch noch auf der Lok haben wollte. Ein altbekanntes Problem. Wenn das Fernsehen kommt, soll da immer gleich eine ganze Brigade auf dem engsten Führerstand mitfahren. Dass wir da auf einer Schmalspurlok tatsächlich ein massives Platzproblem haben, ist denen oft auch gar nicht klarzumachen.
Na ja, in Binz gab es dann das Interview. Da mein Heizer, der übrigens auch Dampflokführer ist, gerade die Bremsprobe durchführte und mit den Geräuschen den Ton störte, kam gleich wieder schlechte Laune auf. Dann die Fragen...

Mal eine Kostprobe: Redakteurin: "Warum fährt die Lok denn die ganze Zeit falsch herum?"
Dampfachim: ".....???....." (mir fiel da keine gescheite und sendetaugliche Antwort ein)
Redakteurin (angep…): "Warum sprechen sie nicht mit mir?"
Dampfachim: "Weil sie offenbar dummes Zeug fragen. Sie waren doch eben selbst im Zug und haben selbst Aufnahmen der vorwärts fahrenden Lok gedreht..."
...

Die meisten Sätze des Drehs gefielen ihr nicht und sie stelle alle möglichen Fragen doppelt und dreifach. Ich hatte dann auch echt keine Lust mehr auf den Quatsch. Mit ihren komischen Fragen zur DR-Geschichte des Rasenden Roland konnte sie von mir offenbar kaum verwertbare (oder zu ihren Erwartungen passende) Antworten bekommen. So blieben von 5 - 10 Minuten Krampf und Verspätung (wir kamen natürlich nicht pünktlich aus Binz weg) nur zwei oder drei belanglose Sätze.
Ich hab ja schon viel in Kameras und Mikros gesprochen, auch richtig lange und auch schon live. Aber einen solchen Dreh hab ich davor und danach nicht mehr erlebt.
Immerhin, der Tontechniker war richtig gut drauf.

Was viel schlimmer ist. Das ZDF scheint auf diese Sendung megastolz zu sein und wiederholt sie gefühlt monatlich. Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon auf diesen Mist angesprochen wurde. "Hab dich/sie gestern im Fernsehen gesehen..."

Um dem Ganzen jedoch etwas positives abzugewinnen. Ich habe mich sehr gefreut, Harry Heydenbluth in ausführlicher Weise dort zu sehen.

Viele Grüße

Dampfachim

Re: Gleich: Zwischen Reichsbahn und Rasendem Roland

geschrieben von: Marc Bald

Datum: 07.06.19 23:59

Hallo Achim,

auch ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Tag. Es war ziemlich nass, wobei es nachmittags etwas besser wurde.

Die Redakteurin war ja zunächst bei mir und wollte diverse komische Fragen beantwortet haben.
Ich hatte aber genauso wie Du durchaus noch andere Aufgaben zu erledigen und war sie dann auch recht schnell los,
nachdem ich ihr mitgeteilt hatte, dass ich alleine aufgrund meiner Herkunft wohl nicht der richtige Ansprechpartner für sie sei. ;-)
Dafür bin ich dann noch das ein oder andere Mal im Zug gefilmt worden, was aber glücklicherweise wohl nicht so richtig in den Film passte.
Irgendwie hatte ich direkt das Gefühl, die haben einfach mal irgendwas aufgenommen und dann später geschaut, was sie gebrauchen können.

In Binz sind wir durch das Interview tatsächlich etwas später abgefahren.
Da ich zu sehen bin, werde ich auch häufiger darauf angesprochen... ach ja... lief der Film mal wieder bei ZDFinfo? ... :-)

Die Sache mit Harry Heydenbluth war dann wirklich mal etwas sehr Positives in dem Film.

Aus Sicht der Redakteurin war für sie an dem Tag aber auch so ziemlich alles schief gelaufen, was nur schief laufen konnte.
Das hatte sie sich sicher ganz anders vorgestellt und dann lief auf einmal alles völlig planlos ab, um überhaupt irgendwas einzufangen.
Wie kann denn ihr geplanter Interviewpartner auch einfach in den Urlaub fahren? ;-)


Viele Grüße,
Marc