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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Tag,

hier möchte ich doch die schon vor über einer Woche fertig gestellten Buchbesprechungen nachreichen
(aufgrund von über 10 Neuerscheinungen bei Straßenbahn-Büchern war der Versand vordringlich).

Das Stockholm-Buch ist sicherlich hier in D nur bei "einer Hand voll Händlern" erhältlich!

Vor allem im Geschäft bei Donat in Duisburg unbd imVersand beim TramShop
hafke.koeln@t-online,de
(ich warte allerdings bereits auf eine neue Sendung, die erste Menge war schnell vergriffen ....)

Gruß aus Köln
Rofl Hafke

Weihanchten kommt (meist) schneller als man denkt .....



Vorbemerkung zu den nächsten beiden Veröffentlichungen
In diesem Jahr haben zwei Verkehrssysteme in zwei gar nicht so weit auseinander liegenden Städten ihren 50. Geburtstag gefeiert, nämlich die U-Bahnen in Frankfurt am Main und in Köln. Richtige U-Bahnen im klassischen Sinne waren es ja nicht, sondern eher „tiefergelegte Straßenbahnen“, aber immerhin war der Einstieg in eine neue Ära der Verkehrsführung gemacht und dass der Ansatz von damals richtig war zeigt die erfolgreiche Entwicklung zu modernen Stadtbahnsystemen. Frankfurt hatte im Wettlauf um die Eröffnung die Nase vorne und nahm eine Woche vor Köln den Betrieb Anfang Oktober 1968 auf.
Auch in der Würdigung des Ereignisses in publizistischer Form hat die Stadt am Main 50 Jahre die Nase vorn. In Köln hat es leider lediglich zu einer kostenlos abgegebenen Broschüre gereicht, die durchaus brauchbar ist aber in (zu) kurzer Zeit entstand und daher die interessante Entwicklungsgeschichte nur anreißen kann. In Frankfurt dagegen sind gleich zwei Bücher dazu erschienen, davon eines in erster Linie als repräsentativer Bildband und ein zweites mit viel Text und Informationen. Sie strecken Köln quasi die Zunge heraus und zeigen, was möglich gewesen wäre, wenn man sich denn rechtzeitig darum gekümmert hätte…

„Mobilität für Frankfurt – 50 Jahre moderner Nahverkehr“ von Frank Nagel, Monika Mutzbauer und Matthias Arning, Frankfurt am Main 2018, 176 Seiten im Format 21,5 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: Societäts Verlag; Preis: 22,00 €

Zwei Bücher sind anlässlich des 50jährigen Geburtstages der Frankfurter U-Bahn erschienen. Beide verfolgen aber unterschiedliche Ansätze und haben wohl auch unterschiedliche Käuferschichten im Blick. Dieser in einem Frankfurter Verlag erschienene Band setzt den Schwerpunkt mehr auf die textliche Darstellung und die Planungsgeschichte und betrachtet den Nahverkehr im Frankfurt der letzten 50 Jahre generell, weshalb auch der S-Bahn, die ja mit der U- bzw. Stadtbahn eng verzahnt ist, ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Die Detailfülle des Buches wird alleine schon aus dem zweiseitigen Inhaltsverzeichnis mit den in viele kleine Aspekte unterteilten neun großen Kapiteln deutlich. Ergänzt wird der Text mit zahlreichen aussagekräftigen Bildern, die den an Stadtentwicklung wie an Verkehrsmitteln Interessierten gleichermaßen ansprechen dürften. Mit Netzplänen geht das Buch aber sehr knausrig um.

Wer die Entwicklung der Frankfurter Stadtbahn kennt, der weiß, dass es im Laufe der Jahre immer wieder Entwicklungsbrüche und Kehrtwenden gegeben hat, die es unheimlich schwer machten, aus den für unterschiedliche Einsatzbedingungen fertiggestellten Strecken ein einheitliches Ganzes werden zu lassen. Das hat Zeit und auch Geld gekostet und es interessant zu sehen, wie die Autoren mit der Darstellung dieses „Murxes“ sehr elegant umgegangen sind. Es wird zwar nichts verschwiegen, aber kritische Fragen finden sich auch nicht. Diese waren in einer Jubiläumschronik sicher auch nicht gewünscht!

Das ganze Buch begleitet im unteren Bereich der Seiten ein Zeitstrahl, der die wichtigsten Ereignisse in der Weltgeschichte in den jeweiligen Abschnitten aufzeigt. Die einzelnen Daten zur Frankfurter Stadtbahn muss sich der Leser allerdings mühsam aus dem Text heraussuchen. Hier wäre eine Zeittafel oder ein paralleler Zeitstrahl sinnvoll gewesen. Einen solchen enthält aber das zweite Buch.

Entstanden ist ein gut gestaltetes und informatives Buch neuerer Verkehrsgeschichte, welches verschiedene Interessensgruppen ansprechen wird. Ärgerlich ist nur, dass man sich für die vollständige Information zum Thema zwei Bücher anschaffen muss. (reu)



„Frankfurt U-Bahn – Rückgrat der Mainmetropole“ von Dana Vietta und Bernd Conrads, Frankfurt am Main 2018, 100 Seiten im Format 30,0 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF); Preis: 15,50 €

Nur ein großes weißes „U“ auf blauem Untergrund ziert den Titel dieses großformatigen und daher etwas schwer zu handhabenden und auch im Bücherschrank unterzubringenden Werkes. Für die Herausgabe zeichnet der Verkehrsbetrieb selbst verantwortlich. Vor allem ganzseitige Abbildungen in schwarz-weiß und Farbe, zum Teil auch von Bildern, die bereits in dem gleichzeitig erschienenen Buch des Societäts-Verlages zu sehen sind, bestimmen dieses Buch. Dennoch ist es kein reines Bilderbuch, denn jedes der Kapitel, welche sich mit der Vorgeschichte, den Fahrzeugen, den Baumethoden und dann den einzelnen Bauprojekten der verschiedenen Zeiträume befassen ist ein einleitender Text vorangestellt und es fehlt im Buch auch nicht an Übersichtplänen und Zeitleisten mit vollständigen Daten wichtiger Ereignisse. Der Großteil der Bilder ist eher in die Kategorie „künstlerisch wertvoll“ denn „technisch-sachlich“ einzuordnen, so dass hier vor allem der an Stadtentwicklung und Architektur interessierte Leser angesprochen wird. Dennoch ist nicht so ganz klar, welcher Zweck mit dieser zweiten Publikation zum gleichen Thema verfolgt wird. Sinnvoller wäre es sicher gewesen, alle relevanten Informationen in einem Buch zu bündeln, zumal beide durch den Verkehrsbetrieb initiiert worden sind und teilweise auch die gleichen Autoren verantwortlich zeichnen. So ist nur derjenige, der beide Bücher kauft voll informiert, darf sich dafür aber manche Bilder in zwei verschiedenen Größen ansehen! Sinnvoll ist das in einem Marktsegment mit begrenztem Leserkreis sicher nicht. Qualitativ bieten beide Bücher allerdings dem Käufer einen adäquaten Gegenwert. (reu)

Dieses Buch ist bei der VGF im Versand erhältlich,
beim TramShop nur in Verbindung mit dem Mobitäts-Titel (als Service-Leistung,
da lediglich Original-Preis im Einkauf)


„Kieler Straßenbahn 1881 - 1931“ von André Hellmuth, Waldlaubersheim 2018, 204 Seiten im Format 22,0 x 30,0 cm, gebunden, Herausgeber: C.I.C. GmbH, Preis: 49,95 €

Schon seit langer Zeit beschäftigt sich der heute in der Nähe von Bad Kreuznach ansässige, aus Kiel stammende Autor mit der Geschichte der ehemaligen Straßenbahn in seiner alten Heimatstadt und sorgt durch Beiträge in Fachzeitschriften immer wieder dafür, die Erinnerung an das 1985 unter fragwürdigen Umständen endgültig beseitigte Verkehrsmittel wach zu halten. Vor einigen Jahren reifte dann der Entschluss, dieses Wissen und das gefundene Material in einem Buch münden zu lassen. Im Laufe der Entstehung zeigte sich aber, dass ein Buch nicht ausreichen würde, wollte man es nicht zu dick werden lassen. So ist nun der erste Band einer zweigeteilten Betriebsgeschichte im Eigenverlag erschienen, welcher sich mit den ersten 50 Jahren des Betriebes von 1881 bis 1931 beschäftigt. Der zweite Teil wird sich dann mit den 54 Jahren bis zum Ende befassen.

Das aufwendig gestaltete und gestaltete Buch nimmt den Leser mit in eine Vergangenheit, die fast alle heute nicht mehr aus eigenem Erleben kennen, so dass es auch vergleichsweise schwierig sein dürfte, gerade jüngere Interessierte am öffentlichen Nahverkehr, gerade zum Kauf eines Buches über diese Zeit zu erwerben. Schon das vierseitige, sehr kleinteilige Inhaltsverzeichnis verrät, dass hier ein intensives Quellenstudium betrieben worden ist und sich dessen Ergebnisse auch gelohnt haben. 264 Fundstellen weist das Quellenverzeichnis am Ende des Buches auf, welches so schon fast ein wissenschaftliches Werk darstellt. Die Veröffentlichung enthält eine Vielzahl qualitativ guter Fotos, Pläne und auch Wagenzeichnungen welche den Freund derartiger historischer Originaldokumente einer Stadt und ihrer Straßenbahn begeistern werden. Auch Dokumente wie Dienstanweisungen und Fahrpläne werden abgedruckt und dies nicht wie üblich in Auszügen, sondern in voller Länge. Ein reizvolles Detail ist es, den alten Aufnahmen vielfach eine Abbildung vom heutigen Aussehen der Szene entgegenzusetzen, wobei der Wiedererkennungswert von sehr gut bis nicht mehr vorhanden reicht. Überhaupt bricht dieses Buch immer wieder aus den üblichen Schemen des Layouts aus und sorgt hier für „frischen Wind“.

Dem üblichen chronologischen Ablauf der Entwicklungsgeschichte schließt sich die kurze Darstellung der Depots und eine ausführliche Wagenparkgeschichte mit Statistik an. Jede Fahrzeugserie ist mit ihren technischen Gegebenheiten ausführlich behandelt und mit Bildern dokumentiert. Gleiches gilt für die Statistiken, die aber in ihrer ungewohnten Darstellung ein Hineinarbeiten erfordern. Dieses Buch setzt der Kieler Straßenbahn für die ersten 50 Jahre schon einmal ein schönes Denkmal. Gespannt können wir auf den zweiten Band warten, der sicherlich für die meisten Freunde dieses Betriebes der Interessantere sein wird, da er dann in eine Zeit reicht, die man noch selbst erlebt hat. Spätestens dann dürfte auch der Wunsch bestehen, auch den ersten Band zu besitzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er ihn bekommt, der sollte ihn bereits heute besorgen oder z.B. zu Weihnachten schenken lassen, es lohnt sich! (reu)



*** Nahverkehr Schweden ***
„Stockholms Mustangen – Vacker, Smidig och Snabb“ von einer Autorengruppe, Stockholm 2018, 240 Seiten im Format 21,5 x 27,0 cm, gebunden, Herausgeber: Trafik-Nostalgiske Förlaget; Preis: 33,00 €

Schön, elegant und schnell, so der Untertitel des Buches waren die unter dem Namen Mustang bekannt gewordenen vierachsigen Großraumwagen schwedischer Straßenbahnbetriebe. Das vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschonte Land konnte schon sehr früh, Ende der 1930er Jahre mit der Entwicklung moderner Straßenbahnwagen beginnen und orientierte sich dabei vor allen an italienischen und Schweizer Vorbildern. Die Hauptstadt Stockholm erhielt zwischen 1946 und 1953 insgesamt 101 Trieb- und 70 Beiwagen. Erster Hersteller war interessanterweise das schwedische Werk von General Motors, welches wegen fehlender Aufträge im Automobilbau seine Kapazitäten mit dem Bau von Straßenbahnwagen auslastete. Die Stockholmer Straßenbahn überlebte 1967 nicht das Ende der Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr, deswegen konnten sich die Fahrgäste nur knapp 20 Jahre an den gelungenen und für den Verkehr einer Großstadt bestens geeigneten Fahrzeugen erfreuen. Die Neuerscheinung in der Buchreihe des verkehrshistorischen Verlages behandelt Planung, Bau und Einsatz der Fahrzeuge in Stockholm. Illustriert mit zahlreichen Fotos in schwarz-weiß und Farbe, ergänzt durch Zeichnungen und eine ausführliche Statistik, wird der Einsatz nach Linien sortiert ausführlich beschrieben. Der in den Vor- und Nachsatzblättern abgebildete Liniennetzplan von 1959 ermöglicht dabei eine gute Orientierung.

Der Text ist ausschließlich schwedisch, mit etwas Sprachinteresse ist aber zumeist zu verstehen, was geschrieben steht und sollte Interessenten an den Fahrzeugen nicht abschrecken. Die Qualität der Abbildungen ist vorzüglich, das gilt auch für das Layout des Buches überhaupt, für dessen Zustandekommen sich eine Autorengruppe aus Straßenbahnexperten engagiert hat. Nicht immer steht das Fahrzeug im Mittelpunkt der Abbildungen, sondern auch das damalige Stadtbild mit anderen Fahrzeugen und Personen.

Dass es auch heute noch möglich ist, das Fahrgefühl eines Mustang-Zuges zu erleben, ist dem Umstand zu verdanken, dass die Straßenbahn in Malmö ebenfalls eine Serie erhalten hat, die 1967 auf Rechtsverkehr umgebaut wurde und von denen nach Einstellung des Betriebes 1973 Fahrzeuge erhalten blieben. Erneut ein sehr schönes Straßenbahnbuch aus dem Stockholmer Verlag. (reu)



*** Privatbahnen Deutschland ***
„Plettenberger Kleinbahn – Auf Schiene und Straße“ von Wolf Dietrich Groote, Fürstenfeldbruck und Essen 2018, 272 Seiten im Format 22,5 x 29,5 cm, gebunden, Herausgeber: Verlagsgruppe Bahnen und Klartext-Verlag; Preis: 49,95 €

Im westsauerländischen Lennetal reihten sich einst im Verlauf der Eisenbahnstrecke Hagen – Finnentrop – Siegen an den wichtigeren Bahnhöfen dort beginnende Schmalspurbahnen wie die Perlen aneinander: Hohenlimburg, Letmathe, Altena, Werdohl und Plettenberg waren Ausgangspunkte für Strecken in die Seitentäler, wobei nur die Iserlohner Kreisbahn nach Altena und Letmathe – Nachrodt elektrisch als Straßenbahn betrieben wurde. Alle sind zum Teil mehrfach literarisch behandlet worden, so auch die Plettenberger Kleinbahn (PK), zu der der Autor des neuen Buches bei Kenning schon einmal ein in zwei Auflagen hergestelltes Werk veröffentlicht hat. Auch in den Klein- und Privatbahnbänden des EK-Verlages wird die Bahnen ausführlich beschrieben.

Wenn nun bei Klartext erneut ein sehr umfangreiches Werk zu Plettenberg herauskommt, dann erhebt sich natürlich die Frage, was es viel Neues enthalten kann um einen Erwerb auch durch denjenigen zu rechtfertigen, der die übrigen Veröffentlichungen bereits besitzt. Schon der Untertitel des Buches „auf Schiene und Straße“ zeigt, dass die PK mehr war, als ein reiner Bahnbetrieb, denn neben dem Schienenverkehr gab es im Personenverkehr auch einen umfangreichen Busbetrieb und im Güterverkehr ein Speditionsunternehmen, welche beide den Bahnbetrieb um Jahrzehnte überlebten. Der Autor, der auch zu den Initiatoren der 1982 gegründeten Märkischen Museumseisenbahnen gehört, die in der Nähe von Plettenberg auf einem Reststück der einstigen DB-Normalspurstrecke nach Herscheid mit zahlreichen Schmalspurfahrzeugen und auch einer meterspurigen Fahrstrecke die Erinnerung an die Sauerländischen Kleinbahnen wach hält, hat jedoch bei einer intensiven Materialsuche bei ehemaligen Betriebsangehörigen und Verkehrsfreunden im In- und Ausland sehr viele bisher unbekannte Bilder und Dokumente gefunden. So stellt dieses Buch auch für diejenigen, die bereits Besitzer der zuvor vorhandenen Literatur sind, eine sinnvolle Ergänzung dar.

Wie auch die anderen Kleinbahnen der Region, hatte auch die PK ihren besonderen Reiz, denn es handelte sich hier um ein Mittelding zwischen Straßenbahn- und Eisenbahn, die z.B. in unserem Nachbarland Niederlande sicher als „Stoomtram“ bezeichnet worden wäre. Mit ihren Kastendampfloks und der Streckenführung im Straßenbereich machte sie diesem Begriff alle Ehre und trug auch lange Jahre ihres Bestehens den Namen „Straßenbahn“ in ihrer Firmierung, ehe sie 1942 zu einer Kleinbahn umfirmierte. Vier Hauptkapitel beschäftigen sich mit der Geschichte der Stadt Plettenberg, mit der Entstehungsgeschichte der Straßen- bzw. Kleinbahn und ihrer insgesamt drei Strecken. Das über 180 Seiten starke Hauptkapitel „Die Kleinbahn auf der Schiene“ behandelt Strecken und Fahrzeugen sehr detailliert. Daran schließen sich 50 Seiten über Omnibus und Straßengüterverkehr an, ehe ein Anhang mit einigen Randthemen wie Mo dellen der Kleinbahn, aber auch einer ausführlichen Zeittafel und einem umfangreichen Quellenverzeichnis den Abschluss bilden.

Illustriert ist das Ganze mit etwa 650 zum Großteil unveröffentlichten Bildern und einer Vielzahl von Plänen und sonstigen Dokumenten.

Das Schienennetz war zwar insgesamt nur etwa 13 Kilometer lang, aber die hatten es in sich und boten immer wieder Besonderheiten. Das Hauptgeschäft der Bahn stellte die An- und Abfuhr von Gütern zu den zahlreichen Firmen des verarbeitenden Gewerbes dar, zu denen eine Vielzahl von Gleisanschlüssen führten. Hier mit aufgebockten und später aufgeschemelten Normalspurwagen eine Bedienung herzustellen, verlangte häufig viel Geschick und Improvisation. Das besondere Flair eines solchen Betriebes übertragen die Aufnahmen im Buch hervorragend und auch von dem bereits 1958 aufgegebenen Personenverkehr, für den sogar ein Dieseltriebwagen angeschafft wurde, gibt es zahlreiche schöne Aufnahmen. Man wird allerdings den Eindruck nicht los, dass dieser an den Fahrplan gebundene Verkehr den Güterbetrieb eher störte. Dass die Stadt Plettenberg zu Beginn der 1960er Jahre danach trachtete, den mit zunehmendem Autoverkehr in ihren Straßen immer mehr als störend empfundenen Bahnbetrieb loszuwerden, ist sogar verständlich. 1962 war denn auf der Schmalspur mit Ausnahme eines bescheidenen Restbetriebes im Bahnhofsbereich zur DB ebenfalls Ende.

Das gut gestaltete und sauber gedruckte Buch setzt der Plettenberger Kleinbahn ein hervorragendes Denkmal und ist für Kleinbahnfreunde sehr empfehlenswert. Auch Modellbahner finden zahlreiche Anregungen, wie auf kleiner Fläche ein abwechslungsreicher Bahn- und Rangierbetrieb durchgeführt werden kann. (reu)