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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Tag,

wie immer hier Buchbesprechungen bzw. Rezensionen neuer Titel, auch ausländischer Buchtitel.
Alle diese sind - meist - nicht beim Buchhändler "an der Ecke" zu bekommen.

Sowohl der Buchhandels-Kollege Donat in Duisburg und ich nutzen viele Kontakte, auch um
an interessante, meist "kleinere" Bücher zu gelangen ....
Siehe Klagenfurt (und Obusse Turin sowie andere).

Bei Interesse: hafke.koeln@t-online.de


*** Nahverkehr Deutschland ***
„Mit der Straßenbahn durch das Berlin der 60er Jahre, Band 9: Die Linien 60, 66 und 69“ von Reinhard Schulz und Sigurd Hilkenbach, Berlin 2018, 100 Seiten im Format 24,5 x 21,5 cm, gebunden, Herausgeber: LOK report-Verlag; Preis: 22,80 €

Die Bildbände zur Berliner Straßenbahn haben mittlerweile eine große Fangemeinde und so hält der Verlag die Autoren an, fleißig für Nachschub zu sorgen, was bei der Sorgfalt der Auswahl von Bildern und vor allem beim Abfassen der zugehörigen ausführlichen Texte aber doch immer eine gewisse Zeit dauert. Der immerhin schon neunte Band hat drei „60er Linien“ zum Inhalt mit den im Südwesten der Stadt eingesetzten 60 und 66 zwei relativ kurze und weniger stark belastete Linien im Westen und mit der 69 in Ostberlin einen „Langläufer“ mit über 20 km Strecke und 80 Minuten Fahrzeit. In gewohnter Manier wird von jeder Linie zunächst deren Geschichte behandelt, bei der auch der Linienverlauf in einer Karte dargestellt wird und die Abbildung der klassischen Haltestellenstreifen im Westen bzw. des Fahrplanbildes im Osten Auskunft über Haltestellen, Einsatz- und Taktzeiten geben.

Daran an schließt sich die fotografische Reise entlang des Linienwegs mit großformatigen und qualitativ guten Aufnahmen. Es sind bei vielen Aufnahmen ja nicht nur die Straßenbahnwagen zu betrachten, sondern auch das Umfeld mit seinen vielen Details einer „anderen Welt“.
Ausführliche Bildlegenden vermitteln zahlreiche Informationen zu Straßenbahn und Stadtbild, aber auch zur Verkehrspolitik im Westteil der Stadt, die gegen die Straßenbahn eingestellt war. Den Worten des Chronisten ist zu entnehmen, dass der Wiedererkennungswert vieler im Bild gezeigter „Ecken“ besonders im Westteil der Stadt heute eher gering ist. Insofern wäre es reizvoll, diesen Gegensatz auch bildlich zu dokumentieren, z.B. in Form kleiner Gegenüberstellungen der Neuzeit!
Auch Band 9 ist für den Freund der Berliner Straßenbahn wieder eine „runde Sache“ zu einem äußerst günstigen Preis. (reu)



„Von 1 bis Z – Die Liniengeschichte der Straßenbahnen in Essen“ von Sven Binder, Klaus Giesen und Wolfgang Nyga, Essen 2018, 200 Seiten im Format 21,0 x 28,5 cm, gebunden, Herausgeber: Eigenverlag der Autoren; Preis: 35,00 €

Linienchroniken leisten besonders bei größeren Betrieben einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Verkehrsgeschichte und bieten auch eine gute Möglichkeit der zeitlichen Eingrenzung von Aufnahmen, wenn eben Bahnen einer Linie mit bestimmten Fahrzeugen oder an bestimmten Stellen zu sehen sind, was es so nur in einem eng begrenzten Zeitraum gegeben hat.

Der Rezensent weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es je nach Datenlage und Dokumentationsgenauigkeit des behandelten Betriebes nicht immer einfach ist, die einzelnen Veränderungen exakt zeitlich und örtlich zu fixieren. Das fertige Produkt ist dann zunächst einmal eine ziemliche „Datenwüste“, welche nur einen kleinen Kreis von Spezialisten in Entzücken zu versetzen mag und die damit „arbeiten“ können. Um so etwas in Buchform zu publizieren bedarf es aber einer größeren Zahl von Interessenten und daher entsprechender Überlegungen und Anstrengungen, wie man das Thema so aufbereitet und darstellt, dass es über den genannten Kreis hinaus entsprechendes Interesse findet. Dieses Interesse ist auch in den Reihen der Bevölkerung und Fahrgäste durchaus vorhanden, denn Erinnerungen zum Thema Straßenbahn werden häufig an der Fahrt mit bestimmten Linien festgemacht, bei der genauen zeitlichen Bestimmung gibt es aber gerade in Städten, wo die Linienführung häufig wechselte, Verwechslungen und Zweifel.

Die drei Autoren, allesamt gute Kenner der Materie, haben aus Anlass des 125jährigen Jubiläums der Essener Straßenbahn nach jahrelanger Vorarbeit ihre Chronik im Selbstverlag herausgegeben. Entstanden ist ein gelungenes Beispiel, wie man eine solche an sich trockene Materie behandeln kann um einen möglichst großen Interessentenkreis anzusprechen. Die „Zutaten“ hierfür sind eine klare Gliederung mit einer Einführung in das Thema, Streckenpläne verschiedener Epochen damit sich auch ein nicht ganz Ortskundiger gut orientieren kann, Faksimiles von Fahrplänen und sonstigen mit der Betriebsabwicklung in Bezug stehenden Dokumenten aus verschiedenen Epochen und natürlich Fotos, welche die genannten Linien im Einsatz zeigen. Die heutige Drucktechnik ermöglicht es zum Glück, farbig ohne erheblich Mehrkosten gegenüber schwarz-weiß zu drucken. Dies erweist sich besonders für eine derartige Chronik als äußerst sinnvoll, da man immer wiederkehrende Darstellungsformen durchgängig mit verschiedenen Farben belegen kann. Auch den Abbildungen tut es gut, wenn sie teilweise in Farbe gezeigt werden.

An eine ausführliche Einleitung von über 20 Seiten mit acht Netzplänen verschiedener Epochen in einer äußerst gelungenen, einheitlichen Form schließt sich die chronologische Darstellung aller jemals verwendeten Liniensignale der meterspurigen Straßenbahn an. Auch der normalspurigen Stadtbahn ist ein Abschnitt gewidmet und es wurden auch die auf Essener Boden verkehrenden Linien anderer Verkehrsbetriebe nicht vergessen. Zu jeder Linie gibt es eine Einführung, in der Gründe für die Einrichtung, wichtige Änderungen im Verlauf aber auch das Verschwinden genannt werden. Das Buch wird durch zahlreiche Fotos in Schwarz-weiß und Farbe durchgängig gut illustriert. Auch die Bildlegenden geben noch zahlreiche interessante Informationen zur jeweiligen Linie. Abgerundet wird das Buch durch eine Ortsliste mit wichtigen Verkehrspunkten und regelmäßigen Endstellen, die durch eine weitere Karte ergänzt wird. Auch ein umfangreiches Quellenverzeichnis und der Bildnachweis zeigen die immense Arbeit, welche die drei Autoren für die Erstellung dieses Buches aufgewendet haben.
Alles in allem eine gelungene Abhandlung des Themas, welcher man bei Interessenten an der Essener Straßenbahn eine große Verbreitung wünschen darf. (reu)



„Geschichte der Straßenbahn in Potsdam“ von Ivo Köhler, Berlin 2018, 78 Seiten im Format 20,0 x 24,0 cm, broschiert, Herausgeber: terra press Verlag; Preis: 20,00 €

Aus Anlass der diesjährigen VDV-Tagung in Potsdam war der Verkehrsbetrieb der Ansicht, dazu gehöre auch ein kleiner geschichtlicher Abriss des Betriebes. Es sollte aber „nichts Großes“ und damit teures werden. Trotz dieser Vorgabe hat es der Autor als langjähriger Kenner des Betriebes und auch durch die Herausgabe verschiedener Bücher zu Nahverkehrsthemen nicht unerfahren geschafft, eine Veröffentlichung zu schaffen, die sich sehen lassen kann. Unterteilt in Zeitabschnitte werden die wichtigsten Stationen der Geschichte von den Anfängen bis zur Neuzeit behandelt. Ein kurzer, knapper Text mit vielen Informationen wird ergänzt durch zahlreiche aussagekräftige Bilder. Besonders die Karten verschiedener Epochen sind nicht nur ansehenswert, sondern auch hilfreich bei der Orientierung. Eine Zeittafel zum Schluss rundet die gut gestaltete und gedruckte Broschüre ab.

Die Aufgabe, den Teilnehmern der Tagung aber auch den an einem Überblick über die Entwicklung der Straßenbahn Interessierten eine repräsentativ gestaltete Schrift an die Hand zu geben wurde hervorragend gelöst. (reu)



*** Strassenbahnen Österreich ***
„Die großen Triebwagen der Klagenfurter Straßenbahn“ von Ing. Hansgeorg Prix, Klagenfurt 2018, 122 Seiten im Format 21,5 x 15,0 cm, gebunden: Herausgeber: Nostalgiebahnen in Kärnten; Preis: 16,00 €

Der Verein Nostalgiebahnen in Kärnten hat in den letzten Jahren schon mehrere Veröffentlichungen über die 1963 eingestellte Straßenbahn in Klagenfurt herausgegeben. Das nunmehr erschienene Büchlein beschäftigt sich mit den drei „großen Triebwagen“ von 1943, die wegen der sprunghaft angestiegenen Fahrgastzahlen angeschafft werden mussten. Die Bestellung erfolgte eigentlich schon 1939, aber die Ausführung war im Zweiten Weltkrieg und unter deutscher Verwaltung gar nicht so einfach, denn eigentlich gab es nur noch den für alle Betriebe verbindlichen Einheitswagen, der aber für Klagenfurt aufgrund der Gleisgeometrie ungeeignet war. Dennoch gelang es eine an den ESW zumindest angelehnte Konstruktion eines vierfenstrigen Triebwagens entwickeln und bauen zu lassen. Der gleiche Entwurf fand auch bei ebenfalls dringlichen Lieferungen für Linz und Preßburg in der Slowakei Verwendung. Der dritte Tw musste zunächst als Beiwagen eingesetzt werden, da es Schwierigkeiten bei der Lieferung der elektrischen Ausrüstung gegeben hatte.

Das Büchlein berichtet ausführlich über die Situation des Betriebes zu Kriegsbeginn und die Schwierigkeiten der Anschaffung. Den Schwerpunkt der Veröffentlichung bilden die über 80 großformatigen Abbildungen zu den Fahrzeugen, zu einem Teil sogar in Farbe. Aussehen, Lebenslauf und Einsatz der Fahrzeuge werden so umfassend dokumentiert, wozu auch die detaillierten Bildlegenden beitragen. Es ist doch erstaunlich, wie viele Aufnahmen gerade in den 1950er Jahren in guter Qualität entstanden sind. Die Druckqualität und Verarbeitung des kleinen Büchleins sind sehr gut und der Inhalt äußerst gelungen, so dass der Freund alter österreichischer Straßenbahnherrlichkeit bestens bedient wird. (reu)
Rolf Hafke schrieb:
„Von 1 bis Z – Die Liniengeschichte der Straßenbahnen in Essen“ von Sven Binder, Klaus Giesen und Wolfgang Nyga, Essen 2018, 200 Seiten im Format 21,0 x 28,5 cm, gebunden, Herausgeber: Eigenverlag der Autoren; Preis: 35,00 €
Dieser Titel ist auch bei der VHAG EVAG e.V. erhältlich, alle drei Autoren sind Mitglieder des Vereins.
Näheres unter [tramshop.vhag-evag.de]

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
>> Dieser Titel ist auch bei der VHAG EVAG e.V. erhältlich, alle drei Autoren sind Mitglieder des Vereins.
Näheres unter [tramshop.vhag-evag.de] <<


Guten Tag,

das ist ja das Gute, dass der Verein der drei Mitglieder das Buch ebenso anbietet,
auch Donat in Duisburg und ich im Versand /wohl auch Region im Modell).
Zusätzliche biete ich zum Eigenpreis die neueste "Sternfahrt" über die Großraumwagen
in Essen und im Ruhrgebiet an (6.50 €).

Das Ungewühnliche ist aber, dass kaum ein Buchhändler "an der Ecke" solche Titel führt.

Deshalb auch bei uns (Donat und mir) außergewöhnliche Titel, wie Jubiläumsbücher, über eine/n
spezielle/n Stadt/Betrieb und Typenbücher, vor alem Auslandstitel im Angebot - leider ist der Einkauf
von "kleinen" oder privaten Verlagen mit viel Mehrarbeit verbunden .... Und Zeit ist Geld, für wahr!

Um einen Anreiz zu geben, erstellen wir die Buchbesprechungen .... Sonst hätte ja kaum jemand
Kenntnis von diesem Buch bekommen. Das mach der Kollege ehrenamtlich und in der Freizeit.
Dass dann der eine oder andere auch diese ausgefallenen Titel bestellt, ist beabsichtigt!

Wo gekauft wird ist zweitrangig, wichtig ist die Bekanntgabe über einen solchen Titel!

Ein Wermutstropfen am Rande für Buchhändler: da das Buch privat verlegt wird und auch
nur "normaler" Händlerrabatt gewährt wird, die Kollegen aber nicht Mehrwertsteuerabzug
berechtigt sind, schmälert sich die Spanne für uns um diese 7 %, die wir dafür an das
Finanzamt abführen müssen .....

Trotzdem führen wir bei einer verminderten Spanne diesen Buchtitel, das ist unser Einsatz!

Gruß
Rolf Hafke
Rolf Hafke schrieb:
Das Ungewühnliche ist aber, dass kaum ein Buchhändler "an der Ecke" solche Titel führt.

Hallo Rolf!

Was ist denn daran so "ungewühnlich"? Zieht man vom üblichen Buchhändlerrabatt eines 6,50-€-Heftchens die Versandkosten, Steuern, Bankgebühren und den Aufwand des Händlers, um das Heft zu bestellen und zu bezahlen, ab, so legt der Händler doch nur drauf. Und welcher normale, wirtschaftlich denkende Buchhändler macht das schon? Vor Jahren habe ich mal ein 9,80-DM-Heft über ein Feldbahnmuseum in Deiner früheren Heimat herausgegeben (damals bestellte man so etwas noch per Postkarte mit Briefmarke, Flatrate-Telefon gab es noch nicht und auch die Banken kassierten gut), aber für den Einzelhandel war es völlig uninteressant.

Viele Grüße
Ludger
Grüß Dich Ludger,

das bezog sich auf das 35 €-Buch "Von 1 bis Z", von einem Autorenkollektiv.....

Das 6,50 €-"Sternfahrt"-Heftchen sehe ich als Serviceleistung für meine Buchkunden,
speziell derer vom Essen-Buch oder Großraumwagen-Buch (EK-Verlag) an.

Klar, es gibt etliche gut geschriebene Bücher, regional von Interesse, von Privat
herausgegeben. 25 % Rabatt sind dann meist das Maximum, Partie kennen die
Kollgen nicht, zahlen volles Porto bei DHL oder versuchen es mit Hermes
(dem schlechtesten Zusteller hier aus ganz D!!), dauert dann eine Woche .....

Vorher nicht informiert, nicht schlau gemacht.
Die meisten von Ihnen könnten über entsprechende Verlage/Verleger den Buchtitel
distribuieren und dennoch auch ein Honorar erhalten.
Aber die Gespräche müssen vorher geführt werden.

Wir machen ja schon einiges:
da gibt es einen Verlag, einen Verein in AT, der gute Titel rausbringt.
Gibt 27,5 % Rabatt, berechnet eine Versandpauschale + für jedes einzelne Buch
1,00 € extra, sowohl bei Endverbrauchern als auch bei Widerverkäufern.
Entweder ist man als Verein gemeinnützig, dann bekommt keiner eine Entlohnung
oder man kalkuliert den 1 € in den Preis rein ....
Wir versuchen seit Jahren diesen Vorsitzender argumentativ zu überzeugen,
keine Chance - wenn die Bücher nicht so gut wären .....

Da gibt es andere Eigenverleger, die glauben mit 20 % Rabatt (ohne Partie)
den Widerverkäufer zu locken. Gut, wenn machnar, kann man draufschlagen -
dann stehen wir aber im direkten Wettbewerb zum Eigenverleger!
Ist doch nicht gesund.

Einen ausländifchen Verlag habe ich "ausgelistet" (rausgeschmissen), weil er
trotz intern. Steuernummern auf beiden Seiten die regionale MwSt. nicht
runtergerechnet hat, gab 15 % - eigfentlich echte 10 %. Man gebe das auch
nur dem osteuropäischen Buchhändler. Kein Wunder, we4nn man dort immer
weniger Straßenbahn- oder Eisenbahnbücher bekommt.
Dann kostet ein DPD-Paket um die 35 € aus einem Nachbarland, somit die Bücher
insgesamt mehr als dortiger VK-Preis!! Was sollen wir denn kalkulieren.

Die größte Frechheit waren die russichen Kollegen mit dem Trolleybus-Buch.
Die wollten BARgeld geschickt bekommen. Das Buch hätte 55 € im EK verursacht,
bei einem VK von 75 € (minus 7 % MwSt wäre netto ~ 70 €). Am Ende sind sie
über einen Prager Buchhändler gegangen, der aber keine Lagerhaltung macht.
Er bestellt in RU, die Bücher gehen nach CZ, anschließend nach D - doppelte
Versandkosten ..... Durch seine Mitwirkung hat sich der VK auf an die 95 € erhöht.

Unglaublich, WAS einige so denken und machen. Und dann wundern sie sich,
wenn sie auf ihren Büchern hängen bleiben .... Dabei gibt es andere gute Beispiele,
wie den herausgeber von Tram-Atlas Russia .....


Wenn wir als Spezialisten versuchen den Vereinen oder Eigenverlegern den Absatz
zu vergrößern, dann machen wir das nicht aus Jux und Dollerei.
Wir haben Kosten, mind. 20 % als Kostendeckungsbeitrag, eher 25 %.
Als Versender werbe ich im Jahr für an die 2.500 €, subventioniere die Versandkosten
(Porto PLUS stabile Verpackung, kostet teils bis 3,00 €) mit bis zur Hälfte, aus der
Spanne von besser kalkulierter Bücher - die gibt es ja auch noch ....

Das alles interessiert den "Buchhändler an der Ecke" nicht!
Er bezieht über den Grossisten oder bei bestimmten Verlagen halt direkt,
er bekommt einen Rabatt - ob er davon leben kann und ein sein Auskommen
inkl. Kosten für das Ladenlokal hat???
WARUM gehen so viele Kleine kaputt?? - Nicht nur aufgrund von Digitalisierung .....

Es sit doch das Allgemeinverhalten. Nicht nur "Geiz ist geil" prägt eine ganze Generation
an Menschen. Bin ich froh, dass es noch (einige, nicht so wenige) normal denkende Kunden
gibt, die auch den Service und entsprechende Leistungen schätzen ....

Ich komme wohl mit diesen Menschen noch einige Jahre aus, wenn es die Gesundheit
mitmacht - wir sehen doch wie viele gute "Alte Hasen" leider von uns gehen ....
Die schreiben auch nichts mehr. Woher sollen neue Titel dann kommen?

Insofern unterstütze ich "junge" (meist auch schon 50 Jahre alte) Autoren, die es ja
eigentlich für Ihre Stadt und ihren Verein auf sich nehmen .....
Weiter so!! (nur vielleicht doch vorher "schlau machen" bezüglich Marketing und Vertrieb).

Gruß aus Köln
R o l f Hafke

Wenn ich hier so offen über Rabatte und entstehende Kosten rede,
so hoffe ich doch auf Verständnis bei all denen, die dieser Tätigkeit nicht
immer den entsprechenden Respekt aufbringen!
Moin Rolf!

Da ich gerade in der Endphase des Mosbach-Mudau-Buches stecke, kann ich nicht so ausführlich auf Deinen Kommentar eingehen (außerdem erscheinen in diesem Jahr noch die überarbeiteten Solinger Obusse). Aber Du kennst ja meine Meinung z.B. über Handelsrabatte oder über Amateurhefte, die bzgl. Bildbearbeitung, Lektorat, Layout und vor allem Vertrieb so sehr ausbaufähig sind. Zum Thema "Geiz ist geil" gab es kürzlich eine brisante Unterhaltung: [www.bimmelbahn-forum.de]. André hatte ein Superbuch über Gera gemacht, was natürlich seinen Preis hatte, und dann kommen diese Geizkragen daher und stacheln andere Leute an, wie sie die Buchmacher austricksen können, um zum Nulltarif an das Buch zu kommen.

Viele Grüße
Ludger
Christoph Zimmermann schrieb:
Rolf Hafke schrieb:
„Von 1 bis Z – Die Liniengeschichte der Straßenbahnen in Essen“ von Sven Binder, Klaus Giesen und Wolfgang Nyga, Essen 2018, 200 Seiten im Format 21,0 x 28,5 cm, gebunden, Herausgeber: Eigenverlag der Autoren; Preis: 35,00 €
Dieser Titel ist auch bei der VHAG EVAG e.V. erhältlich, alle drei Autoren sind Mitglieder des Vereins.
Näheres unter [tramshop.vhag-evag.de]
Es gab in dieser Woche eine Pressekonferenz der drei Autoren: [www.waz.de]

Eine weitere Besprechung gibt es auf der Seite der BMB, die dieses Buch auch in ihr Angebot (im Beiwagen an der Betriebshofszufahrt) aufgenommen haben: [www.bmb-wuppertal.de]

Grüße

-chriz

--
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Ein Titelbild ist die Visitenkarte eines Buches!

geschrieben von: ludger K

Datum: 21.12.18 12:31

Hätte man nicht wenigstens das Titelbild nachbearbeiten, die Flecken beseitigen und die aufgefressenen Weißpartien reparieren können? Das sieht ja scheußlich aus!

Meine Meinung

geschrieben von: Harald Sydow

Datum: 22.12.18 13:41

Hallo Herr Hafke,

ich bin schon verwundert über ihre Einstellung die Sie mit dem Satz ausdrücken.

Sie schrieben:

Da gibt es andere Eigenverleger, die glauben mit 20 % Rabatt (ohne Partie)
den Widerverkäufer zu locken. Gut, wenn machnar, kann man draufschlagen -
dann stehen wir aber im direkten Wettbewerb zum Eigenverleger!
Ist doch nicht gesun
d.

Ich glaube Sie wissen garnicht was das kostet als Privater Buchautor
ein vernünftiges Buch drucken zulassen, wo der Umschlag (Hardcover),
die Bindung (Fadenbindung), das Papier (135 Kunstdruckpapier glänzend)
und komplett 4 Farbdruck kostet. Und was für Mühe und Kosten entstehen
für ein Jahrelang recherchiertes und erarbeitetes Buch von ca. 240 Seiten DIN A4 !?

Und wenn man dann sieht was ein Buch im Einkauf incl MWST kostet und man weiß
das eventuelle Kunden kaum Geld ausgeben wollen, ist ein VK Preis der wohl ihren
Vorstellungen entspricht kaum zu erzielen.

Ich habe es gerade wieder hinter mir, das die Buchhändlerspanne 20 % höher ist als
meine, obwohl ich noch Freiexemplare abgeben muss, so dass ich froh bin wenn ich
am Ende wieder plus minus null bin. Von den ganzen Kosten im Vorfeld kommt so und
so nichts zurück.

Welcher Verlag will heute überhaupt noch Bücher mit wirklichen Inhalt herausgeben!?
Bei mir sind es halt Bergwerks-Monografie und da gibt es keinen vernünfigen Verlag
mehr.

Glückauf
Harald Sydow

Re: Meine Meinung

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.12.18 15:10

Harald Sydow schrieb:
Welcher Verlag will heute überhaupt noch Bücher mit wirklichen Inhalt herausgeben!?
Da fallen mir etliche Namen ein. Es gibt hierzulande durchaus noch Verlage, die sich nicht auf dem Niveau von Kellerheften tummeln.

Auch bei den übrigen Argumenten "pro Selbstverlag" sträubt sich mir das Nackenfell. Heute läuft ein Großteil des Verkaufs über Großhändler und Bahnhofsbuchhändler, aber an solche Kunden kommt ein Selbstverleger mit seinen Primitivkonditionen nicht heran, so daß die Auflagen selten mehr als dreistellig sind. Hinzu kommt, daß die Bücher ungefiltert auf den Markt geschmissen werden, ohne Lektorat, ohne Bildbearbeitung, ohne breitgefächerte Recherche, mit null Ahnung im Umgang mit dem Drucker, mit einem Layout im Schülerzeitungsniveau (manchmal kennen die Macher noch nicht einmal die Trennungsfunktion eines Layout- oder Textprogramms, siehe Mülheim mit den riesigen Wortabständen).

Re: Meine Meinung

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 22.12.18 15:21

Guten Tag Herr Sydow,

finde ich KLASSE, dass Sie (schon) nach 2 Monaten auf meinen Beitrag / Antwort
antworten.....

Es scheint ja so, als ob Sie sich getoffen fühlen, obwohl wir beide NIEMALS
Kontakt miteinander hatten. Die zitierten Beispiele betreffen andere Autoren
und Verleger.....

JA, ich weiß, was das alles kostet.
Ich habe 1995 in Eigenregie ein Excel-Werk über "Museumsstraßenbahen in D"
mit weltweit erhaltenen (ca. 1.500) deutschen Straßenbahnwagen erstellt und vertrieben.
Das war ein teures Abenteuer - deshalb NIE wieder in Eigenregie!!

Nur, die zitierten Verleger meinen es mit < 20 % ernst. Erst vor wenigen Wochen
hatten wir mit mehreren Buchhändlern Interesse an einem Eigenwerk, das regional
auch über die dortigen Buchhändler mit vermarktet wird.
Das Angebot betrug knapp 6 % (!!), falls der Autor mehrwertstzeuer-pflichtig wäre,
was er uns bis heute nicht verraten hat, wären es weniger als 12 % geworden !!!

Und das bei Kosten von weit über 20 % im Bauchhandel.....
Warum schließen denn so viele Fachbuchhändler, persönlich geführte Geschäfte?
erst gestern kontaktierte mich ein Leser aus Berlin, der dort das TRAMS-Jahrbuch
bei KEINEM Händler bekommen kann .... Der Aufwand der Beschaffung ist den
vorhandenen Fachbuchhändlern (es gibt ja noich einige wenige) wohl zu groß -
Aufwand = Zeit und Kosten - scfhlägt sich negativ auf die Marge nieder!

Das gleiche Thema betrifft natürlich - in etwa - auch die privaten Verleger .....

Sie mögen so denkem, das ist Ihnen überlassen.
Ich sage aber, wer so denkt, denkt kursichtig und kurzfristig.
Denn eines Tages wird wieder, wie in vielen Branchen geschehen, doch der FACHhandel
benötigt - und dann gibt es ihn - möglicherweise - nicht mehr.
Wir Fachbuchhändler leben doch auch davon ein Sortiment anzubieten, das scih
von den großen Buchhändlern (Ketten) abhebt. Nur so sind wir atteraktiv für den
Hobby-Indisder und Leser.

Noch gibt es Verleger, die sich engagieren und häufig auch bereit sind entsprechende
Projekte zu übernehmen und zu verlegen. So konnte ich für das VDVA-Buch "Straßenbahn
in den sechziger Jahren" (3. Werk als Herausgeber) nach der Insolvenz des ursprünglichen,
in Bremen ansässigen Verlages bei einem Kollegen in Berlin unterbringen.
Damit hatte er großen Erfolg, er musste zweimal nachdrucken.
Inzwischen hat er auch weitere artverwandte Titel neu verlegt .....

Auch SIE befinden sich in einer Zwickmühle: will ich für den geleisteten Aufwand,
meist mehrere Jahre Arbeit, ein paar wenige Exemplare teuer an den Interessenten bringen
oder es einem Verleger übergeben, der alles für mich managt.
Ein guter Autor MUSS JA NICHT gleichzeitig ein guter Manager sein, er hat doch in aller Regel
auch KEINE Kontakte zum Markt und deren Strukturen.

Da liegt das Problem bei privaten Verlegern und/oder Vereinen:
sie kennen den Markt und die Gepflogenheiten nicht, die üblichen Spannen interessieren sie nicht
und wundern sich, wenn beim Einkauf von Privaten die Marge um die 7% MwSt. geschmälert ist -
die der Händler zwangsweise an das FA abführen muss und dann aus seiner Tasche aufbringen muss .....

Auch das finanzielle Risiko muss man doch gar nicht eingehen, soweit sich ein Verlag findet.
Ich bin zugleich als Marketing-Bertater tätig (gewesen) und habe mehrere Kollegen-Vereine beraten.
Klar, es gibt immer wieder den einen oder anderen, der alles selber machen möchte -
und glaubt: es auch selber kontrollieren zu können .....
Da kommt aber nur Klein-klein raus, niemals der große Wurf.

Und eigentlich ist es schade, wenn die Arbeit nicht honoriert wird.
Den Anspruch gestehe ich aber Jedem zu - denn jede ehrenamtliche und freizeitliche Arbeit
ist auch Geld wert!!

Nur kann ich Ihnen nicht helfen einen entsprechenden Verleger zu finden.

Frohe Festtage
Rolf Hafke

Re: Meine Meinung

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.12.18 15:43

Hallo Rolf!

Bei solchen Leuten kann man sich den Mund fusselig reden, die bleiben unbeirrbar bei ihrer fest abgesteckten Meinung. Vermutlich gehen sie auch nicht mehr zum Zahnarzt, wenn sie sich einen Zahn ziehen lassen müssen, sondern betätigen sich daheim als Selbstzieher. Dank ihrer großen Ahnung schalten sie schon lange keinen Steuerberater oder Rechtsanwalt mehr ein, sondern machen jetzt alles selbst.

Viele Grüße
Ludger

Re: Meine Meinung

geschrieben von: Rolf Hafke

Datum: 22.12.18 16:01

Hallo Ludger,

Steuerberater etc.:

WIR als Händler, und auch die Verleger, müssen die 7 % zwangsweise,
meist quartalsmäßig als Umsatz-Vorsteuer abführen !

Ich kenne viele, die nicht den Vermerk "Kleinbetrieb" ausweisen
und daher wiohl am FA vorbei agieren ......

Okay, die müssen ja kein Gewerbe angemeldet haben - dann aber BITTE Einkommensteuer!!


WIR werden jetzt ab dem 1. Januar mit der Verpackungs-Verordnung (europaweit neu)
verfolgt. Für meinen kleinen "Betrieb" müsste ich bei 250 Verpackungen (a 300 gr)
30 € Grundgebühr + 60 € ENTSORGUNG zahlen ....., bei 500 sind das ganze 30 + 120 = 150 €!!
(as sind zwar nur 30 Cent, gehen aber VOLL aus der Spanne weg!)

Da kommt bald die nächste Prüfung auf uns zu, ob wir das angemeldet und abgeführt haben.

Der Handel (auch Verleger sind Händler !) ist immer der DUMME ....

Cool bleiben und feiern mit der Familie .....
Mal nicht an das Geschäft denken!

Geruhsame Festtage
R o l f

Re: Meine Meinung

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 22.12.18 22:07

ludger K schrieb:
(manchmal kennen die Macher noch nicht einmal die Trennungsfunktion eines Layout- oder Textprogramms, siehe Mülheim mit den riesigen Wortabständen).
Meinst du das Buch, das durch die Comic Sans als Type auf dem Cover schon abschreckend wirkt?
Bei "Das Cover ist die Visitenkarte eines Buches" gebe ich dir uneingeschränkt recht.

Grüße

-chriz

--
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Re: Meine Meinung

geschrieben von: ludger K

Datum: 22.12.18 22:27

Genau das meine ich! Die Schrifttype ist Geschmackssache (auch ich verwende sie manchmal), weniger allerdings die gestalterischen, handwerklichen und sprachlichen Mängel, die durchaus vermeidbar gewesen wären. Jedes noch so primitive Textprogramm hat heutzutage eine Trennungsfunktion, bzgl. Layout wäre sogar mancher Macher von Schülerzeitungen ein Vorbild, die Verwendung von Scans (mit Aldi-Billigscanner) von Papierbildern (obwohl die Negative verfügbar gewesen wären) ist eher steinzeitlich und das grundschulhafte Deutsch hätte sich leicht beheben lassen, wenn ein unbefangener Außenstehender die Texte korrekturgelesen hätte. So aber wurde alles hopplahopp im Schweinsgalopp auf den Markt geschmissen (und Lobhudler, die es in der Rezension in den Himmel loben, finden sich immer). Büchermachen ist oft eine Frage der Eitelkeit, viele Autoren wollen sich einfach nicht reinreden lassen. Dann helfen nur noch BoD, Sutton oder Eigenverlag, dort haben die Autoren freie Bahn.