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Software, Medien aller Art und Literatur zum Themengebiet Eisenbahn
Moderatoren: Klaus Habermann - MWD

Seiten: 1 2 All

Angemeldet: -

Hallo,

heute waren wir u.a. auf dem "Salon du Modelisme" im Eisenbahnmuseum in Mulhouse. Eine nette Veranstaltung für die ganze Familie, die ruhig etwas mehr Werbung auf dieser Seite des Rheins vertragen könnte.
Vor Ort war auch Jean-Georges Trouillet (Gruß hinüber), der ein neues Buch in der "Demo-Version" vorstellte. Es geht um die Eisenbahn in Elsaß-Lothringen zwischen 1871 und 1918.
Die Eckdaten:

472 Seiten im Format 24 x 32 cm
326 Bilder
55 Tabellen
10 Karten

Die Legenden gibt es in Deutsch und Französisch. Für die Epoche 1-Modellbahner dürften enthaltene Zugbildungspläne von Interesse sein.

Bis 28.10.18 zum Subkritionspreis von 59 Euro beziehbar, danach 65 Euro. Bestellbar unter: [www.dreiexen.alsace]

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Hallo Mathias,

ein interessantes (deutsches) Eisenbahn-Thema, dass vmtl. auch in Deutschland sofort viele Intereressenten finden.....würde, wenn es denn auch eine deutschsprachige Version geben wird. Da bleibt nur zu hoffen, dass ein deutscher Partnerverlag eines Tages eine deutschsprachige Version auf den Markt bringen wird, so wie es z.B. mit niederländisch-sprachigen Büchern schon geschehen ist.

Da ich aus Erfahrung heraus annehme, dass der frz. Verlag vmtl. keine deutsche Version auf den Markt bringen wird, liegt meine Hoffnung eben deswegen bei einem deutschen Partnerverlag.

Bei über 400 Seiten handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Standardwerk zur Eisenbahngeschichte im deutschen Elsaß-Lothringen, da wäre mir eine "dünne" deutschsprachige Zusammenfassung am Ende des Buches definitiv zu wenig. Auch zweisprachige Bildunterschriften und Legenden sind mir mittlerweile zu dürftig, wie ich an meinen polnisch-sprachigen Büchern immer wieder feststelle.

Aber Polen ist ein Thema für sich, ich wundere mich z.B. , dass viele gutgemachte , akribisch recherschierte Bücher, die Themen in ehem. deutschen Gebieten sehr gut abhandeln (z.B. Straßenbahnbetriebe, Kleinbahnen), nicht in einer deutschsprachigen Version erscheinen - Nachfrage ist nicht nur bei mir definitiv vorhanden.
Ein weiteres "polnisches Problem" ist die schwierige Erhältlichkeit von poln. Literatur, Händler in Deutschland sprechen regelmäßig von diversen Problemen. Natürlich wäre es einfacher, direkt nach Polen zu fahren und dort die Bücher zu kaufen - aber nicht jeder hat die Zeit und das Fahrgeld dafür - geschweige denn polnische Sprachkenntnisse für den Kauf.(zudem müsste man die Standorte von dortigen Eisenbahn-Fachbuchhandlungen kennen - Stettin wäre ja z.B. eine gut erreichbare Verkaufsstelle).

Grüße

Archivator

Scheint eine tolle Sache zu werden...

geschrieben von: Ulrich Vogel

Datum: 24.09.18 16:13

Hallo Matthias,

vielen Dank für den Hinweis! Das scheint ja ein richtiges Grundsatzwerk werden zu sollen...
Die Leseprobe (glücklicherweise bin ich des Französischen mächtig, jedenfalls Lesen) ist so vielversprechend, dass ich das Werk heute bestellt habe. Ich wünsche dem Buch, wenn es denn so wird wie die Vorschau erahnen lässt, eine weite Verbreitung in der Dreiländerregion hier am Oberrhein.

Gruß aus Ludwigshafen,
Ulrich
Hallo Matthias,
Vielen Dank für den nützlichen Hinweis. Die Leseprobe und der gelungene Webauftritt des Verlags (ja wohl ein Hobby-Verlag, den der Autor für dieses Buchprojekt gegründet hat) haben mich auch überzeugt, so dass ich das Buch subskribiert habe. Jean-Georges Trouillet ist mir bislang nicht als Eisenbahnhistoriker bekannt; beruflich scheint er aber vom Eisenbahn-Fach zu sein (wenngleich sich die meisten Hinweise, die man im Web findet, auf seine politische Tätigkeit beziehen). Man darf gespannt sein!

Hallo Ulrich,
Es gab bereits einmal ein größeres Werk, das als Grundlagenwerk zu den A.L. gelten kann, nämlich die zweibändige "Encyclopédie des Chemins de Fer d'Alsace-Lorraine" von Jean-Marc Dupuy, Jean Buchmann und Bernard Meyer, die 1998/2000 im Verlag Loco-Revue erschienen ist (ISBN 2-903651-29-9 und 2-903651-30-2) und auch sehr gut dokumentiert war (was Fotos angeht, aber vor allem bezüglich der Strecken- und Gleispläne sowie der Gebäude- und Fahrzeugskizzen). Das Buch von Trouillet sieht deutlich schöner und moderner gelayoutet aus; mal sehen, ob und wo es inhaltlich über diese "Encyclopédie" hinausgeht.

Viele Grüße
Claus

Liste meiner Forenbeiträge auf DSO: [www.claus-pusch.de]
Moin zusammen,
ja, vielleicht rafft sich ja ein hiesiger Verlag auf und bringt eine deutsche Übersetzung heraus. Würde mein Interesse finden. Zumal meine Französischkenntnisse durch "Zeitablauf" und mangels regelmäßiger Anwendung inzwischen nur noch rudimentär vorhanden sind.

Oder vielleicht mal ein "EK-Special" (ggf. in zwei Heften?) zu diesem Thema, ähnlich den EK-Heften "Saarland", 2 x "Ostpreußen", "Sudetenland" und 2 x "Schlesien". Das wäre dann nicht unbedingt das o. g. "Grundsatzwerk", aber ein Einstieg.
Mal sehen, was so geschieht.
Gruß HG
Hallo,

warum sollte dieses wirklich interessante Thema durch sog. "Kellerhefte" abgehandelt werden, die dann zusätzlich den Markt für ein bereits geschriebenes (!) Buch in noch zu erfolgender deutscher Übersetzung erschweren?

Ich halte mittlerweile gar nichts mehr davon, interessante Themen in geklammerte Heftchen hineinzupressen (und dann noch gleich mehrere zum selben Thema), die aus marketingtechnischen Gründen immer mehr bunte Bildchen und immer weniger fundierten Text bzw. aussagekräftige Streckenkarten und/oder kaum noch techn. Zeichnungen von Ingenieurbauwerken enthalten.
Während man gebundene Bücher als Nachschlagewerke griffbereit im Regal stehen hat, landen nicht nur bei mir diese dünnen Heftchen in Stehsammlern in den unteren Regalreihen - lediglich durch das Verzeichnis auf meinem Rechner bin ich mir deren Existenz größtenteils bewußt. Bei vielen anderen Eisenbahnfreunden landen diese Sonderhefte jedoch längst auf großen Stapeln, die aus Platzgründen immer häufiger im Keller landen und somit den oftmals zweifelhaften Ruf der "Kellerhefte" erst so richtig begründet haben.

Natürlich wird es auch in Zukunft Sonderhefte als "Kellerhefte" geben, denn damit läßt sich aus verlegerischer Sichtweise immer noch recht schnelles Geld verdienen, auch gibt es Eisenbahnfreunde, die nicht so tief in die Materie einsteigen wollen und denen ein Sonderheft zu einem bestimmten Thema vollauf genügt. Ebenso ist es eine Preisfrage, denn 12 - 24 € für ein Sonderheft lasen sich für viele Eisenbahnfreunde eher aufbringen als 49,- € und mehr für ein fundiertes, gebundenes Buch.
Es gibt allerdings Themen, die mehr verdient haben als eine schnell zusammengeschustert und oberflächlich wirkende Kurzabhandlung in Form von "Kellerheften" - und dazu zähle ich eindeutig das Thema "Elsaß - Lothringen".

Grüße

Archivator - der sich über die ständige Neuauflage von bestimmten "Kellerheften" nur wundern kann
claus_pusch schrieb:
Jean-Georges Trouillet ist mir bislang nicht als Eisenbahnhistoriker bekannt; beruflich scheint er aber vom Eisenbahn-Fach zu sein (wenngleich sich die meisten Hinweise, die man im Web findet, auf seine politische Tätigkeit beziehen). Man darf gespannt sein!
Es gab bereits einmal ein größeres Werk, das als Grundlagenwerk zu den A.L. gelten kann, nämlich die zweibändige "Encyclopédie des Chemins de Fer d'Alsace-Lorraine" von Jean-Marc Dupuy, Jean Buchmann und Bernard Meyer, die 1998/2000 im Verlag Loco-Revue erschienen ist (ISBN 2-903651-29-9 und 2-903651-30-2) und auch sehr gut dokumentiert war (was Fotos angeht, aber vor allem bezüglich der Strecken- und Gleispläne sowie der Gebäude- und Fahrzeugskizzen). Das Buch von Trouillet sieht deutlich schöner und moderner gelayoutet aus; mal sehen, ob und wo es inhaltlich über diese "Encyclopédie" hinausgeht.
Hallo Claus,

von Jean-Georges Trouillet gabes aber vor einiger Zeit bereits eine CD über den Wagenpark der AL, die zumindest innerhalb der Güterwagen-Gruppe einige Verbreitung gefunden haben dürfte.
Außerdem gab es von ihm und Francis Albert das Buch: "Chemins de fer et brasseries en Alsace-Lorraine et au Grand-Duché de Luxembourg" (von dem er in Mulhouse die letzten Exemplare verkaufte)
Und Jean Buchmann schrieb heute per Mail:

" Bonjour,

Anbei gebe ich gerne die Info über ein neues Buch über die Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen weiter. Der Autor, Jean-Georges Trouillet, hat nach 17 Jahren Recherchen das erste Band mit 472 Seiten in Ankündigung – erhältlich in wenigen Wochen.
Es ist mit Sicherheit das ultimative Werk über die Geschichte dieser Bahn zwischen 1871 und 1918."

Inwieweit es sich nun rentiert eine komplett übersetzte Auflage zu verlegen wird man sehen. Gradmesser könnte Jean Buchmanns Werk über die "Waffenstillstandsloks" werden, dass ja gerade bei VGB in einer deutschen Fassung erschien. Lohnt sich das, haben sie vielleicht Blut geleckt, ansonsten wird es ein Einzelfall...

MfG
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"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:09:25:14:29:29.
Naja, im vereinten Europa wäre es ja auch nicht schlecht, wenn man die eine oder andere Sprache der Mitgliedsländer beherrschen würde. Französisch auf einer Liste der meistgesprochenen Sprachen der Welt auf Platz 5, Deutsch auf Platz 10... Kurse werden in der Regel auch in der Volkshochschule angeboten.


Beste Grüße
Wolfgang

Es muss nicht zwingend VGB sein.....

geschrieben von: Archivator

Datum: 25.09.18 16:23

Hallo Mathias,

nicht nur VGB ist in der Lage, deutschsprachige Übersetzungen von im Ausland erschienenen Eisenbahnbüchern herauszugeben.

So hat vor einigen Jahren der Verlag DGEG Medien die deutschsprachige Variante eines niederländischen Buches zur "Boxteler Bahn"
(Das war eine Privatbahn, deren Hauptstrecke sowohl durch NL wie auch durch D führte , nach dem 1. WK wirtschaftlich zugrunde ging und von niederländischer und deutsche Staatsbahn streckenmäßig übernommen wurde). Die Hauptwerkstatt in Gennep/NL wurde nach Auflösung der Gesellschaft zu einer Papierfabrik umgebaut "Pa-Ge").

Generell sehe ich gute Absatzchancen für gerade solche Bücher aus dem Ausland, die fundiert ehem. deutsche Gebiete abhandeln, wie z.B. Schlesien, Elsass-Lothringen, Pommern, Ost- und Westpreußen, Ost-Brandenburg, Posener Land - schwieriger dürfte es da meines Erachtens nach bei den "kleinen" Gebieten werden, die nach 1918 verloren gingen, wie z.B. das Hultschiner Ländchen, Eupen-Malmedy oder Nordschleswig.

Schon vor über 30 Jahren zeigte der EK-Verlag mit seinem damals opulenten und längst gesuchten Werk "Eisenbahnen zwischen Oder und Weichsel" vom Autor Wolfgang Scharf, dass für fundierte Beschreibungen von ehem. deutschen Gebieten durchaus eine für Verleger interessante Nachfrage besteht.

Grüße

Archivator
Moin.

Es ist schon seltsam, wenn ein Buch zur deutschen Eisenbahngeschichte auf Französisch erscheint. ;-) Gibt es über die Bahn in Elsaß-Lothringen überhaupt Publikationen jüngeren Datums in deutscher Sprache? Und dass man ohne Vorkenntnisse nach zwei VHS-Kursen so ein Buch lesen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich selbst hatte in meiner Schulzeit eine Stunde (!) Französisch, dank Latein und Italienisch sind aber gewisse Grundzüge vorhanden. Textlastige Bücher sind aber ein anderes Kaliber als französische "Kellerhefte", von denen ich trotz fehlendem Keller einige habe. Das weiß ich von den wenigen französischen Büchern, die ich habe.

Es stellt sich aber die Frage, wie groß die Höhe einer eventuellen deutschen Auflage sein könnte. Das ist ja ganz sicher ein Nischenthema, wie es trotz der deutschen Geschichte auch Themen von rechts der Oder und Neiße sind. Und eine professionelle Übersetzung kostet sicher auch ein wenig.

Auch, wenn hier heftig gegen Hefte angeschrieben wird: Mir ist es zu einem Nischenthema lieber, wenn es ein Heft gibt, als wenn es nichts gibt. Bei ausreichend Interesse würde ich mir auch trotz Heft noch ein Buch zum selben Thema kaufen.


Viele Grüße
Sören

Das Problem ist eines der Kosten, wie so oft...

geschrieben von: Stephan Herrmann

Datum: 25.09.18 18:01

Moin,

wer mich kennt, weiß, dass ich auch in militärhistorischen Fragen nicht ganz unbeschlagen und uninteressiert bin. Vor nicht allzulanger Zeit habe ich da ein hochinteressantes französischsprachiges Buch eines Luxemburger Verlags zu einem spezielleren Aspekt der "Deutschen Mitwirkung" am 1. WK aufgetan, ganz entfernt auch mit Eisenbahnbezug. Da mein Französisch völlig unzureichend ist, wollte ich da mal was in Richtung Übersetzung unternehmen. Ergebnis:

Der Luxemburger Verlag will auf eigenes Risiko keine Deutsche Übersetzung herausbringen. Der am ehesten entsprechende deutschsprachige und in D ansässige größere Fachverlag war ob meines Hinweises sehr angetan, hat aber über eine Lizenzausgabe m.W. gar nicht erst verhandelt. Begründung mir gegenüber sinngemäß: Wir könnten davon sicher erfolgreich eine Auflage in üblicher Größe verkaufen (Anm.: Ich schätze so 300-500 Stck.). Aber die Kosten einer angemessenen professionellen Übersetzung mit einem ausreichend in der Sache technisch versierten Lektorat macht das ganze zum Verlustgeschäft.

Ich überlege immer noch, ob ich einen mir privat bekannten pensionierten Artillerieoffizier mit Nato-Französisch und Deutsch anhaue, ob er das auf lau machen würde. Aber dazu müßte ich erstmal den nicht ganz billigen Schinken auf französisch kaufen, was mir wenig bringt...

Bei dem Gequäke hier im Forum wegen der Preise sind für manche möglichst dünne Heftchen wahrlich ausreichend. Ein ordentliches Buch mit raren historischen Bildern, Archivrecherche, mit Geschichtskenntnissen und einer sowohl technisch als auch historisch versierten Lektorierung und aufwendigen Grafiken z.B. zu Strecken, Gebäuden, Karten kostet eben bei den realistisch anzunehmenden kleinen Auflagen ein Schweinegeld. Und während bei regionalen/heimatgeschichtlichen Bahnthemen vielleicht noch in Luxemburg oder im Elsass eine Förderung aus EU-Töpfen drin ist, dürfte es in D für eine Übersetzung keinen anzapfbaren Topf geben.

Viele Grüße

Stephan Herrmann
wer aber mal den Autor googelt, wird feststellen das der eine deutsche Version selbst hinbekommt. Er liest hier auch mit...

MfG

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Hallo,

und um nochmal auf das "Sprachproblem " zurückzukommen: Der hier mitlesende Autor ist sogar in der Lage, deutsche Archive aufzusuchen und die dortigen Akten in Kanzleischrift zu lesen...
Wer sich also für das Thema interessiert könnte sich ja umgekehrt die Mühe machen, das französische Buch zu lesen. Die hier geäußerte Anspruchshaltung stört mich gerade ein bißchen. Und warum schreibt kein deutscher Autor über so ein "urdeutsches" Thema?
Ich werde mir das Buch auch zulegen, obwohl ich keinerlei französisch kann - aber das Restlatein und ein Wörterbuch werden helfen und in schwierigen Fällen hilft vielleicht noch ein Online-Übersetzungsprogramm.


Beste Grüße
Wolfgang
Moin,

das wäre ja ok. dann müßte nur noch ein Vertrag hierzulande eine Lizenzvereinbarung schließen und mit dem Verfasser über eine eigene, selbstübersetzte Ausgabe für D handelseinig werden - so denn gewollt und alle anderen Rechte, z.B. für Bilder, das zulassen.

Ich räume allerdings ein, dass auch das nicht ganz so einfach ist.

Abgesehen davon: Ich halte im Vergleich mein "Schriftenglisch" für ziemlich gut, aber ich weiß aus harter beruflicher Erfahrung, dass die Auswertung fremdsprachiger Verwaltungsvorgänge nicht ganz uneinfach ist. Man schwitzt Blut und Wasser, wenn man nicht im Rechtssystem und in der Verwaltungssprache "drin" ist und auch weniger direkt übersetzbare Wertungen oder Auslassungen identifizieren kann. Das mag bei einem rein technischen/historisch erzählenden Werk nicht ganz so dramatisch sein. Trotzdem würde ich mir nicht zutrauen, ein deutschsprachiges Eisenbahnbuch ins Englische zu übersetzen ohne ein Lektoriat, das prüft, ob ein Muttersprachler das auch so versteht, wie ich es meine.

Wenn des Verfassers Deutsch besser ist als mein Englisch, lasse ich meine Bedenken gerne unter den Tisch fallen. Im Normalfall sind derartige Probleme aber nicht von der Hand zu weisen.

Viele Grüße

Stephan Herrmann

P.s.: Obwohl normalerweise nicht mein Acker: Mich würde ein gutes Buch zur AL /Reichseisenbahn schon aus Interesse für die geschichtlichen Hintergründe auch begeistern.

Äpfel mit Birnen verwechselt?.

geschrieben von: Archivator

Datum: 26.09.18 08:20

Hallo Wolfgang,

mich stört gerade ein bisschen, dass das deutsprachige Volk gezwungen werden soll, eine Fremdsprache zu erlernen, um etwas über die eigene Geschichte zu erfahren. So kann man den europäischen Gedanken auch ad absurdum führen.

Dein Vorschlag heißt ja im Endeffekt, dass ich

a) Dänisch erlenen sollte, um mich über das frühere Eisenbahnwesen in Nordschleswig und Alsen zu informieren?

b) Litauisch erlernen sollte, um mich über das frühere Eisenbahnwesen im Memelgebiet zu informieren?

c) Russisch erlerenen sollte, um mich über das frühere Eisenbahnwesen rund um Königsberg, Tilsit und Insterburg zu informieren?

d) Polnisch erlernen sollte, um mich über das frühere Eisenbahnwesen in Ost-Pommern, Ost- und Westpreussen, Ostbrandenburg,
Posener Land und Schlesien zu informieren?

e) Tscheschich erlernen sollte, um mich über das frühere Eisenbahnwesen im Hultschiner Ländchen zu informieren?


Warum haben eigentlich Martin Luther und viele vor und nach ihm die Bibel übersetzt? Mit einem Wörterbuch für Latein und Hebräisch könnten die Christen in diesem Land die Originalfassung bestimmt leicht lesen - oder etwa doch nicht?

Wolfgang, Deine Tipps mögen auf Dich und viele andere vielleicht zutreffen, aber ein recht großer Teil der geschichtsinteressierten Eisenbahnfreunde hat nicht unbebedingt Latein oder Französich in der Schule (ausreichend) gehabt, um mit VHS-Kurs und Wörterbuch einen französischsprachigen Text zu verstehen.

In den 1990er Jahren war ich mehrmals im belgischen Hennegau (Hennegouwen) im südlichen Bereich der frz.-sprachigen Wallonie.
Ziele meiner Touren war stets die (Rest-) Überlandstraßenbahn rund um Charleroi.
Aus Kostengründen war ich dort oftmals mit einem Freund am TTB-Tag, dem Trein-Tram-Bus-Tag, an dem man ein verbilligtes , in ganz Belgien gültiges Ticket für Züge, Straßenbahnen und Busse kaufen konnte.
Im Bahnhof von Charleroi verkauften am TTB-Tag diverse Eisenbahnvereinigungen belgische Eisenbahnliteratur - und zwar ausschließlich in französischer Sprache. Obwohl es damals bereits interessante Bücher zum Eisenbahn - und Überlandstraßenbahnwesen in der Wallonie in ausschließlich niederländischer Sprache (also im flämischen Landesteil von Belgien produziert) gab, waren diese in Charleroi nicht zu sehen.
Du siehst, auch im (mehrsprachigen) Ausland ist das Lesen von fremdsprachigen Büchern eher ein Nischenthema.

Grüße

Archivator

Re: Äpfel mit Birnen verwechselt?.

geschrieben von: WHA

Datum: 26.09.18 09:04

Hallo Archivator,

ich könnte jetzt sagen: Im schlimmsten Falle (wenn es also keine Informationen auf Deutsch gibt) geht es nicht anders und Du mußt ein paar weitere Sprachen lernen - ist ja kein Fehler. Wie willst Du Dich ansonsten dort zurechtfinden oder in einem Archiv an die Archivalien kommen? Die Archivalien selbst mögen auf Deutsch geschrieben sein, aber das Personal spricht nicht unbedingt Deutsch... Ich möchte das Pferd mal von der anderen Seite aufzäumen: Warum schreibt denn eigentlich kein deutscher Autor dieses Buch, wo es doch scheinbar ein "urdeutsches" Thema ist?

Die andere Sache ist, daß man, um dieses Buch lesen zu können, sicher nicht so sprachfest sein muß. Es geht nicht um einen Gesetzestext, den man in allen Nuancen und Details verstehen müßte. Und es geht vermutlich auch nicht um einen literarischen Text mit fein ziselierten Satzstrukturen und selten Satzkonstruktionen oder grammatischen Formen.

Zum Thema Belgien wäre vielleicht zu sagen, daß es erhebliche Rivalität zwischen den beiden Gruppen (Flamen und Wallonen) gibt, die dabei auch eine Rolle gespielt haben könnten. Außerdem weiß ich nicht, wie es im Schulunterricht in Belgien ist. Müssen dort alle Schüler beide Sprachen lernen?

Beste Grüße
Wolfgang

Moegliche Ansaetze

geschrieben von: Peter

Datum: 26.09.18 09:50

Hallo!

Stephan Herrmann schrieb:
Ich überlege immer noch, ob ich einen mir privat bekannten pensionierten Artillerieoffizier mit Nato-Französisch und Deutsch anhaue, ob er das auf lau machen würde. Aber dazu müßte ich erstmal den nicht ganz billigen Schinken auf französisch kaufen, was mir wenig bringt...
Ein sehr guter Gedanke!
Ein (leider verstorbener) Bekannter hat das mit Literatur ueber Eisenbahnen in Namibia (vgl. [www.dumjahn.de]) so gemacht:
Er hatte Kontakt zum Verfasser und zum Verlag der Ausgabe in Afrikaans und bekam von diesen das Manuskript und die Druckvorlagen der Bilder/Tabellen.
Dann suchte er sich Uebersetzer (z. B. fortgeschrittene Studis aus dem Fachbereich; Goethe-Institut) und liess das von einem kundigen Leser (Dozent am Goethe-Institut) endpruefen, bevor es dann in Druck ging.
Das war fuer (relativ) wenig Geld machbar -und alle Beteiligten hatten etwas davon

Evtl. gibt es irgendeine Sprachschule oder ein Goethe-Institut o. ae., die technische Uebersetzer ausbildet, die dann eben auch mal an Bahn-Texten ueben koennen?

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:09:26:09:56:56.

Aufwand von Übersetzungen, Versuch einer Erklärung

geschrieben von: ODEG

Datum: 26.09.18 19:41

Guten Abend,

mir scheint, ihr unterschätzt den Aufwand von Übersetzungen. Nicht umsonst heißt es, eine Übersetzung ist wie das Neu-Verfassen eines Buches.
Die Preise komerzieller Übersetzer erscheinen auf den ersten Blick recht hoch (Vgl. z.B.: [uebersetzer.jetzt])
Diese Summen erklären auch, warum es selbst für Verlage ein gewisses Risiko darstellt. Und dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass der/die Übersetzer/-in noch einen fachlich versierten Lektor zur Seite braucht.

Der Hintergrund für die anscheinend hohen Preise ist jedoch der hohe Aufwand. Wort-für-Wort-Übersetzungen reichen nicht aus (siehe google-translator), oftmals sind, um eine flüssige Lesbarkeit in der Zielsprache zu gewährleisten, große Passagen völlig umzuformulieren.

Nun zu der Idee, dies durch "kundige" Leute kostenlos oder für eine geringe Aufwandsentschädigung machen zu lassen:
Grundsätzlich spricht gegen eine solche Idee erstmal nichts, vorausgesetzt die entsprechende Person hat richtig viel Zeit und will die dann auch mit so einer Aufgabe füllen.
Zu beachten ist aber, dass in den wenigsten Fällen etwas "druckreifes" dabei herauskommt. Für private Zwecke ist das meist ausreichend, für einen Druck jedoch nicht unbedingt.
Auch die Idee mit Wissenschaftlern/Studenten: Da muss man schon sehr viel Glück haben. Wenn da nicht zufällig eine entscheidende Persönlichkeit ein Eigeninteresse daran hat, wird das nichts. Auch im akademischen Betrieb hat man genug zu tun und selten Zeit für derartige "Hobby-Aktionen". Und für ein studentisches Projekt ist eine Übersetzung eines Buches von mehreren hundert Seiten deutlich zu umfangreich. Zusätzlich gilt auch hier wieder: Auch sechs oder mehr Semester Studium einer Fremdsprache machen nicht gleich einen Übersetzer! Auch hier gilt: Druckreife darf man da nicht automatisch erwarten. Will man ein umfangreiches Werk auf diese Weise übersetzen (lassen), bekommt man es automatisch mit einer Vielzahl von verschiedenen Übersetzern (Studenten) zu tun, die Gefahr von stilistischen Brüchen steigt also enorm.

Ich schreibe das als jemand, der mit der Materie immer wieder zu tun hat und erst vor kurzem für interne Verwendung eine Übersetzung eines französischen Fachbuchs durchgeführt hat. Ich würde mir jedoch nie anmaßen, eine druckreife, "kommerzielle" Übersetzung leisten zu können.

Mein Rat: Wenn euch das Thema wirklich interessiert, holt euch das entsprechend Buch (vielleicht auch erstmal per Fernleihe!) und ein Wörterbuch dazu. Ein interessantes Werkzeug könnte dabei zunehmend auch [www.deepl.com] sein. Dann schaut, wie weit ihr damit kommt. Den Willen, ein wenig Arbeit zu investieren, setzt das aber voraus.


Grüße aus Brandenburg

ODEG



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:09:26:19:48:11.

Re: Äpfel mit Birnen verwechselt?.

geschrieben von: Ingo

Datum: 26.09.18 22:58

WHA schrieb:
Zum Thema Belgien wäre vielleicht zu sagen, daß es erhebliche Rivalität zwischen den beiden Gruppen (Flamen und Wallonen) gibt, die dabei auch eine Rolle gespielt haben könnten. Außerdem weiß ich nicht, wie es im Schulunterricht in Belgien ist. Müssen dort alle Schüler beide Sprachen lernen?
Hallo,

Ende der 90er gab es bei meinem damaligen Arbeitgeber ein Projekt für einen belgischen Versicherungsmakler (ich glaube damals der größte in Belgien). Bei dem war es üblich, dass die Leute bzgl. der Adresse in ihrer Muttersprache angeschrieben wurden. Also ein Flame grundsätzlich in Niederländisch und ein Wallone grundsätzlich in Französisch, egal ob sie in Flamen oder der Wallonie gewohnt haben.

War schon schräg, wurde aber noch von den 3 Geschlechtern: Frau, Herr und Familie übertroffen. Die Belgier sind da schon ein wenig merkwürdig.

Gruß Ingo
Hallo allerseits,
Aus der Ankündigung des A.L.-Buchs von Herrn Trouillet hat sich inzwischen eine Diskussion entwickelt, die in alle möglichen Richtungen geht. Dazu ein paar Anmerkungen:
* Die Geschichte der A.L. als "urdeutsches" Thema zu bezeichnen halte ich für misslich (auch wenn das Adjektiv in Anführungszeichen gesetzt ist). Die Geschichte des Streckennetzes, das die A.L. bildet, beginnt 1839, und die A.L. besteht bis zur Gründung der SNCF. Dass in dem angekündigten Buch der Fokus auf das Zeitfenster gesetzt wird, in dem Elsass und (Teile von) Lothringen deutsch beherrscht waren, dafür wird der Autor seine Gründe haben.
* In Belgien wird viel Verkehrsliteratur, die den Gesamtstaat oder beide Regionen Flandern und Wallonien tangieren, von vornherein in zwei Sprachversionen herausgebracht. Z.B. verfährt der Verein PFT-TSP so mit vielen seiner (hervorragenden!) Bücher. Wie sich das rechnet (und ob überhaupt), und von welcher Sprachversion mehr verkauft wird, weiß ich nicht. Bücher, die nur ein Sprachgebiet betreffen, werden meistens auch nur in dieser Sprache ediert (z.B. liegt vieles zur Küstentram nur auf Niederländisch vor). Zu Charleroi: einer der neuesten Titel zu den dortigen Straßenbahnen ist übrigens auf Englisch und in GB erschienen, m.W. ohne Übersetzung, obwohl von einem wallonischen Autor mitverfasst ("Charleroi's tram since 1940" von Geoffrey Skelsey und Yves-Laurent Hansart, 2013 bei der LRTA erschienen).
* Zur Übersetzungsfrage kann ich ODEG nur zustimmen. Ich arbeite an einer Hochschule an einem Institut für Fremdsprachen, und wir bekommen auch immer wieder Anfragen, ob nicht von den Dozenten oder Studierenden jemand etwas "mal schnell" übersetzen könnte - Tenor: "Die übersetzen doch sicher alle gerne." -, wobei implizit mitverstanden wird: billig und am besten kostenlos. Ich halte das für unfair gegenüber den professionellen Übersetzern, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Und eben Profis sind! Ich sehe natürlich auch, dass sich daraus bei Eisenbahn-Fachbüchern ein doppeltes Problem ergibt: anders als bei Belletristik und manchen Sachbüchern ist der Käuferkreis für solche Fachbücher klein, die Anforderungen an den Übersetzer aber enorm; denn eigentlich kann ein Fachbuch nur übersetzen, wer selbst Fachmann auf dem Gebiet ist (oder es durch die Übersetzungspraxis wird). Ich habe vor längerer Zeit eine aus dem Englischen übersetzte Biographie von Sigmund Freud gelesen, deren Übersetzer von Psychoanalyse wohl noch weniger Ahnung hatte als ich. Dementsprechend waren ganze Passagen kaum nachzuvollziehen, außer wenn man sie geistig wieder ins Englische zurückübersetzt hat. Wenn der Übersetzer selbst nicht vom Fach ist (was bei einem Profi eher unwahrscheinlich wäre), müsste, wie ODEG völlig zurecht sagt, ein fachkundiger Lektor den Text genau prüfen. Leider wird bei vielen Verlagen kaum mehr lektoriert, das wird auch bei den Eisenbahn-Fachverlagen nicht besser sein. Eigentlich lässt sich das Dilemma nur dadurch lösen, dass ein kundiger Eisenbahnfreund mit guter Fremdsprachenkenntnis und viel Zeit solche Bücher quasi als "Liebhaberei" übersetzt - das passiert ja bei Übersetzung von etwas entlegenerer fremdsprachiger Literatur (i.S.v. Belletristik) auch ständig.
* @Matthias: Das Buch über "Chemins de fer et brasseries" sieht interessant aus, und die Thematik klingt originell. Auf den Titel bin ich zuvor nicht gestoßen, obwohl ich eigentlich versuche, mich bei Literatur zum Schienenverkehr in Luxemburg immer auf dem Laufenden zu halten (über die Webseiten des G.A.R. oder rail.lu).
Viele Grüße, Claus

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