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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD

Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.01.18 09:51

Sehr geehrte Damen und Herren,


der Fabrikant Anton Egells dürfte vielen Eisenbahnfreunden unbekannt sein. Er war ein bedeutender Pionier des Maschinenbaues in Deutschland, bei dem viele namhafte Ingenieure wie etwa August Borsig gelernt haben.

Anton Egells wurde 1788 in Rheine geboren und zog 1820 als Mechaniker und Konstrukteur mit Expertise unter anderem aus England nach Berlin, um dort die erste private Eisengießerei der Stadt zu gründen.

Da mich ein wenig die Materie (Industrialisierung, Frühzeit des Schienenverkehrs) beschäftigt, stieß ich jetzt über ein Magazin auf die Publikation „Franz Anton Egells – Von der heimischen Werkstatt zur führenden Maschinenbauanstalt in Berlin“ der beiden Autoren Andreas Oehlke und Hartmut Klein. Die lesenswerte Broschüre (ISBN 978-3-946537-83-0) wird vom Textilmuseum Rheine [www.textilmuseum-rheine.de] herausgebracht, das dem Unternehmer im letzten Jahr sogar eine Sonderausstellung widmete.

Die 164 Seiten umfassende Publikation zum Preis von 14,90 Euro umfasst acht Kapitel, in denen unter anderem der Werdegang Anton Egells vom Kupferschmied in Rheine bis hin zum Maschinenbauer in Berlin gut lesbar nachgezeichnet wird.

Im Kapitel „Zu Wasser, zu Lande… und auf Schienen“ werden die vielfältigen Erzeugnisse und Tätigkeitsfelder des Unternehmens vorgestellt, angefangen bei Werkzeug- und Textilmaschinen, über Lokomotiven bis hin zum Bau von Schiffen und Hafenanlagen.

Zwei Abschnitte handeln vom „Feuerland“, jenem Ort vor dem Oranienburger Tor, der als Keimzelle des deutschen Maschinenbaues gilt. Nützlich und informativ sind hierzu – wie bei den übrigen Kapiteln – die vielen beigefügten Zeichnungen und historischen Fotografien zur Veranschaulichung.

Hervorzuheben ist auch das letzte Kapitel. Dieses geht explizit auf weitere bedeutende Pioniere (u.a. Borsig, Wöhlert, Windhoff) des Maschinenbaues ein, die bei Egells einst gelernt haben. Rudolf Windhoff machte sich zum Beispiel mit seiner Fabrik als Hersteller von Drehscheiben, Schiebebühnen und Spillanlagen einen Namen.

Fast jede Seite der Broschüre enthält Quellenangaben. Einige Quellen der Publikation stammen noch aus dem 19. Jahrhundert. Hinter dem akribischen Werk steckt viel gründliche Recherchearbeit der beiden Autoren.

Ich kann die Literatur, die nicht nur für Eisenbahnfreunde interessante sein dürfte, nur weiterempfehlen.


Schöne Grüße,
Marc



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.18 10:43.

Re: Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 19.01.18 10:35

Hallo,

Danke für den Beitrag und mir ist Anton Egells als Mentor und Weggefährte des Lokomotivkönigs August von Borsig sehr wohl ein Begriff. Siehe auch das Buch "der Lokomotivkönig" von Margot Pfannstiel.

Re: Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: EP 5

Datum: 27.01.18 18:53

Hallo Eisenbahnfreunde,

das Interesse an Anton Egells, der eigentlich eine bedeutende Rolle in der Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens einnimmt, scheint im Vergleich zu anderen Themengebieten des Schienenverkehrs doch eher gering zu sein, wie man hier Anhand der mäßigen Quote meines Beitrags feststellen kann.

Nichtdestotrotz würde mich interessieren, ob sich einige Leserinnen oder Leser die Broschüre bestellt haben, ob sie mit den Inhalten, den Abbildungen, den Quellenangaben und dem Layout zufrieden sind?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen, konstruktive Kritik erwünscht!


Schöne Grüße,
Marc (Feuerland)

Re: Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: Peter

Datum: 27.01.18 21:00

Hallo!

Bestellt oder gar gelesen habe ich es bisher nicht.

Aber vorgemerkt, weil je irgendwann wieder die Frage nach einem Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk aufkommt.

Interessant ist der Hinweis auf jeden Fall - Eisenbahnen und Eisenbahngeschichte betreffen eben nicht nur Loks oder Strecken, sondern auch viele andere Aspekte.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.

Re: Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 27.01.18 22:16

Hallo,

> Nichtdestotrotz würde mich interessieren, ob sich einige Leserinnen oder Leser die Broschüre bestellt haben, ob sie mit
> den Inhalten, den Abbildungen, den Quellenangaben und dem Layout zufrieden sind?

bis jetzt noch nicht, aber der eine Autor A. Oehlke ist mir durchaus bekannt. Man kennt und unterstuetzt sich natuerlich in der oertlichen Technik-Szene. Leider hatte ich noch keine Zeit die Ausstellung zu besuchen und das Heft zu besorgen. Das wird aber noch beschafft.

Armin

Edit: Buchstabendreher

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.01.18 22:45.

Re: Broschüre über Franz Anton Egells

geschrieben von: EP 5

Datum: 29.01.18 09:29

Guten Morgen,

zuerst einmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen, über die ich mich sehr gefreut habe.

Ich befürchte, dass das Museumsheft über Egells nicht dauerhaft aufgelegt werden wird und irgendwann vergriffen sein dürfte. Meines Erachtens müsste die Egells-Geschichte in namhaften Buchhandlungen zumindest in Berlin und selbstverständlich auch in den Verkaufsläden der einschlägigen Museen als Lektüre auf Dauer angeboten werden.

Das gleiche wünsche ich mir auch für August Borsig, Louis Schwartzkopff und andere namhaften Vertreter, die die Stadt vor vielen Jahren mit ihren Unternehmen mitgeprägt haben und das Land mit ihren hochwertigen Lokomotivkonstruktionen voranbrachten. Die einzige Dokumentation über Borsig erwarb ich vor einigen Jahren in Form eines informativen, preiswerten aber aufgrund seines geringen Umfanges eher dürftigen Heftchens aus dem Jahre 1987.

Gegen die von mir empfundene Dürftigkeit, zur Erinnerung und zur „Stimmungsaufhellung“ noch eine nette Passage aus dem Buch „Leberecht Hühnchen“ (1880) von Heinrich Seidel.

„Vor zwanzig Jahren sah die Chausseestraße in Berlin anders aus als jetzt. Vom Oranienburger Tor aus reihte sich an ihrer rechten Seite eine große Maschinenfabrik an die andere in fast ununterbrochener Reihenfolge. Den Reigen eröffnete die weltberühmte Lokomotivenfabrik von Borsig mit den von Strack erbauten schönen Säulengängen, dann folgten Egells, Pflug, Schwartzkopff, Wöhlert und viele andere von geringerem Umfang. In den Straßenlärm hinein tönte überall schallendes Geräusch, und das dumpfe Pochen mächtiger Dampfhämmer erschütterte weithin den Boden, daß in den Wohnhäusern gegenüber die Fußböden zitterten, die Gläser klirrten und die Lampenkugeln klapperten.“

Ich wünsche Euch einen schönen Wochenanfang.



Viele Grüße,
Marc