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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Tag, liebe Nahverkersfreunde,

hier nun die neuesten Buchbesprechungen. Einige Titel gibt es mancher Orts,
das NL-Buch TRAMS halt nur bei wenigen Fachhändlern und in den Niederlanden!

Gruß aus Köln
Rolf Hafke
hafke.koeln@t-online.de


  *** Nahverkehr Deutschland ***
„Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland – Band 18, Sachsen 1“ von Michael Kochems, Freiburg 2017, 312 Seiten im Format 16,5 x 23,0 cm, gebunden, Herausgeber: EK-Verlag; Preis: 45,00 €

In der Buchreihe des EK-Verlages erschien der dritte Band über die Betriebe in der ehemaligen DDR, der die Betriebe im östlichen Teil Sachsens zum Inhalt hat. Wie im Vorwort zu lesen, konnte der Autor sich wieder auf zahlreiche Helfer „vor Ort“ stützen, so dass auch mit diesem Buch wieder ein verlässliches und weitgehend fehlerfreies Kompendium garantiert ist.

In bewährter Manier werden die bestehenden Betriebe von Bad Schandau (Kirnitzschtalbahn), Dresden und Görlitz, die über eine Pferdebahn nicht hinaus gekommenen Orte Döbeln und Riesa aber auch die schon früh eingestellten elektrischen Straßenbahnen in Freiberg, Meißen und Zittau behandelt. Döbeln bietet zudem die Besonderheit, dass hier eine Pferdebahn zu touristischen Zwecken in den letzten Jahren neu eingerichtet wurde über die ebenfalls berichtet wird. Auch die „gleislose Bahn“ in Königstein wurde nicht vergessen. Der Schwerpunkt des Buches liegt bei diesem Band beim größten zu behandelnden Betrieb in Dresden, dem über 170 Seiten des Inhalts gewidmet sind. Auch der Obusbetrieb dieser Stadt wird dort abgehandelt und die beiden Bergbahnen wurden ebenso wenig vergessen wie die Dresdner Industriebahn und die Elbfähren. Der chronologisch und blockartig aufgebaute Text wird durch Netzpläne z.T. verschiedener Epochen ergänzt und ausführliche Wagenparklisten geben über den Lebenslauf der einzelnen Fahrzeuge Auskunft, sofern deren komplettes Schicksal ermittelbar war.

Die wichtigsten Betriebsdaten sind zu Beginn und Ende eines jeden Kapitels in Tabellen erfasst. Ergänzt werden die Betriebsbeschreibungen durch über 300 gute Schwarz/weiß Fotos mit ausführlicher Beschreibung. Im Anhang gibt es zusätzlich einen Farbteil von 18 Seiten auf denen sich zusätzlich noch Aufnahmen zu den meisten der behandelten Betrieben finden.

Die EK-Buchreihe bringt über 30 Jahre nach Erscheinen der sechs Transpress-Bände über die Straßenbahnen der DDR eine aktualisierte, von ideologischen Gesichtspunkten freie und daher eventuell auch anders gewichtete Darstellung der Betriebsgeschichte, die zudem um neue Erkenntnisse ergänzt werden konnte, die seinerzeit in der DDR nicht zur Verfügung standen oder stehen sollten. Von den meisten Betrieben hat es in den letzten Jahrzehnten zwar Druckerzeugnisse in Form von Büchern und Broschüren gegeben, die am Schluss der jeweiligen Kapitel auch zumeist erwähnt werden, der unbestreitbare Vorteil der EK-Buchreihe ist jedoch eine für alle beschriebenen Unternehmen weitgehend einheitliche Behandlung, was ein schnelles Auffinden gesuchter Themenbereiche erleichtert und vor allem eine vergleichende Bewertung einzelner Entwicklungen enorm erleichtert. Daher gehören die Bände, die bemerkenswerterweise auch fast alle noch lieferbar sind, in die Bibliothek eines jeden Verkehrsfreundes, der sich für mehr als nur den Betrieb seiner Heimatstadt interessiert.
Der nächste Band mit den Betrieben im westlichen Sachsen ist für Ende 2018 angekündigt. Man kann ihn bereits mit Spannung und Freude erwarten.     
(reu)            
 
 
 
„Berliner U-Bahn-Linien – U2“ von Alexander Seefeldt, Berlin 2018, 160 Seiten im Format 17,0 x 24,0 cm, broschiert, Herausgeber: Robert Schwandl Verlag;  Preis: 19,50 €

In der Reihe der Monographien über Berliner U-Bahnen ist nun über die U2 ein Heft in der gewohnten Schwandl Aufmachung und Qualität erschienen. Es fehlen dann nur noch die relativ kurzen U3 und U4, dann sind alle Berliner U-Bahn-Linien abgehandelt. Die Geschichte der langen U2, die heute von Pankow nach Ruhleben führt ist besonders interessant, war sie doch durch den Mauerbau in Ost und West geteilt und ist erst nach der Wiedervereinigung wieder zusammengefügt worden. Ein Teil der im Westen gelegenen Strecke wurde auch fremd genutzt, zum einen durch eine kurze Straßenbahn-strecke zwischen zwei als Flohmarkt und Basar genutzten Hochbahnstationen, zum anderen durch zwei Versuchsbetriebe in Grenznähe zunächst als Seltrac als automatisches Betriebssystem mit herkömmlichen Fahrzeugen und dann als Magnetbahn mit komplett neuer Fahrtechnik.
Anders als bei den Atlanten, die sich in erster Linie mit der aktuellen Situation beschäftigen, kommt in den U-Bahn Dokumentationen auch die Historie nicht zu kurz. Die äußerst sachkundigen Autoren haben hier eine Vielzahl von interessanten Informationen zusammen getragen, die durch zahlreiche Karten, Zeichnungen und historischen Fotos ergänzt werden.

Für den Freund der teilweise recht unübersichtlichen Entwicklungsgeschichte des Berliner Nahverkehr ist dies wieder eine Fundgrube. Natürlich kommt aber auch die Dokumentation des aktuellen Zustandes nicht zu kurz. Wohl selten ist die Entwicklung und der Betrieb so detailliert und gut illustriert dargestellt wie in den U-Bahn Monographien von Schwandl.

Auch die eingesetzten Fahrzeuge werden bei der Beschreibung des „Systems U2“ natürlich nicht vergessen, ebenso wie die Gleise und Betriebsanlagen, die dem Fahrgast normalerweise verborgen bleiben. Ein mehrseitiges Quellenverzeichnis zeugt von einer äußerst gründlichen Vorbereitung und gibt Hinweise für den, der noch tiefer in die Materie einsteigen möchte.

Für den Interessierten am Verkehrsmittel U-Bahn äußerst empfehlenswert! (reu)
 
 
„Die Straßenbahn in Kassel – Mit Herkulesbahn und RegioTram“ von Stephan Lücke, Erfurt 2017, 121 Seiten im Format 17,0 x 24,0 cm, gebunden, Herausgeber: Sutton-Verlag; Preis: 20,00 €

Nachdem es bereits 2013 in der Reihe „Auf Schienen unterwegs“ einen broschierten Band über die Kasseler Straßenbahn gab, ist nun mit leicht verändertem Titel in der Serie „Zeitreise“ ein nunmehr gebundenes Buch zum gleichen Betrieb. Der erste Band ist ebenfalls noch erhältlich und wird in der nunmehrigen Neuerscheinung beworben. Auch wenn die Kapitelfolge etwas anders ist, so gleichen sich beide Publikationen doch thematisch, nur das heute ein eigener Farbteil nicht mehr notwendig ist, da die Fortschritte der Drucktechnik keine separaten Druckvorgänge auf eigenen Bögen mehr notwendig machen. Die  Form des Layouts und der Charakter als Bildband mit nur wenig Text hat sich ebenfalls kaum verändert. Dopplungen beim Bildmaterial gibt es abgesehen von einigen wenigen alten Aufnahmen nicht, da z.B. der Bestand an Bildern der Dampfbahn endlich ist und man als Autor keine große Auswahlmöglichkeit hat. Ansonsten enthält das Buch bei den älteren Aufnahmen einen auch qualitativ guten Querschnitt an bisher unveröffentlichten Bildern, die auch für Besitzer des Buches von 2013 eine Anschaffung lohnend machen. Leider störtbei einigen großformatig wiedergegebenen Aufnahmen wieder der zumeist an unpassender Stelle durchs Bild laufende Seitenfalz.

Die Abbildung eines Liniennetzplanes von 1964 im Nachsatz erleichtert auch Ortsunkundigen die Orientierung. Auch wurde die Darstellung der Entwicklung sowohl beim Stadtbetrieb als auch bei der RegioTram bis heute fortgeschrieben. Da hat sich in der nordhessischen Stadt einiges getan. Wie bei fast allen Neuerscheinungen der letzten Jahre zu beobachten, ist die technische Qualität der neuen Aufnahmen zwar zumeist höher, sinkt aber in der Motivgestaltung zumindest nach der Wahrnehmung des Rezensenten doch ziemlich ab. Dabei sind in diesem Band aber auch die Abbildungen aus der „analogen Zeit“ sehr gut wiedergegeben. Die Bildunterschriften sind teilweise recht minimalistisch, obwohl für eine ausführlichere Beschreibung des Gezeigten durchaus noch Platz gewesen wäre. Das mag den Kenner der Örtlichkeiten und der Materie nicht stören, für Betrachter ohne diese Kenntnisse hätte dies aber noch neue Informationen bedeutet. Es fällt auch auf, dass bei der Darstellung der RegioTram die zunächst hier leihweise eingesetzten Triebwagen der Saarbahn zwar im Einführungstext erwähnt werden, sie bildlich aber nicht in Erscheinung treten. Wer sich für den schienengebundenen Nahverkehr in Nordhessen interessiert und Freude an Fotos von Verkehrsmitteln dieser Region hat, der wird mit dieser Neuerscheinung gut bedientund sollte auch zugreifen, wenn der den ersten Band von 2013 bereits sein Eigen nennt. (reu)      
 

„Nahverkehr in Wuppertal – Schwebebahn und Elektrische in Bildern“ von Herbert Günther, 94 Seiten im Format 22,5 x 26,5 cm, gebunden, Herausgeber: Sutton-Verlag; Preis: 25,00 €

In einem größeren als sonst üblichen Format, dafür aber mit weniger Seiten erscheint dieser Band aus der Reihe „Zeitreise“ des Erfurter Verlages. Der Untertitel „Schwebebahn und Elektrische in Bildern“ weckt vielleicht Erwartungen, die aber eine Veröffent-lichung in dieser Dicke angesichts des ungemein umfangreichen einstigen Schienennetzes nicht erfüllen kann. Im Vorwort erfährt der Leser dann, dass in diesem Buch die schönsten der bereits 2004 und 2005 in den zwei broschierten Bänden über Schwebebahn und Straßenbahn erschienene Bilder noch einmal zusammengefasst und um die neuesten Entwicklungen bei der Schwebebahn ergänzt worden sind. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Schwebebahn, der Straßenbahn sind nur die letzten 20 Seiten gewidmet.
Der Konzeption als Bildband entsprechend gibt es nur kurze einführende Texte und zu den durch das Buchformat begünstigten größeren Abbildungen kurze Erläuterungen. Von der Schwebebahn vermögen einige alte Aufnahmen in Schwarz-weiß zu gefallen, aber auch die neueren Farbfotos bieten interessante Einblicke in das Betriebsgeschehen des einzigartigen Wuppertaler Verkehrsmittels. Die gewaltigen Anstrengungen der Modernisierung des Fahrweges aber auch Einführung der neuen Fahrzeuggeneration sind gut im Bild dokumentiert. Der Straßenbahnteil zeigt lediglich Aufnahmen aus den letzten Jahren des 1987 eingestellten normalspurigen Straßenbahnbetriebes ergänzt mit einem Blick auf verbliebene Spuren dieses Verkehrsmittels, einem kurzen Blick auf die Bergische Museumsbahn und die 1959 eingestellte Zahnradbahn. Auch gibt es einen interessanten Gleisplan des restlichen Normalspurnetzes, während man eine Übersichtskarte der Schwebebahn vergeblich sucht. Die Qualität der Aufnahmen aus den letzten Wochen des Straßenbahnbetriebes fällt gegenüber den Bildern der Schwebebahn erheblich ab. Das  Buch wirkt wie ein schnell entstandener „Gemischtwarenladen“ in dem möglichst viel fürs Auge geboten werden soll. Sicherlich wird ein derartiges Werk, gerade in der Region und zu Weihnachten seine Freunde finden, der ernsthafte Verkehrsfreund verpasst aber nicht viel, wenn er darauf verzichtet, es in seinen Bücherschrank zu stellen. Diese scheinen aber ohnehin nicht die bevorzugte Zielgruppe des Verlages zu sein. (reu).
 
 
*** Strassenbahnen weltweit ***
„Trams 2018“ von B.A. Schenk und M.R. Van den Toorn; Alkmaar (NL ) 2017, 272 Seiten im Format 14,5 x 21,0 cm, broschiert, Herausgeber: Uitgeverij de Alk;  Preis. 21,00 €

Ein rundes Jubiläum feiert diese seit 1979 in den Niederlanden erscheinende Jahrbuchreihe. Es ist die 40. Ausgabe, die für das Jahr 2018 mit der Rückschau auf die Ereignisse desablaufenden Jahres vorgelegt wird. Das Autorenteam Schenk/van den Toorn bearbeitet die Bände nun bereits seit 1998, wobei Bas Schenk bereits einige Jahre früher eingestiegen ist und das Jahrbuch auch einige Zeit alleine betreut hat. Im Laufe der langen Zeit hat sich eine hohe Professionalität dabei herausgebildet, die wichtigsten Ereignisse der Straßenbahnbetriebe in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten zu sammeln und punktgenau in Kürze darüber zu berichten. Ein großer und zuverlässiger Kreis von Informanten trägt dazu ebenso bei wie zahlreiche Fotografen, die entsprechende Abbildungen dazu liefern. Auch die beiden Autoren sind hier als Weltreisende in Sachen Straßenbahn weiterhin aktiv. Zahlreiche Farbaufnahmen in guter Qualität ergänzen die Texte und helfen manchmal auch über das Problem hinweg, der niederländischen Sprache nicht kundig zu sein. Dieses Problem beheben heute aber auch einigermaßen zuverlässig die Übersetzungsprogramme eines Computers! 

Seit vielen Jahren wird nach der Chronik der Ereignisse am Schluss des Buches auch immer ein Schwerpunktthema behandelt. Es nimmt sich dieses Mal der „Illusion eines Einheitsstraßenbahnwagens“ an, zu dem es Betriebe auch früher schon nur ansatzweise gebracht haben. Betrachtet man die heutige Entwicklung, so hat sich aller „Systemfahrzeuge“ und „Fahrzeugplattformen“ zum Trotz, daran nicht viel geändert.

Erneut ein Kompendium, an dem ein Chronist und Datensammler nicht vorbeikommt, denn etwas Vergleichbares gibt es in deutscher Sprache mit anderen Schwerpunkten nur ansatzweise mit dem Jahrbuch des Straßenbahn-Magazins. Zu erwähnen wäre noch, dass es gleichartige Jahrbücher auch zu den Themen Eisenbahn und seit drei Jahren auch Autobussen gibt. (reu)