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Moderatoren: Klaus Habermann - MWD
Guten Morgen,
hier nun die neuesten Buch-Besprechungen. Nicht alle Titel sind - wie immer - an "um die Ecke" erhältlich, dies gilt vor allem für ausländische Titel.

(beim Schaffhausen-Buch ist schnelle Bestellung erforderlich, da die erste Sendung bereits wieder verkauft ist, nun Bestellungen "gesammelt" werden, dann vsl. lieferbar 2. Hälfte Dezember!!!)

Gruß aus Köln
Rolf Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de


*** Straßenbahnen Deutschland ***
„Unterwegs mit Bimmel, Rumpel und Elektrischer“ von Peter Waller, Stuttgart 2017, 160 Seiten im Format 22,0 x 26,0 cm, gebunden, Herausgeber: Transpress-Verlag; Preis: 29,90 €
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 Als Übersetzung eines ebenfalls dieses Jahr in Großbritannien erschienenen Buches „German Trams in Colour 1955 - 1975“ ist dieses Buch von Transpress in deutscher Sprache verlegt worden. Farbaufnahmen aus dem behandelten Zeitraum sind selten, denn die Filme waren teuer und wegen geringer Empfindlichkeit nur bei schönem Wetter und möglichst stehenden Objekten vernünftig einsetzbar. Bei Verkehrsfotografen aus England und Amerika fand die Verwendung von Farbfilmen, zumeist in Form von Diapositiven, schon früh eine größere Verbreitung. Da die Verbreitung eines in England verlegten Buches in Deutschland nur geringe Absatzzahlen erwarten lässt, schien es lohnend, dafür nach einem Verlag in dem  Land zu suchen, welches es behandelt. Der Autor Peter Waller ist einer der Geschäftsführer des „Online Transport Archiv“ (OTA), welches sich die Bewahrung von Bildnachlässen britischer Fotografen und deren Verbreitung in Publikationen auf die Fahnen geschrieben hat. Er konnte daher auf einen umfangreichen Fundus von Farbaufnahmen aus beiden Teilen Deutschlands zurückgreifen. 

  Das Buch ist als reiner Bildband angelegt, dessen Texte ausschließlich aus den sehr ausführlichen Bildunterschriften bestehen. Sofern sie aus dem Original übersetzt worden sind, hat schon Waller äußerst gründlich recherchiert um möglichst viele Einzelheiten zu den einzelnen gezeigten Motiven zu vermitteln, sonst hat der Übersetzer Bernhard Senger diese Aufgabe mit Bravour gelöst. Die über 220 Motive sind zumeist großformatig einzeln oder zu zweit auf einer Seite abgedruckt. Wohltuend ist, dass kein Seitenfalz durch Bilder läuft, durch die Anordnung der Beschreibungen an unterschiedlichen Positionen auf der Seite, wirkt das Layout nicht eintönig. Auch hat man quadratische Vorlagen zumeist so belassen, was der Wirkung des Motivs entgegenkommt. Druckqualität und farbliche Wiedergabe sind sehr gut, wobei vermutlich bei einzelnen Motiven kräftig nachbearbeitet werden musste. Einige wenige Aufnahmen weisen eine leichte Bewegungsunschärfe auf, was sich kaum störend auswirkt, bei einzelnen Bildern (z.B. auf S. 90 und 101) gibt es aber eine generelle Unschärfe, so dass man besser auf einen Abdruck verzichtet hätte.
Dass auch einige elektrische Privatbahnen in das Buch aufgenommen worden sind tut der Freude am Betrachten der Bilder sicher keinen Abbruch, auch wenn sie der Titelangabe etwas zuwiderlaufen. 

  Bei beide deutschen Staaten behandelnden Publikationen stellt sich immer die Frage, wie man die Aufteilung vornimmt. Hierzulande wird meist strikt getrennt nach „West“ und „Ost“, auch wenn beides schon seit über 25 Jahren wieder ein Land sind (was sich leider aber in vielen Köpfen bis heute noch nicht durchgesetzt hat). Die Briten haben damit offensichtlich weniger Probleme und so erfolgt die Darstellung der einzelnen Betriebe alphabetisch von A wie Aachen bis Z wie Zwickau ohne Rücksicht auf Zugehörigkeit zu Bundesrepublik (alt) oder Deutscher Demokratischer Republik. Für ein Straßenbahnbuch ist dies nach Erinnerung des Rezensenten Neuland, erweist sich aber als sehr interessant, da es den unmittelbaren Vergleich der Entwicklung ermöglicht und die Rückständigkeit der DDR eindrucksvoll in Erinnerung ruft.
Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob dem Buch ein Inhaltsverzeichnis zum schnellen Auffinden des Wunschbetriebes oder eine Übersicht über alle im Berichtszeitraum vorhandenen Betriebe mit Datum der Stilllegung gut zu Gesicht gestanden hätte. Der Rezensent empfindet das Fehlen einer Übersichtskarte mit der Lage der Betriebe aber als zumindest kleinen Mangel. 

  Die Bilder des Buches führen zurück in vergangene Zeiten einer vermeintlichen Herrlichkeit und laden zu längeren Betrachtungen ein, denn es sind ja nicht nur die Straßenbahnen interessant, sondern auch das ganze „drumherum“ in Form von Autos, Personen und der Bebauung. Da es für jeden Straßenbahnfreund etwas bietet, eignet es sich auch sehr schön als Weihnachtgeschenk, so dass der Zeitpunkt des Erscheinens klug gewählt worden. Ähnliche Bildbände, allerdings strikt getrennt nach Ost und West hat es zuletzt vor Jahrzehnten gegeben und sie sind lange vergriffen. Auch hat die Druck- und Wiedergabetechnik enorme Fortschritte gemacht, so dass jeder Straßenbahnliebhaber ein Plätzchen in seinem Bücherregal für diese Neuerscheinung reservieren sollte. Nicht zuletzt der für das Gebotene moderate Preis erleichtert diese Entscheidung. (reu)             
   

  *** Nahverkehr Schweiz ***
„Tram und Bus in Schaffhausen“ von Hans Waldburger und Jürg Aeschlimann, Krattigen (CH) 2017, 262 Seiten im Format 17,5 cm x 23,5 cm, gebunden, Herausgeber: Prellbock Verlag; Preis. 49,00 €

  Als Band 22 der Serie von Monographien über Straßenbahnbetriebe der Schweiz liegt nun die Veröffentlichung über Schaffhausen vor, an der dem Vernehmen nach sehr lange gearbeitet worden ist und für die zwei in der Schweizer Literaturszene für Bahnwesen bekannte Autoren verantwortlich zeichnen. Über die Straßenbahn Schaffhausen – Schleitheim, die eng mit der städtischen Straßenbahn verwoben war und auch teilweise deren Gleise mitbenutzte ist bereits im Jahre 2000 ein Buch bei Prellbock (Band 11) erschienen. Bei erstem Durchblättern des wie bei Prellbock üblich ohne Schnörkel sauber gestalteten und perfekt gedruckten Buches üblich merkt der Leser schon, dass es sich bei der Straßenbahn in der Grenzstadt zu Deutschland um einen ganz besonderen Betrieb gehandelt hat, denn neben dem Personenverkehr auf zwei Straßenbahnlinien gab es einen umfangreichen Güterverkehr mit meterspurigen Fahrzeugen aber auch auf Rollwagen verladenen Normalspurwagen. Für diesen zeichnete nicht nur die städtische Straßenbahn verantwortlich, sondern auch die größte so erschlossene Eisen- und Stahlwaren Fabrik Georg Fischer mit eigenen Lokomotiven. Deren für Bahnfreunde bekanntestes Produkt ist die in der Schweiz weit verbreitete +GF+-Kupplung. Der Betrieb kam im Personenverkehr über die für die Schweiz typischen kleinen Zweiachser in Form von Trieb- und Beiwagen nicht hinaus. Durch Umbauten entstand im Laufe der Jahre eine beachtliche Vielfalt an Varianten die ausführlich im entsprechenden Kapitel dokumentiert sind. Probefahrten eines für Neuenburg bestimmten Vierachsers Ende der 1940er Jahre führten nicht zu einer Beschaffung moderner Fahrzeuge, was die Schaffhauser Straßenbahn schon in den 1950er Jahren zu einem Kandidaten für die Umstellung auf „Pneufahrzeuge“ werden ließ. 

  Da das Buch aber auch den Bus im Titel trägt, widmet sich die Veröffentlichung auf 40 Seiten auch den gummibereiften Verkehrsmitteln, die auch den erst 1966 aufgenommenen Trolleybusbetrieb umfassen. Dieser ersetzte die Hauptlinie 1 der Straßenbahn und trägt auch heute noch diese Liniennummer und hat im Laufe der 50 Jahre trotz seiner geringen Größe eine beachtliche Zahl an unterschiedlichen Fahrzeugen beschafft. 

  Wer Bücher von Prellbock kennt, der weiß die einheitliche Kapiteleinteilung und -reihenfolge zu schätzen, erleichtert sie doch das Auffinden bestimmter Angaben ungemein. Sie ist auch in diesem Buch vorhanden, wird aber konsequent nur für den Straßenbahnbetrieb zu Beginn eingehalten und in den beiden anderen Kapiteln über Obusse/Busse und die Fischer-Werksbahn nicht wiederholt, da es hier zu zahlreichen Dopplungen gekommen wäre. Die Mischung aus guten Fotos in annehmbaren Formaten, in erfreulich hoher Zahl selbst aus älteren Zeiten in Farbe und einer Vielzahl Abbildungen mit Plänen von Strecken und Fahrzeugen sowie Hochbauten, Fahrplänen, Billetten, Dienstanweisungen usw. gestaltet auch das Lesen dieses Buches sehr abwechslungsreich. Man kann sich die dargestellte gemischte Betriebsabwicklung mit Personen- und Güterzügen mitten auf öffentlichen Straßen heute kaum mehr vorstellen! Eine gemeinschaftliche Chronik für alle beschriebenen Verkehrsmittel findet sich zusammen mit dem umfangreichen Literaturverzeichnis und einem der verwendeten Abkürzungen am Schluss des Buches.
Erneut eine rundum gelungene Veröffentlichung für den Freund des Verkehrswesens in der Schweiz und für diese eigentlich ein „Pflichtstück“.  (reu)    
 
 
 
*** Strassenbahnen allgemein ***
„Straßenbahn Jahrbuch 2018 – SM-Special 33“ von Michaekl Hofbauer und einer Autorengemeinschaft, München 2017, 114 Seiten im Format 21,5 x 28,0 cm, broschiert, Herausgeber: GeraMond- Verlag, Preis: 19,90 € 

  Einigermaßen überraschend, da nirgendwo zu so einem frühen Termin angekündigt und erwartet legt der Verlag das neue Straßenbahn-Jahrbuch vor und hat damit das Rennen gegen sein niederländisches Pendant gewonnen. Beide Publikationen konkurrenzieren sich jedoch nicht und ergänzen sich in gewisser Weise sogar, auch wenn die Informationsdichte der deutschen Veröffentlichung zunehmend an das „trams“ unserer Nachbarn heranreicht. 

  Der Schwerpunkt der Chronik liegt auf den Ereignissen bei deutschen Betrieben, wobei es zu jedem Betrieb auch einen Infokasten mit den wichtigsten Betriebsdaten gibt. Recht ausführlich ist auch die Berichterstattung zu Österreich und der Schweiz, auch hier Betriebsinfos. Bei den Betrieben des übrigen Europas und dem „Rest der Welt“ werden einzelne wichtige Ereignisse herausgegriffen. Der Report greift einzelne Ereignisse für Deutschland heraus und betrachtet sie eingehender. Auch dieses Mal werden so viele Einzelaspekte beleuchtet, so die Frage nach der Zukunft der Niederflurwagen der ersten Generation, die neue Straßenbahnstrecke aus Strasburg nach Kehl und die aktuelle Situation bei Tatra-Wagen in Deutschland und den letzten klassischen Düwag`s in Wien. 

  Die gewählte Form der Darstellung und die Durchsetzung mit guten Farbfotos ist bereits von den vorherigen Ausgaben bekannt und sie hat sich auch bewährt.
Das „verlagsübliche Ärgernis“ des durch die Bilder laufenden Seitenfalzes hält sich dieses Mal in erträglichen Grenzen und auch der Störfaktor hält sich bei den Fotos die es betrifft in Grenzen. Insgesamt ist mit diesem Jahrbuch auch dieses Mal wieder eine Veröffentlichung mit hohem Informationswert entstanden, welches als Nachschlagewerk auch in späteren Jahren gute Dienste leisten wird. (reu)
 
 
 
*** Klein- und Privatbahnen ***
„Deutschlands größter Privatbahnkonzern – Geschichte und Bahnen der Aktiengesellschaft für Verkehrswesen – Band 2: Geschichte und Bahnen im Westen und in den Kolonien“, von Andreas Christopher und Walter Söhnlein, Köln 2017, 288 Seiten im Format 30 x 21 cm, gebunden, Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Drehscheibe e.V.; Preis: 34,00 €

  Auf die Besonderheit dieser Veröffentlichung und ihren Wert für die Dokumentation eines bisher vernachlässigten Aspektes der Bahngeschichte wurde bereits bei der Rezension des ersten Teils im März 2017 ausführlich eingegangen. Nun liegt auch der Band 2 über die weiteren Bahnen der AGV vor. Beide stellen eine Einheit dar, weshalb die Kapitelfolge in Band 2 nicht neu beginnt, sondern anschließt. Der Untertitel „Bahnen im Westen“ kann zu Missverständnissen führen, denn auch die Bereiche der früheren DDR werden in Band 2 beschrieben, „der Osten“ begann in den Zeiten auf denen der Schwerpunkt des Buches liegt erst jenseits der Oder. Gerade über diese Bahnen bietet der Band viel Neues, da die nach 1949 verstaatlichten Bahnen ja nicht mehr Privatbahnen bzw. AGV-Bahnen erkennbar waren. Die Privatbahnbände von Gerd Wolff decken ja nur den Bereich der ehemaligen Bundesrepublik ab, so dass nur hier auch Vergleiche zu ziehen sind oder weitere Details zu den Bahnen abgefragt werden können.  

  Trotz einer gegenüber Band 1 noch einmal um 32 erhöhten Seitenzahl liegt der Preis nur leicht über Band 1. Im Vorwort wird erläutert, dass durch den Verzicht auf Farbaufnahmen der Kostenrahmen dennoch eingehalten wurde. Einige Fahrplandarstellungen sind zusätzlich sehr klein geworden und eigentlich nur noch mit einer Lupe lesbar. Da Weglassen den Verzicht auf Informationen bedeutet hätte, wird der Leser dies sicher gerne in Kauf nehmen. Das Buch besticht in seiner durch das Layout mit farblichen Absetzungen sehr übersichtlichen Aufteilung wieder mit einer geradezu erschlagenden Datenfülle und lässt über die beschriebenen Bahnen hinsichtlich geschichtlicher Entwicklung und eingesetzten Triebfahrzeugen kaum Fragen offen. Karten und Fahrplanauszüge erlauben eine gute Orientierung und geben einen Überblick über die Betriebsabwicklung. Auch die erst in neuerer Zeit entstandenen Privatbahnen in Süddeutschland werden, sofern sie denn von den heutigen Nachfolgegesellschaften der AGV betrieben werden, im Buch beschrieben. Eine Vielzahl von Fotos in guter Qualität illustrieren die Kapitel, wobei auch Aufnahmen aus der Zeit vor 1945 recht zahlreich sind. 

[color=#000000]  Die beiden letzten Kapitel von Band 2 beschäftigen sich mit den Bahnen in den deutschen Kolonien und den Beteiligungen der AGV im Ausland. Ein mehrseitiger Anhang mit speziellen Aspekten wie den Baulokomotiven von Lenz und einer Übersicht der heute bei Museumsbahnen erhaltenen Fahrzeuge früherer Lenz Bahnen und auch Korrekturen und Ergänzungen zu Band 1 runden den Band 2 ab. Es bleibt zu hoffen, dass auch die zu Band 2 mit Sicherheit auftauchenden Ergänzungen und Korrekturen in irgendeiner Form dem Käufer der Werke zugänglich gemacht werden.
Die beiden Autoren legen mit diesen zwei Bänden eine als Standardwerk zu bezeichnende Veröffentlichung vor, welche zusammen mit dem bei Schweers & Wall erschienenen Buch über Lenz einen bisher vernachlässigten Bereich der Privatbahngeschichte Deutschlands erschöpfend behandeln. Es bleibt zu hoffen, dass der Absatz der Bücher den Aufwand honoriert und so Autoren und Verlagen Mut macht, weitere „Randthemen“ zu behandeln und zur Veröffentlichung zu bringen. (reu)         
 
Anmerkung: Band 1, Geschichte und Bahnen im Osten - Geschichte und Bahnen der Aktiengesellschaft für Verkehrswesen Lenz & Co., Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Transdev                                             zu 29,50 € auch lieferbar!!
256 Seiten A4, 400 Abbildungen, zweifarbiger Druck, Format A4, fester Einband (2017)
  
 
Zum Schaffhausen-Buch vom Prellbock-Verlag:

Guten Tag,

muss leider mitteilen, dass ich derzeit keine Bestellungen für das Schaffhausen-Buch
mehr annehmen kann, da erst gestern weitere Exemplare in der Schweiz versandt wurden (die bereits vor 14 Tagen bestellt worden sind) !!

Der Versand dauert mit Verzollung bis zu 10 Tage ......

Alle von mir beim Verlag bestellten Exemplare sind bereits vorverkauft.

Schätze, dass weitere Lieferungen erst Anfang Januar möglich wären ????
Ich bitte um Verständnis.

Gruß aus Köln,
eine frohe Adventszeit

Rolf Hafke, TS: TramShop
hafke.koeln@t-online.de