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Geschichte der Ahrtalbahn

geschrieben von: Michael Heinzel

Datum: 14.11.16 10:50

Heinz Schönewald: Die Geschichte der Ahrtalbahn
76 Seiten/DIN A5-Format, 60 Abbildungen, größtenteils sw,
ISBN 978-3-943123-17-3, 2016, Eifel-Verlag Jünkerath, 8 €


Die Eisenbahnen im Ahrtal erfreuen sich offenbar auch literarisch einer gewissen Beliebtheit: Nach 2012 (Manfred Jehnen) und 2013/1982 (Klaus Kemp) legt nun Heinz Schönewald sein Werk über die Geschichte der Ahrtalbahn vor. Ganz bewusst tritt er dabei nicht in Konkurrenz zu seinen beiden Vorrednern, sowohl was die Zielgruppe, die Aufmachung und letztlich den Preis anbelangt.

Als ausgewiesener Regionalhistoriker legt der Autor den Schwerpunkt auf die untere Ahrtalbahn, also den Teil, der heute noch betrieben wird und touristisch relevant ist. Der Abschnitt Remagen – Ahrweiler wird auf 25 Seiten behandelt (dabei auf vier Seiten die gleislosen Bahn in Ahrweiler), während der mittleren Ahrtalbahn, i.e. der Abschnitt von Ahrweiler bis Adenau, 12 Seiten gewidmet werden. Die längst abgebauten Strecken der oberen Ahr, i.e. Dümpelfeld – Gerolstein/Jünkerath und Ahrdorf – Blankenheim, werden nur noch auf 8 Seiten behandelt; hier endet die Beschreibung in Ahrdorf. Auch die heute touristisch nicht unwichtige (n.b. „Regierungsbunker“) „strategische Bahn“ von Rheinbach ins Ahrtal wird auf erfreulichen sechs Seiten behandelt. Bei dieser eindeutigen Schwerpunktsetzung auf die Geschichte der heutigen touristischen Bahn-Highlights im Ahrtal hätte man sich dann vielleicht auch noch Hinweise auf versteckte historische Relikte entlang des beliebten Bahnradweges der Ahr gewünscht; das wäre eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Bahnradelguides gewesen.

Für den interessierten Eisenbahnkenner scheint mir der Hinweis wichtig, dass entsprechend dem Titel die Historie im Vordergrund steht, die Entstehungsgeschichte, die Bedeutung der Strecke in den beiden Weltkriege und in den Zwischenkriegsjahren. Die Quellenlage historischer Daten ist nicht immer ganz einfach/eindeutig und insofern kommt es bei einzelnen Daten zu Abweichungen. Eisenbahnbetriebliche Aspekte werden höchstens tangiert, und die Jahre nach 1945 praktisch ausgespart. Auch die Bildauswahl spiegelt ganz überwiegend die Zeit vor 1940 wieder, wenn man von den Bilddokumenten der Bahnhofsgebäude in ihrem heutigen Zustand einmal absieht. Das Buch schließt neben den Quellenverzeichnissen ab mit einem Register von Kurzbiographien der erwähnten Personen, wiederum also eine heimatgeschichtliche Reverenz.

Das Büchlein richtet sich meines Erachtens in erster Linie an regionalgeschichtlich interessierte Leser. Mit seinem vergleichsweise moderaten Preis ist es auch gut als Geschenk oder Souvenir von der Ahr geeignet – so scheint es vom Verlag gemeint zu sein. Dementsprechend ist es auch in den meisten regionalen Buchhandlungen bereits zu finden.