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pr. ES 4 in EG 137 - Fakten nach über 100 Jahren

geschrieben von: Scherri

Datum: 03.08.26 17:57

Hallo in die Runde,
in der aktuellen DGEG Eisenbahn-Geschichte Nr. 137 hat Wolfgang-Dieter Richter der pr. ES 4 ein würdiges Denkmal gesetzt. Im Beitrag wird mit den von Stockklausner in die Welt gesetzten und von Bäzold und anderen ganz offensichtlich übernommenen Behauptungen und Vermutungen aufgeräumt. Wolfgang hat eine im wahrsten Sinne todgeschwiegene Ellko wieder zum Leben erweckt. Denn das gute Stück, ursprünglich für Schlesien vorgesehen (1'D1', siehe Elektrische Zugförderung auf den Staatsbahnen in Schlesien. Elektrotechnische Zeitschrift 1911, S. 707), hatte doch eine elektrische Ausrüstung. Im Juli 1912 war die Maschine bei AEG und im Gegensatz zu ihrer SSW-Schwester (pr EG 501) schon reichlich mit elektrischen Komponenten bestückt. Das Triebwerk wurde mehrfach umgebaut, was nur dann Sinn ergibt, wenn die Kiste sich aus eigener Kraft bewegt. Dann gibt es auch noch eine Schwester dieser Ellok, zumindest was das Fahrwerk angeht: in Ungarn. Aber die hat nur einen Motor. Aber lest selbst. Vergessen hat Wolfgang den Nummernsalat von Schmeiser und die sinnfreien Betriebsbuchrekonstruktionen von Walluhn, aber darum ist es nicht Schade, nur zum Vergessen. Ein Fehler hat sich in den Ergänzungen der Betriebsnummern in der Tabelle auf S. 8 eingeschlichen. Die nicht produzierten 2B-B1 Maschinen hätten seinerzeit die Nummern EP 213/14 bis 233/34 erhalten sollen und nicht EP 236 ff. Aber das ist nicht Thema des Beitrages. Ein langes Quellenverzeichnis lässt Raum für Überprüfungen und eigene Nachforschungen. Viel Vergnügen beim Lesen.
VG Thomas

Elektromobilität? Gibt es seit 1879!
Sehr geehrte Forumsgemeinde,
ich habe den Bericht von H. Wolfgang-Dieter Richter im DGEG- Magazin „Eisenbahn Geschichte 137“ mit sehr großem Interesse gelesen.
Was nirgendwo gewürdigt wird, ist die (soweit ich weiß- in Deutschland) absolut einzigartige Ausführung des Laufwerks:

Mir sind bislang nur Lokomotiven (in Deutschland) bekannt, die WENIGSTENS EINE fest im Hauptrahmen gelagerte Achse besaßen (z.B. bay. D XII, bay. PT 2/5), aber (so wie bei der ES4) ALLE Kuppelachsen seitlich verschiebbar auszuführen ist ja bei stangengetriebenen Loks sowieso nur mit Blindwellenantrieb möglich, aber immerhin: eine einzigartige Laufwerksananordnung in Deutschland.
Viele Grüße
Sebastianklaus

Re: pr. ES 4 in EG 137 - Fakten nach über 100 Jahren

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 04.08.26 14:41

Hallo,

die BR 84 (Ausführung Schwartzkopff) hatte ein vergleichbares Laufwerk. Statt 1'D1' zwar 1'E1', aber die mittig gelegene Treibachse hatte keine Spurkränze, könnte also nichts zur Führung beitragen. Je eine Laufachse und zwei Kuppelachsen sind in einem Lenkgestell zusammengefasst.

Gruß
Wolfram
Hallo Wolfram,
natürlich, Du hast Recht. Das hätte mir auch selbst einfallen können.
Aber abgesehen von diesen beiden Beispielen gibt es offenbar keine weiteren Beispiele von Maschinen mit dieser Anordnung.

Und was hatte man einige Jahrzehnte vorher noch für Sorgen, bei der bay. D XII nur eine einzige feste Achse anzuordnen !
Viele Grüße
Sebastian

Re: pr. ES 4 in EG 137 - Fakten nach über 100 Jahren

geschrieben von: Michael89

Datum: 05.08.26 13:43

Hallo,

sebastianklaus schrieb:
Hallo Wolfram,
natürlich, Du hast Recht. Das hätte mir auch selbst einfallen können.
Aber abgesehen von diesen beiden Beispielen gibt es offenbar keine weiteren Beispiele von Maschinen mit dieser Anordnung.

Und was hatte man einige Jahrzehnte vorher noch für Sorgen, bei der bay. D XII nur eine einzige feste Achse anzuordnen !
Viele Grüße
Sebastian
die BR99.23-24 hatte eine Anordnung analog zur BR84. Wenn man allerdings mit in Betracht zieht dass bei der ES4 ja die Laufachsen und die inneren Treibwachsen in dem Krauss-Helmholz Gestell laden, dann wird es schon sehr speziell.

Gruß Michael

Scherri schrieb:
...
Die nicht produzierten 2B-B1 Maschinen hätten seinerzeit die Nummern EP 213/14 bis 233/34 erhalten sollen und nicht EP 236 ff.
...
Was durchaus richtig ist; ich hatte in Ergänzung der Bildunterschrift vergessen zu erwähnen, dass die EP 236-246 anstelle der geplanten Zweiteiler geliefert wurden - womit die angegebene Stückzahl unverändert blieb.

Viele Grüße
Wolfgang-D.
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