Ihr meint die beiden "E49 A+B" ? Dazu und zur "wider Erwarten" lauftechnisch erfolgreicheren EP235 habe ich leider nur die 1993 überarbeitet erschienene Neuauflage von Bäzold / Rampp / Tietze zur Verfügung (S. 197 - 302), dem Nachfolger der kritisch betrachteten Lit. [3] und [4]. Wie wären die Aussagen darin zu bewerten? Die zur ES4 sind über die Jahre wohl unverändert geblieben; kann ich jedoch nicht vergleichen; müssen jetzt sachte korrigiert werden.
2'D1' EP235 1917 fertiggestellt, 1927 ausgemustert - nur 10 Jahre in Betrieb.
Dafür die EP213-234 1918 storniert; EP209+210 und 211+212 ("E49 00") sind nur "Fertigbauten" gewesen.
Inbetriebnahme um 1923, denn die Eröffnungsfahrt Lauban-Görlitz (01.09.1923) wird man erst nach Inbetriebnahme und Erprobung (u.a. 15.08.1923)damit bespannt haben.
Abstellung EP209+210 vor Umzeichnung 1925, nur knapp 3 Jahre in Betrieb; Vermutung: Ersatzteilspender für EP211+212.
Ausmusterung EP211+212 aka "E49 00" erst 1929 nach Fahrmotor(lager)schaden beim Bw Magdeburg-Rothensee, zuvor 6 Jahre m.o.w. mit durchgeschleppt und
vermutlich Ersatzteile aus der 209+210 aus Sparsamkeitsgründen - die Loks waren teuer gewesen - aufgebraucht.
"Ersatzbauten" für "E49" als 2'D1' (verbesserte Nachbauten d. EP235) EP 236-246, 247-252 von 1923/24 bis 1943/44 in Betrieb, 20 Jahre, danach mehr oder weniger Kriegsverlust, UdSSR-Reparationen und Splittergattung. Immerhin: Stangenantriebe, kleine Räder, relativ hohe Drehzahlen wg. "P" ... Donnerwetter. Ging also. Mit jedoch nur einem Motor der geometrischen Superlative. Auf sowas haben die damals führenden 25Hz-Wechselstrom-Amerikaner (Westinghouse, ALCo) bald verzichtet. Dafür ... anderes Thema.
Ich habe mich jetzt zu dem Laufwerk der ES4 (gepl. "WSL 10504") neben dem Artikel von W.D.R. und obiger Quelle nur noch mit dem Henschel-Lokomotiv-TB 1960 (S. 82+83, 86) befasst. Mehr geht nicht; den "Obermeyer" lass' ich mal aussen vor.
Gut, man hat den Drehpunkt des KH-Gestelles eben an/auf/unter die erste, mit +/- 10 mm nur wenig seitenverschiebliche erste Kuppelachse gelegt, statt an den Rahmen angelenkt. Im Prinzip war das kein Drama, wenn man HeTB, S.86, oben Fallbeispiel II ( Bild 60) zugrunde legt:
Krauss-Helmholtz-Gestell mit seitenverschiebbarem Drehpunkt, jedoch noch im Rahmen statt direkt an der ersten Kuppelachse gelegen.
Sinngem. Zitat dazu: "symmetrischer Aufbau ermöglicht gleich gute Laufeigenschaften in beide Fahrtrichtungen".
Das hat man in Fallbeispiel III (Bild 61) leider nicht berücksichtigt, dafür die 3. Kuppelachse festgelegt. Auch hier "Fester Achsstand gleich null".
Das war bei der ES 4 gemäss dem neuen Artikel ähnlich; "ausbaden" mussten das im Prinzip wohl auch die Kuppelstangen. Das Meineke- oder Schwartzkopff-Eckardt-Gestell hätten ("hätte, hätte") - in doppelter Ausführung - das Problem möglicherweise eleganter, aber gewichtiger gelöst. Wären jedoch auch dann keine "festen Achsstände" geworden.
Es hätte dann Kandós Arbeiten gar nicht bedurft, aber die haben den Durchbruch gebracht, zusammen mit seinen genialen Dreiecks-Gelenkrahmen (Dr. H. Petrovitsch, Eisenbahn-Kurier 4/2024, S.45) - auf < 99 µm genau !
Das Kandó-Vorlaufgestell, allerdings zweiachsig, ist im HeTB in Abb.51 schematisiert wiedergegeben. Dazu Text S.81 "Das Kandó-Gestell kann als Vereinigung Lotter mit Meineke angesehen werden." und "Es zwingt alle beteiligten 4 Radsätze zu Führung des Fahrzeuges." - hm - Passt das evtl. eher auf die französische 2'D2' Gleichstromlok E401 der P.O. von Ganz?
Was meint Eure geballte Fachwelt dazu?
Das Vorlaufgestell in der V40 war m.E. etwas Anderes. Nämlich wie beschrieben von der ES4 abgeschaut. Nach 20 Jahren Stand der Technik, kein geistiges Eigentum von irgendwem mehr - also los und Erfolg haben! Das Henschel Zitat umwandeln in "Es zwingt alle beteiligten
3 Radsätze zur Führung ..."
Übrigens war ein Modell der im Artikel dankenswerterweise beschriebenen MAV- V40 auf der EXPO Hannover 2000 ausgestellt.
Schade eigentlich die bis dato spärliche Behandlung der Fälle.
Auch, dass man es in DE nie mit echten Phasenumformer-Loks nach US-Vorbild versucht hatte, wie der "US-E75 mit Drehstrom-Antriebstechnik der späten 1910er Jahre" bei der N&W, und später der Virginian (1'BB1'-Einrahmenloks). Doch bei 16,67 statt 25 Hz dann noch schwerer? "Hoch Integrierte Bauform" der E-Teile hatte in Österreich (1'D1' Rh. 1470 mit "Adamsachsen"
- allein schon: ihhgitt!) bekanntlich zum Misserfolg geführt, wurde bei Punga/Schön in der E244.31 unter 50 Hz nicht viel besser, ausser: Es lief wenigstens! Also, wie hätte eine grossrädrige 1'D1' mit Kandó-Stangenantrieb und Phasen-Umformersatz statt dessen ausgebildet werden können ? Mit Meineke .... dennoch leicht, unter 110 t <kopfkratz>?
BTW, OT: Gab noch eine 2'D1' als Fehlschlag: Die deutsche E79, die mit Lotter-Gestell. Kleiner Hersteller, hatte sich Pöge wirklich "nur" damit übernommen?
Kann den ES 4 - Artikel nur empfehlen. Jetzt muss ich meine ausgebreitete Lit. erstmal aufräumen ... :-(. Das hier, zum Bleistift:
Der Unglaeubige Thomas
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.08.26 00:50.