DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 06 - Modellbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Alles zum Thema Modellbahn - Streitereien Märklin <-> Rest der Welt bitte woanders austragen! Unerwünscht sind auch Werbebeiträge von Händlern, sowie die Verbreitung nicht fundierter Gerüchte über die finanzielle Situation von Modellbahnherstellern.
Moderatoren: TCB - v100fan

Tipp: Französisches/Belgisches Notsignal mit ZIMO (rein über Mapping)

geschrieben von: manuelberlin

Datum: 06.06.21 22:47


Hallo zusammen!

Bei einigen Bahnen gibt es die Möglichkeit, einem entgegenkommenden Zug über die Spitzenbeleuchtung Betriebsgefahr zu signalisieren und so einen Nothaltauftrag zu geben.

In der Schweiz geschieht dies über ein rot leuchtendes Dreilicht-Spitzensignal, was natürlich auch im Modell eine entsprechende Beleuchtungsausstattung der Lok erfordert.

In Frankreich, in Belgien und möglicherweise auch in Luxemburg wird es über ein Blinken der weißen Spitzenbeleuchtung realisiert.

Wer entsprechende Modelle von LS Models mit Decoder ab Werk besitzt, hat diese Funktion sicherlich auch schon im Modell gesehen. LS Models realisiert das aber anscheinend hardwaremäßig auf der Hauptplatine, sodass man getrennte Funktionsausgänge für Dauerlicht und Blinken hat.


Bei der Nachrüstung eines beliebigen analogen Modells anderer Hersteller mit ZIMO-Decodern liegt es nicht ganz so auf der Hand, wie man das realisieren kann, aber es geht tatsächlich rein softwaremäßig. Einzige Voraussetzung ist, dass die Schlussbeleuchtung separat angeschlossen ist (sonst blinkt diese mit).

Wer einfach nur die Lösung sehen möchte - nach unten scrollen!


Bei ZIMO gibt es im klassischen Mapping die Möglichkeit, in

- CV 117 eine Blinkfrequenz festzulegen, in
- CV 118 in einer Maske festzulegen, welche Funktionsausgänge blinken sollen. Dies ist nur möglich für AUX0f, AUX0r und AUX1-AUX4.

Die Folge davon ist, dass man den Effekt "Blinken" nur mit einem Funktionsausgang, nicht aber mit einer Funktionstaste/Funktionsnummer verbinden kann.

Angenommen, man hat einen Funktionsausgang AUX1 mit einer Beleuchtung daran. F1 soll die Beleuchtung "normal" einschalten, also als Dauerlicht, F2 aber dieselbe Beleuchtung (denselben Funktionsausgang) blinkend - das geht nicht.

In den Dimmwerten des Schweizer Mappings von ZIMO (CV 508 bis 512) gibt es die Möglichkeit, "Blinken" festzulegen. Wenn man das macht, bekommt man aber eine sehr hohe Blinkfrequenz, die sich nicht sinnvoll anwenden lässt.

Vorgestern habe ich jedoch entdeckt, dass eine in CV 117 festgelegte Blinkfrequenz auf das Blinken über CV 508 bis 512 wirkt.

Damit stehen also alle Möglichkeiten offen, das Blinken nicht nur einem völlig beliebigen Funktionsausgang zuzuordnen, sondern auch völlig beliebig einer einer Funktionstaste/Funktionsnummer zuzuweisen.

Bingo! Damit ist das blinkende Notsignal nur noch eine Fingerübung weit entfernt!


Hier ist ein grundlegendes Mapping, welches das blinkende Notsignal realisiert - unter der Annahme, dass die Beleuchtung nicht gedimmt werden muss:

http://wortundgestalt-webservices.de/foren/dso/modellbahn/digital/Bildschirmfoto%202021-06-06%20um%2022.43.56.png

Der Block mit den CV 442-447 aktiviert das blinkende Spitzenlicht in der aktuellen Fahrtrichtung vorne - ob das normale Spitzenlicht zugleich eingeschaltet ist oder nicht, spielt keine Rolle.

Der Block mit den CV 448-453 führt dazu, dass das Blinken bei eingeschalteter Rangierbeleuchtung auf beiden Lokseiten erscheint. Das ist vermutlich nicht vorbildgerecht, sorgt aber dafür, dass man sich bei stehender Lok nicht erst einen Gedanken um die eingestellte Fahrtrichtung machen muss. Lässt man diesen Block einfach weg, blinkt nur die Spitzenbeleuchtung in der aktuell eingestellten Fahrtrichtung, die Spitzenbeleuchtung am anderen Lokende leuchtet dann weiter konstant. Hier wären auch mehr Vorbildkenntnisse hilfreich, um entscheiden zu können, ob das sinnvoll ist oder nicht.


Die CV 508-512 (Dimmwerte für Schweizer Mapping) sind etwas erklärungsbedürftig: Bit 0 (Wert 1) bedeutet Abschaltung des Ausgangs, Bit 1 (Wert 2) aktiviert das Blinken, Bit 2 (Wert 4) aktiviert ein gegengerichtetes Blinken. Für das Dimmen selbst stehen nur die Bits 3 bis 7 zur Verfügung, sodass gültige Dimmwerte immer durch 8 teilbar sein müssen: 8, 16, 24, 32 ... 240, 248. Also eine vor allem im unteren Bereich etwas grobe Abstufung. Dazu ist dann für das Blinken der Wert 2 zu addieren, hier im Beispiel als Ergebnis 250, um einen blinkenden, aber nur unmerklich gedimmten Ausgang zu erreichen.

Anders gesagt: Es muss also ein Dimmwert (also mindestens 8, höchstens 248) eingetragen sein, sonst "leuchtet" der Ausgang nicht; zusammen mit Blinken=2 dann ein Wert von mindestens 10, höchstens 250.

Sofern man die CV 60 fürs Dimmen verwendet, muss man also einen durch 8 teilbaren Wert fürs Dimmen nehmen, der dem Wert in CV 60 am nächsten kommt und 2 fürs Blinken addieren. Beispiel: Dimmwert in CV 60 = 45; der nächstgelegene gültige Dimmwert des Schweizer Mappings wäre also 48 oder alternativ 40. Dazu dann den Wert 2 fürs Blinken. Es kann im Einzelfall sinnvoll sein, den Wert von CV 60 an die möglichen Stufen in den "Schweizer" Dimmwerten anzupassen oder alles nur über die "Schweizer" Dimmwerte zu dimmen.

Viele Grüße
Manuel
Thema
Angeklickt
geschrieben von
Datum/Zeit
 Tipp: Französisches/Belgisches Notsignal mit ZIMO (rein über Mapping)
(1286)
06.06.21 22:47
(144)
07.06.21 20:34
(77)
08.06.21 22:46
(83)
09.06.21 20:48