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Re: Versuch einer Antwort -> Kritik

geschrieben von: manuelberlin

Datum: 14.05.21 21:57


Hallo zusammen,

schwierige Sache. Natürlich ist man auf Lob und Anerkennung aus, wenn man (s)ein Werk vorstellt, in das viel Zeit, Mühe und vielleicht auch viel Geld geflossen sind.

Und was passiert: Es werden (mögliche) konzeptionelle und/oder handwerkliche Schwachpunkte aufgezeigt. Das muss man erstmal verdauen, das geht mir ganz genauso.

Nur ist niemand damit geholfen, wenn alle nur "toll" und "prima" rufen, wenn eben nicht alles toll und prima ist. Und dabei beziehen sich ja hier die Kernpunkte der Kritik nicht auf Matthias' Werk, sondern auf das Werk des Anlagenbesitzers - insbesondere was die Konzeption angeht, an der man Mängel hinterher nur noch zu kaschieren versuchen kann.


Umgekehrt ist aber auch nicht mit der regelmäßig anzutreffenden, reflexartigen Forderung geholfen, dass der Kritiker erstmal zeigen solle, dass er es besser kann.

Nein, ich halte es mit dem Zitat von Lessing: "Wer auch keine Suppe kochen kann, schmeckt ob sie versalzen ist." Oder anders gesagt: Man muss nicht kochen können, um zu beurteilen, ob das Essen schmeckt.

Das gilt für viele Lebensbereiche und eben auch hier. Man kann auch seriös und fachkundig einen Film kritisieren, ohne selbst Drehbuchautor oder Regisseur zu sein usw.

Diese ganzen Beispiele haben gemeinsam, dass an dem kritisierten Werk nicht mehr viel zu ändern ist. Wenn man die Kritik aber einfach ausschlägt, verliert man einen wesentlichen und wertvollen Input, um sich beim nächsten Mal selbst zu verbessern.


Was mir persönlich an der Anlage am meisten ins Auge gestochen ist, das ist der obere Bahnsteig am vorderen Anlagenrand, der sich im Sinne einer Zuwegung nicht sinnvoll und glaubhaft anbinden lässt.

Wofür wird dieser Bahnsteig überhaupt gebraucht? Es gibt doch schon genug Bahnsteiggleise in diesem Bahnhof. Ich kenne zwar den Gleisplan nicht, aber ich würde diesen Bahnsteig schlicht weglassen und diese Gleise zum Beispiel als gedachte Zufahrt zum (nicht dargestellten) Rangierbahnhof oder als eine Güterumgehungsbahn nehmen.

Reisezüge dürfen sich natürlich trotzdem auf diese Strecke "verirren". Vielleicht halten nicht alle internationalen Fernzüge in diesem Bahnhof, sondern nehmen die "Abkürzung" und passieren dabei diese "Paradestrecke". Vielleicht ist der Bahnhof auch gar nicht der Hauptbahnhof dieser Metropole, sondern der "Südbahnhof", der dementsprechend nicht an alle Zulaufstrecken zum Hauptbahnhof angebunden ist. Da kann man ein wenig die Fantasie spielen lassen.

Eventuell könnte man anstelle des Bahnsteigs dann sogar noch ein drittes Gleis hinzufügen und so den Betrieb dort abwechslungsreicher gestalten.


Meine Erfahrung sagt mir, dass es sehr viel schwieriger ist, einen überzeugenden Fantasie-Bahnhof zu bauen als ein reales Vorbild nachzubilden und davon eventuell aus Platzgründen einzelne Teile (sinnvoll) wegzulassen. Es gibt beim Vorbild tatsächlich die absonderlichsten und "schrägsten" Lösungen - manchmal in der Art, dass man denkt "das kann ja wohl nicht wahr sein". Ist es dann aber. Bei einem frei erfundenen Modell-Bahnhof sollte man auf so etwas m.E. aber besser verzichten, weil es einfach unrealistisch wirkt. Das gilt hier sowohl für den oberen Bahnsteig als auch für den Umstand, dass spätestens damit sämtliche durchgehenden Gleise eine Bahnsteigkante haben.

Die Anbindung des Hausbahnsteiggleises finde ich auch eigenartig und betrieblich wenig hilfreich. Das größte Problem bei Fantasie-Bahnhöfen ist meistens, dass sie "auf Show" geplant sind und nicht von einem gedachten übergeordneten Betriebs- oder Bedienkonzept her entwickelt werden. Wenn ein Zug von der Nebenbahn kommend am Hausbahnsteiggleis einfährt (wie hier die Dampflok mit den Umbauwagen), muss er von dort auch wieder zurück fahren können. Also muss zumindest die Lok umgesetzt werden können, und zwar so, dass der übrige Betrieb möglichst wenig behindert wird. Sinnvollerweise sollten sich in dem Bahnhof auch zwei Züge von und zur Nebenbahn kreuzen können.

Andere Dinge, wie die kritisierte Ausfahrt des Busbahnhofs, lassen sich leicht verbessern. Dann wird eben die Grünfläche kleiner oder entfällt ganz. Ob die Endstelle der Straßenbahn einen Bahnsteig besitzt, ist nicht zu erkennen. Das sollte sie aber.

Die städtebauliche Gestaltung mit der überwiegenden Darstellung von Nachkriegsbebauung gefällt mir dagegen sehr gut und sie setzt einen schönen Kontrastpunkt zu dem oft auf Anlagen anzutreffenden Kitsch.

Viele Grüße
Manuel
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