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Neu von Piko: 191 098

geschrieben von: railroadwilli

Datum: 11.01.21 22:37


Moin,

seit wenigen Tagen ist die Lok im Haus und ich will hier einmal meine Eindrücke und Meßergebnisse wiedergeben. So sauber kam sie aus dem Ei bzw. der Verpackung geschlüpft:

https://abload.de/img/dsc_0149ubjhv.jpg

https://abload.de/img/dsc_0150blk3z.jpg
Beheimatung: BD Karlsruhe, Bw Freiburg.

https://abload.de/img/dsc_015156js1.jpg
Revision: AW Freimann 4.2.70.

Die Lok hat das beachtliche Gewicht von 550 g. Gummireifen gibt es auf Radsatz 2 und 4 jeweils 1 Stück, diagonal versetzt. Über Zahnräder angetrieben sind die Radsätze 1, 2, 5 und 6, Nr. 3 und 4 werden über die Treibstangen mitgenommen. Die Geschwindigkeit bei 12 V beträgt nach einer Einfahrzeit von einer ¾ Stunde rund 55 km/h, mithin genau vorbildgemäß. Die Lok läuft sauber im langsamsten Kriechgang. Auch bei voller Fahrt ist das Abrollgeräusch der Räder lauter als irgendwelche sonstigen Antriebsgeräusche. Kurzum, das Fahren – ohne jeglichen elektronischen Zusatzkram – ist eine wahre Freude. Wer dieses Getriebe konstruiert hat, versteht sein Handwerk.

Was alles an Details umgesetzt wurde, zeigen die beiden vorherigen Fotos der jeweils halben Lok. Die Dachausrüstung ist nahezu perfekt. Sogar die elektrischen Verbindungen zwischen den drei Lokteilen sind angedeutet.

Eins ist klar, so sauber konnte sie nicht bleiben. Vor allem die gelbe Maschinenraumeinrichtung war blendend hell durch die Fenster zu sehen. Die „Einbaumöbel“ wurden mit Humbrol Acrylfarbe Nr. 245, Graugrün, wasserlöslich, matt, gestrichen, danach einige Details mit mittleren Grautönen hervorgehoben. Die Führerhausrückwand erhielt den im Betrieb üblichen Farbton „Nikotinbraun“; damals wurde noch kräftig gequalmt, nicht nur auf der Dampflok.

Nach den mir vorliegenden Fotos von Freiburger und Münchner E 91 waren die Räder so gut wie schwarz, nur bei der Vorgelege-Scheibe und in den Auskehlungen der Treibstangen waren noch Reste von roter Farbe zu erkennen. Auch die echte 191 098 sah im Oktober 1970 so aus. Es darf bezweifelt werden, ob bei der Revision im Februar 1970 auch nur ein Tropfen rote Farbe verschwendet wurde.

https://abload.de/img/dsc_0166zoklb.jpg

https://abload.de/img/dsc_01713zk37.jpg

https://abload.de/img/dsc_01722xfk79.jpg

Kritik kann nicht völlig ausbleiben. Der nach meiner Ansicht hauptsächliche Kritikpunkt ist wieder einmal – bzw. immer noch – die unsinnig hohen Spurkränze (Höhe 1,0 mm). Es könnte gewiß nicht schaden, irgendwann die Gewohnheiten aus den 60er Jahren aufzugeben. Die Lok läuft einwandfrei mit RP25-Spurkränzen. Für diejenigen, denen das Abdrehen noch bevorsteht, sei gesagt, es ist durchaus machbar, aber relativ arbeitsaufwändig. Die sehr dünnen metallenen Bolzen, die die Stangen in den Kurbelzapfen halten, wollen äußerst gern aus der Pinzette flippen. Der Getriebeboden geht nur extrem schwer abzunehmen; man hat ständig Angst, daß etwas bricht. Die Räder sitzen relativ fest auf den Achsen – ganz im Gegensatz zur 78, auf die ich in einem eigenen Beitrag noch zu sprechen komme. Beim Wiedereinbau der Radsätze ist auf den exakten Gleichstand aller Kurbelzapfen innerhalb eines Fahrwerks zu achten, gleichzeitig müssen sämtliche federnden Stromabnehmerchen auf die Radinnenseiten gedrückt werden. Das ist übrigens auch der Moment, wo man bei einem der beiden Triebwerke die Stellung der Treibstangen ändern kann.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Leiter, die auf Seite 2 auf der Pufferbohle zu liegen kommt. Beigelegt ist eine einfache Leiter, und die auch nur in einem einzigen Exemplar. Damit käme man bestenfalls bis auf halbe Lokhöhe zum Fensterputzen. Sinn der Leiter ist jedoch das Besteigen des Lokdaches. Daher ist diese Leiter im Original eine zusammengeklappte zweiteilige. Man bräuchte diese Leiter dem Modell nur in zweifacher Ausführung beilegen und jeder könnte sie sich selbst entsprechend zusammenkleben.

https://abload.de/img/2002-21dsc_1622psifsstfjkn.jpg
Weil (Rh) 22.7.1968. Die zusammengeklappte Leiter ist hier gut zu sehen. Die halbe Leiter am Modell sieht man auf dem nächsten Bild.

Der Stromabnehmer SBS 10 ist zweifellos der beste, den es bisher gab, aber perfekt ist er m.E. leider immer noch nicht. Es kommt mir im Vergleich mit Fotos so vor, als stehe das Schleifstück zu weit über der Oberschere. Die Kenntnis der Originalmaße ist mangels bemaßter Zeichnungen allerdings nicht gegeben.

https://abload.de/img/dsc_01692c1kij.jpg
Der SBS 10 schräg von vorn.

Im Vergleich hierzu:

https://abload.de/img/132107dsc_07892007-29z9k1z.jpg
München Hbf 27.5.1969. Das ist zwar ein SBS 9, der aber bis auf die Bauart der Isolatoren identisch mit dem SBS 10 ist.

Alles in allem bis auf einige Kleinigkeiten sowie die unsinnig hohen Spurkränze ein erfreuliches Modell mit einem Detaillierungsgrad sowie mit Fahreigenschaften, die Maßstäbe setzen.

Zugabe:

Eine Versammlung von „Flachfront-Ellok“, nur mal zum Zeigen, was es in H0 gibt:

https://abload.de/img/dsc_0174gvjw6.jpg

https://abload.de/img/dsc_0175u4jrn.jpg

Wie man sieht, gibt es eine brauchbare E 32 von Roco – aber nur, wenn man sie selbst in der richtigen Farbe (flaschengrün) gespritzt und neu beschriftet hat. Insofern kann man geteilter Meinung sein, ob eine neue E 32 von Piko notwendig ist. Falls sie die richtige Farbe bekommt, vielleicht doch. Dann kann man in Salzburg und Umgebung weiter schlafen.

Aber schauen wir doch einmal auf die letzte Lok hinten:

https://abload.de/img/dsc_01778wjyp.jpg
Diese Lok, übrigens nicht mehr Original-Roco, sondern vor allem im Dachbereich von mir richtiggestellt, wäre nach meinem Dafürhalten der nächste Kandidat für Piko. Nachdem man bei Roco nun jahrzehntelang indirekt kundgetan hat, daß man offenbar keinerlei Interesse daran hat, diese Lok entsprechend aufzuarbeiten, daß man ihr nach heutigen Maßstäben das Prädikat „Modell“ verleihen kann, wäre es an der Zeit, daß einer zeigt, wie es geht.

Warten wir es ab. Aber nicht so lange!

Gruß
Willi

Nachtrag:
Ich vergaß die Anmerkung, daß das Dach mitsamt den Stromabnehmern der 191 auch noch einen Dreckauftrag erhalten soll. Das geschieht zweckmäßigerweise mit der Spritzpistole und mit der alten lösungsmittelhaltigen Giftbrühe. Diese Arbeiten erledige ich nur im Garten, also ist Warten angesagt, bis die Temperatur auf ca. 18° geklettert ist.


https://abload.de/img/2074-36sh200x122v7uq4.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.21 10:37.
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