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Re: Die PR P8 die 38 2078 DR, die Alterung.

geschrieben von: PKP-modelarz

Datum: 04.12.20 18:26


Hallo, Kollege!
Ich weiß nicht, warum die Mär, daß als Lokkohle nur Braunkohle zur Verfügung gestanden hätte, ständig wiederholt wird. Sicherlich, kurz nach dem Krieg stand wirklich nur Braunkohle zur Verfügung, da die Zechen in Schlesien und dem Ruhrgebiet zu Polen, bzw zu anderen Besatzungszonen gehörten. Deswegen wurden für Braunkohle geeignete Feuerungsmethoden entwickelt (totes Feuerbett, Staubfeuerung). Aber schon in den fünfziger Jahren standen nach Briketts auch wieder verschiedene Steinkohlesorten für die Feuerunhg zur Verfügung.
Davon wurde die Kohle teilweise aus der SU und aus Polen importiert. Spätestens aber nach Gründung des RGW war die Kohle kein Problem mehr. Daß die Qualität nicht immer optimal gewesen ist, steht auf einem anderen Blatt. Die aus der Sowjetunion gelieferte Lokkohle kam, unter anderem, aus der Ukraine und war recht feinkörnig- was ihr den wenig schmeichelhaften Ruf des "Kosakenkies" einbrachte.
In den sechziger Jahren wurde dann die Ölfeuerung als Erleichterung des Heizers im schweren Schnellzug- und Güterzugdienst eingeführt. Daß sich dann daraus fünfzehn Jahre später ein Problem ergeben sollte, zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Zu diese Zeitpunkt waren aber alle im Zugdienst eingesetzten Lok mit Steinkohle gefeuert.
In den achtziger Jahren begann die Industrie der DDR Ölprodukte für Devisen in den Westen zu verkaufen. Dazu wurde das Öl bedeutend weiter raffiniert- das Bunkeröl war nun nicht mehr Abfall, sondern Rohstoff! Daß das Öl deutlich weiter raffiniert wurde, lag auch daran, daß der "große Bruder" nun den Weltmarktpreis verlangt hat. Dadurch hat sich der Ölpreis verdoppelt... Also wurden zunächst die Vorräte aufgebraucht- und in der Folge die Öllok abgestellt. Die Lok der BR 44 wurden dann in verschiedenen Entfeinerungen von betriebsfähigen Heizlok bis hin zu Heizkesseln auf Kohlefeuerung zurückgebaut.
Mit dem Volksaufstand in Polen blieben dann auch die Importe aus Polen aus- so daß (nicht nur) die Reichsbahn plötzlich Probleme bekam. Zu diesem Zeitpunkt wurden dann Heizlok und auch Güterzuglok im leichten Dienst wieder mit Brikett oder Rohbraunkohle gefeuert. Mit dem Ergebnis, daß die Kessel Probleme bereiteten.
Recht schnell wurde ein Ausweg gesucht und mit Kohle aus Mocambique gefunden. Die Kohle war zwar nicht für die Lokfeuerung geeignet, aber Kohle und trotzdem verfeuert.
Gleichzeitig wurde das Elektrifizierungsprogramm mit aller Kraft in die Wege geleitet. Man wollte sich so schnell, wie möglich vom anachronistischen, aufwendigen Dampfbetrieb zu verabschieden.
Soweit ein kurzer, unvollständiger Abriss.
Ich denke aber, daß die meisten, hier vertretenen Kollegen ausschließlich mit Steinkohle gefeuerte Kohlelok erlebt haben.
Insofern ist das Auffüllen des Kohlekastens mit Steinkohle völlig realistisch. Nur ist darauf zu achten, daß die Stücke nicht zu groß sind. Dazu sollte man die Korngröße mit Preiserlein vergleichen. Auch wenn große Brocken besser aussehen, sollten die Stücke nur unwesentlich größer, als die Hände der Heizer sein. Maximal Schafkopfgroß- die sogenannten "Hammelköppe". Alles was größer ist, muß mit dem Hammer zerkleinert werden, was für den Heizer zusätzliche, kräftezehrende Arbeit bedeutet.

So, nun hoffe ich, daß ich nicht gelangweilt habe.
Viele Grüße
Christian

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 Re: Die PR P8 die 38 2078 DR, die Alterung.
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