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O-Ring Antrieb fuer ETA 177 - Ausfuehrung und Bewertung

geschrieben von: Nesinger

Datum: 12.01.18 02:53


Liebe Mitbastler,

in den 70er und 80er Jahren sind meine Eltern gelegentlich in die damalige DDR gefahren um Verwandte zu besuchen. Dabei fiel jedes Mal Zwangsumtausch an. Meine Venwandten waren zu stolz das Geld anzunehmen und so benutzten meine sparsamen Eltern es, um Modellbahn Artikel zu kaufen, die sie dann als meine Weihnachts und Geburtstags Geschenke benutzen konnten.

Eines dieser Geschenke war ein DMV Modell des ETA177, mit langem Mittelwagen, in der Reichsbahn Ausfuehrung. Es war ein pragmatisch gemachter, unmotorisierter Plastik Bausatz mit vernueftiger, aber nicht uebertriebener, Detailierung. Ich habe das Modell damals gleich zusammen geklebt und mit roter Guenther Sprayfarbe als DB Version lackiert. Mit dem Antrieb tat ich mir schwer, so dass es erst mal ein Standmodell blieb.

Spaeter habe ich zeitweise das Fahrwerk eines Maerklin VT95 Schienenbus (3016) unter dem Mittelwagen Gehaeuse angebracht, aber das Fahrverhalten war alles andere als erbaulich.
Weiterhin wollte ich auch die Moeglichkeit haben, den ETA als zweiteilige Einheit einzusetzten.
Viele Ideen fuer eine andere Motorisierung wurden erwaegt, unter Anderem das Schlachten einer 3029 um deren einachs Antrieb in einem der Endwagen unterzubringen. Keine wurde durchgefuehrt und der ETA verbrachte die letzten 35 Jahren meist in der Schublade als “zukuenftiges” Umbau Projekt.

Die Zukunft ist da !
Vor einiger Zeit habe ich in einem Elektronik Laden gebrauchte Faulhaber Getriebemotoren fuer einen einstelligen Betrag gefunden und drei Stueck gekauft. Da konnte ich doch nichts falsch machen ?
Sie waren irgendwo ausgebaut und kamen mit einer Schnurlauf Rolle und einem O-Ring. Allerdings waren sie fuer 24V und angeblich 670 U/min.
Nun, meine Exemplare liefen ca. 230 U/min bei 15V, was mich auf die Idee brachte einen davon zur Motorisierung meines ETA177 zu verwenden. Ich erinnerte mich an den Athearn Rubberband-Drive des unseeligen “Diesel-Hustlers”, einer Rangierlok, die mit Slot-Car aehnlichen Geschwindigkeiten ueber die Anlage rasen konnte und auch an die M+F Riemenantriebe der BR45 und BR05.

Bild 1
DSCN0203.jpg
Ich fand ein geeignetes U-Profil und fraeste weg, was im Wege war. Weiterhin hatte ich noch zwei V200 Antriebs Radsaetze in meinen Bestaenden, die von einem 2-Leiter auf 3-Leiter Rueckbau uebrig geblieben waren. Die Isolierbuchsen waren schnell herausgedrueckt, und ein 3mm Pass-Stift fungiert als neue Achse fuer die Raeder und eine Schnurlauf Rolle.

Bild 2
DSCN0206.jpg
Hier ist Alles mal probeweise zusammengebaut.

Bild 3
DSCN0210.jpg



Als naechste erhielt der Wagenboden eines Endwagens eine entsprechende Ausfraesung um den Antrieb stramm sitzend einzuschieben. Nachdem alles zur Zufriedenheit passte, wurde der Antrieb mit Sekundenkleber fixiert und der Getriebemotor aufgeklebt. Nachdem alles ausgehaertet war konnte der O-Ring durchgefaedelt und die Antriebsachse eingelegt werden.

Bild 4:
DSCN0213.jpg


Fertig zur Probefahrt.
Bild 5:
DSCN0214.jpg


Auf die Verdrahtung und den Decoder Einbau brauche ich nicht gross einzugehen. Er wurde in der bei mit ueblichen Weise durchgefuehrt: Lenz Gold mit Power 1, Stromabnahme ueber Schleifer (3-Leiter), Rueckfuehrung ueber aller Raeder ohne Haftreifen (= 10 Raeder). Damit war ein sicherer Betrieb gewaehrleistet.

Zwischenzeitlich hat das Fahrzeug bei mir ausreichend Einsatzzeit auf der Anlage gehabt um eine Bewertung des Antriebs Konzepts vornehmen zu koennen:

  • Es faehrt sehr zuverlaessig.

  • Auf Grund der fehlenden Schwungmasse faehrt es vergleichsweise “un-dynamisch”, was man mit entsprechender Decoder Einstellung weitgehend kaschieren kann.

  • Der Gummiband Antrieb hat in bestimmten Situationen auf Grund der Dehnung des O-Rings Eigenschwingungen und eignet sich nicht um z.B. Kurswagen mitzunehmen, obwohl die Zugkraft sehr gut ist. Der sehr leicht laufende Beiwagen ist aber kein Problem.

  • Das Durchfahren sehr enger Kurven fuehrt in meinem Fall ebenfalls zu leichtem Ruckeln, auf Grund des Slip-Stick Effekts der mit zwei Haftreifen bestueckten Antriebsachse. (= Unterschedliche Laufwege des inneren und aeusseren Rades, die per Achse miteinander verbunden sind). Ich werde daher eine weitere Antriebsachse ohne Haftreifen anfertigen.

  • Das Antiebs Konzept ist durchaus brauchbar fuer “Selbstfahrer”, wie eben diesen ETA, fuer SKLs, Gleisstopf Maschinen usw. Fuer Loks kann ich es aus obigen Gruenden nicht empfehlen.

  • Es empfiehlt sich durchaus (falls verfuegbar) einen Motor mit zwei Wellenenden zu verwenden und eine Schwungmasse einzubauen.

  • Der Bau war extrem einfach, da keine genauen Wellenabstaende einzuhalten waren.


  • So, jetzt habt ihr was zum Nachdenken und vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen.

    Bis demnaechst,

    Nesinger



    9-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.18 03:21.
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