DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 05 - Straßenbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Hier befindet sich das Bus-Forum (auch für O-Busse).
Guten Tag,

am heutigen Totensonntag kam mir der Gedanke, ob es noch irgendwo Zusatzlinien oder Taktverdichtungen zu den Friedhöfen gibt.

Als Hallenser erinnere ich mich noch an die Linie 18, die als Mischung aus den Linien 1 und 8 (im Netz bis 1999) die Endpunkte Frohe Zukunft und Elsa-Brändström-Straße mit dem Gertraudenfriedhof, dem Nordfriedhof und dem Südfriedhof verbunden hatte. Irgendwann kurz danach gab es nur noch ine Linie 1E zwischen Frohe Zukunft und Markt. Seit (ich würde tippen 2002 oder 2003) gibt es in Halle keinen Zusatzverkehr zum Totensonntag mehr.

Wie sieht es in anderen Städten aus? Ist das erhöhte Verkehrsaufkommen zu Totensonntag aus der Mode gekommen?
Vielen Dank für sachdienliche Hinweise.
Frag mal lieber, wo noch Friedhöfe mit ÖPNV-Anbindung existieren?
Die klassischen Fahrgäste (deutlich Ü60) die am Totensonntag zum Friedhof unterwegs sind,
haben doch deutlich abgenommen und die jüngere Generation hat ein Auto oder kein Interesse an
diesen "Gedenktagen".
Und Sonderverkehre gibt es heute nur noch zu Messen oder Großveranstaltungen. Denn das muss
sich für die Verkehrsbetriebe auch rechnen.

Gruß

-OR

P.S: Eine freundliche Anrede bei Threaderöffnung und ein Gruß tun keinem weh, erhöhen aber die Chancen auf gute Antworten erheblich!
Ebenso halbwegs ordentlich formulierte Texte, die auch einen Sinn ergeben, statt nur hingeschmierter Texte im Whatsapp-Stil!
Zitat
Frag mal lieber, wo noch Friedhöfe mit ÖPNV-Anbindung existieren
Also alle Städte, in denen ich mich auskenne, haben eine Straßenbahnhaltestelle vor ihren großen Friedhöfen, was ja auch irgendwie logisch ist. Große Zentralfriedhöfe wurden ja nicht erst in den letzten Jahren auf der grünen Wiese im Gewerbegebiet angelegt, sondern sind seit Jahrzehnten eher innerstädtisch gelegen und damit auch gut vom ÖPNV erschließbar.
Ober-Rodener schrieb:
Frag mal lieber, wo noch Friedhöfe mit ÖPNV-Anbindung existieren?
Die klassischen Fahrgäste (deutlich Ü60) die am Totensonntag zum Friedhof unterwegs sind,
haben doch deutlich abgenommen und die jüngere Generation hat ein Auto oder kein Interesse an
diesen "Gedenktagen".

Es gibt da wesentliche Unterschiede zwischen dem katholischen Allerheiligen und dem evangelischen Totensonntag. In katholischen Kreisen gehört(e) es zum guten Ton, für die "Friedhofs-Rallye" vor Ort am Grab zu sein bzw. sämtliche Gräber der Sippe aufzusuchen, ggf. auch auf unterschiedlichen Friedhöfen. Diese Tradition hat es zum Totensonntag so nie gegeben. Sicherlich etwas höherer Betrieb auf den Friedhöfen, und zeitlich wegen des frühen Sonnenuntergangs etwas gedrängt, aber solche Massenaufläufe wie zu Allerheiligen hat es zum Totensonntag nie gegeben.

Re: ? Taktverdichtungen oder Sonderlinien zum Totensonntag

geschrieben von: PP6

Datum: 21.11.21 14:18

Hallo,
in Plauen, vorwiegend evangelisch, hat es immer zum Totensonntag ein stark erhöhtes Aufkommen gegeben. Schon gestern waren schlichtweg Menschenmassen allein zum Hauptfriedhof unterwegs, mit der Straßenbahn, aber auch natürlich mit Auto. Ich persönlich war daran ebenfalls beteiligt, obwohl unter der obengenannten angeblichen Grenze von 60+ gelegen. Von unter 60-jährigen habe ich dort genügend gesehen. D. h., es ist schlicht nicht das Alter, wer auf den Friedhof geht, sondern einfach nur davon abhängig, wer dort Angehörige zu liegen hat.

Bis zur Netzreform im August 2020 verband die damalige Linie 4 die 3 größten Plauener Friedhöfe auf dem Reusa-Ast (Hauptfriedhof) mit dem Preißelpöhl-Ast (Friedhöfe I und II).
Das wirkte sich noch bis ca. 2010/11 auf die Zuglänge aus, denn am Totensonntag fuhren die Züge der Linie 4 in KT4D-Doppeltraktion.
Das allerdings ist heute nicht mehr der Fall, zumal Reusa nun von den Linien 4 und 6, Preißelpöhl aber von den Linien 1 und 2 bedient wird.

Tschüß!

Re: ? Taktverdichtungen oder Sonderlinien zum Totensonntag

geschrieben von: AK1

Datum: 21.11.21 15:32

erbsenzähler89 schrieb:
Zitat
Frag mal lieber, wo noch Friedhöfe mit ÖPNV-Anbindung existieren
Also alle Städte, in denen ich mich auskenne, haben eine Straßenbahnhaltestelle vor ihren großen Friedhöfen, was ja auch irgendwie logisch ist. Große Zentralfriedhöfe wurden ja nicht erst in den letzten Jahren auf der grünen Wiese im Gewerbegebiet angelegt, sondern sind seit Jahrzehnten eher innerstädtisch gelegen und damit auch gut vom ÖPNV erschließbar.
Also die größten Friedhöfe in Deutschland haben keine... Für den Ohlsdorfer Friedhof ist das eh klar, Hamburg eben - aber gut S- und U-Bahn halten davor. der Münchner Waldfriedhof hat auch keine - aber er soll zumindest mal wieder angebunden werden, wenn mal die Westtangente fertig werden sollte. Natürlich ist er aber jetzt auch durch verschiedenste Buslinien angebunden.
Friedhöfe ohne ÖPNV-Anbindung dürfte es wenn überhaupt natürlich nur in ländlichen Gegenden geben.

Re: ? Taktverdichtungen oder Sonderlinien zum Totensonntag

geschrieben von: 2CV

Datum: 21.11.21 18:03

In Polen vielleicht. Dort ist allerdings an Allerheiligen der "Hauptkampftag" an den Friedhöfen. In Krakow fuhren dieses Jahr mehrere Tage lang rings um den 01.11. acht Sonder-Straßenbahnlinien plus einige Sonder-Buslinien, um die Nachfrage zu bewältigen.

EF: Linie 4 verdichtet

geschrieben von: Nvd

Datum: 21.11.21 18:49

Auf der Internetseite der EVAG wird berichtet, dass gestern und heute die Angebot im äußeren Abschnitt verdichtet wurde (normalerweise endet jede zweite Fahrt in der Zwischenschleife Hauptfriedhof; die beiden "dahinter" liegenden Haltestellen erschießen weitere Teile des Hauptfriedhofs aber ebenso wie die gleichnamige Haltestelle).

Zitat
Erweitertes Verkehrsangebot zum Totensonntag

Samstag, den 20. November, verkehren alle Fahrten der Linie 4 von 08:30 Uhr bis 16:30 Uhr ab und bis Bindersleben im 15-Minuten-Takt.

Sonntag, den 21. November, verkehren alle Fahrten der Linie 4 von 8:30 Uhr bis 11:00 Uhr im 20-Minuten-Takt und von 11:00 Uhr bis 16:30 Uhr im 15-Minuten-Takt ab und bis Bindersleben.

Re: ? Taktverdichtungen oder Sonderlinien zum Totensonntag

geschrieben von: R 450

Datum: 21.11.21 19:58

PP6 schrieb:
...

Bis zur Netzreform im August 2020 verband die damalige Linie 4 die 3 größten Plauener Friedhöfe auf dem Reusa-Ast (Hauptfriedhof) mit dem Preißelpöhl-Ast (Friedhöfe I und II).
Das wirkte sich noch bis ca. 2010/11 auf die Zuglänge aus, denn am Totensonntag fuhren die Züge der Linie 4 in KT4D-Doppeltraktion.
Das allerdings ist heute nicht mehr der Fall, zumal Reusa nun von den Linien 4 und 6, Preißelpöhl aber von den Linien 1 und 2 bedient wird.

Tschüß!
Wobei man erwähnen sollte, dass NACH Preißelpöhl nur die Linie 1 und VON Preißelpöhl nur die Linie 2 fährt. Es handelt sich um einen Umlaufverbund, da das Plauener Netz eine ungerade (7) Anzahl von Endstationen hat. Die daran beteiligte Linie 3 gibt es ebenfalls nur in eine Richtung.

Für eine europaweit einheitliche Symmetrieminute [de.wikipedia.org] und [de.wikipedia.org]
Explanation in English: [en.wikipedia.org]
Hallo!

Bei uns in Cottbus war normaler Betrieb.

Da einige fragten wegen Anbindung der Friedhöfe:

der Südfriedhof (Linie 3) und der Nordfriedhof (Linie 1, am Wochenende Bus) sind per Straßenbahn erreichbar. Der Ströbitzer Friedhof mit der Buslinie 12 und einige Regionallinien. Betrifft auch weitere Buslinien, die andere Friedhöfe, bzw. deren Nähe, mit bedienen.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Im doch eher katholischen Köln waren früher zu Allerheiligen in der Frontscheibe Schilder, auf denen die mit dieser Linie zu erreichenden Friedhöfe standen. Aber eine Taktverdichtung gab es nach meiner Erinnerung nicht.
Der weitläufige Dortmunder Hauptfriedhof hat eine gleichnamige Haltestelle in Mittellage der B1... von Sonderverkehr ist aber nichts bekannt.
Hat der Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf nicht sogar eine eigene Buslinie, die durch das Gelände verkehrt?

In Dortmund fuhren früher an Totensonntagen zusätzlich die Linien 412 und 414, die Sonntags eigentlich nicht verkehren.
Gera ist auch gemischt erreichbar. Der große Südfriedhof wird mit der Straßenbahnlinie 3 erschlossen und hat eine gleichnamige Haltestelle. Entlang der Linie liegen auch noch einige Stadtteile mit ihren zumeist ehemaligen Dorfkirchen und angrenzendem (Dorf-)Friedhof (z.B. Alt-Lusan mitten im großen Neubaugebiet oder Tinz). Die anderen großen Friedhöfe Ostfriedhof und Untermhäuser Friedhof werden nur durch Busse bedient, verfügen aber auch über hinreichende Parkplatzmöglichkeiten. Zusatzverkehre waren meines Wissens nie notwendig.
Hallo in Schwerin wurde zum Waldfriedhof die Zugfolge von 10:00 bis 15:00 auf der 4 verdoppelt. Somit galt ein 40er statt eines 80er Taktes. Auch die Buslinie 16, sonst an Sonn- und Feiertagen nicht im Einsatz, war auf einem Teilstück im 60er Takt im Einsatz.
Zum Alten Friedhof wurde nicht verstärkt.
Viele Grüße Axel
Die stetig zunehmende Anzahl anonymer Bestattungen und das unwichtiger werdende Religionsgedöns, hier speziell in den großen Städten (wo hauptsächlich der SPNV existiert), erübrigen in der Regel die Sonderverkehre. Die ehemals zahlreichen Besucher "wohnen" mittlerweile dort, und um sich seiner Verstorbenen zu erinnern muß man nun wirklich nicht (nur) an einem speziellen Tag auf einem Friedhof herumlaufen.
Da Du nicht explizit nach Deutschland gefragt hast, wäre mir als erstes Wien eingefallen.
Aber ich glaub' da ist auch nichts mehr, mittlerweile.
Dortmundriver schrieb:
Hat der Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf nicht sogar eine eigene Buslinie, die durch das Gelände verkehrt?
Es sind sogar zwei Linien.

Und in Frankfurt hält die U5 direkt am Hauptfriedhof.

Gruß
Tz 4683
___________________

Mein Youtube-Kanal: [www.youtube.com]
Mein Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de]
Einsatzplan 143&146 auf der Main-Lahn-Bahn(FF-FL): [www.drehscheibe-online.de]
Führerbremsventil schrieb:
Da Du nicht explizit nach Deutschland gefragt hast, wäre mir als erstes Wien eingefallen.
Zum Totensonntag?

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Wien: eher am 1. November

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 22.11.21 17:22

Hallo!

Wien (und damit Österreich insgesamt) ist doch immer an Allerheiligen, also 1. November, wenn ich mich richtig erinnere. Der Wiener Zentralfriedhof hat (bzw. hatte) sogar eine S-Bahn-Station in der Nähe. Ansonsten einige Straßenbahnlinien.

In Polen wird auch am 1. November bereits an die Verstorbenen gedacht. Zahlreiche Verkehrsbetriebe mit Aufstockungen bei entsprechenden Linien.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: Wien: eher am 1. November

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 22.11.21 18:46

Vielen Dank für die vielen Antworten.

Natürlich ist der Totensonntag nur in den evangelischen Gebieten von Bedeutung, weshalb ich auch nur in den betroffenen Gebieten im Norden, Osten und der Mitte der Republik mit verkehrlichen Effekten rechne und weniger in den westlichen und südlichen Landesteilen.

Ein Punkt ist natürlich die Frage der Finanzierung. So ein Friedhof ist ja kein Veranstalter, der wie eine Messe irgendwelche Zusatzverkehre bestellen könnte. Vermutlich hat das "früher" niemand genau hinterfragt.

Re: Wien: eher am 1. November

geschrieben von: Gernot

Datum: 22.11.21 20:25

erbsenzähler89 schrieb:
Ein Punkt ist natürlich die Frage der Finanzierung. So ein Friedhof ist ja kein Veranstalter, der wie eine Messe irgendwelche Zusatzverkehre bestellen könnte. Vermutlich hat das "früher" niemand genau hinterfragt.
Da hat sich das vielleicht wegen der vielen Fahrgäste rentiert.