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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Hier befindet sich das Bus-Forum (auch für O-Busse).
Freitagabend berichtete die Berliner Lokalpresse übereinstimmend, dass das Kapitel Verkehr im Giffey-Senat durch ist. Genannte Details:

i2030: Projekte sollen bis zum Förderantrag beim Bund weiterentwickelt werden, insbesondere Heidekrautbahn (ich nehme an, der Gesundbrunnen-Anschluss) und Stammbahn (als RE- bzw. Fernbahntrasse).

S-Bahn: soll in Landesbesitz übergehen, aber wie prioritär dies betrieben wird, bleibt unklar. Möglicherweise nicht ersthaft verfolgt.
Ausbau Siemensbahn, Nauen, Schönerlinder Str., Außenring Süd (s. Tangente), Weiterplanung des Citytunnels mit der Variante 12h (links und rechts um den Reichstag), Beeinträchtigung des Denkmals für den Völkermord an Sinti und Roma nicht ausgeschlossen (sollen "gering" gehalten werden)

U-Bahn: Pankow Kirche, Mexikoplatz, Heerstr. Nord, Flughafen, Märkisches Viertel sollen in die Kosten-Nutzen-Analyse und anschließend Zuschüsse beim Bund beantragt werden.

StraBa: Auch hier weiterhin Ausbau, auch wenn nicht genau beschrieben wird, welche Strecken. Zusätzliche Planungskapazitäten, ferner Fertigstellung Turmstr., Baubeginn Ostkreuz, Pankow-Weißensee.

Seilbahn: Die Seilbahn an den Garten der Welt soll zum VBB-Tarif nutzbar sein.

Bus: 5-Minutentakt in der Stadt, 10-Minutentakt in Außenbezirken. 400 m max. Entfernung zur nächsten Haltestelle. Mehr Express- und Rufbuslinien

Autobahn: Kein Wort zur Autobahn, ich nehme an, das heißt, es bleibt beim Kompromiss, Bau bis Treptow ja, Weiterbau nach Friedrichshain auf Eis.

Tangente Ost: Planfeststellungsverfahren 2022. Vernichtung von 14,6 Hektar Wald. Als Bonbon paralleler Ausbau der S-Bahn.

Finanzierung: eine weitere Einnahmenquelle für die Verkehrspolitik muss her, aber es bleibt unklar, was dies sein soll.

Parkvignetten: werden teurer, vor allem die sehr günstigen Anwohnerparkausweise, aber nur mäßig.

Ansonsten: Kiezblocks, entsiegelte Straßen, mehr Rad- und Radschnellwege, sicherere Fußwege.

Mir scheint, sofern man es aus solchen Presse-Häppchen entnehmen kann, dass hier ein bißchen von jeder Parteilinie reingesteckt wurde, damit alle das Gesicht bewahren können. Die SPD kann sich brüsten, die Autoschnellstraßen vor den Ökofaschisten gerettet zu haben und fürs breitere Volk ein paar minimale U-Bahnverlängerungen bzw. U-Bahnlinien in entlegenen Vororten durchgesetzt zu haben. Die Linke hat im Punkte Autovignette den autofahrenden Proletarier vor der grünen Bourgeoisie mit ihren Luxuslasträdern gerettet und wird in Endlosverhandlungen mit der DB zur Kommunalisierung der S-Bahn geschickt, die wahrscheinlich in ein paar Jahren unter einem anderen Senat als "zu kompliziert, zu teuer" abgelehnt wird. Die Grünen müssen zwar zusehen, wie die Wuhlheide abgeholzt wird, können aber in ihren Hochburgen in der Innenstadt die eine oder andre Spielwiese Kiezblock, entsiegelte Straße, Radweg als Wohlfühlelement feiern, die allerdings allesamt nur "peanuts" kosten gegenüber den Straßen- und U-Bahnausbauten.

Eine koordinierte Verkehrspolitik, und erst reicht eine, die Klima- und Gesundheitsziele ernst nimmt, sieht anders aus. Allerdings bleibt abzuwarten, was hiervon wirklich Realität wird. Bei der Vielzahl der Projekte und der offensichtlichen Bindung von Planungs- und Finanzierungskapazitäten liegt viel daran, welche Prioritäten die Bürgermeisterin und/oder die/der VerkehrsenatorIn setzt. Da kann am Ende noch etwas ganz anderes rauskommen, wenn ihr mich fragt, entweder eine klarere Auto- oder eine klarere ÖPNV-Bevorzugung.

Gerne höre ich Eure Einschätzungen, und wenn jemand noch andre Details oder gar das Originaldokument aufspürt, bitte hier melden.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
Baron schrieb:
...Eine koordinierte Verkehrspolitik, und erst reicht eine, die Klima- und Gesundheitsziele ernst nimmt, sieht anders aus
....

Gerne höre ich Eure Einschätzungen, und wenn jemand noch andre Details oder gar das Originaldokument aufspürt, bitte hier melden.
Lustig. Einschätzungen abfragen und kurz voher über anders aussehende "koordinierte Verkehrspolitik" einfordern.

Baron schrieb:
Zitat:
... Autoschnellstraßen vor den Ökofaschisten gerettet ...
... vor der grünen Bourgeoisie mit ihren Luxuslasträdern gerettet ...

Satire bitte deutlich kennzeichnen, sonst glauben schlichte Gemüter noch,
dass hier endlich mal Klartext geredet wird.

Das war doch nicht erst gemeint, oder?
Baron schrieb:
Freitagabend berichtete die Berliner Lokalpresse übereinstimmend, dass das Kapitel Verkehr im Giffey-Senat durch ist. Genannte Details:

i2030: Projekte sollen bis zum Förderantrag beim Bund weiterentwickelt werden, insbesondere Heidekrautbahn (ich nehme an, der Gesundbrunnen-Anschluss) und Stammbahn (als RE- bzw. Fernbahntrasse).

S-Bahn: soll in Landesbesitz übergehen, aber wie prioritär dies betrieben wird, bleibt unklar. Möglicherweise nicht ersthaft verfolgt.
Ausbau Siemensbahn, Nauen, Schönerlinder Str., Außenring Süd (s. Tangente), Weiterplanung des Citytunnels mit der Variante 12h (links und rechts um den Reichstag), Beeinträchtigung des Denkmals für den Völkermord an Sinti und Roma nicht ausgeschlossen (sollen "gering" gehalten werden)

U-Bahn: Pankow Kirche, Mexikoplatz, Heerstr. Nord, Flughafen, Märkisches Viertel sollen in die Kosten-Nutzen-Analyse und anschließend Zuschüsse beim Bund beantragt werden.

StraBa: Auch hier weiterhin Ausbau, auch wenn nicht genau beschrieben wird, welche Strecken. Zusätzliche Planungskapazitäten, ferner Fertigstellung Turmstr., Baubeginn Ostkreuz, Pankow-Weißensee.

Seilbahn: Die Seilbahn an den Garten der Welt soll zum VBB-Tarif nutzbar sein.

Bus: 5-Minutentakt in der Stadt, 10-Minutentakt in Außenbezirken. 400 m max. Entfernung zur nächsten Haltestelle. Mehr Express- und Rufbuslinien

Autobahn: Kein Wort zur Autobahn, ich nehme an, das heißt, es bleibt beim Kompromiss, Bau bis Treptow ja, Weiterbau nach Friedrichshain auf Eis.

Tangente Ost: Planfeststellungsverfahren 2022. Vernichtung von 14,6 Hektar Wald. Als Bonbon paralleler Ausbau der S-Bahn.

Finanzierung: eine weitere Einnahmenquelle für die Verkehrspolitik muss her, aber es bleibt unklar, was dies sein soll.

Parkvignetten: werden teurer, vor allem die sehr günstigen Anwohnerparkausweise, aber nur mäßig.

Ansonsten: Kiezblocks, entsiegelte Straßen, mehr Rad- und Radschnellwege, sicherere Fußwege.

Mir scheint, sofern man es aus solchen Presse-Häppchen entnehmen kann, dass hier ein bißchen von jeder Parteilinie reingesteckt wurde, damit alle das Gesicht bewahren können. Die SPD kann sich brüsten, die Autoschnellstraßen vor den Ökofaschisten gerettet zu haben und fürs breitere Volk ein paar minimale U-Bahnverlängerungen bzw. U-Bahnlinien in entlegenen Vororten durchgesetzt zu haben. Die Linke hat im Punkte Autovignette den autofahrenden Proletarier vor der grünen Bourgeoisie mit ihren Luxuslasträdern gerettet und wird in Endlosverhandlungen mit der DB zur Kommunalisierung der S-Bahn geschickt, die wahrscheinlich in ein paar Jahren unter einem anderen Senat als "zu kompliziert, zu teuer" abgelehnt wird. Die Grünen müssen zwar zusehen, wie die Wuhlheide abgeholzt wird, können aber in ihren Hochburgen in der Innenstadt die eine oder andre Spielwiese Kiezblock, entsiegelte Straße, Radweg als Wohlfühlelement feiern, die allerdings allesamt nur "peanuts" kosten gegenüber den Straßen- und U-Bahnausbauten.

Eine koordinierte Verkehrspolitik, und erst reicht eine, die Klima- und Gesundheitsziele ernst nimmt, sieht anders aus. Allerdings bleibt abzuwarten, was hiervon wirklich Realität wird. Bei der Vielzahl der Projekte und der offensichtlichen Bindung von Planungs- und Finanzierungskapazitäten liegt viel daran, welche Prioritäten die Bürgermeisterin und/oder die/der VerkehrsenatorIn setzt. Da kann am Ende noch etwas ganz anderes rauskommen, wenn ihr mich fragt, entweder eine klarere Auto- oder eine klarere ÖPNV-Bevorzugung.

Gerne höre ich Eure Einschätzungen, und wenn jemand noch andre Details oder gar das Originaldokument aufspürt, bitte hier melden.
Zunächst vielen Dank für die Information und auch für Deine Bewertung. Eine Koalitionsvereinbarung, die in etwa auf dieser Linie liegt, hielte ich - gemessen an der vorigen aus dem Jahr 2016 - insgesamt für einen Rückschritt, ohne jetzt alles nur negativ zu sehen.

Bei der Straßenbahn - die im größeren Teil Berlins nach wie vor so gut wie nicht vorhanden ist - steht man noch am Beginn der Umsetzung der vor fünf Jahren vereinbarten Vorhaben. Der Wiederausbau der Straßenbahn in Westberlin wäre eigentlich eine Aufgabe der kommenden Jahrzehnte.

Derweil sollen nun also zeitgleich U-Bahnvorhaben in größerem Umfang geplant werden. Der U 2 nach Pankow mag man wegen der Überschaubarkeit und der Sinnhaftigkeit des Projekts folgen. Die Verlängerung der U 3 zum Mexikoplatz ist vom erwartbaren Fahrgastaufkommen her zwar nicht untergrundbahnwürdig, aber auch dieses Projekt erscheint selbst in der "Luxusvariante" (die eine spätere Erweiterung in Richtung Düppel-Kleinmachnow nicht erschwert) auch finanziell überschaubar.

U 8 ins Märkische Viertel - mit einer falschen Begründung (man hat Menschen im MV, die zu einem erheblichen Teil längst verstorben sein dürften, mal eine U-Bahn versprochen) wird eine Strecke geplant, deren Verkehrswert wegen der dispersen Struktur des MV nicht sehr hoch ist - und zu der ergänzend umfassende Bus- oder gar Tramverkehre aufrechterhalten werden müssen, um tangentiale Direktverbindungen anbieten zu können. Würde man das nicht tun, ergäben sich durch die Konzentration auf die U-Bahn für zahlreiche Fahrgäste durch zusätzliche Umsteigezwänge Verschlechterungen.

Die beiden größten Vorhaben wären die Verlängerungen der U 7 zur Heerstraße und zum BER - und warum? Weil Raed Saleh (Vorsitzender der SPD-Abgeordnetenhausfraktion) aus Spandau und Franziska Giffey aus Neukölln kommt? Das wäre dann wohl eine fundierte verkehrspolitische Begründung für diese beiden Strecken. Wenn man schon große U-Bahnvorhaben planerisch vorbereiten will, dann würden mir Verlängerungen der U 9 nach Pankow und Lankwitz weit mehr einleuchten.

Stammbahn als Regionalbahn, diese Richtungsentscheidung würde mir einleuchten. Sie würde in der Perspektive Zugläufe z.B. von Eberswalde über Berlin und Potsdam nach Brandenburg über den Tunnel ermöglichen, was mir nicht verkehrt erscheinen würde. Richtig ärgerlich (aber wegen der leider positiven Haltung der Linken nicht überraschend) finde ich die "Straßen-TVO". Immerhin gibt es nun wohl ein deutlicheres Bekenntnis zu einer "S-Bahn-TVO", was ich vor dem Hintergrund der Einwohnerentwicklungen in Pankow und auch weiter südöstlich für eine gute Idee halte.

Zur S-Bahn würde ich mir mehr Aussagen wünschen, z.B. ein Bekenntnis zum kompletten zweigleisigen (Wieder-) Ausbau des Netzes.

Insgesamt halte ich die "durchgesickerten" Infos für ein Programm ohne wirklich erkennbare Linie - ein Programm "rechts hinter" der Koalitionsvereinbarung von 2016.

Eine Kritik hätte ich noch: Die Wortwahl "Ökofaschisten" halte ich für einen absoluten Fehlgriff. Beim Wort Faschismus fällt mir Auschwitz ein. Man mag die mitunter geringe Sensibilität von Teilen der heutigen Grünen oder meinetwegen "Ökos" für bestimmte soziale Fragestellungen kritisch sehen, aber das obige Wort halte ich für ganz unangemessen.

Allseits einen schönen Sonnabendnachmittag und Sonnabendabend wünscht Euch
Marienfelde
Marienfelde schrieb:
Eine Kritik hätte ich noch: Die Wortwahl "Ökofaschisten" halte ich für einen absoluten Fehlgriff. Beim Wort Faschismus fällt mir Auschwitz ein. Man mag die mitunter geringe Sensibilität von Teilen der heutigen Grünen oder meinetwegen "Ökos" für bestimmte soziale Fragestellungen kritisch sehen, aber das obige Wort halte ich für ganz unangemessen.

Eigentlich sind es auch gerade die Ökos, die den ökologischen Holokaust verhindern wollen. Man müsste also von Ökoantifaschisten reden. Allerdings wären ja dann die anderen Parteien die Faschisten, was bei den meisten Parteien aber auch viel zu weit geht. Die Motivation ist ja auch nicht die Unterdrückung anderer Völker und die Schaffung neuen Lebensraums sondern lediglich die Beibehaltung unseres Wohlstands für die nächsten 20 Jahre - länger wird es nämlich sowieso nicht funktionieren, wenn dann die ganzen Klimaflüchtlinge vor unserer Tür stehen, wir uns dann einmauern und von wirklichen Faschisten regiert werden, die man aber nie so nennen darf, ist es mit unserem Wohlstand und der Freiheit vorbei.

Da gefällt mir die Vision der Grünen irgendwie besser!

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.21 17:13.
"Planungen für den Straßen-Lückenschluss zwischen Marzahn und Köpenick beschleunigt."

Das ist doch komplett neu - oder?

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.
Liebe Mitforisten,

was ich in dem verlinkten Presse-Artikel lese sorgt für große Ernüchterung:

Der Tram-Ausbau gen Westberlin ist damit passé - Erwähnung findet er nicht mehr!

Einzig wird die Strecke nach Turmstraße genannt - aber die ist bereits im Bau und kann kein Ziel neuer großer Pläne mehr sein.
Wirklich wichtig wäre die zügige Verlängerung dieser Route über die Turmstraße hinaus gen Jungfernheide gewesen, um den Urban Tech Park, so bald als es die Planungsgeschwindigkeiten zulassen, zu erreichen.

Stattdessen liest man umso konkreter von 5 U-Bahnverlängerungen, die enorme Planungskapazitäten binden werden [*2].
Da wird für die Tram nicht mehr viel übrig bleiben. Wird also doch fast ein entweder-oder. Es sei denn man folgt der Koalitionslogik und fordert Kompromisse. Bsp: U-Bahn und Tram zum Märkischen Viertel - Verknüpfungspunkt.

Und wenn dann alle in dem Bereich U-Bahnbau eingearbeitet sind und alles wieder wie geschmiert läuft, dann kann man ja gleich die U1 über Ruhleben nach Spandau verlängern, den Urban Tech Park von Jungfernheide und vom Kurt-Schuhmacher-Damm erschließen, die U10 war noch ganz wichtig...

Für die Tram bleibt damit unter RGR, was auch die CDU anvisierte:
Sich bietende Anpassungen im Osten Berlins - Ostkreuz, auch nichts Neues - und Weißensee-Blankenburg EDIT: -Pankow.

Ergänzung: So viel Neues gegenüber den 19 Leitlinien des Sondierungspapiers vom 15.10.2021 [Ref. *3 unten] ist das allerdings nicht

#

Zitat
Tangente Ost: Planfeststellungsverfahren 2022. Vernichtung von 14,6 Hektar Wald. Als Bonbon paralleler Ausbau der S-Bahn.
Hier könnte man den Rückbau der parallel laufenden Querung der Wuhlheide, der Rudolf-Rühl-Allee und dem südlichen Ende der Köpenicker Straße fordern - damit wäre die Vernichtung etwas reduziert (Benchmark: Wuhlheide gesamt: 380ha - s. [wuhlheide-erleben.de]. Auch gäbe es die Möglichkeit, als Kompensation den Verlust an Straßenbäumen über die letzten Jahre auszugleichen[*1]... Der Möglichkeiten gibt es viele, man müsste sich nur etwas dahinterklemmen. Man sieht es bei der Verlängerung der A100: Wird noch darauf geachtet, dass die Parallelstraßen, die ja entlastet werden sollten, auch entsprechend umgebaut werden?

Mit einiger Enttäuschung über dieses sehr vage Ergebnis für den Wiederaufbau der Tram in Westberlin.
InterRailer26+





[*1] dazu eindeutige Statistiken zu finden ist schwierig -

lt. taz Artikel vom 6.4.2017 über Baumverluste und Bestandskorrekturen
[taz.de]

und eine Senatsübersicht von 2020 [-2.655 Bäume ~ca. 1%]
[www.berlin.de]

weiterhin eine Statistik aus 2019 zur Anzahl der Straßenbäume je Kilometer aufgedröselt nach Bezirken: 56 bis 104 Bäume/Kilometer Straße zählt man da.
[de.statista.com]

[*2] bestimmt ist es in diesem Forum keine Neuigkeit was dazu in der Tagespresse diskutiert wird - im Tagesspiegel vom 12.11.2021 unter der Überschrift "Das planen SPD und CDU in Pankow Elisabeth-Aue soll bebaut werden – dazu neue U-Bahn-Linien" in [www.tagesspiegel.de]

Zitat
Fomjol 12.11.2021, 19:46 Uhr

Antwort auf den Beitrag von morgensum5 12.11.2021, 18:28 Uhr

Das passiert aber zwangsläufig. Ein wesentlicher Grund, vielleicht der Hauptgrund, warum Straßenbahnplanungen so lange dauern, ist Personalmangel. Es gibt einfach nicht genug freie Planungskapazitäten. Es hängt nicht mal am Geld, da es einfach nicht so viel qualifizierte Leute für den Job gibt! Da die Planung einer U-Bahn ungleich mehr Planung erfordert als eine Straßenbahn, bedeutet jeder U-Bahnbau, daß notwendige Trams nicht geplant und daher auch nicht gebaut werden können.
Das ist vermutlich auch das eigentliche Ziel. Straßenbahnen sind bei Autofans unbeliebt, weil sie um den Platz an der Oberfläche konkurrieren. Wenn die Planung neuer Trams sabotiert werden kann, z.B. durch Umlagerung der Planungskapazitäten in Richtung U-Bahnbau, freut sich der Autofan. Es gibt eben nur entweder-oder: You can't have your cake and eat it.

Wenn man dann von Planungen für gleich 5 neue U-Bahnstrecken hört ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl, an dem das Gartentor noch mit dran hängt...


[*3]
Das Sondierungspapier vom 15.10.2021 mit 19 Kapiteln unter
[gruene.berlin]



Edits: Referenzen ergänzt, Tramlinie in Weißensee geht nach Pankow - nicht nach Blankenburg, Fehlerzahl reduziert



10-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.21 18:06.
Nemo schrieb:
"Planungen für den Straßen-Lückenschluss zwischen Marzahn und Köpenick beschleunigt."

Das ist doch komplett neu - oder?
Damit meint man die TVO...

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.21 18:05.
Hallo Leute,

...moment das verstehe ich nicht:
Zitat
"i2030: Projekte sollen bis zum Förderantrag beim Bund weiterentwickelt werden"
Der ganze Projektberg soll doch schon in der Bearbeitung sein - da kann es immer mal wieder ein Projekt geben, das beantragt werden muss.
Aber so pauschal kann das nicht stimmen. Die Verlängerung und Entlastung in Spandau wird so hoch gewertet, dass es kaum zu glauben ist, dass dort noch nichts beantragt wurde!?

Irgendetwas stimmt da nicht - ist das nun wichtig und wird bearbeitet oder hat man noch gar nicht angefangen?

Dank Euch für erleuchtende Rückmeldungen.
IR26+



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.11.21 14:29.
Es wirkt wie "von jedem ein bisschen, aber nichts wirklich Konsequentes".

Zur U-Bahn: Die Stummel-Verlängerungen nach Mexikoplatz und Pankow Kirche: Nun gut, ersteres lässt die U3 an einem S-Bahnhof enden. Es ist ein noch längeres Projekt als der U8-Abschnitt von Leinestraße nach Hermannstraße. Zu Pankow Kirche: Es würde die Bus- und Straßenbahnhaltestelle S+U Pankow teil-entlasten. Es ist dort eng und laut im Straßenverkehr, v.a. ri. Norden. Ein Teil der Umsteigeströme würde im geräumigeren Bereich der Pankow Kirche stattfinden, wo auch die Linien M1 und 50 sich trennen. Andererseits: Wenn die M27 von Weissensee über Pankow Heinersdorf auch nach Pankow verlängert wird, ist eine Teilentladung durch die U-Bahn umso wichtiger. Zudem soll die M1 auf einen 5min-Takt verdichtet werden, um die beiden Teiläste Rosenthal Nord und Schillerstraße alle 10min zu bedienen. Das wird zusammen mit den Bussen eine enge Angelegenheit. Ob dann die Haltestelle S+U Pankow erweitert wird? Aber wo ist der Platz dafür?

Zur S-Bahn: Gartenfeld, Falkensee, vermutlich Karower Kreuz - Hohenschönhausen (in Verbindung mit der vorgenommenen Südosttangente) werden wohl ausgebaut. Aber von Velten sehe ich nichts mehr. Ich vermisse eigentlich auc eine S-Bahn zw. Spandau und Jungfernheide. Die gab es früher auch, und man könnte doch diese nach Staaken weiterführen (gab es früher auch) anstatt der geplanten U7. Dann könnte man auch bei Ruhleben einen Bahnhof bauen. Das würde den Beginn der U2 aufwerten, deren Start-/ Endhaltestelle Ruhleben ein wenig verloren dasteht. Als Sparversion wäre auch ein Regionalbf. Ruhleben, an dem nur die RB und RE8 von und nach Nauen halten.

Auch wären bessere Stadtrand-Buslinien vonnöten, z.B. von Karow nach Französisch Buchholz Kirche, mit dem Fahrrad in 15min erreichbar, mit ÖPNV 45min. Ein Bus von (Buch -) Karow - Frz. Buchholz - Rosenthal und weiter nach Lübars wäre interessant (spätestens nach Eröffnung der S-Bahn Unterführung in Karow), ebenso eine schnellere Verbindung Buch/Karow - Hellerdorf-Marzahn, bevor die S75 das Karower Kreuz erreichen wird.

Zur Straßenbahn selber: West-Berlin mit Straßenbahnen zu erschließen halte ich für wichtig. Es sollte aber zusammenhängend sein. Zu überlegen wäre, ein vorläufiges Inselnetz in Spandau zunächst z.B. mit extra-langen, 2-gelenkigen Batteriebussen bedienen, wie es in Hamburg schon gemacht wird. Für solche Busse muss der Untergrund schon gut verdichtet werden, und die Kurvenradien sollten so gewählt werden, dass eine spätere Tram keine neue Trasse mehr benötigt. Ein Umbau zur Tram sollte dann keinen großen Aufwand werden. Ich sehe natürlich auch die Gefahr, dass es dann auch bei solchen langen Bussen bleiben und die Tram nie gebaut wird (so wie bei der Eisenbahn manche die Gefahr sehen, dass durch Einführung von Batteriefahrzeugen die Elektrifizierung von Bahnstrecken verhindert wird).

Was ich auch generell vermisse: Ich erkenne zumindest kein Konzept, wie der Straßenverkehr verringert werden soll. Der Ausbau des ÖPNV und von Radwegen in allen Ehren, aber das wird den Straßenverkehr nicht oder kaum verringern. Und daher werden v.a. Busse und teilweise auch Trams immer mehr im Stau stecken und trotz Priorisierung im Verkehr durchschnittlich immer langsamer. Wenn die Mieten immer weiter steigen, treibt es immer mehr Leute in die Außenbezirke oder sogar nach Brandenburg, was immer größere Pendlerströme verursachen wird.
Mesosphere schrieb:
...
Zur S-Bahn: Gartenfeld, Falkensee, vermutlich Karower Kreuz - Hohenschönhausen (in Verbindung mit der vorgenommenen Südosttangente) werden wohl ausgebaut. Aber von Velten sehe ich nichts mehr.
...
Tja, die in Velten wollen auch keine Berliner und gar keinen Anschluß an die Berliner S-Bahn.
Kann man u.a hier nachlesen: Weblink Radiosendung

Gruß, Harkort
Mesosphere schrieb:
Zu Pankow Kirche: Es würde die Bus- und Straßenbahnhaltestelle S+U Pankow teil-entlasten. Es ist dort eng und laut im Straßenverkehr, v.a. ri. Norden. Ein Teil der Umsteigeströme würde im geräumigeren Bereich der Pankow Kirche stattfinden, wo auch die Linien M1 und 50 sich trennen. Andererseits: Wenn die M27 von Weissensee über Pankow Heinersdorf auch nach Pankow verlängert wird, ist eine Teilentladung durch die U-Bahn umso wichtiger. Zudem soll die M1 auf einen 5min-Takt verdichtet werden, um die beiden Teiläste Rosenthal Nord und Schillerstraße alle 10min zu bedienen. Das wird zusammen mit den Bussen eine enge Angelegenheit. Ob dann die Haltestelle S+U Pankow erweitert wird? Aber wo ist der Platz dafür?

Die Haltestelle am S-Bhf Pankow ist eine totale Fehlplanung. Zu Umständlich zu erreichen, zu klein - Leute rennen zwischen den Fahrzeugen über die Berliner Str. usw...
Viele steigen wieder an der Vinetastr. um.
Sollte die U2 mal bis Pankow/Kirche führen, wäre das Chaos dort vorprogrammiert. Ähnlich unübersichtliche Situation wie am S+U-Bhf Pankow. Außer in der Breiten Strasse Li. 50 gibt es keine Haltestellen-Caps.
Und den 10' Takt nach Rosenthal/Schillerstr verstehe ich nicht. Dort sind keine Großsiedlungen oder Großbetriebe, wenn will die BVG da so oft rausfahren?
Es war mal angedacht die Züge im 5' Takt bis Pastor-Niemöller-Platz fahren zu lassen.
Wenden sollten sie in der eingleisigen Strecke nach Rosenthal.

Mal abwarten, wie der Kreuzung Kissingen/Berliner Str. aussieht, wenn die Entlastungsstr. zur Mühlenstr. doch noch gebaut wird und die Neubaustrecke nach Weißensee in Betrieb ist.
Vielleicht baut man dann die Hst S+U-Bhf Pankow wieder um.


Mesosphere schrieb:
Auch wären bessere Stadtrand-Buslinien vonnöten, z.B. von Karow nach Französisch Buchholz Kirche, mit dem Fahrrad in 15min erreichbar, mit ÖPNV 45min. Ein Bus von (Buch -) Karow - Frz. Buchholz - Rosenthal und weiter nach Lübars wäre interessant (spätestens nach Eröffnung der S-Bahn Unterführung in Karow), ebenso eine schnellere Verbindung Buch/Karow - Hellerdorf-Marzahn, bevor die S75 das Karower Kreuz erreichen wird.

45min von Karow nach Buchholz?
Fahrtdauer S2 und Bus 154 in der Woche ca. 20min.
Und von Buch nach Lübars, mit einnmal umsteigen in Buchholz/Hugenottenplatz, Bus 154/124.
Mal ernsthaft, wozu bei der geringen Nachfrage eine direkte Buslinie?
Wichtiger wäre eine Taktverdichtung auf bestehenden Linien und nicht zusätzliche Linien.
Der Pankower Norden ist gutversorgt.
Ok, ich wohne in Karow Nord. Und nach Frz. Buchholz Kirche fahre ich nach Bus 350 mit der S2 bis Pankow-Heinersdorf und dann mit der 50. Ist zwar ein deutliches Eck, aber auf die Busse 150, 158 und 154 verlasse ich mich grundsätzlich nicht mehr. Die sind häufig Fahrplanmakulatur, wenn sie v.a. in Blankenburg derart im Stau stecken, dass der ganze Busumlauf dieser Linien hängen bleibt und man über 30min auf einen solchen warten kann. Ja, von Karow Nord bis Frz. Buchholz schaffe ich es mit dem Rad in 15min, von S Karow wären es eher 10min. Und ich bin kein Rennradfahrer, sondern fahre ein mittleres Tempo.
Mesosphere schrieb:
Ich vermisse eigentlich auc eine S-Bahn zw. Spandau und Jungfernheide. Die gab es früher auch, und man könnte doch diese nach Staaken weiterführen (gab es früher auch) anstatt der geplanten U7. Dann könnte man auch bei Ruhleben einen Bahnhof bauen. Das würde den Beginn der U2 aufwerten, deren Start-/ Endhaltestelle Ruhleben ein wenig verloren dasteht. Als Sparversion wäre auch ein Regionalbf. Ruhleben, an dem nur die RB und RE8 von und nach Nauen halten.
Spandau - Jungfernheide
Damals wurden die Fernbahngleise elektrifiziert, damit man die „Regionalbahnen“ nicht nach Westberlin fahren lassen musste. Also rein politisch motiviert. Mit dem Umsteigezwang an der Stadtgrenze ließen sich die Fahrgäste leichter kontrollieren bzw. an der Weiterreise in den Westen hindern.
Mesosphere schrieb:
Ok, ich wohne in Karow Nord. Und nach Frz. Buchholz Kirche fahre ich nach Bus 350 mit der S2 bis Pankow-Heinersdorf und dann mit der 50. Ist zwar ein deutliches Eck, aber auf die Busse 150, 158 und 154 verlasse ich mich grundsätzlich nicht mehr. Die sind häufig Fahrplanmakulatur, wenn sie v.a. in Blankenburg derart im Stau stecken, dass der ganze Busumlauf dieser Linien hängen bleibt und man über 30min auf einen solchen warten kann. Ja, von Karow Nord bis Frz. Buchholz schaffe ich es mit dem Rad in 15min, von S Karow wären es eher 10min. Und ich bin kein Rennradfahrer, sondern fahre ein mittleres Tempo.
Vorab: Die Wiederaufnahme des S-Bahnbetriebs nach Velten kann deswegen nicht in eine Berliner Koalitionsvereinbarung aufgenommen werden, weil Berlin hier nichts bewirken kann (die Verlängerung von Hennigsdorf nach Velten liegt ja komplett in Brandenburg). Ich denke aber, diese S-Bahnstrecke wird kommen (wie auch die Verlängerung "meiner" S-Bahn von Blankenfelde nach Rangsdorf).

Zu Karow: Die großen Probleme sind inzwischen, glaube ich, einigermaßen bekannt. Wünschen würde ich mir hier ein größeres Engagement des Landes für den zweigleisigen Ausbau der S-Bahn über Buch hinaus (immerhin ist das Land Berlin hier gefordert, wenn auch nur für ein kleines Stück) sowie für die möglichst rasche Realisierung des Bahnhofs Karower Kreuz mit dem Ziel der Herausnahme der RB 27 aus dem Bf Karow, um die Führung einer dritten S-Bahn-Zuggruppe nach Buch zu ermöglichen.

Eine kleine Verbesserung kommt ja im April 2022, weil dann die Einsetzzuggruppe von Buch nach Lichtenrade von Sechs- auf Achtwagenzüge umgestellt werden soll.

Die Zustände im Bezirk Pankow sprächen für mich auch dafür, neben der Planung der U 2 nach Pankow, Kirche auch die der U 9 nach Pankow voranzutreiben. Mittelfristig wäre natürlich auch die qualitative Aufwertung der Linie M 27 durch Umstellung auf Trambetrieb (nebenbei: Die Strecke in der Wollankstraße war seinerzeit die erste elektrische Strecke auf dem Gebiet des damaligen Berlin) ein Schritt, durch einen besseren ÖV für rückläufige Anteile des MIV und damit für Entlastungen zu sorgen.

Stattdessen setzen die verkehrspolitischen Dumpfbratzen aus der Berliner SPD gerade die Planungen für die ach so wichtigen Erweiterungen der U 7 zur Heerstraße und in Richtung BER durch - hoffentlich gelingt es, diese Leute diesbezüglich doch noch auszubremsen,

Marienfelde.