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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Gernot schrieb:
Wenn man den MIV beschneidet, muss man Alternativen anbieten. Du wirst die Menschen nicht alle in ihrem Wohnort, bzw. Stadtteil, einsperren können. Und würde man nur 20% der Autonutzer zum Umstieg bringen, wären die Bahnen überfüllt. Und das Fahrrad ist in einer älter werdenden Gesellschaft sowie bei schlechtem Wetter auch kein Allheilmittel für die Verkehrsbedürfnisse einer Großstadt. Also muss man den ÖPNV ausweiten. Anders geht es nicht.

Was für eine Stadt schwebt dir denn vor? Alle bleiben in dem Veedel, wo sie wohnen, die Geschäfte in Hohe Str. und Schildergasse werden zu Wohnungen umgebaut - außer denen, die der Nahversorgung dienen - gearbeitet und gelernt wird nur noch vom Home office, statt Einkäufern oder Kinobesuchern beleben Liefer- und Paketdrohnen den Luftraum über den leeren Straßen usw.. Dann gibt es wirklich keinen Grund mehr für irgendeinen Verkehr, ob mit dem Privatwagen oder der Stadtbahn. Denn für die paar Krankenpfleger und Feuerwehrleute, die noch außerhalb ihrer Wohung arbeiten, lohnt sich das alles nicht. Die kriegen Werkswohnungen in fußläufiger Entfernung zur Arbeitsstelle, so wie das früher mit den Zechensiedlungen war.
Natürlich kann man die Menschen in ihrem Wohnort einsperren, sogar in ihren Wohnungen, das ist doch gerade getestet worden. Kunst und Kultur sind verzichtbar, das ist doch nun erwiesen. Paketdrohnen liefern Dir, was Du brauchst, ganz genau. Der Weg zur Arbeit ist natürlich weiterhin möglich. Und Du wirst glücklich sein, solange Du Dich regierungsfreundlich äußerst...
mannibreuckmann schrieb:
Du malst da natürliches ein extremes Bild an die Wand, aber von der Tendenz her könnte es schon in die Richtung gehen. Das Klima hätte sicher nichts dagegen.

Mobilität ist schließlich kein Wert an sich und auch keine Voraussetzung für Lebensqualität. Es soll z.B. tatsächlich Menschen geben, die auch ohne regelmäßige Kreuzfahrturlaube ein glückliches Leben führen können. Um mal ein ebenso extremes Beispiel zu nennen.
Mobilität ist natürlich ein Stück Lebensqualität.
Schwarz-Fahrer schrieb:
Eine Linie über Barbarossaplatz und Severinstraße und eine Verlängerung der kurzen 18 (oder der neuen Linie) nach Hürth wären ja eine Angebotsverdichtung in diesem Bereich.
Ich wage zu bezweifeln, dass dies mit der heutigen Infrastruktur zwischen Barbarossaplatz und Eifelwall jemals kommt.

Zitat
Angesichts der Tatsache, daß die 18 Hochflur und die Ringe Niederflur sind, wird es diese Möglichkeit irgendwann sicher nicht mehr geben, allenfalls vom Bf.Süd bis Ebertplatz nonstop. Da ist der SEV für einen Großteil der Fahrgäste ohnehin erforderlich.
Hochflurfahrzeuge können auch an Niederflurbahnsteigen halten, wenn man Trittstufen hat. Bei der Linie 13 auf dem Gürtel ist das tagtäglich der Fall.

Zitat
Dann scheint diese Umleitungsmöglichkeit wohl nicht allzu wichtig zu sein. Wichtig ist, daß das System möglichst störungsarm läuft, dann braucht man auch keine Umleitungsmöglichkeiten. Extra Tunnelstrecken nur für Umleitungsmöglichkeiten zu bauen, die im regulären Verkehr nicht genutzt werden, wäre ganz sicher sehr fragwürdig.
Och die Lkw reißen am Bf. Süd unter der Brücke öfter mal die Oberleitung der Stadtbahn herunter. Mal eben vom Barbarossaplatz zum Eifelwall zu Fuß laufen ist zwar nicht so weit aber die meisten finden das alles andere als toll.

Zitat
Einen weiteren Vorteil des Bypasses sehe ich in der Möglichkeit, den Innenstadttunnel zwischen Poststraße und Appellhofplatz bei Bauarbeiten ganz zu umfahren, und zwar nicht nur von Friesenplatz und Dom kommend sondern eben auch von Barbarossaplatz und Severinstraße aus. Auch mit 18 Fahrten pro Stunde, vorausgesetzt, die Severinsbrücke ist dafür bereit.
Das gab es meines Wissens schon, dass die Linie 4 nach Barbarossaplatz abgeleitet wurde, während der Bauarbeiten im Innenstadttunnel.

Zitat
Die Umleitungsmöglichkeit über den Gürtel entfällt bei einer Durchbindung der 18süd mit der 1ost und 9ost übrigens genau so wie die über die Ringe, während der Bypass neue Flexibilität schafft. ;-)
Für einen durchgreifenden ÖPNV-Ausbau in Köln bedarf es mMn nicht einer Verlängerung des Tunnels Weyerstraße sondern eher einer Trennung der 18 von der 3/4. Der Bypass überlebt das nicht. Aber den braucht man danach auch nicht mehr.
Wie schön, dass Du und mannibreuckmann schon den entsprechenden Beschluss gefasst haben, dass dies so gebaut wird. Darf ich fragen, wie ihr das finanzieren wollt?
Wonach sollte man zuerst fragen? Nach dem, was notwendig ist, oder nach der Finanzierbarkeit?

Ob etwas finanzierbar ist, kann man individuell übrigens sehr unterschiedlich sehen. Frag mal bei der FDP nach: Wenn es nach deren Vorstellungen ginge, gäbe es gar keinen ÖPNV. Begründung: nicht finanzierbar - oder anders ausgedrückt: Dafür lohnt es sich nicht, Geld auszugeben bzw. Steuern einzutreiben.

Es kommt also auf die Frage der Prioritäten an, wenn es um Finanzierbarkeit geht.
Strizie schrieb:
Hochflurfahrzeuge können auch an Niederflurbahnsteigen halten, wenn man Trittstufen hat. Bei der Linie 13 auf dem Gürtel ist das tagtäglich der Fall.
Irgendwann wird auch die KVB Hochflurwagen ohne Stufen beschaffen. Wenn alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut sind, werden die Stufen nämlich nicht mehr gebraucht.

ÖPNV-Bremser in Köln = die Grünen

geschrieben von: cinéma

Datum: 13.06.21 02:24

mannibreuckmann schrieb:
Wonach sollte man zuerst fragen? Nach dem, was notwendig ist, oder nach der Finanzierbarkeit?

Ob etwas finanzierbar ist, kann man individuell übrigens sehr unterschiedlich sehen. Frag mal bei der FDP nach: Wenn es nach deren Vorstellungen ginge, gäbe es gar keinen ÖPNV. Begründung: nicht finanzierbar - oder anders ausgedrückt: Dafür lohnt es sich nicht, Geld auszugeben bzw. Steuern einzutreiben.
Diese Aussage stimmt für Köln allerdings nicht. Wenn es nach der FDP ginge, gäbe es den Ost-West-Tunnel schon längst, und auch ein Tunnel unter der Dürener war im Gespräch.
Nein, die Bremser in Sachen Schnellbahnverkehr sind in Köln ganz klar die Grünen, die meinen, dass man mit einem Provinz-Bimmelbahn-ÖPNV eine Millionenstadt ausreichend bedienen könnte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.21 02:25.

Re: ÖPNV-Bremser in Köln = die Grünen

geschrieben von: mannibreuckmann

Datum: 13.06.21 06:15

Natürlich kann die lokale FDP für einen Tunnel sein, wenn andere den Löwenanteil bezahlen - besonders, wenn dadurch andere Ziele wie die „freie Fahrt für freie Bürger“ erreicht werden.

Und natürlich sind die Grünen gegen einen Tunnel, weil man das Geld lieber für einen besseren ÖPNV an der Oberfläche ausgeben möchte - und weil dadurch auch die „freie Fahrt für freie Bürger“ beschnitten wird.

Wiederum geht es um politische Prioritäten, darum ging es mir. Finanzierbarkeit ist dabei natürlich nur ein Aspekt unter vielen. Ein anderer ist, wie Verkehrspolitik grundsätzlich aussehen soll. Und dabei liegen FDP und Grüne naturgemäß sehr weit auseinander.
mannibreuckmann schrieb:
Wonach sollte man zuerst fragen? Nach dem, was notwendig ist, oder nach der Finanzierbarkeit?
Er ist aus deiner Sichtweise notwendig. Kannst ja gerne eine Machbarkeitsstudie finanzieren. Ich behaupte einfach mal beim NKU und NKV würde so ein Tunnel krachend scheitern.

Zitat
Ob etwas finanzierbar ist, kann man individuell übrigens sehr unterschiedlich sehen. Frag mal bei der FDP nach: Wenn es nach deren Vorstellungen ginge, gäbe es gar keinen ÖPNV. Begründung: nicht finanzierbar - oder anders ausgedrückt: Dafür lohnt es sich nicht, Geld auszugeben bzw. Steuern einzutreiben.
Mit der FDP würden wir hier in Deutschland noch ganz andere Probleme bekommen.

Zitat
Es kommt also auf die Frage der Prioritäten an, wenn es um Finanzierbarkeit geht.
Und da steht ein solcher Tunnel ganz weit hinten an.
.... denn, wir haben alle gelernt, dass der ruhmreiche Ost-West-Tunnel keinen einzigen Fahrgast mehr auf der Ost-West-Achse ermöglicht.

Könnte ich sagen, lass ich aber lieber Prof. Dr.-Ing. Volker Stölting von der TH Köln sagen.

Und so haben sie sich festgefahren, die Tunnelbeführworter - nein, nennen wir sie lieber die Vertreter der Ideologie der schienenfreien Innenstadt.

Und die Tunnelgegner, die GRÜNEN und ihr direktes und indirektes Umfeld.
Dazu gehören auch die Verkehrswender - deren erstes Anliegen kann ich verstehen: "Wir brauchen jetzt und schnell Lösungen für mehr Leistungsfähigkeit" - für jetzt und schnell hilft da ein Tunnel nicht weiter und der Tunnel erst recht nicht.

Da die Verkehrswender aber nicht über morgen und übermorgen hinaus denken können/wollen, schließen sie halt einen Tunnel auf Dauer aus.

Die Ersten und bisher Einzigen aus der politischen Ebene, die erkannt haben, dass Tunnel dann und nur dann Sinn macht, wenn er mehr Leistung und mehr Fahrzeitverkürzung bringt, war die SPD.

Deren Ansatz wurde - ich sage bewusst - kaputtgerechnet - mit einer fahrzeitverlängernden Tunnelführung eines Rheintunnels mit einem Halt Deutzer Freiheit und Verbleib der Strecke in der heutigen Linienführung.

Das Kafkaeske an der Kölner Etscheidungsfindung ist, dass sich der Rat der Statt Köln am 18.12.2018 auf "Wir bleiben auf der Ost-West-Achse und schau'n mal wie ... ." festgelegt hat.

Zwei Monate später erteilt man dann in der Ratssitzung am 14.02.2019 den Auftrag zu einer Gesamtnetzbetrachtung - also zuerst die Strecke und dann der Versuch einer Begründung für diese Strecke - oder vielleicht doch für eine andere Strecke/Streckenführung

B 1 - der CD noch'n U jejönnt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.21 19:35.
Ich wusste gar nicht, dass paffka in der Kölner Politik was zu melden hat. Aber vielleicht weißt du da mehr als ich;-)

Ansonsten volle Zustimmung: Tunnel ja, aber nur bei deutlichem Mehrwert.

Darunter verstehe ich: 90m-Züge, also Schnellbahn, einerseits plus Erhalt der parallelen Bestandsstrecke für eine leistungsfähige Straßenbahn mit 75m-Zügen andererseits.

Daraus folgt mMn: Veränderung der Streckenführung.

Dann, und nur dann, wäre ein Tunnel sinnvoll.

Re: ÖPNV-Bremser in Köln = pakfa, die CD und die FDP

geschrieben von: 103612

Datum: 13.06.21 19:03

Sehe ich auch so:

Köln braucht auf der Ost-West-Achse 4 Gleise. Alles andere ist Blödsinn.

FDP ... -.-

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 13.06.21 20:11

cinéma schrieb:
Wenn es nach der FDP ginge
... gäbe es bereits zahlreiche untertunnelte, kreuzungsfreie autobahnähnliche Schnellstraßen kreuz und quer durch Köln sowie eine Verdoppelung der Parkplätze durch den Abriss von Häusern. Die FDP blubbert viel, wenn der Tag lang ist. Wenn es aber konkret wird, fällt die Entscheidung schnell zugunsten der Straße und zuungunsten der Schiene oder der Öffis.
Mache dein Kreuz bitte bloß nicht bei der FDP, wenn du für den Ausbau des ÖPNVs bist. Das wird nichts.
Schwarz-Fahrer schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Du malst da natürliches ein extremes Bild an die Wand, aber von der Tendenz her könnte es schon in die Richtung gehen. Das Klima hätte sicher nichts dagegen.

Mobilität ist schließlich kein Wert an sich und auch keine Voraussetzung für Lebensqualität. Es soll z.B. tatsächlich Menschen geben, die auch ohne regelmäßige Kreuzfahrturlaube ein glückliches Leben führen können. Um mal ein ebenso extremes Beispiel zu nennen.
Mobilität ist natürlich ein Stück Lebensqualität.

Das stimmt natürlich. Bitte bei solchen Diskussionen aber nie vergessen, dass Mobilität und Verkehr nicht dasselbe sind.
Hauptmann Mumm schrieb:
Schwarz-Fahrer schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Du malst da natürliches ein extremes Bild an die Wand, aber von der Tendenz her könnte es schon in die Richtung gehen. Das Klima hätte sicher nichts dagegen.

Mobilität ist schließlich kein Wert an sich und auch keine Voraussetzung für Lebensqualität. Es soll z.B. tatsächlich Menschen geben, die auch ohne regelmäßige Kreuzfahrturlaube ein glückliches Leben führen können. Um mal ein ebenso extremes Beispiel zu nennen.
Mobilität ist natürlich ein Stück Lebensqualität.
Das stimmt natürlich. Bitte bei solchen Diskussionen aber nie vergessen, dass Mobilität und Verkehr nicht dasselbe sind.
Ohne Verkehr in allen seinen Spielarten bleiben dir bei der Mobilität nur die eigenen Füße oder ein Reittier, falls man das nicht schon zu den Verkehrsmitteln zählt. Jedenfalls solange, wie das Beamen technisch noch nicht ausgereift ist :-). Von daher scheinen mir Mobiltät und Verkehr im normalen Gebrauch doch eher Synonyme zu sein. Zu trennen wäre meiner Meinung nach eher zwischen öffentlichem Verkehr und Individualverkehr. Darum geht es jedenfalls bei den diversen Diskussionsfäden hier im Forum, wobei das Fahrrad als nichtmotorisiertes Individualverkehrsmittel eine Sonderrolle einnimmt.
Das ist richtig, aber was ist mit E-Bikes, zählen die nicht als MIV,? Oder E-Roller?

;-)
Mobilität und Verkehr sind nicht dasselbe.

Im Idealfall kann man seine Mobilitätsbedürfnisse befriedigen, indem man ausschließlich zu Fuß geht oder das Fahrrad benutzt. Das hängt von den Rahmenbedingungen ab.

Daher ist Zersiedlung abzulehnen und sind Wohnformen zu bevorzugen, bei denen möglichst viele dieser Bedürfnisse befriedigt werden können, ohne in das Auto, die Bahn oder den Bus zu steigen.
mannibreuckmann schrieb:
Mobilität und Verkehr sind nicht dasselbe.

Im Idealfall kann man seine Mobilitätsbedürfnisse befriedigen, indem man ausschließlich zu Fuß geht oder das Fahrrad benutzt. Das hängt von den Rahmenbedingungen ab.

Daher ist Zersiedlung abzulehnen und sind Wohnformen zu bevorzugen, bei denen möglichst viele dieser Bedürfnisse befriedigt werden können, ohne in das Auto, die Bahn oder den Bus zu steigen.
Dann also zurück ins Mittelalter, wo der Umzug in eine 200 km entfernte Stadt oft bedeutete, dass man sich den Rest des Lebens nicht mehr sieht, oder wie? Und den abendlichen Besuch bei Freunden, welche zwar in der gleichen Stadt wohnen, aber ca. 12 km entfernt, kann man demnach genauso knicken wie die Theateraufführung in der Innenstadt bei winterlichem Dauerregen.

Realistisch klingt das für mich nicht gerade, selbst wenn die Steinzeit oder das Mittelalter für das Erdklima sicher besser waren.
Ich sagte: Im Idealfall KANN man.

Es soll nämlich Leute geben, die haben gar keine Lust, ihr halbes Leben im Auto zu sitzen. Für die wäre es erstrebenswert, dass es auch ohne geht, z.B. durch wohnortnahes Einkaufen, wohnortnahe Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Was hat das mit Mittelalter zu tun? Ist es vielleicht modern, einfach nur unterwegs von A nach B zu sein oder im Stau zu stehen, statt seine Zeit sinnvoller zu nutzen?

Wem das dann zu wenig ist, der kann ja gerne mehr Mobilität für sich in Anspruch nehmen - allerdings zu einem Preis, der dem gesellschaftlichen Schaden entspricht, der dadurch verursacht wird.
mannibreuckmann schrieb:
Ich sagte: Im Idealfall KANN man.

Es soll nämlich Leute geben, die haben gar keine Lust, ihr halbes Leben im Auto zu sitzen. Für die wäre es erstrebenswert, dass es auch ohne geht, z.B. durch wohnortnahes Einkaufen, wohnortnahe Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Was hat das mit Mittelalter zu tun? Ist es vielleicht modern, einfach nur unterwegs von A nach B zu sein oder im Stau zu stehen, statt seine Zeit sinnvoller zu nutzen?

Wem das dann zu wenig ist, der kann ja gerne mehr Mobilität für sich in Anspruch nehmen - allerdings zu einem Preis, der dem gesellschaftlichen Schaden entspricht, der dadurch verursacht wird.
Ich weiß ja nicht wie das bei dir ist, aber meine engere Familie wohnt zwischen 15 und 250 km entfernt, einige gute Freunde und Freundinnen sogar noch etwas weiter. So etwas kommt durch Beruf und Studium nicht nur bei mir vor. Und so etwa zwei Mal im Jahr wage ich es sogar in Urlaub zu fahren, mal mit dem PKW, mal mit der Bahn. Nun weiß ich nicht, welchen gesellschaftlichen Schaden ich dadurch verursache, aber der Urlaub und die Besuche von Familie und Freunden tragen zu meinem psychischen Wohlbefinden bei. Genauso, dass ich ab und an mal zu einem Konzert, ins Theater oder Kabarett gehe. Zu Fuß oder mit dem Rad ist das alles etwas weit.
Und was dich vermutlich vollends erschüttern wird: Ich bin sogar schon mehrere Jahre meines Berufslebens mit dem Auto zur Arbeit gependelt, teilweise knapp 90 km. ÖPNV-Verbindungen hätten meine Reisezeit etwa verdreifacht. Allerdings konnte meine Frau in dieser Zeit ihre Arbeitsstelle mit dem Fahrrad erreichen. Bin ich jetzt die große Umweltsau, nur weil ich nicht in einem Wohnblock mit 40 anderen Parteien lebe und weder meine Einkäufe noch meine Freizeitaktivitäten alle fußläufig zu erreichen sind?
Ja, vielleicht bin ich da altmodisch und der hippe Mensch von heute sagt zu alldem nur noch BÄH, nachdem er seine dürftigen Einkäufe im schweineteuren Bioladen um die Ecke getätigt hat und anschließend die sechs Etagen zu seiner Wohung hinaufstieg (Aufzüge sind ja sowas von 20. Jahrhundert...). Komisch nur, dass meine Kinder (alle zwischen 20 und 30) das nicht sagen, obwohl sie sonst oft meine schärfsten Kritiker sind und ganz sicher nicht zum Wählerklientel von FDP oder AfD gehören.
Gernot, lass dich von diesem Typen nicht kirre machen.
Der lebt eh in einer Traumwelt und wird doch von niemandem hier wirklich ernst genommen!
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