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Guten Abend zusammen,

Die CDU+FDP Bonn-Beuel fordern Begrünte Gleise zwischen Limperich und Beuel auf der Linie 62.
[ga.de]

Sie erhoffen sich dadurch eine Lärmreduktion sowie ein Klimatischen Effekt um Hitze einzudämmen.
Bürgervereine sprechen sich für das Projekt aus, Stadtverwaltung und SWB sind gegen das Projekt.
Im Artikel wird auf eine Beschlussvorlage aus dem Jahr 2019 hingewiesen, CDU+ Grüne wollte damals ein Rasengleis zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und dem Stadthaus, was nicht gekommen ist.

Zurzeit gibt es im Bonner Stadtbahn Netz nur Teilstücke mit Begrünten Gleisen.
"Bei den Bonner Stadtwerken (SWB) hat man bereits Erfahrungen mit Grüngleisen gesammelt. Es gibt sie bislang allerdings nur auf kleinen Abschnitten vor allem in der Innenstadt – etwa auf der Reuterstraße, der Graurheindorfer Straße, der Adelheidisstraße sowie zwischen dem Königswinterer Denkmal und Rhöndorf."

Schönen Sonntagabend,
Tim
Es geht hier darum, eine Vorortbahn auf unabhängigem Bahnkörper mit Rasengleis auszustatten. Welche Oberbaukonstruktion dabei zur Anwendung kommen soll, konnte ich der Diskussion noch nicht entnehmen.

Im Bonner Schienennetz gibt es seit Jahrzehnten zwei kurze Abschnitte von jeweils rund 100 m mit Rasengleis in der St. Augustiner Straße (Linie 66) und der Reuterstrasse (Linien 61 + 62). In diesem Abschnitten liegen die Gleise auf Betonlängsbalken.
Ein längerer Abschnitt von 1,5 km befindet sich seit 1994 in Auerberg. Dort befindet sich die Gtüneindeckung auf Schienenoberkante.
Ein weiterer längerer Abschnitt mit Betonlängsbalken findet sich auf der Siebengebirgsbahn zwischen Königswinter und Bad Honnef. Allerdings sind die Weichenbereiche mit klassischem Schotteroberbau ausgestattet.

Aus meiner Sicht hat die Bürgerinitiative noch nicht den Unterschied zwischen einem besonderen Bahnkörper im Straßenraum und einer unabhängigen Trasse erkannt. Im vorliegenden Fall gibt es oft große Gleisüberhöhungen, Vignolweichen und Zugsicherungsanlagen. Daher würde aus meiner Sicht nur ein schotterloses Gleis auf Betonlängsbalken in Frage kommen. Das ist teuer und hat einen miesen Fahrkomfort. Vielleicht stellt man sich auch einfach nur vor, keine Vegitationskontrolle mehr durchzuführen und die Schottergleise zuwachsen zu lassen. Das führt aber irgendwann zu einer instabilen Gleislage. Ganz nebenbei ist der Gleisschotter im Bonner Raum oft Lebensraum für seltene und streng geschützte Zauneidechse.

Ich schlage vor, alternativ mal darüber nachzudenken, sämtliche Wohnstraßen mit Rasengittersteinen auszustatten und nichtbegrünte Steingärten sowie befestigte PKW-Stellplätze zurückzubauen. Das bringt einen noch höheren Effekt, als der Umbau der Gleisabschnitte der gut trassierten Vorortbahn.
Christoph L schrieb:
Es geht hier darum, eine Vorortbahn auf unabhängigem Bahnkörper mit Rasengleis auszustatten. Welche Oberbaukonstruktion dabei zur Anwendung kommen soll, konnte ich der Diskussion noch nicht entnehmen.

Aus meiner Sicht hat die Bürgerinitiative noch nicht den Unterschied zwischen einem besonderen Bahnkörper im Straßenraum und einer unabhängigen Trasse erkannt. Im vorliegenden Fall gibt es oft große Gleisüberhöhungen, Vignolweichen und Zugsicherungsanlagen. Daher würde aus meiner Sicht nur ein schotterloses Gleis auf Betonlängsbalken in Frage kommen. Das ist teuer und hat einen miesen Fahrkomfort.
Die Frage ist wie schnell auf der Strecke gefahren wird. Mit Geschwindigkeiten bis 50 km/h gibt es durchaus Beispiele mit Überhöhung und Rasengleis. Die Neubaustrecke in Dresden zwischen Uni und Coschütz ist schon mehr als 20 Jahre in Betrieb, weist enge Kurven mit starker Überhöhung und Rasengleis bis zur Schienenoberkante auf. Später hat man auch noch auf der Neubaustrecke nach Pennrich im Bereich Gompitz auf einem längeren Stück Rasengleis auf separater Trasse angelegt. Die 2 darin enthaltenen längeren Bögen weisen ebenfalls Überhöhungen auf.
Auf viel höhere Geschwindigkeiten wird man auf der Strecke Limperich Ramersdorf auch kaum beschleunigen können. Lediglich der letzte Abschnitt ist etwas länger, liegt dafür aber auch recht viel im Tunnel im Rampenbereich. Da wird mit Rasengleis ehh nicht viel.
Inwieweit Rasengleis im Bereich einer Wohnsiedlung im Grünen Sinn macht oder nicht ist da eine andere Frage. Technisch sollte es im Rahmen der nächsten Gleiserneuerung umsetzbar sein. Klar ist aber auch dass die Instandhaltung der Strecke nicht einfacher wird und sich daher jeder Betrieb erstmal gegen wehren wird. Die Verbesserungen im Lärmschutz für Anwohner und Fahrgäste höhrt man erst hinterher.
stuvar schrieb:
Die Frage ist wie schnell auf der Strecke gefahren wird. Mit Geschwindigkeiten bis 50 km/h gibt es durchaus Beispiele mit Überhöhung und Rasengleis. Die Neubaustrecke in Dresden zwischen Uni und Coschütz ist schon mehr als 20 Jahre in Betrieb, weist enge Kurven mit starker Überhöhung und Rasengleis bis zur Schienenoberkante auf. Später hat man auch noch auf der Neubaustrecke nach Pennrich im Bereich Gompitz auf einem längeren Stück Rasengleis auf separater Trasse angelegt. Die 2 darin enthaltenen längeren Bögen weisen ebenfalls Überhöhungen auf.
Auf viel höhere Geschwindigkeiten wird man auf der Strecke Limperich Ramersdorf auch kaum beschleunigen können.
Die Strecke wird ab Beuel Bahnhof durchgehend mit 70 km/h befahren (der einzige Abschnitt, wo die Niederflurer ihre Höchstgeschwindigkeit ausfahren können), ab Küdinghoven ist die Strecke dann signalgesichert, dort müssten 80 km/h zulässig sein. Ab Ramersdorf dann abschnittsweise 90 km/h bis zur Kurve Longenburg


EDIT: Ein gelinde gesagt mäßiges Video, aber für einen Eindruck der Strecke ganz okay:
Quelle: YouTube

Gruß,

Val




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.21 22:41.
Danke für das Video. Wie vermutet ist man im Bereich Limperich wirklich nicht schneller als 50 km/h unterwegs. Das schnurgerade Gleis von Beuel Bahnhof würde auch bei der höheren Geschwindigkeit kein Problem bieten. Es ist eher das Problem, dass alle Oberbau und Signaltechnik für ein konventionelles Gleis gebaut sind und eine Raseneindeckung hier größere Umbauten erfordern könnte. Ob sich Rasen und Holzschwellen gut vertragen wäre da so eine Frage...
Also ich bleib dabei, dass es technisch umsetzbar sein sollte. Man muss es aber auch wirklich wollen, bei Umbauten die Randbedingungen für Rasengleis beachten. Das geht auch nicht sofort sondern nur mit etwas Geduld und Vorbereitung. Ob sich das für eine Strecke die hauptsächlich durch Hintergärten führt lohnt hab ich meine Zweifel. Mit einem gut gepflegtem Rasen auf Schienenoberkante könnte man sicher noch die Geräuschkulisse für Anwohner und Fahrgast verringern aber hat auch Instandhaltungskosten die höher sind als jetzt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.21 23:30.
Aus stadtgestalterischer Sicht ist das sicher die Strecke in Bonn, die am allerwenigsten Rasengleis benötigt. Abgesehen vielleicht von dem kurzen Stück neben der Grünanlage in Oberkassel Süd.

Grundsätzlich finde ich die Aktion gut. Nur sollte man sich m.E. auf die B9 im Bundesviertel zwischen den beiden Tunnelrampen konzentrieren, wo eine etwas repräsentativere Gestaltung durchaus angebracht wäre. Bitte aber mit richtigem, hoch liegenden Rasengleis.