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Neue Straßenbahnlinie 11 nimmt Betrieb auf

Die neue Straßenbahnlinie 11 wurde am Freitag offiziell eingeweiht. Jeweils sonnabends von 11 bis 18 Uhr im 10-Minuten-Takt können die Fahrgäste die Linie kostenlos zwischen Bürgerpark und Innenstadt nutzen.

Nähere Infos (ohne Bezahlschranke!):
[www.weser-kurier.de]

Gruß aus Bremen
53° 4' 15" nördlicher Breite
8° 48' 15" östlicher Länge
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Genau. Im Übrigen: In Manchester gibt es in der Innenstadt 3 Buslinien, die ohne Sperrzeiten kostenlos benutzt werden dürfen.

Trifft man sich nirgends in der Welt, dann trifft man sich in Tullnerfeld.
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.

Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.

Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?

Wenn Bremen das schafft, kriegen das auch andere hin. Außerdem ist das nur am Wochenende.
kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
Kann man, braucht man aber nicht.
Solche Angebote kann Fahrgäste verlocken, die sonst nicht (mehr) der ÖPNV benutzt, und einige davon wird überzeugt der ÖPNV (wieder) regelmässig zu benutzen.
Es lohnt sich bestimmt.
Darüberhinaus fährt immer halb- oder völlig leere Fahrzeuge zu bestimmte Zeiten herum. Auch diese verdient kein Zent, sind aber ein wichtiger teil des gesamtangebotes.
Vor allem geht es darum der ÖPNV attraktiv zu machen.
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif. Ich denke die meisten versteht der sinn ein solcher Angebot.

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
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MSS schrieb:
kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
Kann man, braucht man aber nicht.
Solche Angebote kann Fahrgäste verlocken, die sonst nicht (mehr) der ÖPNV benutzt, und einige davon wird überzeugt der ÖPNV (wieder) regelmässig zu benutzen.
Es lohnt sich bestimmt.
Darüberhinaus fährt immer halb- oder völlig leere Fahrzeuge zu bestimmte Zeiten herum. Auch diese verdient kein Zent, sind aber ein wichtiger teil des gesamtangebotes.
Vor allem geht es darum der ÖPNV attraktiv zu machen.
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif. Ich denke die meisten versteht der sinn ein solcher Angebot.

Ja, Verarsсhung von Zeitkarteninhabern. Ich verstehe durchaus die Intention, aber man sollte da nicht auf dem Level "Tolles Angebot, so gewinnt man neue Fahrgäste" das Denken einstellen. So gewinnt man Gelegenheitsfahrgäste, die auch immer welche bleiben werden; die was abgreifen, was es umsonst gibt. Daher ist durchaus die Frage angebracht, was das kostet und wer das zahlt. Und was man anderweitig damit machen könnte. Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Zur Finanzierung stand bereits im Februar etwas im Weser-Kurier. So wie man es lesen könnte, dürfte wohl die öffentliche Hand, also der Senat finanzieren. Der anteilige Betrag von 100.000 € für dieses Jahr scheint mir aber niedrig angesetzt zu sein, wenn für das Folgejahr 500.000 € eingeplant sind. Nun gut, im Februar wusste dank Corona ja niemand, wann es losgehen kann.

[www.weser-kurier.de]
MSS schrieb:
Solche Angebote kann Fahrgäste verlocken, die sonst nicht (mehr) der ÖPNV benutzt, und einige davon wird überzeugt der ÖPNV (wieder) regelmässig zu benutzen.
Hast Du verstanden, worum es geht? Es geht nicht um die kostenfreie Nutzung des ÖPNV in der Bremer Innenstadt, sondern um eine einzige kostenlose Linie. Für die Nutzung aller anderen Linien muss man regulär bezahlen. Spätestens bei der Rückfahrt muss man genau darauf achten, in welche Linie man einsteigt. Das ist das Gegenteil von einfacher ÖPNV-Nutzung. So lockt man keine Gelegenheitsfahrgäste.

Wenn man in Bremen - wie in anderen Städten (z.B. Graz oder Melbourne) - in der Innenstadt die ÖPNV-Nutzung grundsätzlich kostenfrei stellen wollte, könnte man darüber ernsthaft diskutieren. Aber nicht über einen solchen Blödsinn, der zumindest mich in meinen Vorurteilen bzgl. der verkehrspolitischen (In-) Kompetenz eines drei der Koalitionspartner bestärkt. (Dieser versteht offenbar auch nicht, dass dies auch unter sozialpolitischen Gesichtspunkten völlig wirkungslos ist.)

Ein anderer Ansatz - auch zur beabsichtigten Stärkung der Innenstadt - wäre die Möglichkeit zur kostenfreien oder kostengünstigen Nutzung jener Linien, die große P+R-Plätze am Stadtrand bedienen. Evtl. gekoppelt mit Angeboten zur Aufbewahrung von Einkaufstüten oder ihrem Transport zu Sammelstellen (wie man es vor einigen Jahren in Würzburg in der Adventszeit gemacht hat). Das würde aber natürlich sehr viel mehr Geld kosten und würde wäre sehr diskutabel.

MSS schrieb:
Zitat:
Ich denke die meisten versteht der sinn ein solcher Angebot.

Du offenbar nicht. Es geht um reinen politischen Aktionismus. Die Politik will signalisieren "wir tun etwas" und hofft, dass die Bürger "toll" sagen und nicht genauer hinschauen. Und nicht zuletzt scheint es mir darum gehen, dass der eine Koalitionspartner, der ständig das ganze Land mit Wahlkampfplakaten für einen kostenlosen ÖPNV zuklebt, seinen Mitgliedern gegenüber behaupten kann "wir haben geliefert".
kaufhalle schrieb:
MSS schrieb:
kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
Kann man, braucht man aber nicht.
Solche Angebote kann Fahrgäste verlocken, die sonst nicht (mehr) der ÖPNV benutzt, und einige davon wird überzeugt der ÖPNV (wieder) regelmässig zu benutzen.
Es lohnt sich bestimmt.
Darüberhinaus fährt immer halb- oder völlig leere Fahrzeuge zu bestimmte Zeiten herum. Auch diese verdient kein Zent, sind aber ein wichtiger teil des gesamtangebotes.
Vor allem geht es darum der ÖPNV attraktiv zu machen.
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif. Ich denke die meisten versteht der sinn ein solcher Angebot.
Ja, Verarsсhung von Zeitkarteninhabern. Ich verstehe durchaus die Intention, aber man sollte da nicht auf dem Level "Tolles Angebot, so gewinnt man neue Fahrgäste" das Denken einstellen. So gewinnt man Gelegenheitsfahrgäste, die auch immer welche bleiben werden; die was abgreifen, was es umsonst gibt. Daher ist durchaus die Frage angebracht, was das kostet und wer das zahlt. Und was man anderweitig damit machen könnte. Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Da bin Ich ein andere meinung.
Solche Aktionen wird immer auch neue, bleibende Nutzer generieren, und der allgemeine Ruf der Betrieber positiver machen. Was wieder mehr Umsatz mit sich bringt.
Wer sich darüber verarscht fühlt, sind wahrscheinlich allgemein verarscht = ins Lebens allgemein unzufrieden. Da gibt es nichts die man richtig machen können...
Ich habe auch mehrmals freie Fahrtage usw. hier in Kopenhagen erlebt als Ich selber ein Zeitkarte hätte. Mir hat es immer nur erfreut das man so nicht-Kunden in Der ÖPNV verlocken können.
Viele Autofahrer und seine Familien hat kein idee wie der ÖPNV heute sind, und kann so positiv überrascht werden. Besonders jüngeren Leute wird es überlegen, gibt es ein passende Angebot. Z.b. sind man zwei und hat nur ein Auto kann man wechselweise Auto oder ÖPNV nutzen und viel hin und her sparen. Es fällt aber einer nur ein, kennt man sich schon mit der ÖPNV aus.

MFG
Morten aus Dänemark

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Uha, ein verarschter..

Ich habe es völlig verstanden danke schön.
Du aber deutlich nicht...

MFG
Morten aus Dänemark

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MSS schrieb:
Uha, ein verarschter..

Ich habe es völlig verstanden danke schön.
Du aber deutlich nicht...
Du bist offenbar reichlich naiv und glaubst immer noch an das, was Politiker verkünden. Dann glaubst Du wahrscheinlich auch noch an den "Klimaschutz" und die "Verkehrswende".



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.21 18:32.
Glauben braucht es da nicht.
Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache.
Verblüffend, wie viele Menschen »alternative Fakten« bevorzugen.

grüsse KG
krokogrün schrieb:
Glauben braucht es da nicht.
Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache.
Verblüffend, wie viele Menschen »alternative Fakten« bevorzugen.
Um einem Missverständnis zuvorzukommen: Ich käme niemals auf die Idee, den Klimawandel zu bestreiten. Der ist eine Tatsache und ich kenne aus eigener Anschauung zwei Gegenden, in denen dieser seit Jahrzehnten eine Realität ist und die Lebensbedingungen der Menschen z.T. drastisch verschlechtert hat. Von daher bin ich auch von der Notwendigkeit eines radikalen Klimaschutzes überzeugt. Aber das, was uns nicht nur in Deutschland als Klimaschutz verkauft wird, verdient diesen Namen nicht einmal ansatzweise. Hier reicht ein Blick auf die offiziellen Daten z.B. der Entwicklung des CO2-Ausstoßes. Wenn man sich dann noch die Regierungsbeschlüsse, Zwischenergebnisse gescheiterter Koalitionsverhandlungen usw. ansieht und sie durchdenkt, erkennt man, dass ein ernsthafter Wille zu einem wirksamen Klimaschutz nirgendwo vorhanden ist. (Genau so kann man sich die bisherigen Beschlüsse für die "Verkehrswende" ansehen und über sie nachdenken.)
Die Fakten sagen, du musst deinen Wohlstand einschränken, und zwar auf ein Niveau, welches noch unter dem eines heutigen HartzIV-Empfängers liegt. Und zwar jeder, weltweit, unabhängig davon, welchen Wohlstand er heute genießt. Nur so ließe sich der Klimawandel auf ein für die gesamte Menschheit erträgliches Maß begrenzen. Will aus verständlichen Gründen niemand, deshalb gibt es symbolische Beschlüsse und die vage Hoffnung auf eine technische Lösung in der Zukunft.
Bernhard Martin schrieb:
MSS schrieb:
Uha, ein verarschter..

Ich habe es völlig verstanden danke schön.
Du aber deutlich nicht...
Du bist offenbar reichlich naiv und glaubst immer noch an das, was Politiker verkünden. Dann glaubst Du wahrscheinlich auch noch an den "Klimaschutz" und die "Verkehrswende".
Ja, das glaube Ich.
Nur mit Deutschland habe Ich mein zweifel, Nordstream II z.b. sind ein Skandal...
Naiv bin Ich nicht, vorsichtig positiv jedoch.
Versuch es mal ;-)

MFG
Morten aus Dänemark

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.21 18:46.
MSS schrieb:
Solche Aktionen wird immer auch neue, bleibende Nutzer generieren, und der allgemeine Ruf der Betrieber positiver machen.

Eben nicht. Du hast an den Einsatztagen Mehrnachfrage, bei ziemlich hohen Kosten, und danach bleiben die Leute weg, wenn sie wieder bezahlen müssen. ÖPNV verursacht Kosten, und die müssen gedeckt werden. Selbst die erwähnten P+R-Freifahrten (oder -Sonderbilligtarife) sind kontraproduktiv. Lediglich ganzjährig täglich kostenfreie Innenstadtzonen sind vertretbar, wenn sie in einer Weise finanziert werden, die dem ÖPNV nicht schadet.

MSS schrieb:
Was wieder mehr Umsatz mit sich bringt.
Wer sich darüber verarscht fühlt, sind wahrscheinlich allgemein verarscht = ins Lebens allgemein unzufrieden. Da gibt es nichts die man richtig machen können...

Es gibt hier allenfalls Leute, die nicht weit genug denken. Die Mittel für solchen Aktionismus sollten zur Angebotsfinanzierung und/oder Fahrpreissenkung verwendet werden, dann haben alle was davon und nicht nur ein paar Gratisangebotsaasgeier.
Früherwarallesbesser schrieb:
Die Fakten sagen, du musst deinen Wohlstand einschränken, und zwar auf ein Niveau, welches noch unter dem eines heutigen HartzIV-Empfängers liegt. Und zwar jeder, weltweit, unabhängig davon, welchen Wohlstand er heute genießt. Nur so ließe sich der Klimawandel auf ein für die gesamte Menschheit erträgliches Maß begrenzen.
Wenn unbedingt übertreiben willst, bitte. Seit Rio sind drei Jahrzehnte verschwendet worden, in denen man sehr viel hätte erreichen können. Die Kosten sind zu einem Großteil auch ein Verteilungsproblem, für das sich sozial verträgliche Lösungen finden ließen.

Im Übrigen argumentierst Du sehr einseitig aus einer deutschen/Industrieländerperspektive. Der größte Teil der Weltbevölkerung trägt nur minimal zum Klimawandel bei, muss dessen Folgen aber schon heute ertragen. Um nur einmal ein Beispiel zu geben: Région de Thiès, westlicher Senegal, Westafrika. Klimatische Rahmenbedingungen "vorher": 3-4 monatige Regenzeit, 500 mm Jahresniederschlag. Ernährung aus eigener Kraft gesichert mittels kurzzyklischer Hirse- und Sorghumvarietäten. Sehr bescheidenes Lebensniveau, in jedem Fall aber deutlich unter Hartz IV. Seit den 1970er Jahren: Verkürzung der Regenzeit auf 2-3 Monate, Rückgang der Jahresniederschläge auf 300 mm, starke Zunahme der interannuellen Niederschlagsmengen und -verteilung. Folge: chronisch defizitäre Getreideproduktion. Beschränkte Zuverdienstmöglichkeiten: (von den Franzosen eingeführter) Erdnussanbau durch Strukturanpassungspolitik unattraktiv geworden (zudem problematisch für die Bodenfruchtbarkeit), Migration nach Dakar wenig erfolgversprechend, da sehr hohe Arbeitslosigkeit (eine der höchsten Jugendarbeitslosigkeiten der Welt) und allgemeiner Geldmangel (beides nicht primär auf Misswirtschaft und Korruption zurückzuführen). Insgesamt Rückgang des ohnehin schon bescheidenen Lebensstandards und Perspektivlosigkeit.
Kommen diese und andere Menschen in unseren Klimaschutzdiskussionen jemals vor? (Nein, weil sie und ihre Interessen für die Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit nicht zählen.)

Früherwarallesbesser schrieb:
Zitat:
Will aus verständlichen Gründen niemand, deshalb gibt es symbolische Beschlüsse und die vage Hoffnung auf eine technische Lösung in der Zukunft.
Davon können sich die von mir genannten Menschen nichts "kaufen". Technologische Lösungen wird es für die Industrieländer geben, für die anderen aber nicht. Und "grüne Revolutionen" sind auch keine Lösung, sondern Scheinlösungen. Auch hier könnte ich aus eigener Anschauung ein Beispiel geben. Dort, wo ich eine "grüne Revolution" im Frühstadium kennengelernt habe, sind die Menschen abhängiger und verwundbarer geworden und die Ökosysteme destabilisiert worden. Geholfen hat den Menschen weder in meinem ersten noch in meinem zweiten Beispiel niemand.
Ich gebe dir ja recht, was die Folgen des Klimawandels angeht, aber jetzt mal Hand aufs Herz, wieviel von deinem persönlichen Wohlstand wärest du bereit abzugeben? Und würde das reichen, wenn alle auf der Welt diesen deinen „Restwohlstand“ anstreben würden, um das Klima zu retten? Das ist die Frage, die entscheidend ist. Und wie sie beantwortet wird, davon hängt ab, ob der Klimawandel aufgehalten werden kann. Ich bin da sehr pessimistisch.
Es wurde ja neben dem Klimawandel hier viel über Sinn und Unsinn der Linie 11 diskutiert. Meine Meinung: sie ist Unsinn!

Die Idee hinter der Linie ist ja neben dem allgegenwärtigen Argument Klimaschutz (und von den Bremer Linken gefordert eben kostenloser Nahverkehr) der Wunsch, in Nach-Corona-Zeiten die Innenstadt wieder zu beleben, attraktiver zu machen. Daher beginnt die Linie 11 eben auch am Bürgerpark, in der Annahme, dass einkaufswillige Autofahrer dort parken. Gut, nun sind am Bremer Stadtrand bzw. an Endstellen der Straßenbahn taugliche P+R-Plätze leider rar. Nur, wenn ich schon mit dem Auto in die Innenstadt fahre, dann bitte fahre ich doch gar nicht erst an der Innenstadt vorbei, um auf der Bürgerweide zu parken? Nö, dann fahre ich gleich ins Parkhaus.

Ein Vorschreiber gab ja schon das Stichwort: sinnvoller wäre da in meinen Augen (wenn man das investierte Geld nicht lieber zur Stabilisierung der jährlich steigenden Tarife verwenden würde, und ja ich weiß, im VBN gab es dieses Jahr keine Preiserhöhung, ausnahmsweise) eine Freifahrtregelung für alle Linien im Innenstadtbereich oder so. Ähnliches hat man ja sogar schon mit dem Parkticket plus, wo der Parkschein der Parkhäuser in einem definierten Innenstadtbereich als Fahrschein gilt. Hier ist aber lustigerweise die Hst. Bürgerpark bisher ausgenommen - obwohl der Parkplatz Bürgerweide dort ja mit aufgeführt ist. Der Mehrwert bei dieser Lösung wäre, dass auch Einkäufer, Touristen und "Citybummler", die mit dem Zug kommen, eben kein Kurzstrecken-Ticket benötigten und sich freizügig in der Innenstadt bewegen könnten (wobei eine Fahrt - neben dem VBN-Tarif - im Niedersachsen-Tarif ja ohnehin schon enthalten ist).

[www.bsag.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.21 21:22.
Wer finanziert den stehenden Autoverkehr? Die KFZ-Steuern allein richten es nicht. Ganz einfach: ÖPNV ist Daseinsvorsorge. Und kann demzufolge aus Steuermitteln finanziert werden. Allein seine Nutzung iat wirtschaftlich darstellbar.
Helge

kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
kaufhalle schrieb:
MSS schrieb:
kaufhalle schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Das nenn ich doch mal nee gute Idee, sollten sich andere Städte mal abschauen.
Das kann man auch anders sehen. Wer finanziert das? Und warum? Kriegen Zeitkarteninhaber bei Benutzung was raus?
Kann man, braucht man aber nicht.
Solche Angebote kann Fahrgäste verlocken, die sonst nicht (mehr) der ÖPNV benutzt, und einige davon wird überzeugt der ÖPNV (wieder) regelmässig zu benutzen.
Es lohnt sich bestimmt.
Darüberhinaus fährt immer halb- oder völlig leere Fahrzeuge zu bestimmte Zeiten herum. Auch diese verdient kein Zent, sind aber ein wichtiger teil des gesamtangebotes.
Vor allem geht es darum der ÖPNV attraktiv zu machen.
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif. Ich denke die meisten versteht der sinn ein solcher Angebot.
Ja, Verarsсhung von Zeitkarteninhabern. Ich verstehe durchaus die Intention, aber man sollte da nicht auf dem Level "Tolles Angebot, so gewinnt man neue Fahrgäste" das Denken einstellen. So gewinnt man Gelegenheitsfahrgäste, die auch immer welche bleiben werden; die was abgreifen, was es umsonst gibt. Daher ist durchaus die Frage angebracht, was das kostet und wer das zahlt. Und was man anderweitig damit machen könnte. Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Ich denke, so eine einzelne Maßnahme "aus dem Aktionsprogramm Innenstadt" (Weser-Kurier vom 24.02.21) mit dem Ziel, die City (wieder) zu beleben, sollte man nicht inhaltlich überfrachten.

Die Kosten für die "11" sind absolut überschaubar. Vermutlich ließen sich auch in Bremen Beispiele für "ÖV-Marketing" finden, die mehr Geld kosten - und womöglich dennoch nicht sinnvoller sind. Übrigens können auch Gelegenheitsfahrgäste aus ganz unterschiedlichen Motiven zu Dauerfahrgästen werden - so wie sie auch aus ganz unterschiedlichen Motiven Gelegenheitsfahrgäste sind.

"Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts". Ich füge dem zitierten Satz einen Satz hinzu: Die öffentliche Hand ist übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.

Allseits einen schönen Sonnabend wünscht Euch
Marienfelde
Bahnhof Mickten schrieb:
Wer finanziert den stehenden Autoverkehr? Die KFZ-Steuern allein richten es nicht. Ganz einfach: ÖPNV ist Daseinsvorsorge. Und kann demzufolge aus Steuermitteln finanziert werden. Allein seine Nutzung iat wirtschaftlich darstellbar.

Dieser ÖPNV ist aber keine Daseinsvorsorge, sondern ein Sonderangebot an Autofahrer.

Marienfelde schrieb:
Ich denke, so eine einzelne Maßnahme "aus dem Aktionsprogramm Innenstadt" (Weser-Kurier vom 24.02.21) mit dem Ziel, die City (wieder) zu beleben, sollte man nicht inhaltlich überfrachten.

Eine öffentliche Aufgabe ist das aber nicht. Das sollten dann die Gewerbetreibenden der Innenstadt schon selbst finanzieren.

Marienfelde schrieb:
Die Kosten für die "11" sind absolut überschaubar. Vermutlich ließen sich auch in Bremen Beispiele für "ÖV-Marketing" finden, die mehr Geld kosten - und womöglich dennoch nicht sinnvoller sind.

Es ist aber gar kein ÖPNV-Marketing, sondern Innenstadtmarketing.

Marienfelde schrieb:
Übrigens können auch Gelegenheitsfahrgäste aus ganz unterschiedlichen Motiven zu Dauerfahrgästen werden - so wie sie auch aus ganz unterschiedlichen Motiven Gelegenheitsfahrgäste sind.

Dazu tragen aber solche Gratismaßnahmen nichts bei.

Marienfelde schrieb:
"Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts". Ich füge dem zitierten Satz einen Satz hinzu: Die öffentliche Hand ist übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.

Das ist so pauschal zwar schlichtweg falsch, aber darum ging es nicht. Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen. Und genau das stimmt eben nicht, sie sind auf der Einnahmenseite der zuverlässigste und wichtigste Posten.
kaufhalle schrieb:
Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen.
Ich habe in keinem Beitrag dieses Fadens den Vorwurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen, gelesen. Du scheinst da einen Strohmann aufzubauen.
cs schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen.
Ich habe in keinem Beitrag dieses Fadens den Vorwurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen, gelesen. Du scheinst da einen Strohmann aufzubauen.

MSS schrieb:
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif.
kaufhalle schrieb:
Marienfelde schrieb:
"Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts". Ich füge dem zitierten Satz einen Satz hinzu: Die öffentliche Hand ist übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Das ist so pauschal zwar schlichtweg falsch, aber darum ging es nicht. Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen. Und genau das stimmt eben nicht, sie sind auf der Einnahmenseite der zuverlässigste und wichtigste Posten.
Dann schlage ich einfach einfach einmal folgende Verfahrensweise vor: Alle Unternehmen des ÖV in unserem Land verzichten für den Rest dieses Jahres auf sämtliche Zuwendungen aus öffentlichen Kassen - mal sehen, wie lange es den ÖV z.B. im Land Bremen dann noch im jetzigen Umfang gibt.
Marienfelde schrieb:
kaufhalle schrieb:
Marienfelde schrieb:
"Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts". Ich füge dem zitierten Satz einen Satz hinzu: Die öffentliche Hand ist übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Das ist so pauschal zwar schlichtweg falsch, aber darum ging es nicht. Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen. Und genau das stimmt eben nicht, sie sind auf der Einnahmenseite der zuverlässigste und wichtigste Posten.
Dann schlage ich einfach einfach einmal folgende Verfahrensweise vor: Alle Unternehmen des ÖV in unserem Land verzichten für den Rest dieses Jahres auf sämtliche Zuwendungen aus öffentlichen Kassen - mal sehen, wie lange es den ÖV z.B. im Land Bremen dann noch im jetzigen Umfang gibt.

Und wozu? Was hat das mit dem Thema zu tun? Du hast behauptet, ÖPNV wäre prinzipiell zuschussbedürftig, und das ist so pauschal schlicht und einfach falsch. Die Behauptung, dass der Bremer Straßenbahnverkehr kostendeckend zu betreiben wäre, hat dagegen niemand aufgestellt.

Vor allem: Was hat das alles noch mit einer öffentlich finanzierten Werbeaktion für die Innenstadt zu tun?
Freifahrt ist völlig sinslos. In Oslo haben wir Automaut und wenn ich zu Arbeit fahre kostet es 4 euro. Meine Kollegen und ich fahren mit ÖPNV um sonst. Unser Parkplatz ist doch überfüllt egal was es kostet Auto zu fahren. Nulltarif mach nur dass die Einnahmen weniger wird.
Nulltarif kann durchaus Sinn machen. In Melbourne mit seinem umständlichen (und langsamen) Myki-Ticketsystem (wo das Lesegerät schon mal mehrere Sekunden brauchen kann, bis es die Karte registriert, und mitunter mehrere Anläufe notwendig sind) beschleunigt die "Free Tram Zone" das häufige Umsteigen innerhalb der Innenstadt, weil dort die meisten Umsteigevorgänge stattfinden und die Leute nur noch beim "letzten Einstieg" ihre Karte registrieren müssen. Allerdings wurde auch dort schon kritisiert, dass die Free Tram Zone letztendlich die Wirtschaft der Innenstadt auf Kosten der Außenbezirke bezuschusst.

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
kaufhalle schrieb:
Bahnhof Mickten schrieb:
Wer finanziert den stehenden Autoverkehr? Die KFZ-Steuern allein richten es nicht. Ganz einfach: ÖPNV ist Daseinsvorsorge. Und kann demzufolge aus Steuermitteln finanziert werden. Allein seine Nutzung iat wirtschaftlich darstellbar.
Dieser ÖPNV ist aber keine Daseinsvorsorge, sondern ein Sonderangebot an Autofahrer.

Marienfelde schrieb:
Ich denke, so eine einzelne Maßnahme "aus dem Aktionsprogramm Innenstadt" (Weser-Kurier vom 24.02.21) mit dem Ziel, die City (wieder) zu beleben, sollte man nicht inhaltlich überfrachten.
Eine öffentliche Aufgabe ist das aber nicht. Das sollten dann die Gewerbetreibenden der Innenstadt schon selbst finanzieren.

Marienfelde schrieb:
Die Kosten für die "11" sind absolut überschaubar. Vermutlich ließen sich auch in Bremen Beispiele für "ÖV-Marketing" finden, die mehr Geld kosten - und womöglich dennoch nicht sinnvoller sind.
Es ist aber gar kein ÖPNV-Marketing, sondern Innenstadtmarketing.

Marienfelde schrieb:
Übrigens können auch Gelegenheitsfahrgäste aus ganz unterschiedlichen Motiven zu Dauerfahrgästen werden - so wie sie auch aus ganz unterschiedlichen Motiven Gelegenheitsfahrgäste sind.
Dazu tragen aber solche Gratismaßnahmen nichts bei.

Marienfelde schrieb:
"Zeitkarteninhaber sind übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts". Ich füge dem zitierten Satz einen Satz hinzu: Die öffentliche Hand ist übrigens die finanzielle Stütze des ÖPNV, ohne die geht gar nichts.
Das ist so pauschal zwar schlichtweg falsch, aber darum ging es nicht. Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen. Und genau das stimmt eben nicht, sie sind auf der Einnahmenseite der zuverlässigste und wichtigste Posten.
Aber: Stosszeit > Maximal Einsatz Personale und Wagen > Höchste Kosten

mfG aus Asd (AMS), Robert
sepruecom schrieb:
Nulltarif kann durchaus Sinn machen. In Melbourne mit seinem umständlichen (und langsamen) Myki-Ticketsystem (wo das Lesegerät schon mal mehrere Sekunden brauchen kann, bis es die Karte registriert, und mitunter mehrere Anläufe notwendig sind) beschleunigt die "Free Tram Zone" das häufige Umsteigen innerhalb der Innenstadt, weil dort die meisten Umsteigevorgänge stattfinden und die Leute nur noch beim "letzten Einstieg" ihre Karte registrieren müssen. Allerdings wurde auch dort schon kritisiert, dass die Free Tram Zone letztendlich die Wirtschaft der Innenstadt auf Kosten der Außenbezirke bezuschusst.

Da wäre es dann doch besser, den Tarif und vor allem das Entgeltsicherungsverfahren anzupassen.

robert55 schrieb:
Aber: Stosszeit > Maximal Einsatz Personale und Wagen > Höchste Kosten

Das Personal kostet zu Stoßzeiten auch nicht mehr als sonst. Im Gegenteil, je nach Tarif werden abends und sonntags Lohnzuschläge fällig. Davon abgesehen stimmt die Rechnung so schon lange nicht mehr, in gut organisiertem und gut nachgefragtem ÖPNV sind die Spitzen geglättet. Und Fahrzeugmehrbedarf in der HVZ schlägt nur bedingt auf den notwendigen Gesamtbestand durch.
kaufhalle schrieb:
Dieser ÖPNV ist aber keine Daseinsvorsorge, sondern ein Sonderangebot an Autofahrer.

Und genau das ist der Punkt. Das hat mit ÖV Förderung genau gar nichts zu tun. Man fördert es mit dem Auto in die Stadt zu fahren um dort einzukaufen. Die Leute die wirklich den ÖV nutzen haben davon gar nichts. Und das betrifft gar nicht nur die Zeitkarteninhaber, das betrifft jeden der mit dieser Autofahrerlinie nicht auskommt, was die meisten Nutzer betreffen dürfte.
Hier wurde eine City-Ringbuslinie eingerichtet, die man mit dem Parkticket eines Parkhauses in Hbf-Nähe kostenlos mit bis zu 3 Erwachsenen und einer Anzahl (genau weiß ich es nicht mehr) Kindern benutzt werden konnte. Die Ringbuslinie wurde irgendwann aus Kostengründen eingestellt, dafür konnte man zu gleichen Bedingungen alle Verkehrsmittel im Innenstadtbereich mit dem Parkschein nutzen. Inzwischen kann man mit den Parkscheinen fast aller Mainzer Parkhäuser das gesamte Tarifgebiet von Mainz und Wiesbaden befahren. Zwar zahlen die Parkhäuser den Verkehrsbetrieben Ausgleichszahlungen, aber den größten Teil dürften wohl „normale“ ÖPNV-Nutzer und die Steuerzahler übernehmen.
MrEnglish schrieb:
kaufhalle schrieb:
Dieser ÖPNV ist aber keine Daseinsvorsorge, sondern ein Sonderangebot an Autofahrer.

Und genau das ist der Punkt. Das hat mit ÖV Förderung genau gar nichts zu tun. Man fördert es mit dem Auto in die Stadt zu fahren um dort einzukaufen. Die Leute die wirklich den ÖV nutzen haben davon gar nichts. Und das betrifft gar nicht nur die Zeitkarteninhaber, das betrifft jeden der mit dieser Autofahrerlinie nicht auskommt, was die meisten Nutzer betreffen dürfte.
Moin!

Natürlich richtet sich diese Linie an Autofahrer - an wen denn sonst??? Der Zeitkartenbesitzer ist schon Kunde, den muß man nicht mehr locken. Der Autofahrer soll ein bequemes Angebot bekommen, die Straßenbahn einfach mal unkompliziert zu testen. Und dabei merken, daß die ja viel besser ist, als ihr Ruf... und in der Bremer Innenstadt soll er natürlich auch ordentlich Umsatz machen, nicht irgendwo am Stadtrand im Shoppingcenter mit großem Parkplatz. Richtet sich auch an Umlandbewohner, wo nicht alle 10 Minuten ein Bus oder eine Bahn in die Stadt abfahren.

Das ist nicht der große Durchbruch zum kostenlosen ÖPNV, sondern einfach eine Werbeaktion. Kostet natürlich auch ein bißchen Steuergeld und vielleicht etwas von der BSAG, aber es wird sich durch den Werbeeffekt hoffentlich lohnen. Da es ein zusätzliches Angebot ist, stellt es für niemand eine Verschlechterung dar.
Besser eine kostenlose Straßenbahnlinie anbieten als kostenloses Parken im Parkhaus.

Mal zum Vergleich: wenn ein Fitnessstudio neue Kunden werben will, bietet es auch nicht den bestehenden Abonnenten einen kostenlosen Probemonat an - sondern Neukunden, am liebsten denen, die bisher bei der Konkurrenz trainieren...

Jetzt konkret zur neuen Linie 11 - ich bin am Eröffnungstag mitgefahren. Immer mal wieder ein- und ausgestiegen. Dank der kostenlosen Linie brauchte ich nur Hin- und Rückfahrt, kein Tagesticket - also habe ich auch als ÖPNV-Nutzer Geld gespart.

Es werden 4 Kurse eingesetzt, planmäßig sind es GT8N1. An den 11 Haltestellen der Linie machen auffällige Zusatzschilder auf das Angebot aufmerksam.

Die Ehre des ersten Fahrt hatte 3126, hier an der Warteposition in der Schleife Bürgerpark.
https://abload.de/img/20210605li111j3k9b.jpg

An der Haltestelle Obernstraße ist man direkt in der Fußgängerzone und kann direkt vor der Kaufhaustür aussteigen. Bequemer gehts doch nicht... und im Hintergrund grüßen Rathaus und Domtürme:
https://abload.de/img/20210605li111892jc2.jpg

Sehr voll waren die Bahnen am ersten Tag noch nicht. An den Haltestellen merkte man, daß einige Leute schon gezielt auf die 11 warteten. Eine Direktverbindung Hbf.-Obernstr. gibt es sonst nicht.
Wie man sieht, herrschte allerfeinstes Schmuddelwetter, was nicht gerade zum Einkaufsbummel einlud. Es war aber schon viel mehr in der Innenstadt los als in den letzten Wochen - die Geschäfte hatten ohne Terminvereinbarung geöffnet. Touristen sind vermutlich auch noch nicht viele unterwegs. Das spielt sich hoffentlich in den nächsten Wochen noch ein, muß sich ja auch erstmal rumsprechen... ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

Viele Grüße aus Bremen
schienenbär / Björn
Kostenloses Innenstadtverkehr mit der Strassenbahn, das gibt's auch in Graz. Aber dafür wurde keine neue Linie eingerichtet, nur tariflich geregelt.
schienenbär42 schrieb:
Natürlich richtet sich diese Linie an Autofahrer - an wen denn sonst??? Der Zeitkartenbesitzer ist schon Kunde, den muß man nicht mehr locken. Der Autofahrer soll ein bequemes Angebot bekommen, die Straßenbahn einfach mal unkompliziert zu testen. Und dabei merken, daß die ja viel besser ist, als ihr Ruf...

Und er wird weiterhin mit dem Auto in die Stadt fahren und die Straßenbahn nur dann benutzen, wenn sie kostenlos ist. Werbeeffekt für ÖPNV-Nutzung gegen Beitrag zu den Kosten: Nicht vorhanden.

schienenbär42 schrieb:
und in der Bremer Innenstadt soll er natürlich auch ordentlich Umsatz machen, nicht irgendwo am Stadtrand im Shoppingcenter mit großem Parkplatz. Richtet sich auch an Umlandbewohner, wo nicht alle 10 Minuten ein Bus oder eine Bahn in die Stadt abfahren.

Das zu subventionieren ist keine öffentliche Aufgabe.

schienenbär42 schrieb:
Das ist nicht der große Durchbruch zum kostenlosen ÖPNV, sondern einfach eine Werbeaktion. Kostet natürlich auch ein bißchen Steuergeld und vielleicht etwas von der BSAG, aber es wird sich durch den Werbeeffekt hoffentlich lohnen.

Für wen? Für die Autofahrer, die im Gegensatz zu Stammkunden jeglicher Art für die Straßenbahnnutzung nicht bezahlen muss? Sicher. Für die Gewerbetreibenden der Innenstadt? Sicher. Beides nicht subventionswürdig. Für die nachhaltige Förderung der ÖPNV-Nutzung? Sicher nicht.

schienenbär42 schrieb:
Da es ein zusätzliches Angebot ist, stellt es für niemand eine Verschlechterung dar.

Da steckt öffentliches Geld drin, also darf es auch hinterfragt werden.

schienenbär42 schrieb:
Besser eine kostenlose Straßenbahnlinie anbieten als kostenloses Parken im Parkhaus.

Nö. Das kommt ziemlich aufs gleiche raus. Ob man als Autofahrer nun das Geld fürs Parkhaus spart oder für den Parkhauszubringer in der Innenstadt, ist letztlich egal. Es sieht nur hässlicher aus, wenn man Parkhäuser subventioniert. Aber letztlich ist es das gleiche.

schienenbär42 schrieb:
Mal zum Vergleich: wenn ein Fitnessstudio neue Kunden werben will, bietet es auch nicht den bestehenden Abonnenten einen kostenlosen Probemonat an - sondern Neukunden, am liebsten denen, die bisher bei der Konkurrenz trainieren...

Völlig unpassender Vergleich. Die kostenlose Probezeit im Fitnesscenter wäre vergleichbar mit Probezeitkarten für den Alltagsverkehr. Da gab es auch schon Ansätze. Das ist problematisch wegen Mitnahmeeffekten, aber dafür letztlich zielgerichtet auf die nachhaltige Gewinnung von Fahrgästen. Mit Samstagsparkhauszubringern dagegen ist nichts auszurichten.
Moin,
auf alles möchte ich nicht nochmal eingehen, nur noch ein paar Zusammenfassungen...

kaufhalle schrieb:
Da steckt öffentliches Geld drin, also darf es auch hinterfragt werden.

Klar darf alles hinterfragt werden, und man darf auch unterschiedliche Meinungen haben, was sinnvoll ist und was nicht.
Ich sehe das hier nicht so superpessimistisch, daß sich Autofahrer niemals aus ihrer Kiste rausbewegen lassen. Und Wirtschaftsförderung ist auch durchaus eine städtische Aufgabe - in der Hoffnung, daß damit Umsatz und Steueraufkommen gesteigert werden.

schienenbär42 schrieb:
Besser eine kostenlose Straßenbahnlinie anbieten als kostenloses Parken im Parkhaus.
kaufhalle schrieb:
Nö. Das kommt ziemlich aufs gleiche raus. Ob man als Autofahrer nun das Geld fürs Parkhaus spart oder für den Parkhauszubringer in der Innenstadt, ist letztlich egal. Es sieht nur hässlicher aus, wenn man Parkhäuser subventioniert. Aber letztlich ist es das gleiche.


Das ist schon ein großer Unterschied. Weniger im Geldbeutel, als in der Wirkung. Ein kostenloses Parkhaus sendet das Signal: "Fahrt mit dem Auto!"
Und dann könnte auch ein ÖPNV-Nutzer auf die Idee kommen, das doch mal auszuprobieren. Vielleicht waren ihm die Parkhäuser bisher zu teuer, und so wird es billiger als die Straßenbahnfahrkarten... und wenn er das erstmal gemerkt hat, wie bequem das ist, nimmt er nächstes Mal wieder das Auto. Das ist genau das Gegenteil der hier beabsichtigten Wirkung.

schienenbär42 schrieb:
Mal zum Vergleich: wenn ein Fitnessstudio neue Kunden werben will, bietet es auch nicht den bestehenden Abonnenten einen kostenlosen Probemonat an - sondern Neukunden, am liebsten denen, die bisher bei der Konkurrenz trainieren...
kaufhalle schrieb:
Völlig unpassender Vergleich. Die kostenlose Probezeit im Fitnesscenter wäre vergleichbar mit Probezeitkarten für den Alltagsverkehr. Da gab es auch schon Ansätze. Das ist problematisch wegen Mitnahmeeffekten, aber dafür letztlich zielgerichtet auf die nachhaltige Gewinnung von Fahrgästen. Mit Samstagsparkhauszubringern dagegen ist nichts auszurichten.
Na gut, vielleicht paßt als Vergleich hier nicht gerade der Probemonat, sondern eher ein kostenloses Ausprobieren einiger neuer Geräte.
Worauf ich aber hinaus will: die hier angesprochene Zielgruppe sind nicht die vorhandenen Stammnutzer, sondern bisherige Nicht-Kunden. Und wenn ich die schon mal irgendwie in die Straßenbahn locke, bin ich schon mal einen kleinen Schritt weiter. Auch die Gewinnung von Gelegenheitsfahrgästen kann interessant sein.
Nicht jeder aus dem Umland fährt jedes Wochenende zum Shoppen in die Stadt. Aber jedes Wochenende kommen andere Leute zum Shoppen in die Stadt, es ist also immer Potential da.
Und wie auch schon Marienfelde schrieb: auch aus Gelegenheitsfahrgästen können Stammnutzer werden.

Nach einiger Zeit wird man sehen, wie es sich entwickelt und kann daraus seine Schlüsse ziehen, ob es erfolgreich war oder nicht.

Viele Grüße
Björn
Hansawagen schrieb:
Kostenlos in die Innenstadt

Neue Straßenbahnlinie 11 nimmt Betrieb auf

Die neue Straßenbahnlinie 11 wurde am Freitag offiziell eingeweiht. Jeweils sonnabends von 11 bis 18 Uhr im 10-Minuten-Takt können die Fahrgäste die Linie kostenlos zwischen Bürgerpark und Innenstadt nutzen.

Nähere Infos (ohne Bezahlschranke!):
[www.weser-kurier.de]
Es gibt keinen kostenlosen ÖPNV, solch eine Phrase ist ein Widerspruch in sich.
schienenbär42 schrieb:
auf alles möchte ich nicht nochmal eingehen, nur noch ein paar Zusammenfassungen...

Dann wäre es schön, wenn du korrekt zitieren würdest, statt direkt in Zitate reinzuschreiben.

schienenbär42 schrieb:
Ich sehe das hier nicht so superpessimistisch, daß sich Autofahrer niemals aus ihrer Kiste rausbewegen lassen.

Das ist eine andere Frage. Aber mit gezielter Subventionierung von Parkhausanschlussfahrten erreicht man exakt gar nichts. Will man auch gar nicht, man verkauft es allenfalls so an Leute, die nicht weiterdenken.

Die Nutzer dieser Kostenlosparkhausanschlussfahrten nutzen den ÖPNV exakt so lange, wie er kostenlos ist.

schienenbär42 schrieb:
Und Wirtschaftsförderung ist auch durchaus eine städtische Aufgabe - in der Hoffnung, daß damit Umsatz und Steueraufkommen gesteigert werden.

Nein, eigentlich nicht. Das kann der Einzelhandel selbst finanzieren.

schienenbär42 schrieb:
Das ist schon ein großer Unterschied. Weniger im Geldbeutel, als in der Wirkung. Ein kostenloses Parkhaus sendet das Signal: "Fahrt mit dem Auto!"
Und dann könnte auch ein ÖPNV-Nutzer auf die Idee kommen, das doch mal auszuprobieren. Vielleicht waren ihm die Parkhäuser bisher zu teuer, und so wird es billiger als die Straßenbahnfahrkarten... und wenn er das erstmal gemerkt hat, wie bequem das ist, nimmt er nächstes Mal wieder das Auto. Das ist genau das Gegenteil der hier beabsichtigten Wirkung.

Nein, Wirkung und beabsichtigte Wirkung sind genau gleich.

schienenbär42 schrieb:
Na gut, vielleicht paßt als Vergleich hier nicht gerade der Probemonat, sondern eher ein kostenloses Ausprobieren einiger neuer Geräte.

Der Vergleich passt überhaupt nicht.

schienenbär42 schrieb:
Nicht jeder aus dem Umland fährt jedes Wochenende zum Shoppen in die Stadt. Aber jedes Wochenende kommen andere Leute zum Shoppen in die Stadt, es ist also immer Potential da.
Und wie auch schon Marienfelde schrieb: auch aus Gelegenheitsfahrgästen können Stammnutzer werden.

Warum sollten sie? Wenn es doch so praktisch ist, zum Parkhaus den Zubringer kostenlos dazuzubekommen? Das hat exakt gar nichts mit Nutzung des ÖPNV für andere Zwecke zu tun. Denn das kostet ja.

schienenbär42 schrieb:
Nach einiger Zeit wird man sehen, wie es sich entwickelt und kann daraus seine Schlüsse ziehen, ob es erfolgreich war oder nicht.

Was willst du da auswerten? Du hast Nutzungszahlen, weißt aber noch nicht mal, wer für die Fahrt bezahlt hat und wer nicht. Und Zahlen dazu, ob irgendjemand davon regulärer ÖPNV-Kunde geworden ist, kannst du gar nicht ermitteln. Zumal es eh niemanden interessiert, weil das gar nicht das Ziel ist.
kaufhalle schrieb:
cs schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen.
Ich habe in keinem Beitrag dieses Fadens den Vorwurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen, gelesen. Du scheinst da einen Strohmann aufzubauen.
MSS schrieb:
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif.
Und wo steht da, dass die Zeitkarteninhaber zu wenig bezahlen?
cs schrieb:
kaufhalle schrieb:
cs schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es ging um den Vowurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen.
Ich habe in keinem Beitrag dieses Fadens den Vorwurf, Zeitkarteninhaber würden zu wenig bezahlen, gelesen. Du scheinst da einen Strohmann aufzubauen.
MSS schrieb:
Und Bitte, warum sollte Zeitkartrneinhaber etwas daraus krigen? Man bekommt ja schon der billigsten Tarif.
Und wo steht da, dass die Zeitkarteninhaber zu wenig bezahlen?

Sinngemäße Wiedergabe, ich muss nicht alles nachplappern wie ein Papagei. Du hättest natürlich auch einfach zugeben können, dass du nicht richtig gelesen hast, und den unverschämten Vorwurf des "Strohmanns" zurücknehmen. Und für diese Glanzleistung hast du jetzt mehr als drei Tage gebraucht ...
[quote] Und genau das ist der Punkt. Das hat mit ÖV Förderung genau gar nichts zu tun. Man fördert es mit dem Auto in die Stadt zu fahren um dort einzukaufen. Die Leute die wirklich den ÖV nutzen haben davon gar nichts. Und das betrifft gar nicht nur die Zeitkarteninhaber, das betrifft jeden der mit dieser Autofahrerlinie nicht auskommt, was die meisten Nutzer betreffen dürfte.[/qoute]
Ich sehe da durchaus einen direkten und einen indirekten Nutzen:
Direkter Nutzen:
"Mit dem Auto in die Stadt, mit der Bahn diverse Touren erledigen, mit dem Auto aus der Stadt" ist deutlich weniger PKW-Verkehr als "mit dem Auto in die Stadt, mit dem Auto durch die Stadt, mit dem Auto zum nächsten Laden etc". Wenn das Angebot angenommen wird, WIRD es PKW-Fahrten vermeiden, denn das Verkehrsbedürfnis war ja wohl da.

Indirekter Nutzen:
Macht man das Nutzen der Geschäfte in der Stadt (die nun mal in der Regel attraktiv mit dem ÖPNV angebunden sind) attraktiver, auch für Nicht-ÖPNV-Nutzer (die z.B. einen PKW regelmäßig nutzen, weil viele ihrer regelmäßigen Wege einfach nicht anders abgedeckt sind), erhöht das die Einnahmen der entsprechenden Geschäfte und hält sie damit potentiell gegenüber einem Einkaufszentrum auf der Grünen Wiese mit 4000 Parkplätzen ohne Nahverkehrsanbindung konkurrenzfähig.

Über beides sollte man sich eigentlich freuen.
ferdimh schrieb:
Ich sehe da durchaus einen direkten und einen indirekten Nutzen:
Direkter Nutzen:
"Mit dem Auto in die Stadt, mit der Bahn diverse Touren erledigen, mit dem Auto aus der Stadt" ist deutlich weniger PKW-Verkehr als "mit dem Auto in die Stadt, mit dem Auto durch die Stadt, mit dem Auto zum nächsten Laden etc". Wenn das Angebot angenommen wird, WIRD es PKW-Fahrten vermeiden, denn das Verkehrsbedürfnis war ja wohl da.

Da wäre 1. die Frage, ob man dafür betrieblichen Mehraufwand wirklich brauchte und 2. warum genau das konstenlos sein muss. Die Antwort ist klar: Weil die Straßenbahn sonst nicht benutzt würde. Autofahrer, die ÖPNV nur abgreifen, wenn er kostenlos sind, sind ein äußerst schlechtes Geschäft.

ferdimh schrieb:
Indirekter Nutzen:
Macht man das Nutzen der Geschäfte in der Stadt (die nun mal in der Regel attraktiv mit dem ÖPNV angebunden sind) attraktiver, auch für Nicht-ÖPNV-Nutzer (die z.B. einen PKW regelmäßig nutzen, weil viele ihrer regelmäßigen Wege einfach nicht anders abgedeckt sind), erhöht das die Einnahmen der entsprechenden Geschäfte und hält sie damit potentiell gegenüber einem Einkaufszentrum auf der Grünen Wiese mit 4000 Parkplätzen ohne Nahverkehrsanbindung konkurrenzfähig.

Und dafür soll die Stadt Geld ausgeben?

ferdimh schrieb:
Über beides sollte man sich eigentlich freuen.

Könnte man, wenn es nix kosten würde. Es kostet aber.
Zitat

Da wäre 1. die Frage, ob man dafür betrieblichen Mehraufwand wirklich brauchte und 2. warum genau das konstenlos sein muss. Die Antwort ist klar: Weil die Straßenbahn sonst nicht benutzt würde. Autofahrer, die ÖPNV nur abgreifen, wenn er kostenlos sind, sind ein äußerst schlechtes Geschäft.
Das hat u.A. den Nutzen, dass "Der Nahverkehr ist ja soooo teuer" als Gegenargument wegfällt (was er im Übrigen für genau das Szenario auch ist!). Die Hoffnung dahinter ist, dass die Erfahrung "Einsteigen, nichts tun müssen, keinen Streß haben, Aussteigen" überhaupt mal erlebt wird, und man so dann eventuell auch zahlungsfähige Kundschaft gewinnt.

Natürlich kostet das.
Aber die Stadt könnte noch viel mehr Geld sparen, indem sie den Nahverkehr, den DU nutzen möchtest, ohne dass DU für das "sinnlose" Projekt zur Kasse gebeten werden möchtest, einfach nicht mehr subventioniert. Das GVFG kassieren wir gleich mit ein. Dafür soll der Bund Geld augeben? Kannst ja Auto fahren.

Wenn man über Verbote versucht, den PKW-Verkehr zu reglementieren, passiert, was passiert, wen Verbote an Grenzen enden:
Die Nachbarstadt/Gemeinde stellt einen Shoppingtempel mit mächtigem Parkhaus so nah wies geht daneben. Gibt viel Gewerbesteuer, und im Umland hat man mit der Blechlawine kein sooo großes Problem.
kaufhalle schrieb:


ferdimh schrieb:
Über beides sollte man sich eigentlich freuen.
Könnte man, wenn es nix kosten würde. Es kostet aber.
Moin kaufhalle,

manche Sachen gibt es eben nicht umsonst... und eine gewisse Leistung sollte auch Geld wert sein. Kann auch indirekt sein, z.B. Steuergelder für mehr Straßenbahnfahrten...

Warum bist Du eigentlich so darauf fixiert, daß hier ein kostenloser Service für Parkhausnutzer geschaffen wird?
Autofahrer, die vom Parkplatz aus die Bahn nutzen, machen sicher einen Teil der Fahrgäste aus. Den Nutzen hat ferdimh beschrieben.
Aber die Bahn ist für alle Fahrgäste da - sogar Zeitkartennutzer dürfen mitfahren!
Vom Hbf. aus in die Innenstadt bietet die 11 zusätzliche Kapazität und eine bisher nicht vorhandene Direktverbindung zur Haltestelle Obernstr. mitten in der Fußgängerzone.
Die Bahnen sind inzwischen in Bremen wieder ganz gut besetzt. Am Hbf. müssten die Zugreisenden also in eine volle Bahn einsteigen - mit der 11 haben sie eine attraktivere Alternative, da sie erst am Bürgerpark startet, ist sie noch leer.

Ich weiß nicht, ob Fahrgastbefragungen geplant sind, um mehr Infos zu bekommen, wer denn da so mitfährt und was ihn dazu motiviert hat.
Ansonsten kann man den Erfolg einfach an Nutzerzahlen ablesen: Linie 11 voll = wird angenommen. Wenn andere Linien gleichzeitig leerer sind = Verlagerung.
Wenn die 11 leer bleibt = kein Erfolg.

Die Einstellung, daß Autofahrer einzig und allein Straßenbahn fahren, wenn sie kostenlos ist, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.
Und warum ein kostenloses Parkhaus den gleichen Effekt auf die Förderung des ÖPNV haben soll, wie eine kostenlose Straßenbahnlinie, ist mir völlig rätselhaft.

Wie wäre Denn Dein Urteil, wenn die BSAG einfach ohne großen Presserummel vier zusätzliche Umläufe als Verdichter auf bestehende Linien schickt, ganz normaler Linienverkehr mit den üblichen Fahrkarten?
Kostet das gleiche wie vier Kurse als neue Linie 11 (mit der Annahme, daß die km-Leistung ähnlich sein wird).

Viele Grüße
schienenbär42 / Björn
Moin in die Runde,

hier bahnt sich auch ein Widerspruch in der Bremer Politik an.

Die Umwelt- und Verkehrssenatorin (Grüne) will die Straßenbahn weiterhin in der Fußgängerzone Obernstraße/Hutfilterstraße (für die Auswärtigen: zwischen Domsheide und Am Brill) behalten. Politiker anderer Regierungsparteien (SPD und Die Linke) bevorzugen die Herausnahme der Bahnen aus der Fußgängerzone und die Verlegung in die parallel verlaufenden Martinistraße, was für die Fahrgäste eine Verschlechterung der Erreichbarkeit der Geschäfte zur Folge haben wird. Leider sind die Befürworter dieser Verlegung, sei es in der Politik, bei der Handelskammer und auch in den veröffentlichten Leserbriefen in der Lokalzeitung Weser-Kurier, scheinbar in der Mehrheit.

Da die Linie 11 aber von der City-Initiative, die ja die Geschäftsleute der Innenstadt vertritt, mit ins Leben gerufen wurde, hoffe ich dass auf diesem Wege die Befürworter der Straßenbahn in der Fußgängerzone gestärkt werden und den Leuten, die für die Verlegung sind, der Wind aus den Segeln genommen wird.

Eigentlich hätte es im Juli eine Großbaustelle mit Gleisersatzbau der Anlage Am Brill/Bürgermeister-Smidt-Straße geben sollen, die zur Folge gehabt hätte, dass die Bahnen (auch die neue Linie 11) für mehrere Wochen die gewohnte Strecke durch die Fußgängerzone nicht hätten befahren können. In dieser Zeit wollten die Verlegungs-Befürworter durch viele Aktionen auf den Gleisen zeigen, dass ihre Argumente für die Verlegung sprechen. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den Weichen für den Gleisersatzbau, wurde diese Baumaßnahme abgesagt ins nächste Jahr verschoben. Im Hinblick auf die geplanten Aktionen der Verlegungs-Befürworter, freut mich das sehr!

In diesem Zusammenhang gibt es auch einen Streit um den dringend erforderlichen Umbau der Gleis- und Haltestellenanlagen auf der Domsheide. Die Verkehrssenatorin und auch die BSAG und die Behindertenverbände bevorzugen die Zusammenlegung der Haltestellen vor dem Konzerthaus "Die Glocke". Die Wirtschaftsenatorin (Die Linke) und andere Interessengruppen wollen die Haltestellen in die Balgebrückstraße verlegen, damit es vor der Glocke keine Weichen mehr für die Trennung der Bahnen des Ost-West-Netzes (2 und 3) und des Nord-Süd-Netzes (4, 6 und 8) gibt, die zu Erschütterungen führen und das Konzerterlebnis in der Glocke schmälern. Argumente der BSAG, dass "Flüstergleise" verlegt würden, werden nicht als ausreichend akzeptiert. Damit würde auch die Verlegung der Bahnen aus der Fußgängerzone heraus einhergehen, da diese die Haltestellen in der Balgebrückstraße sonst nicht erreichen würden. Die neue Linie 11 wäre dann als direkter Zubringer vor die Geschäfte wohl auch überflüssig werden.

Gruß aus Bremen
Dietmar

schienenbär42 schrieb:
Vom Hbf. aus in die Innenstadt bietet die 11 zusätzliche Kapazität und eine bisher nicht vorhandene Direktverbindung zur Haltestelle Obernstr. mitten in der Fußgängerzone.


Viele Grüße
schienenbär42 / Björn
ferdimh schrieb:
Zitat

Da wäre 1. die Frage, ob man dafür betrieblichen Mehraufwand wirklich brauchte und 2. warum genau das konstenlos sein muss. Die Antwort ist klar: Weil die Straßenbahn sonst nicht benutzt würde. Autofahrer, die ÖPNV nur abgreifen, wenn er kostenlos sind, sind ein äußerst schlechtes Geschäft.
Das hat u.A. den Nutzen, dass "Der Nahverkehr ist ja soooo teuer" als Gegenargument wegfällt (was er im Übrigen für genau das Szenario auch ist!). Die Hoffnung dahinter ist, dass die Erfahrung "Einsteigen, nichts tun müssen, keinen Streß haben, Aussteigen" überhaupt mal erlebt wird, und man so dann eventuell auch zahlungsfähige Kundschaft gewinnt.

Und genau diese Hoffnung ist völlig unrealistisch. Im Gegenteil, es entsteht der Eindruck, ÖPNV müsse nix kosten. Dem Problem der Hemmschwelle "ÖPNV ist zu teuer" begegnet man mit einer angemessenen Preispolitik für alle.

ferdimh schrieb:
Natürlich kostet das.
Aber die Stadt könnte noch viel mehr Geld sparen, indem sie den Nahverkehr, den DU nutzen möchtest, ohne dass DU für das "sinnlose" Projekt zur Kasse gebeten werden möchtest, einfach nicht mehr subventioniert. Das GVFG kassieren wir gleich mit ein. Dafür soll der Bund Geld augeben? Kannst ja Auto fahren.

Was soll das denn jetzt? Kann es sein, dass dir nicht klar ist, dass solche Gratisangebote überproportionale Kosten verursachen? Das eine sind die Kosten für ein bestelltes Zusatzangebot, da ist sonst aber immer der Eigenanteil der Fahrgäste in Form von Fahrgeldeinnahmen berücksichtigt. Das entfällt beim Nulltarif, hier muss der Besteller die vollen Kosten tragen. Und daher ist ein Vergleich mit sonstiger ÖPNV-Nutzung abwegig.

ferdimh schrieb:
Wenn man über Verbote versucht, den PKW-Verkehr zu reglementieren, passiert, was passiert, wen Verbote an Grenzen enden:
Die Nachbarstadt/Gemeinde stellt einen Shoppingtempel mit mächtigem Parkhaus so nah wies geht daneben. Gibt viel Gewerbesteuer, und im Umland hat man mit der Blechlawine kein sooo großes Problem.

Ohne Verbote geht es nicht. Hinsichtlich Bremens hat die Raumordnung aufgrund der Landesgrenze Einschränkungen, ansonsten wird da durchaus raumordnend eingegriffen.

schienenbär42 schrieb:
manche Sachen gibt es eben nicht umsonst... und eine gewisse Leistung sollte auch Geld wert sein. Kann auch indirekt sein, z.B. Steuergelder für mehr Straßenbahnfahrten...

Soweit kein Problem, nur sind hier die Kosten aufgrund des Nulltarifs überproportional.

schienenbär42 schrieb:
Warum bist Du eigentlich so darauf fixiert, daß hier ein kostenloser Service für Parkhausnutzer geschaffen wird?

Weil das ganz offensichtlich der wesentliche Zweck ist.

schienenbär42 schrieb:
Autofahrer, die vom Parkplatz aus die Bahn nutzen, machen sicher einen Teil der Fahrgäste aus. Den Nutzen hat ferdimh beschrieben.

Nicht wirklich. Man könnte die Parkhausnutzer ja auch dafür bezahlen lassen.

schienenbär42 schrieb:
Aber die Bahn ist für alle Fahrgäste da - sogar Zeitkartennutzer dürfen mitfahren!

Welch großartiges Entgegenkommen. Beachte: Die bezahlen dafür.

schienenbär42 schrieb:
Vom Hbf. aus in die Innenstadt bietet die 11 zusätzliche Kapazität und eine bisher nicht vorhandene Direktverbindung zur Haltestelle Obernstr. mitten in der Fußgängerzone.
Die Bahnen sind inzwischen in Bremen wieder ganz gut besetzt. Am Hbf. müssten die Zugreisenden also in eine volle Bahn einsteigen - mit der 11 haben sie eine attraktivere Alternative, da sie erst am Bürgerpark startet, ist sie noch leer.

Soweit ist das ja alles gut, aber dafür braucht man kein Kostenlosangebot. Die Zugreisenden werden ja in der Regel einen Verbundfahrschein haben, in dem die Straßenbahn in die Innenstadt bereits mitbezahlt wurde.

schienenbär42 schrieb:
Ich weiß nicht, ob Fahrgastbefragungen geplant sind, um mehr Infos zu bekommen, wer denn da so mitfährt und was ihn dazu motiviert hat.
Ansonsten kann man den Erfolg einfach an Nutzerzahlen ablesen: Linie 11 voll = wird angenommen. Wenn andere Linien gleichzeitig leerer sind = Verlagerung.
Wenn die 11 leer bleibt = kein Erfolg.

Eher ein Scheinerfolg, weil nicht nachhaltig

schienenbär42 schrieb:
Die Einstellung, daß Autofahrer einzig und allein Straßenbahn fahren, wenn sie kostenlos ist, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.
Und warum ein kostenloses Parkhaus den gleichen Effekt auf die Förderung des ÖPNV haben soll, wie eine kostenlose Straßenbahnlinie, ist mir völlig rätselhaft.

Es geht hier überhaupt nicht um ÖPNV-Förderung. Das ist nicht das Ziel der Aktion.

schienenbär42 schrieb:
Wie wäre Denn Dein Urteil, wenn die BSAG einfach ohne großen Presserummel vier zusätzliche Umläufe als Verdichter auf bestehende Linien schickt, ganz normaler Linienverkehr mit den üblichen Fahrkarten?
Kostet das gleiche wie vier Kurse als neue Linie 11 (mit der Annahme, daß die km-Leistung ähnlich sein wird).

Nein, kostet nicht das gleiche. Du kannst als Vergleich auch einfach eine kostenpflichtige Linie 11 nehmen. Kostet zunächst mal das gleiche, bringt bei angemessener Nutzung (also das, was du als "Erfolg" verbuchen würdest) aber auch zusätzliche Einnahmen, die den Kosten gegenzurechnen sind. Kostet letztlich also weniger - und zwar erheblich weniger, man darf hier wohl durchaus den üblichen Kostendeckungsgrad ansetzen.

Dietmar Krebs schrieb:
hier bahnt sich auch ein Widerspruch in der Bremer Politik an.

Ich zitiere das jetzt nicht alles, weil ich darauf nicht individuell antworten kann. Aber das ist jetzt mal eine sinnvolle Argumentation. Wenn die Linie 11 in diesem politischen Spiel einen Zweck erfüllen kann (das lese ich so raus), ist das eine im Prinzip sinnvolle Begründung.

Och nö — nicht schon wieder!

geschrieben von: Hansawagen

Datum: 11.06.21 23:09

Hört denn diese Diskussion gar nicht auf?

Mit meinem Eingangsbeitrag wollte ich lediglich darauf hinweisen, dass es jetzt eine neue Straßenbahnlinie gibt.
Hätte ich vorher geahnt, dass das Thema derart zerredet wird, hätte ich auf den Hinweis verzichtet.

Sollte es künftig wieder etwas Besonderes zu berichten geben, dann ohne mich. Da können sich dann andere mit beschäftigen.


Mit freundlichen Grüßen
Peter

Linie 11 - Tram endet hier

geschrieben von: schienenbär42

Datum: 12.06.21 01:51

Moin,

Die Kosten (Fahrzeuge, Personal etc.) sind für 4 Kurse Linie 11 die gleichen wie bei anderen Linien - unterschiedlich sind die Einnahmen. Aber auch wenn man bezahlen müßte, würden wahrscheinlich nur wenige Fahrgäste eine Extra-Fahrkarte für die 11 benötigen, da sie aus anderen Linien umsteigen. Also kein riesiger Einnahmenverlust, vielleicht ein paar Kurzstreckenfahrkarten. Wurde sicher vorher durchgerechnet. Und dann entschieden, diesen Einnahmeverlust zu akzeptieren - denn eine neue Linie mit Freifahrt läßt sich viel plakativer vermarkten als ein paar E-Wagen.
Und verrate bloß niemand den Autofahrern, daß der Parkschein in Bremen auch für die Straßenbahn gilt... womöglich bleiben sie dann weg, da es ja gar kein kostenloses Extra mehr gibt. Oder sie laufen gleich in die Innenstadt, was von den meisten Parkhäusern sowieso bequemer ist... bleibt mehr Platz für die Umsteiger am Hbf., das waren nach meiner Beobachtung deutlich mehr.

Die Ansicht, daß Autofahrer ÖPNV nur abgreifen, weil er kostenlos ist, und sobald sie zahlen müssen, sitzen sie wieder im Auto, teile ich nicht. Auch aus Nichtnutzern kann man erstmal Gelegenheitsnutzer machen, von denen langfristig einige Stammkunden werden können. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das zu erreichen - eine wird hier erprobt. Lieber mal ein paar Praxiserfahrungen sammeln, als alles gleich mit Totschlagargumenten abbügeln.

Und bevor es zur Endlosschleife wird: Endstation, bitte alle aussteigen!
20210605 Li 11 (4).JPG
(Ende der 1. Runde Linie 11 am 5.6., Ankunft am Bürgerpark).

Morgen gibts wieder die Gelegenheit, kostenlos Runden mit der 11 zu drehen - lieber einfach mal ausprobieren, statt endlos zu diskutieren!

Viele Grüße
schienenbär42 / Björn