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Eine Überraschung war für mich bei den Jubiläumsfahrten am letzten Sonntag der Einsatz des Stoag Triebwagens 25. Das Fahrzeug wurde nach unterschiedlichen Quellen 1899 von Herbrand gebaut.

Dazu hat sich die Frage ergeben, ob das Fahrzeug tatsächlich der aktuell älteste betriebsfähige und zugelassene Straßenbahntriebwagen in Deutschland ist ? M.E. gibt es ältere erhaltene Fahrzeuge in Deutschland. Aber sind die betriebsfähig und zugelassen ?

Eine weitere Frage habe ich zu den Einsätzen des Fahrzeuges. Sie finden offenbar nur äußerst selten statt. Im Netz habe ich Fotos aus dem Jahr 2003 gefunden. Gab es danach keine Fahrten mehr ?

Hier noch ein Foto von dem Triebwagen am Neumarkt in Sterkrade. Foto: Jörg Seidel

Joerg Seidel Stoag 2021 Neumarkt Tw 25 003 low.jpg
Die Diskussion gab es hier schon einmal vor längerer Zeit und wird sich nun wiederholen.
Alt, betriebsfähig und zugelassen sind die Stichworte. Ich würde dem noch Original oder Replikat hinzufügen, denn wieviel Substanz bleibt bei der Restaurierung eines Altwagens überhaupt erhalten?
Aus dem Leipziger Straßenbahnmuseum gehört auf jeden Fall der hist. Triebwagen 308 der Großen Leipziger Straßenbahn (GLSt) Baujahr 1896 dazu. Der wird bestimmt nächstes Jahr zum 150. Jubiläum zu sehen sein.
Gruß Jens-Peter

[HAL] Tw 4 Baujahr 1894

geschrieben von: Matthias Pietschmann

Datum: 03.06.21 12:57

Hallo,

in Halle ist der Triebwagen 4 (ebenfalls von Herbrand) betriebsfähig und ist Baujahr 1894.

Hier ein Link zur Fahrzeugseite.

Viele Grüße
Matthias



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.06.21 12:59.
Hallo,

der Wagen hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde er 1899 bei der Fa. Herbrand in Köln. Für die Abschiedsfahrt der (ersten) Oberhausener Straßenbahn im Jahr 1968 wurde er noch einmal rausgeputzt, bevor er dann ab 1969 für Jahrzehnte im Straßenbahnmuseum Wehmingen bei Hannover war. Als eine neue Straßenbahn in Oberhausen gebaut wurde, kam er 1997 zurück in seine alte Heimat und wurde komplett restauriert. Seit 2002 darf er wieder fahren und galt damals als ältester für öffentliche Straßenbahnnetze zugelassener Triebwagen in Deutschland.

2004 gab es regelmäßige Fahrten mit dem Fahrzeug. Von Mai bis Oktober fuhr er an jedem ersten Samstag im Monat zwei Touren Mülheim - Oberhausen-Sterkrade und zurück. Ob es danach noch Einsätze gab, weiß ich nicht.

Viele Grüße
Joachim
Einzelne Teile des Wagens stammen wohl von 1899, aber Fahrzeuge in solchem Alter wurden schon in ihrer aktiven Zeit häufig mehrfach umgebaut, und bei der großen Restaurierung in den 1990er-Jahren dürfte wohl ein weiter großer Teil der Substanz erneuert worden sein. Auch die Kombination von Herbrand-Wagenkasten und Weyer-Fahrgestell klingt nicht danach, als wenn dies schon zum Ablieferungszeitpunkt so war.

Tw 656 ex-HHA ebenfalls Baujahr 1894

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 03.06.21 13:49

Ob der derzeit betriebsfähig ist, weiß ich allerdings nicht.
Z. B. bei der Einweihung der neuen Teil-Streckenführung der L 109 über den Berthold-Beitz-Boulevard in Essen am 19. Oktober 2014 war Tw 25 dabei.
Im Bild biegt er sogleich aus der Frohnhauser Straße nach links in den BBB.

https://abload.de/img/img_56453ejcz.jpg

https://abload.de/img/1549alfried-krupp-schlekjs.jpg [size=14px]Beiträge von mir[/size]https://abload.de/img/1588b4pjjgd.jpg

Re: Ankunft in Wehmingen 1 Bld

geschrieben von: Rote11

Datum: 03.06.21 16:46

https://abload.de/img/oberhausen25dsmhx0khh.jpg

Gruß Wolfgang

Rote11,
http://s14.directupload.net/images/140201/l6qsxysi.jpg
Rote11;Die Straßenbahnlinie zwischen Hannover und Hildesheim
Zwischen dem Aufenthalt im DSM/HSM und der Rückkehr nach Oberhausen lag noch ein Aufenthalt in Nordhausen, der zwar vom damaligen Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs arrangiert wurde - mit dem Ziel der Aufarbeitung, aber dazu kam es dann nicht und das Fahrzeug konnte nach Oberhausen abgegeben werden.
Der Triebwagen stand auch nicht auf den Gleisen der Strassenbahn, sondern zusammen mit einem zweiten Strassenbahnwagen in einer Halle in Nordhausen.

Sorry if I looked interested.
I am not.
JörgS schrieb:
Eine Überraschung war für mich bei den Jubiläumsfahrten am letzten Sonntag der Einsatz des Stoag Triebwagens 25.
Eine Überraschung war es m.A.n. nicht, sondern bei dieser Gelegenheit eine Selbstverständlichkeit. (Umso ärgerlich war daher die Nicht-Teilnahme des Dreiachsers 322. Weder das Jubiläum noch die Arbeitsbeschränkungen für die Vereine sind schließlich erst gestern vom Himmel gefallen...)

JörgS schrieb:
Zitat:
Eine weitere Frage habe ich zu den Einsätzen des Fahrzeuges. Sie finden offenbar nur äußerst selten statt. Im Netz habe ich Fotos aus dem Jahr 2003 gefunden. Gab es danach keine Fahrten mehr ?
Doch, die gab es. Allerdings nur bei bestimmten Gelegenheiten (Liste wahrscheinlich nicht vollständig):
- September 2005: Tag der offenen Tür im Betriebshof Bochum-Engelsburg
- Mai 2006: 10 Jahre ÖPNV-Trasse
- April 2012: 115 Jahre Straßenbahn in Oberhausen (zwei Fahrten Oberhausen Hbf. - Neumarkt)
- September 2013: Tag der offenen Tür im Betriebshof Essen-Stadtmitte (120 Jahre Straßenbahn)
- Oktober 2014: Eröffnung Neubaustrecke Essen Alfred-Krupp-Schule - ThyssenKrupp
- September 2018: Tag der offenen Tür im Betriebshof Essen-Schweriner Straße (125 Jahre Straßenbahn, nur ausgestellt)
Hallo!

Doch, doch, das Fahrgestell ist original. Original im Sinne von "der Serie zugehörig", also so von Herbrand an die Straßenbahn Oberhausen ausgeliefert. Allerdings wurden die Fahrzeuge dieser Serie schon in den ersten HU-Perioden mehrfach und unterschiedlich umgebaut. Final überlebte der sogenannte TW 25 ab den dreißiger Jahren als Atw. Dabei war er aber nicht allein. Ob nach weiteren Umbauten und Umnummerierungen dieser Tw exakt der Tw 25 der Auslieferung oder ein Schwesterfahrzeug ist, daran bestehen zumindest leise Zweifel. Denn man wird seinerzeit bei der Betriebseinstellung der ersten Oberhausener Straßenbahn der historischen Korrektheit keine allzugroße Bedeutung beigemessen haben, die Kosten der Aufarbeitung mussten wohl auch im Rahmen bleiben. Die äussere Erscheinung wich schon stark vom Auslieferungszustand ab. Die hat man aber dann bei der erneuten Aufarbeitung 1997 doch wieder stark der Ursprungsbauart angenähert. Was ist also original?

Bezüglich der seltenen Einsätze seit der seinerzeitigen Aufarbeitung: Wer das Fahrzeug am Sonntag gehört hat, kann sich vorstellen, dass die StOAG das Fahrzeug weitgehend schonen möchte. Offensichtlich befindet sich im Antrieb noch reichlich Originalsubstanz. Und diese wäre nun immerhin 122 Jahre alt.

Gruß

Guido
Das ist interessant, denn sowohl Herbrand als auch Weyer haben ja üblicherweise beides gebaut, Fahrgestelle wie Wagenkästen. Ist der Grund bekannt warum Herbrand damals Fahrgestelle bei der Konkurrenz (und dann noch in der „verbotenen Stadt“) zugekauft hat?
Bernhard Martin schrieb:
Umso ärgerlich war daher die Nicht-Teilnahme des Dreiachsers 322. Weder das Jubiläum noch die Arbeitsbeschränkungen für die Vereine sind schließlich erst gestern vom Himmel gefallen...)
Ich kenne mich da nicht gut aus, aber hat überhaupt ein Wagen der Mülheimer Verkehrshistorischen teilgenommen?
MissFitz schrieb:
Bernhard Martin schrieb:
Umso ärgerlich war daher die Nicht-Teilnahme des Dreiachsers 322. Weder das Jubiläum noch die Arbeitsbeschränkungen für die Vereine sind schließlich erst gestern vom Himmel gefallen...)
Ich kenne mich da nicht gut aus, aber hat überhaupt ein Wagen der Mülheimer Verkehrshistorischen teilgenommen?
Nein.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
Früherwarallesbesser schrieb:Zitat:
Das ist interessant, denn sowohl Herbrand als auch Weyer haben ja üblicherweise beides gebaut, Fahrgestelle wie Wagenkästen. Ist der Grund bekannt warum Herbrand damals Fahrgestelle bei der Konkurrenz (und dann noch in der „verbotenen Stadt“) zugekauft hat?
Solche Seltsamkeiten gab es aber später auch noch: So haben die Frankfurter P(t(b)) Motoren von AEG, aber Simaticsteuerung. Hier hat man auch offensichtlich Material von direkten Konkurrenten zusammengewürfelt.
Christoph Zimmermann schrieb:
MissFitz schrieb:
Ich kenne mich da nicht gut aus, aber hat überhaupt ein Wagen der Mülheimer Verkehrshistorischen teilgenommen?

Nein.
Ging ja auch schlecht: Weder der Großraumwagen 227 noch der GT6 259 können als Einrichtungswagen nach Oberhausen fahren. (Laut tram-info sind beide momentan auch abgestellt.) Und den HTw 216 hat man leider seit Jahren fahruntüchtig in der Alten Dreherei abgestellt.
Guido Strauß schrieb:
Bezüglich der seltenen Einsätze seit der seinerzeitigen Aufarbeitung: Wer das Fahrzeug am Sonntag gehört hat, kann sich vorstellen, dass die StOAG das Fahrzeug weitgehend schonen möchte. Offensichtlich befindet sich im Antrieb noch reichlich Originalsubstanz. Und diese wäre nun immerhin 122 Jahre alt.
Man hat den Wagen auch am Sonntag etwas weniger hart rangenommen als die beiden Essener: Nach dem "Korso" fuhr er nur zwischen Neumarkt und Oberhausen Hbf., während die drei anderen Wagen bis Landwehr weiterfuhren.