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Guten Morgen,

über einen HiFo-Beitrag bin ich auf den Youtube-Kanal von "Friedrich List" gestoßen, der dort zahlreiche seiner alten Videofilme vor allem aus den 90ern hochgeladen hat.
Falls derjenige hier mitliest, zunächst einmal vielen vielen Dank dafür!

Aus Dortmunder Sicht hat mich dieses Video aus dem Januar 1993 fasziniert, da es aus heutiger Sicht doch so einige Highlights bietet:

Quelle: YouTube

- mit dem GT4 435 am Betriebshof Westfalendamm durch die Wagenhalle und anschließend durch den Stadtbahntunnel zum Fredenbaum, Schleife Westfalenstadion, alter Bahnhof Westfalenhalle und Hohe Str.
- mit einem Zug aus 279, 598 und 712 nach Marten mit Umfahrung der Beiwagen
- oberirdisch durch die Innenstadt und die Strecke nach Hombruch vor dem Stadtbahnumbau
- mit einer N8C-Doppeltraktion über die nur noch als Betriebsstrecke befahrene Bornstr. und weiter auf die U42 bis nach Grevel

Da fallen einem als Ortsvertrauter so wahnsinnig viele Details auf, die sich heute geändert haben, nur ein paar Beispiele:
- Oldtimer im Tunnel? Er hat Jehova gesagt. Damals hingegen war der 435 dank Fahrsperre tunnelgängig!
- die vielen Veränderungen auf den Oberflächenstrecken, es gab mehrheitlich noch Haltestellen in Minimalausstattung ohne jeden Bahnsteig
- es gab noch keine Emscherallee in Dorstfeld
- Tunnel I noch mit zwei Zugsicherungen (ZUB und Fahrsperren) sowie Vorsignalen ausgerüstet, alle Bahnsteige geteilt für N8 und B80
- U42-Nordast noch weit vom Endausbau entfernt, alle Bahnsteige noch mit einem provisorischen Tiefbahnsteig für Einsätze von N8C auf der U42 versehen
- Schulte Rödding noch ohne Dach und noch mit dem provisorischen Kehrgleis, welches beim Abbau des Gleisdreiecks (was eigentlich eine Vorleistung für die Querspange durch Eving sein sollte) angelegt wurde
- auf der Bornstr. noch keine Streckensicherungsanlagen, Stadtbahn noch im Ampelumlauf und kein signalisiertes Falschfahren.

Eine N8C-Doppeltraktion nach Grevel dürfte auch echten Seltenheitswert gehabt haben. Ich weiß, dass es da mal gegen 1979 Demonstrationsfahrten mit einer Dreifachtraktion gab, aber ansonsten war das im Planbetrieb nie möglich.
Ist jemand der "Fotografenmeute" hier anwesend und könnte Aufnahmen dieser Fahrt zeigen?

Weiterhin fällt mir da noch etwas zur Betriebsstrecke in der Bornstr. ein: diese wurde einige Zeit später zwischen dem Gleiswechsel Jägerstr. und der Kreuzung Mallinckrodtstr. noch eingleisig zurückgebaut. Mir ist aber nicht mehr erinnerlich, warum man sich diesen Aufwand noch gemacht hat?

Interessant auch hier ein Vergleichsvideo von Ende 1991, das eine komplette Mitfahrt von Hombruch nach Grevel auf der 402 zeigt: [www.youtube.com]
Da waren auf dem gesamten oberirdischen Ast nach Grevel quasi noch gar keine Anzeichen für den Stadtbahnumbau zu sehen, aber nur neun Monate später ging die U42 so in Betrieb, wie sie auch im Video zu sehen ist.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 07:11.
Guten Morgen,

ja schöne Videos! Frage: Gab es nach Grevel noch N-Wagen Einsätze nach der Tunneleröffung 1992. Auf dem Video ist es ja eine Sonderfahrt, aber die Bahnsteige sind ja zum Teil noch flach.

Gruß
Patrick
Das war eine Streckenbereisungssonderfahrt der DGEG, Herr Rauschkolb.
Ich habe mich noch nicht entdeckt, dafür andere bekannte Gesichter.


Vereinzelnt hat es auch N8-Fahrten auf der U42 in den Anfangstagen gegeben.
Kalle Grabowski schrieb:
Weiterhin fällt mir da noch etwas zur Betriebsstrecke in der Bornstr. ein: diese wurde einige Zeit später zwischen dem Gleiswechsel Jägerstr. und der Kreuzung Mallinckrodtstr. noch eingleisig zurückgebaut. Mir ist aber nicht mehr erinnerlich, warum man sich diesen Aufwand noch gemacht hat?

Die zurück gebaute Verbindung war weiterhin notwendig zur Zu- und Abführung der B-Wagen in den Tunnel Stadtgarten-Bornstraße. Oberirdisch wurden die B-Wagen zur Rampe Bornstraße zugeführt.
Erst mit Eröffnung zum Stadion hatte die U42 einen Zugang zum Betriebshof Dorstfeld über Remy-Damm-Hauptbahnhof-Hafen.
ingo st. schrieb:
Kalle Grabowski schrieb:
Weiterhin fällt mir da noch etwas zur Betriebsstrecke in der Bornstr. ein: diese wurde einige Zeit später zwischen dem Gleiswechsel Jägerstr. und der Kreuzung Mallinckrodtstr. noch eingleisig zurückgebaut. Mir ist aber nicht mehr erinnerlich, warum man sich diesen Aufwand noch gemacht hat?

Die zurück gebaute Verbindung war weiterhin notwendig zur Zu- und Abführung der B-Wagen in den Tunnel Stadtgarten-Bornstraße. Oberirdisch wurden die B-Wagen zur Rampe Bornstraße zugeführt.
Erst mit Eröffnung zum Stadion hatte die U42 einen Zugang zum Betriebshof Dorstfeld über Remy-Damm-Hauptbahnhof-Hafen.
Das ist mir schon klar, meine Frage zielte darauf ab, warum dieses Stück noch eingleisig zurückgebaut wurde, wofür an der Kreuzung Born/Mallinckrodt noch extra eine Weiche eingebaut werden musste.

N8 auf der U42 habe ich selber als Verstärker an den Adventssamstagen 1992 zwischen Stadtgarten und Schulte Rödding erlebt, sie sollen aber als B80-Ersatz auch auf Plankursen vorgekommen sein. Man gucke sich die Lage der Tiefbahnsteige und die dazu passenden Kommentare im Video an... ;-)

Achja, wie man sowas damals ohne Internet mitbekommen hat? Indem man zufällig oben an der Reinoldikirche steht und sich wundert, warum ein ZUB100-N8C als Dienstwagen in Richtung Ostentor (also in Richtung der Zuführungsstrecke) durchfährt. Da diese Wagen (zu diesem Zeitpunkt nur die Tw. 110-120 und 139) damals sonst eigentlich nur auf den Stadtbahnlinien im Tunnel I fuhren, konnte man dann 1 und 1 zusammenzählen...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 11:52.
Kalle Grabowski schrieb:
Das ist mir schon klar, meine Frage zielte darauf ab, warum dieses Stück noch eingleisig zurückgebaut wurde, wofür an der Kreuzung Born/Mallinckrodt noch extra eine Weiche eingebaut werden musste.
Ich rate mal: Gleisabstand.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.
Christoph Zimmermann schrieb:
Kalle Grabowski schrieb:
Das ist mir schon klar, meine Frage zielte darauf ab, warum dieses Stück noch eingleisig zurückgebaut wurde, wofür an der Kreuzung Born/Mallinckrodt noch extra eine Weiche eingebaut werden musste.
Ich rate mal: Gleisabstand.
Nee, der Rückbau erfolgte ja erst, nachdem da schon eine ganze Zeit lang täglich B-Wagen fuhren. Die ganze Zuführungsstrecke von Dorstfeld bis zur Rampe Bornstr. war für Begegnungen nicht wirklich ausgelegt, sodass das i.d.R. nur in der betriebsfreien Zeit passierte (oder, wie vor vielen Jahren mal im HiFo von Th.D. geschildert, auch tagsüber mit genau über Funk abgesprochenen Kreuzungspunkten).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 12:24.
Zwischen Mallinckrodtstraße und Missundestraße wurde wieder eine Fahrspur für den IV frei.
Wenn man Nachts sicher gehen will, das das Gleis frei ist, legt man das Strassengleis still.

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Hallo,

erstmal herzlichen Dank für eure Antworten. Ich dachte immer ab 1992 wurde die Strecke rein ""B"fahren". Hab ich wieder was gelernt :-).

Zum Thema Eingleisigkeit stand bei Tramtracks (via Wayback noch zu erreichen) auch was von Platz für den Aufzug für die Haltestelle "Brunnenstraße". Das kann aber natürlich auch später passiert sein und war nicht der Grund für die Eingleisigkeit.

Schönen Abend

Patrick



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 20:19.
El Barto schrieb:
Hallo,

erstmal herzlichen Dank für eure Antworten. Ich dachte immer ab 1992 wurde die Strecke rein ""B"fahren". Hab ich wieder was gelernt :-).


1993 gab es auch noch eine Sonderfahrt der DoSF, da wurde mit dem GT8 64 immerhin noch bis zum Gleiswechsel Jägerstr. gefahren.
Vorher ging es noch mit dem Gespann 435+598 vom Westfalendamm zur Hauptwerkstatt Immermannstr. und dann noch weiter ins Oberflächennetz.

@Ingo: ah, ja das könnte tatsächlich eine Erklärung sein!
Kalle Grabowski schrieb:
El Barto schrieb:
Hallo,

erstmal herzlichen Dank für eure Antworten. Ich dachte immer ab 1992 wurde die Strecke rein ""B"fahren". Hab ich wieder was gelernt :-).


1993 gab es auch noch eine Sonderfahrt der DoSF, da wurde mit dem GT8 64 immerhin noch bis zum Gleiswechsel Jägerstr. gefahren.
Vorher ging es noch mit dem Gespann 435+598 vom Westfalendamm zur Hauptwerkstatt Immermannstr. und dann noch weiter ins Oberflächennetz.

@Ingo: ah, ja das könnte tatsächlich eine Erklärung sein!
Anfang 1996 gab es auch noch eine Sonderfahrt mit dem GT8 Partywagen 221 bis zur ehemaligen Haltestelle Born-/Mallinckrodtstr.. ;-)
Es wurde auch der Umbau der Mallinckrodt-/Borsigstraße von Hauswand zu Hauswand durchgeführt, wo die Gleise an der Brunnenstraße den geplanten Baumscheiben und anderer Gestaltungselemente im Wege stand.

Danke für den Link.

geschrieben von: matzehbs

Datum: 04.05.21 07:27

Auch wenn ich von Dortmund kaum was kenne - abgesehen von der U-Bahn zum Westfalenstadion des BVB - ist dieses Video sehr sehenswert

Re: Danke für den Link.

geschrieben von: Samba Tw 303

Datum: 04.05.21 09:06

matzehbs schrieb:
Auch wenn ich von Dortmund kaum was kenne - abgesehen von der U-Bahn zum Westfalenstadion des BVB - ist dieses Video sehr sehenswert
Naja was die Tunnelfahrt so sehenswert macht ist die Tatsache dass Museumswagen sehr selten und nur mit viel Druck dort anzutreffen waren. Zumal es später bei der ZUB auch nicht mehr möglich war und mir sind bis heute nur wenige Überführungsfahrten des 279 zu/von Veranstaltungen bekannt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 09:25.

Re: Danke für den Link.

geschrieben von: trixexpress

Datum: 04.05.21 09:46

Tach zusammen, bin zwar nicht gebürtig oder wohnhaft in Dortmund und doch habe ich gewisse Beziehungen zu dieser Stadt und habe die Veränderungen des Straßenbahnnetzes mitbekommen. Einzig das Folgende lässt mich nicht in Ruhe: Das ehemalige Gleis vom Betriebshof an der Deggingstraße zwischen den Fahrbahnen auf der B1, also diese provisorische eingleisige Rampe "Märkische Straße", die schon längst wieder verschwunden ist - an welcher Tunnelstrecke war dieses Gleis angeschlossen ? Ich kann mir nicht vorstellen, dass da auch die Strecke nach Aplerbeck zur Rampe Kohlgartenstraße unterirdisch verläuft. Gibt es diese Tunnelröhre noch, nachdem die Rampe abgebaut wurde ?

Re: Danke für den Link.

geschrieben von: derasselner

Datum: 04.05.21 10:19

Der Betriebshof lag an der Märkischen Str./Ecke B1 und somit an der alten Strecke der Straßenbahn nach Hörde. An der Deggingstr. ist die Verwaltung der Stadtwerke und da war auch ein Betriebshof der Wasserversorgung, aber nichts mit Bahn.
Mmn wurde zuerst der Innenstadt-Tunnel fertig gestellt und die Aplerbecker Stecke im B1 Mittelstreifen endgültig angebunden. Der Betrieb nach Hörde lief noch einige Zeit davon abzweigend über die provisorische Rampe und am Betriebshof vorbei, bzw. dieser war dort angebunden. Erst später ging es auch unterirdisch bis Hörde Clarenberg.
Der Tunnelstumpf dient jetzt möglicherweise als Abstellanlage? Details würden mich auch interessieren.

Re: Danke für den Link.

geschrieben von: Kalle Grabowski

Datum: 04.05.21 11:09

derasselner schrieb:
Der Betriebshof lag an der Märkischen Str./Ecke B1 und somit an der alten Strecke der Straßenbahn nach Hörde. An der Deggingstr. ist die Verwaltung der Stadtwerke und da war auch ein Betriebshof der Wasserversorgung, aber nichts mit Bahn.
Mmn wurde zuerst der Innenstadt-Tunnel fertig gestellt und die Aplerbecker Stecke im B1 Mittelstreifen endgültig angebunden. Der Betrieb nach Hörde lief noch einige Zeit davon abzweigend über die provisorische Rampe und am Betriebshof vorbei, bzw. dieser war dort angebunden. Erst später ging es auch unterirdisch bis Hörde Clarenberg.
Der Tunnelstumpf dient jetzt möglicherweise als Abstellanlage? Details würden mich auch interessieren.
Am Anfang ging es zweigleisig aus dem Tunnel die Rampe hoch.
1986 wurde der Tunnelabschnitt mit den Bahnhöfen Märkische Str. und Karl-Liebknecht-Str. fertiggestellt.
Um das Streckengleis Richtung Tunnelbahnhof Märkische Str. anschließen zu können, wurde die Rampe eingleisig zurückgebaut.
Nach Schließung des Betriebshofes Westfalendamm wurde die Rampe abgebaut und das ehemalige Zufahrtgleis zur Rampe mit dem Abstellgleis des Bahnhofs Märkische Str. zu einem nun beidseitig befahrbaren Abstellgleis verbunden.