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Re: Umsteigen...

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 03.05.21 22:25

def schrieb:
..., warum sie trotzdem mit dem Auto zum Alex fahren müssten. Sollen sie doch - sie sollen nur nicht verlangen, dass sie bei der Straßenraumaufteilung stärker Berücksichtigung finden als andere Verkehrsträger und andere Nutzungen des Stadtraums.
Moin def,

da bin ich komplett bei Dir. Da sollte man ansetzen. Das Selbstverständnis, das eigene Fortbewegungsmittel im städtischen Raum für Umme unterbringen zu können, das muss beendet werden aber eben nicht ausschließlich innerhalb des S-Bahnrings. Das wäre ein wichtiger Schritt.

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen
Grundsätzlich eine sinnvolle Idee, allerdings finde ich die Zone viel zu gross. Die Folgen für die Wirtschaft wären dramatisch, innerhalb dieses Gebietes gibt es auch Baumärkte und Selbstabholmärkte. Auch bei Hotels könnte es Einbussen geben. Zudem stellen die Anwohner dann Ihre Autos in unmittelbarer Nähe ab. Ausserdem gibt es tatsächlich noch Gebiete, die noch nicht so grosse Verkehrsprobleme haben. Ich bin mit dem Auto schon öfters durch die Leibnizstrasse gefahren. Es gelten noch nicht mal flächendecken Parkgebühren.

Wenn, dann sollte man mit kleineren Gebieten anfangen. Z.B. den alten Bezirk Mitte, die City West, Friedrichshain, Kreuzberg.


Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets
Ergänzend noch ein Beitrag von Franziska Türk (Radakteurin Nachhaltigkeit bei Watson, nach eigener Darstellung eine News-Marke für junge Erwachsene in Deutschland), den sie im Februar 2021 anläßlich der Einreichung des 48 Seiten umfassenden Gesetzesvorschlags der Initiative bei der Berliner Innenverwaltung geschrieben hat: [www.watson.de]

Nur 17% der Fahrten innerhalb der Berliner Ringbahn werden mit dem Auto gemacht; ein eigenes Fahrzeug haben nur wenige, die im Bereich dieser rund 88 Quadratkilometer (knapp 10% der Gesamtfläche Berlins) wohnen.

"Autos nehmen Platz weg, der in Parks, Spielplätze oder Fahrradwege verwandelt werden könnte, heizen den Klimawandel an und stellen nicht zuletzt ein Gesundheitsrisiko dar."

Weiter: "Handwerker müssen ihre Werkzeugkoffer natürlich nicht mit in die U-Bahn schleppen, ebensowenig muss der neu gekaufte Kleiderschrank von Ikea damit nach Hause befördert werden. Menschen, die mobil eingeschränkt sind, sollen ebenso von dem Gesetz ausgenommen werden wie Taxis und Lieferverkehr. Und wer mit vollem Picknickkorb einen Sonntagsausflug an einen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbaren See in Brandenburg unternehmen möchte, soll dafür ebenso eine Sondergenehmigung bekommen wie beispielsweise Krankenpfleger, die sich unwohl dabei fühlen, nach der Spätschicht am dunklen U-Bahnhof auf ihre Bahn zu warten."

Aber wird die Berliner Verwaltung in der Lage sein, solche Sondergenehmigungen kurzfristig zu erteilen? Die Antwort der "Autofreien":

"Wer wie Handwerker oder Zulieferer regelmäßig in die Innenstadt muss, soll eine dauerhafte Genehmigung in Form einer Plakette erhalten. Und wer spontan ins Möbelhaus fahren möchte, soll nicht erst auf eine Genehmigung warten müssen, sondern online nur den Grund für die Autofahrt angeben und mit einem QR-Code sofort freie Fahrt bekommen. Die Verwaltung könne das Anliegen dann im Nachgang prüfen und im Zweifelsfall Sanktionen verhängen."
Marienfelde schrieb:
Weiter: "Handwerker müssen ihre Werkzeugkoffer natürlich nicht mit in die U-Bahn schleppen, ebensowenig muss der neu gekaufte Kleiderschrank von Ikea damit nach Hause befördert werden. Menschen, die mobil eingeschränkt sind, sollen ebenso von dem Gesetz ausgenommen werden wie Taxis und Lieferverkehr. Und wer mit vollem Picknickkorb einen Sonntagsausflug an einen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbaren See in Brandenburg unternehmen möchte, soll dafür ebenso eine Sondergenehmigung bekommen wie beispielsweise Krankenpfleger, die sich unwohl dabei fühlen, nach der Spätschicht am dunklen U-Bahnhof auf ihre Bahn zu warten."

Aber wird die Berliner Verwaltung in der Lage sein, solche Sondergenehmigungen kurzfristig zu erteilen? Die Antwort der "Autofreien":

"Wer wie Handwerker oder Zulieferer regelmäßig in die Innenstadt muss, soll eine dauerhafte Genehmigung in Form einer Plakette erhalten. Und wer spontan ins Möbelhaus fahren möchte, soll nicht erst auf eine Genehmigung warten müssen, sondern online nur den Grund für die Autofahrt angeben und mit einem QR-Code sofort freie Fahrt bekommen. Die Verwaltung könne das Anliegen dann im Nachgang prüfen und im Zweifelsfall Sanktionen verhängen."
Also wenn man schon beim Unwohlsein Ausnahmegenehmigungen schaffen will wird das nix. Da ist es mit den Möbelmärkten schon einfacher, die können einen Zufahrtscode für 10 € verkaufen, die dann angerechnet werden. Oder es gibt eine Schnittstelle, mit der die Möbelhäuser im Verwarnfall automatisch bestätigen können.
Node schrieb:
Marienfelde schrieb:
Weiter: "Handwerker müssen ihre Werkzeugkoffer natürlich nicht mit in die U-Bahn schleppen, ebensowenig muss der neu gekaufte Kleiderschrank von Ikea damit nach Hause befördert werden. Menschen, die mobil eingeschränkt sind, sollen ebenso von dem Gesetz ausgenommen werden wie Taxis und Lieferverkehr. Und wer mit vollem Picknickkorb einen Sonntagsausflug an einen mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbaren See in Brandenburg unternehmen möchte, soll dafür ebenso eine Sondergenehmigung bekommen wie beispielsweise Krankenpfleger, die sich unwohl dabei fühlen, nach der Spätschicht am dunklen U-Bahnhof auf ihre Bahn zu warten."

Aber wird die Berliner Verwaltung in der Lage sein, solche Sondergenehmigungen kurzfristig zu erteilen? Die Antwort der "Autofreien":

"Wer wie Handwerker oder Zulieferer regelmäßig in die Innenstadt muss, soll eine dauerhafte Genehmigung in Form einer Plakette erhalten. Und wer spontan ins Möbelhaus fahren möchte, soll nicht erst auf eine Genehmigung warten müssen, sondern online nur den Grund für die Autofahrt angeben und mit einem QR-Code sofort freie Fahrt bekommen. Die Verwaltung könne das Anliegen dann im Nachgang prüfen und im Zweifelsfall Sanktionen verhängen."
Also wenn man schon beim Unwohlsein Ausnahmegenehmigungen schaffen will wird das nix. Da ist es mit den Möbelmärkten schon einfacher, die können einen Zufahrtscode für 10 € verkaufen, die dann angerechnet werden. Oder es gibt eine Schnittstelle, mit der die Möbelhäuser im Verwarnfall automatisch bestätigen können.
Bei Möbelmärkten gibt's auch einen Lieferservice, ist auch billiger als der Mietwagen und dafür ist das Zeug dann sogar in der Wohnung.

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.

Ausreiseantrag reloaded ...

geschrieben von: 298 329-4

Datum: 06.05.21 13:29

Marienfelde schrieb:
Aber wird die Berliner Verwaltung in der Lage sein, solche Sondergenehmigungen kurzfristig zu erteilen? Die Antwort der "Autofreien":

"Wer wie Handwerker oder Zulieferer regelmäßig in die Innenstadt muss, soll eine dauerhafte Genehmigung in Form einer Plakette erhalten. Und wer spontan ins Möbelhaus fahren möchte, soll nicht erst auf eine Genehmigung warten müssen, sondern online nur den Grund für die Autofahrt angeben und mit einem QR-Code sofort freie Fahrt bekommen. Die Verwaltung könne das Anliegen dann im Nachgang prüfen und im Zweifelsfall Sanktionen verhängen."
Alle waren froh, als das 1989 vorbei war. Jetzt wollen die Leute das freiwillig wiederhaben ...

98 80 3298 329-4 D-DB

Re: Ausreiseantrag reloaded ...

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 08.05.21 06:33

298 329-4 schrieb:
Marienfelde schrieb:
Aber wird die Berliner Verwaltung in der Lage sein, solche Sondergenehmigungen kurzfristig zu erteilen? (...)
Alle waren froh, als das 1989 vorbei war. Jetzt wollen die Leute das freiwillig wiederhaben ...
Ja, so ändern sich die Zeiten. Vielleicht noch einige Gedanken, ob so ein Konzept für eine "autofreie" (eigentlich ja eher "autoarme") Berliner Innenstadt, die von ihrer Ausdehnung her weltweit ohne Vorbild ist, realistisch sein könnte:

Ich versuche es einmal mit einem Rückblick in das bis heute wohl beste (erste) Betriebsjahr der BVG - also in das Jahr 1929.

Die Gesamtleistung der BVG dürfte seinerzeit bei mindestens 8 Mrd. Personenkilometern gelegen haben (zum Vergleich im Jahr 2019 = 4,9 Mrd. Pkm). Die Fahrgastzahlen waren damals weitaus höher (wobei der große Bringer natürlich die Straßenbahn war); auch die durchschnittlichen Reiseweiten waren in allen drei Betriebsteilen länger als heute.

Damals konzentrierte sich (anders als heute) die Masse der Einwohner im Gebiet innerhalb der Ringbahn - und sicher auch die Masse der Leistungen der BVG. Der damalige Autoverkehr in der Reichshauptstadt war nach heutigen Maßstäben ein Lacher. BVG und Reichsbahn mußten die breiten Massen befördern - und sie haben diese Aufgabe lösen können.

Verglichen mit dem Jahr 1929 dürften die Beförderungsmöglichkeiten des ÖV im Gebiet innerhalb der Ringbahn heute schlechter sein: Nimmt man einmal das zu Weihnachten 1930 vorhandene U-Bahnnetz als Basis, ist seitdem in diesem Gebiet etwas, aber im Verhältnis nicht so sehr viel dazugekommen (U 7 von Mehringdamm bis Jungfernheide, U 8 bis Hermannstraße und die neue U 9). *

Vor allem aber wurde der große Leistungsträger Straßenbahn im Westen gegen jede Vernunft rücksichtslos beseitigt und im Osten auf ein relativ bescheidenes "Restnetz" reduziert. Hier sind größere Korrekturen erforderlich, wenn der ÖV im Berliner Innenraum wieder mehr oder weniger komplett übernehmen soll. Allerdings läßt sich diese Aussage etwas relativieren, weil die Masse der Berliner/innen heute außerhalb der Ringbahn wohnt - und deswegen viele Verkehrsbedürfnisse das Tarifgebiet A (also der rund 88 km² große Innenraum der Stadt, die Ringbahn selbst eingeschlossen) gar nicht berühren.

Es ergibt sich: Insbesondere auch der Wiederausbau der Straßenbahn würde eine "autofreie" (oder richtiger eine "autoarme") Berliner Innenstadt ermöglichen, zumal sich über die letzten Jahrzehnte die Kapazitäten der Berliner Tram der der U-Bahn deutlich genähert haben (heute bis zu 50 oder 60% eines Berliner U-Bahnzugs).

Die Berliner U-Bahn selbst hat auch noch deutliche Reserven (durch bereits absehbare Taktverdichtungen; längerfristig im Bedarfsfall weitere Verdichtungen durch Aufnahme des automatischen Zugbetriebs). Etwas Potential ergäbe sich selbstverständlich auch durch Erweiterungen beim Autobus(-netz). Auch der Bus hat seine Möglichkeiten, ich will es jedenfalls erwähnen.

Kurz: Eine "autofreie", "autoarme" Berliner Innenstadt ist auf lange Sicht möglich - wenn sie gewollt wird,

Marienfelde.


*: Die Nordsüdstrecke der Berliner S-Bahn kam natürlich auch dazu. Überhaupt ist die enorm wichtige Position der S-Bahn für den ÖV des Berliner Raumes immer zu beachten.

Re: Ausreiseantrag reloaded ...

geschrieben von: Baron

Datum: 08.05.21 16:50

Hallo Nozomi, def, Marienfelde, u.v.a.,

freut mich, dass wir in diesem Fall ausnahmsweise einer Meinung sind. Fazit - es lohnt sich, ein starkes Zeichen zu setzen, dass Herrschende nicht nur immer Angst haben müssen vor dem Groll der Pkw-Besitzer*innen, die auf niemanden und nichts Rücksicht nehmen wollen (es gibt ja durchaus auch genügend andere), sondern eher vor einer Bevölkerung, die eine Stadt mit mehr Lebensqualität verlangt.
Ist das utopisch? Ist das zu viel Bürokratie? Vielleicht, aber wenn man bereits vorab ständig Eigenzensur übt, hat man zuletzt gar keine Verhandlungsmasse mehr, wenn es darum geht, mit Bedenkenträger*innen zu palavern. Es ist eigentlich ja schon ein juristisch recht ausgefeiltes Unterfangen, und auch ich habe nicht nur unterschrieben, sondern gleich ein paar Bögen davon zu Hause liegen. Und wo, wenn nicht in Berlin sollte man anfangen? Keine andere dtsche Metropole hat in den Innenbezirken eine so niedrige Automobilisierungsrate, nirgendwo anders in Dtld gibt es ein so ausgefeiltes Schienensystem, auch wenn wir alle unsere langen Wunschlisten an den Senat haben. Nirgendwo sonst in Dtld sind die Straßen, da für marschierende preußische Truppenkontingente geplant, so breit, dass man meist dem Stinkeverkehr ein paar Spuren wegnehmen und an andere Verkehrsteilnehmer*innen umverteilen kann, ohne dass die Erschließung gleich furchtbar schwierig wird. Gibt es Ecken innerhalb des Rings, die zu wenig Busverbindungen gibt? Sicher, aber 3-5 Jahren Vorlauf schafft sogar die BVG, den Takt zu verdichten. Also, wenn nicht wir, dann wo?
Eine kleine Korrektur, Marienfelde: der Senat und die Bezirke sind so langsam in ihren Aktionen, dass sogar für manche Bewohner*innen unpopuläre Maßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung auch 2021 eingeführt wird. Moabit wird gerade Stufe für Stufe Bezahlpflaster. Freut mich insbesondere, dass die rund um die Wache in der Perleberger parkenden Beamt*innen der P$%&zei nun auch mal bezahlen dürfen. An deren Widerstand war wohl die frühere flächendeckende Parkraumbewirtschaftung gescheitert, da ja der/die eine oder andere dort auch Spätschicht hat.
Und zur Frage nach der Notwendigkeit eines Berliner Ahnenpasses, um eine Petition zu starten: schlimmer ist doch, dass zahlreiche Berliner*innen, die teilweise in der zweiten oder dritten Generation hier wohnen, an der Abstimmung nicht teilnehmen dürfen, da sie nicht den richtigen Pass haben, auch diejenigen, die Teil unserer großen tollen, europäischen angeblichen Wertegemeinschaft sind.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Ausreiseantrag reloaded ...

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 09.05.21 17:00

Baron schrieb:
Hallo Nozomi, def, Marienfelde, u.v.a.,

freut mich, dass wir in diesem Fall ausnahmsweise einer Meinung sind. Fazit - es lohnt sich, ein starkes Zeichen zu setzen, dass Herrschende nicht nur immer Angst haben müssen vor dem Groll der Pkw-Besitzer*innen, die auf niemanden und nichts Rücksicht nehmen wollen (es gibt ja durchaus auch genügend andere), sondern eher vor einer Bevölkerung, die eine Stadt mit mehr Lebensqualität verlangt.
Ist das utopisch? Ist das zu viel Bürokratie? Vielleicht, aber wenn man bereits vorab ständig Eigenzensur übt, hat man zuletzt gar keine Verhandlungsmasse mehr, wenn es darum geht, mit Bedenkenträger*innen zu palavern. Es ist eigentlich ja schon ein juristisch recht ausgefeiltes Unterfangen, und auch ich habe nicht nur unterschrieben, sondern gleich ein paar Bögen davon zu Hause liegen. Und wo, wenn nicht in Berlin sollte man anfangen? Keine andere dtsche Metropole hat in den Innenbezirken eine so niedrige Automobilisierungsrate, nirgendwo anders in Dtld gibt es ein so ausgefeiltes Schienensystem, auch wenn wir alle unsere langen Wunschlisten an den Senat haben. Nirgendwo sonst in Dtld sind die Straßen, da für marschierende preußische Truppenkontingente geplant, so breit, dass man meist dem Stinkeverkehr ein paar Spuren wegnehmen und an andere Verkehrsteilnehmer*innen umverteilen kann, ohne dass die Erschließung gleich furchtbar schwierig wird. Gibt es Ecken innerhalb des Rings, die zu wenig Busverbindungen gibt? Sicher, aber 3-5 Jahren Vorlauf schafft sogar die BVG, den Takt zu verdichten. Also, wenn nicht wir, dann wo?
Eine kleine Korrektur, Marienfelde: der Senat und die Bezirke sind so langsam in ihren Aktionen, dass sogar für manche Bewohner*innen unpopuläre Maßnahmen wie Parkraumbewirtschaftung auch 2021 eingeführt wird. Moabit wird gerade Stufe für Stufe Bezahlpflaster. Freut mich insbesondere, dass die rund um die Wache in der Perleberger parkenden Beamt*innen der P$%&zei nun auch mal bezahlen dürfen. An deren Widerstand war wohl die frühere flächendeckende Parkraumbewirtschaftung gescheitert, da ja der/die eine oder andere dort auch Spätschicht hat.
(...)
Hallo Baron, ich denke, gerade auch in der Frage der Parkraumbewirtschaftung (deren fast flächendeckende Einführung im Altbezirk Tiergarten noch in diesem Jahr ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, sh. hier: [www.berlin.de] ) werden tiefgreifende Umdenkprozesse auch bei den Autofahrenden deutlich. In einem Artikel aus "Moabit online" vom Mai 2018 heißt es wörtlich:

"Bei einem öffentlichen Rundgang mit den Verkehrsplanern am 10. April zeigte sich erneut, dass die allgemeine Stimmung in den letzten Jahren klar zugunsten der Parkraumbewirtschaftung umgeschlagen ist: Es wurde nicht die leiseste Kritik an diesem Vorhaben geäußert. Noch im September 2008 war ein bezirklicher Bürgerentscheid gegen die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung an der zu geringen Wahlbeteiligung gescheitert: nur 11,7% der wahlberechtigten Bewohner des Stadtbezirks waren damals zur Urne gegangen, 15% wären notwendig gewesen. Knapp 80% hatten damals gegen die Parkraumbewirtschaftung votiert. Der Bezirk hatte daraufhin auf die Ausweisung einer neuen Parkzone nördlich des Hauptbahnhofs im Bereich um die Lehrter Straße verzichtet". Hier noch ein Link zu diesem Artikel: [moabitonline.de]

Die Pandemie wird, wie ich hoffe, im weiteren Verlauf des Jahres 2021 einigermaßen überwunden werden. Die "große Bestellung" neuer U-Bahnwagen ist fix - damit werden die im Berliner Nahverkehrsplan vorgesehenen Verdichtungen auf 18 Züge in den HVZ in absehbarer Zeit fahrbar. Absehbar ist auch ein weiteres Stückchen Straßenbahn in Moabit (vom Hauptbahnhof bis U-Bhf. Turmstraße, vsl. bis zu 12 Züge je Richtung).

Natürlich stellt sich die Frage, ob das Ziel einer "autoarmen" Innenstadt unbedingt auf dem Wege so eines Gesetzes erreicht werden muß. Allerdings wäre der Gesetzgeber ja nicht daran gehindert, dem vorliegenden Gesetzentwurf einen eigenen Entwurf - mit den ja vorliegenden Tramplanungen als einem zentralen Bestandteil - entgegenzusetzen, um das ja gemeinsam für erstrebenswert gehaltene Ziel einer autoärmeren Innenstadt auf anderem Wege zu erreichen.

In Wirklichkeit geht es vor allem auch um die Frage einer teilweisen "Wiederverstraßenbahnung" des (westlichen) Innenstadtraums, um ergänzend zu S- und U-Bahn die zusätzlich benötigten Kapazitäten im ÖV bereitstellen zu können. Mit der neuerdings gegebenen Förderfähigkeit straßenbündiger Straßenbahnstrecken(abschnitte) werden diese Strecken auch finanzierungsseitig realistischer.

Noch einen schönen Sonntag wünscht Euch
Marienfelde



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.21 17:19.

City-Maut

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 09.05.21 17:45

Eine Bepreisung für das Fahren in die dichte Innenstadt mit dem eigenen Pkw, in dem man auch nur alleine drin sitzt, ist definitiv schon seit Jahren überfällig. Und das nicht nur in Berlin. Autofrei muss eigentlich keine Stadt sein, es müssen dort nur deutlich weniger Fahrzeuge fahren. Und wenn ich dann im Internet mal grob danach suche, wie viele vor allem kurze Wege unter 5 km trotzdem mit dem eigenen Pkw zurück gelegt werden, dann stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Wenn ich etwas schweres zu schleppen habe, dann ist das vertretbar, das mit einem Auto zu machen. Aber wenn ich bspw. nur eine Kleinigkeit einkaufen möchte, dann ziehe ich mir meinen Rucksack auf den Rücken und fahre mit einem E-Bike zum Einkaufen. Es kann nicht sein, dass für einen Becher Sahne der begrenzte Platz auf den Straßen herhalten muss. Das gehört quasi bestraft und zwar in Form einer City-Maut. Eine City-Maut wird dafür sorgen, dass solche unnötigen Autofahrten, die man locker auch im relativ hohen Alter noch mit der eigenen Beinkraft erledigen kann, unterbleiben. Und da darf es keine Ausnahme für Anwohner geben. Oder wir bräuchten ein System, das einzelne Wege bepreist. Also anders als in London, wo man, sobald man in den mautpflichtigen Bereich fährt, 12,50 Pfund zahlen darf. Besser wäre es ja noch, wenn man einen einzelnen Autokilometer bepreisen könnte, was technisch etwas schwierig zu bewerkstelligen wäre.
Oder man macht es sich halt einfach und bepreist die Einfahrt in mautpflichtige/stark ausgelastete Bereiche einfach voll mit einem (möglichst abschreckenden) Mautbetrag. Ziel muss es sein, nicht nötige Fahrten, die man auch locker mit Alternativen erledigen könnte, zu verhindern.

Re: City-Maut

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 09.05.21 20:50

Genau wie Parkraumbewirtschaftung ist eine Maut zwar ein funktionierendes Mittel (wenn man es richtig macht), aber es ist auch unsozial. Fas muss man sich überlegen ob das in unserer Gesellschaft noch akzeptabel ist. Es gibt eben einfach Leute, für die wäre es weiterhin kein Thema den Becher Sahne mit dem Auto zu holen, wenn sie sowas überhaupt selbst machen. Natürlich liegen die Probleme eigentlich tiefer, und es sollte eigentlich keine so große Ungleichheit geben, aber dad ist noch viel schwieriger zu lösen.

Re: City-Maut

geschrieben von: der weiße bim

Datum: 09.05.21 21:23

MrEnglish schrieb:
Genau wie Parkraumbewirtschaftung ist eine Maut zwar ein funktionierendes Mittel (wenn man es richtig macht), aber es ist auch unsozial.
Die Gesellschaft an sich ist doch schon unsozial. Unter 10% besitzen über 90% des Vermögens. Und die Mehrheit des Volkes wählt die Parteien, die diesen im Übrigen grundgesetzkonformen Zustand bewahren. Dass in Zukunft nur noch wirklich Reiche Auto fahren können, ist folgerichtig und der Normalo läuft, nutzt Fahrräder oder Sammelbeförderung.
Man wird sehen, ob und wie die Initiative weiter vorankommt. Wahrscheinlich wird sie an mangelndem Interesse der Mehrheit der Nichtinnenstadtbewohner scheitern.

So long

Mario

Re: City-Maut

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 09.05.21 21:36

der weiße bim schrieb:
MrEnglish schrieb:
Genau wie Parkraumbewirtschaftung ist eine Maut zwar ein funktionierendes Mittel (wenn man es richtig macht), aber es ist auch unsozial.
Die Gesellschaft an sich ist doch schon unsozial. Unter 10% besitzen über 90% des Vermögens. Und die Mehrheit des Volkes wählt die Parteien, die diesen im Übrigen grundgesetzkonformen Zustand bewahren. Dass in Zukunft nur noch wirklich Reiche Auto fahren können, ist folgerichtig und der Normalo läuft, nutzt Fahrräder oder Sammelbeförderung.
Man wird sehen, ob und wie die Initiative weiter vorankommt. Wahrscheinlich wird sie an mangelndem Interesse der Mehrheit der Nichtinnenstadtbewohner scheitern.
Was glaubst du, warum in den Städten immer recht viele Grün oder eher Rot wählen? Ich interpretiere das immer als kleinen Hilferuf nach dem Motto "Befreit uns von den Blechlawinen". Schön wäre es, wenn viele Städter so denken.
Nemo schrieb:
Bei Möbelmärkten gibt's auch einen Lieferservice, ist auch billiger als der Mietwagen und dafür ist das Zeug dann sogar in der Wohnung.
Bei dem grossen Haus mit den 4 gelben Buchstaben wars damals schweineteuer. Dafür bekam man den Car sharing Tansporter für 2x4 Stunden. Letztendlich sind wir dann doch zum Möbelhändler unseres Vertrauens, weil der zwar teurer war, aber kostenlos lieferte, was dann doch günstiger war, wenn man nicht schleppen will. Und dann gibt es halt auch Einkäufe, im Baumarkt, die noch ins eigene Auto passen, aber für die U-Bahn zu schwer sind.

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets
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