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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Am 25. April 2021 hat die Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" ihre Unterschriftensammlung mit dem Ziel einer weitgehend autofreien Berliner Innenstadt begonnen. Kurzes Statement eines Aktivisten: „Es läuft gut“, sagt Manuel Wiemann. „Die Leute machen mit.“

Hier noch ein Link zur Online-Fassung eines Artikels von Peter Neumann in der Berliner Zeitung, in der das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beschrieben wird: [www.berliner-zeitung.de]


Als kurze Einführung, worum es geht, erlaube ich mir, meinen Beitrag aus dem "Berliner Nahverkehrsforum" vom 22.10.2020 zu zitieren:

„Wohin man auch schaut: Überall sind Autos.“ Meint Anne Gläser (31), eine der Sprecherinnen der frisch gegründeten Initiative für eine "autofreie" Berliner Innenstadt.

Die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Berliner Innenstadt (gemeint ist das Berlin innerhalb der Ringbahn) soll um 80% vermindert, unnötige Kfz-Fahrten vermieden werden.

"Ein Gesetzentwurf soll zur Abstimmung gestellt werden, der das Ziel hat, nach einer vierjährigen Übergangsfrist den Gemeingebrauch fast aller Straßen innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings zu reduzieren.

Nur noch Fußgänger, Radfahrer und Nahverkehrsfahrzeuge sollen ohne Erlaubnis unterwegs sein dürfen. Für weitere öffentliche Zwecke, zum Beispiel Müllabfuhr oder Feuerwehr, müsste es ebenfalls Ausnahmen geben, genauso für den Wirtschafts- und Lieferverkehr". Auch für die fast beinahe eine Million gehbehinderten Autofahrer/innen, die ohne Kfz nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten, soll es Ausnahmen geben.

"Im April 2021 will die Initiative damit beginnen, Unterschriften für den Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens zu sammeln. Mindestens 20 000 Unterstützer werden gebraucht. Damit das darauf folgende Volksbegehren ein Erfolg wird, sind rund 170 000 gültige Unterschriften von Berliner Wahlberechtigten erforderlich. Auch diese Hürde sei zu schaffen, so Gläser. Für den abschließenden Volksentscheid würden rund 613 000 Stimmen benötigt."

Die große Koalition aus ADAC, SPD und grüner Sen-UVK-Verwaltung teilt selbstverständlich das Ziel der Initiative, nur das Mittel des Verbots hält man/frau für ungeeignet:

„Das Ziel der Initiative, den Verkehr in der Innenstadt zu reduzieren, verfolgen wir ebenfalls,“ sagte Sandra Hass vom ADAC. „Aber nicht mit einseitigen Verboten, welche die Spaltung der Berliner Bevölkerung in ideologische Fronten nur weiter vorantreibt. Wir fordern ein gesamtstädtisches Verkehrs- und Mobilitätskonzept, das allen Berlinern gerecht wird. Bevor nicht die Alternativen zum Umstieg vom Auto ausgereift sind, kann man den Autoverkehr nicht zum Rückzug zwingen.“

Dorothee Winden, Sprecherin von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne), hält „das Vorhaben einer weitgehend autofreien Innenstadt (für) juristisch hochkomplex und (es) bedarf einer gründlichen Prüfung“.

Widerstand "gegen ein radikales Autoverbot im Innenstadtring" befürchtet Tino Schopf von der SPD-Abgeordnetenhausfraktion.

Hier noch ein Link zur Online-Fassung des heutigen Artikels in der Berliner Zeitung (S. 7): [www.berliner-zeitung.de]

sowie zu einem Interview mit Anne Gläser in Zeit Online: [www.zeit.de]

Einen schönen 1. Mai 2021 wünscht Euch
Marienfelde



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 07:30.
Moin,
Zitat:
Auch für die fast beinahe eine Million gehbehinderten Autofahrer/innen, die ohne Kfz nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten, soll es Ausnahmen geben.
Aha. Und ich dachte, dafür (bzw. für einen Großteil dieser Leute) gibt es all diese sauteuren barrierefreien Nahverkehrsmittel.
1 Million (möglicherweise) Betroffene. Und der Rest wird ja irgendwie diskriminiert.
Das liest sich schon seltsam. Nicht daß es mich beträfe - ich war zuletzt vor über 25 Jahren mit dem eigenen PKW innerhalb des Innenrings unterwegs. Meinetwegen könntense die Berliner Innenstadt auch fluten und Paddelboote verteilen.
Wie sieht es mit einer digitalen Verknüpfung dieser Unterschriftensammlung mit der Sache vom Ostkreuz aus? Wer hier für "autofrei" votiert, setzt automatisch ein "Ja zur Ostkreuz-Tram und allen anderen Tram-Plänen" oder so?

Ich hol schon mal Popcorn.

1418



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 08:52.
Falls du die schienengebundenen Fahrzeuge der BVG meinst, die nennen sich Straßenbahn !

Zum eigentlichen Thema kann man nur sagen, dass manchen die Choronaseuche in den Kopf steigt und die wohl nichts zu tun haben.
Aber das wird eine Endlosdiskussion.

Bahnstern !

Nur echt mit Baureihe 112-114-143-155-156, 485 ( Königsklasse, S-Bahn Berlin )
Hallo,
1 Million Gehbehinderte halte ich für sehr übertrieben. In Deutschland gibt es insgesamt nur etwa 8 Mio Behinderte, also ca. 10% der Bevölkerung. Wenn aber jeder vierte Berliner Gehbehinderte ist, frage ich mich, was da alles reingerechnet wurde. Alle anderen Behinderungen (Sinnes-, kognitive und andere motorische Behinderungen kämen ja noch dazu.
Grüße
Michael
Michael1705 schrieb:
Hallo,
1 Million Gehbehinderte halte ich für sehr übertrieben. In Deutschland gibt es insgesamt nur etwa 8 Mio Behinderte, also ca. 10% der Bevölkerung. Wenn aber jeder vierte Berliner Gehbehinderte ist, frage ich mich, was da alles reingerechnet wurde. Alle anderen Behinderungen (Sinnes-, kognitive und andere motorische Behinderungen kämen ja noch dazu.
Grüße
Michael
Ja, die Zahl kommt mir auch äußerst komisch vor. Da muss eigentlich irgendwas durcheinander gekommen sein.
Bahnstern schrieb:
Falls du die schienengebundenen Fahrzeuge der BVG meinst, die nennen sich Straßenbahn !

Zum eigentlichen Thema kann man nur sagen, dass manchen die Choronaseuche in den Kopf steigt und die wohl nichts zu tun haben.
Aber das wird eine Endlosdiskussion.
Ach ja, da wird wieder mal das wichtigste deutsche Grundrecht in Frage gestellt, freie Fahrt für freie Bürger. Das grenzt natürlich an Blasphemie. Wobei, eigentlich ist es noch schlimmer.

Es ist mal wieder bezeichnend, dass es in einem Bahnforum wieder wichtiger ist wie man eine Bahn richtig bezeichnet, als deren Nutzung voranzutreiben.

Ich frage mich gerade, ob man in Autoforen auch ständig Beiträge von Leuten liest die nur mit dem ÖV zum Oldtimer fotografieren fahren und im Leben sich nicht selbst reinsetzen würden. Die dann auch vehement jede Einschränkung des ÖVs kritisieren, etc.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 14:53.
Hallo,
autofreie Innenstadt ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen und kaum umsetzbar. Allerdings den innerstädtischen Verkehr auf Anwohnervmit Berechtigungsausweis und Lieferverkehr zu beschränken, wäre eine Alternative (übrigens auch für andere Städte). Das setzt natürlich einen gut verknüpften und für den Benutzer auch bezahlbaren ÖPNV vorraus (Kostenreduzierte Jahreskarte für Anwohner zum Anreiz das Auto stehen zu lassen). Dazu sollten tagsüber dichte Taktzeiten und ein gut ausgebauter Nachtverkehr vorhanden sein.
Einerseits kann man Anwohner natürlich verstehen, das sie nicht unbedingt eine Straßenbahn vor der Nase haben möchten, andererseits gab rs in West Berlin früher fast überall Straßenbahn und die neuen Fahrzeuge sind im Vergleich zu früher um einiges leiser geworden. Mit Bussen ist die Fahrgastmenge nicht zu bewältigen und der U.-Bahnbau ist sehr teuer. Die Straßenbahn bietet hier gute Alternativen, zumal dann, wenn Durchgangs und Besucherverkehr die Innenstadt nicht anfahren dürfen. Dazu sollte es an geeigneten Stellen große kostenfreie P&R Parkplätze mit direkter Anbindung an den ÖPNV geben. Sollte man sich dann doch ein größeres Möbelstück oder sonstwas unhandlich/schweres gekauft haben, sollte die Möglichkeit seitens des Verkäufers bestehen, ein Dokument auszufüllen, das es dem auswertigen Käufer einmalig erlaubt sein Auto zu holen, um seinen Einkauf abzufahren.

Ob sowas umsetzbar ist, müssen die Stadtplaner wissen.

Gruß
Twinny446 (der der Meinung ist, das man in deutschen Großstädten kein eigenes Auto braucht. Für den Wocheneinkauf langt Carsharing oder mal ein Mietwagen. Ist alles günstiger als ein eigenes Auto zu unterhalten)
Hallo!

So ziemlich jedes unnütze Volksbegehren oder Bürgerinitive gehen meiner Meinung von NICHT-BERLINERN aus.
Also am besten wieder dahin schicken, wo sie hergekrochen gekommen sind: aufs Land zurück!

Andreas
Andreas1968 schrieb:
So ziemlich jedes unnütze Volksbegehren oder Bürgerinitive gehen meiner Meinung von NICHT-BERLINERN aus.
Also am besten wieder dahin schicken, wo sie hergekrochen gekommen sind: aufs Land zurück!
Ich bin für die Ausweisung von Autofetischisten, die können dann auf dem Land die Lebensqualität mit ihren Karren steigern, statt wertvolle Innenstadtflächen zu verbrauchen.
Andreas1968 schrieb:
Hallo!

So ziemlich jedes unnütze Volksbegehren oder Bürgerinitive gehen meiner Meinung von NICHT-BERLINERN aus.
Also am besten wieder dahin schicken, wo sie hergekrochen gekommen sind: aufs Land zurück!

Andreas
Nimmt Berlin im Gegenzug dann auch die ins restliche Bundesgebiet ausgewanderten Berliner zurück?
Ich hätte da nämlich schon ein paar Namen auf der Liste! :-P
Andreas1968 schrieb:
Hallo!

So ziemlich jedes unnütze Volksbegehren oder Bürgerinitive gehen meiner Meinung von NICHT-BERLINERN aus.
Also am besten wieder dahin schicken, wo sie hergekrochen gekommen sind: aufs Land zurück!
Wie kann ein Nicht-Berliner in Berlin ein Volksbegehren anstrengen? Geht doch gar nicht.
Was schreibst du da für einen Käse ?
Ich habe nur korrigiert, mehr nicht.
Ich nutze den Öpnv schon keine Sorge, aber ich bin auch Schichtler......

nur mal so

Bahnstern !

Nur echt mit Baureihe 112-114-143-155-156, 485 ( Königsklasse, S-Bahn Berlin )

Absurdes Problem - absurde Forderungen.

geschrieben von: nozomi07

Datum: 02.05.21 00:50

Das ganze ist eine Provokation. Absurd. Wird so nie durchgegen. Aber die Automassen von heute, in Innenstadtlage, sind genauso absurd, Provokation. Wird so nicht weitergehen.

Idealerweise trifft man sich irgendwo in der Mitte: Auto-Massen deutlich reduzieren, aber nicht über Verbote und Bürokratie.

Ich könnte mir foolgende Maßnahmen vorstellen:
- BVG-Zeitkarten als Citymaut; muss auch jeder Autofahrer innerhalb des S-Bahnrings besitzen
- Parkplätze im Straßenraum abschaffen, Parken nur noch auf Privatgrund/Tiefgaragen. Ausgenommen Liefer- und Gewerbeparkplätze, Behinderte, Taxis. In der Übergangszeit könnte man reservierte Parkplätze in der Preisklasse eines TG-Stellplatzes anbieten.
- Fahrspuren rückbauen, wo Platz für Tram, Bus, Rad- und Fußwege erforderlich ist
- Wohnviertel mit Einbahn- und Ringkonzepten befahrbar, aber nicht durchfahrbar gestalten (in Holland bewährt)

Dann kann jeder das Auto nutzen, wie er es braucht. Aber er muss die Lasten, die dieses Verkehrsmittel in der Stadt verursacht, selber tragen. Handwerker und Lieferdienste würden sich über sehr viel mehr Platz freuen, was auch der Wirtschaft zugute käme.
vermute mal 1 Mio Betroffene, die weiterhin in die Innenstadt kommen sollten. Wie beispielsweise Leute, die da wohnen, Handwerker, etc...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
MrEnglish schrieb:
Michael1705 schrieb:
Hallo,
1 Million Gehbehinderte halte ich für sehr übertrieben. In Deutschland gibt es insgesamt nur etwa 8 Mio Behinderte, also ca. 10% der Bevölkerung. Wenn aber jeder vierte Berliner Gehbehinderte ist, frage ich mich, was da alles reingerechnet wurde. Alle anderen Behinderungen (Sinnes-, kognitive und andere motorische Behinderungen kämen ja noch dazu.
Grüße
Michael
Ja, die Zahl kommt mir auch äußerst komisch vor. Da muss eigentlich irgendwas durcheinander gekommen sein.
Der Satz war natürlich ironisch gemeint.

Re: Absurdes Problem - absurde Forderungen.

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 02.05.21 19:28

nozomi07 schrieb:
Das ganze ist eine Provokation. Absurd. Wird so nie durchgegen. Aber die Automassen von heute, in Innenstadtlage, sind genauso absurd, Provokation. Wird so nicht weitergehen.

Idealerweise trifft man sich irgendwo in der Mitte: Auto-Massen deutlich reduzieren, aber nicht über Verbote und Bürokratie.

Ich könnte mir foolgende Maßnahmen vorstellen:
- BVG-Zeitkarten als Citymaut; muss auch jeder Autofahrer innerhalb des S-Bahnrings besitzen
- Parkplätze im Straßenraum abschaffen, Parken nur noch auf Privatgrund/Tiefgaragen. Ausgenommen Liefer- und Gewerbeparkplätze, Behinderte, Taxis. In der Übergangszeit könnte man reservierte Parkplätze in der Preisklasse eines TG-Stellplatzes anbieten.
- Fahrspuren rückbauen, wo Platz für Tram, Bus, Rad- und Fußwege erforderlich ist
- Wohnviertel mit Einbahn- und Ringkonzepten befahrbar, aber nicht durchfahrbar gestalten (in Holland bewährt)

Dann kann jeder das Auto nutzen, wie er es braucht. Aber er muss die Lasten, die dieses Verkehrsmittel in der Stadt verursacht, selber tragen. Handwerker und Lieferdienste würden sich über sehr viel mehr Platz freuen, was auch der Wirtschaft zugute käme.
Ich selbst werde diesen Volksentscheid unterstützen, um den politischen Druck in Richtung veränderter Kompromißlinien in der Berliner Verkehrspolitik zu erhöhen.

"Eigentlich" sollte wohl bis Ende dieses Jahres im Gebiet innerhalb der Ringbahn eine mehr oder weniger flächendeckende Parkraumbewirtschaftung erreicht sein (was für die Bewohner/innen von Vorteil ist), aber dieses Ziel wird meilenweit verfehlt. Erreicht sind nach meiner Kenntnis etwa 35%, und im Wahljahr 2021 passiert wohl auch nichts mehr.

Von der im Koalitionsvertrag vereinbarten absoluten Bevorrechtigung von Bus und Tram an Ampelanlagen ist bis jetzt wenig zu sehen. Es gibt immer noch Tramstrecken in der Berliner Innenstadt, an der die Straßenbahn auch noch an der letzten nachrangigen Ampel ausgebremst wird (ich meine ausdrücklich nicht die "großen" Kreuzungen).

Die Einrichtung weiterer Busspuren schleppt sich u.a. wegen bezirklicher Widerstände teilweise jahrelang dahin.

Nur drei Beispiele, in denen ich mir durch so einen Volksentscheid Akzentverschiebungen für den ÖV erhoffe, ganz im Sinne der großen im Berliner Mobilitätsgesetz formulierten Ziele. Gelänge wenigstens das, wäre ja auch schon etwas gewonnen - obwohl die Entfernung zu einer "autofreien" Innenstadt immer noch sehr groß wäre.

So neu sind diese Vorstellungen ja nicht. Das Buch mit dem schönen Titel "Berlin - Weltstadt ohne Auto?" (Autor: Winfried Wolf, ISP Verlag Köln) ist im Jahr 1994 erschienen. Seinerzeit habe ich das Buch mit freudigem Interesse gelesen,

Marienfelde.

Was ist gar "Berliner Innenstadt"?

geschrieben von: no-night

Datum: 02.05.21 21:43

Eine der Problemen liegt wohl daran, daß man hier "Innenstadt" viel zu ausdehnend betrachtet. Innerhalb der Ringbahn?! Ostkreuz und Westkreuz ist in Luftlinie voneinander mehr als 11 km entfernt, Gesundbrunnen-Südkreuz über 6 km, Gesundbrunnen-Neukölln fast 10 km. Dieses Gebiet ist etwa wie Paris innerhalb der Petit Ceinture oder Moskau innerhalb des Dritten Rings. Andere Großstädte haben eine "Innenstadt" mit einem Durchmesser von nur maximal 6 km.

Es gibt wohl bestimmte Stadtteile und Strassen, wo Autoverkehr zu groß ist, dagegen muß etwas sinnvoll getan. Aber so ein Idee ist einfach überfordert.

Re: Was ist gar "Berliner Innenstadt"?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 02.05.21 23:00

no-night schrieb:
Eine der Problemen liegt wohl daran, daß man hier "Innenstadt" viel zu ausdehnend betrachtet. Innerhalb der Ringbahn?! Ostkreuz und Westkreuz ist in Luftlinie voneinander mehr als 11 km entfernt, Gesundbrunnen-Südkreuz über 6 km, Gesundbrunnen-Neukölln fast 10 km. Dieses Gebiet ist etwa wie Paris innerhalb der Petit Ceinture oder Moskau innerhalb des Dritten Rings. Andere Großstädte haben eine "Innenstadt" mit einem Durchmesser von nur maximal 6 km.

Es gibt wohl bestimmte Stadtteile und Strassen, wo Autoverkehr zu groß ist, dagegen muß etwas sinnvoll getan. Aber so ein Idee ist einfach überfordert.
Zeig mir den Stadtteil im Ring der nicht komplett zugeparkt und zugestaut ist. Da ist gar nichts übertrieben.
Bahnstern schrieb:
(...)

Zum eigentlichen Thema kann man nur sagen, dass manchen die Choronaseuche in den Kopf steigt und die wohl nichts zu tun haben.
Aber das wird eine Endlosdiskussion.
Ja, es geht um eine Endlosdiskussion. Wir leben in einem Land, in der (vor der Pandemie) rund 75% der Personenkilomterleistungen vom MIV erbracht wurden (auf den ÖV entfielen immerhin schon wieder 19%, auf die beiden "gesunden" Verkehrsarten je 3%). Diese Art der Mobilität wird sich - unabhängig davon, ob diese Einsicht von Mehrheiten geteilt wird oder nicht - als nicht nachhaltig erweisen.

Im heutigen Berlin innerhalb der Ringbahn (in der der "Umweltverbund" jedenfalls vor der Pandemie bereits übernommen hatte) stößt der MIV sichtbar an seine (platzverschwendenden) Grenzen: Auf dem Autobahnstadtring wird temporär höchstens mit "Tempo" 30 gefahren (ganz ohne Anordnung durch die Bösewichte des rosarotgrünen Senats), im Neuköllner Norden (einem Gebiet mit Kfz-Dichten von teilweise unter 20%) ist noch die letzte Ecke zugeparkt usw.

Der verkehrspolitische Handlungsbedarf ist eigentlich unübersehbar - auch wenn er von einem großen Teil der Menschheit gerne übersehen wird,

Marienfelde.
Doch das geht irgendwie schon.
Auch hier ist einer der Initiatoren geboren und aufgewchsen in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Also in der Tat nicht in Berlin geboren oder aufgewachsen.

Eine Frage sei erlaubt,
In welchem Umfang müsste der ÖPNV angepasst werden um den wegfallenden MIV aufzufangen? Gibt es dazu schon belastbare Zahlen / Berechnungen?

Bigboy4015 - Ulrich Wolf - Betreiber von US-Modellbahn.net




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 09:23.
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