DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 05 - Straßenbahn-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Aktuelle Bilder, Berichte, News, Fragen und Antworten zum Thema Straßenbahn - Sonstiger ÖPNV ist gestattet.
Historische Aufnahmen sind im Historischen Forum willkommen. Hier befindet sich das Bus-Forum (auch für O-Busse).
Wie alles in Köln dauert auch das eine Ewigkeit und ist seit 2014 nach 7 Jahren noch nicht mal in festen Tüchern (2015 kam ein OB-Kandidat damit auch in die Öffentlichkeit). Und doch haben die Wasserbusse jetzt endlich einen weiteren Schritt zur Verwirklichung getan:

[www.report-k.de]
[www.express.de]

Liebe "Alles-Schwarz-Redner", die Wasserbusse sollen keinesfalls die Straßenbahn in Köln abschaffen, sondern nur ergänzen. Dort, wo es sinnvoll ist; dort, wo die Bahn nicht hinfährt; dort, wo die Bahn hinfährt und Umsteigemöglichkeiten bietet, aber bisher keine Rheinquerungen vorhanden sind.

Als erste sinnvolle Linien werden genannt:
1. Niehl - Mülheim - Innenstadt (Altstadt)
2. Porz - Rodenkirchen

1 könnte man auch in Wiesdorf schon beginnen lassen, oder gar in Worringen. Zum Rheinufer ist es da auch nicht weiter als bis zur S-Bahn.
2 könnte man natürlich auch in Wesseling schon anfangen lassen, auch könnten Halte an beiden "Schicki-Micki-Häfen" (Rheinau- und Deuter Hafen) und damit auch deren Verbindung sinnvoll sein. Allerdings zeigt die Erfahrung aus Rotterdam, dass zusätzliche Haltepunkte Wasserbusverbindungen erheblich verzögern und damit unattraktiver machen.
3. spräche dann nichts dagegen, beide Linien zu Einer zu verbinden. Na gut, da will man ja letztendlich auch hin, es geht um einen Anfang.

Letztendlich denke ich aber, dass die Kölner selbstverliebt genug in die Stadt und den Rhein sind, dass sie auch im alltäglichen Verkehr Wasserbusse nutzen, selbst wenn die nicht praktischer oder schneller wären als Bus und Bahn. Kostenlose Fahrradmitnahme macht 5-10min-Fahrten zum Rheinufer sinnvoll und attraktiv, auch bei schlechterem Wetter. Das Rad war in Köln trotz widriger Umstände schon immer ein klein wenig populärer als im Bundesdurchschnitt, nicht zuletzt dank Corona ist das Rad aber jetzt richtig hip geworden.




Edit hat den Sprachfehler im Titel korrigiert.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 12:30.

Barrierefreiheit

geschrieben von: Tw666

Datum: 01.05.21 02:31

Kölnbahner schrieb:
Letztendlich denke ich aber, dass die Kölner selbstverliebt genug in die Stadt und den Rhein sind, dass sie auch im alltäglichen Verkehr Wasserbusse nutzen, selbst wenn die nicht praktischer oder schneller wären als Bus und Bahn. Kostenlose Fahrradmitnahme macht 5-10min-Fahrten zum Rheinufer sinnvoll und attraktiv, auch bei schlechterem Wetter. Das Rad war in Köln trotz widriger Umstände schon immer ein klein wenig populärer als im Bundesdurchschnitt, nicht zuletzt dank Corona ist das Rad aber jetzt richtig hip geworden.
Hat da eigentlich mal jemand das Thema Barrierefreiheit angesprochen?
Wasserbusse sind ja auch nur Boote bzw. Reisebusse (einstöckig) und wasserdicht. Problematisch ist aber immer die relative Sitzhöhe der Fahrgäste.
Baut man dann Hochbahnsteige an Bushaltestellen oder wird bei jedem Halt ein Lift wie im ICE ausgepackt? Denn als öffentliches Verkehrsmittel müssen sie ja barrierefrei sein.

Davon ab: Wie oft soll solch eine Linie eigentlich eingestellt sein (Hoch- und Niedrigwasser, Treibgut, schlechte Sicht, Enten, ...) und würde sie dann noch außer von Touris genutzt?

IRONIEMODUS AN:

Wär da nicht ne Seilbahn schneller und effektiver...mal ein bisschen das Reizthema des Forums ansprechen - lange nichts mehr gehört :D

IRONIEMODUS AUS.

Freundliche Grüße

666

Mein Beitragsverzeichnis

PS: Nicht immer sind meine Beiträge zu 100% ernst gemeint.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 01.05.21 02:54

Im Express-Link steht doch deutlich, dass Barrierefreiheit sehr wohl bedacht wurde.
Übrigens finde ich das bei einem rein zusätzlichen Angebot noch nicht einmal zwingend notwendig.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Nils Carl Aspenberg

Datum: 01.05.21 11:50

Bootlinien sind doch normal in viele Städte mit Wasser, In Oslo haben die Bootlinien Liniennummer und Normaltarif. So ist es auch in viele andere Städte. Betriebliche Probleme gibt es kaum und ich bin sicher dass Rhein-Boote werden mehr regelmäßig als Busse und Straßenbahnen fahren. Es geben kein Stau, Unfälle, Stromausfall und andere Probleme.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 01.05.21 11:54

Kölnbahner schrieb:
Im Express-Link steht doch deutlich, dass Barrierefreiheit sehr wohl bedacht wurde.
Übrigens finde ich das bei einem rein zusätzlichen Angebot noch nicht einmal zwingend notwendig.

Doch. Wenn man das komplett neu aufbaut, sollte man es auch nach aktuellem Standard machen.
Moin ins Forum,
die Erwähnung der "Anlegestellen" im Zeitungsartikel lässt ja hoffen, dass es um Schiffe geht (wie in London, Rotterdam oder Dordrecht). Die Idee klingt ja gut.
Die Touristenbespaßung ("splash-bus" oder wie auch immer) kann man ja nicht ernsthaft als ÖPNV diskutieren.

Re: Barrierefreiheit (o.w.T)

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 01.05.21 12:27

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 12:27.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 01.05.21 12:29

kaufhalle schrieb:
Kölnbahner schrieb:
Im Express-Link steht doch deutlich, dass Barrierefreiheit sehr wohl bedacht wurde.
Übrigens finde ich das bei einem rein zusätzlichen Angebot noch nicht einmal zwingend notwendig.
Doch. Wenn man das komplett neu aufbaut, sollte man es auch nach aktuellem Standard machen.
Macht man ja auch.
Bitte den verlinkten Artikel lesen, Leute.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 01.05.21 13:10

Kölnbahner schrieb:
kaufhalle schrieb:
Kölnbahner schrieb:
Im Express-Link steht doch deutlich, dass Barrierefreiheit sehr wohl bedacht wurde.
Übrigens finde ich das bei einem rein zusätzlichen Angebot noch nicht einmal zwingend notwendig.
Doch. Wenn man das komplett neu aufbaut, sollte man es auch nach aktuellem Standard machen.
Macht man ja auch.
Bitte den verlinkten Artikel lesen, Leute.

Und hast es gleichzeitig für nicht nötig erklärt. Bitte auch mal lesen, worauf sich eine Antwort bezieht.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 01.05.21 14:59

Nils Carl Aspenberg schrieb:
Es geben kein Stau, Unfälle, Stromausfall und andere Probleme.
Nunja, Stau und Unfälle kann es auch auf dem Rhein geben. Dazu Hoch- und Niedrigwasser. Bei beiden gibt es Grenzen für die Befahrbarkeit.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 01.05.21 15:26

Die Hafenfähren in Hamburg, auch so etwas wie „Wasserbusse“, sind schon seit Jahren barrierefrei. Lediglich um auf das offene Aussichtsdeck zu gelangen muss man Treppen steigen.
Wenn schon Wasserbusse/Fähren, dann aber bitte wieder als "Rheinpfeil", den es mittlerweile auch in einer Neubauversion gibt.

Und tschüs!
Torsten aus Stuttgart

"Money ain't got no owners - only spenders." (Omar Little, The Wire)
Guten Abend zusammen,

Ein Wasserbus-netz für Köln hört sich gar nicht mal so schlecht an.
Nur schade das sich Städte und Kreise wie Bonn/Rhein-Sieg nicht mitmachen beim Wasserbus.
Bei der Kommunalwahl 2020 würde von der Rhein-Sieg SPD ein Vorschlag einer Wasserbus Linie gemacht, nur ist dies jetzt leider verstummt.
[www.deniswaldaestl.de]

[ga.de]

Klar es soll jetzt keine Linie von Norden Kölns bis nach Bonn/ Bad Honnef fahren.
Aber ein Wasserbus-Netz von Köln bis Bonn könnte durchaus Interessant sein, da auch Ortschaften am Rhein bedient werden und in kurzer zeit in die Städte kommen.
Bei der zweiten geplanten Linie hätte ich allerdings bis Wesseling - Lülsdorf verlängert, da die Fährverbindung Wesseling - Lülsdorf gut genutzt wird.
Hier ein paar Ideen zu einem möglichen Netz.

WBL 1 : Niehl - Mülheim - Innenstadt (Altstadt)

WBL 2 : Rodenkirchen - Porz - Weiss - Zündorf - Wesseling - Lülsdorf

WBL 3 : Hitdorf - Langel - Wuppermündung - Niehl - Müllheim - Innenstadt (Altstadt)

WBL 4 : Lülsdorf - Hersel - Mondorf - Bonn - Bad-Godesberg - Niederdollendorf

WBL 5 : Mondorf - Bonn - Bad-Godesberg - Niederdollendorf - Mehlem - Königswinter - Bad-Honnef

WBL 6 : Bonn - Bad-Godesberg - Niederdollendorf - Mehlem - Königswinter - Bad-Honnef - Rolandseck - Remagen - Linz am Rhein.

WBL=Wasserbus Linie

Dies wäre so ein Vorschlag für ein Wasserbus- Netz.
Über Vorschläge und Verbesserungen würde ich mich sehr freuen.
Schönen Abend
Tim



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 21:45.
Wenn die Dinger erst mal fahren, werden die Nachbargemeinden bestimmt auch Verlängerungen haben wollen.
Leverkusen (Wiesdorf) bietet sich im Norden natürlich direkt an und stromaufwärts im Süden hast Du ja schon vieles genannt.

Wie gesagt, wenn die Boote erst mal fahren...
Dann könnte die „Köln-Düsseldorfer“ ja vielleicht tatsächlich wieder von Köln nach Düsseldorf fahren. ;-)
Meiner Meinung nach müssten moderne ÖPNV Schiffe folgende 3 Merkmale besitzen:
1. Einmannbetrieb: Gibt es z.B. in Hamburg und Berlin und ist essentiell, damit die Personalkosten nicht zu Einschränkungen der Bedienzeiten führen
2. Möglichst hohe Fahrgeschwindigkeit und Manövrierfähigkeit, wir reden hier ja nicht von Ausflugsdampfern, sondern von konkurrenzfähigen ÖV
3. Je nach Größe mehrere Zugangsrampen, 250 Plätze und nur ein Rampe, wie in Hamburg, führt zu langen Fahrgastwechseln

Meines Erachtens werden Schiffe heute immer noch zu sehr als Erlebnis betrachtet. Das führt dann dazu, dass man offene Oberdecks, Tische, Bars, etc. einbaut, Dinge die man in Straßenbahnen so gut wie nie findet.
Früherwarallesbesser schrieb:
Dann könnte die „Köln-Düsseldorfer“ ja vielleicht tatsächlich wieder von Köln nach Düsseldorf fahren. ;-)
Welcher Kölner fährt denn freiwillig nach Düsseldorf? :-P



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.05.21 14:23.
Ich bin schon mal auf das Wasserbus Netz gespannt.

Aber ich frage mich, warum man zum Bispiel in den Niederlanden von den Tragflügelbooten der Linien 419 und 420 um Amsterdam Abschied genommen hat.

Viele Grüße aus EMRS
Moritz
Pesa Link schrieb:
Ich bin schon mal auf das Wasserbus Netz gespannt.

Aber ich frage mich, warum man zum Bispiel in den Niederlanden von den Tragflügelbooten der Linien 419 und 420 um Amsterdam Abschied genommen hat.
Ich weiß nicht, wo die fuhren, aber Wasserwege sind rar, die sowohl etwas erschließen als auch verantwortlich mit dem Tempo eines solchen Vehikels befahren werden können. Am Rhein gäbe es eher Verbindungen mit Fährencharakter (Brückenersatz), auf die beides zutrifft.
Das wäre sehr erfreulich wenn das umgesetzt würde und die Seilbahnvariante über den Rhein im Zick-Zack-Kurs im Papierkorb landet.
MrEnglish schrieb:
Meiner Meinung nach müssten moderne ÖPNV Schiffe folgende 3 Merkmale besitzen:
1. Einmannbetrieb: Gibt es z.B. in Hamburg und Berlin und ist essentiell, damit die Personalkosten nicht zu Einschränkungen der Bedienzeiten führen
2. Möglichst hohe Fahrgeschwindigkeit und Manövrierfähigkeit, wir reden hier ja nicht von Ausflugsdampfern, sondern von konkurrenzfähigen ÖV
3. Je nach Größe mehrere Zugangsrampen, 250 Plätze und nur ein Rampe, wie in Hamburg, führt zu langen Fahrgastwechseln

Meines Erachtens werden Schiffe heute immer noch zu sehr als Erlebnis betrachtet. Das führt dann dazu, dass man offene Oberdecks, Tische, Bars, etc. einbaut, Dinge die man in Straßenbahnen so gut wie nie findet.
In Rotterdam ist es immer ein Zweimannbetrieb. Einer fährt, einer verkauft/kontrolliert Fahrkarten und kümmert sich um den Rest.
Ist angenehm so, außerdem muss das Boot ja auch vertäut werden an den Anlegestellen, plus Rampen aus- und einklappen.

In den Straßenbahnen dort fährt man auch immer zu zweit und das ist auch gut. Es gibt kein Schwarzfahren mehr, wer keine Karte hat kriegt völlig unproblematisch ne Einzelfahrkarte. Das ist sehr angenehm, denn es gibt keine "Razzien" mit Spannung und Aggression, alles sehr entspannt.
Das sollte man hier auch einführen.

Schnell und manövrierfähig sind die Dinger auch.
Ein- und Ausstieg gibt es vorne und hinten, meist wird aber logischer weise nur eine Seite benutzt.
Wenn man das Boot vertäuen muss an jeder Station, dann scheint das aber ein ziemlich altertümlicher Betrieb zu sein.

Zum Thema zwei Mann in der Straßenbahn: Das Geld sollte man lieber in den Ausbau stecken, außerdem haben zumindest wir in Deutschland jetzt schon Personalmangel; ich weiß allerdings nicht, wie es damit in den Niederlanden aussieht.
In D ist das ganze Sozialsystem an Lohnarbeit aufgehängt, die Nebenkosten und Regularien treiben die Stundenkosten in unermessliche Höhen. Das ist in NL sicher nicht grundlegend anders, aber es scheint praxisgerechte Möglichkeiten zu geben, die einen sinnvollen Personaleinsatz erlauben.
Einmannbetrieb auf einer Rheinfähre scheint mir gewagt, man bedenke die Möglichkeit von Havarien bei der Dichte des Schiffsverkehrs dort.
Wenn das im Hamburger Hafen, mit seinem garantiert nicht geringeren Schiffsverkehr als auf dem Rhein, klappt, dann klappt das auch in Köln.

.

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 02.05.21 23:15

Das Vertäuen hat, glaube ich, nur an den Endstationen stattgefunden, bei den Zwischenhalten hat man einfach eine halbe Minute lang seitlich Schub gegeben. Die Holländer sind ja bekannterweise oft pragmatisch unkompliziert.
Zur relativen Fixierung an einer Anlegestation ist das einfache werfen zweier Seilschlingen (1 vorne, 1 hinten) über einen dafür vorgesehenen Pfahl (für die Dinger gibts 'nen Namen, hab ich aber vergessen) unschlagbar einfach, schnell, störungsfrei, billig und effektiv.

Zwei Mann sind auch in der Straßenbahn überhaupt nicht teuer, das wird überschätzt. Für die Schaffnerjobs wurden in Rotterdam zunächst vor allem Arbeitslose rekrutiert. Wenn man von einem niedrigen bis mittelmäßigen Gehalt mal die bis dahin gezahlte Arbeitslosenunterstützung abzieht (inkl. Wohnungsmiete und sonstige Zuwendungen), dann kostet die Stelle die Gesellschaft unterm Strich nicht wirklich viel. Dazu kommt, dass die Schwarzfahrerquote dadurch quasi Null beträgt, die Vandalismusschäden drastisch gesunken sind uvm.
War halt politisch gewollt, wodurch die Kosten von der Stadt getragen wurden/werden(?). Das war vor allem zur Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses, was ein weiterer Vorteil des Zwei-Mann Betriebes ist - außerdem ist immer ein Ansprechpartner da, nicht nur zu Sicherheitsfragen sondern auch zum kundenfreundlichen Service.

Also, viele Vorteile, wenig Kosten, weniger Arbeitslose. Für mich ein Modell, dass man gerne hierzulande auch mal einführen könnte.

Großer Unterschied zwischen Rotterdam und Köln: Die Straßenbahn in Kölns Partnerstadt Rotterdam kennt keine Beiwagen oder Doppeltraktionen. Das würde die Sache hier doppelt so teuer oder halb so effektiv machen.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: cinéma

Datum: 03.05.21 05:09

Das Gegenstück zur Kölner Stadtbahn dürfte in Rotterdam eher die Metro sein, insofern passt Dein Vergleich mit der Straßenbahn nicht, wie Du zum Schluss auch indirekt selber feststellst.

Die Fixierung von Booten im Linienverkehr findet heutzutage standardmäßig über Elektromagnete statt.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 03.05.21 12:43

cinéma schrieb:
Die Fixierung von Booten im Linienverkehr findet heutzutage standardmäßig über Elektromagnete statt.
Das würde ich mal bezweifeln. Ich kenne das nur von den Elektrofähren in Berlin. Es gibt sicher noch mehr, aber für standardmäßig fehlt noch viel. Die Hafenfähren in Hamburg nutzen das nicht, die Wannseefähre in Berlin auch nicht. In Kiel wäre mir das ebenfalls noch nicht aufgefallen. Ich bin dir aber dankbar wenn du noch ein paar Beispiele hast bei denen das verwendet wird.

Re: .

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 03.05.21 13:01

Kölnbahner schrieb:
Das Vertäuen hat, glaube ich, nur an den Endstationen stattgefunden, bei den Zwischenhalten hat man einfach eine halbe Minute lang seitlich Schub gegeben. Die Holländer sind ja bekannterweise oft pragmatisch unkompliziert.
Zur relativen Fixierung an einer Anlegestation ist das einfache werfen zweier Seilschlingen (1 vorne, 1 hinten) über einen dafür vorgesehenen Pfahl (für die Dinger gibts 'nen Namen, hab ich aber vergessen) unschlagbar einfach, schnell, störungsfrei, billig und effektiv.
Falsch, nur weil was technisch primitiv ist, ist es nicht automatisch billig oder gar effektiv, und schon gar nicht schnell. Die angesprochene Magnetfixierung ist schneller, und im Betrieb wesentlich billiger.

Kölnbahner schrieb:
Zwei Mann sind auch in der Straßenbahn überhaupt nicht teuer, das wird überschätzt. Für die Schaffnerjobs wurden in Rotterdam zunächst vor allem Arbeitslose rekrutiert. Wenn man von einem niedrigen bis mittelmäßigen Gehalt mal die bis dahin gezahlte Arbeitslosenunterstützung abzieht (inkl. Wohnungsmiete und sonstige Zuwendungen), dann kostet die Stelle die Gesellschaft unterm Strich nicht wirklich viel. Dazu kommt, dass die Schwarzfahrerquote dadurch quasi Null beträgt, die Vandalismusschäden drastisch gesunken sind uvm.
War halt politisch gewollt, wodurch die Kosten von der Stadt getragen wurden/werden(?). Das war vor allem zur Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses, was ein weiterer Vorteil des Zwei-Mann Betriebes ist - außerdem ist immer ein Ansprechpartner da, nicht nur zu Sicherheitsfragen sondern auch zum kundenfreundlichen Service.
Im Klartext, du möchtest, dass Leute für einen Hungerlohn arbeiten, in einem Job in dem sie potenziell Übergriffen ausgesetzt sind und das auch noch mit unmöglichen Arbeitszeiten? Herzlichen Glückwunsch, du hast den Aufnahmetest der FDP bestanden. Wenn du jetzt bitte noch eine wesentlich effizientere Durchsetzung der prekären Beschäftigungsverhältnisse durch einen privaten Betreiber anpreist, kannst du dir gleich dein Bundestagsmandat abholen.

Kölnbahner schrieb:
Also, viele Vorteile, wenig Kosten, weniger Arbeitslose. Für mich ein Modell, dass man gerne hierzulande auch mal einführen könnte.
Wo darf ich dir die Stellenausschreibung hin schicken?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 13:02.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: cinéma

Datum: 03.05.21 15:16

MrEnglish schrieb:
Das würde ich mal bezweifeln. Ich kenne das nur von den Elektrofähren in Berlin. Es gibt sicher noch mehr, aber für standardmäßig fehlt noch viel. Die Hafenfähren in Hamburg nutzen das nicht, die Wannseefähre in Berlin auch nicht. In Kiel wäre mir das ebenfalls noch nicht aufgefallen. Ich bin dir aber dankbar wenn du noch ein paar Beispiele hast bei denen das verwendet wird.
In Köln wird das bei der Rheinfähre an der Messe verwendet, in Hamburg wird das bei den Alsterschiffen verwendet.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 15:16.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 03.05.21 15:45

cinéma schrieb:
In Köln wird das bei der Rheinfähre an der Messe verwendet, in Hamburg wird das bei den Alsterschiffen verwendet.
Na perfekt, dann kennen die das in Köln ja schon. Ich finde das nämlich sehr praktisch. Bei den Hafenfähren in Hamburg müssen die nämlich immer ordentlich mit der Maschine gegenhalten, damit sie nicht abtreiben. Bei kurzen Halten ist das ja ok, aber wenn man mal ein paar Minuten Wendezeit hat, dann ist es blöd. Deswegen steht dann an den Landungsbrücken doch wieder Personal das die Schiffe vertäut.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: Zugsicherer

Datum: 03.05.21 16:41

cinéma schrieb:
MrEnglish schrieb:
Das würde ich mal bezweifeln. Ich kenne das nur von den Elektrofähren in Berlin. Es gibt sicher noch mehr, aber für standardmäßig fehlt noch viel. Die Hafenfähren in Hamburg nutzen das nicht, die Wannseefähre in Berlin auch nicht. In Kiel wäre mir das ebenfalls noch nicht aufgefallen. Ich bin dir aber dankbar wenn du noch ein paar Beispiele hast bei denen das verwendet wird.
In Köln wird das bei der Rheinfähre an der Messe verwendet, in Hamburg wird das bei den Alsterschiffen verwendet.
Ich ergänze noch die Maschseeschifffahrt in Hannover, auch wenn die heute nicht mehr so als ÖPNV zu bezeichnen ist wie früher.

Gruß,
Sven
cinéma schrieb:
Wenn man das Boot vertäuen muss an jeder Station, dann scheint das aber ein ziemlich altertümlicher Betrieb zu sein.

Zum Thema zwei Mann in der Straßenbahn: Das Geld sollte man lieber in den Ausbau stecken, außerdem haben zumindest wir in Deutschland jetzt schon Personalmangel; ich weiß allerdings nicht, wie es damit in den Niederlanden aussieht.
Schaffner gibt es in der Amsterdamer Straßenbahn. Sie wurden damals mit der Begründung wieder eingeführt, daß die Reduktion von Schwarzfahren und Vandalismus mehr als die Löhne der Schaffner einbringt.

Zu den Wasserbussen: das Öffnen und Schließen der Sicherung kann man schlecht den Fahrgästen überlassen.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 03.05.21 18:00

MrEnglish schrieb:
cinéma schrieb:
In Köln wird das bei der Rheinfähre an der Messe verwendet, in Hamburg wird das bei den Alsterschiffen verwendet.
Na perfekt, dann kennen die das in Köln ja schon. Ich finde das nämlich sehr praktisch. Bei den Hafenfähren in Hamburg müssen die nämlich immer ordentlich mit der Maschine gegenhalten, damit sie nicht abtreiben.
Wo im Hamburger Hafenbereich Strömung ist, wechselt sie regelmäßig die Richtung. Am Rhein kommt das seltener vor; deshalb lassen sich dort die Anlegestellen besser optimieren.

Alsterschiffe und Straßenbahn

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 03.05.21 18:32

Die Alsterschiffahrt gehörte zu den Pionieren beim Einsatz von Anlegemagneten. Zu Anfang wurden als Anlegemagneten einfach Magnetschienenbremse von Straßenbahnwagen unter die Wallschienen der Alsterschiffe geschraubt, womit wieder der Bezug zur Straßenbahn hergestellt ist ;-)
kmueller schrieb:
Zu den Wasserbussen: das Öffnen und Schließen der Sicherung kann man schlecht den Fahrgästen überlassen.

Welche Sicherung?

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 03.05.21 19:09

kmueller schrieb:
Wo im Hamburger Hafenbereich Strömung ist, wechselt sie regelmäßig die Richtung. Am Rhein kommt das seltener vor; deshalb lassen sich dort die Anlegestellen besser optimieren.
Was was willst du jetzt damit ausdrücken?

Re: Alsterschiffe und Straßenbahn

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 03.05.21 19:09

Früherwarallesbesser schrieb:
Die Alsterschiffahrt gehörte zu den Pionieren beim Einsatz von Anlegemagneten. Zu Anfang wurden als Anlegemagneten einfach Magnetschienenbremse von Straßenbahnwagen unter die Wallschienen der Alsterschiffe geschraubt, womit wieder der Bezug zur Straßenbahn hergestellt ist ;-)
Cool, das ist ja interessant. Danke.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Linie21

Datum: 03.05.21 23:51

MrEnglish schrieb:
Kölnbahner schrieb:
Zwei Mann sind auch in der Straßenbahn überhaupt nicht teuer, das wird überschätzt. Für die Schaffnerjobs wurden in Rotterdam zunächst vor allem Arbeitslose rekrutiert. Wenn man von einem niedrigen bis mittelmäßigen Gehalt mal die bis dahin gezahlte Arbeitslosenunterstützung abzieht (inkl. Wohnungsmiete und sonstige Zuwendungen), dann kostet die Stelle die Gesellschaft unterm Strich nicht wirklich viel. Dazu kommt, dass die Schwarzfahrerquote dadurch quasi Null beträgt, die Vandalismusschäden drastisch gesunken sind uvm.
War halt politisch gewollt, wodurch die Kosten von der Stadt getragen wurden/werden(?). Das war vor allem zur Befriedigung des Sicherheitsbedürfnisses, was ein weiterer Vorteil des Zwei-Mann Betriebes ist - außerdem ist immer ein Ansprechpartner da, nicht nur zu Sicherheitsfragen sondern auch zum kundenfreundlichen Service.
Im Klartext, du möchtest, dass Leute für einen Hungerlohn arbeiten, in einem Job in dem sie potenziell Übergriffen ausgesetzt sind und das auch noch mit unmöglichen Arbeitszeiten? Herzlichen Glückwunsch, du hast den Aufnahmetest der FDP bestanden. Wenn du jetzt bitte noch eine wesentlich effizientere Durchsetzung der prekären Beschäftigungsverhältnisse durch einen privaten Betreiber anpreist, kannst du dir gleich dein Bundestagsmandat abholen.
Ein "niedriges bis mittelmäßiges Gehalt" ist kein Hungerlohn, Übergriffen sind auch mobile Servicekräfte und Fahrausweisprüfer ausgesetzt und die Arbeitszeiten sind auch nicht anders. Bei Fahrern, Fahrausweisprüfern, Servicekräften und allen möglichen anderen Jobs im ÖPNV sind die Arbeitszeiten also okay, aber bei Schaffnern sind sie plötzlich unmöglich? Oder willst Du den Betrieb nachts komplett einstellen?

Der Sinngehalt Deines Beitrags liegt genau bei Null, aber wenn man damit seine politisch-ideologischen Ansichten (Edit: in unsachlicher und unsinniger Form) anbringen kann, ist das natürlich in Ordnung. Auch wenn man damit anderen Usern Dinge unterstellt, die sie weder gesagt noch impliziert haben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 02:00.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 04.05.21 00:29

Linie21 schrieb:
Der Sinngehalt Deines Beitrags liegt genau bei Null, aber wenn man damit seine politisch-ideologischen Ansichten anbringen kann, ist das natürlich in Ordnung. Auch wenn man damit anderen Usern Dinge unterstellt, die sie weder gesagt noch impliziert haben.
Doch, genau das hat er impliziert indem er es in Zusammenhang mit den Kosten für Arbeitslose gesetzt hat.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Linie21

Datum: 04.05.21 01:47

MrEnglish schrieb:
Linie21 schrieb:
Der Sinngehalt Deines Beitrags liegt genau bei Null, aber wenn man damit seine politisch-ideologischen Ansichten anbringen kann, ist das natürlich in Ordnung. Auch wenn man damit anderen Usern Dinge unterstellt, die sie weder gesagt noch impliziert haben.
Doch, genau das hat er impliziert indem er es in Zusammenhang mit den Kosten für Arbeitslose gesetzt hat.
Kölnbahner hat die Lohnkosten mit den Kosten von Arbeitslosigkeit für das Sozialsystem in Zusammenhang gebracht, weil das die logische Folge an der Stelle ist, wenn man für dieses zusätzliche Personal Arbeitslose rekrutieren will. Nichts weiter. Zwischen diesem Vergleich und dem, was Du da hereininterpretierst, besteht überhaupt kein Zusammenhang.
Daher passt Dein Beitrag an der Stelle überhaupt nicht und erweckt den Eindruck, dass Dir solche legitimen Vergleiche (warum auch immer) nicht passen und Du deswegen erstmal die Keule auspackst, ohne den Beitrag im Ganzen auch nur annähernd verstanden zu haben.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 02:03.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 04.05.21 07:29

Danke.
Das Schaffnerrekrutation in Rotterdam (und Amsterdam? ) verlief nach einem ähnlichen Finanzierungsmodell wie damals hierzulande die so genannten 1€-Jobs. Nur dass die Arbeitslosen deutlich mehr als 1€ extra verdient haben, keine Arbeitslosen mehr waren, sondern langfristige oder zeitlich unbegrenzte Verträge als Festangestellte der Verkehrsbetriebe bekamen und einen respektierten Job in der Mitte der Gesellschaft erhielten.

Also 1€-Jobs ohne die berechtigten Kritikpunkte an diesem System.
Den (arbeitslosen) Menschen war und ist geholfen, dem Rest der Gesellschaft ist geholfen worden und den Verkehrsbetrieben ist geholfen worden.
Eine Win-Win-Win-Situation, an der ich nichts Verwerfliches finden kann.

Dass solche ungelernten Jobs* trotz Schichtdienst nicht bezahlt werden wie spezielle handwerkliche Fähigkeiten oder akademische Berufe, dass liegt außerhalb des real existierenden Sozialismus auf der Hand.

* Die Leute wurden innerhalb von drei Wochen angelernt: Kommunikationstraining, Tarif- und Netz-/Streckenkunde und Deeskalationstraining.



So, und jetzt bitte mal die Füße still halten und zurück zu den Wasserbussen.
Danke.

Re: Barrierefreiheit

geschrieben von: Nils Berends

Datum: 04.05.21 08:12

Überleg bitte noch mal genau, was du da gerade gesagt hast. Ich denke, du hast die letzten zehn Jahre Barrierefreiheit verpasst.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: cinéma

Datum: 04.05.21 10:25

Die Diskussion um den Schaffnerjob ist sowieso sinnlos, weil wir gar nicht in großer Zahl diese Arbeitslosen haben, die geeignet wären für diesen Job.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 04.05.21 10:33

MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Wo im Hamburger Hafenbereich Strömung ist, wechselt sie regelmäßig die Richtung. Am Rhein kommt das seltener vor; deshalb lassen sich dort die Anlegestellen besser optimieren.
Was was willst du jetzt damit ausdrücken?
Daß man die Strömung zum Fixieren des Fahrzeugs am Anleger (mit)benutzen und dadurch Leinenunterstützung (samt Leinenbediener) einsparen kann. Jedes Manöver (samt Anlagengestaltung), das auf eine Strömungsrichtung optimiert ist, wird aber erheblich gestört, sobald die Strömung dreht.
MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Zu den Wasserbussen: das Öffnen und Schließen der Sicherung kann man schlecht den Fahrgästen überlassen.
Welche Sicherung?
Jede Vorrichtung, welche Fahrgäste daran hindert, während der Fahrt über das Ende der Rampe bzw. eines Fußgängerzugangs hinaus zu spazieren oder zu torkeln.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 04.05.21 13:07

kmueller schrieb:
MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Wo im Hamburger Hafenbereich Strömung ist, wechselt sie regelmäßig die Richtung. Am Rhein kommt das seltener vor; deshalb lassen sich dort die Anlegestellen besser optimieren.
Was was willst du jetzt damit ausdrücken?
Daß man die Strömung zum Fixieren des Fahrzeugs am Anleger (mit)benutzen und dadurch Leinenunterstützung (samt Leinenbediener) einsparen kann. Jedes Manöver (samt Anlagengestaltung), das auf eine Strömungsrichtung optimiert ist, wird aber erheblich gestört, sobald die Strömung dreht.
Verstehe ich nicht. Im Hamburger Hafen legt man ohne Fixierung am Pier an, auf dem Rhein hab ich das noch nicht gesehen, also genau anders herum.
kmueller schrieb:
Jede Vorrichtung, welche Fahrgäste daran hindert, während der Fahrt über das Ende der Rampe bzw. eines Fußgängerzugangs hinaus zu spazieren oder zu torkeln.
Wie verhindert man denn heute, dass Fahrgäste während der Fahrt aus der Straßenbahn fallen, und wer bedient das?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 13:08.
MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Jede Vorrichtung, welche Fahrgäste daran hindert, während der Fahrt über das Ende der Rampe bzw. eines Fußgängerzugangs hinaus zu spazieren oder zu torkeln.
Wie verhindert man denn heute, dass Fahrgäste während der Fahrt aus der Straßenbahn fallen, und wer bedient das?
Bei der DB macht das die Türstörung.

Bei der Schiffahrt gibts aber auch noch die Landebrücke, die zu sichern ist. Sicher kann man das alles automatisieren (und bei Störungen sofort stillegen), man kann aber auch vom Schaffner (der anschließend das Fahrgeld kassiert) eine Kette aus/einhängen oder eine Tür öffnen/schließen lassen.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 04.05.21 13:37

MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Daß man die Strömung zum Fixieren des Fahrzeugs am Anleger (mit)benutzen und dadurch Leinenunterstützung (samt Leinenbediener) einsparen kann. Jedes Manöver (samt Anlagengestaltung), das auf eine Strömungsrichtung optimiert ist, wird aber erheblich gestört, sobald die Strömung dreht.
Verstehe ich nicht. Im Hamburger Hafen legt man ohne Fixierung am Pier an, auf dem Rhein hab ich das noch nicht gesehen, also genau anders herum.
Welche Rheinschiffe meinst du? Die kleinen Auto/Rad/Fußgängerfähren mit 5 Minuten Fahrzeit und 2-5 Minuten Aufenthalt zwischen Kleinstädten die Brücke ersetzen, oder die großen Ausflugs- bzw. Hotelschiffe, die immer wieder Stunden oder gar Tage an derselben Stelle liegen? Was im Hamburger Hafen fährt kenne ich nicht; sind darunter auch Tragflächenboote?

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: Gernot

Datum: 04.05.21 14:12

kmueller schrieb:
MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Daß man die Strömung zum Fixieren des Fahrzeugs am Anleger (mit)benutzen und dadurch Leinenunterstützung (samt Leinenbediener) einsparen kann. Jedes Manöver (samt Anlagengestaltung), das auf eine Strömungsrichtung optimiert ist, wird aber erheblich gestört, sobald die Strömung dreht.
Verstehe ich nicht. Im Hamburger Hafen legt man ohne Fixierung am Pier an, auf dem Rhein hab ich das noch nicht gesehen, also genau anders herum.
Welche Rheinschiffe meinst du? Die kleinen Auto/Rad/Fußgängerfähren mit 5 Minuten Fahrzeit und 2-5 Minuten Aufenthalt zwischen Kleinstädten die Brücke ersetzen, oder die großen Ausflugs- bzw. Hotelschiffe, die immer wieder Stunden oder gar Tage an derselben Stelle liegen? Was im Hamburger Hafen fährt kenne ich nicht; sind darunter auch Tragflächenboote?
Tragflügelboote lohnen sich nur, wenn längere Strecken mit hoher Geschwindigkeit zurückgelegt werden sollen. Die sind zwar schneller als Boote mit normalem Rumpf oder Katamarane, haben aber den Nachteil, dass sie bei langsamer Fahrt viel schwieriger zu manövrieren sind. Und besonders wendig sind die mit ihren Flügeln auch nicht. Für eine Art Fährverkehr auf dem Rhein also nicht gerade die optimale Lösung.
Auf dem Rhein muss man zwei Punkte berücksichtigen, welche das Anlegen und den Fahrgastwechsel etwas erschweren. Erstens die für einen Fluss ziemlich starke Strömng. Der Rhein ist der schnellste Flachlandfluss Europas. Und zweitens die wechselnden Wasserstände. Da ist alles dabei vom Niedrigwasser mit einem Pegelstand von gerade mal einem Meter bis zum Hochwasser mit über 7 m. Darauf müssen die Anleger ausgelegt sein.
Vergleichbar ist das alles höchstens mit dem Hamburger Hafen, weil dort durch die Tide ebenfalls Strömungen und starke Schwankungen des Wasserstandes vorhanden sind. Wenn man also gucken will wie es geht, dann nur dort und nicht am Maschsee, der Kieler Förde, Amsterdam oder wo auch sonst.

Was ich problematischer als die ganzen Sicherheitserwägungen sehe ist die Kompatibilität zum restlichen ÖPNV. Wo gibt es in Köln Stadtbahnhalte, die näher als 100m Fußweg vom nächsten potentiellen Anleger entfernt sind? Mir fallen da nur drei Haltepunkte der Rheinuferbahn und Deutzer Freiheit ein. Und schon wird das Umsteigen unattraktiv, weil man von der Fähre zur Bahn oder umgekehrt ewig latschen muss.
Wenn man solche Wasserbusse betreiben will, dann am besten mit ganz viel Platz für Fahrräder. Radfahrer scheinen mir die geeignetste Zielgruppe zu sein. Aber je ein Dutzend Räder rein und raus verlängert die Aufenthalte am Ufer erheblich. Auch nicht einfach hinzukriegen...

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: sepruecom

Datum: 04.05.21 14:27

falls es sich bei "Wasserbussen" um Busse handelt, die schwimmfähig sind (ein solcher hat über Jahre z.B. in Budapest Touristen über die Donau geschippert, das Prinzip existiert also bereits), dann kann der Bus von der Stadtbahnhaltestelle im Straßenverkehr bis zur "Wasserungsstelle" fahren, danach über den Fluss übersetzen und am Ende an einer Rampe wieder rausfahren und zur nächsten Stadtbahnhaltestelle fahren, gerne auch mit Zwischenhaltestellen.

Das Prinzip hat aber den Nachteil, dass diese Busse sehr hochflurig sind (über einen Meter hoch), daher die in einem vorigen Beitrag angesprochenen Hochbussteige. Außerdem kenne ich von Einzelexemplaren abgesehen keinen Betrieb, der größere Mengen solcher Fahrzeuge einsetzt. Wenn sich Köln eine Flottille von 10 solchen Bussen anschafft, dürften sie der größte Betreiber solcher Fahrzeuge weltweit sein...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 04.05.21 14:35

Gernot schrieb:
Auf dem Rhein muss man zwei Punkte berücksichtigen, welche das Anlegen und den Fahrgastwechsel etwas erschweren. Erstens die für einen Fluss ziemlich starke Strömng. Der Rhein ist der schnellste Flachlandfluss Europas. Und zweitens die wechselnden Wasserstände. Da ist alles dabei vom Niedrigwasser mit einem Pegelstand von gerade mal einem Meter bis zum Hochwasser mit über 7 m. Darauf müssen die Anleger ausgelegt sein.
Vergleichbar ist das alles höchstens mit dem Hamburger Hafen, weil dort durch die Tide ebenfalls Strömungen und starke Schwankungen des Wasserstandes vorhanden sind.
Was Wasserstände und Strömungsgeschwindigkeit angeht, ist Hamburg weniger anspruchsvoll. Der mittlere Tidenhub ist deutlich unter 4m, d.h. ein Anstieg von 7m über 'niedrigstes' Niedrigwasser entspräche einer Sturmflut, bei der ohnehin alles stilliegt, was mit Wasser zu tun hat. So nahe an der Staustufe Geesthacht ist auch die Geschwindigkeit der Tidenströmung in den zwei Hauptarmen weitaus schwächer als diejenige im Rhein bei Hochwasser an der Grenze zur Schiffahrtseinstellung. Störend ist aber der Richtungswechsel; nur gegen die Strömung läßt sich kontrolliert an- und ablegen.

Am Rhein dürfte ein großstädtisches Verkehrsmittel aber eben nicht schon dadurch lahmgelegt werden, daß es im Stromgebiet längere Zeit großflächig schüttet oder daß in den Alpen eine Extrem-Schneeschmelze abgeht.

Mit den Tragflügelbooten hast du recht; für einen Fährverkehr Typ Rodenkirchen-Porz sind sie ungeeignet, weil die teuer erkaufte Geschwindigkeit kaum zum Einsatz kommt, und solche Fahrzeuge schlechter manövrierbar sind. Es gab aber im Raum Rotterdam/Dordrecht mal Versuche, damit eine Art Schnellbusverkehr auf den dortigen Rheinarmen aufzuziehen. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht; eine Gelegenheit zum Mitfahren ergab sich nie.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: westring

Datum: 04.05.21 14:39

cinéma schrieb:Zitat:
Die Diskussion um den Schaffnerjob ist sowieso sinnlos, weil wir gar nicht in großer Zahl diese Arbeitslosen haben, die geeignet wären für diesen Job.
Hallo,

alleine in Köln gab es 2020 durchschnittlich 36.469 Arbeitslose, die Grundsicherunng gem. SGB II erhielten [www.arbeitsagentur.de]. Das sind also praktisch alles Langzeitarbeitslose/"Hartz-IV-Empfänger" (unter einem Jahr erhalten Menschen in der Regel ALG I gem. SGB III). Die KVB hat laut wikipedia 409 Stadtbahnen. Wenn man jetzt von einem Dreich-Schicht-Betrieb und 10% Reserve ausgeht, wären das 1.350 Mitarbeiter. Du behauptest also, dass weniger als 3,7% der Kölner Langzeitarbeitslosen für einen Schaffner-Job geeignet sind?

Gruß
westring

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: cinéma

Datum: 04.05.21 14:59

westring schrieb:
Hallo,

alleine in Köln gab es 2020 durchschnittlich 36.469 Arbeitslose, die Grundsicherunng gem. SGB II erhielten [www.arbeitsagentur.de]. Das sind also praktisch alles Langzeitarbeitslose/"Hartz-IV-Empfänger" (unter einem Jahr erhalten Menschen in der Regel ALG I gem. SGB III). Die KVB hat laut wikipedia 409 Stadtbahnen. Wenn man jetzt von einem Dreich-Schicht-Betrieb und 10% Reserve ausgeht, wären das 1.350 Mitarbeiter. Du behauptest also, dass weniger als 3,7% der Kölner Langzeitarbeitslosen für einen Schaffner-Job geeignet sind?

Gruß
westring
Diese Langzeitarbeitslosen sind fast alle ungeeignet, ja, das behaupte ich.

Es gibt dafür drei Hauptgründe:

1. Gesundheit
2. Nicht qualifiziert (insbesondere mangelhafte bis keine Sprachkenntnisse)
3. Unzuverlässigkeit (keinen Bock zu arbeiten)

Das sind die Erfahrungen, die wir bei uns in der Firma hauptsächlich mit diesen Leuten machen.
Wer leistungsfähig- und bereit ist, hat heutzutage meist einen Job. Mag sein, dass sich das durch Corona ändern wird.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Gernot

Datum: 04.05.21 16:55

cinéma schrieb:
westring schrieb:
Hallo,

alleine in Köln gab es 2020 durchschnittlich 36.469 Arbeitslose, die Grundsicherunng gem. SGB II erhielten [www.arbeitsagentur.de]. Das sind also praktisch alles Langzeitarbeitslose/"Hartz-IV-Empfänger" (unter einem Jahr erhalten Menschen in der Regel ALG I gem. SGB III). Die KVB hat laut wikipedia 409 Stadtbahnen. Wenn man jetzt von einem Dreich-Schicht-Betrieb und 10% Reserve ausgeht, wären das 1.350 Mitarbeiter. Du behauptest also, dass weniger als 3,7% der Kölner Langzeitarbeitslosen für einen Schaffner-Job geeignet sind?

Gruß
westring
Diese Langzeitarbeitslosen sind fast alle ungeeignet, ja, das behaupte ich.

Es gibt dafür drei Hauptgründe:

1. Gesundheit
2. Nicht qualifiziert (insbesondere mangelhafte bis keine Sprachkenntnisse)
3. Unzuverlässigkeit (keinen Bock zu arbeiten)

Das sind die Erfahrungen, die wir bei uns in der Firma hauptsächlich mit diesen Leuten machen.
Wer leistungsfähig- und bereit ist, hat heutzutage meist einen Job. Mag sein, dass sich das durch Corona ändern wird.
und 4. alleinerziehend mit kleinerem Kind(ern) und deshalb zeitlich nur eingeschränkt arbeitsfähig.

Nicht ohne Grund haben wir in zahlreichen Bereichen schon jetzt einen Arbeitskräftemangel. Und das sind nicht nur akademische Berufe, sondern auch solche ohne erforderliche dreijährige Berufsausbildung.
Warst du mal in Hamburg an den Landungsbrücken oder der Überseebrücke? Das einzige, was dich dort daran hindert ins Wasser zu fallen, ist dein Gehirn, das dir sagt, von der Kante genug Abstand zu halten. Bei den übrigen Fähranlegern ist das genauso, die sind jederzeit frei zugänglich und zur Wasserkante hin völlig ungesichert.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: Gernot

Datum: 04.05.21 17:14

kmueller schrieb:
Gernot schrieb:
Auf dem Rhein muss man zwei Punkte berücksichtigen, welche das Anlegen und den Fahrgastwechsel etwas erschweren. Erstens die für einen Fluss ziemlich starke Strömng. Der Rhein ist der schnellste Flachlandfluss Europas. Und zweitens die wechselnden Wasserstände. Da ist alles dabei vom Niedrigwasser mit einem Pegelstand von gerade mal einem Meter bis zum Hochwasser mit über 7 m. Darauf müssen die Anleger ausgelegt sein.
Vergleichbar ist das alles höchstens mit dem Hamburger Hafen, weil dort durch die Tide ebenfalls Strömungen und starke Schwankungen des Wasserstandes vorhanden sind.
Was Wasserstände und Strömungsgeschwindigkeit angeht, ist Hamburg weniger anspruchsvoll. Der mittlere Tidenhub ist deutlich unter 4m, d.h. ein Anstieg von 7m über 'niedrigstes' Niedrigwasser entspräche einer Sturmflut, bei der ohnehin alles stilliegt, was mit Wasser zu tun hat. So nahe an der Staustufe Geesthacht ist auch die Geschwindigkeit der Tidenströmung in den zwei Hauptarmen weitaus schwächer als diejenige im Rhein bei Hochwasser an der Grenze zur Schiffahrtseinstellung. Störend ist aber der Richtungswechsel; nur gegen die Strömung läßt sich kontrolliert an- und ablegen.

Am Rhein dürfte ein großstädtisches Verkehrsmittel aber eben nicht schon dadurch lahmgelegt werden, daß es im Stromgebiet längere Zeit großflächig schüttet oder daß in den Alpen eine Extrem-Schneeschmelze abgeht.

Nur dass in Hamburg der Wasserstand täglich zweimal von ganz hoch auf ganz niedrig wechselt (Spring- und Nipptiden lasse ich jetzt mal außen vor), während sich Hoch- und Niedrigwasser am Rhein über mehrere Tage hinweg auf- und abbauen. Das ist auch nicht das große Problem, die Anleger der traditionellen Personenschifffahrt schaffen das ja auch. Aber ich behaupte auch gar nicht, dass so ein kölsches Vaporetto nicht geht. Es muss nur gut durchdacht sein und von Anfang an eine längere Strecke fahren. Ein Punkt zu Punkt-Verkehr wie Porz - Rodenkirchen bringt selbstverständlich weniger Fahrgäste als wenn das Böötchen dann auch noch nach Weiß, Sürth und in die Südstadt fährt. Und das auch noch in einem vernünftigen Takt. So ein experimenteller Probebetrieb mit einem Boot, das im 30-Minutentakt zwischen Porz und Rodenkirchen tuckert, dürfte da wenig aussagekräftig sein. Man lässt eine Straßenbahn ja auch nicht ein Jahr lang eine Strecke von 700 m pendeln um anschließend festzustellen, dass sich der Ausbau nicht lohnt, weil sie schlecht angenommen wird.
Meine kritische Anfrage betraf mehr die Verknüpfung zu Stadtbahn und S-Bahn. Deren Halte sind fast alle nicht in üblicher Umstiegsentfernung zum Rheinufer und andererseits wohnt nur ein recht geringer Teil der Kölner fußläufig zum Rhein. Von daher habe ich so meine Zweifel, was die Netz- und Entlastungswirkung angeht.
Früherwarallesbesser schrieb:
Warst du mal in Hamburg an den Landungsbrücken oder der Überseebrücke? Das einzige, was dich dort daran hindert ins Wasser zu fallen, ist dein Gehirn, das dir sagt, von der Kante genug Abstand zu halten. Bei den übrigen Fähranlegern ist das genauso, die sind jederzeit frei zugänglich und zur Wasserkante hin völlig ungesichert.
Da bin ich gespannt, was für die Genehmigung neuer Liniendienste verlangt wird. Orientiert habe ich mich hieran (Abfahrten tagsüber alle 4 Minuten; Nachtrag dazu: obwohl Amsterdam Noord mittlerweile eine unter dieser Fährlinie verlaufende U-Bahn-Anbindung hatl)
[www.amsterdamnoord.com]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 19:01.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 04.05.21 19:00

Gernot schrieb:
Es muss nur gut durchdacht sein und von Anfang an eine längere Strecke fahren. Ein Punkt zu Punkt-Verkehr wie Porz - Rodenkirchen bringt selbstverständlich weniger Fahrgäste als wenn das Böötchen dann auch noch nach Weiß, Sürth und in die Südstadt fährt. Und das auch noch in einem vernünftigen Takt. So ein experimenteller Probebetrieb mit einem Boot, das im 30-Minutentakt zwischen Porz und Rodenkirchen tuckert, dürfte da wenig aussagekräftig sein.
Interessant wird eine Fährlinie, sobald sie gegenüber dem Umweg über eine Brücke Wege stark verkürzt. Als Zubringer kann dann auch ein Bus dienen, der in der anderen Fahrtrichtung als Stadtbahnzubringer dient. Denn parallel zu dieser kann ein Schiff nicht mithalten.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: westring

Datum: 04.05.21 20:17

Gernot schrieb:
cinéma schrieb:
Diese Langzeitarbeitslosen sind fast alle ungeeignet, ja, das behaupte ich.

Es gibt dafür drei Hauptgründe:

1. Gesundheit
2. Nicht qualifiziert (insbesondere mangelhafte bis keine Sprachkenntnisse)
3. Unzuverlässigkeit (keinen Bock zu arbeiten)

Das sind die Erfahrungen, die wir bei uns in der Firma hauptsächlich mit diesen Leuten machen.
Wer leistungsfähig- und bereit ist, hat heutzutage meist einen Job. Mag sein, dass sich das durch Corona ändern wird.
und 4. alleinerziehend mit kleinerem Kind(ern) und deshalb zeitlich nur eingeschränkt arbeitsfähig.
Wie viele sind denn „fast alle“? Mehr als 96%? Bei Ja, bitte ich um entsprechende Belege.

Die genannten 1.350 Mitarbeiter sind schon sehr großzügig gerechnet. Ebenso, dass hier diejenigen, die ALG I beziehen gar nicht betrachtet wurden.

Zu 1. Früher waren Schaffnerjobs bevorzugte Berufe für Kriegsversehrte. Gewisse körperliche Einschränkungen stellen also kein Problem dar.
Zu 2. Es gibt auch die Möglichkeit, Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen.
Zu 3. Das sind also 96%?
Zu 4. Kinder werden auch größer und dann können auch Alleinerziehende in zunehmendem Maße wieder öfter arbeiten.

Komisch ist es doch, dass es bei den EVU genügend Mitarbeiter im Service auf dem Zug gibt. Komisch, dass es auch in der Gastronomie in fast jedem Restaurant Bedienpersonal gibt.

Gruß
westring

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Kölnbahner

Datum: 04.05.21 21:08

Eigentlich wollte ich das Thema hier gar nicht mehr vertiefen, denn das hier ist ein Bahnforum und kein politisches Forum. Außerdem geht es hier eigentlich um die Wasserbusse für Köln, aber bei solchen Aussagen muss ich noch mal nachhaken.

@ Cinema und Gernot
Das klingt aber eher nach Stammtischpolemik und Bild-Zeitung.
Klar, alle Arbeitslosen sind unfähig, zu faul zum arbeiten, sind arbeitslos, weil es ihnen Spaß macht, sind sowieso fast nur Ausländer, die nur den deutschen Staat schröpfen wollen und sie pöppen alle wie die Karnickel um fettes Kindergeld einzusacken, oder was? /Ironiemodus AUS (solche Zusätze sind hierzuforen ja manchmal nötig.
Von Cinema ist man ja schon die ein oder andere krude Aussage gewöhnt, aber Gernot, Dich schätze ich eigentlich ganz anders ein, viel menschlicher und sozialer.

Es gibt sehr viele Arbeitslose, die gerne nicht arbeitslos wären.
Ich bitte hier um ein bißchen mehr differenzierte Wahrnehmung und weniger pauschales RTL/Bild-Zeitungsnivoh.

In Holland wurde übrigens keiner gezwungen, sondern alle Beteiligten haben sich freiwillig gemeldet, also Arbeitslose, die arbeiten wollten. Dass Langzeitarbeitslose nicht ohne weiteres von einem ruhigen Sonntagnachmittag auf den nächsten Montagmorgen einfach so in eine 40-Std.-Woche geschickt werden können sollte auch jedem klar sein, aber da kann man doch nicht so pauschal die Menschen abstempeln!

Den Menschen wurde die Möglichkeit gegeben, als Schaffner eine sinnvolle Rolle in der Gesellschaft zu bekleiden, und hunderte haben sie wahrgenommen, größtenteils mit Erfolg.
Warum sollten die Kölner Arbeitslosen unfähiger oder unwilliger sein als die Rotterdamer?


PS: Und ich hab mir hier von Mr Englisch vorhalten lassen müssen, ich könnte für die FDP kandidieren... ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.05.21 21:17.

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Gernot

Datum: 04.05.21 22:09

Ich habe nicht behauptet, dass alle Langzeitarbeitslosen ins Klischee passen. Aber genausowenig sind alle Langzeitarbeitslosen wirklich arbeitswillig und hadern mit ihrem Schicksal. Da gibt es beides. Diejenigen, die nicht arbeiten wollen genauso wie die, die nicht können - jedenfalls nicht so, wie man sich das vielleicht vorstellt. Viele Langzeitarbeitslose sind auf die eine oder andere Art so beeinträchtigt, dass sie dem Arbeitsmarkt eben nicht vollumfänglich zur Verfügung stehen. Das betrifft Menschen mit körperlichen Einschränkungen, chronischen Erkrankungen (physisch oder psychisch), Suchtkranke, Alleinerziehende oder die, welche zu Hause jemanden betreuen oder pflegen. Soviel ich weiß, stellen die Gruppen mit den o.g. Einschränkungen einen recht großen Teil der Langzeitarbeitslosen.
Und genauso gibt es die, welche schon in der zweiten oder dritten Generation überwiegend von Sozialleistungen leben und sich in dieser Lebensweise eingerichtet haben. Ja, es gibt wirklich Menschen, die zu Hause nie mitbekommen haben, dass Vater oder Mutter arbeiten geht. Aber auch bei denen muss man differenzieren: Einige können sich Arbeit gar nicht vorstellen, andere wollen raus aus diesem Sumpf, schaffen es aber nicht immer oder brauchen dazu einiges an Hilfe.

Ist das jetzt differenziert genug wahrgenommen?

Re: Schaffnerjob

geschrieben von: Linie21

Datum: 04.05.21 23:39

@Kölnbahner: Jetzt packst Du aber die Keule aus, wo Du sie gerade selbst noch abbekommen hast. Gernot hat doch nur einen vierten Grund zu Cinemas Liste hinzugefügt. Mittlerweile muss man sich wohl vor jedem Tastenanschlag eine Stunde lang überlegen, ob jemand das in den falschen Hals bekommen könnte.

Zur Sache: Der Anteil derjenigen an den Langzeitarbeitslosen, die dafür infrage kommen, ist natürlich nicht so einfach abzuschätzen. Ich denke auch, dass ein paar Prozent, die nach der Rechnung ausreichen würden, vorhanden wären, sicher kann man aber auch nicht sein. Denn selbst zwischen verschiedenen EU-Ländern kann es da größere Unterschiede geben, allein schon wegen der unterschiedlichen Bildungs- und Sozialsysteme. Und drei Wochen erscheint mir für eine Einarbeitung in einen solchen Job doch etwas kurz.
kmueller schrieb:
Bei der DB macht das die Türstörung.

Bei der Schiffahrt gibts aber auch noch die Landebrücke, die zu sichern ist. Sicher kann man das alles automatisieren (und bei Störungen sofort stillegen), man kann aber auch vom Schaffner (der anschließend das Fahrgeld kassiert) eine Kette aus/einhängen oder eine Tür öffnen/schließen lassen.
Klar, kann man machen. Man kann auch statt Sifa und PZB Beimänner einsetzen, muss man aber nicht.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 05.05.21 02:05

kmueller schrieb:
Welche Rheinschiffe meinst du? Die kleinen Auto/Rad/Fußgängerfähren mit 5 Minuten Fahrzeit und 2-5 Minuten Aufenthalt zwischen Kleinstädten die Brücke ersetzen, oder die großen Ausflugs- bzw. Hotelschiffe, die immer wieder Stunden oder gar Tage an derselben Stelle liegen? Was im Hamburger Hafen fährt kenne ich nicht; sind darunter auch Tragflächenboote?
Alles, gibt es denn Beispiele von Schiffen auf dem Rhein die für den Fahrgastwechsel nicht festmachen?

Nein, im Hamburger Hafen verkehren keine Tragglügelboote, aber was hat das mit dem Festmachen zu tun?

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 05.05.21 02:11

sepruecom schrieb:
falls es sich bei "Wasserbussen" um Busse handelt, die schwimmfähig sind (ein solcher hat über Jahre z.B. in Budapest Touristen über die Donau geschippert, das Prinzip existiert also bereits), dann kann der Bus von der Stadtbahnhaltestelle im Straßenverkehr bis zur "Wasserungsstelle" fahren, danach über den Fluss übersetzen und am Ende an einer Rampe wieder rausfahren und zur nächsten Stadtbahnhaltestelle fahren, gerne auch mit Zwischenhaltestellen.

Das Prinzip hat aber den Nachteil, dass diese Busse sehr hochflurig sind (über einen Meter hoch), daher die in einem vorigen Beitrag angesprochenen Hochbussteige. Außerdem kenne ich von Einzelexemplaren abgesehen keinen Betrieb, der größere Mengen solcher Fahrzeuge einsetzt. Wenn sich Köln eine Flottille von 10 solchen Bussen anschafft, dürften sie der größte Betreiber solcher Fahrzeuge weltweit sein...

Gruss, sepruecom
Der Begriff ist Mist, es geht im ganz normale Schiffe.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 05.05.21 02:15

kmueller schrieb:
Was Wasserstände und Strömungsgeschwindigkeit angeht, ist Hamburg weniger anspruchsvoll. Der mittlere Tidenhub ist deutlich unter 4m, d.h. ein Anstieg von 7m über 'niedrigstes' Niedrigwasser entspräche einer Sturmflut, bei der ohnehin alles stilliegt, was mit Wasser zu tun hat. So nahe an der Staustufe Geesthacht ist auch die Geschwindigkeit der Tidenströmung in den zwei Hauptarmen weitaus schwächer als diejenige im Rhein bei Hochwasser an der Grenze zur Schiffahrtseinstellung. Störend ist aber der Richtungswechsel; nur gegen die Strömung läßt sich kontrolliert an- und ablegen.
Das ist nicht sonderlich schlimm. Wenn man einigermaßen wendige Schiffe hat, dann kann man zum Anlegen gegen die Strömung drehen. Natürlich kostet das Zrit, aber man ist mit der Strömung eh viel schneller als gegen die Strömung.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 05.05.21 11:37

MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
So nahe an der Staustufe Geesthacht ist auch die Geschwindigkeit der Tidenströmung in den zwei Hauptarmen weitaus schwächer als diejenige im Rhein bei Hochwasser an der Grenze zur Schiffahrtseinstellung. Störend ist aber der Richtungswechsel; nur gegen die Strömung läßt sich kontrolliert an- und ablegen.
Das ist nicht sonderlich schlimm. Wenn man einigermaßen wendige Schiffe hat, dann kann man zum Anlegen gegen die Strömung drehen. Natürlich kostet das Zrit, aber man ist mit der Strömung eh viel schneller als gegen die Strömung.
Das bedeutet in der Praxis, man braucht zwei Anlegestellen und am besten gleich auch noch einen Schiffstyp, der 'vorwärts' wie 'rückwärts' gleich manövrierbar ist. Letzteres ist bei den Kleinfähren sogar die Regel, damit verladene Straßenfahrzeuge nicht drehen müssen, hat aber Konsequenzen für den Entwurf sowohl der Anlageplätze als auch des Schiffs. Letzteres muß mit Bug bzw. (gleich gestaltetem) Heck an die Entladefläche/straße heranfahren und fixiert werden können. Dafür bietet sich die Motorkraft an.

Bei einem Fluß, dessen Ufer sacht ansteigen, befindet die Entladestelle sich bei jedem Wasserstand in einem Flachwasserbereich mit stark reduzierter Strömung, und man kann entsprechende Kompromisse schließen. An einer senkrecht abfallenden (gebauten) Kaimauer hat man aber stets annäherbnd die volle Strömung und muß deswegen längsseits anlegen (nicht schräg gegen den oder sogar fast senkrecht zum Strom gegen eine 'Barriere' fahren und dann das Fahrzeug mit der Schraube dagegen drücken und so festhalten). Die Schraube kann dann das Fahrzeug nicht mehr fixieren, indem sie es gegen das Bauwerk drückt. Klar kann man alle diese Probleme lösen; ein reines Fahrgastschiff kann immer problemlos gegen den Strom längsseits gehen und nach Festmachen über die jeweils richtige Seite 'entladen'. Aber das alles muß vorher überlegt werden.

Die Tragflächenboote habe ich eingeworfen, weil ihr Tiefgang bei Langsamfahrt (und Stillstand) die Einsatzmöglichkeit in flachem Wasser einschränkt. An einer Kaimauer wäre das kein Problem; an einem Flußufer müßte ein genügend langer mobiler (teils schwimmender) Steg vorgebaut werden.
Liebe Bahn- und Schiffsfreunde,

hier wurde ja bereits über das Problem des Festmachens von Schiffen im Einmannbetrieb geschrieben.

Ich selbst habe da noch eine andere Version erlebt - die es unter Anderem auch ein Stück den Rhein weiter
hoch - bei der Personenfähne "NIXE" zwischen Erpel und Remagen zu sehen gibt.

Neben der automatisch klappbaren Ein- und Ausstiegsrampe befinden sich Metallösen, die sich beim Anlegevorgang
vom Schiffsführer motorisch über die Poller am Steiger legen lassen, und so das Schiff an der Anlegestelle fest halten.

Die Metallöse ist vom Durchmesser erheblich größer als der Poller am Steiger, so dass der Schiffsführer nicht allzu genau
"zielen" muss. Zusätzlich zur Öse klappt ja dann noch die Ein- uns Ausstiegsrampe herunter, die dem Schiff zusätzlichen
mechanischen Halt gibt.

Da die Steiger schwimmend auf dem Wasser gelagert ist - und große Differenzen beim Tiefgang eines Personenschiffs
nicht zu erwarten sind, spielen Veränderungen im Wasserstand offensichtlich keine große Rolle

Zugegebenermaßen hat die "NIXE" jetzt nicht die Größe, um im Raum Köln einen sinnvollen "Wasserbus" Linienverkehr
einzurichten, aber das grundsätzlich technische Prinzip des automatischen Festmachens dürfte ja von der Schiffsgröße
unabhängig sein und auch auf dem Wasser einen "Einmannbetrieb" ermöglichen.

Andernorts habe ich das Prizip auch schon mal gesehen, kann mich aber im Augenblick beim besten Willen nicht erinnern, wo.


mfg
tramfan239

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 06.05.21 01:12

kmueller schrieb:
Das bedeutet in der Praxis, man braucht zwei Anlegestellen und am besten gleich auch noch einen Schiffstyp, der 'vorwärts' wie 'rückwärts' gleich manövrierbar ist. Letzteres ist bei den Kleinfähren sogar die Regel, damit verladene Straßenfahrzeuge nicht drehen müssen, hat aber Konsequenzen für den Entwurf sowohl der Anlageplätze als auch des Schiffs. Letzteres muß mit Bug bzw. (gleich gestaltetem) Heck an die Entladefläche/straße heranfahren und fixiert werden können. Dafür bietet sich die Motorkraft an.

Entschuldige bitte, aber deine Argumente werden echt immer abstruser und unverständlicher. Niemand redet hier von Autofähren mit Stirnrampen, und bei reinen Passagierfähren gibt es das zwar, es ist aber äußerst selten.
Die Schiffe werden hier ganz normal längsseits anlegen, es geht nur darum, ob sie das mit der Strömung tun (wenn sie Fluss abwärts fahren), oder gegen die Strömung. Gegen die Strömung ist da immer einfacher, und mein Argument war, dass man das machen kann, weil man die zusätzliche Zeit um jedes Mal zu drehen dadurch einspart, dass man Fluss Abwärts mit der Szrömung deutlich schneller fährt.

kmueller schrieb:
Bei einem Fluß, dessen Ufer sacht ansteigen, befindet die Entladestelle sich bei jedem Wasserstand in einem Flachwasserbereich mit stark reduzierter Strömung, und man kann entsprechende Kompromisse schließen. An einer senkrecht abfallenden (gebauten) Kaimauer hat man aber stets annäherbnd die volle Strömung und muß deswegen längsseits anlegen (nicht schräg gegen den oder sogar fast senkrecht zum Strom gegen eine 'Barriere' fahren und dann das Fahrzeug mit der Schraube dagegen drücken und so festhalten). Die Schraube kann dann das Fahrzeug nicht mehr fixieren, indem sie es gegen das Bauwerk drückt. Klar kann man alle diese Probleme lösen; ein reines Fahrgastschiff kann immer problemlos gegen den Strom längsseits gehen und nach Festmachen über die jeweils richtige Seite 'entladen'. Aber das alles muß vorher überlegt werden.

Um die Wasserstandsschwankungen im Rhein auszugleichen, und alleine schon um die Barrierefreiheit herzustellen, ist es unabdingbar schwimmende Piers zu verwenden. Ich empfehle einen Lokalaugenschein in Hamburg.

kmueller schrieb:
Die Tragflächenboote habe ich eingeworfen, weil ihr Tiefgang bei Langsamfahrt (und Stillstand) die Einsatzmöglichkeit in flachem Wasser einschränkt. An einer Kaimauer wäre das kein Problem; an einem Flußufer müßte ein genügend langer mobiler (teils schwimmender) Steg vorgebaut werden.

Hat keine Relevanz, siehe oben.

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: kmueller

Datum: 06.05.21 12:43

MrEnglish schrieb:
Entschuldige bitte, aber deine Argumente werden echt immer abstruser und unverständlicher. Niemand redet hier von Autofähren mit Stirnrampen
Das sind aber die einzigen schwimmenden öffentlichen Verkehrsmittel, die es derzeit rheinquerend gibt. Die Nachfrage für einen brauchbaren Takt kriegst du nur mit Fußgängern hier nicht zusammen, weil es im Bereich der Großstädte Brücken gibt, die die Hauptverkehrsströme (insbes. den Vorortverkehr) aufnehmen, wonach nur noch tangentialer Verkehr zwischen relativ entlegenen Vororten übrigbleibt, der kaum das Ausmaß des Bedarfs zwischen Kleinstädten erreicht, die sich rechts- und linksrheinisch direkt gegenüber liegen. Die Fähren, die diese Nachfrage bedienen, befördern alles vom Fußgänger bis zum Lieferwagen, weil sonst nicht genug Nachfrage zustande käme.

In Hamburg gibt es stromab Veddel keinerlei für den Stadtverkehr taugliche Brücke, weil unter jeder Brücke Überseeschiffe durchpassen müßten. Wohl aber gibt es linkselbisch ein ausgedehntes Gewerbegebiet (den Hafen) und einige von diesem umwucherte alte Orte (heute Vororte), von wo man ins Zentrum immense Umwege fahren müßte. 3km Luftlinie arten da schnell in 10-15km Fahrtstrecke aus. Davon leben Tunnel(provisorien) und eben die Hafenfähren.

MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Bei einem Fluß, dessen Ufer sacht ansteigen, befindet die Entladestelle sich bei jedem Wasserstand in einem Flachwasserbereich mit stark reduzierter Strömung, und man kann entsprechende Kompromisse schließen. An einer senkrecht abfallenden (gebauten) Kaimauer hat man aber stets annäherbnd die volle Strömung und muß deswegen längsseits anlegen (nicht schräg gegen den oder sogar fast senkrecht zum Strom gegen eine 'Barriere' fahren und dann das Fahrzeug mit der Schraube dagegen drücken und so festhalten). Die Schraube kann dann das Fahrzeug nicht mehr fixieren, indem sie es gegen das Bauwerk drückt.

Die Tragflächenboote habe ich eingeworfen, weil ihr Tiefgang bei Langsamfahrt (und Stillstand) die Einsatzmöglichkeit in flachem Wasser einschränkt. An einer Kaimauer wäre das kein Problem; an einem Flußufer müßte ein genügend langer mobiler (teils schwimmender) Steg vorgebaut werden.
Um die Wasserstandsschwankungen im Rhein auszugleichen, und alleine schon um die Barrierefreiheit herzustellen, ist es unabdingbar schwimmende Piers zu verwenden. Ich empfehle einen Lokalaugenschein in Hamburg.
Wie weit sind denn die schwimmenden Anleger in Hamburg von der Kaimauer in den Fluß (oder das Hafenbecken) vorgebaut? Und wie tief ist das Wasser direkt davor bei niedrig(st)em Wasserstand?

Re: Gegenstück zur Stadtbahn eher die Metro

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 07.05.21 00:08

kmueller schrieb:
Das sind aber die einzigen schwimmenden öffentlichen Verkehrsmittel, die es derzeit rheinquerend gibt. Die Nachfrage für einen brauchbaren Takt kriegst du nur mit Fußgängern hier nicht zusammen, weil es im Bereich der Großstädte Brücken gibt, die die Hauptverkehrsströme (insbes. den Vorortverkehr) aufnehmen, wonach nur noch tangentialer Verkehr zwischen relativ entlegenen Vororten übrigbleibt, der kaum das Ausmaß des Bedarfs zwischen Kleinstädten erreicht, die sich rechts- und linksrheinisch direkt gegenüber liegen. Die Fähren, die diese Nachfrage bedienen, befördern alles vom Fußgänger bis zum Lieferwagen, weil sonst nicht genug Nachfrage zustande käme.

Kannst du als Verkehrsexperte das dann bitte den Initiatoren dieser Idee erklären? Darum geht es hier nämlich, reine Personenschiffe.

kmueller schrieb:
In Hamburg gibt es stromab Veddel keinerlei für den Stadtverkehr taugliche Brücke, weil unter jeder Brücke Überseeschiffe durchpassen müßten. Wohl aber gibt es linkselbisch ein ausgedehntes Gewerbegebiet (den Hafen) und einige von diesem umwucherte alte Orte (heute Vororte), von wo man ins Zentrum immense Umwege fahren müßte. 3km Luftlinie arten da schnell in 10-15km Fahrtstrecke aus. Davon leben Tunnel(provisorien) und eben die Hafenfähren.

Die Fähren fahren aber nicht einfach nur auf die andere Seite des Hafens. Die 62 legt 3 mal am gleichen Ufer an, bis sie auf die andere Seite fährt. Und man kann auch von den Landungsbrücken zur Elbphilharmonie fahren.

kmueller schrieb:
Wie weit sind denn die schwimmenden Anleger in Hamburg von der Kaimauer in den Fluß (oder das Hafenbecken) vorgebaut? Und wie tief ist das Wasser direkt davor bei niedrig(st)em Wasserstand?

Keine Ahnung, kannst du aber bei Google selbst nachmessen. Zur Tiefe des Fahrwassers an den Anlegern kann ich dir nicht helfen, aber die Relevanz erschließt sich mir auch nicht. Fir Gähren haben keine 2 m Tiefgang, die würden auch im Schwimmbad noch nicht auf Grund laufen.
Wer baut den die Wasser-BUSSE?
Solaris, Mercedes, MAN, .....

Wie wäre es denn einfach, schlicht und ergreifend sich in Hamburg (jahrzehntelange Erfahrung) kundig zu machen, als (schon) wieder das Rad neu zu erfinden. Und wer jetzt an die Bügeleisenschiffe denkt ist m.E. eine Hausnummer zu hoch.
Die anderen brauchen auch keine Festmacher mehr, da mit Magnetkraft gehalten.
Anlegemagnete gibt es nur bei den Alsterschiffen, die Elbfähren werden mittels Bugstrahlrudern und Schottelpropellern gegen den Anleger gedrückt. An den Landungsbrücken gibt es örtliche Festmacher, die die Schiffe bei längeren Aufenthalten konventionell mittels Tauen festmachen. Ich weiß auch nicht, ob Magnete bei der Strömung in der Elbe, und erst recht im Rhein, eine ausreichend sichre Fixierung der Schiffe am Anleger gewährleisten. Die Alster hat im Vergleich zur Elbe nur eine schwache Strömung. Und mit Schottelpropellern kann man auch mit der Strömung anlegen, denn die lassen sich in der Richtung um 360 Grad drehen.
Also ist die holländische Lösung (Rotterdam/Dordecht) doch gar nicht so blöd?
Kölnbahner schrieb:
Also ist die holländische Lösung (Rotterdam/Dordecht) doch gar nicht so blöd?
Keine Ahnung, was ist denn die "holländische Lösung"?

Rheinfähren

geschrieben von: cinéma

Datum: 08.05.21 15:26

kmueller schrieb:
Das sind aber die einzigen schwimmenden öffentlichen Verkehrsmittel, die es derzeit rheinquerend gibt.
Das stimmt allerdings nicht.


Früherwarallesbesser schrieb:
Ich weiß auch nicht, ob Magnete bei der Strömung in der Elbe, und erst recht im Rhein, eine ausreichend sichre Fixierung der Schiffe am Anleger gewährleisten.
Auf dem Rhein werden sie jedenfalls benutzt.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.05.21 15:34.

Re: Rheinfähren

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 08.05.21 16:04

Wie gesagt, was auf dem Rhein gemacht wird, da kenne ich mich nicht aus. Ich sehe jedenfalls technisch keine Probleme, die gegen Einmannfähren im Kölner Nahverkehr sprechen. Jetzt muss man nur wollen und machen.
MrEnglish schrieb:
Kölnbahner schrieb:
Also ist die holländische Lösung (Rotterdam/Dordecht) doch gar nicht so blöd?
Keine Ahnung, was ist denn die "holländische Lösung"?
Naja, was ich auf Seite 2 geschrieben habe mit dem Vertäuen und dem seitlichen Schub:

Kölnbahner schrieb:
Zitat:
Das Vertäuen hat, glaube ich, nur an den Endstationen stattgefunden, bei den Zwischenhalten hat man einfach eine halbe Minute lang seitlich Schub gegeben. Die Holländer sind ja bekannterweise oft pragmatisch unkompliziert.
Zur relativen Fixierung an einer Anlegestation ist das einfache werfen zweier Seilschlingen (1 vorne, 1 hinten) über einen dafür vorgesehenen Pfahl (für die Dinger gibts 'nen Namen, hab ich aber vergessen) unschlagbar einfach, schnell, störungsfrei, billig und effektiv.
Kölnbahner schrieb:
MrEnglish schrieb:
Kölnbahner schrieb:
Also ist die holländische Lösung (Rotterdam/Dordecht) doch gar nicht so blöd?
Keine Ahnung, was ist denn die "holländische Lösung"?
Naja, was ich auf Seite 2 geschrieben habe mit dem Vertäuen und dem seitlichen Schub:

Kölnbahner schrieb:
Zitat:
Das Vertäuen hat, glaube ich, nur an den Endstationen stattgefunden, bei den Zwischenhalten hat man einfach eine halbe Minute lang seitlich Schub gegeben. Die Holländer sind ja bekannterweise oft pragmatisch unkompliziert.
Zur relativen Fixierung an einer Anlegestation ist das einfache werfen zweier Seilschlingen (1 vorne, 1 hinten) über einen dafür vorgesehenen Pfahl (für die Dinger gibts 'nen Namen, hab ich aber vergessen) unschlagbar einfach, schnell, störungsfrei, billig und effektiv.
Jetzt wurde Seiten lang erklärt, dass man das nicht braucht, und du kommst wieder damit?