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Das Thema hatten wir hier schon mehrfach. Nun macht die SPD mit der Forderung nach Planung der U-Bahn Alexanderplatz - Weissensee und weiter das nächste Fass im Wahlkampf auf:

[www.tagesspiegel.de]

[www.tagesspiegel.de]

Und auch diesmal dürfte die Prognose "was passiert nun?" einfach sein: ein paar Wellen werden -nicht wirklich hoch- schlagen, vielleicht kommt auch der eine oder andere flammende Wortbeitrag - und fertsch.

Meine persönliche Meinung: natürlich könnten die Verkehrsströme in diesem Korridor den Bau einer U-Bahn rechtfertigen. Aber sicher nicht um den Preis einer fühlbaren Ausdünnung des Straßenbahnnetzes. Ein Blick auf die Skizze im verlinkten Artikel zeigt ja, wie ausgedünnt sich die Haltestellendichte im Verlauf der Achse im Falle des U-Bahnbaus im Vergleich zur Straßenbahn präsentieren würde - eine gewaltige Verschlechterung der Erreichbarkeiten für die Fahrgäste. Der Großteil der Menschen fährt mit der Straßenbahn in des Wortes wörtlichster Bedeutung besser, denn was zählt sind die Haus-Haus-Reisezeiten. Allenfalls eine U-Bahn ZUSÄTZLICH zur Straßenbahn käme m.E. in Betracht - von Verkehrsmengen, die das rechtfertigen würden, sind wir aber noch weit entfernt. Und finanzierbar wäre es sowieso nicht. Die Straßenbahn ist schon da, könnte schneller werden und noch einen ordentlichen Brocken Nachfrage mehr wegschleppen -Stichwörter längere Züge und höhere Streckenkapazität durch ein echtes Beschleunigungsprogramm. Und auch wenn das Geld da wäre: es gibt zuhaufs ÖPNV-Projekte, für die es nutzbringender ausgeben wäre.

Wahlkampf mit Zombieprojekten

geschrieben von: mh-1

Datum: 28.04.21 19:01

oje, oje. Das wird ein schwieriger Wahlkampf dieses Jahr.
Die Frage ist, ob das heraus kramen eines derartigen Zombieprojektes wirklich verfangen kann oder ob es vom Wähler dann doch als Weltentfremdung wahrgenommen wird.
Das Verhindern und Zurückdrängen der Straßenbahn ist offensichtlich immer noch die erste Priorität in der Verkehrspolitik. Nicht nur in Berlin, sondern zunehmend auch bundesweit, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Die Altparteien und Altindustrien versuchen den Wandel mit aller Macht aufzuhalten, unter Beifall der Wutbürger, aber gegen jede Vernunft. Und die Grünen wollen sowieso lieber Radwege, sind für den SPNV-Ausbau also auch nur mäßig hilfreich.

Typisch SPD

geschrieben von: SvenT

Datum: 28.04.21 21:46

Man stürzt sich auf sinnlose Themen, wo jeder glaubt mitreden zu können.

Die SPD kriegt es seit Jahrzehnten nicht hin, die dringlichsten Themen der Menschen auf die Agenda zu setzen und Angebote zu formulieren. Wer wählt solche Knallchargen überhaupt noch?

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: Jay

Datum: 28.04.21 22:17

@TSS: Du hast es eigentlich gut zusammengefasst. Die U-Bahn ergibt auf dieser Achse nur als "echte" Schnellbahn wirklich Sinn - im Gegensatz zu den dargestellten Stationen, wo man sich beim Tagesspiegel offensichtlich nicht entscheiden konnte, welche Phantomhalte man erfindet. Mollstraße ausgelassen, dann aber 3x in Spuckweite halten, bevor es dann Express weiter geht.

Wie schlimm es um die M4 steht, zeigt die aktuelle Fahrzeugbestellung. Die GT6-Doppeltraktionen mit ihren knapp 60 Metern Länge sollen durch 50 Meter lange Flexity abgelöst werden. Die 30-Meter-Variante erhält weiterhin nur eine Notkupplung, so dass man zwar Bahnsteiglängen von 40 und 60 Metern hat, aber nun erstmal nur je 10 Meter kürzere Fahrzeuge anschafft. Und als das Beschaffungsverfahren startete, war die SPD noch Hausherr der zuständigen Senatsverwaltung.

Re: Typisch SPD

geschrieben von: Tatrafahrer

Datum: 28.04.21 22:17

SvenT schrieb:
Wer wählt solche Knallchargen überhaupt noch?
Leider Gottes noch viel zu viele...
Bei der SPD denke ich an Hartz 4, Riesterrente......haben die schon mal irgendwas getan, wo der Arbeitnehmer sagen kann - jut so!???

Ist es denn nicht der Senat, der die Beschaffung von neuen Straßenbahnen zustimmt, in die Wege leitet?
Und nun (um Wähler zu bekommen) will man genau unter der Trasse mit den neuen Straßenbahnen eine Röhre bohren um dort (nicht vorhandene U-Bahnen) fahren zu lassen?
Mag ja sein, daß der IQ-Durchschnitt der Genossen dort gerade mal zweistellig ist, aber ich als Ottonormalo kann hier einen Widerspruch rauslesen...

Einfach nur krank! Und es wird noch schlimmer, der Wahlkampf hat gerade erst begonnen...


schönen Abend
Hallo Allerseits,

unter der Webseite [www.redensarten-index.de] findet sich als Beispielsatz "beinahe täglich treiben Spitzenfunktionäre der SPD eine neue Sau durchs Dorf und verunsichern auch das eigene Parteivolk".

Inzwischen hat man damit also den Status einer Redensart erreicht. Respektabel. Bis auf das Vorzeichen.

Noch ein paar Gedanken zu diesem wiederkehrenden Thema:

Wollte man eine Angleichung der Verkehrsnetze in Ost- und West-Berlin erreichen wäre es tatsächlich notwendig,
in Westberlin Tramstrecken zu bauen und in Ostberlin U-Bahnstrecken. Im Ostberliner Stadtzentrum abgerissene Tramstrecken wären ebenfalls wieder zu erreichten.
In der Polemik zwischen den Interessengruppen geht dies nahezu unter.

Könnte eine U-Bahn Verlängerung gen Weißensee in die U5 zum Hauptbahnhof eingefädelt werden? Reichen bis Greifswalder Str. nicht zwei Zwischenstationen an Moll~ & Danziger~ Str. - die Feinverteilung bleibt bei der Tram?

Soll der U-Bahnbau das öffentliche Angebot ergänzen oder würde das doch wieder die Existenz der Tram M4 in Frage stellen und die Tram Verlängerung gen Blankenburg torpedieren? Viele Grüße aus dem Märkischen Viertel sollte ich an dieser Stelle ausrichten!

Die Kombination einer kostengünstigeren und schnelleren U-Bahn, die nur an entfernten Stationen hält, mit einer Tram zur Feinverteilung wäre kaum teurer und hätte den größten Nutzen im Umweltverbund. Aber diese Kombination wird streng gemieden.

#

Die im Tagesspiegel geführte Argumentation, eine M4 allein kann den Verkehrsstrom nicht aufnehmen ist kein auswegloses Argument für eine neue U-Bahn: Die Tram kann und soll auch Zubringerfunktionen zur S-Bahn Pankow-Blankenburg erfüllen.

Die Finanzierungs- Fördermöglichkeit über den Bund ist wieder diese klassische Westberliner Denke: Wir sind so toll, schaut her und zahlt für uns. So echt 1980er.

Nochmal ein Bezug zum Tagesspiegel: Wer die Lücken im Pankower Norden schließen will, sollte endlich mal die 20-25 Mio. Euro für die Heidekrautbahn Wittenau - Basdorf zusammen kratzen. Die Finanzierung ist bis heute nicht gesichert. Aber so etwas interessiert natürlich nicht wenn es um Milliarden geht!

#

Im Wahljahr will man dem Gegner keine großen Angriffsflächen bieten - und auf das Thema U-Bahn ja oder nein würde das konservative Lager mit Sicherheit abzielen. Eine Verlagerung der Diskussionen in das Dickicht der Machbarkeitsstudien und Untersuchungen, der irgendwann keiner mehr folgen kann, hilft, um das Thema aus den Schlagzeilen heraus zu halten ohne am Ende per Versprechen Milliardengräber ausheben zu müssen. Nur erklärt das alles nicht das Desinteresse an preiswerten Oberflächenverkehren - s. Heidekrautbahn.


Kaum zu glauben, dass bei dem Hin & Her am Ende das Optimum rauskommt. Na denn:
Gute N8!
InterRailer26+



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 01:25.

Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 06:34

Die SPD scheint immer verzweifelter zu sein und deshalb immer mehr freizudrehen.

Grüne: 27 %
CDU: 18 %
SPD: 17 %
Linke: 14 %
"AfD": 9 %
FDP: 7 %

(Quelle)

Die SPD unter Giffey wildert also bei den Wählendenpotenzialen von CDU und FDP, einer gleichstarken und einer wesentlich schwächeren Partei (NOCH schwächer als die Giffey-sPD, das muss man sich mal vorstellen). Zusammen stehen sie trotzdem nur bei 42 % - und so viele Wählende, wie die SPD vielleicht von CDU und FDP gewinnt (wenn überhaupt), verliert sie an Grüne und Linke, mindestens.

Man scheint auch überhaupt nichts zu lernen. Die aktuelle Misere der SPD fußt doch im Großen und Ganzen darauf, dass ein gewisser Diktatoren- und Mörderfreund vor bald 20 Jahren "CDU-iger" und "FDP-iger" als CDU und FDP sein wollte.

Zurück zur Verkehrspolitik: angesichts der neu entdeckten Liebe der SPD zur U-Bahn sollte man auch nicht vergessen, welcher Partei man den aktuellen Wagenmangel bei der U-Bahn zu verdanken hat, der längst überfällige Taktverdichtungen verhindert. Tipp: Die Grünen waren es nicht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: Seidi

Datum: 29.04.21 09:36

def schrieb:
Zurück zur Verkehrspolitik: angesichts der neu entdeckten Liebe der SPD zur U-Bahn sollte man auch nicht vergessen, welcher Partei man den aktuellen Wagenmangel bei der U-Bahn zu verdanken hat, der längst überfällige Taktverdichtungen verhindert. Tipp: Die Grünen waren es nicht.


die SPD alleine war es aber auch nicht
die CDU hat Berlin durch den Bankenskandal einen Milliarden Schuldenberg hinterlassen.
dann kam Klaus Wowereit mit seinem berühmte: „Wir werden sparen, bis es quietscht.“

zusammengefasst:
es waren CDU + SPD die an den Zuständen die Hauptschuld tragen

leider vergessen das zu viele Wähler
Seidi schrieb:
leider vergessen das zu viele Wähler
Wenn man sich die genannten Zahlen anschaut funktioniert das Erinnerungsvermögen noch relativ gut:
Man wählt alles ab, was man nicht möchte - und dann kommt ebendiese Prozenteliste raus...

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: 103612

Datum: 29.04.21 10:26

Seidi schrieb:
def schrieb:
Zurück zur Verkehrspolitik: angesichts der neu entdeckten Liebe der SPD zur U-Bahn sollte man auch nicht vergessen, welcher Partei man den aktuellen Wagenmangel bei der U-Bahn zu verdanken hat, der längst überfällige Taktverdichtungen verhindert. Tipp: Die Grünen waren es nicht.


die SPD alleine war es aber auch nicht
die CDU hat Berlin durch den Bankenskandal einen Milliarden Schuldenberg hinterlassen.
dann kam Klaus Wowereit mit seinem berühmte: „Wir werden sparen, bis es quietscht.“

zusammengefasst:
es waren CDU + SPD die an den Zuständen die Hauptschuld tragen

leider vergessen das zu viele Wähler
Der Bankenskandal war Schuld der CDU, das wollen wir doch mal festhalten!

Der SPD vorzuwerfen, dass sie danach sparen musste, verdreht dann wohl etwas Ursache und Wirkung.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 10:30.

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: 103612

Datum: 29.04.21 10:37

def schrieb:
Man scheint auch überhaupt nichts zu lernen. Die aktuelle Misere der SPD fußt doch im Großen und Ganzen darauf, dass ein gewisser Diktatoren- und Mörderfreund vor bald 20 Jahren "CDU-iger" und "FDP-iger" als CDU und FDP sein wollte.
Dieser Diktatorenfreund hat aber immer noch über 34% bei seiner letzen Wahl geholt. Ganz so sehr scheint es die Leute nicht gestört zu haben...
Die Spitzenkandidatin redete ja letztens im rbb, über U-Bahnträume, Straßenbahnen und ander Verkehrsprobleme.
Auffällig für mich, war jedoch, das sie explizit auf die Südosttangente einging. Für das Geld sollte sich doch wohl bestimmt die BAR S-Bahn von (Schönfließ)-Kreuz Karow-Biesdorfer Kreuz-Kreuz Eichgestell-Kreuz Grünau-Schönefeld/Grünau errichten lassen. Damit könnte man erheblichen MIV entlang dieser Strecke verhindern, der mangels vorhandener ÖPNV Alternativen (vor allem zeitlich gesehen), die Straßen im gesamten Südosten & Südwesten verstopft. Außerdem würden sich viele zeitlich atraktive Verbindungen mit dem ÖPNV ergeben, welche auch neues Kundenpotential erschließen würde.
Ja eine U-Bahn (?)-Alex-Weißensee-mit Sausebahnanschluß am BAR-(?Buch/Bernau?) als reine Schnellbahn, könnte auch einen Beitrag leisten. Aber zu welchem Kosten/Nutzen Faktor.
Die BAR S-Bahn ist an einigen Stellen vorbereitet. Die geplanten Neubausiedlungen liegen im Raum Blankenburg/Karow. Da muß man sich nicht unbedingt über das Stadtzentrum zu vielen in Frage kommenden Zielpunkten bewegen. Und die BAR S-Bahn ist ja auch im BVWP verankert. Man diskutiert nur seit Jahren über =750V oder ~15kV, ohne wirklich was zu bewegen. Ach ja die SPD bleibt sich treu.
BAB 100, Südosttangente für Autos und nicht die Bahn (aber Streckenführung auch über Bahngelände), teure U-Bahn statt effektiver Straßenbahn, und Bus auf stark nachgefragten M-Linien im engen Minutentakt. Am besten es bleibt so lange alles wie es ist. Es schein mir als ob die Dame von ihren Idealen, durch die Realpolitik, schon weit in das alte SPD Korsett gezwungen wurde. So wird es nichts mit der Verkehrswende, sondern eher etwas mit der Erhaltung des Status für den MIV, so lange wie möglich.
Aber die neue Einstufung des Klimaschutzgesetzes durch das Bundesverfassungsgericht, zwingt die Politik, in engeren Zeiträumen und Grenzen zu agieren. Und damit dürfte der Ausbau der BAB 100/Südosttangente obsolet werden. Auch die Spitzenkandidatin (& Co.), wird durch die nun gesetzten Grenzen, umdenken müssen. Schnell, effektiv, machbares und vorbereitetes gilt es zu verwirklichen.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 14:17.

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 11:15

103612 schrieb:
Der Bankenskandal war Schuld der CDU, das wollen wir doch mal festhalten!

Der SPD vorzuwerfen, dass sie danach sparen musste, verdreht dann wohl etwas Ursache und Wirkung.
Das führt auch zu kurz. Der Bankenskandal und die darauf folgenden Sparmaßnahmen erklären, wieso in den Nullerjahren keine Großprofilzüge beschafft wurden. Sie erklären nicht, warum es auch in den Zehnerjahren nochmal ein halbes Jahrzehnt dauerte, bis man überhaupt darüber nachgedacht hat, welche zu bestellen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 11:18.

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 11:15

Ja, leider hat die Linke ihrer Zeit auch das Sparen, Sparen, Sparen mitgetragen und die wenigen vorhandenen öffentlichen Mittel lieber zum Abriss von Wohnraum ausgegeben. In dieser Sache kommen die Grünen noch am saubersten weg. Wenigstens haben sie damals die rot-grüne Koalition platzen lassen, weil Wowereit auf die Autobahn nach Treptow bestand.
Ich denke, es sollte kein Denkverbot für einen U-Bahnbau geben. Bei den strahlenförmigen Zulaufstrecken auf den Alex klafft schon eine eklatante Lücke, und mit der M4 oder 2 oder 5 sich die Alleen runterzuquälen dauert schon eine ganze Weile, zu lang, um es wirklich attraktiv zu machen. Allerdings wäre es wohl doppelt gemoppelt, wollte man dabei einfach die Trasse durch die Greifswalder kopieren. Warum nicht eine Linienführung zwischen Greifswalder und Landsberger (Lenin)? in etwa Alex-Mollstr. (für Umsteigeverbindungen)-Märchenbrunnen, dann die Bötzowstr. hoch, Arnswalder Platz, dann entlang einiger der Publikumsmagneten im Gewerbegebiet Michelangelostr., schließlich Einschwenken Richtung Ortszentrum Weißensee. So hätte man Gebiete erschlossen, die heute teilweise hoffnungslos weit weg von der Schiene liegen, und sicher auch Neukunden geworben, mehrere Umsteigemöglichkeiten zu Ost-West-Straßenbahnlinien geschaffen, und könnte dennoch zwischen Weißensee und Alex die M4 entlasten, ohne sie komplett redundant zu machen.
Wo Weißensee auf der Prioritätenliste möglicher U-Bahnneubauten steht, angesichts der teilweise drängenderen und leichter zu realisierenden Neubauten, ist allerdings eine andere Frage.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Die neueste Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl...

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 11:17

103612 schrieb:
def schrieb:
Man scheint auch überhaupt nichts zu lernen. Die aktuelle Misere der SPD fußt doch im Großen und Ganzen darauf, dass ein gewisser Diktatoren- und Mörderfreund vor bald 20 Jahren "CDU-iger" und "FDP-iger" als CDU und FDP sein wollte.
Dieser Diktatorenfreund hat aber immer noch über 34% bei seiner letzen Wahl geholt. Ganz so sehr scheint es die Leute nicht gestört zu haben...
Der eigentliche Moment kam auch erst Jahre später - als plötzlich innerhalb kürzester Zeit Milliarden für Banken da waren, nachdem man den Leuten 20 Jahre lang erzählt hatte, was alles nicht geht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Es war einmal eine Volkspartei...

geschrieben von: Boldur

Datum: 29.04.21 11:46

Die U10 nach Weißensee/Hohenschönhausen bzw aktuell weiter nach Blankenburg/Buch geistert schon seit Jahrzehnten im 200 km-Plan herum.
Oder die S-Bahntrasse am Außenring, da gibt es seit den 80ern von Wartenberg gebauten Bahndamm, Brücken usw...
Oder sie wollen die Siemensbahn wieder aufbauen oder die Stammstrecke der Heidekrautbahn oder endlich der 3. Bauabschnitt auf der Friedrich-Engels-Str (sollte übrigens so 2010/2011 fertig sein)
oder eine Tram-Verbindung von Pankow nach Weißensee oder die U2-Verlängerung nach Pankow/Kirche oder die Tram auf der Wollankstr, Oberbaumbrücke, Leipziger Str, Sonntagstr usw...

Bin vorgestern mal wieder die Stralauer "Allee" nach Treptow gelaufen und warum nicht wieder die alte Trassen der 82/87/95 bis nach Schöneweide wieder aufbauen!
Platz für die Tram ist reichlich, auf dem noch immer existierenden Bahndamm vorhanden, und durch den Aufbau könnte das Umfeld aufgewertet werden.
Die Lebensqualität an dieser Raser-Strecke geht z.Z. gegen Null, die Stralauer sieht immer noch so aus wie in den 80ern.
Die teilweise ersatzlose Einstellung dieser Strecken in den 60/70er Jahren ist ein Paradebeispiel für die gescheiterte Vision der autogerechten Stadt.
Breite Strassenzüge wurden gleisfrei und auf dem früheren Bahndamm wurden Parkplätze geschaffen.
Ein paar Meter Gleise gibt es noch in der Holzmarktstr zwischen Tanke und Bahnbrücke und bis vor einigen Jahren auch noch am S-Bhf Plänterwald.

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: nozomi07

Datum: 29.04.21 11:51

Türen schließen selbsttätig schrieb:
Meine persönliche Meinung: natürlich könnten die Verkehrsströme in diesem Korridor den Bau einer U-Bahn rechtfertigen. Aber sicher nicht um den Preis einer fühlbaren Ausdünnung des Straßenbahnnetzes.
Mir fällt auch hier wieder auf, wie ideologisch diskutiert wird. Die SPD ganz böse, und es geht natürlich nur gegen die arme Tram...

Was spricht nun gegen eine U-Bahn nach Weißensee? Wenn sie deutlich mehr Fahrgäste für den ÖV gewinnt, ist sie doch zu begrüßen! Gibt es da Untersuchungsergebnisse? Knnte man nicht mit deutlich größerem Stationsabstand die Reisezeiten verkürzen und die Feinerschließung der Straßenbahn lassen?

Straßenbahn und U-Bahn sind keine Konfessionen. Sondern lediglich Technologien.

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 12:49

nozomi07 schrieb:
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Meine persönliche Meinung: natürlich könnten die Verkehrsströme in diesem Korridor den Bau einer U-Bahn rechtfertigen. Aber sicher nicht um den Preis einer fühlbaren Ausdünnung des Straßenbahnnetzes.
Mir fällt auch hier wieder auf, wie ideologisch diskutiert wird. Die SPD ganz böse, und es geht natürlich nur gegen die arme Tram...

Was spricht nun gegen eine U-Bahn nach Weißensee?
Dass es im Berliner ÖPNV-Netz (auch im Schnellbahnnetz) jede Menge andere, viel dringendere Baustellen gibt, z.B. der seit Jahrzehnten in fünf Jahren stattfindende Ausbau der Kremmener Bahn oder die S-Bahn-Anbindung des Gleisdreiecks, während der ÖPNV in Weißensee ganz gut funktioniert.

Dass nach jahrzehntelangen Berliner Erfahrungen hinterher ein Kahlschlag im Oberflächennetz zu befürchten ist, während dem MIV exakt kein Platz weggenommen wird. Die letzte Glanzleistung in dieser Hinsicht war, dass einer der größten Krankenhausstandort der Stadt, gelegen mitten im Stadtzentrum, abends und am Wochenende nur noch alle 20 min ohne längeren Fußweg erreichbar ist, weil über einen Kilometer entfernt eine neue U-Bahnstrecke eröffnet wurde. Überflüssig zu erwähnen, dass bei der Straße Unter den Linden einfach der Ursprungszustand wieder hergestellt wurde und der MIV genauso viel Platz bekommt wie vorher.

Und vor allem: dass die x-te Machbarkeitsstudie für irgendeinen feuchten Traum des SPD-Kegelclubs Planungskapazitäten bindet, während man mit konkret geplanten Projekten einfach nicht weiterkommt. Seit Jahren wird eine U-Bahn-Strecke nach der anderen machbarkeitsgeprüft oder selbiges angekündigt; heraus kommen immer irgendwelche Jubelmeldungen, in denen bewusst schwammig die technische Machbarkeit mit dem volkswirtschaftlichen Nutzen vermengt wird, und mit irgendwelchen angeblichen Fahrgastprognosen um sich geworfen wird, ohne zu sagen, welche Annahmen (insbesondere beim Busnetz) dem zugrundeliegen.

Zugleich scheitert man schon seit Jahren daran, ein paar hundert Meter Straßenbahn-Doppelgleis am Ostkreuz gegen ein paar renitente NIMBYs rechtsverbindlich planfestzustellen und umzusetzen - nachdem man vorher 20 Jahre Zeit hatte, sich auf die Fertigstellung des Ostkreuzumbaus vorzubereiten.

Ist es da nicht verständlich, dass man als an Berliner Verkehrspolitik interessierter Mensch irgendwann aggressiv auf die neueste U-Bahn-Fantasie reagiert?

Zitat
Straßenbahn und U-Bahn sind keine Konfessionen. Sondern lediglich Technologien.
Richtig. Aber genau das ist ja das Problem. SPD und CDU schauen nicht, wo es Defizite im ÖPNV gibt, und versuchen dann die beste Lösung dafür zu finden, sie wollen ihre U-Bahn, egal wo, koste es, was es wolle, und lassen eine Strecke nach der anderen prüfen - während die wirklichen Probleme liegen bleiben.

(Viele Edits, weil ich mehrfach Gedanken ergänzt und dann frisch eingebaute Fehler korrigiert habe.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




7-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 14:24.

Gääähn...

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 16:02

Hallo Def,

manche Sachen werden durch Wiederholung nicht besser. Also:

+ Wenn es nur um Verkehrsberuhigung ginge, wäre die Straßenbahn sicherlich das teuerste und ungeigneste Mittel, um die Blechlawinen zu bekämpfen. Der öffentliche Raum sollte gegebenenfalls für Fußgänger, den Fahrradverkehr (bzw. vor allem, um diesen vom Fußverkehr zu trennen), vor allem aber für mehr Aufenthaltsqualität und Grün umgestaltet werden. Wenn eine Tram Platz braucht, bitte schön, aber als Kampfobjekt für den Platz? Ich bitte dich...

+ Für UdL wird mW noch an einem Konzept gefeilt, ein Rückbau oder gar weitgehende Sperrung ist mW noch nicht vom Tisch, nur noch nicht spruchreif.

+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.

Also auch meinerseits: keine Fetischisierung eines bestimmten Verkehrsmittels, bitte, bei aller Sympathie für da eine oder andere Vehikel.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
Baron schrieb:
+ Wenn es nur um Verkehrsberuhigung ginge, wäre die Straßenbahn sicherlich das teuerste und ungeigneste Mittel, um die Blechlawinen zu bekämpfen. Der öffentliche Raum sollte gegebenenfalls für Fußgänger, den Fahrradverkehr (bzw. vor allem, um diesen vom Fußverkehr zu trennen), vor allem aber für mehr Aufenthaltsqualität und Grün umgestaltet werden. Wenn eine Tram Platz braucht, bitte schön, aber als Kampfobjekt für den Platz? Ich bitte dich...
Es geht doch nicht nur um Verkehrsberuhigung, sondern darum, dass die Verbesserung des ÖPNV (eben durch die Straßenbahn), eine Neugestaltung des Stadtraums, mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger in einem Abwasch. Und das ist eben beim Bau einer Straßenbahn wahrscheinlicher, wie das nächste Beispiel zeigt.

Offensichtlich muss ich meine Argumente weiter wiederholen, bis Du sie auch verstanden hast.

Zitat
+ Für UdL wird mW noch an einem Konzept gefeilt, ein Rückbau oder gar weitgehende Sperrung ist mW noch nicht vom Tisch, nur noch nicht spruchreif.
Wer's glaubt... man hatte ja gerade einmal 25 Jahre Vorlauf, so spontan wurde die U5 urplötzlich eröffnet. So, wie die B96A nach Eröffnung der A113 zurückgebaut wurde...

Zitat
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Doch. Man muss sie solange auspacken, bis wenigstens bei den vielen, vielen Machbarkeitsstudien eine gewisse Transparenz einzieht und die Annahmen, die den Fahrgastzahlschätzungen zugrundeliegen, veröffentlicht.

Zitat
Also auch meinerseits: keine Fetischisierung eines bestimmten Verkehrsmittels, bitte, bei aller Sympathie für da eine oder andere Vehikel.
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 17:18.

Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 18:04

Man def, Du hast ja heute einen schlechten Tag. So kurz vor dem Gewitter reagiert man gereizt, aber bitte, geh doch lieber eine Farbbombe auf eine SPD-Wahlveranstaltung werfen, als hier Leute zu beschimpfen, die doch in der Grundrichtung alle dasselbe wollen: Schluss mit dem bundesdeutschen verkehrspolitischen Weiterso.

Das mit UdL ist sicher keine Glanzleistung und ich will auch nicht unseren schnarchnasigen Senat und erst gar nicht seine Vorläuferversion verteidigen. Und erst recht nicht die durchschaubare rhetorische Begeisterung für U-Bahnen nach 5 Jahren in dieser Hinsicht untätiger Senatsverwaltung. Aber man sollte halt auch nicht immer gleich die Schere im Kopf ansetzen. Ich habe 8 Jahre in Istanbul gewohnt und dort hat man, zugegeben ziemlich von Null angefangen, in den letzten 20 Jahren ein beeindruckendes U-Bahnnetz aus dem Boden gestampft. Ähnlich in Sofia, Bukarest, Teheran... Und auch in anderen Städten, die wie Berlin nicht von Null anfangen mit U-Bahn, wie Paris, London, Wien gibt es Verlängerungen. Berlin hat zwar die S21 als faktische Untergrund- bzw. Hochbahn, aber über deren Baudynamik wollen wir hier höflich hinwegschauen.
Und wenn man die Tram nutzt, um gleich generell die Oberflächenverteilung neu zu definieren, bitte. Im Übrigen, schau mal in die Diskussion um die M10 nach Jungfernheide auf meinberlin, da sieht man, wie anschlussfähig diese Meinung mittlerweile ist. Die "Freie Fahrt für freie Bürger" ist dort deutlich in der Minderheit.
Und das mit der Charité-Story war eher in deinem Eigeninteresse gemeint, damit die Leute bei Deinen Posts nicht automatisch weg klicken.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 18:20

Baron schrieb:
Ich habe 8 Jahre in Istanbul gewohnt und dort hat man, zugegeben ziemlich von Null angefangen, in den letzten 20 Jahren ein beeindruckendes U-Bahnnetz aus dem Boden gestampft. Ähnlich in Sofia, Bukarest, Teheran... Und auch in anderen Städten, die wie Berlin nicht von Null anfangen mit U-Bahn, wie Paris, London, Wien gibt es Verlängerungen. Berlin hat zwar die S21 als faktische Untergrund- bzw. Hochbahn, aber über deren Baudynamik wollen wir hier höflich hinwegschauen.
Aber es geht doch darum, konkrete Probleme an konkreten Orten zu lösen, und nicht möglichst viele Schnellbahnen zu bauen. Genau das ist doch diese Fetischisierung eines Verkehrsmittels, die Du zurecht kritisiert: "Wir müssen Schnellbahnen bauen, weil andere Städte das auch tun!"

Und solche Vergleiche können doch nur schiefgehen: sie negieren, auf welchem Stand der Ausbau begonnen hat; sie negieren aber auch schlicht verschiedene Namen von Verkehrsträgern - die Berliner S-Bahn würde in London wahrscheinlich auch als "Underground" gelten (also von den Verkehrsaufgaben her). Und für die Berliner S-Bahn gibt es doch inzwischen Ausbau- und Erweiterungspläne, und zwar sehr wichtige - Spandauer Westen, S21 (inkl. Gleisdreieckanbindung!), Siemensbahn, und selbst die S75 zum Karower Kreuz geistert inzwischen wieder durch die Debatte. Aber hier geht nichts weiter - stattdessen diskutieren wir jede Woche über eine andere U-Bahn-Strecke; genau das ist es, was mich an der Lösungskompetenz (bzw. am -interesse) der SPD zweifeln lässt.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 18:46

Manchmal gibt es aber auch erstaunlich Parallelen. London hat in der Tat ein "Overground"-Netzwerk, das ähnlich wie die S-Bahn früher in Westberlin eher als Schmuddelkind behandelt wurde und nur in großen Intervallen fuhr, in den letzten Jahren aber weiterentwickelt und rebranded wurde. Und auch in Istanbul merkt man, dass es angesichts der Größe des Stadtgebietes nicht bei einer S-Bahn und zahlreichen U-Bahnen bleiben kann, sondern sowas wie eine zweite S- oder tendentiell Regionalexpresslinie her muss, auch wenn man mit "Hizray" einen Neologismus für das Vorhaben gebildet hat.

Freuen wir uns darauf, dass die SPD, wenn auch viel später, als sie es verdient hätte, voraussichtlich zur Zweiten Geige degradiert wird in der Koalition. Und beten wir darum, dass sie nicht als Trostpreis den Verkehrssenatorinnenposten bekommt... Auch wenn es durchaus besser ginge, als unter der Amtsinhaberin, das sinnlose Theater der letzten Wochen ließe in dem Fall nicht gut hoffen.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: 103612

Datum: 29.04.21 19:07

Ich halte die Achse Alex - Weißensee auch auf jeden Fall für straßenbahnwürdig.

Ich bin aber vom Grundsatz her der Meinung, dass man erstmal Achsen mit Schienen (egal ob unten oder oben) versorgen sollte, die bisher noch mit dem Bus bedient werden. Deswegen würde ich nicht als erstes an einen U-Bahn nach Weißensee denken.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 14:20.

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: nozomi07

Datum: 29.04.21 23:11

def schrieb:
Dass es im Berliner ÖPNV-Netz (auch im Schnellbahnnetz) jede Menge andere, viel dringendere Baustellen gibt, z.B. der seit Jahrzehnten in fünf Jahren stattfindende Ausbau der Kremmener Bahn oder die S-Bahn-Anbindung des Gleisdreiecks, während der ÖPNV in Weißensee ganz gut funktioniert.

Dass nach jahrzehntelangen Berliner Erfahrungen hinterher ein Kahlschlag im Oberflächennetz zu befürchten ist, während dem MIV exakt kein Platz weggenommen wird. Die letzte Glanzleistung in dieser Hinsicht war, dass einer der größten Krankenhausstandort der Stadt, gelegen mitten im Stadtzentrum, abends und am Wochenende nur noch alle 20 min ohne längeren Fußweg erreichbar ist, weil über einen Kilometer entfernt eine neue U-Bahnstrecke eröffnet wurde. Überflüssig zu erwähnen, dass bei der Straße Unter den Linden einfach der Ursprungszustand wieder hergestellt wurde und der MIV genauso viel Platz bekommt wie vorher.
Das sind aber alles keine Argumente gegen eine neue U-Bahn. Sondern Argumente für eine bessere Planung des Straßenraums.

Ich finde auch das Argument "anderes ist wichtiger" schwierig, da gehen ja die Meinungen gerne auseinander. Wie wichtig ist die Kremmener Bahn wirklich, da kann man streiten. In jedem Fall ist es gut, Planungen in der Schublade zu haben! Eine U-Bahnplanung braucht viel Vorlauf, da ist es nicht falsch jetzt anzufangen. Auch wenn erst mal andere Proojekte erledigt werden müssen.
def schrieb:
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.
"Die U-Bahn-Lobby", schon solche Begriffe sind mir zu ideologisch. Als ginge es hier um Konfessionen, und wer den falschen Gott huldigt ist ein Ketzer. Es ist 2021! Kommen wir denn nie über so ein Denken hinweg.

Es gibt verschiedene Verkehrsmittel, die verschiedene Bedüürfnisstufen ansprechen. Und da sucht man sich das Geeignete raus. Welches das ist, darüber kann man sachlich streiten. Nur, ein sachliches Argument gegen eine U-Bahn nach Weißensee sehe ich bislang nicht.

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: nozomi07

Datum: 29.04.21 23:21

Baron schrieb:
Manchmal gibt es aber auch erstaunlich Parallelen. London hat in der Tat ein "Overground"-Netzwerk, das ähnlich wie die S-Bahn früher in Westberlin eher als Schmuddelkind behandelt wurde und nur in großen Intervallen fuhr, in den letzten Jahren aber weiterentwickelt und rebranded wurde. Und auch in Istanbul merkt man, dass es angesichts der Größe des Stadtgebietes nicht bei einer S-Bahn und zahlreichen U-Bahnen bleiben kann, sondern sowas wie eine zweite S- oder tendentiell Regionalexpresslinie her muss, auch wenn man mit "Hizray" einen Neologismus für das Vorhaben gebildet hat.
Könntest du zu Hizray mal was ausführen (gerne im Auslandsforum)? Ohne Türkischkenntnisse wird man da nicht wirklich schlau draus. Danke schon mal!
nozomi07 schrieb:
def schrieb:
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.
"Die U-Bahn-Lobby", schon solche Begriffe sind mir zu ideologisch. Als ginge es hier um Konfessionen, und wer den falschen Gott huldigt ist ein Ketzer. Es ist 2021! Kommen wir denn nie über so ein Denken hinweg.
Hast Du auch dem Argument selbst auch etwas entgegenzusetzen oder fliehst Du lieber in Sprachkritik?

Zitat:
Es gibt verschiedene Verkehrsmittel, die verschiedene Bedüürfnisstufen ansprechen. Und da sucht man sich das Geeignete raus. Welches das ist, darüber kann man sachlich streiten. Nur, ein sachliches Argument gegen eine U-Bahn nach Weißensee sehe ich bislang nicht.
Für gewöhnlich sollten allerdings diejenigen, die einen neun- bis zehnstelligen Betrag investieren wollen, die Notwendigkeit dieser Investition belegen, oder? Also, was ist denn das sachliche Argument FÜR die U-Bahn nach Weißensee?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 23:45

nozomi07 schrieb:
Ich finde auch das Argument "anderes ist wichtiger" schwierig, da gehen ja die Meinungen gerne auseinander. Wie wichtig ist die Kremmener Bahn wirklich, da kann man streiten.

MIV-Anteil am Modal Split in Pankow: 19,4 % (und da sind auch Einfamilienhausgebiete mit äußerst bescheidener und z.T. de facto keiner ÖPNV-Anbindung enthalten, z.B. im Norden Blankenburgs)

MIV-Anteil am Modal Split in Reinickendorf: 35,6 %

(Quelle, jeweils S. 44)

Entscheide selbst, wo eine Verbesserung des ÖPNV vordringlicher ist - und ob Du einen 20-min-Takt auf einer Schnellbahn innerhalb einer Großstadt mit völlig verfallenen Bahnhöfen, einer mangelhaften Erschließung des Umfeldes (fehlender Bahnhof, fehlende Ausgänge an anderen Bahnhöfen) und mehreren hundert Metern Umsteigeweg zu einer anderen Schnellbahn für zeitgemäß und attraktiv hältst.

Die Kremmener Bahn ist übrigens neben dem Spindlersfelder Stummel die einzige S-Bahn-Strecke innerhalb Berlins, die noch nicht mal im Berufsverkehr häufiger als alle 20 min bedient wird. Abgesehen von den Bahnhöfen dieser Strecken sowie Rahnsdorf und Wilhelmshagen werden alle Bahnhöfe des Berliner S-Bahn-Netzes täglich und tagsüber mindestens alle 10 min bedient; meist ist dies sogar bis spät in die Nacht der Fall. Abgesehen von der konkreten Strecke geht es also auch noch um gewisse Angebotsstandards, die die Marke "S-Bahn" versprechen könnte.

Zitat
In jedem Fall ist es gut, Planungen in der Schublade zu haben! Eine U-Bahnplanung braucht viel Vorlauf, da ist es nicht falsch jetzt anzufangen. Auch wenn erst mal andere Projekte erledigt werden müssen.
Es mag ja toll sein, Planungen in der Schublade zu haben. Wenn man aber noch nicht mal aktuell anstehende Projekte geplant bekommt, nützen Projekte für die Schublade auch nichts. Dann haben wir in zehn Jahren 500 Projekte à eine Milliarde Euro in der Schublade, die paar hundert Meter Doppelgleis, um die 21 ans Ostkreuz anzubinden (sie also mit gegenüber der Bestandsstrecke gleichem Fahrzeugeinsatz wesentlich attraktiver zu gestalten), fehlen aber noch immer. Böse Zungen behaupten ja, genau das ist das Ziel von SPD und CDU.

Und Du machst mithin genau das, was Du ablehnst: Du verlangst, U-Bahnen zu planen, damit U-Bahnen geplant werden, obwohl Du doch angeblich für ein pragmatisches Vorgehen bist. Nur wäre der Inbegriff eines pragmatischen, ideologiefreien Vorgehens, zu schauen, auf welchen Relationen und in welchen Stadtteilen der ÖPNV besonders stark benachteiligt gegenüber dem MIV ist - und was man dagegen tun kann.

Meines Erachtens gehört Weißensee eben nicht dazu, und auch die Relation zwischen Weißensee und dem Zentrum nicht. Selbst wenn hier eine U-Bahn oder eine Kombination aus U- und Straßenbahn noch ein paar Fahrgäste gewinnen könnte, wäre das doch den Kosten für die Strecke gegenüberzustellen - und ob man mit eben diesen Kosten nicht anderswo viel mehr für den ÖPNV erreichen könnte, eben dort, wo er einen geringeren Anteil am Modal Split hat.

Das trifft gerade noch weiter außerhalb der Ringbahn zu. Hier hat der ÖPNV v.a. bei tangentialen Verbindungen deutliche Defizite - und hier würde z.B. die Kremmener Bahn "nebenbei" auch noch tangentiale Verkehrsströme im Norden Berlins bedienen, und die S75 zum Karower Kreuz die Fahrzeit zwischen dem Norden und Osten Berlins drastisch verkürzen - aktuell hat der ÖPNV hier bei Wahlfreien praktisch keine Chance. Noch etwas weiter südöstlich sind die Straßen zwischen Marzahn-Hellersdorf und dem Altbezirk Köpenick überfüllt - und alles, was der SPD einfällt, ist eine neue Schnellstraße zur Entlastung, während nebenan seit Jahrzehnten eine S-Bahn-Trasse vorbereitet ist, die nun ausgerechnet durch diese Schnellstraße z.T. in Beschlag genommen werden soll.

Das wären doch alles Dinge, wo man ansetzen könnte, und wo tatsächlich deutliche Defizite im ÖPNV-Netz behoben würden - und wo das parallele Straßennetz (noch) eher mäßig ist und der ÖPNV sogar Zeitvorteile gegenüber dem Auto bieten könnte. Stattdessen möchte die SPD ausgerechnet dort eine U-Bahn bauen, wo der ÖPNV ganz gut funktioniert und auch (durch längere Fahrzeuge) durchaus auch bei den Kapazitäten noch Luft nach oben hätte. Und für die S-Bahn entlang des östlichen BAR ist übrigens keine Machbarkeitsstudie angedacht...

Edit: Weitere heutige Buskorridore mit Defiziten hat Jay im folgenden Beitrag aufgelistet, ich stimme ihm zu.

(Wieder viele Edits, da die Gedanken nach und nach kamen.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 00:42.

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Jay

Datum: 30.04.21 00:23

103612 schrieb:
Ich halte die Achse Alex - Weißensee auch af jden Fall für straßenbahnwürdig.

Ich bin aber vom Grundsatz her der Meinung, dass man erstmal Achsen mit Schienen (egal ob unten oder oben) versorgen sollte, die bisher noch mit dem Bus bedient werden. Deswegen würde ich nicht als erstes an einen U-Bahn nach Weißensee denken.

Ich befürchte, auch nach über 5 Jahren fruchtet es nicht. Die überlasteten Buskorridore sind bekannt und die Forderung nach einer U-Bahn unter der Sonnenallee, Perleberger oder Streitstraße habe ich bisher nicht vernommen. Insofern scheint die Straßenbahn das sinnvolle Mittel der Wahl zu sein, um M41, M27 oder M36 zu entlasten. Die Forderung, erstmal diese Hausaufgaben zu machen, neben der Milliardeninvestition in die Grundinstandsetzung des vorhandenen U-Bahnnetzes und in die Beschaffung neuer Fahrzeuge, wird komischerweise aber immer als U-Bahn(denk)verbot diffamiert.

Ist schon kurios: Die SPD bricht den Koalitionsvertrag, der in der Tat ein Moratorium für Nebauten jenseits der noch immer nicht komplett fertiggestellten U5-Verlängerung enthält, indem sie Machbarkeitsstudien für bestimmte Projekte durchsetzt, deren Auswahl keinerlei Standards standhält und nun taucht sie vollends im Wahlkampf ab und spielt zusammen mit der CDU "Linieplus". Unterdessen hinken die Projekte, die man sich als Ziel gesetzt hatte, über Jahre hinter dem vereinbarten Zeitplan hinterher.

Und bezüglich der Linden: Gut 1 Jahr vor Fertigstellung der U5 fiel das Problem der Flächenverteilung auf. Es war klar: Wenn die BVG keinen anderweitigen Auftrag erhält, wird die Oberfläche wieder 1:1 hergestellt. Dass der Koalitionsvertrag autofreie Linden enthält - geschenkt. Dass man in einem Jahr keine Bordsteinkanten umplanen kann/will, lässt sich auch noch begrenzt nachvollziehen. Dass man es aber nicht mal schafft eine Markierung hinzubekommen, die dem von ebenjener Regierung verabschiedeten Mobilitätsgesetz entspricht, ist schlichtweg ein Armutszeugnis.
def schrieb:
Für gewöhnlich sollten allerdings diejenigen, die einen neun- bis zehnstelligen Betrag investieren wollen, die Notwendigkeit dieser Investition belegen, oder? Also, was ist denn das sachliche Argument FÜR die U-Bahn nach Weißensee?
Richtig - und genau deshalb untersucht man die Strecke näher. Wenn man dann auf ein unterirdisches NKU-Ergebnis käme, kann man immer noch die Konsequenzen draus ziehen. Aber jetzt mit religiösen Argumenten die Plaung abzulehnen, ohne ein einziges Gegenargument, dazu noch plumpes SPD-Bashing, damit überzeugst du niemanden.

Mir scheint eine U-Bahn dort zumindest sehr plausibel.

Re: Gääähn...

geschrieben von: flobo

Datum: 30.04.21 08:49

Baron schrieb:
Zitat:
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Nicht nur das: Sie unterschlägt vor allem auch jedes Mal, dass die Führung des TXL (als quasi U5-Vorlauf) über die Luisenstraße eine Umleitung war. Das Friedrich-List-Ufer ist bis heute nicht befahrbar, die Busse sollten aber nach Eröffnung der Straßenbahn alle gesammelt auf der Nordseite des Hauptbahnhofs verkehren.

ich hänge hier mal dran: U3-Verlängerung Mexico

geschrieben von: kabelschmidt

Datum: 30.04.21 09:04

Der heutige Tagesspiegel nennt für die Verlängerung der U-Bahn von Krumme Lanke bis Mexikoplatz eine Preisschätzung von knapp 50 Mio €. Dafür bekommt man in Neukölln/Treptow 250m Autobahn.

Gruß
kabelschmidt
nozomi07 schrieb:
Richtig - und genau deshalb untersucht man die Strecke näher. Wenn man dann auf ein unterirdisches NKU-Ergebnis käme, kann man immer noch die Konsequenzen draus ziehen. Aber jetzt mit religiösen Argumenten die Plaung abzulehnen, ohne ein einziges Gegenargument, dazu noch plumpes SPD-Bashing, damit überzeugst du niemanden.
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern? Ich habe mehrere Absätze mit Gegenargumenten geschrieben (beschränkte Planungskapazitäten in der Verwaltung, viel üblerer Modal Split in anderen Bezirken, an sich gut funktionierender ÖPNV im Bestand, nicht ansatzweise konkurrenzfähige ÖPNV-Fahrzeiten auf wichtigen Korridoren in anderen Teilen der Stadt etc.). Geh wenigstens darauf ein statt so zu tun, als gäbe es sie nicht.

Also ein weiterer Versuch: Stell Dir zwei Brandereignisse vor - einmal fällt eine Kerze auf einer schwer entzündlichen Oberfläche um, drumherum ist weit und breit nichts Brennbares; das andere Mal brennt eine Tankstelle. Wo würdest Du die Feuerwehr hinschicken? Ich würde sie zur Tankstelle schicken. Du meinst, man sollte erstmal Pläne für den Fall ausarbeiten, dass sich die schwer entflammbare Oberfläche aus dem ersten Fall doch zu einer gewaltigen Explosion entwickelt - nur für den Fall, dass der Katastrophenschutz mal vorbeikommt.

Zitat
Mir scheint eine U-Bahn dort zumindest sehr plausibel.
Also: wer die x-te U-Bahn-Untersuchung in kurzer Zeit ablehnt, muss das begründen - und wenn er das tut, ignorierst Du es, weil er eh ideologiegetrieben ist, religiöse Argumente vorbringt und eine Partei, die gerade eine extrem destruktive Rolle spielt, kritisiert. Umgedreht reicht es aber völlig aus, wenn es "plausibel" erscheint, warum auch immer. Wie viele Haltestellennamen der M4 in Weißensee würden Dir eigentlich aus dem Kopf einfallen, ohne auf den Plan zu schauen?

Vielleicht bin ich naiv, aber im Regelfall sollte eigentlich jemand, der für die Inspruchnahme öffentlicher Gelder ist (und sei es im ersten Schritt für eine Machbarkeitsstudie, auch die kostet Geld, auch die bindet Ressourcen), gute Gründe dafür finden - und nicht die Gegner:innen auffordern, Gegenargumente zu finden. Deine Argumentation für die Untersuchung beschränkt sich im Großen und Ganzen auf "Mir scheint das plausibel, und wenn ihr dagegen seid, seid ihr religiös verblendete Ideologen!!!1!"

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 10:30.

Re: Gääähn...

geschrieben von: def

Datum: 30.04.21 09:43

flobo schrieb:
Baron schrieb:
Zitat:
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Nicht nur das: Sie unterschlägt vor allem auch jedes Mal, dass die Führung des TXL (als quasi U5-Vorlauf) über die Luisenstraße eine Umleitung war. Das Friedrich-List-Ufer ist bis heute nicht befahrbar, die Busse sollten aber nach Eröffnung der Straßenbahn alle gesammelt auf der Nordseite des Hauptbahnhofs verkehren.
Damit unterschlägst Du allerdings auch, dass die Umleitung über die Luisenstraße m.E. zunächst ohne Halt an der Charité erfolgt - der dann allerdings eingefügt wurde, ironischerweise begründet mit einer verbesserten Anbindung der Charité. (Und wenn ich mich falsch erinnere und die Haltestelle gleich ab Beginn der Umleitung bedient wurde, zeigt das ja auch, dass die BVG ein gewisses Potential gesehen hat - der TXL war schließlich ein Expressbus und kein Stadtbus, der sowieso alle Haltestellen bedient hat.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 09:54.
def schrieb:
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern? Ich habe mehrere Absätze mit Gegenargumenten geschrieben (beschränkte Planungskapazitäten in der Verwaltung, viel üblerer Modal Split in anderen Bezirken, an sich gut funktionierender ÖPNV im Bestand, nicht ansatzweise konkurrenzfähige ÖPNV-Fahrzeiten auf wichtigen Korridoren in anderen Teilen der Stadt etc.). Geh wenigstens darauf ein statt so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Hier gehts um die U-Bahn nach Weißensee. Nicht um alle möglichen anderen Projekte. Auf Themaverfehlungen gehe ich natürlich nicht ein.

Wir könnten auch jegliche Trambahn-Planung in Berlin damit abwürgen, dass der Dorfbus in Kleinkleckersdorf sehr viel weniger Modal Split hat und somit mehr Verbesserungspotential.
Der User, der anderen ideologische Verbohrtheit vorwirft, aber nicht bereit ist, seine Meinung zu begründen, schrieb:
def schrieb:
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern?
[viel um den Kern kreisendes Blabla]
Ein "Ja" wäre kürzer und ehrlicher gewesen.



Zitat:
Hier gehts um die U-Bahn nach Weißensee. Nicht um alle möglichen anderen Projekte. Auf Themaverfehlungen gehe ich natürlich nicht ein.

Wir könnten auch jegliche Trambahn-Planung in Berlin damit abwürgen, dass der Dorfbus in Kleinkleckersdorf sehr viel weniger Modal Split hat und somit mehr Verbesserungspotential.
So kann man sich's natürlich auch bequem machen: die Anforderungen an Gegenargumente so hoch legen, dass sie quasi unerfüllbar sind (im Zweifelsfall die Gegenargumente zur "Themenverfehlung" erklären) und sich nebenbei weiterhin weigern, seine eigene Meinung zu begründen. Offensichtlich geht es Dir also nur darum, eine U-Bahn zu haben, womit Du mithin genau das tust, was Du anderen vorwirfst, Du handelst ideologisch - sonst wäre es doch ein leichtes, ein paar Pro-Argumente vorzubringen.

Von der Meta- zurück zur inhaltlichen Ebene: Mir wäre neu, dass die Berliner Verkehrsverwaltung für Dorfbusse in Kleinkleckersdorf zuständig ist. Dass die ganzen Machbarkeitsstudien für U-Bahn hingegen mit aktuell anstehenden, volkswirtschaftlich sinnvollen Verkehrsprojekten um Verwaltungsressourcen konkurrieren, ist Fakt, auch wenn Du es Dir als Münchener ohne jahrzehntelange Sparmaßnahmen in der Verwaltung vielleicht nicht vorstellen kannst.

Auch in anderer Hinsicht hinkt Deine Argumentation aus meiner Sicht: natürlich, man wird immer eine Stelle finden, in die man auch Ressourcen stecken könnte. Natürlich kann man darüber diskutieren, welches Problem eher einer Lösung bedarf als ein anderes. Aber in Weißensee sehe ich einfach kein Problem, das akut oder auch nur mittelfristig zu lösen wäre. Die M4 hat bei der Beförderungskapazität noch Luft nach oben, und eventuell mal in Blankenburg oder im Pankower Norden entstehende Wohngebiete können hervorragend über die Stettiner Bahn (in Verbindung mit der M2) erschlossen werden.

Nochmal, und ich bin mir sicher, dass Du es wieder ignorieren wirst: wer öffentliche Gelder für etwas fordert, sollte es begründen, nicht umgedreht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 14:14.
Die Arguemnete dafür und dagegen sind doch wenn man mal siene Brille abnimmt direkt auf der Hand liegend:

Pro
Erhöhung der Beförderungskapazitäten
Beschleunigung der Anbindung

Contra
Hohe Kosten
Bereits vorhandenes sehr gutes Tram-Angebot


Das kann man jetzt durch weitere Unterargumente noch ausdifferenzieren wenn man mag. Ändert aber nichts an den grundsätzlichen Fakten. Man kann auch einzelne Fakten unterschiedlich gewichten, ändert aber auch nichts an deren Vorhandensein.

Von Pankow braucht die U-Bahn 11 Minuten zum Alex. Von der Buschallee ist es ähnlich weit und dauert mit der Tram 19 Minuten. Ist einem das den Betrag von 1 Mrd (oder wie viel auch immer) Wert?
Danke für die Versachlichung. Ich bin der Meinung, dass die unbestreitbaren Vorteile der U-Bahn auf absehbare Zeit ihre Kosten nicht rechtfertigen:

- Der Fahrzeitvorteil wird kleiner, je näher man dem Zentrum kommt.

- Beförderungskapazität: die BVG beschafft 50-m-Bahnen - wenn die M4 so überlastet ist, wieso hat der SPD-geführte Senat keine 60-m-Bahnen bestellt? Die Haltestellen dafür sind vorhanden, ggf. müssten Betriebshöfe umgebaut werden (wobei die U10 ja auch Investitionen in Abstellanlagen und Werkstätten erforderte).

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Bovist66

Datum: 30.04.21 23:13

Baron schrieb:
(...) So kurz vor dem Gewitter reagiert man gereizt, (...)
Kommt darauf an. Als Pilzkundler reagiert man kurz vor Gewittern
nur im Sinne von Freude gereizt :-) !
def schrieb:
Nochmal, und ich bin mir sicher, dass Du es wieder ignorieren wirst: wer öffentliche Gelder für etwas fordert, sollte es begründen, nicht umgedreht.
Nein. In einer Demokratie müssen schon beide Seiten ihren Standpunkt begründen. Wenn die Neinsager ohne Argumente auskommen, haben wir Stillstand. Bei Trambahn-Projekten siehst du das sicher auch anders.

Ich sage auch nirgens, dass ich eine U-Bahn nach Weißensee fordern würde. Dazu kenne ich die Zahlen zu wenig. Mich stört nur, wie religiös und unsachlich argunentiert wird.

Ein simples Argument zu Fahrgastzahlen, Reisezeiten und Kosten des Projekts wäre hilfreich gewesen. Das hat jetzt ein anderer User gebracht - von dir kam halt einfach garnichts zum konkretrn Projekt.
nozomi07 schrieb:
Nein. In einer Demokratie müssen schon beide Seiten ihren Standpunkt begründen. Wenn die Neinsager ohne Argumente auskommen, haben wir Stillstand. Bei Trambahn-Projekten siehst du das sicher auch anders.
Zunächst einmal sind aber diejenigen in der Pflicht, die ein Projekt fordern. Wie soll denn die

Zitat:
Ich sage auch nirgens, dass ich eine U-Bahn nach Weißensee fordern würde. Dazu kenne ich die Zahlen zu wenig. Mich stört nur, wie religiös und unsachlich argunentiert wird.
Mit anderen Worten: Du hast zwar absolut keine Ahnung von der Situation, kannst aber einschätzen, was religiös und unsachlich ist. Nicht religiös und unsachlich ist es natürlich, mit dem Argument "Ich will U-Bahn!!!1!!" jede Woche ein neues zu prüfendes U-Bahn-Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, damit Planung und Bau volkswirtschaftlich sinnvoller Projekte zu blockieren und nebenbei gegen den eigenen Koalitionsvertrag zu verstoßen.

Von den vier Straßenbahnprojekten, die laut Koalitionsvertrag in der laufenden Legislaturperiode fertiggestellt sein sollten, ist hingegen nur eines überhaupt in Bau (und selbst das wird erst nach der Wahl fertiggestellt). Dafür wissen wir nun, dass es keine U-Bahnen ins MV und die Urban Tech Republic geben wird, und das gleiche wird man nach der Wahl auch über die beiden U7-Verlängerungen sagen.

Und genau das ist die Folge der Politik, die Du hier gegen die unsachlichen und religiösen Ideologen verteidigst: es passiert nichts. Aktuelle, volkswirtschaftlich sinnvolle Projekte bleiben liegen, und welche für die Schublade gibt es auch nicht, weil man offensichtlich mit einem Wurf eines Dartpfeils auf den Stadtplan ermittelt, welche U-Bahn man als nächstes vorschlägt. (Dass man in bester Frontstadt-Manier bei diesen Vorschlägen die S-Bahn komplett ignoriert, ist dann die nächste Sache.)

Ja, auch die Grünen sind nicht unschuldig. Ein/e kompetente/r Verkehrssenator/in hätte mit Verweis auf den Koalitionsvertrag die roten Störfeuer abgewehrt und die Planungskapazitäten auf das gelenkt, was im Koalitionsvertrag steht.

Nicht unsachlich und religiös ist es natürlich auch, in der öffentlichen Darstellung die technische Machbarkeit und den volkswirtschaftlichen Nutzen zu vermengen, einfach, um für seine U-Bahn zu werben. Nicht unsachlich und religiös ist es, die Untersuchungen selbst unter Verschluss zu halten und prognostizierte Fahrgastzahlen zu verkünden, ohne die Annahmen dahinter zu nennen (oder allenfalls ganz leise und verklausuliert).

Unsachlich und religiös ist es einzig und allein, all das zu kritisieren, angesichts der verkehrspolitischen Ergebnisse dieser Koalition auch etwas frustriert und genervt.

Zitat
Ein simples Argument zu Fahrgastzahlen, Reisezeiten und Kosten des Projekts wäre hilfreich gewesen. Das hat jetzt ein anderer User gebracht - von dir kam halt einfach garnichts zum konkretrn Projekt.

Ich habe angesichts Deines Auftretens ging ich fälschlicherweise davon aus, dass Du Ahnung von der Situation vor Ort hättest - mein Fehler, tut mir Leid, wird nicht wieder vorkommen.

Also, nochmal: die BVG hat gerade 50 Meter lange Straßenbahnen bestellt - die Haltestellen entlang der M4 sind schon seit langem für 60 m lange Züge ausgestattet (2xGT6), was auch genutzt wird. Wenn die M4 doch angeblich so überlastet ist, dass ein Ersatz oder eine Ergänzung durch eine U-Bahn so unabdingbar ist - wieso hat man dann nicht 60 m lange Bahnen bestellt? Sicher hätte man Betriebshöfe anpassen oder ausbauen müssen, aber das wäre ja bei der U10 auch notwendig (wahrscheinlich in viel größerem Ausmaße).

Und jetzt kommt die SPD, also die Partei, die die Koalition führt, und tut so, als sei die M4 kurz vor der kompletten Überlastung?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
@def,

du meinst wirklich, wenn du jetzt noch lauter und pampiger schreist, dass du irgend jemanden überzeugst?

Die Frage ist ganz einfach: Kann man mit der U-Bahn Weißensee wesentlich Fahrgäste für den ÖV gewinnen, oder nicht? Dazu braucht man Zahlen, wie Fahrgastprognosen und Reisezeiten (wobei ich eine Verkürzung von 19 auf 11 Min doch sehr wesentlich finde!). Übermäßige Kosten kann ich nicht erkennen, oder wo ist das aufwändiger als jede normale U-Bahn?

Lass uns über konkrete Fakten dieser konkreten Linie sprechen. Alles andere interessiert hier nicht. Gehe ich richtig in der Annahme, dass zu dieser Linie bisher kaum Fakten (z.B. NKU) vorliegen?
Moin allerseits,

ich weiß echt nicht, weshalb Ihr Euch die Köppe hier verbal und argumentativ einhaut.

Wünschenswert wäre im ÖPNV so manches. Ich denke auch, dass die schon seit über nem halben Jahrhundert in diversen Köppen umhergeisternde U 10 nach Weißensee allemal eine Berechtigung hätte. Aber die Kosten eines solchen Projekts sind nunmal als Argument nicht von der Hand zu weisen, zumal die Kosten der Errichtung einer U-Bahn nach Weißensee (bzw. allgemein) ja nur die halbe Warheit sind. Das Zeugs, was verbuddelt wird, muss auch irgendwie instandgehalten werden und soweit ich weiß, gibts das nicht zum Nulltarif.

Die Idee mit der U 10 ist keine neue. Die gabs meines Wissens schon vor dem Mauerbau.

Jetzt kommen wir aber zu noch einer Unwegbarkeit zu ÖPNV - Projekten in Berlin, egal, ob Straßenbahn, U-Bahn oder gar noch kleinen S-Bahn-Projekten.

Das Problem heißt schlicht Berlin und seine schnarchische Verwaltung, die ja nunmal auch durch den jeweiligen Parteienproporz getragen wird. Bezüglich kleinerer S-Bahnprojekten (Verlängerungen ins Umland) kommt dann noch ein Bundesland dazu, welches Berlin vollständig umgibt, was in Sachen ÖPNV keine besseren Werte in Sachen Kompetenz aufweist, als Berlin.

Und zum Aufhängerthema SPD:

Eine inzwischen dermaßen überflüssige Vereinigung. Und genau das werden sie am 26.09.2021 in Berlin bei der Abgeordnetenhauswahl auch merken. Einzig blöd ist, dass nach derzeitigen Umfragewerten eine grüne regierende Bürgermeisterin droht, die nicht mal im Ansatz aus Berlin stammt.

Und egal, welche Koalition dann im Roten Rathaus hocken wird, in der Weiterentwicklung des ÖPNV wird sich nichts merklich ändern oder schneller zum besseren ändern. Straßenbahnprojekte werden in ihrer Verwirklichung genau so zu elend langen Hängepartien werden, wie jetzt. Bei durchaus sinnvollen Überlegungen zu U-Bahnprojekten wird es das selbe Bild geben.

Sollte ich die 80 Lebensjahre je erreichen (wäre 2050 so weit), werde ich kaum ein signifikant anderes schienengebundenes ÖPNV-Netz vorfinden, als heute. Das wird aber nicht allein an agierenden politischen Gruppierungen liegen, sondern auch an ein heftig und erfolgreich umgreifendes Nimby-tum.

Schönen 1. Mai (und nicht so viele Steine werfen).

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 13:02.
Hallo in die Runde,

im Norden Berlins - hier Blankenburger Feld - sollen Wohnungen gebaut werden.
Dort braucht es eine Verbesserung der Infrastruktur, z.B. durch die Verlängerung der Tram M2.

Die hier diskutierte U10 endet in Weißensee, ungefähr dort wo die Tram derzeit endet.
Klar kann man so eine U Bahn auch verlängern. Genauer: Könnte man. Wie ins Märkischen Viertel.
Auf absehbare Zeit fährt aber nur der Bus...

Nichts gelernt. Schade.

InterRailer26+
>>>Die Idee mit der U 10 ist keine neue. Die gabs meines Wissens schon vor dem Mauerbau.<<<

Nö, die Idee mit der U10 gab es noch viel früher. Nicht umsonst sind die Tunnelstutzen bis an die Mollstraße im Boden.
Nur wurden diese Tunnelstutzen in den ???70'/80'??? (kenne sie noch offen) zugemauert und durch das PdVP fremd genutzt.
Was ist da heute eigentlich drin???

Link zur U-Bahn Linie F: [www.geschichtsspuren.de]


Und wie ich bereits weiter oben ausgeführt habe, halte ich die U10 als wirkliche U-Schnellbahnlinie für sinnvoll, aber ander zu lösende Verkehrsprobleme (ÖPNV) als viel, viel wichtiger.
Ärgern tut mich z.Bsp., nicht der Ausbau der Straßenbahn in Mahlsdorf. Sondern der unausgegorene Umbau, direkt am Bahnhof.
Die 50m Fußweg taten keinem weh. Das vorgesehene, schafft erhebliche Probleme direkt vor dem Bahnhof, wäre aber nur mit einem Anschluss an das Hellersdorfer/Höhner Netz logisch. Aber selbst dann würde der Bestand der Schleife, als Havarie- und Rückfallebene, sinnvoll erscheinen (natürlich beidseitig angebunden).

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 15:02.
nozomi07 schrieb:
@def,

du meinst wirklich, wenn du jetzt noch lauter und pampiger schreist, dass du irgend jemanden überzeugst?

Die Frage ist ganz einfach: Kann man mit der U-Bahn Weißensee wesentlich Fahrgäste für den ÖV gewinnen, oder nicht? Dazu braucht man Zahlen, wie Fahrgastprognosen und Reisezeiten (wobei ich eine Verkürzung von 19 auf 11 Min doch sehr wesentlich finde!). Übermäßige Kosten kann ich nicht erkennen, oder wo ist das aufwändiger als jede normale U-Bahn?

Ja, das wäre die Frage. Allerdings läuft so Verkehrspolitik nicht. Gerade beim U-Bahnbau geht es in Berlin eigentlich oft darum den Autoverkehr vom Oberflächen-ÖPNV zu entlasten und weniger um die Verbesserung des ÖPNV. Bei der Weißenseer Strecke ist es daher auch extrem wichtig, wie das Gesamtkonzept aussieht. Will man nur die Straßenbahn weg haben damit man mehr Platz für den Autoverkehr hat? Möchte man mehr Platz für den Radverkehr haben ohne den Autoverkehr zu behindern? Nimmt man dem Autoverkehr dann eine Spur weg für eine Lieferspur und läßt statt der Straßenbahn die Radfahrer auf einer vernünftigen Spur fahren?

Oder lässt man die Straßenbahn die Flächenerschließung machen und die U-Bahn den schnellen Verkehr. Auch in diesem Szenario kann man dann unterschiedliche Ansätze in der Anlage von Fahrrad- und Lieferinfrastruktur vorsehen

Alle diese Ansätze wirken sich natürlich auf die Fahrgastzahlen aus. Wenn man den ÖV wirklich voranbringen will, dann wird man die U-Bahn bauen, die Straßenbahn beibehalten und noch eine Fahrspur dem Autoverkehr wegnehmen.

Dann wären vermutlich U- und Straßenbahn gut ausgelastet. In der Autofahrerlösung, die an der Endhaltestelle dann zu Umsteigezwängen und Anschlussverlusten gegenüber dem Ist-Zustand führt, kann man vielleicht sogar lediglich die heutigen Fahrgastzahlen halten, wobei man auf den Relationen mit Umsteigezwang sogar Fahrgäste verlieren wird. Diese Lösung lehne ich absolut ab. Die Autoreduktions-Lösungen würde ich allerdings durchaus gut finden.

Es gibt natürlich noch diverse andere Lösungen - z.B. Straßenbahn von stadtauswärts bis Ecke Danziger und/oder eine zweite Straßenbahnstrecke über die Kniprodestr., die man im Zuge eines Gesamtkonzepts untersuchen müsste.

Leider liest man in der Presse nur U - B A H N und nicht was im Zuge der Projektverwirklichung sonst in der Ecke passieren soll. Daher kann ich auch keine Meinung zu den U-Bahnverlängerungen entwickeln. Durch meine Erfahrungen sehe ich sie allerdings kritisch, da aus dieser U-Bahnecke eigentlich nie Vorschläge, die positiv für den ÖPNV waren, gekommen sind. Ich denke auch nicht dass die SPD eine Lösung mit Fahrstreifenreduktion favorisiert. Vielleicht einigt man sich auf sowas, auch wenn die SPD dann vielleicht hofft dass sie dereinst mit anderem Koalitionspartnern eine autofahrerfreundliche Lösung umsetzen kann.

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.21 16:18.
Pio schrieb:
Ärgern tut mich z.Bsp., nicht der Ausbau der Straßenbahn in Mahlsdorf. Sondern der unausgegorene Umbau, direkt am Bahnhof.
Die 50m Fußweg taten keinem weh. Das vorgesehene, schafft erhebliche Probleme direkt vor dem Bahnhof, wäre aber nur mit einem Anschluss an das Hellersdorfer/Höhner Netz logisch. Aber selbst dann würde der Bestand der Schleife, als Havarie- und Rückfallebene, sinnvoll erscheinen (natürlich beidseitig angebunden).
Ein schönes Beispiel, auch wenn es mit U-Bahn direkt nicht viel zu tun hat.

Das letzte Stück der Strecke ist eingleisig, daher nur ein 20 Minuten-Takt möglich. Sobald die S-Bahn 2 oder 3 Minuten Verspätung hat, ist der Anschluss weg. Prima! Ein Ausbau ist auch seit Jahrzehnten geplant, aber ein bekannter Lokalpolitiker torpediert es, weil er parallel einen massiven Ausbau der Straße haben möchte. So wird der Ausbau der Straßenbahn als Vehikel genutzt, um nebenbei neue Straßen bauen zu können. Und genau so werden die forderungen nach U-Bahn-Bau genutzt - es geht einzig und allein um mehr Platz für Autos, konkret durch weniger Straßenbahn.
Nemo schrieb:
Ja, das wäre die Frage. Allerdings läuft so Verkehrspolitik nicht. Gerade beim U-Bahnbau geht es in Berlin eigentlich oft darum den Autoverkehr vom Oberflächen-ÖPNV zu entlasten und weniger um die Verbesserung des ÖPNV. Bei der Weißenseer Strecke ist es daher auch extrem wichtig, wie das Gesamtkonzept aussieht. Will man nur die Straßenbahn weg haben damit man mehr Platz für den Autoverkehr hat? Möchte man mehr Platz für den Radverkehr haben ohne den Autoverkehr zu behindern? Nimmt man dem Autoverkehr dann eine Spur weg für eine Lieferspur und läßt statt der Straßenbahn die Radfahrer auf einer vernünftigen Spur fahren?
Jahrzehnte wurden U-Bahnen damit begründet, mehr Platz für Autos zu schaffen. Daher verstehe ich die Bedenken sehr gut. Aber ist das wirklich noch aktuell? Die SPD mag sich oft so unendlich schwer tun mal ne Autospur wegzunehmen (ich kenne die Debatte in München zur Genüge); aber mehr Autospuren schaffen, im urbanen Bereich? Das fordert auch in der SPD kaum noch jemand.

Warum holen ausgerechnet die Grünen die Kosten-Keule raus! Sie sind es doch, die Verkehrswende und Energiewende wollen! Beides Dinge, die große Investitionen erfordern. Angesichts des Geldes, das wir noch immer in Straßen investieren (Stadtautobahn Berlin als extremes Beispiel) ist Geld wirklich nicht das Hindernis. Wir müssen es auf den ÖV umleiten.

Man sollte der U-Bahn eine Chance geben. Untersuchen und vorplanen, dann weiß man besser was es bringt. Natürlich mit Konzept, wie man die Straßenbahn fortentwickelt, und wie man den Platz an der Oberfläche nutzt. Aber schon eine Vorplanung aus rein ideologischen Gründen abzuweisen, das begreife ich nicht. Das ist ein Bärendienst an der Verkehrswende.
Wolf im Schafspelz schrieb:
Zitat:
Die Frage ist ganz einfach: Kann man mit der U-Bahn Weißensee wesentlich Fahrgäste für den ÖV gewinnen, oder nicht?
Nein, das ist nicht die Frage, das ist eine Frage. Für den Fall, dass man es kann, ist die andere Frage, wie das Aufwand-Nutzen-Verhältnis aussieht und ob man mit dem gleichen Geld nicht anderswo mehr Effekte erreichen kann. (Apropos - NKU der Straßenbahn zum Hermannplatz: 2,87. Inbetriebnahme frühestens 2028, die Verkehrsverwaltung muss ja lieber U-Bahn-Strecken prüfen.)

Zitat
Dazu braucht man Zahlen, wie Fahrgastprognosen und Reisezeiten (wobei ich eine Verkürzung von 19 auf 11 Min doch sehr wesentlich finde!).
Naja, der Vergleich hinkt in mehrfacher Hinsicht:

- 2 min davon sind die Überquerung des Alexanderplatzes, weil die M4-Fahrzeit offensichtlich ab der Gontardstraße gerechnet ist - ab "U Alexanderplatz" gerechnet sind es nur noch 17 min. Und da haben wir noch gar nicht über andere Beschleunigungsmöglichkeiten der M4 gesprochen - sie hat in diesem Abschnitt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 19 km/h, was ziemlich genau dem Berliner Durchschnitt entspricht. Auf einer Strecke mit weitgehend eigener Trasse sollte mehr möglich sein. Komischerweise fordert die SPD für eine M4-Beschleunigung keine Machbarkeitsuntersuchung - am Ende käme womöglich die Empfehlung raus, dass man Ampeln (v.a. am Alex) zuungunsten des SPD-Lieblings "Auto" umprogrammieren sollte. Das kann ja nun wirklich niemand wollen.

- Die 19 bzw. 17 (oder weniger?) zu 11 min wären vom äußeren Ende der U-Bahn gerechnet und auch nur für diejenigen, die tatsächlich direkt vor der Tür einen U-Bahnhof oder eine Straßenbahnhaltestelle hätten, ein Fahrzeitvorteil. Allein in bzw. an der besagten Buschallee hat die Straßenbahn neben der gleichnamigen Haltestelle noch zwei weitere Stationen. Das würde auch gleich wieder einen Teil des Fahrzeitvorteils auffressen.

- Noch stärker hätte man diesen Effekt weiter stadteinwärts - der Fahrzeitvorteil der U-Bahn gegenüber einer Straßenbahn ist bei kurzen Strecken sowieso überschaubar, und teilweise würde er durch die geringere Anzahl von Stationen aufgehoben bzw. sogar ins Gegenteil verkehrt werden. Legt man z.B. die im Flächennutzungsplan dargestellten Stationsstandorte zugrunde, müssten Umsteigende vom 255er Richtung Zentrum künftig einen Umweg fahren, weil am aktuellen Umsteigepunkt Albertinenstraße kein Bahnhof vorgesehen ist.

- Am Alex wiederum würden sich einige Umsteigewege verlängern: zur U2 dürfte es etwa der gleiche Weg sein, zur U8 etwas kürzer, zu S-Bahn, Regionalzügen und den meisten Buslinien weiter.

Zitat
Lass uns über konkrete Fakten dieser konkreten Linie sprechen. Alles andere interessiert hier nicht. Gehe ich richtig in der Annahme, dass zu dieser Linie bisher kaum Fakten (z.B. NKU) vorliegen?

Seit Tagen erklären wir Dir, dass es noch keinerlei Untersuchungen gibt - und dass diejenigen, die sich um eine Untersuchung kümmern müssten, bei bestätigt volkswirtschaftlich sinnvollen Projekten sinnvoller eingesetzt wären.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
nozomi07 schrieb:
Jahrzehnte wurden U-Bahnen damit begründet, mehr Platz für Autos zu schaffen. Daher verstehe ich die Bedenken sehr gut. Aber ist das wirklich noch aktuell? Die SPD mag sich oft so unendlich schwer tun mal ne Autospur wegzunehmen (ich kenne die Debatte in München zur Genüge); aber mehr Autospuren schaffen, im urbanen Bereich? Das fordert auch in der SPD kaum noch jemand.
Die Hoffnung der SPD könnte genauso gut sein, dass dank man dank Verzichts auf die Straßenbahn einen vernünftigen Radweg bauen kann, ohne dem heiligen Automobil Platz wegnehmen zu müssen.

Zitat
Warum holen ausgerechnet die Grünen die Kosten-Keule raus! Sie sind es doch, die Verkehrswende und Energiewende wollen! Beides Dinge, die große Investitionen erfordern. Angesichts des Geldes, das wir noch immer in Straßen investieren (Stadtautobahn Berlin als extremes Beispiel) ist Geld wirklich nicht das Hindernis. Wir müssen es auf den ÖV umleiten.

Mal angenommen, die Berliner Landespolitik schafft es, den A100-Weiterbau zu stoppen - was wird wohl passieren?

- Der Bund finanziert stattdessen die U10.
- Der Bund finanziert stattdessen irgendein anderes Straßenprojekt in einem anderen Bundesland.

Du hast ja recht, dass Geld vom Straßenbau in den ÖPNV umgeleitet werden muss. Es hilft nur nichts, dabei verschiedene politische Ebenen zu ignorieren. (PS: Der A100-Bau sollte natürlich trotzdem gestoppt werden. Aber es ist naiv zu glauben, dass dann die U10 kommt.)

Zitat:
Man sollte der U-Bahn eine Chance geben. Untersuchen und vorplanen, dann weiß man besser was es bringt. Natürlich mit Konzept, wie man die Straßenbahn fortentwickelt, und wie man den Platz an der Oberfläche nutzt. Aber schon eine Vorplanung aus rein ideologischen Gründen abzuweisen, das begreife ich nicht. Das ist ein Bärendienst an der Verkehrswende.
Du begreifst nicht, dass es keine ideologischen Gründe sind, das ist Dein Problem. Und Du begreifst nicht, dass das Hauptproblem im Berliner ÖPNV v.a. tangentiale und und nicht radiale Verbindungen sind. Da braucht man nämlich in bzw. zwischen den Außenbezirken gern mal eine Stunde für eine Luftlinie von sechs oder sieben Kilometern. Dort gibt es wirklich Potentiale für den ÖPNV zu holen. Stattdessen plant man z.B. die Tangentiale Verbindung Ost für den Straßenverkehr und möchte damit sogar z.T. eine freigehaltene S-Bahn-Trasse überbauen, die ähnliche Verkehrsströme bedienen würde.

Über diese S-Bahn, die tatsächlich ein großes Potential abschöpfen könnte (sonst würde ja entlang dieser Strecke keine Schnellstraße geplant werden) redet sie SPD nicht, noch nicht mal eine Machbarkeitsuntersuchung schlägt sie vor.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Über das Stöckchen springt hier niemand

geschrieben von: SvenT

Datum: 02.05.21 10:46

nozomi07 schrieb:
Zitat:
Lass uns über konkrete Fakten dieser konkreten Linie sprechen. Alles andere interessiert hier nicht. Gehe ich richtig in der Annahme, dass zu dieser Linie bisher kaum Fakten (z.B. NKU) vorliegen?
Warum sollten wir über ausgemachten Parteischiss hier diskutieren? Nur weil du über das Stöckchen springst heisst das noch lange nicht, dass wir da auch tun müssen.
Die SPD möchte mit der Fronstadtargumentation wohl den Volkssturm an den Wahlen akquirieren - das letzte Gefecht sozusagen.

Von den anderen Usern sind viele Themen genannt worden, was wichtiger ist als der Ersatz der M4.

Wir haben anderswo massive Buskorridore mit Potential für Strassenbahnen sowie Lücken im U-Bahnnetz. Die U9 hat Potential an beiden Endpunkten. Bei der S-Bahn liegen viele Strecken noch im Dornröschenschlaf und die Verweigerer im Bundestag behindern die S21.
Darüber sollten wir diskutieren!

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


DuKabina?! schrieb:
Das Problem heißt schlicht Berlin und seine schnarchische Verwaltung, die ja nunmal auch durch den jeweiligen Parteienproporz getragen wird. Bezüglich kleinerer S-Bahnprojekten (Verlängerungen ins Umland) kommt dann noch ein Bundesland dazu, welches Berlin vollständig umgibt, was in Sachen ÖPNV keine besseren Werte in Sachen Kompetenz aufweist, als Berlin.
Hallo Jens,

ich würde schon innerhalb der Stadtgrenzen viel Potential für den Ausbau des S-Bahn-Netzes sehen: die S75 zum Karower Kreuz, eine S-Bahn entlang der Osttangente (auch wenn die ohne Frage auch abschnittsweise schwierig umzusetzen ist, z.B. ein Umsteigebahnhofe zur S5 dürfte schwer bis gar nicht umzusetzen sein, der zur U5 mit einem Fußweg), die Kremmener Bahn, die Siemensbahn, im Spandauer Westen, die S21 (wo wie gesagt einmal die Planung der Gleisdreieck-Anbindung vorgezogen werden sollte), die S-Bahnhöfe Charlottenburger Chaussee und Kamenzer Damm etc. - all das würde vor allem dem Verkehr innerhalb der Stadtgrenze dienen.

Zitat
Einzig blöd ist, dass nach derzeitigen Umfragewerten eine grüne regierende Bürgermeisterin droht, die nicht mal im Ansatz aus Berlin stammt.

Ich weiß gar nicht, warum es in der Lokalpolitik (nicht nur in Berlin) als Nachteil gilt, wenn jemand keine rein lokale Herkunft der Familie seit dem 17. Jahrhundert nachweisen kann. Menschen von außen können auch frische Ideen mitbringen, und andere Erfahrungen und ein Blick von außen können auch sehr bereichernd sein. Jarasch ist seit dem Studium in Berlin, also mutmaßlich gut 30 Jahre, mehr als die Hälfte ihres Lebens. Ab wann bekommt man denn den "Approved"-Stempel und darf in der Lokal- und Landespolitik ein höheres Amt anstreben?

Und dass gebürtige Berliner in der Verkehrspolitik nicht besser sein müssen, hat ja der Wowereit gezeigt: die A100 war ihm so wichtig, dass er zu Erpressung gegriffen hat, um sie durchzusetzen, und zugleich hat er wesentlich zur jahrzehntelange Verzögerung beim Ausbau der Dresdner Bahn in Lichtenrade beigetragen. (Und da haben wir über die magischen drei Buchstaben "BER" noch gar nicht diskutiert.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Berliner Bürgermeister

geschrieben von: Bremsprobe

Datum: 02.05.21 11:43

def schrieb:
DuKabina?! schrieb:ZitatZitat:
Einzig blöd ist, dass nach derzeitigen Umfragewerten eine grüne regierende Bürgermeisterin droht, die nicht mal im Ansatz aus Berlin stammt.

Ich weiß gar nicht, warum es in der Lokalpolitik (nicht nur in Berlin) als Nachteil gilt, wenn jemand keine rein lokale Herkunft der Familie seit dem 17. Jahrhundert nachweisen kann. Menschen von außen können auch frische Ideen mitbringen, und andere Erfahrungen und ein Blick von außen können auch sehr bereichernd sein. Jarasch ist seit dem Studium in Berlin, also mutmaßlich gut 30 Jahre, mehr als die Hälfte ihres Lebens. Ab wann bekommt man denn den "Approved"-Stempel und darf in der Lokal- und Landespolitik ein höheres Amt anstreben?

Und dass gebürtige Berliner in der Verkehrspolitik nicht besser sein müssen, hat ja der Wowereit gezeigt: die A100 war ihm so wichtig, dass er zu Erpressung gegriffen hat, um sie durchzusetzen, und zugleich hat er wesentlich zur jahrzehntelange Verzögerung beim Ausbau der Dresdner Bahn in Lichtenrade beigetragen. (Und da haben wir über die magischen drei Buchstaben "BER" noch gar nicht diskutiert.)
Auch die U-Bahn-affine Kandidatin der SPD Franziska Giffey ist "nur" in Frankfurt / Oder geboren, und nicht in Berlin. Darf sie deshalb nicht mehr kandidieren? Selbst die bekannten Bürgermeister Ernst Reuter (Apenrade) und Willy Brandt (Lübeck) waren von Geburt her Schleswig-Holsteiner! Wirklich schockierend

Re: Berliner Bürgermeister

geschrieben von: def

Datum: 02.05.21 12:14

Bremsprobe schrieb:
Auch die U-Bahn-affine Kandidatin der SPD Franziska Giffey ist "nur" in Frankfurt / Oder geboren, und nicht in Berlin. Darf sie deshalb nicht mehr kandidieren? Selbst die bekannten Bürgermeister Ernst Reuter (Apenrade) und Willy Brandt (Lübeck) waren von Geburt her Schleswig-Holsteiner! Wirklich schockierend
Noch schlimmer: Hans-Jochen Vogel, geboren in Göttingen, war sogar Bürgermeister von München und West-Berlin (natürlich nicht gleichzeitig).

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Moin def,

ich kann mich nicht erinnern, dass auswärtige Einflüsse in der Berliner Politik in den letzten drei Dekaden irgendwas verbessert hätten und in der Verkehrspolitik schon einmal gar nicht. Von "Vorturnern" in der Politik erwarte ich schon ein wenig Lokalkolorit.

Zu Deinen S-Bahnprojekten nur so viel:

Sehe ich auch so, wird nur nichts, weil die Weiterentwicklung des SPNV in Berlin nicht im Ansatz eine hohe Priorität genießt und das gilt für alle Parteien.

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen

S5<>S75

geschrieben von: SvenT

Datum: 02.05.21 18:28

def schrieb:
Zitat:
ich würde schon innerhalb der Stadtgrenzen viel Potential für den Ausbau des S-Bahn-Netzes sehen: die S75 zum Karower Kreuz, eine S-Bahn entlang der Osttangente (auch wenn die ohne Frage auch abschnittsweise schwierig umzusetzen ist, z.B. ein Umsteigebahnhofe zur S5 dürfte schwer bis gar nicht umzusetzen sein, der zur U5 mit einem Fußweg), die Kremmener Bahn, die Siemensbahn, im Spandauer Westen, die S21 (wo wie gesagt einmal die Planung der Gleisdreieck-Anbindung vorgezogen werden sollte), die S-Bahnhöfe Charlottenburger Chaussee und Kamenzer Damm etc. - all das würde vor allem dem Verkehr innerhalb der Stadtgrenze dienen.
Servus,

deine Sorge ist unbegründet. Im FNP ist die Trasse entlang der Märkischen Allee freigehalten und es ist dort ein Turmbahnhof geplant. Der Umstieg ist also sehr einfach möglich. Das Gewerbegebiet Märkische Spitze ist deswegen etwas von der Strasse weggerückt, damit die Trasse der S-Bahn nicht verbaut wird.

Mir war auch so, dass der Bahnhof Biesdorf dann mehr Richtung Blumberger Damm verlegt werden soll, damit auch hier ein Umsteigepunkt entstehen kann.

Bei der U5 ist es tatsächlich so, dass ein Fußweg entsteht.

Viele Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


nozomi07 schrieb:
Zitat:
Man sollte der U-Bahn eine Chance geben. Untersuchen und vorplanen, dann weiß man besser was es bringt. Natürlich mit Konzept, wie man die Straßenbahn fortentwickelt, und wie man den Platz an der Oberfläche nutzt. Aber schon eine Vorplanung aus rein ideologischen Gründen abzuweisen, das begreife ich nicht. Das ist ein Bärendienst an der Verkehrswende.
Welchen Nutzen sollte eine Machbarkeitsstudie zur U 10 nach Weißensee zum jetzigen Zeitpunkt denn haben?! Für die Zeit vor 2030 sind die finanziellen Mittel und die Ressourcen im Bereich der Planung für die bekannten Projekte (u.a. City-S-Bahn, Siemensbahn, Heidekrautbahn, verschiedene Straßenbahn-Neubaustrecken) gebunden. Hinzu kommen wird voraussichtlich noch die Verlängerung der U3 nach Mexikoplatz. Nach 2030ff dürfte die Verlängerung der U7 Richtung BER dran sein, vielleicht auch nach Heerstraße Nord (obwohl ich eher von einem Scheitern des letzteren Projekts ausgehe). Von einem eventuellen Bau der U10 ließe sich ab 2035ff sprechen - wenn überhaupt. Zu diesem Zeitpunkt werden aber die verkehrspolitischen Gegebenheiten in Berlin andere sein als heute, so dass man für ein Vorhaben wie die U10 sowieso wieder eine neue Machbarkeitsstudie fertigen müsste.

Wer jetzt ernsthaft die U10 untersuchen lässt, weiß entweder nicht, wohin mit seinem Geld oder vermag keine Prioritäten zu setzen oder gefällt sich darn, für die Ablage zu produzieren bzw. fruchtlose Diskussionen zu führen. In Berlin sind diverse andere verkehrspolitische Anliegen wirklich dringender, und dafür sollte man die Mittel im Bereich der Planung auch verwenden.

OT: Hans-Jochen Vogel

geschrieben von: Früherwarallesbesser

Datum: 02.05.21 23:08

Von Hans-Jochen Vogel ist verbürgt, dass er als Münchner Oberbürgermeister den Weg von zu Hause ins Rathaus nicht per Dienstwagen, sondern mit der Trambahn zurücklegte. Vielleicht sollten sich heutige Bürgermeister daran ein Vorbild nehmen, dann wüssten sie nämlich, was im ÖPNV so alles schief läuft.
DuKabina?! schrieb:
ich kann mich nicht erinnern, dass auswärtige Einflüsse in der Berliner Politik in den letzten drei Dekaden irgendwas verbessert hätten und in der Verkehrspolitik schon einmal gar nicht. Von "Vorturnern" in der Politik erwarte ich schon ein wenig Lokalkolorit.
Nun ist es allerdings auch nicht so, dass inwärtige Einflüsse da so viel besser dastehen: Bankenskandal unter Diepgen, A100-Verlängerung, Dresdner-Bahn-Verzögerung, verspätete U-Bahn-Bestellung und BER unter Wowereit...

Und Lokalkolorit bekommt man auch nicht qua Geburt, gerade in einer Stadt wie Berlin, die allenfalls physisch aus >50 Städten und Gemeinden zusammengewachsen ist. Wer, um mal Klischees zu bedienen, sein ganzes Leben in Zehlendorf verbracht und dieses allenfalls für Lesungen am Ku'damm mal verlassen hat, kennt doch das Marzahner oder Köpenicker Lokalkolorit auch nicht.

Wenn allein der Geburtsort über die Eignung für ein politisches Amt entscheidet, hätten Ernst Reuter, Walter Momper, Willy Brandt, Louise Schroeder, Walther Schreiber, Otto Suhr, Klaus Schütz, Richard von Weizsäcker oder auch Tina Schwierzina niemals Berliner Bürgermeister werden dürfen.

Das soll im Umkehrschluss nicht heißen, dass ein anderswo Geborener automatisch besser geeignet für ein hohes Amt ist als eine "Einheimische". Geburtsort und Herkunft sind viel mehr völlig egal.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.21 12:32.