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Baron schrieb:
+ Wenn es nur um Verkehrsberuhigung ginge, wäre die Straßenbahn sicherlich das teuerste und ungeigneste Mittel, um die Blechlawinen zu bekämpfen. Der öffentliche Raum sollte gegebenenfalls für Fußgänger, den Fahrradverkehr (bzw. vor allem, um diesen vom Fußverkehr zu trennen), vor allem aber für mehr Aufenthaltsqualität und Grün umgestaltet werden. Wenn eine Tram Platz braucht, bitte schön, aber als Kampfobjekt für den Platz? Ich bitte dich...
Es geht doch nicht nur um Verkehrsberuhigung, sondern darum, dass die Verbesserung des ÖPNV (eben durch die Straßenbahn), eine Neugestaltung des Stadtraums, mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger in einem Abwasch. Und das ist eben beim Bau einer Straßenbahn wahrscheinlicher, wie das nächste Beispiel zeigt.

Offensichtlich muss ich meine Argumente weiter wiederholen, bis Du sie auch verstanden hast.

Zitat
+ Für UdL wird mW noch an einem Konzept gefeilt, ein Rückbau oder gar weitgehende Sperrung ist mW noch nicht vom Tisch, nur noch nicht spruchreif.
Wer's glaubt... man hatte ja gerade einmal 25 Jahre Vorlauf, so spontan wurde die U5 urplötzlich eröffnet. So, wie die B96A nach Eröffnung der A113 zurückgebaut wurde...

Zitat
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Doch. Man muss sie solange auspacken, bis wenigstens bei den vielen, vielen Machbarkeitsstudien eine gewisse Transparenz einzieht und die Annahmen, die den Fahrgastzahlschätzungen zugrundeliegen, veröffentlicht.

Zitat
Also auch meinerseits: keine Fetischisierung eines bestimmten Verkehrsmittels, bitte, bei aller Sympathie für da eine oder andere Vehikel.
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.04.21 17:18.

Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 18:04

Man def, Du hast ja heute einen schlechten Tag. So kurz vor dem Gewitter reagiert man gereizt, aber bitte, geh doch lieber eine Farbbombe auf eine SPD-Wahlveranstaltung werfen, als hier Leute zu beschimpfen, die doch in der Grundrichtung alle dasselbe wollen: Schluss mit dem bundesdeutschen verkehrspolitischen Weiterso.

Das mit UdL ist sicher keine Glanzleistung und ich will auch nicht unseren schnarchnasigen Senat und erst gar nicht seine Vorläuferversion verteidigen. Und erst recht nicht die durchschaubare rhetorische Begeisterung für U-Bahnen nach 5 Jahren in dieser Hinsicht untätiger Senatsverwaltung. Aber man sollte halt auch nicht immer gleich die Schere im Kopf ansetzen. Ich habe 8 Jahre in Istanbul gewohnt und dort hat man, zugegeben ziemlich von Null angefangen, in den letzten 20 Jahren ein beeindruckendes U-Bahnnetz aus dem Boden gestampft. Ähnlich in Sofia, Bukarest, Teheran... Und auch in anderen Städten, die wie Berlin nicht von Null anfangen mit U-Bahn, wie Paris, London, Wien gibt es Verlängerungen. Berlin hat zwar die S21 als faktische Untergrund- bzw. Hochbahn, aber über deren Baudynamik wollen wir hier höflich hinwegschauen.
Und wenn man die Tram nutzt, um gleich generell die Oberflächenverteilung neu zu definieren, bitte. Im Übrigen, schau mal in die Diskussion um die M10 nach Jungfernheide auf meinberlin, da sieht man, wie anschlussfähig diese Meinung mittlerweile ist. Die "Freie Fahrt für freie Bürger" ist dort deutlich in der Minderheit.
Und das mit der Charité-Story war eher in deinem Eigeninteresse gemeint, damit die Leute bei Deinen Posts nicht automatisch weg klicken.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 18:20

Baron schrieb:
Ich habe 8 Jahre in Istanbul gewohnt und dort hat man, zugegeben ziemlich von Null angefangen, in den letzten 20 Jahren ein beeindruckendes U-Bahnnetz aus dem Boden gestampft. Ähnlich in Sofia, Bukarest, Teheran... Und auch in anderen Städten, die wie Berlin nicht von Null anfangen mit U-Bahn, wie Paris, London, Wien gibt es Verlängerungen. Berlin hat zwar die S21 als faktische Untergrund- bzw. Hochbahn, aber über deren Baudynamik wollen wir hier höflich hinwegschauen.
Aber es geht doch darum, konkrete Probleme an konkreten Orten zu lösen, und nicht möglichst viele Schnellbahnen zu bauen. Genau das ist doch diese Fetischisierung eines Verkehrsmittels, die Du zurecht kritisiert: "Wir müssen Schnellbahnen bauen, weil andere Städte das auch tun!"

Und solche Vergleiche können doch nur schiefgehen: sie negieren, auf welchem Stand der Ausbau begonnen hat; sie negieren aber auch schlicht verschiedene Namen von Verkehrsträgern - die Berliner S-Bahn würde in London wahrscheinlich auch als "Underground" gelten (also von den Verkehrsaufgaben her). Und für die Berliner S-Bahn gibt es doch inzwischen Ausbau- und Erweiterungspläne, und zwar sehr wichtige - Spandauer Westen, S21 (inkl. Gleisdreieckanbindung!), Siemensbahn, und selbst die S75 zum Karower Kreuz geistert inzwischen wieder durch die Debatte. Aber hier geht nichts weiter - stattdessen diskutieren wir jede Woche über eine andere U-Bahn-Strecke; genau das ist es, was mich an der Lösungskompetenz (bzw. am -interesse) der SPD zweifeln lässt.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Baron

Datum: 29.04.21 18:46

Manchmal gibt es aber auch erstaunlich Parallelen. London hat in der Tat ein "Overground"-Netzwerk, das ähnlich wie die S-Bahn früher in Westberlin eher als Schmuddelkind behandelt wurde und nur in großen Intervallen fuhr, in den letzten Jahren aber weiterentwickelt und rebranded wurde. Und auch in Istanbul merkt man, dass es angesichts der Größe des Stadtgebietes nicht bei einer S-Bahn und zahlreichen U-Bahnen bleiben kann, sondern sowas wie eine zweite S- oder tendentiell Regionalexpresslinie her muss, auch wenn man mit "Hizray" einen Neologismus für das Vorhaben gebildet hat.

Freuen wir uns darauf, dass die SPD, wenn auch viel später, als sie es verdient hätte, voraussichtlich zur Zweiten Geige degradiert wird in der Koalition. Und beten wir darum, dass sie nicht als Trostpreis den Verkehrssenatorinnenposten bekommt... Auch wenn es durchaus besser ginge, als unter der Amtsinhaberin, das sinnlose Theater der letzten Wochen ließe in dem Fall nicht gut hoffen.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: 103612

Datum: 29.04.21 19:07

Ich halte die Achse Alex - Weißensee auch auf jeden Fall für straßenbahnwürdig.

Ich bin aber vom Grundsatz her der Meinung, dass man erstmal Achsen mit Schienen (egal ob unten oder oben) versorgen sollte, die bisher noch mit dem Bus bedient werden. Deswegen würde ich nicht als erstes an einen U-Bahn nach Weißensee denken.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 14:20.

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: nozomi07

Datum: 29.04.21 23:11

def schrieb:
Dass es im Berliner ÖPNV-Netz (auch im Schnellbahnnetz) jede Menge andere, viel dringendere Baustellen gibt, z.B. der seit Jahrzehnten in fünf Jahren stattfindende Ausbau der Kremmener Bahn oder die S-Bahn-Anbindung des Gleisdreiecks, während der ÖPNV in Weißensee ganz gut funktioniert.

Dass nach jahrzehntelangen Berliner Erfahrungen hinterher ein Kahlschlag im Oberflächennetz zu befürchten ist, während dem MIV exakt kein Platz weggenommen wird. Die letzte Glanzleistung in dieser Hinsicht war, dass einer der größten Krankenhausstandort der Stadt, gelegen mitten im Stadtzentrum, abends und am Wochenende nur noch alle 20 min ohne längeren Fußweg erreichbar ist, weil über einen Kilometer entfernt eine neue U-Bahnstrecke eröffnet wurde. Überflüssig zu erwähnen, dass bei der Straße Unter den Linden einfach der Ursprungszustand wieder hergestellt wurde und der MIV genauso viel Platz bekommt wie vorher.
Das sind aber alles keine Argumente gegen eine neue U-Bahn. Sondern Argumente für eine bessere Planung des Straßenraums.

Ich finde auch das Argument "anderes ist wichtiger" schwierig, da gehen ja die Meinungen gerne auseinander. Wie wichtig ist die Kremmener Bahn wirklich, da kann man streiten. In jedem Fall ist es gut, Planungen in der Schublade zu haben! Eine U-Bahnplanung braucht viel Vorlauf, da ist es nicht falsch jetzt anzufangen. Auch wenn erst mal andere Proojekte erledigt werden müssen.
def schrieb:
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.
"Die U-Bahn-Lobby", schon solche Begriffe sind mir zu ideologisch. Als ginge es hier um Konfessionen, und wer den falschen Gott huldigt ist ein Ketzer. Es ist 2021! Kommen wir denn nie über so ein Denken hinweg.

Es gibt verschiedene Verkehrsmittel, die verschiedene Bedüürfnisstufen ansprechen. Und da sucht man sich das Geeignete raus. Welches das ist, darüber kann man sachlich streiten. Nur, ein sachliches Argument gegen eine U-Bahn nach Weißensee sehe ich bislang nicht.

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: nozomi07

Datum: 29.04.21 23:21

Baron schrieb:
Manchmal gibt es aber auch erstaunlich Parallelen. London hat in der Tat ein "Overground"-Netzwerk, das ähnlich wie die S-Bahn früher in Westberlin eher als Schmuddelkind behandelt wurde und nur in großen Intervallen fuhr, in den letzten Jahren aber weiterentwickelt und rebranded wurde. Und auch in Istanbul merkt man, dass es angesichts der Größe des Stadtgebietes nicht bei einer S-Bahn und zahlreichen U-Bahnen bleiben kann, sondern sowas wie eine zweite S- oder tendentiell Regionalexpresslinie her muss, auch wenn man mit "Hizray" einen Neologismus für das Vorhaben gebildet hat.
Könntest du zu Hizray mal was ausführen (gerne im Auslandsforum)? Ohne Türkischkenntnisse wird man da nicht wirklich schlau draus. Danke schon mal!
nozomi07 schrieb:
def schrieb:
Aber genau das macht doch die U-Bahn-Lobby - sie lassen eine Strecke nach der anderen prüfen, um ihre U-Bahn zu bekommen, ignorieren aber die tatsächlichen Probleme. Und so werden Nord-Süd-S-Bahn und Kreuzberger Hochbahn weiterhin keinen Umsteigepunkt haben und die direkte Straßenbahnanbindung des nach Abfahrten pro Tag größten deutschen Bahnhofs ist auf den St. Nimmerleinstag verschoben, stattdessen diskutieren wir über die zehnte U-Bahn-Verlängerung in zwei Wochen.
"Die U-Bahn-Lobby", schon solche Begriffe sind mir zu ideologisch. Als ginge es hier um Konfessionen, und wer den falschen Gott huldigt ist ein Ketzer. Es ist 2021! Kommen wir denn nie über so ein Denken hinweg.
Hast Du auch dem Argument selbst auch etwas entgegenzusetzen oder fliehst Du lieber in Sprachkritik?

Zitat:
Es gibt verschiedene Verkehrsmittel, die verschiedene Bedüürfnisstufen ansprechen. Und da sucht man sich das Geeignete raus. Welches das ist, darüber kann man sachlich streiten. Nur, ein sachliches Argument gegen eine U-Bahn nach Weißensee sehe ich bislang nicht.
Für gewöhnlich sollten allerdings diejenigen, die einen neun- bis zehnstelligen Betrag investieren wollen, die Notwendigkeit dieser Investition belegen, oder? Also, was ist denn das sachliche Argument FÜR die U-Bahn nach Weißensee?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: [B] U-Bahn planen als Wahlkampfthema der SPD

geschrieben von: def

Datum: 29.04.21 23:45

nozomi07 schrieb:
Ich finde auch das Argument "anderes ist wichtiger" schwierig, da gehen ja die Meinungen gerne auseinander. Wie wichtig ist die Kremmener Bahn wirklich, da kann man streiten.

MIV-Anteil am Modal Split in Pankow: 19,4 % (und da sind auch Einfamilienhausgebiete mit äußerst bescheidener und z.T. de facto keiner ÖPNV-Anbindung enthalten, z.B. im Norden Blankenburgs)

MIV-Anteil am Modal Split in Reinickendorf: 35,6 %

(Quelle, jeweils S. 44)

Entscheide selbst, wo eine Verbesserung des ÖPNV vordringlicher ist - und ob Du einen 20-min-Takt auf einer Schnellbahn innerhalb einer Großstadt mit völlig verfallenen Bahnhöfen, einer mangelhaften Erschließung des Umfeldes (fehlender Bahnhof, fehlende Ausgänge an anderen Bahnhöfen) und mehreren hundert Metern Umsteigeweg zu einer anderen Schnellbahn für zeitgemäß und attraktiv hältst.

Die Kremmener Bahn ist übrigens neben dem Spindlersfelder Stummel die einzige S-Bahn-Strecke innerhalb Berlins, die noch nicht mal im Berufsverkehr häufiger als alle 20 min bedient wird. Abgesehen von den Bahnhöfen dieser Strecken sowie Rahnsdorf und Wilhelmshagen werden alle Bahnhöfe des Berliner S-Bahn-Netzes täglich und tagsüber mindestens alle 10 min bedient; meist ist dies sogar bis spät in die Nacht der Fall. Abgesehen von der konkreten Strecke geht es also auch noch um gewisse Angebotsstandards, die die Marke "S-Bahn" versprechen könnte.

Zitat
In jedem Fall ist es gut, Planungen in der Schublade zu haben! Eine U-Bahnplanung braucht viel Vorlauf, da ist es nicht falsch jetzt anzufangen. Auch wenn erst mal andere Projekte erledigt werden müssen.
Es mag ja toll sein, Planungen in der Schublade zu haben. Wenn man aber noch nicht mal aktuell anstehende Projekte geplant bekommt, nützen Projekte für die Schublade auch nichts. Dann haben wir in zehn Jahren 500 Projekte à eine Milliarde Euro in der Schublade, die paar hundert Meter Doppelgleis, um die 21 ans Ostkreuz anzubinden (sie also mit gegenüber der Bestandsstrecke gleichem Fahrzeugeinsatz wesentlich attraktiver zu gestalten), fehlen aber noch immer. Böse Zungen behaupten ja, genau das ist das Ziel von SPD und CDU.

Und Du machst mithin genau das, was Du ablehnst: Du verlangst, U-Bahnen zu planen, damit U-Bahnen geplant werden, obwohl Du doch angeblich für ein pragmatisches Vorgehen bist. Nur wäre der Inbegriff eines pragmatischen, ideologiefreien Vorgehens, zu schauen, auf welchen Relationen und in welchen Stadtteilen der ÖPNV besonders stark benachteiligt gegenüber dem MIV ist - und was man dagegen tun kann.

Meines Erachtens gehört Weißensee eben nicht dazu, und auch die Relation zwischen Weißensee und dem Zentrum nicht. Selbst wenn hier eine U-Bahn oder eine Kombination aus U- und Straßenbahn noch ein paar Fahrgäste gewinnen könnte, wäre das doch den Kosten für die Strecke gegenüberzustellen - und ob man mit eben diesen Kosten nicht anderswo viel mehr für den ÖPNV erreichen könnte, eben dort, wo er einen geringeren Anteil am Modal Split hat.

Das trifft gerade noch weiter außerhalb der Ringbahn zu. Hier hat der ÖPNV v.a. bei tangentialen Verbindungen deutliche Defizite - und hier würde z.B. die Kremmener Bahn "nebenbei" auch noch tangentiale Verkehrsströme im Norden Berlins bedienen, und die S75 zum Karower Kreuz die Fahrzeit zwischen dem Norden und Osten Berlins drastisch verkürzen - aktuell hat der ÖPNV hier bei Wahlfreien praktisch keine Chance. Noch etwas weiter südöstlich sind die Straßen zwischen Marzahn-Hellersdorf und dem Altbezirk Köpenick überfüllt - und alles, was der SPD einfällt, ist eine neue Schnellstraße zur Entlastung, während nebenan seit Jahrzehnten eine S-Bahn-Trasse vorbereitet ist, die nun ausgerechnet durch diese Schnellstraße z.T. in Beschlag genommen werden soll.

Das wären doch alles Dinge, wo man ansetzen könnte, und wo tatsächlich deutliche Defizite im ÖPNV-Netz behoben würden - und wo das parallele Straßennetz (noch) eher mäßig ist und der ÖPNV sogar Zeitvorteile gegenüber dem Auto bieten könnte. Stattdessen möchte die SPD ausgerechnet dort eine U-Bahn bauen, wo der ÖPNV ganz gut funktioniert und auch (durch längere Fahrzeuge) durchaus auch bei den Kapazitäten noch Luft nach oben hätte. Und für die S-Bahn entlang des östlichen BAR ist übrigens keine Machbarkeitsstudie angedacht...

Edit: Weitere heutige Buskorridore mit Defiziten hat Jay im folgenden Beitrag aufgelistet, ich stimme ihm zu.

(Wieder viele Edits, da die Gedanken nach und nach kamen.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 00:42.

Re: Tief Luft holen! Om....

geschrieben von: Jay

Datum: 30.04.21 00:23

103612 schrieb:
Ich halte die Achse Alex - Weißensee auch af jden Fall für straßenbahnwürdig.

Ich bin aber vom Grundsatz her der Meinung, dass man erstmal Achsen mit Schienen (egal ob unten oder oben) versorgen sollte, die bisher noch mit dem Bus bedient werden. Deswegen würde ich nicht als erstes an einen U-Bahn nach Weißensee denken.

Ich befürchte, auch nach über 5 Jahren fruchtet es nicht. Die überlasteten Buskorridore sind bekannt und die Forderung nach einer U-Bahn unter der Sonnenallee, Perleberger oder Streitstraße habe ich bisher nicht vernommen. Insofern scheint die Straßenbahn das sinnvolle Mittel der Wahl zu sein, um M41, M27 oder M36 zu entlasten. Die Forderung, erstmal diese Hausaufgaben zu machen, neben der Milliardeninvestition in die Grundinstandsetzung des vorhandenen U-Bahnnetzes und in die Beschaffung neuer Fahrzeuge, wird komischerweise aber immer als U-Bahn(denk)verbot diffamiert.

Ist schon kurios: Die SPD bricht den Koalitionsvertrag, der in der Tat ein Moratorium für Nebauten jenseits der noch immer nicht komplett fertiggestellten U5-Verlängerung enthält, indem sie Machbarkeitsstudien für bestimmte Projekte durchsetzt, deren Auswahl keinerlei Standards standhält und nun taucht sie vollends im Wahlkampf ab und spielt zusammen mit der CDU "Linieplus". Unterdessen hinken die Projekte, die man sich als Ziel gesetzt hatte, über Jahre hinter dem vereinbarten Zeitplan hinterher.

Und bezüglich der Linden: Gut 1 Jahr vor Fertigstellung der U5 fiel das Problem der Flächenverteilung auf. Es war klar: Wenn die BVG keinen anderweitigen Auftrag erhält, wird die Oberfläche wieder 1:1 hergestellt. Dass der Koalitionsvertrag autofreie Linden enthält - geschenkt. Dass man in einem Jahr keine Bordsteinkanten umplanen kann/will, lässt sich auch noch begrenzt nachvollziehen. Dass man es aber nicht mal schafft eine Markierung hinzubekommen, die dem von ebenjener Regierung verabschiedeten Mobilitätsgesetz entspricht, ist schlichtweg ein Armutszeugnis.
def schrieb:
Für gewöhnlich sollten allerdings diejenigen, die einen neun- bis zehnstelligen Betrag investieren wollen, die Notwendigkeit dieser Investition belegen, oder? Also, was ist denn das sachliche Argument FÜR die U-Bahn nach Weißensee?
Richtig - und genau deshalb untersucht man die Strecke näher. Wenn man dann auf ein unterirdisches NKU-Ergebnis käme, kann man immer noch die Konsequenzen draus ziehen. Aber jetzt mit religiösen Argumenten die Plaung abzulehnen, ohne ein einziges Gegenargument, dazu noch plumpes SPD-Bashing, damit überzeugst du niemanden.

Mir scheint eine U-Bahn dort zumindest sehr plausibel.

Re: Gääähn...

geschrieben von: flobo

Datum: 30.04.21 08:49

Baron schrieb:
Zitat:
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Nicht nur das: Sie unterschlägt vor allem auch jedes Mal, dass die Führung des TXL (als quasi U5-Vorlauf) über die Luisenstraße eine Umleitung war. Das Friedrich-List-Ufer ist bis heute nicht befahrbar, die Busse sollten aber nach Eröffnung der Straßenbahn alle gesammelt auf der Nordseite des Hauptbahnhofs verkehren.

ich hänge hier mal dran: U3-Verlängerung Mexico

geschrieben von: kabelschmidt

Datum: 30.04.21 09:04

Der heutige Tagesspiegel nennt für die Verlängerung der U-Bahn von Krumme Lanke bis Mexikoplatz eine Preisschätzung von knapp 50 Mio €. Dafür bekommt man in Neukölln/Treptow 250m Autobahn.

Gruß
kabelschmidt
nozomi07 schrieb:
Richtig - und genau deshalb untersucht man die Strecke näher. Wenn man dann auf ein unterirdisches NKU-Ergebnis käme, kann man immer noch die Konsequenzen draus ziehen. Aber jetzt mit religiösen Argumenten die Plaung abzulehnen, ohne ein einziges Gegenargument, dazu noch plumpes SPD-Bashing, damit überzeugst du niemanden.
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern? Ich habe mehrere Absätze mit Gegenargumenten geschrieben (beschränkte Planungskapazitäten in der Verwaltung, viel üblerer Modal Split in anderen Bezirken, an sich gut funktionierender ÖPNV im Bestand, nicht ansatzweise konkurrenzfähige ÖPNV-Fahrzeiten auf wichtigen Korridoren in anderen Teilen der Stadt etc.). Geh wenigstens darauf ein statt so zu tun, als gäbe es sie nicht.

Also ein weiterer Versuch: Stell Dir zwei Brandereignisse vor - einmal fällt eine Kerze auf einer schwer entzündlichen Oberfläche um, drumherum ist weit und breit nichts Brennbares; das andere Mal brennt eine Tankstelle. Wo würdest Du die Feuerwehr hinschicken? Ich würde sie zur Tankstelle schicken. Du meinst, man sollte erstmal Pläne für den Fall ausarbeiten, dass sich die schwer entflammbare Oberfläche aus dem ersten Fall doch zu einer gewaltigen Explosion entwickelt - nur für den Fall, dass der Katastrophenschutz mal vorbeikommt.

Zitat
Mir scheint eine U-Bahn dort zumindest sehr plausibel.
Also: wer die x-te U-Bahn-Untersuchung in kurzer Zeit ablehnt, muss das begründen - und wenn er das tut, ignorierst Du es, weil er eh ideologiegetrieben ist, religiöse Argumente vorbringt und eine Partei, die gerade eine extrem destruktive Rolle spielt, kritisiert. Umgedreht reicht es aber völlig aus, wenn es "plausibel" erscheint, warum auch immer. Wie viele Haltestellennamen der M4 in Weißensee würden Dir eigentlich aus dem Kopf einfallen, ohne auf den Plan zu schauen?

Vielleicht bin ich naiv, aber im Regelfall sollte eigentlich jemand, der für die Inspruchnahme öffentlicher Gelder ist (und sei es im ersten Schritt für eine Machbarkeitsstudie, auch die kostet Geld, auch die bindet Ressourcen), gute Gründe dafür finden - und nicht die Gegner:innen auffordern, Gegenargumente zu finden. Deine Argumentation für die Untersuchung beschränkt sich im Großen und Ganzen auf "Mir scheint das plausibel, und wenn ihr dagegen seid, seid ihr religiös verblendete Ideologen!!!1!"

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 10:30.

Re: Gääähn...

geschrieben von: def

Datum: 30.04.21 09:43

flobo schrieb:
Baron schrieb:
Zitat:
+ Wie haben Deine Charité-Geschichte nun schon das xte Mal hier gelesen. Ärgerlich wie die ist, brauch man die nun auch nicht jede Woche neu auszupacken.
Nicht nur das: Sie unterschlägt vor allem auch jedes Mal, dass die Führung des TXL (als quasi U5-Vorlauf) über die Luisenstraße eine Umleitung war. Das Friedrich-List-Ufer ist bis heute nicht befahrbar, die Busse sollten aber nach Eröffnung der Straßenbahn alle gesammelt auf der Nordseite des Hauptbahnhofs verkehren.
Damit unterschlägst Du allerdings auch, dass die Umleitung über die Luisenstraße m.E. zunächst ohne Halt an der Charité erfolgt - der dann allerdings eingefügt wurde, ironischerweise begründet mit einer verbesserten Anbindung der Charité. (Und wenn ich mich falsch erinnere und die Haltestelle gleich ab Beginn der Umleitung bedient wurde, zeigt das ja auch, dass die BVG ein gewisses Potential gesehen hat - der TXL war schließlich ein Expressbus und kein Stadtbus, der sowieso alle Haltestellen bedient hat.)

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 09:54.
def schrieb:
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern? Ich habe mehrere Absätze mit Gegenargumenten geschrieben (beschränkte Planungskapazitäten in der Verwaltung, viel üblerer Modal Split in anderen Bezirken, an sich gut funktionierender ÖPNV im Bestand, nicht ansatzweise konkurrenzfähige ÖPNV-Fahrzeiten auf wichtigen Korridoren in anderen Teilen der Stadt etc.). Geh wenigstens darauf ein statt so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Hier gehts um die U-Bahn nach Weißensee. Nicht um alle möglichen anderen Projekte. Auf Themaverfehlungen gehe ich natürlich nicht ein.

Wir könnten auch jegliche Trambahn-Planung in Berlin damit abwürgen, dass der Dorfbus in Kleinkleckersdorf sehr viel weniger Modal Split hat und somit mehr Verbesserungspotential.
Der User, der anderen ideologische Verbohrtheit vorwirft, aber nicht bereit ist, seine Meinung zu begründen, schrieb:
def schrieb:
Sag' mal, willst Du mich eigentlich veralbern?
[viel um den Kern kreisendes Blabla]
Ein "Ja" wäre kürzer und ehrlicher gewesen.



Zitat:
Hier gehts um die U-Bahn nach Weißensee. Nicht um alle möglichen anderen Projekte. Auf Themaverfehlungen gehe ich natürlich nicht ein.

Wir könnten auch jegliche Trambahn-Planung in Berlin damit abwürgen, dass der Dorfbus in Kleinkleckersdorf sehr viel weniger Modal Split hat und somit mehr Verbesserungspotential.
So kann man sich's natürlich auch bequem machen: die Anforderungen an Gegenargumente so hoch legen, dass sie quasi unerfüllbar sind (im Zweifelsfall die Gegenargumente zur "Themenverfehlung" erklären) und sich nebenbei weiterhin weigern, seine eigene Meinung zu begründen. Offensichtlich geht es Dir also nur darum, eine U-Bahn zu haben, womit Du mithin genau das tust, was Du anderen vorwirfst, Du handelst ideologisch - sonst wäre es doch ein leichtes, ein paar Pro-Argumente vorzubringen.

Von der Meta- zurück zur inhaltlichen Ebene: Mir wäre neu, dass die Berliner Verkehrsverwaltung für Dorfbusse in Kleinkleckersdorf zuständig ist. Dass die ganzen Machbarkeitsstudien für U-Bahn hingegen mit aktuell anstehenden, volkswirtschaftlich sinnvollen Verkehrsprojekten um Verwaltungsressourcen konkurrieren, ist Fakt, auch wenn Du es Dir als Münchener ohne jahrzehntelange Sparmaßnahmen in der Verwaltung vielleicht nicht vorstellen kannst.

Auch in anderer Hinsicht hinkt Deine Argumentation aus meiner Sicht: natürlich, man wird immer eine Stelle finden, in die man auch Ressourcen stecken könnte. Natürlich kann man darüber diskutieren, welches Problem eher einer Lösung bedarf als ein anderes. Aber in Weißensee sehe ich einfach kein Problem, das akut oder auch nur mittelfristig zu lösen wäre. Die M4 hat bei der Beförderungskapazität noch Luft nach oben, und eventuell mal in Blankenburg oder im Pankower Norden entstehende Wohngebiete können hervorragend über die Stettiner Bahn (in Verbindung mit der M2) erschlossen werden.

Nochmal, und ich bin mir sicher, dass Du es wieder ignorieren wirst: wer öffentliche Gelder für etwas fordert, sollte es begründen, nicht umgedreht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.04.21 14:14.
Die Arguemnete dafür und dagegen sind doch wenn man mal siene Brille abnimmt direkt auf der Hand liegend:

Pro
Erhöhung der Beförderungskapazitäten
Beschleunigung der Anbindung

Contra
Hohe Kosten
Bereits vorhandenes sehr gutes Tram-Angebot


Das kann man jetzt durch weitere Unterargumente noch ausdifferenzieren wenn man mag. Ändert aber nichts an den grundsätzlichen Fakten. Man kann auch einzelne Fakten unterschiedlich gewichten, ändert aber auch nichts an deren Vorhandensein.

Von Pankow braucht die U-Bahn 11 Minuten zum Alex. Von der Buschallee ist es ähnlich weit und dauert mit der Tram 19 Minuten. Ist einem das den Betrag von 1 Mrd (oder wie viel auch immer) Wert?
Danke für die Versachlichung. Ich bin der Meinung, dass die unbestreitbaren Vorteile der U-Bahn auf absehbare Zeit ihre Kosten nicht rechtfertigen:

- Der Fahrzeitvorteil wird kleiner, je näher man dem Zentrum kommt.

- Beförderungskapazität: die BVG beschafft 50-m-Bahnen - wenn die M4 so überlastet ist, wieso hat der SPD-geführte Senat keine 60-m-Bahnen bestellt? Die Haltestellen dafür sind vorhanden, ggf. müssten Betriebshöfe umgebaut werden (wobei die U10 ja auch Investitionen in Abstellanlagen und Werkstätten erforderte).

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
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