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Heute 16:50 auf ARTE und bis 4.7.2021 in der Arte Mediathek
Warum den Verkehr nicht einfach überfliegen? Seilbahnen könnten einen Teil des Stadtverkehrs in die Luft verlagern – lautlos, abgasfrei und bequem

In Wuppertal zumindest glaubten zu wenige Menschen, dass eine Seilbahn spürbare Verbesserungen bringen würde. Das Projekt „Seilbahn“ sollte die Straßen – zusätzlich zur Schwebebahn – entlasten. Doch es scheiterte am Widerstand der Initiative „Seilbahnfreies Wuppertal“. Was waren die Kritikpunkte?

http://www.abload.de/img/linie8nw3if1.jpg
Aus der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar
Veröffentlichungen und Forenbeiträge
Hallo,

wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.

Mal sehen wie lange es die Hersteller der Seilbahnen noch so bunt treiben. Denn in den Bergen braucht man sie für
den Skitouristmus mangels Schnee nicht mehr. Also ab in die Städte, die derzeit sowieso kein Geld dafür haben werden.

Die größten Kritikpunkte sind wohl, daß keiner so große Stützen vor der Haustüre und Seile über dem eigenen Haus haben will.
Und genau das müsste aber gemacht werden, um direkte Verbindungen zu bekommen. Ich wollte sowas auch nicht über meinem Grundstück haben!

Gruß

-OR




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.21 15:59.
Der Beitrag dürfte aus 2019 sein.

In Wiesbaden wird die Sau auch gerade durchs Dorf getrieben.
Tramateur schrieb:
In Wiesbaden wird die Sau auch gerade durchs Dorf getrieben.
Echt? Nach der gescheiterten City-Bahn wird jetzt anscheinend nach wirklich jedem Strohhalm gegriffen. Allerdings würde auch diese „Idee“ krachend an der NIMBY-Mauer zerschellen.
Früherwarallesbesser schrieb:
Tramateur schrieb:
In Wiesbaden wird die Sau auch gerade durchs Dorf getrieben.
Echt? Nach der gescheiterten City-Bahn wird jetzt anscheinend nach wirklich jedem Strohhalm gegriffen. Allerdings würde auch diese „Idee“ krachend an der NIMBY-Mauer zerschellen.
Man erhofft sich eine bessere Umsetzbarkeit, da der Vorschlag aus der Bürgerschaft kommt.

Hier der entsprechende Beitrag: [www.youtube.com]
Ober-Rodener schrieb:
wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.
Denkst du genauso auch über Straßenbahn-Hersteller?

Re: Stadt-Seilbahn als Alternative zum Straßenverkehr

geschrieben von: Allberto

Datum: 07.04.21 15:20

Tramateur schrieb:
Früherwarallesbesser schrieb:
Tramateur schrieb:
In Wiesbaden wird die Sau auch gerade durchs Dorf getrieben.
Echt? Nach der gescheiterten City-Bahn wird jetzt anscheinend nach wirklich jedem Strohhalm gegriffen. Allerdings würde auch diese „Idee“ krachend an der NIMBY-Mauer zerschellen.
Man erhofft sich eine bessere Umsetzbarkeit, da der Vorschlag aus der Bürgerschaft kommt.
Wie entfremdet von den Wählern ist die Politik eigentlich, wenn Vorschläge "aus der Bürgerschaft" (also von Interessengruppen oder Einzelpersonen ohne vorheriges offensichtliches politisches Engagement) für besser umsetzbar gehalten werden als "Vorschläge "aus der Politik" (also von Interessengruppen oder Einzelpersonen, die sich politisch engagieren)?


Ich denke, Seilbahnprojekte in Deutschland haben derzeit nur dann eine Chance, wenn sie durchgehend über Straßen verlaufen (oder über unbebautem Gelände in öffentlicher Hand). Dann könnte man den öffentlichen Verkehr aus dem Verkehrsraum des Individualverkehrs nehmen (wahlweise zugunsten von Fahrspuren, Parkplätzen, Radwegen oder breiteren Gehwegen) und Privatleute hätten wenig Möglichkeiten, einzugreifen. Die Baukosten einer Seilbahn liegen deutlich unter denen einer U-Bahn. Im Vergleich zu einer U-Bahn bieten die bestehenden und von den Seilbahn-Verkäufern angepriesenen Seilbahnsysteme allerdings eine deutlich geringere Beförderungskapazität.
Anwendungsfälle bräuchten also erstens eine hinreichend große Nachfrage, um den Bau einer Seilbahn gegenüber der verstärkten Nutzung der vorhandenen ÖPNV-Infrastruktur (Straße, Schiene) zu rechtfertigen und zweitens gleichzeitig eine hinreichend niedrige Nachfrage, damit die Beförderungskapazität der Seilbahn ausreicht. Dazwischen könnte es tatsächlich ein paar – wenn auch nur wenige – Anwendungsfälle geben.

Für die ÖPNV-Nutzer ist der längere Weg zu den Haltestellen (Treppen, Aufzüge, Rampen) ein Nachteil gegenüber ebenerdigem ÖPNV, bei dem die Zugangswege deutlich kürzer sind. Seilbahnen könnten zwar ebenfalls einen ebenerdigen Einstieg ermöglichen, doch verlören sie dann den Vorteil, im bestehenden Straßenraum Platz für andere Verkehrsteilnehmer zu schaffen.
nozomi07 schrieb:
Ober-Rodener schrieb:
wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.
Denkst du genauso auch über Straßenbahn-Hersteller?

Gegenfrage: Was hat das damit zu tun?
Es ist wie eine Seuche, daß seit einigen Monaten nahezu alle mittleren oder größeren Städte mit "Seilbahnaktionen"
in die Öffentlichkeit geraten. Wenn die Suche im Netz korrekt war, ist es derzeit Mülheim an der Ruhr, eine Stadt,
die nach weiteren Informationen im Netz, eigentlich pleite ist und sogar am liebsten die Straßenbahn abschaffen würden.

Warum sollten die also ein kostenintensives und wenig nützliches Seilbahnsystem mit Landschaftsverschandelung brauchen?

Gruß

-OR
Seilbahnen, das ist doch wieder ein solcher Schwachsinn als Massenverkehrsmittel für Großstädte. Neben U-Bahnen gibt es für die Lösung Verkehrsprobleme nur ein Transportmittel, und ist die Straßenbahn. Sie zu installieren setzt aber den Willen voraus, ihr den notwendigen Trassenraum zur Verfügung zu stellen. Und dafür muss ein Umdenken kommen mit Verkehrspolitik,die sich nicht von der Autolobby vorschreiben lassen, was sie unter Verkehrspolitik zu zu verstehen haben. Der motorisierte Individualverkehr muss eingeschränkt werden, mehrspurige Straßen Fahrstreifen zu Gunsten von Schienentrassen umgewidmet werden.
Ich weiß, dass man mich als realitätsfern beschimpfen wird, aber es gibt so viele Beispiele in der Welt die zeigen, dass das eine gute und auch praktikable Lösung ist, um die Städte wieder lebenswert zu gestalten und demAutowahnsinn Einhalt zu Gebieten.
[quote=Ober-Rodener schrieb:]
wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.

Moin,
die Leistungsfähigkeit ist ja unbestritten, aber eben als reine Punkt-zu-Punkt-Verbindung ohne jede Verteilfunktion - gut, um einen Point of Interest (Veranstaltungsort, Universität, etc.) mit einem Verkehrsknotenpunkt zu verbinden und auch um für andere Verkehrsmittel widrige Hindernisse zu überwinden, aber da waren dann auch schon die Vorteile. In Wuppertal hätte die Seilbahn wahrscheinlich sogar Nutzen gebracht, anders als andere Vorschläge, z.B. in Bochum Seilbahnkabinen als autonome Kleinbusse fahren zu lassen.

[quote=Ober-Rodener schrieb:]
Mal sehen wie lange es die Hersteller der Seilbahnen noch so bunt treiben. Denn in den Bergen braucht man sie für den Skitouristmus mangels Schnee nicht mehr.[/quote]
Dafür gibt es mittlerweile spezielle Matten :-) Einem ganzjährigen Skitourismus steht nichts mehr im Wege, auch ohne Schnee oder Schneekanonen - Mr. Snow aus Chemnitz hilft gerne weiter, und das ist sicher nicht einzige Produkt.

[quote=Ober-Rodener schrieb:]
Die größten Kritikpunkte sind wohl, daß keiner so große Stützen vor der Haustüre und Seile über dem eigenen Haus haben will.
[/quote]
Und nicht nur die Stützen selbst. Was ist, wenn an der Anlage gearbeitet werden muss? Man könnte Seilbahnen stattdessen entlang von Straßen bauen. Dann wäre auch der Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln unmittelbar gegeben.

Gruß,
Till

"Das ist unerhört! Das ist ein Skandal! Wenn man sich nicht mal mehr auf den Fahrplan der Staatsbahn verlassen kann, worauf dann?"

(Egon Olsen, Die Olsenbande stellt die Weichen)
Ober-Rodener schrieb:
nozomi07 schrieb:
Ober-Rodener schrieb:
wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.
Denkst du genauso auch über Straßenbahn-Hersteller?
Gegenfrage: Was hat das damit zu tun?
Es ist wie eine Seuche, daß seit einigen Monaten nahezu alle mittleren oder größeren Städte mit "Seilbahnaktionen"
in die Öffentlichkeit geraten. Wenn die Suche im Netz korrekt war, ist es derzeit Mülheim an der Ruhr, eine Stadt,
die nach weiteren Informationen im Netz, eigentlich pleite ist und sogar am liebsten die Straßenbahn abschaffen würden.
Die Straßenbahnindustrie will Straßenbahnen verkaufen.
Die Busindustrie will Busse verkaufen.
Die Seilbahnindustrie will Seilbahnen verkaufen.

Bei der Seilbahnindustrie empörst du dich urplötzlich darüber.

Als viele französische Städte in den 90ern begannen, über Trambahnen nachzudenken, hast du das auch "Seuche" genannt? Was ist falsch daran, über etwas nachzudenken?

Wären Sachargumente nicht sinnvoller?
esTranvia schrieb:
Seilbahnen, das ist doch wieder ein solcher Schwachsinn als Massenverkehrsmittel für Großstädte. Neben U-Bahnen gibt es für die Lösung Verkehrsprobleme nur ein Transportmittel, und ist die Straßenbahn.
Velleicht mal den Filmbeitrag anschauen? Da wird ja gezeigt, wo eine Seilbahn was kann was eine Straßenbahn nicht kann.

Warum willst du Denkverbote? Was "Schwachsinn" ist, weiß man erst wenn man es geprüft hat.
nozomi07 schrieb:
Wären Sachargumente nicht sinnvoller?

1. Teuer
2. geringe Fahrgastzahl pro "Transporteinheit"
3. Schwierig zu bauen bei Kreuzung privater Grundstücke.
4. Masten müssen sehr hoch sein, Genehmigungen schwierig, Masten brauchen recht viel Platz, ebenso die Stationen
5. Durchaus Wetter abhängiger als Busse oder Strab.
6. Nur als Punkt-zu-Punkt-Transportmittel sinnvoll (wie in Köln über den Rhein, Koblenz zur Burg Ehrenbreitstein etc.)
7. schwierig barrierefrei zu konstruieren

Reicht dir das? In Großstädten ist eine Seilbahn mitunter auch noch ein Hindernis beim Neubau von Gebäuden, Entwicklung
von Verkehrsflächen. Ich persönlich, wie auch viele andere Bürger, möchte keine Seilbahn über mein Grundstück haben.
Eine Seilbahn sollte nur dort eingesetzt werden, wo man z.B. nicht zu Fuß oder per Rad oder so leicht hinkommt.
Also über einen Fluß, einen Berg rauf etc... Als urbanes Verkehrsmittel in Europa, speziell Deutschland eher ungeeignet.
Auch wenn nun immer wieder die Südamerikanische Seilbahn als Beispiel herangezogen wird, hier ist eine andere Straßenstruktur
und Wohnkultur vorhanden. Denn Strab oder Busse können dort schlicht nicht fahren.
Dazu kommt, daß die Nutzung in ein vorhandenes Tarifsystem integriert werden muss, sonst wird kaum einer ein extra Ticket kaufen wollen.


Deine Argumentation in Richtung Frankreich und 90er ist übrigens wenig Ziel führend.
Ich bin schon sehr lange pro ÖPNV auf der Schiene bzw. Bus (wenn Strab einfach unrentabel oder technisch nicht möglich) eingestellt.
Und ich verstehe bis heute die Politiker nicht, die immer noch das Auto für jeden einzelnen Bürger als vorrangig betrachten, statt
endlich den ÖPNV deutlich besser auszubauen.

Gruß

-OR
Ober-Rodener schrieb:
nozomi07 schrieb:
Wären Sachargumente nicht sinnvoller?
1. Teuer
2. geringe Fahrgastzahl pro "Transporteinheit"
3. Schwierig zu bauen bei Kreuzung privater Grundstücke.
4. Masten müssen sehr hoch sein, Genehmigungen schwierig, Masten brauchen recht viel Platz, ebenso die Stationen
5. Durchaus Wetter abhängiger als Busse oder Strab.
6. Nur als Punkt-zu-Punkt-Transportmittel sinnvoll (wie in Köln über den Rhein, Koblenz zur Burg Ehrenbreitstein etc.)
7. schwierig barrierefrei zu konstruieren
Deine Verwschwörungstheorien von der pösen pösen Seilbahnindustrie (die doch glatt was verkaufen will, wie verwerflich) sind also nicht mehr dabei. Na geht doch.

Jetzt müsstest du nur noch verraten, auf welches konkrete Projekt sich deine "Argumente" beziehen. Die im Film gezeigte Anwendung in Brest kann ja nicht gemeint sein, da sprechen alle Punkte für die Seilbahn.

Tip des Tages sogar gratis!

geschrieben von: Ober-Rodener

Datum: 07.04.21 20:12

Tip:

[www.google.de]

Alles werde ich dir sicher nicht vorkauen.

Gruß

-OR
nozomi07 schrieb:
Zitat:
Ober-Rodener schrieb:
wenn man die Medien so verfolgt, scheint es da fleissige Vertriebler bei den/dem Hersteller dieser Seilbahnen zu geben,
denn kaum eine Stadt in Deutschland, die nicht schon damit belästigt wurde und dann sehr schnell feststellen musste,
daß es schlicht zu 99,9% einfach nicht durchführbar ist, irgendwas zu bauen.
Man sollte sich schon anschauen, welche Industrie seit Jahren fragwürdige Vorschläge macht, von denen nur sie profitieren würde und die nur allzu häufig zumindest den Nebeneffekt haben sollen, Straßenbahnstrecken zu verhindern. Und da steht die Seilbahnindustrie nun einmal ganz weit oben auf der imaginären Liste. Als nächstes kommt die Busindustrie samt ihren Propagandisten à la Deutsch und Hondius. Und diese Industrie war in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch durchaus erfolgreich (s. z.B. Amiens, Metz, Rouen, Utrecht, Zuidtangent (Amsterdam), Bern-Wankdorf II, Lausanne, Luzern, Aalborg, Stavanger) bei der Verhinderung von Straßenbahnprojekten. Die Straßenbahnindustrie wirbt hingegen kaum für sich, weil in den meisten Fällen die Argumente für ihr Produkt objektiv auf der Hand liegen.

nozomi07 schrieb:
Zitat:
Als viele französische Städte in den 90ern begannen, über Trambahnen nachzudenken, hast du das auch "Seuche" genannt?
Die Straßenbahnprojekte, die in Frankreich in den 1990er und 2000er Jahren verwirklicht wurden, waren durch die Bank sehr sinnvoll, was allein schon die Fahrgastzahlen belegen. In den letzten 10 Jahren ist die Sache weniger eindeutig geworden. Bis zur vorletzten Kommunalwahl konnte man tatsächlich bis zu einem gewissen Grad von einer "Seuche" sprechen, denn es kamen immer fragwürdigere Projekte auf - absoluter Höhepunkt für mich immer noch das Projekt zweier getrennter Überlandlinien im Raum Lens - , die meisten wurden dann aber gestoppt (Ausnahmen Aubagne und Avignon). Ob hier die Straßenbahnindustrie mitgemischt hat, kann ich nicht beurteilen. Ich erinnere mich nur an eine "Arbeitsgruppe", an der auch professionelle Berater beteiligt waren, die Straßenbahnprojekte durch kürzere Fahrzeuge (also in der 20 m-Kategorie) preisgünstiger machen wollte. (Was für mich eine absurde Idee ist, denn ohne eine gewisse Grundnachfrage wird ein Straßenbahnbetrieb m.A.n. wenig sinnvoll.) Ähnliche Tendenzen konnte man in Spanien beobachten (insbesondere die Fälle Vélez-Málaga und León).

nozomi07 schrieb:
Was ist falsch daran, über etwas nachzudenken?
Wären Sachargumente nicht sinnvoller?
Warum willst du Denkverbote? Was "Schwachsinn" ist, weiß man erst wenn man es geprüft hat.
Denkverbote wollen sicher die wenigsten. Es gibt aber Fälle, in denen schon eine oberflächliche Prüfung (anhand von Sachargumenten) genügt, um bestimmte Vorschläge als "Schwachsinn" beurteilen zu können und besser aus der Diskussion herauszunehmen. Das betrifft eben die meisten Seilbahnvorschläge der letzten Jahre. Aber m.A.n. ebenso fast alle Güterstraßenbahnvorschläge oder z.B. eine Neubaustrecke der Brandenburger Straßenbahn bis vor die Tore Plaues.
Bernhard Martin schrieb:
Man sollte sich schon anschauen, welche Industrie seit Jahren fragwürdige Vorschläge macht, von denen nur sie profitieren würde und die nur allzu häufig zumindest den Nebeneffekt haben sollen, Straßenbahnstrecken zu verhindern. Und da steht die Seilbahnindustrie nun einmal ganz weit oben auf der imaginären Liste. Als nächstes kommt die Busindustrie samt ihren Propagandisten à la Deutsch und Hondius. Und diese Industrie war in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja auch durchaus erfolgreich (s. z.B. Amiens, Metz, Rouen, Utrecht, Zuidtangent (Amsterdam), Bern-Wankdorf II, Lausanne, Luzern, Aalborg, Stavanger) bei der Verhinderung von Straßenbahnprojekten. Die Straßenbahnindustrie wirbt hingegen kaum für sich, weil in den meisten Fällen die Argumente für ihr Produkt objektiv auf der Hand liegen.
Jede Industrie verkauft ihr Produkt. Keine Ahnung, welchen Teufel du da an die Wand zu malen versuchst.


Bernhard Martin schrieb:
Die Straßenbahnprojekte, die in Frankreich in den 1990er und 2000er Jahren verwirklicht wurden, waren durch die Bank sehr sinnvoll, was allein schon die Fahrgastzahlen belegen.
...und Alstom hat überall profitiert und die Entwicklung vorangetrieben. Bei der Seilbahnindustrie ist das jetzt plötzlich ganz verwerflich?


Bernhard Martin schrieb:
Denkverbote wollen sicher die wenigsten. Es gibt aber Fälle, in denen schon eine oberflächliche Prüfung (anhand von Sachargumenten) genügt, um bestimmte Vorschläge als "Schwachsinn" beurteilen zu können und besser aus der Diskussion herauszunehmen. Das betrifft eben die meisten Seilbahnvorschläge der letzten Jahre. Aber m.A.n. ebenso fast alle Güterstraßenbahnvorschläge oder z.B. eine Neubaustrecke der Brandenburger Straßenbahn bis vor die Tore Plaues.
Exakt so wurde auch Jahrzehnte gegen die Straßenbahn argumentiert, man sehe ja auf einen Blick, dass das nichts tauge und zu teuer sei... Warum lernt man aus Fehlern nicht?

Mich wundert, mit welchem religiösen Eifer hier ein Kreuzzug gegen Seilbahnen geführt wird. Habt ihr Angst davor? Panik? Die sich nicht mal auf konkrete Projekte bezieht, also eine Generalpanik?

Ich finde es richtig, verschiedene Verkehrstechnolologien zu untersuchen und abzuwägen.
Ober-Rodener schrieb:
1. Teuer

Teuer? Im Vergleich zu was denn?

Ober-Rodener schrieb:

2. geringe Fahrgastzahl pro "Transporteinheit"

Das ist nur dann ein Problem wenn man auf ein selten verkehrendes Verkehrsmittel anschließt. Dort wo das nicht der Fall ist, sind 10 s Takte einfach geil. Und wenn es erforderlich ist, dann kann man (mit gewissen Einschränkungen) bis zu 200 Personen in eine Kabine bringen, so wenig ist das nicht.

Ober-Rodener schrieb:

3. Schwierig zu bauen bei Kreuzung privater Grundstücke.

Überhaupt nicht, die Problematik ist nicht technischer, sondern ausschließlich genehmigungstechnischer Natur. Es gibt halt hierzulande ein Akzeptanzproblem.

Ober-Rodener schrieb:

4. Masten müssen sehr hoch sein, Genehmigungen schwierig, Masten brauchen recht viel Platz, ebenso die Stationen

Definiere viel Platz. Bei den Stationen gehe ich mit, aber bei den Masten?

Ober-Rodener schrieb:

5. Durchaus Wetter abhängiger als Busse oder Strab.

Also wenn eine entsprechende Seilbahn bei über 100 km/h Seitenwind den Betrieb einstellt, dann Hast du mit Ästen auf der Straße auch bei Bussen und Straßenbahnen keine Freude mehr.

Ober-Rodener schrieb:

6. Nur als Punkt-zu-Punkt-Transportmittel sinnvoll (wie in Köln über den Rhein, Koblenz zur Burg Ehrenbreitstein etc.)

So ist es. Ich würde sagen man sollte maximal 5 Punkte mit einer Seilbahn verbinden, da drüber wird es problematisch. Aber das ist kein Argument gegen eine Seilbahn, wenn es für so eine Verbindung Bedarf gibt, dann passt es, wenn nicht, dann nicht. Man baut auch keine U-Bahn um irgendwelche Dörfer miteinander zu verbinden, dafür ist sie eben nciht geeignet.

Ober-Rodener schrieb:

7. schwierig barrierefrei zu konstruieren

Bist du schon mal Seilbahn gefahren? Macht gerade nicht den Eindruck.

Ober-Rodener schrieb:

Reicht dir das? In Großstädten ist eine Seilbahn mitunter auch noch ein Hindernis beim Neubau von Gebäuden, Entwicklung
von Verkehrsflächen. Ich persönlich, wie auch viele andere Bürger, möchte keine Seilbahn über mein Grundstück haben.
Eine Seilbahn sollte nur dort eingesetzt werden, wo man z.B. nicht zu Fuß oder per Rad oder so leicht hinkommt.
Also über einen Fluß, einen Berg rauf etc... Als urbanes Verkehrsmittel in Europa, speziell Deutschland eher ungeeignet.
Auch wenn nun immer wieder die Südamerikanische Seilbahn als Beispiel herangezogen wird, hier ist eine andere Straßenstruktur
und Wohnkultur vorhanden. Denn Strab oder Busse können dort schlicht nicht fahren.
Dazu kommt, daß die Nutzung in ein vorhandenes Tarifsystem integriert werden muss, sonst wird kaum einer ein extra Ticket kaufen wollen.

Und eine Straßenbahn ist kein Hindernis?

Ober-Rodener schrieb:

Deine Argumentation in Richtung Frankreich und 90er ist übrigens wenig Ziel führend.
Ich bin schon sehr lange pro ÖPNV auf der Schiene bzw. Bus (wenn Strab einfach unrentabel oder technisch nicht möglich) eingestellt.
Und ich verstehe bis heute die Politiker nicht, die immer noch das Auto für jeden einzelnen Bürger als vorrangig betrachten, statt
endlich den ÖPNV deutlich besser auszubauen.

Er zielte darauf ab, dass du der Seilbahnbranche vorwirfst, dass sie ihre Produkte verkaufen wollen, der Straßenbahnbranche aber nicht.