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Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: ingo st.

Datum: 23.02.21 11:54

Historisch hat man seit 1900 alle 30 Jahre das Gleisnetz aufgrund von Verschleiß, Wachstum und Krieg erneuert und ausgebaut.
Dann kam die U-Bahn, Rückbau und der Beton und Technik ist nach 40 Jahren ein Sanierungsfall.
Da Sanierungen 10-20 Jahre dauern, bräuchte man in der City ein Parallelnetz neu oberirdisch, um temporäre Röhrenstillegungen abfangen zu können.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Ruhri

Datum: 23.02.21 13:55

ingo st. schrieb:
Historisch hat man seit 1900 alle 30 Jahre das Gleisnetz aufgrund von Verschleiß, Wachstum und Krieg erneuert und ausgebaut.
Dann kam die U-Bahn, Rückbau und der Beton und Technik ist nach 40 Jahren ein Sanierungsfall.
Da Sanierungen 10-20 Jahre dauern, bräuchte man in der City ein Parallelnetz neu oberirdisch, um temporäre Röhrenstillegungen abfangen zu können.
Rückbau? Beton? Da wird doch nichts rückgebaut, und so kaputt ist der Beton nun auch wieder nicht. Die Technik ist freilich ein Problem, aber die Stellwerke stehen noch nicht einmal im Tunnel.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 23.02.21 13:57

Ruhri schrieb:
aber die Stellwerke stehen noch nicht einmal im Tunnel.
Bis auf eines schon.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Ruhri

Datum: 23.02.21 15:09

Christoph Zimmermann schrieb:
Bis auf eines schon.

Ach, doch? Dann hätte ich wohl formulieren sollen: Die Stellwerke müssen noch nicht einmal im Tunnel stehen.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Gernot

Datum: 23.02.21 15:59

Ruhri schrieb:
ingo st. schrieb:
Historisch hat man seit 1900 alle 30 Jahre das Gleisnetz aufgrund von Verschleiß, Wachstum und Krieg erneuert und ausgebaut.
Dann kam die U-Bahn, Rückbau und der Beton und Technik ist nach 40 Jahren ein Sanierungsfall.
Da Sanierungen 10-20 Jahre dauern, bräuchte man in der City ein Parallelnetz neu oberirdisch, um temporäre Röhrenstillegungen abfangen zu können.
Rückbau? Beton? Da wird doch nichts rückgebaut, und so kaputt ist der Beton nun auch wieder nicht. Die Technik ist freilich ein Problem, aber die Stellwerke stehen noch nicht einmal im Tunnel.
Irgendwie geistert hier im Forum die Mär rum, dass ein U-Bahntunnel nach 30 bis 40 Jahren für ein Schweinegeld quasi komplett neu gebaut werden müsse, weil dann alles marode ist: Tunnelwände, Gleisbett, Schienen, Signale, Oberleitung, Rolltreppen.... Komisch, dass das die U-Bahnen in Berlin, Paris oder London nicht betrifft. Und auch in Köln, wo viele Tunnelabschnitte inzwischen über 40 Jahre alt sind, habe ich bis jetzt noch nichts davon mitbekommen, dass ein Abschnitt über einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen wegen Grundsanierung gesperrt wurde.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: hubertat

Datum: 23.02.21 16:20

Gernot schrieb:
Irgendwie geistert hier im Forum die Mär rum, dass ein U-Bahntunnel nach 30 bis 40 Jahren für ein Schweinegeld quasi komplett neu gebaut werden müsse, weil dann alles marode ist: Tunnelwände, Gleisbett, Schienen, Signale, Oberleitung, Rolltreppen.... Komisch, dass das die U-Bahnen in Berlin, Paris oder London nicht betrifft. Und auch in Köln, wo viele Tunnelabschnitte inzwischen über 40 Jahre alt sind, habe ich bis jetzt noch nichts davon mitbekommen, dass ein Abschnitt über einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen wegen Grundsanierung gesperrt wurde.
Achso, und die laufenden Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten über den Zeitraum der Nutzung gibt es also nicht? Vielleicht wird der Tunnel nicht "real" neu gebaut, aber "faktisch" über die Dauer seiner Nutzung wohl schon. Und man braucht sich - gerade bei älteren Netzen - nur anschauen, wie lange in den genannten Städten oft Teilstrecken nicht zur Verfügung stehen. Auch in Wien waren zuletzt viele Abschnitte länger sanierungsbedingt geschlossen.

Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!

W.

Umwelt- und Verkehrsplanung

geschrieben von: 642 642-3

Datum: 23.02.21 16:37

120 001 schrieb:Zitat:
Die Stadtpanzerfahrer weinen schon, weil es sollen Fahrspuren und Parkplätze wegfallen. Das geht natürlich nicht. Erst muss man den ÖPNV ausbauen, dann erst.. aber erst dann kann man dem MIV etwas wegnehmen.
Hat man ja in Düsseldorf mit den Umweltspuren gesehen. Nun stehen die Busse dort halt wieder im Stau. Wer will dann mit sowas schon fahren...

Und warum haben wir die teuren Tunnel allenthalben? Na damit die Stadt autogerecht wird... so war doch der Traum der Automania..
Wenn man bedenkt, wie es am Esssener Hbf aussah mit all den Strassenbahnen... wo überhaupt im Ruhrgebiet alles Strassenbahnen fuhren..

Wenn die heute in modernerer Form immernoch fahren würden, hätten wir manche Probleme nicht...
Thema Umweltspur in Düsseldorf: die Spur in Pempelfort wurde selbst von den Busfahrern als schwachsinnig bezeichnet. Ständig gurkt man hinter einem Radfahrer hinterher, während linksseitig Autos vorbeirauschen. Überholen geht nicht, weil die verbleibene Spur mit mehr Autos zurecht kommen muss als wären das einfach zwei normale Spuren. Die A46/Südpark-Spur mag für den Busverkehr vielleicht eine gute Wirkung gehabt haben, geht aber nicht ans Problem: die Leute fahren ja nicht mit dem Auto nach Düsseldorf, weil der Takt in Düsseldorf so schlecht ist. Die kommen oftmals von zu Hause schon nicht gut weg. Wie Attraktiv ist der Takt in Düsseldorf, wenn in Haan, Hilden oder Wuppertal die Busse nicht so häufig fahren, Anschlüsse fehlen oder der ÖPNV mit viel mehr Zeitaufwand verbunden ist? Hier hat man stellenweise nachgebessert - das ist gut und notwendig, um die Leute zu überzeugen. Und das geht auch ohne "Umweltspur".

Thema Umweltspur in Essen: Die Grünen haben jetzt eine tolle Idee. Man will die Wuppertaler Straße (also von der A44 nach Essen rein) zur Umweltspur ausbauen, weil sich die Busse da stauen. Die Busse, die so wichtig sind. Also die Busse, die nur alle 20 Minuten fahren - am Wochenende sogar nur halbstündlich. Den 15er Takt am Sonntag hat man vor Jahren gestrichen. Die A44 kommt von Velbert (im weiteren Verlauf aus Heiligenhaus, Ratingen und bald durchgehend bis "zur Unendlichkeit und noch viel weiter") - eine Stadt, die mit den Linien 171 und 177 von Essen aus zwei gute Verbindungslinien verloren hat. Vielleicht weil ein Stundentakt für die 171 nicht attraktiv ist und man den Zwanzigertakt auf der 177 direkt zum anrufpflichten Taxibus umgestellt hat, was die Attraktivität massiv nach unten gezogen hat - weswegen selbst der Taxibus mittlerweile nicht mehr angeboten wird. Man könnte es sich jetzt einfach machen und sagen "Ja, das war am Ende die Stadt Velbert Schuld". Könnte man. Man könnte das Vorgehen aber zum Anlass nehmen eine rein stadtbezogene ÖPNV-Planung zu Gunster einer regionalen Planung umzustellen. Der SB19 von Heiligenhaus/Wuppertal über Velbert nach Essen kann nur bedingt ein gutes Angebot sein. Auch die teils parallel verkehrende 169 hat ihre Nachteile - gerade am Sonntag mit dem Halbstundentakt. Wer von der Velberter Innenstadt oder dem Industriegebiet erst nach Langenberg muss, um dort in die nur noch halbstündliche S9 umzusteigen (der RE49 hält ja wieder nicht überall) um in gewisse Essener Bezirke zu kommen... ja. Wie lange fährt der denn noch Bus und Bahn? Doch wohl nur solange wie es notwendig ist. In den Rathäusern endet die Welt an der Stadtgrenze - also braucht es auch keine Buslinien, die über diese virtuelle Grenze fahren. Das gibt es im Ruhrgebiet sehr oft: einfach ist zu Ende. Zwischen dem Mülheimer Uhlenhorst und der ersten Duisburger Haltestelle in Neudorf liegt gar nicht mal so viel Strecke, dennoch bricht die Bahn da im Wald ab wo keiner hinmöchte. Ob das jetzt ne Bahn oder ein Bus sein muss ist ja erst mal egal. Aber wer aus dem Mülheimer Westen fährt denn erst mit schlechten Takt zum Hauptbahnhof und steigt dann in die chronisch überlasteten Regionalzüge oder die langsame 901 nach Duisburg um, wenn er die Strecke im Auto innerhalb von 10 Minuten packt?

Thema ÖPNV ausbauen: man schafft es ja nicht mal in Essen seine zur Zeit vorhandenen Mittel gut einzusetzen. Vielerorts werden Anschlüsse im Halb- oder Stundentakt knapp nicht erreicht, "weils nicht anders geht". Natürlich ginge das an vielen Stellen anders. Aber dafür müsste man den Willen haben Verbesserungen zu prüfen und umzusetzen. Das ist in Essen nicht gewollt. Wenn ich mir anschaue, dass es in Düsseldorf, Wuppertal oder anderen Städten teilweise kurze Standzeiten gibt, um Anschlüsse herzustellen, muss ich mich fragen warum das hier nicht auch so funktioniert. Vielleicht, weil man keinen Bock hat? Vielleicht, weil das Gelaber aus dem Rathaus (egals obs Bürgermeister oder die "schlauen" Menschen aus dem Verkehrsderzernat sind) nichts wert ist - und man einen gewissen Reiz bekommt, wenn man Bilder dieser Köpfe bei gewissen Veröffentlichungen sieht, welche eine heile Verkehrswelt anpreisen?


Um das auf den Punk zu bringen: das hat erst mal nichts mit Autoliebe zu tun. Und die Bonzen, die was gegen ne Straßenbahn haben, wohnen sowieso irgendwo im Essener Süden wo der ÖPNV schon an sich schlecht genug ist. Nebenbei: in Bredeney (Villa Hügel und Gebr. Albrecht dürften genug über diesen Ort sagen) ist man froh über die Straßenbahn und findet Busse sogar zu laut. Die normalen Leute würden doch, wenn der ÖPNV geil, billig und bequem wäre, diesen auch benutzen. Objektiv und auf dem Papier ist Bus und Bahn bequem. Musst dich um nichts kümmern sondern zahlst einfach nur und setzt dich rein. Videos gucken, Musik hören, schlafen, was auch immer. Bus ist morgens warm wenn er bei dir ist, Bus wird aufgeräumt wenn du schläfst. Wenn du die Wirtschaft ankurbeln willst, kannste als Stadt alle 5 Jahre neue Busse ordern. Aber solange sich die Welt nur um die eigene Stadt dreht, und selbst dieses kleine Gebiet nicht ordentlich abgedeckt wird, brauchen wir uns in einer Metropolregion doch nicht wundern, wenn die Leute lieber Auto fahren.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Ruhri

Datum: 23.02.21 16:54

hubertat schrieb:
Achso, und die laufenden Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten über den Zeitraum der Nutzung gibt es also nicht? Vielleicht wird der Tunnel nicht "real" neu gebaut, aber "faktisch" über die Dauer seiner Nutzung wohl schon. Und man braucht sich - gerade bei älteren Netzen - nur anschauen, wie lange in den genannten Städten oft Teilstrecken nicht zur Verfügung stehen. Auch in Wien waren zuletzt viele Abschnitte länger sanierungsbedingt geschlossen.

Diese Kosten gibt es natürlich, aber die Erhaltung der reinen Bausubstanz ist da nicht der große Kostentreiber. Zudem sind die entsprechenden Arbeiten in de Regel schnell abgeschlossen. Der Austausch von Stellwerken ist dagegen eine große Sache.

Zitat:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!

W.

Sicher ist es das, aber das bedeutet natürlich nicht, die Tunnel wieder zuschütten zu wollen.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: 642 642-3

Datum: 23.02.21 16:57

hubertat schrieb:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!
Ich würde mir vor allem eine/mehr Straßenbahn in Fußgängerzonen wünschen. Gerade da ist eine Straßenbahn doch eigentlich recht attraktiv... wenn ich beispielsweise nach Amsterdam schaue. Du setzt dich rein und fährst direkt zu den Läden, Sehenswüdigkeiten... musst dich nicht über mehrere Ebenen aus dem Tunnel wuchten. Es braucht keine Rolltreppen oder Aufzüge. Und es gibt weniger "dunkle" Ecken für gewisse Gestalten. Dadurch verringern sich auch Reisezeiten für den Fahrgast, weil diese teils langen Wege in den Untergrund entfallen. Natürlich ist der Betrieb dann etwas aufwändiger, weil die Züge langsamer fahren müssen als sie es in einem Tunnel könnten. In Amsterdam ist das auch mit Engstellen verbunden, wo sich Züge nur an Haltestellen begegenen können. Aber - meiner Meinung nach - mit wesentlich besserer Reisekultur und Attraktivität.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: ingo st.

Datum: 23.02.21 17:11

Ruhri schrieb:
ingo st. schrieb:
Historisch hat man seit 1900 alle 30 Jahre das Gleisnetz aufgrund von Verschleiß, Wachstum und Krieg erneuert und ausgebaut.
Dann kam die U-Bahn, Rückbau und der Beton und Technik ist nach 40 Jahren ein Sanierungsfall.
Da Sanierungen 10-20 Jahre dauern, bräuchte man in der City ein Parallelnetz neu oberirdisch, um temporäre Röhrenstillegungen abfangen zu können.
Rückbau? Beton? Da wird doch nichts rückgebaut, und so kaputt ist der Beton nun auch wieder nicht. Die Technik ist freilich ein Problem, aber die Stellwerke stehen noch nicht einmal im Tunnel.
Rückbau der oberirdischen Straßenbahnstrecken; den Beton kann man natürlich sanieren. Die Technik ist technisch am Ende oder unmodern und Ersatzteilmangel.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Andre Joost

Datum: 23.02.21 17:12

Ruhri schrieb:
Durch eine Villengegend wird die Strecke meines Wissens nach nicht verlaufen, und gerade am Hauptbahnhof wirkt Essen natürlich sehr deutlich wie die Großstadt, die sie nun einmal ist.
Der große Vorteil ist, dass es hier kaum Anwohner entlang der Neubaustrecke gibt. Also nix mit Wertvelust des Grundstücks wegen Dieselbahn hinterm Gartenzaun wie andernorts gerne genommen wird.

Straßenbahn durch die Fußgängerzone ist Schwachsinn, weil das die Bahn extrem ausbremst, und soo breit ist die Kettwiger nun auch nicht. Von der Limbecker Straße ganz zu schweigen.

Ich würde mir ja eine neue Straßenbahn von Kray über Hbf nach Haarzopf wünschen. Da gibt es reichlich Potential in den Außenästen, und das Argument des überlasteten Tunnels zählt ja zukünftig nicht mehr. Nur blöd, dass man nicht am Limbecker Platz vorbei kommt.

Gruß,
Andre Joost

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: mannibreuckmann

Datum: 23.02.21 18:08

Es wäre doch grundsätzlich gar kein Problem, z.B. die 109 über Limbecker Platz und HBF zu führen. Würde den Tunnel weiter entlasten.

Was Kray betrifft: Klar, total sinnvoll, die Strecke wiederherzustellen. Aber die vielen Gegenargumente, die hier ja schon häufig genannt wurden (Mittelstreifen nur mit Akku nutzbar wegen Rettungshubschrauber vs Oberleitung, Platz wird für Autobahnausbau benötigt, Krayer Einzelhändler wollen die Bahn nicht) macht mit wenig Hoffnung.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Gernot

Datum: 23.02.21 18:18

642 642-3 schrieb:
hubertat schrieb:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!
Ich würde mir vor allem eine/mehr Straßenbahn in Fußgängerzonen wünschen. Gerade da ist eine Straßenbahn doch eigentlich recht attraktiv... wenn ich beispielsweise nach Amsterdam schaue. Du setzt dich rein und fährst direkt zu den Läden, Sehenswüdigkeiten... musst dich nicht über mehrere Ebenen aus dem Tunnel wuchten. Es braucht keine Rolltreppen oder Aufzüge. Und es gibt weniger "dunkle" Ecken für gewisse Gestalten. Dadurch verringern sich auch Reisezeiten für den Fahrgast, weil diese teils langen Wege in den Untergrund entfallen. Natürlich ist der Betrieb dann etwas aufwändiger, weil die Züge langsamer fahren müssen als sie es in einem Tunnel könnten. In Amsterdam ist das auch mit Engstellen verbunden, wo sich Züge nur an Haltestellen begegenen können. Aber - meiner Meinung nach - mit wesentlich besserer Reisekultur und Attraktivität.
Für den Touristen sicherlich. Aber ob das der alltägliche Pendler auch so sieht?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 18:19.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: 642 642-3

Datum: 23.02.21 18:46

Gernot schrieb:
642 642-3 schrieb:
hubertat schrieb:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!
Ich würde mir vor allem eine/mehr Straßenbahn in Fußgängerzonen wünschen. Gerade da ist eine Straßenbahn doch eigentlich recht attraktiv... wenn ich beispielsweise nach Amsterdam schaue. Du setzt dich rein und fährst direkt zu den Läden, Sehenswüdigkeiten... musst dich nicht über mehrere Ebenen aus dem Tunnel wuchten. Es braucht keine Rolltreppen oder Aufzüge. Und es gibt weniger "dunkle" Ecken für gewisse Gestalten. Dadurch verringern sich auch Reisezeiten für den Fahrgast, weil diese teils langen Wege in den Untergrund entfallen. Natürlich ist der Betrieb dann etwas aufwändiger, weil die Züge langsamer fahren müssen als sie es in einem Tunnel könnten. In Amsterdam ist das auch mit Engstellen verbunden, wo sich Züge nur an Haltestellen begegenen können. Aber - meiner Meinung nach - mit wesentlich besserer Reisekultur und Attraktivität.
Für den Touristen sicherlich. Aber ob das der alltägliche Pendler auch so sieht?
Wenn sich an der Reisekette sonst nichts großartig an den Zeiten ändert... und wie gesagt, man kann damit ja durchaus auch Zeit sparen, weil man nicht mehrere Etagen wechseln muss. Wer am Hauptbahnhof zwischen Bus und Bahn umsteigen möchte, könnte das wesentlich schneller und auch zielgerichteter. Denn die Bushaltestellen sind durch Absperrungen und Straßen teilweise nicht direkt erreichbar und die Wege durch die untere Passage entsprechend lang. Eine Straßenbahnhaltestelle in Höhe der Post würde eine solche Problematik lösen. Nicht umsonst baut man moderne Busbahnhöfe ja so, dass die Umsteigewege sehr kurz sind. In Steele z.B. hält die Bahn in der Mitte auf einem Stumpfgleis und um dieses herum sind die Busbuchten angeordnet. Das Umsteigen funktioniert demtsprechend schnell. Zudem könnten Anschlüsse so überhaupt erst ermöglicht werden, weil der Fahrer den Anschluss ankommen sieht - bei Tunneln ist das eben nicht der Fall.

Ich will nicht bestreiten, dass eine Bahn durch die Fußgängerzone auch Nachteile hat. Einige werden bestimmt damit argumentieren, dass das viel zu gefährlich sei. Aber sie bietet eben einen gewissen Komfort in vielerlei Hinsicht und (gute Planung vorausgesetzt) wäre es zumindest eine Möglichkeit, die Innenstädte und den ÖPNV an sich wieder etwas attraktiver zu machen und aufzuwerten. . Auch wenn man die unterirdischen Haltestellen zum Teil bereits neu gestaltet hat... unter der Erde zu sein ist für einige Menschen kein schönes Gefühl und es zieht, je nach Stadtteil, auch ein gewisses Publikum an. Dazu - wie bereits gesagt - der Vorzug auf gewisse Maßnahmen verzichten zu können, die ins Geld gehen. Also Aufzüge, Fahrtreppen etc. Zudem zeigen Störungen an Stellwerken regelmäßig wie toll es sein kann, nicht oder nur bedingt darauf angewiesen sein zu müssen.

Ich hatte Amsterdam bereits angesprochen, auch in Freiburg finde ich das an sich gut. Alleine schon die direkte Umsteigemöglichkeit von den einzelnen Bahnsteigen am Hauptbahnhof zur Straßenbahnhaltestelle mit sehr kurzen Wegen... und dann direkt, nach zwei oder drei Stationen direkt an zentralen Punkten zu sein, ohne mehrfach großartig die Ebenen wechseln zu müssen. Das sind für mich auch Vorteile für den "normalen" Nutzer: schnelle und einfache Umsteigewege, welche auch dazu beitragen können Reisezeiten zu verkürzen. Schaut man sich beispielsweise die Umsteigevorgänge in Bochum am Hauptbahnhof an... gruselig. Ausgeschildert ist es, aber vieles eben auch über zwanzig Ecken, Teilebenen und so verflochten, dass man bei jedem Besuch nachdenken muss, was man da überhaupt macht. Aber ich verstehe halt auch nicht, weshalb man bei einem Verknüpfungspunkt von drei Verkehrsmitteln (Eisenbahn oben, Bus mitte, Bahn unten) auch unbedingt drei "Ebenen" für den Umstieg benötigt. Klar, jedes Verkehrsmittel benötigt seinen Platz. Aber wenn man sich am Essener Hauptbahnhof den Busbahnhof ansieht, fragt man sich, wie man nachts teilweise in 5 Minuten die Straßenseite wechseln soll um den Anschluss zu kriegen, weil dazwischen eine Straße samt Absperrung im Wege ist. Hält der Bus in der Mitte, muss man also lange zur Ampel laufen, die Phasen abwarten, teilweise benötigt es sogar mehrere Phase, und dann ist der Bus weg... Mit etwas besserer Verkehrsplanung, ohne dem Auto Fläche nehmen zu müssen, ginge das mit Sicherheit. Das würde dann sogar vielleicht sogar der Verkehrssicherheit dienen, da Autos durch andere Straßenverläufe langsamer fahren müssen. Aber gut... die Studierten in den entsprechenden Bereichen wissen was sie tun, deswegen läuft es für alle Verkehrsmittel (ÖPNV, Auto, Fahrrad, Fußgänger) in diesem Land wie am Schnürchen.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: ingo st.

Datum: 23.02.21 18:53

Fußgängerzonen sollten wegen des Online-Handel froh sein, sich und ihre Ware den Straßenbahnfahrgästen präsentieren zu können. Wenn ich drunter her fahre, aus den Augen aus dem Sinn.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Andre Joost

Datum: 23.02.21 19:13

mannibreuckmann schrieb:
Es wäre doch grundsätzlich gar kein Problem, z.B. die 109 über Limbecker Platz und HBF zu führen. Würde den Tunnel weiter entlasten.

Was Kray betrifft: Klar, total sinnvoll, die Strecke wiederherzustellen. Aber die vielen Gegenargumente, die hier ja schon häufig genannt wurden (Mittelstreifen nur mit Akku nutzbar wegen Rettungshubschrauber vs Oberleitung, Platz wird für Autobahnausbau benötigt, Krayer Einzelhändler wollen die Bahn nicht) macht mit wenig Hoffnung.
Machen wir halt nen Deckel drauf, was macht der Rettungshubschrauber dann?
Was im Westen der Stadt geht, sollte im Osten auch gehen. Und durch Kray muß man ja nicht so fahren, wie bis in die 80er. Man kann an der Sparkasse "unten" bleiben, und erst danach bis zur Rodenseelbrücke nach oben steigen, weiter auf nem Deckel bis zum Volksgarten. So erschließt man den Krayer Osten besser als mit den beiden Buslinien, und mit dem Deckel wird es auch ruhiger für die Anwohner. Geht alles, wenn man nur will.

Gruß,
Andre Joost

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: hubertat

Datum: 23.02.21 19:48

mannibreuckmann schrieb:
Was Kray betrifft: Klar, total sinnvoll, die Strecke wiederherzustellen. Aber die vielen Gegenargumente, die hier ja schon häufig genannt wurden (Mittelstreifen nur mit Akku nutzbar wegen Rettungshubschrauber vs Oberleitung, Platz wird für Autobahnausbau benötigt, Krayer Einzelhändler wollen die Bahn nicht) macht mit wenig Hoffnung.
Sind aber letztlich alles keine stichhaltigen Argumente (sondern eher Meinungen oder Ansichten), die Autobahnplanungen des Landes sind sowieso abstrus - die A52-Verlängerung nach Norden ist ja Gottseidank jetzt wohl endlich vom Tisch, dafür sollen dann einstens eine dreispurige A40 und eine durchgehend dreispurige A52 am Konten Essen Ost vereinigt werden - das kann nicht gut gehen und so kommt vielleicht die A52 nach Norden doch noch über die Hintertüre. Das kann ja wohl nicht ernsthaft das Ziel sein. Wenn man die Klimaziele ernst nähme, würde man da nur max. punktuell was tun (v. a. Lärmschutz, Einhausungen o. ä.), aber den Platz für den ÖV braucht man dafür nicht, ganz im Gegenteil.

Wenn der Akku oder Unterleitung o. ä. die technische Lösung für das rechtliche Problem ist (sofern es überhaupt besteht), dann wird es kein Aufhebens sein, weil es anderswo durchaus schon praktikabel funktioniert.

Dass Einzelhändler Investitionen für die Allgemeinheit zumeist ablehnen ist nichts Neues und ist wenig bis gar nicht mit Argument zu belegen. Aber wer halt laut schreit ...

Kurzum: verkehrlich wäre die Rückkehr der Tram nach Kray höchst notwendig, würde den Ortsteil massiv aufwerten, vom Busverkehr befreien und hätte auf jeden Fall Potential auch über Kray hinaus geführt zu werden.

Gernot schrieb:
Zitat:
642 642-3 schrieb:
hubertat schrieb:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt, hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!
Für den Touristen sicherlich. Aber ob das der alltägliche Pendler auch so sieht?
Warum für den alltäglichen Pendler nicht, geht ja anderswo auch unproblematisch, man darf "oben" bleiben, kann Schaufenster gucken, hat vielleicht seine Haltestelle dann fußläufiger zu seiner Arbeitsstelle als den Ubahnhof. Sehe da jetzt nicht so ein großes Problem. Üblicherweise sorgt die oberirdische Führung für eine deutliche Belebung der Innenstädte. Und kann man es sich hierzulande halt nicht mehr vorstellen, weil es halt seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr üblich ist (Ausnahme im Osten und Einzelfälle).

Ich sehe das eigentlich nur positiv.

W.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 19:53.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 24.02.21 01:11

hubertat schrieb:
Jedenfalls ist das eine sehr gute Entscheidung, dass die Straßenbahn orderirdisch wieder ins Essener Zentrum zurückkommt
Kommt sie nicht wirklich, sondern schrammt am südlichen Innenstadtrand entlang.

hubertat schrieb:
Zitat:
hoffentlich sind weitere Streckenausbauten dann die Folge davon!
Da kannst Du in Essen sehr lange hoffen bzw. getroffen bezweifeln, dass sinnvolle Strecken gebaut werden: Möglicherweise wird die westliche Verlängerung der Citytangente gebaut. Aber doch v.a., um möglichen Investoren am Beitz-Boulevard zu gefallen. Ob die dortigen hochfliegenden Pläne jemals Wirklichkeit werden, muss sich zeigen. Angesichts der vielen negativen Erfahrungen anderswo im Ruhrgebiet, halte ich Skepsis für angebracht. Entlang des 2014er Neubaustrecke hat sich bislang jedenfalls rein gar nichts getan. Vielleicht lässt sich die Verlängerung der SL 105 zum CentrO wiederbeleben. Der Essener Streckenanteil wäre aber sehr kurz. Vielleicht fahren irgendwann wieder Straßenbahnen nach Bottrop. Aber auch da geht es auf beiden Seiten der Stadtgrenze primär um Stadtentwicklungsgebiete. Die Anbindung bestehender Siedlungsschwerpunkte an die Straßenbahn steht in Essen hingegen überhaupt nicht zur Debatte. Das Thema Kray ist wieder einmal mausetot, da der Ruhrbahn-Vorstand an der Fiktion festhält, der von seinem Vorgänger eingeführte Spurbus sei doch eigentlich supertoll und viel günstiger als eine Straßenbahn, und die Kommunalpolitiker brav seinen Vorschlägen folgen...

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 24.02.21 01:18

Die Überschrift ist doch mal wieder ein Beispiel für Propaganda seitens Stadt und Verkehrsbetrieb: Essen bekommt eben keine "City-Bahn", sondern eine "City-Tangente". Die Neubaustrecke führt am südlichsten Innenstadtrand vorbei. Die eigentliche Innenstadt sieht auch weiterhin keinen oberirdischen ÖPNV, sondern nur Busverkehr am Rande und mehr oder weniger peripher platzierte U-Bahnhöfe. Das ursprüngliche Projekt sah ab Hauptbahnhof eine Streckenführung durch die ÖPNV-seitig besonders benachteiligte südwestliche Innenstadt vor und hätte wohlwollend als "City-Bahn" bezeichnet werden können. Dieses Projekt ist aber seit dem Sieg der CDU bei der Kommunalwahl von 1999 und ihrer Fundamentalopposition in dieser Sache mausetot.

Re: Essen bekommt neue "City-Bahn"

geschrieben von: Ruhri

Datum: 24.02.21 08:49

ingo st. schrieb:
Rückbau der oberirdischen Straßenbahnstrecken; den Beton kann man natürlich sanieren. Die Technik ist technisch am Ende oder unmodern und Ersatzteilmangel.

Zum einen sind das alte Kamellen, denn der Bau eines Tunnels inklusive Aufgabe einer oberirdischen Bestandstrecke stehen aktuell überhaupt nicht zur Debatte. Zum anderen fallen aber bei einer Stilllegung keine großen Kosten an. Man konnte das doch zuletzt beobachten! Wird eine Strecke stillgelegt, rückt ein Bautrupp an und nimmt die Oberleitung ab. Das Gleis bleibt in der Regel jahre- oder sogar jahrzehntelang liegen und wird dann irgendwann im Rahmen einer ganz anderen Baumaßnahme mit entfernt.
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