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Aus einer Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für Die Linke) ergibt sich die Entwicklung der Fahrgastzahlen der BVG im Jahr 2020.

Zur Aussagekraft dieser Zahlen teilt die BVG mit:

„Die Zählungen der Fahrgäste werden mit einem Automatischen Fahrgastzählsystem (AFZS) durchgeführt, mit dem ein Teil der Fahrzeugflotte ausgerüstet ist. Um einen Überblick über die Auslastung der Fahrzeuge zu bekommen, werden die Fahrzeuge mit Zähleinrichtungen möglichst flächendeckend eingesetzt.
Dies ermöglicht jedoch keine linienscharfe Darstellung der Auslastung. Auswertungen erfolgen seit Beginn der Pandemie auf Basis von Rohdaten, u. a., um Auswertungen schneller generieren zu können. Eine Hochrechnung der Zähldaten ist dadurch auf vielen Linien nicht möglich."


Für 2020 werden 728,5 Mio. Fahrgäste (Vorjahr 1.125,5 Mio.) angegeben. Der Rückgang um 35,3% ist wohl der schwerste Einbruch seit 1945. Ein Vergleich mit der Berliner "S-Bahnzahl" ist noch nicht möglich, deren Zahl kommt später.

Für die Betriebsteile meldet die BVG folgende Zahlen:
U-Bahn: 371,9 Mio. (Vorjahr 596 Mio., - 37,6%)
Tram: 138,7 Mio. (208 Mio., - 33,3%)
Bus: 307,4 Mio. (465 Mio., - 33,9%)

Quartalsbezogen sah es insgesamt so aus:
I/2020: 247,6 Mio.
II/2020: 121,8 Mio.
III/2020: 187,2 Mio.
iV/2020: 171,9 Mio.
Se. 2020: 728,5 Mio.

Während die Betriebsteilsbeförderungszahlen im 2. Quartal wohl - der Gesamtentwicklung entsprechend - um jeweils etwa 51% vermindert wurden, wurden ab dem 3. Quartal 2020 deutlich unterscheidbare Zahlen zwischen U-Bahn, Tram und Bus gemeldet: Im dritten Quartal eine im Vergleich zu Tram und Bus weniger positive Entwicklung bei der U-Bahn, im vierten Quartal dann eine deutlich stabilere Entwicklung im "Hoch- und Untergrundbereich".

Anscheinend werden die BVG-Zahlen seit dem 3. Quartal 2020 belastbarer, eine gute Nachricht für "Zahlenfreunde" wie mich. Hoffen wir auf ein besseres Jahr 2021, auch für die BVG.

Hier noch ein Link zur Schriftlichen Anfrage:
[pardok.parlament-berlin.de]


Einen schönen Sonntag wünscht Euch
Marienfelde

OT: AFZS

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 21.02.21 10:01

Huhu.


Marienfelde schrieb:
Zur Aussagekraft dieser Zahlen teilt die BVG mit:

„Die Zählungen der Fahrgäste werden mit einem Automatischen Fahrgastzählsystem (AFZS) durchgeführt, mit dem ein Teil der Fahrzeugflotte ausgerüstet ist. Um einen Überblick über die Auslastung der Fahrzeuge zu bekommen, werden die Fahrzeuge mit Zähleinrichtungen möglichst flächendeckend eingesetzt.
Dies ermöglicht jedoch keine linienscharfe Darstellung der Auslastung. Auswertungen erfolgen seit Beginn der Pandemie auf Basis von Rohdaten, u. a., um Auswertungen schneller generieren zu können. Eine Hochrechnung der Zähldaten ist dadurch auf vielen Linien nicht möglich."
Wenn ich das schon wieder lese ...

Sollen sie die guten bewährten Fahrgastzähler einsetzen in wissenschaftlich erprobter Stichprobe - dann hat das alles auch einen Sinn ...

Mir gefällt aber die Beitragsüberschrift: "im ersten Jahr der Pandemie". Wieviele werden da noch folgen? ;-)

Schöne Grüße von jörg

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Tw15

Datum: 21.02.21 10:47

Moin,
mich interessiert die "wissenschaftlich erprobte Stichprobe".
Gibt es dazu eine Methode, die von einem Institut vorgegeben und welcher Institution (Ministerium, Verkehrsunternehmen, Stadt) zertifiziert wird?

AFZ-Systeme sind bei städtischen VU durchaus häufig im Einsatz.
Und hier scheinen sie doch den Zweck zu erfüllen.
Oder wie soll ein(?) Erheber in der HVZ die Ein- und Aussteiger der U9 am Bahnhof Zooligischer Garten erfassen?
Da stellt sich die Frage warum der Rückgang bei der U-Bahn stärker ist als bei Bus und Tram. Gibt es dafür eine Erklärung? Haben die Leute Angst vor dunklen U-Bahnschächten weil da die ganzen Viren hausen?

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Philippj_YD

Datum: 21.02.21 11:28

Tw15 schrieb:
Oder wie soll ein(?) Erheber in der HVZ die Ein- und Aussteiger der U9 am Bahnhof Zooligischer Garten erfassen?
Nicht einer, sondern einer pro Tür. Das dann auch noch flächendeckend umgesetzt. Gab es doch angeblich früher auch schonmal, Motto: Arbeit für Alle!

Ist halt vermutlich wesentlich teurer, als leicht falsche Linienauslastungen, aber dafür altbewährt. *SCNR*

OT: AFZS

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 21.02.21 13:05

Huhu.

Zitat
mich interessiert die "wissenschaftlich erprobte Stichprobe". Gibt es dazu eine Methode, die von einem Institut vorgegeben und welcher Institution (Ministerium, Verkehrsunternehmen, Stadt) zertifiziert wird?
Davon bin ich überzeugt. Ich kann dir allerdings kein Aktenzeichen nennen.

Nur zählen ist ja noch einfach. 3 Züge morgens, 3 Vormittags, 3 mittags, 3 nachmittags, 3 abends, 3 nachts. Immer dieselben. Einmal Mo. Einmal Di-Do. Einmal Fr. Einmal Sa. Einmal So. Das 3x im Quartal. Und jedes Quartal im Jahr. Jahrelang. Fertig.

Für die Ergebnisse von Befragungen verlinkte mal wer zu einer wissenschaftlichen Abhandlung. Z.B. in Bezug auf die Gewichtung. Fahrgäste, die nur kurz fahren und bspw erst am letzten Halt vorm Ziel einsteigen, werden unterdurchschnittlich häufig befragt. Weil die Zeit fehlt. Sowas muss man dann berücksichtigen.

Zitat
AFZ-Systeme sind bei städtischen VU durchaus häufig im Einsatz.Und hier scheinen sie doch den Zweck zu erfüllen.
Wohl mehr schlecht als recht. Es gibt jedenfalls m.W. öfters eine Art Kalibrierungszählungen, wo die Ergebnisse von Mensch und AFZS verglichen werden.

Sinn ergeben AFZS dann auch nur, wenn alle Fahrzeuge die haben oder die ausgerüsteten Fahrzeuge dann auch immer auf denselben Kursen verkehren. Heute Umlauf 2 zählen, morgen Umlauf 4 und nächste Woche Umlauf 3 und 6 und dann mal wieder 2, ist wenig ergiebig.

Zitat
Oder wie soll ein(?) Erheber in der HVZ die Ein- und Aussteiger der U9 am Bahnhof Zoologischer Garten erfassen?
Wieso einer? Und wenn, dann nur Aus- ODER Einsteiger. Nach dem Fahrgastwechsel wird dann die Besetzung gezählt. Der fehlende Wert errechnet sich dann. Ein großer Vorteil. Das AFZS muss an der Tür beides auseinander halten können. Der Mensch kann die Zeit zwischen den Haltestellen nutzen.

Im Ruhrgebiet den RRX zählen wir derzeit z.B. mit bis zu 7 Zählern für eine Einheit.

Und bei kombinierten Zählungen und Befragungen ist ein Erheber pro Wagen durchaus üblich. 7 Dosto = 7 Erheber.


Schöne Grüße von jörg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 13:10.

Kosten ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 21.02.21 13:32

Huhu.

Philippj_YD schrieb:
Tw15 schrieb:
Oder wie soll ein(?) Erheber in der HVZ die Ein- und Aussteiger der U9 am Bahnhof Zooligischer Garten erfassen?
Nicht einer, sondern einer pro Tür. Das dann auch noch flächendeckend umgesetzt. Gab es doch angeblich früher auch schonmal, Motto: Arbeit für Alle!

Ist halt vermutlich wesentlich teurer, als leicht falsche Linienauslastungen, aber dafür altbewährt. *SCNR*
Eben. Wie immer alles eine Frage des Preises.

Da geht's dann los. Qualität kostet. Aber man muss ja sparen. Also darf jeder ran, der Lust hat. Kurze Videoschulung und etwas Papier, wo es auch noch mal drauf steht und dann los. Der eine ist dann mehr motiviert, der andere weniger.

Und besonders schön für Befragungen, wenn die Schulung ähnlich ist wie oben beschrieben. 3 Stunden - und du kennst das Tarifsystem im deutschen ÖPNV/SPFV ... Klar, dass da die ersten Erhebungen nicht ergiebig oder abenteuerlich sind. Oder beides.

Das schönste Erlebnis: Fragt mich der Neue, wo er RAIL&FLY findet in der Smartphonesoftware. Ich zeige es ihm, er schiebt ab wieder zum Kunden, kommt dann wieder und fragt, ob alles stimmt. Zielbahnhof: Palma de Mallorca ... Hatte auch mal was ... Fluchthafen Hannover wäre richtig gewesen ...

Strukturen professionalisieren, eine anerkannte Tätigkeit draus machen, gut ausgebildetes ausgewähltes Personal, Fluktuation vermeiden - dann kommt auch Zählbares (sic!) bei raus ... ;-). Kostet aber.


Schöne Grüße von jörg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 13:33.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Inox

Datum: 21.02.21 13:35

Tw15 schrieb:
AFZ-Systeme sind bei städtischen VU durchaus häufig im Einsatz.
Und hier scheinen sie doch den Zweck zu erfüllen.
Der Fahrer des Nachtbusses den ich manchmal nutze, hat dafür einen Stock mit einer Holzplatte dran. Ab und zu hält er an, macht die Tür auf, wedelt mit dieser Vorrichtung unter dem Fahrgastzählapperat und fährt dann weiter. Hatte ihn mal daraufhin angesprochen, er möchte nicht das der Nachtbus gestrichen wird, denn er würde den so gerne fahren. Es sei ihm gegönnt ;)
Allerdings war ich bislang auch immer der einzige Fahrgast.

Salut,
Inox

Re: [B] Fahrgastzahlen der BVG im ersten Jahr der Pandemie

geschrieben von: AAW

Datum: 21.02.21 14:06

Markus Heesch schrieb:
Da stellt sich die Frage warum der Rückgang bei der U-Bahn stärker ist als bei Bus und Tram. Gibt es dafür eine Erklärung? Haben die Leute Angst vor dunklen U-Bahnschächten weil da die ganzen Viren hausen?
Vmtl. weil bei der U-Bahn normalerweise der Anteil an beförderten (und letztes Jahr ausgebliebenen) Touristen höher ist.

Gruß

.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 16:25

Zitat
Wohl mehr schlecht als recht. Es gibt jedenfalls m.W. öfters eine Art Kalibrierungszählungen, wo die Ergebnisse von Mensch und AFZS verglichen werden

Dem möchte ich widersprechen angesichts der immer höheren Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Natürlich muss sich trotzdem jemand im Verkehrsunternehmen darum kümmern, dann bleiben Fehler auch nicht unerkannt.
Ja, solche Kalibrierungszählungen gibt es, sie sind bei uns im Verkehrsverbund auch vorgeschrieben.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 16:28

Zitat
Sinn ergeben AFZS dann auch nur, wenn alle Fahrzeuge die haben oder die ausgerüsteten Fahrzeuge dann auch immer auf denselben Kursen verkehren. Heute Umlauf 2 zählen, morgen Umlauf 4 und nächste Woche Umlauf 3 und 6 und dann mal wieder 2, ist wenig ergiebig.

Das sehe ich nicht so. Wir haben mit dem "wenig ergiebigen" Verfahren in Form einer Messfahrtenplanung nach dem Zufallsverfahren über Jahre einen umfangreichen Datenbestand über alle Fahrplanfahrten gewonnen. Allerdings hat sich der Ausstattungsumfang an Zählfahrzeugen zuletzt so erhöht, dass es bis zur Vollausstattung nicht mehr weit ist.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 16:33.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 16:41

Zitat
Oder wie soll ein(?) Erheber in der HVZ die Ein- und Aussteiger der U9 am Bahnhof Zooligischer Garten erfassen?

Ich halte eine flächendeckende manuelle Zählung im großstädtischen ÖPNV in der gleichen Datenmenge wie bei der automatischen Zählung für nicht realisierbar. Wir können nicht täglich mehrere Tausend Fahrten durch Personal zählen lassen.

Manuelle Zählungen können in bestimmten Situationen aber eine nützliche Ergänzung sein.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 16:43

Zitat
Der Fahrer des Nachtbusses den ich manchmal nutze, hat dafür einen Stock mit einer Holzplatte dran. Ab und zu hält er an, macht die Tür auf, wedelt mit dieser Vorrichtung unter dem Fahrgastzählapperat und fährt dann weiter. Hatte ihn mal daraufhin angesprochen, er möchte nicht das der Nachtbus gestrichen wird, denn er würde den so gerne fahren. Es sei ihm gegönnt ;)

Das mit dem Stock funktioniert doch nicht. Ein guter Sensor erkennt das.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 16:53

Moin, die VDV-Schrift 457 ist das wichtigste Dokument für diese Fragestellung.


Zitat
Moin,
mich interessiert die "wissenschaftlich erprobte Stichprobe".
Gibt es dazu eine Methode, die von einem Institut vorgegeben und welcher Institution (Ministerium, Verkehrsunternehmen, Stadt) zertifiziert wird?

Den prozentualen Rückgang hatten wir 2020 in fast der gleichen Größenordnung an Rhein und Neckar auch, so ähnlich wird es sicher vielerorts ausgegangen sein.

Zitat
Für 2020 werden 728,5 Mio. Fahrgäste (Vorjahr 1.125,5 Mio.) angegeben. Der Rückgang um 35,3%




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 17:09.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: KVV323

Datum: 21.02.21 17:12

erbsenzähler89 schrieb:
Zitat
Der Fahrer des Nachtbusses den ich manchmal nutze, hat dafür einen Stock mit einer Holzplatte dran. Ab und zu hält er an, macht die Tür auf, wedelt mit dieser Vorrichtung unter dem Fahrgastzählapperat und fährt dann weiter. Hatte ihn mal daraufhin angesprochen, er möchte nicht das der Nachtbus gestrichen wird, denn er würde den so gerne fahren. Es sei ihm gegönnt ;)

Das mit dem Stock funktioniert doch nicht. Ein guter Sensor erkennt das.
Ein wirklich leidenschaftlicher Busfahrer sollte ohnehin dann gelegentlich aufstehen, einmal aussteigen und wieder rein. Das kommt auch nicht komischer, als mit einem Stock den Sensor zu penetrieren.. ;-)

Klingt gut!

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 21.02.21 18:59

Huhu.

erbsenzähler89 schrieb:
Zitat
Wohl mehr schlecht als recht. Es gibt jedenfalls m.W. öfters eine Art Kalibrierungszählungen, wo die Ergebnisse von Mensch und AFZS verglichen werden

Dem möchte ich widersprechen angesichts der immer höheren Genauigkeit und Zuverlässigkeit.
Ui. Wenn's so ist, dann: schön!

Als einer der wohl wenigen Erheber finde ich reine Zählfahrten ziemlich langweilig. Zwischen den Halten eben einmal durchgehen und dann wieder rumsitzen bis zum nächsten Halt - einerseits ist das zwar schön verdientes Geld; aber auch sterbenslangweilig. Die Zeit geht nicht rum und vom ewigen Wechsel rumsitzen und durchlaufen ist man total kaputt. Ich mache da lieber Befragungfahrten. Quasseln ist ja kein Problem bei mir ... ;-). Da kann man kontinuierlich durcharbeiten, die Zeit vergeht wie im Flug. Mit 99,862854 % der Fahrgäste gibt's auch überhaupt keine Probleme. Und man hört hier und da interessante Geschichten; lernt vieles kennen und wird dann auch mal klüger durch manche Info.

Insofern können reine Zählfahrten ruhig entfallen weitestgehend. Befragungsfahrten wird es ja weiterhin geben. Ich sag Skeptikern immer: solange, bis wir alle einen Chip im Kopf haben, der unseren Standort 24/7 erfasst. Und alles, was wir machen, auch. Dann und auch erst dann sind die Befragungen überflüssig. Hehe, wenn ich das manchmal den wenigen Moserköppen auf dem Zug erzähle, die mich wegen meiner Interviewbitte blöde anpampen - da ist dann schnell Ruhe; scheint eine unbehagliche Vorstellung zu sein ... ;-)


Schöne Grüße von jörg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 18:59.

Re: Klingt gut!

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 19:30

Hallo Jörg,

das sehe ich auf absehbare Zeit genauso. Für wesentliche Merkmale zur Reisekette und zum Reisezweck sehe ich keine überzeugenden Alternativen zu einer persönlichen Erfassung im Fahrzeug.


Zitat
Befragungsfahrten wird es ja weiterhin geben.

Re: Klingt gut!

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 21.02.21 19:32

Das kann ich mir sehr gut vorstellen und daran habe ich keinerlei Zweifel. Du hast offensichtlich eine zu Dir passende Tätigkeit gewählt .;-)

Zitat
Quasseln ist ja kein Problem bei mir ... ;-)

Re: OT: AFZS

geschrieben von: wiesentäler

Datum: 21.02.21 20:50

Hallo

Das "wenig ergiebige Verfahren" ist ja genau die Bedingung für eine gute Hochrechnung.
Je nachdem, wie heterogen der Fahrzeugeinsatz und wie kurz die auszuwertende Periode sein soll, reicht ein Ausrüstungsgrad von 20-50% der Flotte.

Manuelle Handzählungen erreichen niemals nötige Menge für eine qualitativ gute Hochrechnung. Ausnahmen sind eher kleine Busse mit wenig Fahrgästen, die vom Fahrer gezählt werden. Aber die Zählqualität ist auch nicht berauschend.

Viele Grüsse vom Wiesentäler

Bitte immer in Fahrtrichtung pfeifen
AAW schrieb:
Markus Heesch schrieb:
Da stellt sich die Frage warum der Rückgang bei der U-Bahn stärker ist als bei Bus und Tram. Gibt es dafür eine Erklärung? Haben die Leute Angst vor dunklen U-Bahnschächten weil da die ganzen Viren hausen?
Vmtl. weil bei der U-Bahn normalerweise der Anteil an beförderten (und letztes Jahr ausgebliebenen) Touristen höher ist.

Gruß
Ja, die Pandemie selbst mag zu unterschiedlichen Entwicklungen der Betriebsbereiche führen.

Ich stelle aber einmal eine andere Behauptung in den Raum: Die von der BVG vor der Pandemie verbreiteten Zahlen waren nicht ganz richtig. Durch den auf falsche Ausgangszahlen zurückzuführenden "Basiseffekt" scheint der Einbruch bei der U-Bahn größer gewesen zu sein, als im Oberflächenverkehr.

Ich versuche, diese These am Beispiel der "neuen", Mitte Dezember 2014 teilweise (mit der M 10) und im August 2015 voll eröffneten Hauptbahnhofstrecke der Berliner Straßenbahn zu verdeutlichen: Nach einiger Zeit wurde über bis zu 40.000 Fahrgäste auf dieser Strecke berichtet. Auf ein Jahr bezogen, ergäbe sich daraus eine jährliche Fahrgastzahl von vielleicht 12 Mio. (deutlicher Abschlag für schwächere Sommer- und Sonntage) - bei einer Gesamtfahrgastzahl um die 200 Mio. bei der Berliner Tram (vor der Pandemie).

Der daraus resultierende Fahrgastaufwuchs bei der Straßenbahn hat sich in den Zahlen der BVG seit 2014 niemals niedergeschlagen, sondern es wurde immer nur die Entwicklung der Gesamtfahrgastzahl auf die Bereiche heruntergebrochen ("alles" nahm z.B. um 3,49% zu - Entschuldigung, es gab natürlich Rundungsdifferenzen). Jetzt kommt der Schlaumeier und sagt: Es gab fast gar keinen Fahrgastzuwachs bei der Tram durch diese Strecke, sondern die Tramfahrgäste sind einfach nur einen Kilometer weiter zum Hauptbahnhof gefahren!

Dann müßte die durchschnittliche Reiseweite der Berliner Straßenbahnfahrgäste aber auf rund 3,15 Kilometer gewachsen sein - sie wird aber seit einer ganzen Reihe von Jahren unverändert mit etwa 3,09 Kilometern angegeben. Glaubt man den Zahlen der BVG vollständig, wurde die Straßenbahn z.B. im Jahr 2019 statistisch gesehen leerer, während U-Bahn und Busse immer voller wurden - so wird jeder Tramausbau zum statistischen Flop.

Eine andere Möglichkeit wäre eine schlechtere Entwicklung der Tramfahrgastzahlen im übrigen Netz, was von der BVG aber niemals behauptet wurde (eher im Gegenteil). Kurz: Die BVG-Zahlen bis einschließlich II/2020 stimmten sowieso nicht ganz, und ab III/2020 werden sie belastbarer.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.21 07:32.
Für 2015 war von 187 Millionen Fahrgästen die Rede, für 2019 von 208 Millionen Fahrgästen bei der Straßenbahn. Das ist doch ein ordentlicher Zuwachs.

Zitat
Der daraus resultierende Fahrgastaufwuchs bei der Straßenbahn hat sich in den Zahlen der BVG seit 2014 niemals niedergeschlagen,

erbsenzähler89 schrieb:
Für 2015 war von 187 Millionen Fahrgästen die Rede, für 2019 von 208 Millionen Fahrgästen bei der Straßenbahn. Das ist doch ein ordentlicher Zuwachs.

Zitat
Der daraus resultierende Fahrgastaufwuchs bei der Straßenbahn hat sich in den Zahlen der BVG seit 2014 niemals niedergeschlagen,

Ja eben. Ein ordentlicher Zuwachs bei der Tram um 11,17% (von 187,1 auf 208 Mio.), während die Gesamtfahrgastzahl der BVG von 1.010,3 Mio. um 11,40% auf 1.125,5 Mio. zunahm. Die U-Bahn legte um 11,51% zu (von 534,5 auf 596 Mio.), Bus und Schiff um 11,35% (von 418,5 auf 466 Mio.).

Auf eine Nachfrage vor einigen Jahren hat mir die BVG eine (vorsichtig formuliert) gewisse Schwäche ihrer Zahlenwerke auch bestätigt. Allerdings bin ich der BVG schon sehr verbunden, lege mir also eine gewisse Zurückhaltung in der Weiterverbreitung solcher Informationen auf.
Marienfelde schrieb:
Auf eine Nachfrage vor einigen Jahren hat mir die BVG eine (vorsichtig formuliert) gewisse Schwäche ihrer Zahlenwerke auch bestätigt.
Es gibt also keine unabhängigen Zahlen zur Entwicklung der BVG?

Re: [B] Fahrgastzahlen der BVG im ersten Jahr der Pandemie

geschrieben von: Nemo

Datum: 22.02.21 11:12

Markus Heesch schrieb:
Marienfelde schrieb:
Auf eine Nachfrage vor einigen Jahren hat mir die BVG eine (vorsichtig formuliert) gewisse Schwäche ihrer Zahlenwerke auch bestätigt.
Es gibt also keine unabhängigen Zahlen zur Entwicklung der BVG?
Die gibt es bei keinem Verkehrsunternehmen.

---
Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn.

Re: Klingt gut!

geschrieben von: sepruecom

Datum: 22.02.21 11:50

bahnratefuchs schrieb:
Ich sag Skeptikern immer: solange, bis wir alle einen Chip im Kopf haben, der unseren Standort 24/7 erfasst.
Die Leute halten diesen Chip in der Hand, nennt sich Smartphone...

Gruss, sepruecom

Aus einem sozialistischen System ein kapitalistisches zu machen, ist, wie aus einem Omelett ein intaktes Ei zu machen (Unbekannter Verfasser)

Der gescheiterte US-Präsidentschaftskandidat John McCain zu seiner Nachtruhe: Seit seiner Niederlage schlafe er wie ein Baby: "Zwei Stunden schlafen, aufwachen und heulen, zwei Stunden schlafen". Quelle
Jetzt verstehe ich, worauf Du hinaus willst. Du nimmst an, dass bisher alle Fahrten der BVG in einen Topf geworfen wurden und das Gesamtergebnis pauschal auf alle Betriebsbereiche nach einem konstanten Schlüssel verteilt wurde.
Wenn dem tatsächlich so wäre, dann verursacht das bei mir großes Stirnrunzeln. Und nein: "Normal" ist so ein Vorgehen anderswo nicht.

Zitat
Ein ordentlicher Zuwachs bei der Tram um 11,17% (von 187,1 auf 208 Mio.), während die Gesamtfahrgastzahl der BVG von 1.010,3 Mio. um 11,40% auf 1.125,5 Mio. zunahm. Die U-Bahn legte um 11,51% zu (von 534,5 auf 596 Mio.), Bus und Schiff um 11,35% (von 418,5 auf 466 Mio.).




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.21 13:07.

Pandemiejahre

geschrieben von: bahamas

Datum: 22.02.21 23:06

bahnratefuchs schrieb:
Mir gefällt aber die Beitragsüberschrift: "im ersten Jahr der Pandemie". Wieviele werden da noch folgen? ;-)

49 - 99 wäre im Bereich des üblichen...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.21 23:06.
erbsenzähler89 schrieb:
Jetzt verstehe ich, worauf Du hinaus willst. Du nimmst an, dass bisher alle Fahrten der BVG in einen Topf geworfen wurden und das Gesamtergebnis pauschal auf alle Betriebsbereiche nach einem konstanten Schlüssel verteilt wurde.
Wenn dem tatsächlich so wäre, dann verursacht das bei mir großes Stirnrunzeln. Und nein: "Normal" ist so ein Vorgehen anderswo nicht.

Zitat
Ein ordentlicher Zuwachs bei der Tram um 11,17% (von 187,1 auf 208 Mio.), während die Gesamtfahrgastzahl der BVG von 1.010,3 Mio. um 11,40% auf 1.125,5 Mio. zunahm. Die U-Bahn legte um 11,51% zu (von 534,5 auf 596 Mio.), Bus und Schiff um 11,35% (von 418,5 auf 466 Mio.).

Ja, der nonchalante Umgang der BVG mit ihren Zahlen hat mich zeitweise auch sehr geärgert. Wenn - selbstverständlich rein zufällig - immer der kleinste Betriebsteil (Tram), dessen Ausbau auf der politischen Agenda steht, um einige Promille schlechter abschneidet, als die anderen Bereiche, wirken diese Zahlen auf den unbefangenen Betrachter "gestaltet".

Der Steuerbeamte in mir sagt: Diese Zahlen können nicht stimmen, jedenfalls nicht ganz. Klar: Alle diese Zahlen sind sowieso nur hochgerechnet, aber immerhin mit der Umsatzentwicklung abgeglichen.
Das klingt gar nicht gut, wenn ich das Stichwort "Umsatzentwicklung" in Zusammenhang mit einer Fahrgastzahl lese. Dann scheinen die Angaben aus früheren Geschäftsberichten also aus den Vertriebsdaten abgeleitet worden zu sein.
Das kann man als kleines regionales Unternehmen natürlich machen, wenn man sonst keine Informationen hat. Aber als BVG?



Zitat
Alle diese Zahlen sind sowieso nur hochgerechnet, aber immerhin mit der Umsatzentwicklung abgeglichen.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 23.02.21 13:05

KVV323 schrieb:
erbsenzähler89 schrieb:
Das mit dem Stock funktioniert doch nicht. Ein guter Sensor erkennt das.
Ein wirklich leidenschaftlicher Busfahrer sollte ohnehin dann gelegentlich aufstehen, einmal aussteigen und wieder rein. Das kommt auch nicht komischer, als mit einem Stock den Sensor zu penetrieren.. ;-)
Ein wirklich leidenschaftlicher Busfahrer macht seinen Job so, dass die Fahrgäste gerne mit ihm fahren. Durch fragwürdige Methoden Auslastung zu suggerieren, damit die knappen Mittel für das Befördern von heißer Luft verwendet werden, hat nichts mit Leidenschaft zu tun.

Und ja, aktuelle Sensoren sind in der Regel Matrixsensoren, die Höhenprofile detektieren. So kann man auch Kinder und Fahrräder erkennen. Und der Busfahrer kann sich den Stock gleich woanders... lassen wir das. ;-)

Die manuelle Zählerei wird hoffentlich bald komplett der Vergangenheit angehören. Durch Onlinetickets, CI/CO und ähnliche Verfahren sowie die Analyse von WLAN-Nutzung (Stichwort Mac-Adresse über die Reisekette verfolgen) sowie Data Analytics braucht man auch niemanden mehr mit Befragungen zu seiner Route zu belästigen.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: traktionsumrichter

Datum: 23.02.21 13:33

Werntalbahn schrieb:
Die manuelle Zählerei wird hoffentlich bald komplett der Vergangenheit angehören. Durch Onlinetickets, CI/CO und ähnliche Verfahren sowie die Analyse von WLAN-Nutzung (Stichwort Mac-Adresse über die Reisekette verfolgen) sowie Data Analytics braucht man auch niemanden mehr mit Befragungen zu seiner Route zu belästigen.
Och ich liebe es doch schon, von einem Fahrgastbefrager zu meinem Ziel befragt zu werden. Diese Menschen sind meistens so sehr sehr nett, dass man so so gerne mit ihnen redet. Kosten tun die guten Menschen wahrscheinlich nicht viel, geben den VU aber ausreichend Informationen über Auslastung und Fahrtzielen der Kundschaft, sodass man entsprechend planen kann. Diese Sensoren schaffen es, abstrakte Zahlen zu erfassen. Fahrziele können die aber nicht erfassen. Außerdem wird das Papierticket weiterhin Bedeutung haben.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 23.02.21 15:31

Ich kenne noch kein Verfahren, mit dem ohne persönliche Befragung der Wegezweck ermittelt werden kann und sehe auch nicht, wie man Fahrausweise außerhalb des Verbundtarifes oder Schwarzfahrer und Freifahrer durch die beschriebenen elektronischen Alternativen erfassen kann.



Zitat
Die manuelle Zählerei wird hoffentlich bald komplett der Vergangenheit angehören. Durch Onlinetickets, CI/CO und ähnliche Verfahren sowie die Analyse von WLAN-Nutzung (Stichwort Mac-Adresse über die Reisekette verfolgen) sowie Data Analytics braucht man auch niemanden mehr mit Befragungen zu seiner Route zu belästigen.

Chillig bleiben ...

geschrieben von: bahnratefuchs

Datum: 23.02.21 17:33

Huhu.


traktionsumrichter schrieb:
Werntalbahn schrieb:
Die manuelle Zählerei wird hoffentlich bald komplett der Vergangenheit angehören. Durch Onlinetickets, CI/CO und ähnliche Verfahren sowie die Analyse von WLAN-Nutzung (Stichwort Mac-Adresse über die Reisekette verfolgen) sowie Data Analytics braucht man auch niemanden mehr mit Befragungen zu seiner Route zu belästigen.
Och ich liebe es doch schon, von einem Fahrgastbefrager zu meinem Ziel befragt zu werden. Diese Menschen sind meistens so sehr sehr nett, dass man so so gerne mit ihnen redet. Kosten tun die guten Menschen wahrscheinlich nicht viel
So isses ;-)

Und weit über 99 Prozent der Fahrgäste sind genauso nett.

Alles tutti also ...

Schließlich darf jeder die Befragung ablehnen und gut ist's.

Die "Werntalbahn" erwähnt es allerdings sehr gerne, weil sie den hier aktiven Fahrgastbefrager nun mal nicht mag und sie das regelmäßig irgendwie los werden muss. Ist ne Art Zwang.

Derweil sich der Angesprochene darüber immer wie Bolle amüsiert.


Schöne Grüße von jörg

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 23.02.21 19:02

erbsenzähler89 schrieb:
Ich kenne noch kein Verfahren, mit dem ohne persönliche Befragung der Wegezweck ermittelt werden kann und sehe auch nicht, wie man Fahrausweise außerhalb des Verbundtarifes oder Schwarzfahrer und Freifahrer durch die beschriebenen elektronischen Alternativen erfassen kann.
Beim Wegezweck frage ich mich immer wieder (und da bin ich nicht der einzige), was mir das am Ende eigentlich bringt: Was für die Einnahmeaufteilung? Was für meine Planung? Es ist eine Person drin und die will irgendwo hin, und ich als VU muss Kapazität für die Person bereitstellen. Ob der mir beruflich die Luft in der Bahn wegatmet oder privat: egal.

Fahrausweise kann ich wie gesagt über die Vertriebssysteme gut messen.

Alles andere bildet die Software aus den vorliegenden Daten ab.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 23.02.21 19:11

traktionsumrichter schrieb:
Och ich liebe es doch schon, von einem Fahrgastbefrager zu meinem Ziel befragt zu werden. Diese Menschen sind meistens so sehr sehr nett, dass man so so gerne mit ihnen redet. Kosten tun die guten Menschen wahrscheinlich nicht viel, geben den VU aber ausreichend Informationen über Auslastung und Fahrtzielen der Kundschaft, sodass man entsprechend planen kann. Diese Sensoren schaffen es, abstrakte Zahlen zu erfassen. Fahrziele können die aber nicht erfassen. Außerdem wird das Papierticket weiterhin Bedeutung haben.
Auch das Papierticket wird ja gekauft und benutzt. Das lässt sich über die Vertriebskanäle messen.
Die Auslastung gibt's mittlerweile live. Entweder durch Saldierung der Sensoren oder noch einfacher über das vom Fahrzeug übermittelte Gewicht. Die Genauigkeit ist dabei erschreckend höher als die manuellen Zählungen.
Mittlerweile zeigen sogar Apps von BVG und co. live die prognostizierte Auslastung in Bus und Tram an.

Dazu kommen noch die Auswertungen von Mobilfunkdaten und anderen Data Analytics. Wenn ich um 6 in der Funkzelle Berlin Hbf eingebucht bin und 9:50 in der von Frankfurt Hbf... na ja, dann werde ich wohl den Sprinter benutzt haben. Auch hier sind die Werte um vieles genauer als die manuellen Ergebnisse. ( Beispiel: [www.telefonica.de]# )

Und spätestens wenn ich im Fernverkehr den KCI benutze, will ich nicht paar Minuten später von einem Befrager genervt werden, erst Recht nicht in Zeiten von Corona.

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Thomas Wedekind

Datum: 23.02.21 20:22

Werntalbahn schrieb:
Die Auslastung gibt's mittlerweile live. Entweder durch Saldierung der Sensoren oder noch einfacher über das vom Fahrzeug übermittelte Gewicht. Die Genauigkeit ist dabei erschreckend höher als die manuellen Zählungen.

Der E-Citaro z.B. reguliert danach die Klimaanlage, anstatt irgendwelcher aufwändigen Messungen der Luftqualität etc. im Bus. Deshalb ist er automatisch ein Zählfahrzeug.

Gruß Thomas

Re: OT: AFZS

geschrieben von: DGS-Fotograf

Datum: 23.02.21 20:32

Werntalbahn schrieb:
Und spätestens wenn ich im Fernverkehr den KCI benutze, will ich nicht paar Minuten später von einem Befrager genervt werden, erst Recht nicht in Zeiten von Corona.
Dann sagst du eben das du nicht teilnehmen möchtest und gut ist.
Du scheinst dem Gegrantel nach eine sehr große Abneigung gegen Erheber (auch vor Corona schon) zu haben,
wenn du dich durch eine kurze Ansprache schon belästigt und genervt fühlst.
Die Teilnahme ist freiwillig und wenn du nicht teilnehmen möchtest,
dann vermerkt das der Erheber und gut ist.
Der jeweilige Interviewer hat dadurch auch keinen Nachteil.

Gruß
Paul

http://paul-zimmer.de/pzsites/ban6.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.02.21 20:34.
erbsenzähler89 schrieb:
Das klingt gar nicht gut, wenn ich das Stichwort "Umsatzentwicklung" in Zusammenhang mit einer Fahrgastzahl lese. Dann scheinen die Angaben aus früheren Geschäftsberichten also aus den Vertriebsdaten abgeleitet worden zu sein.
Das kann man als kleines regionales Unternehmen natürlich machen, wenn man sonst keine Informationen hat. Aber als BVG?

...Jena hatte z.B. vor Jahren einen nennenswerten rechnerischen Fahrgastrückgang, als man nur noch echte Zählergebnisse (natürlich Stichproben) verwendet hat. Vorher wurde dem Vernehmen nach eine viel zu intensive Nutzung von Zeitkarten (besonders des Semestertickets) unterstellt, weil diese Werte irgendwann anno dunnemals erhoben und nie angepasst wurden. Auch die müssen irgendwie gepflegt und aktualisiert werden.

Gruß Thomas

Re: OT: AFZS

geschrieben von: erbsenzähler89

Datum: 23.02.21 20:34

Zitat
Beim Wegezweck frage ich mich immer wieder (und da bin ich nicht der einzige), was mir das am Ende eigentlich bringt: Was für die Einnahmeaufteilung? Was für meine Planung? Es ist eine Person drin und die will irgendwo hin, und ich als VU muss Kapazität für die Person bereitstellen. Ob der mir beruflich die Luft in der Bahn wegatmet oder privat: egal.
Ich halte diese Information für Planungszwecke nicht egal. Es ist doch ein relevante Information, wo und zu welcher Zeit der Berufsverkehr oder der Freizeitverkehr stärker ausgeprägt ist. Abgesehen davon ist die Frage bei uns in der Einnahmeaufteilungsregelung vom Verbund vorgeschrieben, also müssen wir sie auch beantworten.

Zitat
Fahrausweise kann ich wie gesagt über die Vertriebssysteme gut messen.
Nein. Sinn dieser Frage ist die Unterscheidung, wie viele der gezählten Beförderungsfälle auf den Verbundtarif oder andere Tarifangebote entfallen. Ich wüsste nicht, wie man aus den Vertriebssystemen die Zahl der Schwarzfahrer, der Polizisten in Uniform, der eigenen Mitarbeiter, der Fahrgäste mit Bahn-Card 100, der Schwerbehinderten mit Freifahrt, der Fahrgäste mit Länderticket, der Studenten mit Freifahrt durch den Studentenausweis, ... herausbekommt. Und auch bei den eigenen Zeitkarten sagt der Verkauf nichts über die Nutzung aus, da wir noch weit von flächendeckenden elektronisch geladenen Fahrkarten entfernt sind.

Ich fände es aus dem egoistischen eigenen Interesse ja auch schön, wenn wir nicht alle paar Jahre teure* Bahnratefüchse bezahlen müssten. Aber ich sehe keine praktikable Alternative.

*So teuer sind die Kollegen des Bahnratefuchses nun auch wieder nicht, wobei wir schon darauf achten, dass das beauftragte Erhebungsbüro sein Personal ordentlich bezahlt, man will ja auch brauchbare Ergebnisse.
Zitat
...Jena hatte z.B. vor Jahren einen nennenswerten rechnerischen Fahrgastrückgang, als man nur noch echte Zählergebnisse (natürlich Stichproben) verwendet hat. Vorher wurde dem Vernehmen nach eine viel zu intensive Nutzung von Zeitkarten (besonders des Semestertickets) unterstellt, weil diese Werte irgendwann anno dunnemals erhoben und nie angepasst wurden. Auch die müssen irgendwie gepflegt und aktualisiert werden.
Ja, das war vor vielen Jahren auch bei uns mal ein Einmaleffekt, als es umgestellt wurde. Aber das war lange vor meiner Zeit...

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Werntalbahn

Datum: 24.02.21 08:47

erbsenzähler89 schrieb:
Ich halte diese Information für Planungszwecke nicht egal. Es ist doch ein relevante Information, wo und zu welcher Zeit der Berufsverkehr oder der Freizeitverkehr stärker ausgeprägt ist. Abgesehen davon ist die Frage bei uns in der Einnahmeaufteilungsregelung vom Verbund vorgeschrieben, also müssen wir sie auch beantworten.

Ich wüsste nicht, wie man aus den Vertriebssystemen die Zahl der Schwarzfahrer, der Polizisten in Uniform, der eigenen Mitarbeiter, der Fahrgäste mit Bahn-Card 100, der Schwerbehinderten mit Freifahrt, der Fahrgäste mit Länderticket, der Studenten mit Freifahrt durch den Studentenausweis, ... herausbekommt.
Die (völlig ernst gemeinte) Frage ist: Was produzierst Du als VU anders, wenn Du um 9 Uhr 100 Freizeitfahrgäste anstatt 100 Berufsfahrgästen erwartest? Klar, der Verbund schreibt bei Euch die Frage vor... aber wozu? ;-)

Die grundsätzliche Frage ist natürlich, ob die derzeitig praktizierte Einnahmeaufteilung anhand von ein paar Befragungen überhaupt zeitgemäß ist. Fahrgelder decken eh nur einen Bruchteil der Kosten des ÖV. Würde der ÖV als Daseinsfürsorge betrachten, die Einnahmen (wenn nicht gleich ohnhin zum Nulltarif gefahren würde) in einen Topf geworfen, könnte man sie entsprechend des Bedarfs verteilen.

Anhand der AFZ-Daten weiß ich ja, um 9 Uhr sitzen 100 Fahrgäste drin. Den Verkehr zu produzieren kostet x EUR, egal ob da 100 Polizisten oder 100 BC100F-Inhaber drin sitzen. Und das würde dem VU entsprechend vergütet, die Einnahmen der BC100F fließen in den zentralen ÖV-Topf...

Zähldaten versus Befragungen und deren Nutzen

geschrieben von: wiesentäler

Datum: 24.02.21 22:35

Hallo zusammen

Fahrgastzahlen und Informationen aus Befragungen sind zu unterscheiden. Beide sind relevant, was an nachfolgender, nicht abschließender Aufzählung hoffentlich deutlich wird.

Fahrgastzahlen durch automatische Zählung oder Handzählung (Handzählung ist nicht zu verwechseln mit Befragung):

Für Angebotsplanung:
Daten: Wissen über Einsteiger, Aussteiger und Durchfahrer je Haltestelle sowie Besetzung pro Haltestelle.
Nutzen: Erkennen von Überlastungen und Saisonalitäten, Planung Flotteneinsatz, Ausstattung von Haltestellen, etc. Außerdem für Wirkungskontrolle für die Aufgabenträger, Jahresberichte etc.

Für Erlöse:
Daten: Einsteiger und Personenkilometer. Gebietsabgrenzungen.
Nutzen: Meist wichtigste Elemente zur Verteilung der Erlöse eines Verbundes unter den Transportunternehmen

Befragungen (Quelle-Ziel, Sortiment, Reisezweck):

Für Angebotsplanung
Daten: Quelle-Ziel-Daten. Reisezweck
Nutzen: Quelle-Ziel -> Liniennetzplanungen. Sortiment -> z.B. Unter-/ Übernutzung Pauschalfahrausweise, Anhaltspunkt für Tarifmaßnahmen. Reisezweck -> Abschätzung Saisonalitäten (z.B. Uni, Schulferien, aktuell auch Homeoffice) für Fahrplan und Flotteneinsatz sowie Abschätzung der Auswirkung bei neuen Angeboten (hinsichtlich Liniennetz, Fahrplan, Sortiment)

Für Erlöse:
Daten: Transparenz über Sortiment (Verbundsfahrausweise, andere Fahrausweise, Freifahrten).
Nutzen: Herausrechnen der nicht im Verbund anmeldbaren Fahrgäste. Berücksichtigung der Ertragskraft der einzelnen Sortimente in der Verbundeinnahmeverteilung. Anmeldung für Erträge an anderen Stellen (z.B. Schüler, Behinderte).

Beste Grüsse
Bernd

Bitte immer in Fahrtrichtung pfeifen

Re: OT: AFZS

geschrieben von: Sebastian Woelk

Datum: 25.02.21 07:03

Inox schrieb:
Tw15 schrieb:
AFZ-Systeme sind bei städtischen VU durchaus häufig im Einsatz.
Und hier scheinen sie doch den Zweck zu erfüllen.
Der Fahrer des Nachtbusses den ich manchmal nutze, hat dafür einen Stock mit einer Holzplatte dran. Ab und zu hält er an, macht die Tür auf, wedelt mit dieser Vorrichtung unter dem Fahrgastzählapperat und fährt dann weiter. Hatte ihn mal daraufhin angesprochen, er möchte nicht das der Nachtbus gestrichen wird, denn er würde den so gerne fahren. Es sei ihm gegönnt ;)
Allerdings war ich bislang auch immer der einzige Fahrgast.
Moinsen,


"Modus böse sein eingeschaltet..."

Was machst Du mit dem armen Fahrer? Du hast geschrieben, Du benutzt ihn...

"Modus böse sein ausgeschaltet..."

Danke Dir herzlich für den Schmunzler am frühen Morgen. Die schlechte Laune, diese hat sich in der Nachtschicht aufgebaut, ist damit wieder reduziert:-).

Viele Grüße
Sebastian Woelk



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.02.21 07:06.