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[KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: jsbach

Datum: 20.02.21 17:11

Hier wird über Pläne berichtet, die Breite der Trambahnen in München von 2,30m auf 2,65m zu vergrößern.

In Karlsruhe ist das längst Standard.

Kann jemand über die zeitliche Umsetzung Informationen liefern?

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: zweisystemwagen

Datum: 20.02.21 19:43

jsbach schrieb:
Hier wird über Pläne berichtet, die Breite der Trambahnen in München von 2,30m auf 2,65m zu vergrößern.

In Karlsruhe ist das längst Standard.

Kann jemand über die zeitliche Umsetzung Informationen liefern?
Die Entscheidung dazu mag Ende der 70er Jahre gefallen sein, erste Umbauten zur Erweiterung des Gleismittenabstands gab es ab 1980. Mit dem Umbau der Strecke nach Rintheim 2015 war das Projekt praktisch beendet.

Bin mit User "Zweisystemer" weder verwandt noch verschwägert.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: JanH

Datum: 20.02.21 21:11

zweisystemwagen schrieb:
Die Entscheidung dazu mag Ende der 70er Jahre gefallen sein, erste Umbauten zur Erweiterung des Gleismittenabstands gab es ab 1980.
Nein, schon in der zweiten Hälfte der 70er wurde kräftig gewerkelt.

Der offizielle Beschluss zur Umstellung auf 2,65 m Breite wurde 1975 gefasst. Da im selben Jahr bereits Baubeginn für den neuen Betriebshof West war, dürften die Überlegungen zu breiteren Fahrzeugen allerdings schon ein paar Jahre früher existiert haben. 1983 wurden dann mit den GT6-80C die ersten 2,65 m breiten Fahrzeuge ausgeliefert, die dann zunächst auf der Linie A (heutige S1/11) zum Einsatz kamen, sodass zum dem Zeitpunkt zumindest der Korridor schon umgebaut gewesen sein muss.

Bis 1987 wurde dann auch die komplette Ost-West-Achse von Durlach bis Knielingen und zur Rheinstrandsiedlung (der 1980 eröffnete Neubauabschnitt ab Eckenerstraße war ja ohnehin schon von Anfang an für 2,65 m breite Fahrzeuge gebaut worden) umgebaut, um auch auf den damaligen Linien 1 (Durlach – Knielingen) und 2 (Durlach – Rheinstrandsiedlung) die neuen Stadtbahnfahrzeuge einsetzen zu können.

Im Vorgriff auf die Lieferung der neuen Niederflurfahrzeuge ab 1995 wurden in den 90ern bis 1996 unter anderem die Strecken in die Waldstadt und durch die Rüppurrer Straße umgebaut, 1996 folgte dann noch die Strecke in die RheinstrandsiedlungSiemensallee und 1997 die Strecke nach Daxlanden. Bis auf die – im Liniennetz ab 1997 – Linie 5 (insbesondere das östliche Streckenende in Rintheim) war zu dem Zeitpunkt damit, wenn ich mich nicht irre, das gesamte im normalen Linienbetrieb befahrene Streckennetz umgebaut. Es verblieben noch diverse Betriebsstrecken und ähnliches (Baumeisterstraße, Wendeschleife Kühler Krug), einzelne Begegnungsverbote an manchen Gleisdreiecken und der Betriebshof Tullastraße, der für 2,65 m breite Fahrzeuge nur ziemlich eingeschränkt nutzbar war.

Danach war dann offenbar die Luft ein bisschen draußen, da man hier und da noch kleinere übriggebliebene Stellen angepackt hat, aber erst 2004/05 einen ersten Anlauf zum Umbau von Rintheim unternahm, der dann aber kurz vor Baubeginn durch Roland Koch und Peer Steinbrück vereitelt wurde. Stattdessen wurde dann 2009 zunächst nur die Wendeschleife (und ich meine auch das Gleisdreieck an der Tullastraße?) und 2014 schließlich auch die restliche Strecke umgebaut. Zu dem Zeitpunkt hatte man dann zwischenzeitlich auch den neuen Betriebshof in der Gerwigstraße als Ersatz für die Tullastraße in Betrieb genommen und die Baumeisterstraße kombilösungsbedingt (als notwendige Umleitungsstrecke) umgebaut, sodass dann die Umstellung tatsächlich mehr oder weniger komplett abgeschlossen gewesen sein dürfte.

Für 80 - 90 % des Netzes hat man also knapp 22 Jahre gebraucht. Wenn Koch/Steinbrück nicht gewesen wären, hätte man das gesamte Liniennetz in knapp 30 Jahren schaffen können (und nach 33/34 Jahren auch das Depot), so sind es am Ende knapp vierzig Jahre geworden.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 10:22.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: Nils Carl Aspenberg

Datum: 21.02.21 17:23

30 Jahre ist eine ganz normale Zeit für Gleisumbau. Oslo hat 1931-61 der Wagenbreite von 2,20 auf 2,50 erweitert. 1992-2022 wurde von 2,50 auf 2,65 erweitert.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: AFu

Datum: 21.02.21 21:27

Hallole,

nicht zu Vergessen: 1982 waren die Stuttgarter DT8-Prototypen in Karlsruhe, um auf der A Probefahrten zu machen.

Grüßle
AFu

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: Christoph L

Datum: 22.02.21 05:36

AFu schrieb:
Hallole,

nicht zu Vergessen: 1982 waren die Stuttgarter DT8-Prototypen in Karlsruhe, um auf der A Probefahrten zu machen.

Grüßle
AFu
Die Stuttgarter DT8 wurden aber nur im EBO-Bereich der Albtalbahn getestet und fuhren nicht in die Innenstadt, oder habe ich das falsch in Erinnerung?

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: woodstock

Datum: 22.02.21 09:42

Christoph L schrieb:
AFu schrieb:
Hallole,

nicht zu Vergessen: 1982 waren die Stuttgarter DT8-Prototypen in Karlsruhe, um auf der A Probefahrten zu machen.

Grüßle
AFu
Die Stuttgarter DT8 wurden aber nur im EBO-Bereich der Albtalbahn getestet und fuhren nicht in die Innenstadt, oder habe ich das falsch in Erinnerung?
Ich hatte mal nachgeschaut, die alten Fahrzeuge der Albtalbahn waren TW: 2,50m und Elok: 2.70m breit, siehe Wiki: [ET 1-8] , [Lok 1-4].
Das sind schon mal keine schlechten Vorraussetzung für den Einsatz von 2,65m breiten Fahrzeugen später.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: kossmann

Datum: 22.02.21 10:29

woodstock schrieb:
Christoph L schrieb:
AFu schrieb:
Hallole,

nicht zu Vergessen: 1982 waren die Stuttgarter DT8-Prototypen in Karlsruhe, um auf der A Probefahrten zu machen.

Grüßle
AFu
Die Stuttgarter DT8 wurden aber nur im EBO-Bereich der Albtalbahn getestet und fuhren nicht in die Innenstadt, oder habe ich das falsch in Erinnerung?
Ich hatte mal nachgeschaut, die alten Fahrzeuge der Albtalbahn waren TW: 2,50m und Elok: 2.70m breit, siehe Wiki: [/url] , [url=https://de.wikipedia.org/wiki/B.L.E.A.G._1_bis_4][Lok 1-4].
Das sind schon mal keine schlechten Vorraussetzung für den Einsatz von 2,65m breiten Fahrzeugen später.
Diese Fahrzeuge wurden bei/nach der Umspurung der Albtalbahn Ende 1950er Jahre aber stillgelegt, die neuen Normalspurtriebwagen waren nur 2,4m breit.
Mögliche Probleme mit 2,65m breiten Fahrzeugen hätte es aber 1982 ohnehin nur in den zweigleisigen Abschnitten nördlich von Ettlingen geben können. Im eingleisigen Bereich südlich von Ettlingen war und ist ja Verkehr mit breitem EBO Lichtraumprofil möglich.
Die DT8 konnten die Innenstadtstrecken nördlich des Albtalbahnhofs in Karlsruhe auch wegen zu geringer Kurvenradien nicht befahren.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: Mueck

Datum: 22.02.21 13:37

JanH schrieb:
Danach war dann offenbar die Luft ein bisschen draußen,
War nicht auch ein Grund der Verzögerung, dass man eh nicht genug Niederflurer hatte, um auch die 5 zu bestücken, so dass der Umbau nicht eilte, bis die neue Niederflurbaureihe da war?

http://heiko-jacobs.de/jacobs/bremerhaven/bilder/ende/zeiles.jpg

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: tramfanpaul

Datum: 23.02.21 00:46

JanH schrieb:
und der Betriebshof Tullastraße, der für 2,65 m breite Fahrzeuge nur ziemlich eingeschränkt nutzbar war.
das liegt aber auch (oder ausschließlich?) an den Kurvenradien. Habe dort mal eine Entgleisung eines GT6-80C beim Abzweigen in die Halle beobachtet, der durch ein Missverständnis dort hin geschickt wurde.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 23.02.21 07:09

Die Gleisabstände in der Halle waren aber auch zu gering, warum hätte man die auch anders anlegen sollen?

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: JanH

Datum: 23.02.21 11:54

Stimmt, für Karlsruhe muss man dazu anmerken, dass das Projekt Gleismittenerweiterung auch gleichzeitig mit einer Erhöhung des Mindestradius auf 25 m verbunden war (in Ausnahmefällen 23 m, wobei das bei längeren Bogenstücken auch schon mit Einschränkungen verbunden sein dürfte, siehe ehemalige Wendeschleife Kühler Krug), da es mit der hauptsächlichen Ausnahme des alten Betriebshofes glücklicherweise kaum Stellen im Netz gab, an denen die mit den alten Fahrzeugen möglichen Radien (17/18 m?, müsste ich nochmal nachschauen) wirklich absolut zwingend erforderlich waren. Der Wunsch dahinter war es, neben den breiteren gleichzeitig auch längere (bei gleicher Gelenkanzahl) Fahrzeuge einsetzen zu können, bzw. bei gleicher Länge ein Gelenk einzusparen (die sechsachsigen Stadtbahnwagen haben dann auch annähernd die gleiche Länge wie ihre achtachsigen Straßenbahnvorgänger).
Die beiden Maßnahmen bedingen aber in der Tat nicht zwangsläufig einander, man könnte ein Netz auch nur für breitere Fahrzeuge bei mehr oder weniger unveränderter Länge/Drehzapfenabständen ausbauen oder auch umgekehrt.

Die Breite an sich war aber an der Tullastraße auch insofern problematisch, als dass mit den breiteren Fahrzeugen die eigentlich notwendigen Sicherheitsabstände nicht mehr gegeben waren und die alten Hallen daher nur mit einer Ausnahmegenehmigung genutzt werden konnten. Unter dem Gesichtspunkt hätte man, selbst wenn die Radienproblematik nicht gewesen wäre, vielleicht trotzdem nicht alle Gleise uneingeschränkt nutzen können, da es auch ein Unterschied ist, ob jeweils nur zwei oder allenfalls drei Gleise mit eigentlich zu breiten Fahrzeugen genutzt werden, oder die komplette Hallenbreite auf einmal vollgestopft würde.
Bitte nicht vergessen: die barocke Planstadt Karlsruhe, gerade einmal 300 Jahre alt, mit ihren überaus großzügigen Bemessungen gerade auch der Straßen und Plätze bot so günstige Voraussetzungen für einen solchen Prozess wie kaum eine andere deutsche Stadt. Der schon früher hohe bis sehr hohe Anteil eigener Gleiskörper hat die Umbauten ebenfalls begünstigt. Es ist unter dem Strich nicht mehr als eine Hand voll deutscher Straßenbahnstädte, in denen die Rahmenbedingungen für einen Ausbau ähnlich günstig waren wie in Karlsruhe.

Re: [KA] Frage: 2,65m breite Straßenbahnen

geschrieben von: jockeli

Datum: 24.02.21 22:44

Naja, die barocken Stadtanteile hat man gerade weitgehend untertunnelt.
Heißt, die Tram fuhr nur in der Kaiserstraße und auf dem Südabzweig um den Rondellplatz im älteren Stadtteil. Insbesondere die fächerförmigen Straßen blieben ungenutzt.
der Rest ist Kaiserzeit...

Hallo und liebe Grüße J*