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[K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 17.02.21 19:08

Ein Vorort der Kreisstadt Bergheim an der Erft, Niederaussem, soll an das Kölner Stadtbahnnetz angebunden werden.

Hierzu wurden heute, wie der Kölner Statt-Anzeiger, natürlich gebührenpflichtig, berichtet, die örtliche Honorationen aufgegleist.

Da ich - als Selbstaufgleiser - nicht zu diesem erlauchten Kreis gehöre, musste ich mich - auch für Euch - auf Informationssuche begeben und ich bin für Euch und mich fündig geworden.

Beim Rhein-Erft-Kreis auffer homepage

Dann kommt bei mir demnächst die Linie 4 mit dem Zielschild Bergheim-Niederaussem angefahren. Und wird dann - im Laufe ihrer Linie - irgendwann eine Landbahn.

Und so sind wir informiert, ohne den Stadt-Anzeiger lesen zu müssen und fühlen uns folglich auch - den dort spürbar weniger werdenden - Anzeigenaufgebern nicht verpflichtet ... .
Schön wärs ja... aber da glaube ich nicht dran.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 01:30

Ich finde es zumindest positiv, dass man in der Machbarkeitsstudie nur den Planfall A 3 weiterverfolgt (sprich Verlängerung der Linie 4) und die Linie 1 nicht.

Auch für Widdersdorf ist die Linie 4 klar die bessere Variante, da diese den gleichen Linienweg nimmt wie die heutige Buslinie 145 bis kurz vor Widdersdorf. Die Linie 1 hat einfach den Nachteil, dass man von Weiden Zentrum bis Widdersdorf einen riesigen Umweg sowie die Ortsmitte von Lövenich nicht bedient hätte. Da wäre weiterhin eine Buslinie notwendig gewesen.

Ich hoffe das die Infrastruktur so ausgelegt wird, dass eine Verdichtung auf einen 10 Minuten-Takt zwischen Niederaußem und Widdersdorf möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nutzerzahlen regelrecht explodieren werden, wenn nach Niederaußem eine Stadtbahnlinie fährt. Das heutige Busangebot kann man ja kaum als Maßstab nehmen.

Traurig dagegen finde ich, dass man auf der Linie 4 in Zukunft nur auf 70m-Bahnen setzt. Da könnte man ganz schnell wieder an die Kapazitätsgrenzen kommen.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: TW337

Datum: 18.02.21 08:49

Strizie schrieb:
Ich finde es zumindest positiv, dass man in der Machbarkeitsstudie nur den Planfall A 3 weiterverfolgt (sprich Verlängerung der Linie 4) und die Linie 1 nicht.

Auch für Widdersdorf ist die Linie 4 klar die bessere Variante, da diese den gleichen Linienweg nimmt wie die heutige Buslinie 145 bis kurz vor Widdersdorf. Die Linie 1 hat einfach den Nachteil, dass man von Weiden Zentrum bis Widdersdorf einen riesigen Umweg sowie die Ortsmitte von Lövenich nicht bedient hätte. Da wäre weiterhin eine Buslinie notwendig gewesen.

Ich hoffe das die Infrastruktur so ausgelegt wird, dass eine Verdichtung auf einen 10 Minuten-Takt zwischen Niederaußem und Widdersdorf möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nutzerzahlen regelrecht explodieren werden, wenn nach Niederaußem eine Stadtbahnlinie fährt. Das heutige Busangebot kann man ja kaum als Maßstab nehmen.

Traurig dagegen finde ich, dass man auf der Linie 4 in Zukunft nur auf 70m-Bahnen setzt. Da könnte man ganz schnell wieder an die Kapazitätsgrenzen kommen.
Hallo zusammen

um Halbwissen zu verhindern hier die Studie der Voruntersuchung:

[www.rhein-erft-kreis.de]

Die Studie beschreibt einen Takt 20 ab Widdersdorf, Brauweiler bekommt keinen Halt an der Abtei, für Glessen gibt es 2 Varianten, Endpunkt in Niederaußem in am Euel. Längere Bahnen als 75 Meter gibt BO STRAB nicht her.

Der NKU liegt in allen Varianten bei unter 0.
Lediglich der Planfall A 3 bekommt unter der Annahme einer 30 % Kostensteigerung und einem Siedlungswachstum von 6300 Einwohnern den NKU von 1,1. Begünstig kann der der NKU Faktor bei einer Trassierung in Glessen durch die Brauweiler Str.

es grüßt TW 337
Warum baut der BM-Kreis nicht sein Eigendes Stadtbahnnetz?
Irgendwo muss für die Kölner Linien 1, 4 und 7 mal Schluss sein.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 15:01

TW337 schrieb:
Hallo zusammen

um Halbwissen zu verhindern hier die Studie der Voruntersuchung:

[www.rhein-erft-kreis.de]

Die Studie beschreibt einen Takt 20 ab Widdersdorf, Brauweiler bekommt keinen Halt an der Abtei, für Glessen gibt es 2 Varianten, Endpunkt in Niederaußem in am Euel. Längere Bahnen als 75 Meter gibt BO STRAB nicht her.

Der NKU liegt in allen Varianten bei unter 0.
Lediglich der Planfall A 3 bekommt unter der Annahme einer 30 % Kostensteigerung und einem Siedlungswachstum von 6300 Einwohnern den NKU von 1,1. Begünstig kann der der NKU Faktor bei einer Trassierung in Glessen durch die Brauweiler Str.

es grüßt TW 337
Die alten Ortskerne mit Stadtbahnen zu erschließen wird nirgendwo gehen. In Widdersdorf bindet man ja auch nur das Neubaugebiet an und nicht den alten Ortskern. Wenn man die alten Ortskerne anbinden möchte geht das meist nur straßenbündig wie in Glessen oder in Köln-Mechenich. Ansonsten muss man zwangsläufig fast immer außenrum. Zumindest wäre es in Brauweiler entlang der Helmholtzstraße möglich die Stadtbahntrasse zu bauen. Die Bonnstraße ist nämlich noch beschissener von der Erschließungswirkung.

Neue Wohngebiete zu bauen dürfte nicht das Problem sein. Neu würde dann nur sein, dass man eine direkte Stadtbahnverbindung hätte vor der Haustüre. Das hat ja eher Seltenheitswert bei Neubaugebieten.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 15:06

Mülheimer Eisenbahn schrieb:
Warum baut der BM-Kreis nicht sein Eigendes Stadtbahnnetz?
Weil es keinen BM-Kreis gibt.
Alte Ortskerne mit Stadtbahnen zu erschließen geht schon, wenn man will - siehe die Ortdurchfahrt in Gleidingen im Zuge der ÜSTRA-Linie 1 oder die Station Mühlenberger Markt auf dem Wettberger Ast der B-Strecke.

Entweder man baut kurze Tunnelabschnitte oder man verzichtet halt zugunsten einer besseren Erschließung auf Hochbahnsteige (das ist sogar vom PBefG gedeckt, im Nahverkehrsplan benannte Ausnahmen sind ausdrücklich erlaubt).
Hochbahnsteige in einer engen Ortsdurchfahrt zu bauen funktioniert hingegen natürlich nicht.

Gruß,
Lukas
Hallo,

mal ehrlich: wer setzt sich freiwillig jeden morgen ne Dreiviertelstunde in die Stadtbahn, um zur Arbeit zu fahren?

Irgendwie ist die Stadtbahn auf der Distanz einfach nicht konkurrenzfähig zu Auto und S-Bahn, weder von der Zeit noch vom Sitzkomfort. Die S12 braucht nur 20 Minuten bis Horrem.

Gruß,
Andre Joost



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 15:57.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 16:26

Das machen genügend Pendler. Schau Dich mal auf den Linien 16 und 18 um.

Horrem liegt weitab einzig die S12 bis Bergheim oder die S6 bis Rommerskirchen wäre für Pendler aus Niederaussem später interessant. Die S12 benötigt bis Bergheim später etwa 30 Minuten vom Kölner Hbf. Dann muss man zum Auto und noch nach Niederaussem fahren was auch noch mal Zeit kostet.

Im Endeffekt ist der Vorteil mit S-Bahn und Auto marginal und man muss Parkplatz suchen morgens bzw. Umsteigen.

Da dürfte es bequemer sein direkt in die leere Stadtbahn einzusteigen und zum Neumarkt zu fahren.

Davon abgesehen bindet die Linie 4 ja nicht nur Niederaussem an. Von Glessen, Brauweiler oder Widdersdorf sehen die Verhältnisse schon anders aus und nebenbei wird in Bocklemünd mit dem Beitragsservice/WDR direkt noch ein großer Arbeitgeber angebunden, für den heute ein Zwangsumstieg in Bocklemünd erforderlich ist.

Das natürlich der Golfclub in Widdersdorf durch die Linie 4 etwas Fläche verlieren würde, werden die Golfspieler wohl hinnehmen müssen.

Der Sitzkomfort hängt vom Unternehmen ab. Die SWB oder die Rheinbahn in Düsseldorf haben durchaus bequeme Sitze in ihren B-Wagen. Das könnte sicherlich auch die KVB, wenn Sie es wollte.
Strizie schrieb:
[...]

Der Sitzkomfort hängt vom Unternehmen ab. Die SWB oder die Rheinbahn in Düsseldorf haben durchaus bequeme Sitze in ihren B-Wagen. Das könnte sicherlich auch die KVB, wenn Sie es wollte.
Wobei man bei der Rheinbahn "haben" durch "hatte(n)" ersetzen sollte, die neuen grauen Sitze sind nämlich alles andere als bequem!

Aber zurück nach Köln: Sicherlich könnte auch die KVB Polstersitze wie bei der SWB einbauen, wenn Sie wollte, aber will Sie das? Die K4000 wurden ab Werk mit dünnem Polsterbezug geliefert, der wurde aber wenig später durch die Plast-Sitze ersetzt. Warum?
Du vergisst vielleicht, dass man in Köln ein besonders großes Problem mit Vandalismus und Versiffung hat - Teilnehmer dieses Forums, die regelmäßig Kölner S-Bahnen in der 2. Klasse benutzen, wissen, dass deren Polstersitze dauernd versifft sind.

Daher kann ich an der Stelle das Vorgehen der KVB ehrlich gesagt ein Stück weit nachvollziehen, schließlich sind Plastiksitze wesentlich einfacher zu reinigen.

Gruß,
Lukas

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Gernot

Datum: 18.02.21 17:26

Das könnte man alles auch anders lösen. Wie wäre es denn mit einer S-Bahn auf der vorhandenen Strecke Rommerskirchen-Niederaußem und der daran anschließenden RWE-Strecke Niederaußem-Zieverich und dann weiter auf der Erftbahn? Ginge prima mit Flügelung der derzeit geplanten S-Bahnlinien nach Bedburg und Grevenbroich. Nötig wären nur zwei Verbindungskurven und die Elektrifizierung der Strecke Rommerskirchen-Niederaußem, bzw. wenn der Braunkohlenverkehr weggefallen ist Umstellung der RWE-Strecke auf den üblichen Bahnstrom.
Die Kölner Stadtbahn geht dann nur bis Widdersdorf, eventuell bis Brauweiler. Und die Orte zwischen Brauweiler und Niederaußem bekommen vernünftige Anschlußbusse. So groß sind die alle nicht, dass sich dort ein Bahnbau lohnt (siehe den miserablen NKF).

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 20:35

Die S 6 kommt schon von Essen Hbf aus und sollte das VRR-Konzept umgesetzt werden wird die S 6 zukünftig ab Langenfeld (Rhld) Richtung Norden in 2-3 verschiedene Richtungen fahren.

Ich halte es schon jetzt für fragwürdig die S 6 weiter nach Grevenbroich oder Mönchengladbach Hbf fahren zu lassen. Vor allem fahren dort auch einige Güterzüge so wie der RE 8. Fernverkehrsumleiter gibt es dort auch regelmäßig.

Unter diesen Bedingungen die S 6 sogar noch zu flügeln kann ich mir nicht vorstellen zu mal man ja auch Ausweitungen mit Kurzwenden kombinieren tut (siehe S 6 in Köln-Worringen).

Nötig wäre noch viel mehr als nur der Fahrdraht und Verbindungskurven oder sollte die S-Bahn dort etwa mit 40-60 km/h rumschleichen.

Des Weiteren müsste dann ja noch die Kongobahn bis Bedburg zweigleisig ausgebaut werden.
Das halte ich nicht wirklich für ein Problem, oder ist da irgendwo kein Platz für zusätzliche Gleise?

Im Grunde genommen müsste eine Doppellösung her, wenn das Ganze wirklich Sinn machen soll:

Erstmal eine S-Bahn Köln-Pulheim-Niederaussem-Zieverich-Bergheim-Horrem-Kerpen, mit der dann auch sämtliche große Ortschaften des nördlichen Erftkreises an die Schiene angeschlossen wären.

Und dann die 4 bis Niederaussem (natürlich mit zentralerem Endpunkt als dem geplanten, nämlich im Zentrum und mit S-Bahn-Anschluss) für die Feinerschließung.

Aber mal Hand aufs Herz: Wer hat daran Interesse im Erftkreis, der sich nicht umsonst „Heimat des besten deutschen Autofahrers aller Zeiten“ schimpfen darf?

Seien wir doch froh, wenn die Bahn irgendwann mal nach Hürth Mitte fährt.

Und dass die 4 überhaupt mal nach Widdersdorf verlängert wird, sehe ich auch noch nicht. Das ist nämlich von der Klientel auch eher BM als K. Da heißt es eher Doppel-Garage als Doppel-Traktion.

Von der Golfplatz-Lobby ganz zu schweigen;-)
Widdersdorf mit der 4 erschließen. Klar, gerne. Brauweiler noch dranhängen, auch gerne.
Aber bis Ober- und Niederaußem ist wirklich zu weit. Außerdem gibt es in Niederaußem wirklich genug Schienen, die in 10-20 Jahren nicht mehr gebraucht werden.

Da würde sich eine Erschließung über die DB-Strecke bei der Kreuzung zwischen Königsdorf und Horrem am ehesten anbieten - von da an gibt's Gleise, die bald nicht mehr gebraucht werden. Wenn der Erftkreis das möchte, kann er ja auf der Strecke noch 2-3 Wohngebiete bauen, damit sich die Strecke eher lohnt als nur für die überschaubaren Fahrgastzahlen von Ober- und Niederaußem aus.
In Niedaußem müsste man nur das Gleisdreieck wiederherstellen, da gibt es im Ortskern sogar vom "Bahnhof" noch Überreste eines Geradeausgleises an der Hauptstraße, es wären nur 500m Schienen nötig um das Gleisdreieck richtung Oberaußem wiederherzustellen. So zentral käme man da mit der 4 da höchstens straßenbündig rein.
Ich glaube, eher als von Bocklemünd aus würde sich da fast sogar noch eine Anbindung durch die 7 (Anschluss nördlich des Kiesweihers Grube Carl) anbieten. Die 7 ist zwar auch zu lang, aber eine Verlängerung nach Grube Carl ist doch eh im Gespräch, und von dort gibt es wieder die Schienen zu beiden -Außems...

Beide Möglichkeiten wären wohl billiger und schneller über als die Linie 4. Die 4 bis Widdersdorf oder Brauweiler, Ende. Die beiden Außems über die RWE-Kohlegleise. Nur Glessem bräuchte weiterhin 'nen Bus. Aber wie viele Einwohner hat das Dorf? Das hat man doch eher in den Plan einbezogen hat, weil es von der 4 aus einfach auf dem Weg liegt.

Gab es nicht vom Erftkreis (BM) sowieso schon Ideen, die Braunkohlegleise für Personenverkehr zu benutzen, wenn da demnächst mal Ende Gelände ist...?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 22:51.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 18.02.21 23:50

mannibreuckmann schrieb:
Erstmal eine S-Bahn Köln-Pulheim-Niederaussem-Zieverich-Bergheim-Horrem-Kerpen, mit der dann auch sämtliche große Ortschaften des nördlichen Erftkreises an die Schiene angeschlossen wären.
Was ein Unfug.

Den Erftkreis gibt es nicht mehr. Heißt jetzt Rhein-Erft-Kreis

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 19.02.21 00:04

Wie stellst Du Dir das bitte vor? Die S-Bahngleise liegen südlich und Du möchtest mit extremen Höhenunterschied auf die Nord-Süd-Kohlenbahn rauf.

Davon abgesehen frage ich mich wie man von der Nord-Süd-Kohlenbahn in den heutigen Güterbahnhof von Niederaussem kommen soll. Derzeit muss dort eine Ehrenrunde um das Kraftwerk gedreht werden. Das ist fahrzeittechnisch bestimmt sehr attraktiv:-)).

Die Linie 7 könnte man auch nach Kerpen Rathaus verlängern.

Die Frage wird auch sein wie die Linie 4 finanziert werden werden soll. Da die Tagebaue ja schließen sollen wird ja einiges an Mitteln in die Infrastruktur fließen. Man kann natürlich mit diesen Mitteln auch neue Straßen finanzieren. Vielleicht ist das einigen hier viel lieber.
Strizie schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Erstmal eine S-Bahn Köln-Pulheim-Niederaussem-Zieverich-Bergheim-Horrem-Kerpen, mit der dann auch sämtliche große Ortschaften des nördlichen Erftkreises an die Schiene angeschlossen wären.
Was ein Unfug.

Den Erftkreis gibt es nicht mehr. Heißt jetzt Rhein-Erft-Kreis
Genau. Heißt jetzt nicht mehr Raider, sondern Twix. Geändert hat sich sonst aber nix. Es gibt also ihn immer noch, den Kreis, nur mit anderem Namen. Aber geschenkt.

Wenn die Haarspalterei der Sache dienlich ist, korrigiere ich mich natürlich: nördlicher RHEIN-Erft-Kreis. Ehemals Erftkreis. Bis 2003.
Strizie schrieb:
Die Frage wird auch sein wie die Linie 4 finanziert werden werden soll. Da die Tagebaue ja schließen sollen wird ja einiges an Mitteln in die Infrastruktur fließen. Man kann natürlich mit diesen Mitteln auch neue Straßen finanzieren. Vielleicht ist das einigen hier viel lieber.
Die 15 Milliarden aus dem Kohleausgleich für NRW sind längst verplant! Ein Großteil für die Schiene übrigens!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 08:35.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 19.02.21 11:05

PotsdamerEiche schrieb:
Strizie schrieb:
Die Frage wird auch sein wie die Linie 4 finanziert werden werden soll. Da die Tagebaue ja schließen sollen wird ja einiges an Mitteln in die Infrastruktur fließen. Man kann natürlich mit diesen Mitteln auch neue Straßen finanzieren. Vielleicht ist das einigen hier viel lieber.
Die 15 Milliarden aus dem Kohleausgleich für NRW sind längst verplant! Ein Großteil für die Schiene übrigens!
Man wird sehen was davon umgesetzt wird.

Im Rhein-Erft-Kreis kann man jedenfalls über jeden Meter Schiene für den schienengebundenen ÖPNV froh sein, denn sonderlich ÖPNV freundlich ist die Politik hier nicht eingestellt.

Selber ist der Rhein-Erft-Kreis ja nicht mal in der Lage einen attraktiven Regionalbusverkehr auf die Beine zu stellen.
Um so mehr darf man daran zweifeln, dass von den hochtrabenden Plänen auch nur irgendetwas umgesetzt wird.
PotsdamerEiche schrieb:
Die 15 Milliarden aus dem Kohleausgleich für NRW sind längst verplant! Ein Großteil für die Schiene übrigens!
Oha! Weißt Du da genaueres drüber?
Kölnbahner schrieb:
PotsdamerEiche schrieb:
Die 15 Milliarden aus dem Kohleausgleich für NRW sind längst verplant! Ein Großteil für die Schiene übrigens!
Oha! Weißt Du da genaueres drüber?
BMWi - Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen

entwurf-eines-strukturstaerkungsgesetzes-kohleregionen.pdf (bmwi.de)

Revier-S-Bahn ins Strukturstärkungsgesetz aufgenommen (erft-kurier.de)
PotsdamerEiche schrieb:
Kölnbahner schrieb:
PotsdamerEiche schrieb:
Die 15 Milliarden aus dem Kohleausgleich für NRW sind längst verplant! Ein Großteil für die Schiene übrigens!
Oha! Weißt Du da genaueres drüber?
BMWi - Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen

entwurf-eines-strukturstaerkungsgesetzes-kohleregionen.pdf (bmwi.de)

Revier-S-Bahn ins Strukturstärkungsgesetz aufgenommen (erft-kurier.de)
Stadtbahnbau als Kompensation gegen den Kohle-Strukturwandel, das hatten wir doch schonmal in NRW...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.02.21 17:19.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: cinéma

Datum: 21.02.21 03:41

Strizie schrieb:
Traurig dagegen finde ich, dass man auf der Linie 4 in Zukunft nur auf 70m-Bahnen setzt. Da könnte man ganz schnell wieder an die Kapazitätsgrenzen kommen.
Tja, wenn man die ursprünglichen Pläne umgesetzt hätte und die Mülheimer und Deutzer Nord-Süd-Tunnel gebaut hätte, wäre die 4 jetzt komplett unabhängig und wir bräuchten über 70 m-Bahnen nicht zu diskutieren. Hier zeigt sich wieder einmal, dass ein besonderer Bahnkörper kein adäquater Ersatz für einen Tunnel ist.
Wie dem auch sei: Solange das Stadtbahnnetz in Köln nicht massiv ausgebaut wird, braucht man über großartige Verlängerungen ins Umland nicht zu diskutieren. Dann allerdings kann man sich auch die Verkehrswende abschminken, denn die S-Bahn alleine wird es nicht richten.
Eine Stadtbahnlinie bis Niederaußem fände ich auch etwas schwachsinnig, da sollten se doch lieber auf die DB zurückgreifen, wenn se schon die S6 in die Richtung fahren lassen wollen, dann sollte die anstatt bis Mönchengladbach, in Rommerskirchen abbiegen auf Die Güterbahn in Richtung Niederaußem. Die Linie 4 oder auch die Li.1 sind schon lang genug. Es sei den, die KVB ändert den Linienplan und bringt neue Linien ins Spiel. So und so, wenn mal eine Verkehrswende endlich kommen soll, sollte sich die KVB mal langsam mehr Mühe geben. Denke die neue Chefin ist so toll.
cinéma schrieb:
Strizie schrieb:
Traurig dagegen finde ich, dass man auf der Linie 4 in Zukunft nur auf 70m-Bahnen setzt. Da könnte man ganz schnell wieder an die Kapazitätsgrenzen kommen.
Tja, wenn man die ursprünglichen Pläne umgesetzt hätte und die Mülheimer und Deutzer Nord-Süd-Tunnel gebaut hätte, wäre die 4 jetzt komplett unabhängig und wir bräuchten über 70 m-Bahnen nicht zu diskutieren. Hier zeigt sich wieder einmal, dass ein besonderer Bahnkörper kein adäquater Ersatz für einen Tunnel ist.
Wie dem auch sei: Solange das Stadtbahnnetz in Köln nicht massiv ausgebaut wird, braucht man über großartige Verlängerungen ins Umland nicht zu diskutieren. Dann allerdings kann man sich auch die Verkehrswende abschminken, denn die S-Bahn alleine wird es nicht richten.

Dem Stimme ich zu! Die KVB muss endlich mal aus dem Quark kommen und Umdenken. Neue Linien, neue Anschlüssen, es wäre soviel möglich. Sie kriegen doch jetzt schließlich soviel Geld zugesteuert. Widdersdorf hätte schon längst die Bahn haben können. Der Bauunternehmer Amand wollte der KVB sogar helfen dabei, ging nur dieser Streit um welche Linie. Soviel wäre möglich
So einfach ist das nicht. Die KVB kann nicht mal eben beschließen, wo irgendwelche Verlängerungen gebaut werden. Das sind politische Prozesse, die ihre Zeit dauern.

In Widdersdorf übrigens ganz besonders, wo man eigentlich sowie keine Bahn durch die schöne Lindenallee gebaut haben möchte (und wenn, dann bitte die 1 und nicht die 4, in der man dann neben dem Fußvolk sitzen müsste). Dass ein Teil der Trasse inzwischen mit einem Golfplatz überbaut ist, tut ihr Übriges.

Meiner Meinung nach hat sich die Verlängerung der 4 nach Widdersdorf erledigt.
cinéma schrieb:

Tja, wenn man die ursprünglichen Pläne umgesetzt hätte und die Mülheimer und Deutzer Nord-Süd-Tunnel gebaut hätte, wäre die 4 jetzt komplett unabhängig und wir bräuchten über 70 m-Bahnen nicht zu diskutieren. Hier zeigt sich wieder einmal, dass ein besonderer Bahnkörper kein adäquater Ersatz für einen Tunnel ist.
Nach deiner Aussage ließe sich ein Ausbau der Aachener Straße für 90-Meter-Züge ab Universitätsstraße oder Gürtel an der Oberfläche umsetzen. Warum sollte das dann zwischen Suevenstraße und Wiener Platz nicht auch möglich sein?

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 21.02.21 09:02

mannibreuckmann schrieb:
In Widdersdorf übrigens ganz besonders, wo man eigentlich sowie keine Bahn durch die schöne Lindenallee gebaut haben möchte (und wenn, dann bitte die 1 und nicht die 4, in der man dann neben dem Fußvolk sitzen müsste). Dass ein Teil der Trasse inzwischen mit einem Golfplatz überbaut ist, tut ihr Übriges.

Meiner Meinung nach hat sich die Verlängerung der 4 nach Widdersdorf erledigt.
Dann ließ Dir mal durch was in den verlinkten Dokumenten zum Golfplatz in Widdersdorf steht.

Die Verlängerung der Linie 1 nach Widdersdorf würde im Gegensatz zur Linie 4 die Buslinie 145 nicht ersetzen können, da diese außenrum um Lövenich fährt und das Ortszentrum nicht erschließt.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 21.02.21 09:17

Zitat
Tja, wenn man die ursprünglichen Pläne umgesetzt hätte und die Mülheimer und Deutzer Nord-Süd-Tunnel gebaut hätte, wäre die 4 jetzt komplett unabhängig und wir bräuchten über 70 m-Bahnen nicht zu diskutieren. Hier zeigt sich wieder einmal, dass ein besonderer Bahnkörper kein adäquater Ersatz für einen Tunnel ist.
Also - Leerluftzüge zwischen Widdersdorf und Oberaussem ???

Macht sich bemerkbar - auf der Kostenseite der Volkswirtschaftlichen Bewertung - die ja hier durch "Visionen" geschönt wurde.
Denn die Linie 4 ist und bleibt immer noch eine Stadtbahnlinie mit viel S-Bahn-Parallelverkehr und da kann ruhig bei 75 m (aber nicht bei den zu kurz gesprungenen 60 m wie bei Herrn Fenske mit seinen Fünftel-Langzügen) Schluss sein
S 6/S 11 rechtsrheinischen und S 12/S 13, manchmal auch S S 19 genannt linksrheinisch und geplant S 17 (nach Opladen rechtsrheinisch) und S 6 (nach Pulheim Sankt Ommeln linksrheinisch)

Anders sieht das auf der Stadtbahnlinie 16 und ggf auch 18 linksrheinisch und auf der Linie 1 rechtsrheinisch aus

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 21.02.21 09:21

Wenn die Stadt Köln Pförtnerampeln baut muss man auch Alternativen zulassen.

Man kann im Rhein-Erft-Kreis froh sein, wenn überhaupt neue Infrastruktur in Sachen schienengebundener ÖPNV gebaut wird.

Die Stadt Köln hingegen scheint Themen wie Ost-West-Stadtbahn ja lieber aufzuschieben, weil es den Koalitionsfrieden zerstören könnte. Wer so handelt darf sich nicht wundern, dass sich nichts bewegt.

Auch bei den Grünen scheint man der Meinung zu sein in Köln, dass derzeitige Stadtbahnnetz würde mit ein paar Ergänzungen in Zukunft schon ausreichen.

Von einer Machbarkeitsstudie für ein ergänzendes Straßenbahnnetz habe ich bei den Grünen jedenfalls nichts gelesen.

Ich denke viele geplante Projekte die derzeit in Köln im Raum stehen, werden einige hier nur noch im Rentenalter oder gar nicht mehr erleben.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 21.02.21 09:28

TBOAR (bt) schrieb:
Anders sieht das auf der Stadtbahnlinie 16 und ggf auch 18 linksrheinisch und auf der Linie 1 rechtsrheinisch aus

Hier sollte man allerdings auch nicht vergessen, dass insbesondere in Hürth vieles zugebaut wurde bzw. noch wird. In Brühl hat man von Brühl Süd bis Brühl Badorf ja auch viel neuen Wohnraum gebaut oder ist gerade dabei.

In Bornheim dagegen fährt die Linie 18 auch weitab von den Wohngebieten an den Ortsrändern bzw. auf dem Feld entlang. Dennoch steigen dort Fahrgäste ein und aus.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 21.02.21 09:45

Der Unterschied von der Linie 4 zu den Linie 16 und 18 ist, dass die Linie 4 dort enden soll, wo Fuchs und Hase nicht leben möchten, um sich Gute Nacht zu sagen, während 16 und 18 die Metropole und das Metropölchen Köln und Bonn als Verkehrsziele haben.
Aachen als Ziel der 4 wäre sichlich zu weit ... .

Sicherlich liegen beide Linien zwischenorts auch am Rande der Bebauung - bei den Rheindörfern der 16 war das Fahrrad immer schon das Verkehrsmittel der Wahl und bei der 18 entstehen, zumindest im Rhein-Sieg-Kreis, Ortsbuslinien und ein Fahrrad mit elektrischem Motörchen nimmt dem Vüürgebirch jeden schweißtreibenden Schrecken ...

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Gernot

Datum: 21.02.21 10:31

Strizie schrieb:
TBOAR (bt) schrieb:
Anders sieht das auf der Stadtbahnlinie 16 und ggf auch 18 linksrheinisch und auf der Linie 1 rechtsrheinisch aus

Hier sollte man allerdings auch nicht vergessen, dass insbesondere in Hürth vieles zugebaut wurde bzw. noch wird. In Brühl hat man von Brühl Süd bis Brühl Badorf ja auch viel neuen Wohnraum gebaut oder ist gerade dabei.

In Bornheim dagegen fährt die Linie 18 auch weitab von den Wohngebieten an den Ortsrändern bzw. auf dem Feld entlang. Dennoch steigen dort Fahrgäste ein und aus.
Dabei solltest du nicht übersehen, dass sowohl die Siedlungsstruktur als auch die Streckenführung der Vorgebirgsbahn schon etwas älter sind. Die Siedlungen im Bornheimer Raum waren - Bornheim selbst und Sechtem ausgenommen - an den Hängen des Vorgebirges gelegen. Die fruchtbaren Böden der Ebene waren Kappesland. Die vor über 120 Jahren gebaute Vorgebirgsbahn (damals Meterspur mit kleinen Dampflokomotivchen) führte aus Kostengründen unten in der Ebene an den Orten vorbei. Ihr Zweck war die Erschließung der Dörfer zwischen Köln und Bonn, an denen die Staatsbahn vorbeifuhr. Aber nicht so sehr zum Pendlertransport, sondern um das dort angebaute Gemüse der Kappesbuuren zu den Märkten in Köln und Bonn zu bekommen. Wenn der Bauer wollte, konnte er auch mitfahren.
Auch die Linienführung der Staatsbahn ist historisch nachvollziehbar: Schön gerade von Köln bis Kalscheuren, danach bis ans Brühler Schloß (damals eine Zweigresidenz der preußischen Könige!) und dann wieder in gerader Linie nach Bonn. Die ganzen kleinen Dörfer drumherum interessierten nicht weiter. Wenn ein Ort zufälligerweise(!) unmittelbar an der Strecke liegt, kann man da ja mal einen Bahnhof für den Lokalverkehr errichten. Das ist was ganz anderes als viele Nebenbahnen, die von einem Kirchturm zum nächsten kurvten.
Die Rheinuferbahn hingegen ist von Anfang an als elektrische Schnellbahn mit Lokal- und Güterverkehr zwischen Köln und Bonn konzipiert, konnte aber die wesentlichen Orte bei der Streckenführung nicht ignorieren: Im bebauten Kölner Stadtgebiet direkt am Rhein (da war Platz), dann an Rodenkirchen vorbei zum aufstrebenden Industrieort Sürth, weiter zum Hafen nach Godorf und anschließend neben der Reichsstraße (heutige B 9) nach Bonn hinein. Da das Rheinufer aber schon seit römischen Zeiten besiedelt ist, wurden Orte wie Wesseling oder Hersel zufälligerweise mit bedient. Dass ein Bahnanschluss schon vor über 100 Jahren zum Wachstum der Orte führte ist gut nachvollziehbar.
Hürth liegt doch eher am Rand all dieser Strecken. Alt-Hürth, Hermülheim und Efferen befinden sich an der alten römischen Hauptstraße von Köln nach Trier. Das heutige Hürther Zentrum ist eine Trabantenstadt aus den 1960ern und etwas später, also einer Zeit als der ÖPNV weitgehend als überflüssig angesehen wurde. Das Industriegebiet Knapsack hat man neben die Braunkohletagebaue gebaut und ihm zum Gütertransport einen Gleisanschluss gelegt. Etwas böswillig könnte man also sagen, dass die Hürther schon immer eher der Straße zugeneigt waren und die Schiene mehr am Rande wahrnahmen. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert.
Heute haben wir also die Situation, dass es linksrheinisch drei Bahnstrecken von Köln nach Bonn gibt. Alle drei unterscheiden sich durch ihre Streckenführung und alle drei sind gut frequentiert. Und da es im Kölner und Bonner Stadtgebiet keine nennenswerten und bezahlbaren Bauflächen mehr gibt, wird auf das Kappesland ausgewichen.
Doröm kütt dat Jemöös hückzedaach us Spanie un nit mieh us Sechtem un Walberberch. Denn do wunne mer jetz un do es kei Platz mieh för Ääpel, Bunne, Kappes un Schlot.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 21.02.21 11:59

TBOAR (bt) schrieb:
Der Unterschied von der Linie 4 zu den Linie 16 und 18 ist, dass die Linie 4 dort enden soll, wo Fuchs und Hase nicht leben möchten, um sich Gute Nacht zu sagen, während 16 und 18 die Metropole und das Metropölchen Köln und Bonn als Verkehrsziele haben.
Aachen als Ziel der 4 wäre sichlich zu weit ... .

Sicherlich liegen beide Linien zwischenorts auch am Rande der Bebauung - bei den Rheindörfern der 16 war das Fahrrad immer schon das Verkehrsmittel der Wahl und bei der 18 entstehen, zumindest im Rhein-Sieg-Kreis, Ortsbuslinien und ein Fahrrad mit elektrischem Motörchen nimmt dem Vüürgebirch jeden schweißtreibenden Schrecken ...
Man kann es so und so sehen. Wohnraum ist in Köln knapp und Teuer also weichen viele ins Umland aus.

Ich finde es gar nicht mal verkehrt, wenn der Schienenstrang schon liegt bevor die Leute dort in neue Wohngebiete ziehen. Köln-Widdersdorf ist ja eher so ein Negativbeispiel und wie man an Köln-Mengenich sieht ist es wesentlich schwieriger einen Schienenstrang nachträglich zu integrieren.

Diese Ortsbuslinien mit dem jetzigen Angebot gibt es ja noch nicht allzu lange. Die politische Haltung im Rhein-Sieg-Kreis hat sich gegenüber dem ÖPNV positiv entwickelt.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 21.02.21 12:11

Mich verwundert es sowieso, dass Bornheim sich mit der Ausweisung neuer Wohngebiete relativ zurückhält im Vergleich zu Hürth oder Brühl.

Na ja die Politik in Hürth ist sowieso ein Thema für sich. Man hat den Hürth-Park und baut 15 Minuten Fußweg entfernt ein zweites Einkaufszentrum (Eschweiler Str.), welches miserabel an den ÖPNV angeschlossen ist. Ein solches politisches Handeln muss man nicht begreifen.

Der Hürth-Park dürfte langsam aussterben und UCI wird dort sicherlich auch irgendwann verschwinden.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Gernot

Datum: 21.02.21 12:14

Strizie schrieb:
T
Ich finde es gar nicht mal verkehrt, wenn der Schienenstrang schon liegt bevor die Leute dort in neue Wohngebiete ziehen. Köln-Widdersdorf ist ja eher so ein Negativbeispiel und wie man an Köln-Mengenich sieht ist es wesentlich schwieriger einen Schienenstrang nachträglich zu integrieren.

Na ja, die Trasse wurde 50 Jahre frei gehalten. Nur dass den Leuten jetzt der Bau einer Straßenbahn auf der Grünfläche vor dem Balkon, bzw. der Haustür anscheinend nicht mehr vermittelbar war. Obwohl ich gar nicht weiß, ob die Stadt es überhaupt versucht hat, so mit Bürgerinfo usw.. Nachdem der Plan mit dem Tunnel unterm Görlingerzentrum (und der Verlängerungsmöglichkeit Richtung Pesch) gestrichen wurde kam es zu der jetzigen Sparlösung.
Man darf bei Bocklemünd/Mengenich nicht vergessen, dass der alte und der neue Ortsteil auch nach über 50 Jahren klientelmäßig scharf getrennt ist - und zwar genau durch die 50 Jahre freigehaltene Trasse.

Die Bürger in ihren Häuschen im alten Ortsteile sind eher PKW-affin: Die Linie 126 fährt im 30-Minuten-Takt, und niemand stört sich daran. Auch hier gilt Doppel-Garage statt Doppeltraktion.

Durch die 50 Jahre Freihaltung hat sich ein Grünzug entwickelt, den man nicht für eine Bahn hätte opfern wollen, die aus eigener Sicht maximal nice-to-have gewesen wäre. Das hätte eine Bürgerbeteiligung sicher auch ans Licht gebracht.

Die jetzige Linienführung bedient entsprechend die Interessen der sozial benachteiligten Menschen der Hochhäuser im neuen Ortsteil, die ohnehin keine Lobby haben. Insofern kann man sagen: Besser als gar nichts.
Strizie schrieb:
Wenn die Stadt Köln Pförtnerampeln baut muss man auch Alternativen zulassen.

Man kann im Rhein-Erft-Kreis froh sein, wenn überhaupt neue Infrastruktur in Sachen schienengebundener ÖPNV gebaut wird.

Die Stadt Köln hingegen scheint Themen wie Ost-West-Stadtbahn ja lieber aufzuschieben, weil es den Koalitionsfrieden zerstören könnte. Wer so handelt darf sich nicht wundern, dass sich nichts bewegt.

Auch bei den Grünen scheint man der Meinung zu sein in Köln, dass derzeitige Stadtbahnnetz würde mit ein paar Ergänzungen in Zukunft schon ausreichen.

Von einer Machbarkeitsstudie für ein ergänzendes Straßenbahnnetz habe ich bei den Grünen jedenfalls nichts gelesen.

Ich denke viele geplante Projekte die derzeit in Köln im Raum stehen, werden einige hier nur noch im Rentenalter oder gar nicht mehr erleben.
Angesichts von Corona ist es müßig, darüber zu urteilen, ob das bestehende Netz zukünftig ausreichen wird.

Auch wenn es keiner hören will: Eine Rückkehr zu unserem Leben vor Corona wird es mMn nicht geben. Möglicherweise muss die Mobilität nicht nur aus Klimagründen, sondern auch deshalb dauerhaft begrenzt werden.

Und dann wird man sehen, welchen Mobilitätsbwdarf es überhaupt noch gibt...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 20:20.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: cinéma

Datum: 21.02.21 14:22

mannibreuckmann schrieb:
Nach deiner Aussage ließe sich ein Ausbau der Aachener Straße für 90-Meter-Züge ab Universitätsstraße oder Gürtel an der Oberfläche umsetzen. Warum sollte das dann zwischen Suevenstraße und Wiener Platz nicht auch möglich sein?
Schau Dir mal den Gotenring oder die Berliner Straße an, dann wird Dir vielleicht der Unterschied klar werden!


mannibreuckmann schrieb:
Angesichts von Corona ist es müßig, darüber zu urteilen, ob das bestehende Netz zukünftig ausreichen wird.

Auch wenn es keiner hören will: Eine Rückkehr zu unserem Leben vor Corona wird es mMn nicht geben. Möglicherweise muss die Mobilität nicht nur aus Klimagründen, sondern auch deshalb dauerhaft begrenzt werden.

Und dann wird man sehen, welchen Mobilitätsbwdarf es überhaupt noch gibt...
Gerade der Klimawandel wird für volle Bahnen sorgen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 14:24.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Linie21

Datum: 21.02.21 15:08

mannibreuckmann schrieb:
Auch wenn es keiner hören will: Eine Rückkehr zu unserem Leben vor Corona wird es mMn nicht geben.
Das ist ein Widerspruch in sich, denn wenn es keiner (hören) will, wird es auch nicht so kommen. Die Rechtsprechung hat klargestellt, dass jede Einschränkung gut begründet und verhältnismäßig sein muss und das wird bald sukzessive nicht mehr der Fall sein, wenn ein immer größerer Teil der Bevölkerung geimpft ist. Corona wird vermutlich nicht vollständig verschwinden, aber von der Bedeutung für die Gesellschaft auf das Level anderer Krankheiten absinken, die an sich eine gewisse Gefahr darstellen, aber durch vorhandene Impfstoffe und Medikamente im Zaum gehalten werden. Also ein Level, mit dem die Gesellschaft leben kann und muss (und es schon immer getan hat).

Zitat:
Möglicherweise muss die Mobilität nicht nur aus Klimagründen, sondern auch deshalb dauerhaft begrenzt werden. Und dann wird man sehen, welchen Mobilitätsbwdarf es überhaupt noch gibt...
Mobilität muss nicht begrenzt werden, sie muss nur innerhalb des Modal Split verlagert werden. Wenn man sich den Anteil des MIV und des ÖV daran ansieht, wird schnell klar, dass bei einer anzustrebenden radikalen Reduktion des MIV eine gleichzeitige Reduktion des ÖV gar nicht möglich ist, im Gegenteil, dieser muss ansteigen. Es lassen sich nunmal nicht alle Wege zu Fuß oder per Fahrrad erledigen. Dementsprechend richtet man sich auch in der Verkehrsplanung aus, neue Strecken werden weiterhin geplant.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Linie21

Datum: 21.02.21 15:23

StrabfreundAlexcgn schrieb:
So und so, wenn mal eine Verkehrswende endlich kommen soll, sollte sich die KVB mal langsam mehr Mühe geben. Denke die neue Chefin ist so toll. [...] Die KVB muss endlich mal aus dem Quark kommen und Umdenken. Neue Linien, neue Anschlüssen, es wäre soviel möglich.
Das hört sich so an, als ob du erwartest, innerhalb kürzester Zeit nach Erhöhung der finanziellen Mittel für den ÖPNV-Ausbau und Neubesetzung eines Vorstandspostens bereits große Veränderungen wahrnehmen zu können. So einfach ist es lange nicht, zumal wie bereits häufig erwähnt wurde, ja immer noch die Lokalpolitik ihre Hand im Spiel hat.
Linie21 schrieb:
StrabfreundAlexcgn schrieb:
So und so, wenn mal eine Verkehrswende endlich kommen soll, sollte sich die KVB mal langsam mehr Mühe geben. Denke die neue Chefin ist so toll. [...] Die KVB muss endlich mal aus dem Quark kommen und Umdenken. Neue Linien, neue Anschlüssen, es wäre soviel möglich.
Das hört sich so an, als ob du erwartest, innerhalb kürzester Zeit nach Erhöhung der finanziellen Mittel für den ÖPNV-Ausbau und Neubesetzung eines Vorstandspostens bereits große Veränderungen wahrnehmen zu können. So einfach ist es lange nicht, zumal wie bereits häufig erwähnt wurde, ja immer noch die Lokalpolitik ihre Hand im Spiel hat.

Das ist dann falsch rüber gekommen! Nur sollte man mal langsam zusammen sitzen und was tun! Wir sind nee Millionenstadt mit einem sehr schlechten ÖPNV
cinéma schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Nach deiner Aussage ließe sich ein Ausbau der Aachener Straße für 90-Meter-Züge ab Universitätsstraße oder Gürtel an der Oberfläche umsetzen. Warum sollte das dann zwischen Suevenstraße und Wiener Platz nicht auch möglich sein?
Schau Dir mal den Gotenring oder die Berliner Straße an
Auf dem Gotenring ließe sich problemlos ein eigener Bahnkörper anlegen, ebenso zwischen dem zukünftigen S-Bahn-Halt Berliner Straße und Im Weidenbruch. Dort existiert ja auch schon eine oberirdische Trassenfreihaltung.
StrabfreundAlexcgn schrieb:
Wir sind nee Millionenstadt mit einem sehr schlechten ÖPNV
Nee, sind wir nicht. Millionenstadt ja, sehr schlechter ÖPNV nein. Klar gäbe es ne Menge zu verbessern, aber so schlecht, wie Köln immer gemacht wird, ist es bei weitem nicht.
mannibreuckmann schrieb:
(...) ebenso zwischen dem zukünftigen S-Bahn-Halt Berliner Straße und Im Weidenbruch. Dort existiert ja auch schon eine oberirdische Trassenfreihaltung.
Meinst du den Streifen ca. 50m östlich der Berliner Straße? Laut Guhgelmäpps stehen da mittlerweile mindestens 3 Gebäude drauf.
Nein, ich meine den Streifen 30 Meter nordwestlich der Berliner Straße.
Danke, Manni. Das wäre dann durch die Strebergärten richtig?
Genau. Wobei ich mir jetzt doch unsicher bin, ob das wirklich eine offizielle Trassenfreihaltung ist, sieht aber schwer danach aus.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: cinéma

Datum: 22.02.21 13:38

mannibreuckmann schrieb:
Auf dem Gotenring ließe sich problemlos ein eigener Bahnkörper anlegen,
Das wage ich zu bezweifeln. Wenn dort dann ein Fahrzeug auf der Fahrbahn liegen bliebe, kämen Rettungskräfte nicht mehr durch. Außerdem würde der besondere Bahnkörper nicht reichen, man bräuchte auch noch eine Ausnahmegenehmigung – für den Gotenring? Nunja, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und schließlich bliebe noch die Eisenbahnunterführung, auch dort ist eine Ende der Straßenbündigkeit nicht in Sicht.
Naja, mit einer Ausnahmegenehmigung, die jederzeit widerrufen werden kann, würde ich grundsätzlich nicht planen.

Würde die Trasse hinter der Haltestelle Suevenstraße auf die linke Straßenseite verlegt, bliebe rechts noch ausreichend Platz für den MIV inklusive Rettungsfahrzeuge.

Eine Trasse auf der linken Seite Richtung Mülheim wäre auch im Bereich Messe von Vorteil im Vergleich zur bestehenden Mittellage.

Braunkohlebahnen.

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 22.02.21 17:14

Die Nachnutzung der RWE Werksbahnen nach dem Ende des Braunkohleabbau aber auch Zechenbahnen im Ruhrgebiet als öffentliche Bahnen sowohl im Personen als auch im Güterverkehr sollte kein Tabuthema. Da gäbe es durchaus Potential für neues Verkehrsaufkommen. Ehemalige Braunkohletagebauten oder Zechen werden rekultiviert und es entstehen neue Siedlungen und Gewerbeflächen. Mit den vorhandenen Werksbahnen wäre schon mal eine Basis für Schienenverkehr vorhanden, man muß dieses Potential nur nutzen wollen.

Vergleich 4 zu 16/18 und Bebauung Bornheim

geschrieben von: Lz

Datum: 22.02.21 17:14

Strizie schrieb:
TBOAR (bt) schrieb:
Anders sieht das auf der Stadtbahnlinie 16 und ggf auch 18 linksrheinisch und auf der Linie 1 rechtsrheinisch aus

Hier sollte man allerdings auch nicht vergessen, dass insbesondere in Hürth vieles zugebaut wurde bzw. noch wird. In Brühl hat man von Brühl Süd bis Brühl Badorf ja auch viel neuen Wohnraum gebaut oder ist gerade dabei.

In Bornheim dagegen fährt die Linie 18 auch weitab von den Wohngebieten an den Ortsrändern bzw. auf dem Feld entlang. Dennoch steigen dort Fahrgäste ein und aus.
Das mit den Orträndern trifft im "Bornheimer Vorgebirge" aber nur auf die Ortschaften Dersdorf, Waldorf, Merten und Walberberg zu. In Roisdorf liegen die Haltepunkte bzw. in Bornheim (Ort) der Bahnhof ziemlich zentral.

Die Verbindung der beiden Großstädte bzw. eine Großstadt an beiden Streckenenden und die weiter fortschreitende Verstädterung der zw. Köln und Bonn liegenden Städte macht hier den Unterschied zur 4 und zukünftig/perspektivisch die über 75 m langen Züge notwendig.


Zitat
[...]
Mich verwundert es sowieso, dass Bornheim sich mit der Ausweisung neuer Wohngebiete relativ zurückhält im Vergleich zu Hürth oder Brühl.
Dann schau aber mal was genauer hin, in Bornheim (Gesamtstadt) ist auch einiges an Wohnbebauung in den letzten beiden Jahrzehnten entstanden. (Roisdorf: Sebastianusweg, Freiherr V. Stein-Str.; Waldorf/Kardorf: Theo-Dickkopp-Str/Schelmenpfad; Bornheim: Om Jeeßeberch, zuletzt Bornheimer Mühle;
aktuell stehen in Merten ein ziemlich großes Neubaugebiet am Bahnhof uns zwischen Bornheim und Derdorf an.

Gruß, Lz

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 22.02.21 17:20

TBOAR (bt) schrieb:
Der Unterschied von der Linie 4 zu den Linie 16 und 18 ist, dass die Linie 4 dort enden soll, wo Fuchs und Hase nicht leben möchten, um sich Gute Nacht zu sagen, während 16 und 18 die Metropole und das Metropölchen Köln und Bonn als Verkehrsziele haben.
Aachen als Ziel der 4 wäre sichlich zu weit ... .

Düren aber nicht.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 22.02.21 17:25

Auch der Bf Hürth-Kalscheuren liegt ja am Ortsrand und hat ja eher betriebsdienstliche als verkehrsdienstliche Bedeutung.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 22.02.21 17:32

Köln hat zwar einen vollwertigen Autobahnring, der allerdings abschnittsweise das Ende seiner Leistungskapazität erreicht hat. Aber wo bleibt ein durchaus sinnvoller S-Bahn Ring? Ach ich habe vergessen, in Köln-Niehl werden ja Stadt PKW, demnächst auch elektrisch gebaut und in Köln haben mehrere Importautohersteller ihre Deutschland-Niederlassung.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: TBOAR (bt)

Datum: 22.02.21 17:49

- wenn schon Iuliacum - weil bis dahin kommt och die Oecher Stroßebahn ...
Also ich finde die Idee rein gar nicht schwachsinnig,
da diese Linie dann in Zukunft auch mehrere Buslinien aufwerten wird und sehr wahrscheinlich auch nicht nur dafür genutzt wird, nach Köln zu kommen, sondern auch um im Rhein-Erft-Kreis herum zu reisen. Eine S-Bahn würde lange nicht so häufig halten und einen noch größeren Aufwand beim (Um-)Bau erfordern

ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 03:02

Hier der Link (PDF-Datei)

ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

Modul 6: Stadtbahnerweiterung Seite 13

Modul 7: Tangentiale Regionalstadtbahn Seite 14

Man scheint zumindest seitens des Rhein-Erft-Kreises eine Nachnutzung der Nord-Süd-Kohlenbahn auf der Schiene zu prüfen, was ja schon mal nicht schlecht ist.

Das wäre auch im Sinne der KVB, wenn das mit der Werkstatt in Frechen tatsächlich umgesetzt werden sollte.

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 03:13

215 122-3 schrieb:
Köln hat zwar einen vollwertigen Autobahnring, der allerdings abschnittsweise das Ende seiner Leistungskapazität erreicht hat. Aber wo bleibt ein durchaus sinnvoller S-Bahn Ring? Ach ich habe vergessen, in Köln-Niehl werden ja Stadt PKW, demnächst auch elektrisch gebaut und in Köln haben mehrere Importautohersteller ihre Deutschland-Niederlassung.
Im Süden baut man einfach einen zweiten Ring mit der neuen Brücke bei Godorf. Zusätzlich dazu wird die Rodenkirchener Brücke der A 4 durch ein Neubau ersetzt und spurmäßig noch mal erweitert.

Wie Du siehst nimmt man in Köln und Umland die propagierte Verkehrswende sehr ernst:-))).

Die A 542 bei Langenfeld sollte man auch ohne Probleme bis zur A 4 nach Frechen verlängern können.

Dann fehlt nur noch das Zwischenstück bis zur A 553 und schwupps hat man den westlichen zweiten Autobahnring fertig.
Niemand in Kölner Rathaus, aber auch nicht in der Landes- oder Bundesregierung nimmt die hohlen Worte zur Verkehrswende ernst.
Das sind nur Phrasen wie "familuenfreundlich". Jede Partei hat das in ihrem Wahlprogramm, weil es sich gut liest und schön anhört. Das war's dann aber auch schon. Ende Gelände.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: mannibreuckmann

Datum: 23.02.21 06:52

In dem Papier wird wird von weiter steigenden Pendlerzahlen vor allem nach Köln gesprochen. Diese Prognose müsste durch Corona aber erst einmal eintreffen...

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Gernot

Datum: 23.02.21 09:01

Strizie schrieb:
215 122-3 schrieb:
Köln hat zwar einen vollwertigen Autobahnring, der allerdings abschnittsweise das Ende seiner Leistungskapazität erreicht hat. Aber wo bleibt ein durchaus sinnvoller S-Bahn Ring? Ach ich habe vergessen, in Köln-Niehl werden ja Stadt PKW, demnächst auch elektrisch gebaut und in Köln haben mehrere Importautohersteller ihre Deutschland-Niederlassung.
Im Süden baut man einfach einen zweiten Ring mit der neuen Brücke bei Godorf. Zusätzlich dazu wird die Rodenkirchener Brücke der A 4 durch ein Neubau ersetzt und spurmäßig noch mal erweitert.

Wie Du siehst nimmt man in Köln und Umland die propagierte Verkehrswende sehr ernst:-))).

Die A 542 bei Langenfeld sollte man auch ohne Probleme bis zur A 4 nach Frechen verlängern können.
Die A 542 ist ein Fragment der einst geplanten A 54. Die sollte im Westen aber nicht nach Frechen führen, sondern über Bedburg und Geilenkirchen bis Sittard. Im Osten war eine Verlängerung über Solingen und Remscheid bis Lüdenscheid geplant.
Zitat:
Dann fehlt nur noch das Zwischenstück bis zur A 553 und schwupps hat man den westlichen zweiten Autobahnring fertig.

Nee, der westliche Teil des zweiten Rings ist schon fertig. Das ist die A 61. Du wirst dich vielleicht wundern, aber die Planung für den zweiten Kölner Autobahnring gab es in den 1970ern wirklich. Was komplett fehlt ist aber der östliche Teil. Der war geplant als Verlängerung der in Bottrop endenden A 31 (Emslandautobahn), die das westliche Ruhrgebiet bei Essen durchqueren und dann über Wuppertal - Remscheid- Overath - Siegburg - Bad Honnef bis ins Ahrtal zur A 61 führen sollte. Das sind alles Planungen aus der Zeit, als das deustche Autobahnnetz im Endausbau mehr als doppelt so lang sein sollte wie das derzeitige Netz.
Dann hat man sich aber entschlossen das alles doch nicht zu bauen, sondern stattdessen den bestehenden Ring zu erweitern. Damals auf 6 Spuren, die inzwischen nicht mehr ausreichen. Also sind das neue Ziel 8 bis 10 Spuren. Wer weiß, wann die nicht mehr ausreichen wenn nicht bald auch beim Güterverkehr auf die Schiene gesetzt wird.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Gernot

Datum: 23.02.21 09:09

mannibreuckmann schrieb:
In dem Papier wird wird von weiter steigenden Pendlerzahlen vor allem nach Köln gesprochen. Diese Prognose müsste durch Corona aber erst einmal eintreffen...
Das ist die momentan noch ungeklärte Frage nach den langfristigen Auswirkungen von Corona auf das Mobilitätsverhalten. Die einen gehen davon aus, dass nach dem Ende der Pandemie alles so sein wird wie vorher. Und die anderen meinen, dass man nun das Homeoffice als funktionsfähige(!) Alternative endeckt hat und deshalb die Pendlerzahlen auf einem deutlich niedrigeren Stand bleiben werden. Ich schätze, dass die Wahrheit mal wieder irgendwo in der Mitte liegen wird. Sicherlich gibt es Schreibtischjobs, die an drei von fünf Tagen auch zu Hause erledigt werden können. Aber was ist z.B. mit den ganzen Leuten, die vom Publikumsverkehr leben (Einzelhandel, Gastronomie, Schulen usw.), die zur Zeit aber wegen der Schließung ihrer Arbeitsplätze nicht pendeln?

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 23.02.21 09:59

Gernot schrieb:Zitat:
Das ist die momentan noch ungeklärte Frage nach den langfristigen Auswirkungen von Corona auf das Mobilitätsverhalten. Die einen gehen davon aus, dass nach dem Ende der Pandemie alles so sein wird wie vorher. Und die anderen meinen, dass man nun das Homeoffice als funktionsfähige(!) Alternative endeckt hat und deshalb die Pendlerzahlen auf einem deutlich niedrigeren Stand bleiben werden. Ich schätze, dass die Wahrheit mal wieder irgendwo in der Mitte liegen wird. Sicherlich gibt es Schreibtischjobs, die an drei von fünf Tagen auch zu Hause erledigt werden können. Aber was ist z.B. mit den ganzen Leuten, die vom Publikumsverkehr leben (Einzelhandel, Gastronomie, Schulen usw.), die zur Zeit aber wegen der Schließung ihrer Arbeitsplätze nicht pendeln?
Ich kenne da eher die Ansicht, dass sich die Fahrgastzahlen mittelfristig wieder auf das alte Niveau anheben, allerdings geben mir zwei Dinge zu denken:

1. Homeoffice wird vermehrt stattfinden, aber deutlich niedriger als jetzt. Nur ein Teil der jetzigen Arbeitnehmer wird weiterhin das Recht auf Homeoffice haben (keine Pflicht!) und dann auch nur ein Tag pro Woche oder zwei Wochen. Das heißt natürlich, dass gegenüber 2019 die Fahrgastzahlen etwas niedriger sein werden. Das wird sich folglich auch nicht gleich über alle Wochentage erstrecken. Man kann annehmen, dass v.a. Freitag, ggf. auch Montag ein Homeoffice-Tag sein wird.
Folglich verlängert es sich noch mehr, bis man die Fahrgastzahlen von 2019 wieder erreicht hat.

2. Es wird stark auf die Gefährdung im ÖV verwiesen, entweder werden öffentliche Verkehrsmittel stärker gemieden und stattdessen auf das Auto umgestiegen (tw. auch auf das Rad), so dass der Einbruch bei Fahrgastzahlen höher ist als im MIV. Das verändert aber auch die Verkehrsgewohnheiten dauerhaft, es werden auch mehr Autos angeschafft, so dass nun von einer Bewegung weg vom ÖV hin zum MIV und zum Rad ausgegangen werdne muss. Und ich zweifle, dass Staus nach dem Pandemie-Ende zum deutlichen Umschwung führen werden...

Insofern sehe ich erst sehr langfristig wieder einen Trend zum ÖV, der die 2019er Fahrgastzahlen überschreiten lässt.

Politisch flankierende Leistungen hin zum ÖV werden auch nicht so kommen, zumal sie finanziert werden müssen und nun das Geld der Krise wegen knapp wird und dann wird sehr gerne im Sozialen, in der Kultur und im öffentlichen Verkehr gespart.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer
Das steht - in meinem Reiseführer
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen
Rainald Grebe - Sachsen

Wer das ganze Lied hören möchte und nicht aus irgendeiner humorbefreiten Zone kommt, kann dem Link folgen: [www.youtube.com]

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: cinéma

Datum: 23.02.21 10:02

Da die Verkehrswende nicht diskutabel ist, denn der Klimawandel diskutiert nicht mit uns, werden wir ihn durchziehen müssen. Alleine das wird dem ÖPNV steigende Zahlen bescheren. Weiterhin haben wir eine steigende Weltbevölkerung, Deutschland ist ein reiches Land, also werden weiterhin viele Menschen hier hinkommen, um am Reichtum teil zu haben. Auch das wird einen steigenden Verkehr zur Folge haben denke ich.
Im Übrigen ist Homeoffice hoch umstritten, es gibt eine Menge Leute, die vom Homeoffice die Schn… gestrichen voll haben. Man mache mal Homeoffice mit kleinen Kindern – viel Spaß dabei!

Re: [K]/[BM] Stadtbahn nach Bergheim-Niederaussem ...

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 11:18

Mag sein 1970 habe ich noch nicht existiert. Fakt ist aber, dass man weiterhin sehr viel auf die Straße setzt trotz der propagierten Verkehrswende.

Die geplante Stadtbahn in Niederkassel kann man ja schon als Großprojekt für den ÖPNV bezeichnen, welches es mal alle 25-50 Jahre gibt.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Strizie

Datum: 23.02.21 11:30

Darüber lässt sich streiten. Der Reichtum in diesem Land wird immer mehr von unten nach oben verteilt.

Die Sozialtickets gibt es ja nicht umsonst.

Und das mit der Verkehrswende kann man kaum ernst nehmen.

Klar es fließt wieder mehr Geld in den SPNV und ÖPNV allerdings wird immer noch wesentlich mehr in den Straßenbau investiert.

Es wäre Bund und Land sicherlich möglich dies entsprechend zu ändern nur der Wille ist eben nicht da.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Black Eyed

Datum: 23.02.21 11:59

Strizie schrieb:
Zitat:
Darüber lässt sich streiten. Der Reichtum in diesem Land wird immer mehr von unten nach oben verteilt.
Durchaus ein sehr wichtiges Thema, zumal sich das gerade auch sehr deutlich in der Krise zeigt.
Wenn du dazu noch anmerken würdest, dass Friday for Future eher ein Thema einer elitären Gesellschaftsschicht ist (genauso wie es die 68er Studentenbewegung auch war), sagt das noch mehr aus. Zumal man hier auch den Kontrast zwischen reichen Städtern und eher ärmerer Landbevölkerung machen...


Strizie schrieb:
Zitat:
Die Sozialtickets gibt es ja nicht umsonst.
Deswegen habe ich als einen der beliebtesten Sparbereiche das Thema "Soziales" genannt, jetzt kannst du mal raten, wo dann schnell der Rotstift angesetzt werden könnte...


Strizie schrieb:
Zitat:
Und das mit der Verkehrswende kann man kaum ernst nehmen.
Zumal politisch die Antriebswende (des PKW) gerne als Verkehrswende missverstanden wird, obwohl eine Verkehrswende viel weitergehender ist, als nur der Wechsel von Verbrennungsmotor fossiler Brennstoffe hin zu einem Elektromotor in einem PKW.


Strizie schrieb:
Klar es fließt wieder mehr Geld in den SPNV und ÖPNV allerdings wird immer noch wesentlich mehr in den Straßenbau investiert.

Es wäre Bund und Land sicherlich möglich dies entsprechend zu ändern nur der Wille ist eben nicht da.
Wenn sich nach der Krise wieder stärker Staus bilden, in denen auch jene stehen, die sich frisch in der Krise und danach neue Autos angeschafft haben, kommt das genauso wieder hervor.

Man zudem natürlich auch verstehen, dass hier mehrere Punkte zusätzlich dazu kommen:
1. Politische Akteure kommen eher von älteren Alterskohorten. Dementsprechend ist hier Gesellschaftsbild geprägt. Insbesondere die Volksparteien haben hier ein größeres Problem
2. Die relevanten Wähler werden ebenso immer älter, was wiederum eher dazu führt, dass Rentenpolitik relevanter ist als Politik, die sich auf lange Zeit (mehrere Legislaturperioden!) positiv auswirken kann.

Man sieht ja zudem an der aktuellen Krise: Kurzfristigen Entwicklungen wird schneller reagiert als langfristigen. Man hätte beispielsweise beim ersten Lockdown massiv und schnell in die Schulen investieren müssen, anstatt sie außer Acht zu lassen - dieser Schaden lässt sich derzeit gar nicht erst beziffern. Es wird ja nicht nur dazu führen, dass großen Teilen einer Generation über eineinhalb Jahre Bildung fehlen wird und dementsprechend ihr späteres Einkommen massiv schlechter wird. Andere Schäde - bspw. psychischer Art - werden erst auf sehr langer Zeit sichtbar werden. Dagegen kann man Corona-Infizierte und Corona-Tote sehr gut messen (auch wenn das beides die Aluhut-Fraktion nicht wahrhaben will)....

Genauso läuft es mit der globalen Erwärmung bzw. dem menschengemachten Klimawandel auch (ich finde das Wort "Klimawandel" persönlich sehr unpassend, weil es impliziert, dass Klima etwas sehr stabiles wäre): Dessen Auswirkungen werden nur in sehr langen Vergleichszeiträumen sichtbar und diese reichen nicht aus um schockmäßig Gewohnheiten massiv zu brechen und zu ändern. Aber ebenso wenig, um Gewohnheitswandel einzuleiten.

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Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: mannibreuckmann

Datum: 23.02.21 14:22

Gernot schrieb:
Aber was ist z.B. mit den ganzen Leuten, die vom Publikumsverkehr leben (Einzelhandel, Gastronomie, Schulen usw.), die zur Zeit aber wegen der Schließung ihrer Arbeitsplätze nicht pendeln?
Sicher wird man in den Schulen irgendwann zum Präsenzunterricht zurückkehren, die Frage ist nur, in welchem Umfang. Schon jetzt stellen Lehrer fest, dass Distanzunterricht nicht nur eine coronabedingte Krücke darstellt, sondern je nach Fach und Alter der Schüler durchaus auch Vorteile haben kann, die man auch zukünftig nutzen sollte.

Bei Einzelhandel und Gastronomie wird man sehen müssen, was davon noch übrig ist nach Corona - oder ob dann schon Online-Versände und Bringdienste ihre Schäfchen ins Trockene gebracht und die Kunden dauerhaft ans sich gebunden haben.

Grundsätzlich geht es bei der Verkehrswende ja nicht nur um die Verlagerung von Verkehr im Sinne von MIV -> ÖPNV, sondern auch um die Verringerung von Verkehr insgesamt. Insofern ist es sinnvoll, dass die Menschen mehr zu Hause machen, anstatt ständig irgendwo hinzufahren.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: cinéma

Datum: 23.02.21 14:32

mannibreuckmann schrieb:
Sicher wird man in den Schulen irgendwann zum Präsenzunterricht zurückkehren, die Frage ist nur, in welchem Umfang. Schon jetzt stellen Lehrer fest, dass Distanzunterricht nicht nur eine coronabedingte Krücke darstellt, sondern je nach Fach und Alter der Schüler durchaus auch Vorteile haben kann, die man auch zukünftig nutzen sollte.
Ja? Welche Lehrer stellen das fest? Meine Frau ist Lehrerin, ihre Erfahrungen verlaufen vollkommen konträr zu dem, was Du hier schreibst. Distanzunterricht erhöht massiv die Ungleichheit, schwächere Schüler bleiben auf der Strecke. Sozial schlechter gestellte Familien können ebenfalls nicht mithalten.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: Gernot

Datum: 23.02.21 15:42

cinéma schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Sicher wird man in den Schulen irgendwann zum Präsenzunterricht zurückkehren, die Frage ist nur, in welchem Umfang. Schon jetzt stellen Lehrer fest, dass Distanzunterricht nicht nur eine coronabedingte Krücke darstellt, sondern je nach Fach und Alter der Schüler durchaus auch Vorteile haben kann, die man auch zukünftig nutzen sollte.
Ja? Welche Lehrer stellen das fest? Meine Frau ist Lehrerin, ihre Erfahrungen verlaufen vollkommen konträr zu dem, was Du hier schreibst. Distanzunterricht erhöht massiv die Ungleichheit, schwächere Schüler bleiben auf der Strecke. Sozial schlechter gestellte Familien können ebenfalls nicht mithalten.
Dem kann ich nur zustimmen. Ich hab mich in den letzten Moanten öfters mit Lehrern/innen unterhalten und auch mit einer ganzen Menge Schülern/innen. Da habe ich niemanden gesprochen, der den Distanzunterricht der Präsenz vorziehen möchte, auch wenn einige Schüler das am Anfang cool fanden weil sie sich besser den Lehrern entziehen konnten.
Mag sein, dass Homeoffice nach Corona stärker genutzt wird, aber die Zahl der Pendler dürfte sich bestenfalls um 10% verringern.

Re: ÖPNV Zukunftspapier Rhein-Erft-Kreis

geschrieben von: mannibreuckmann

Datum: 23.02.21 17:09

cinéma schrieb:
mannibreuckmann schrieb:
Sicher wird man in den Schulen irgendwann zum Präsenzunterricht zurückkehren, die Frage ist nur, in welchem Umfang. Schon jetzt stellen Lehrer fest, dass Distanzunterricht nicht nur eine coronabedingte Krücke darstellt, sondern je nach Fach und Alter der Schüler durchaus auch Vorteile haben kann, die man auch zukünftig nutzen sollte.
Ja? Welche Lehrer stellen das fest? Meine Frau ist Lehrerin, ihre Erfahrungen verlaufen vollkommen konträr zu dem, was Du hier schreibst. Distanzunterricht erhöht massiv die Ungleichheit, schwächere Schüler bleiben auf der Strecke. Sozial schlechter gestellte Familien können ebenfalls nicht mithalten.
Es stimmt, dass sozial schwächere Schüler derzeit durch den Distanzunterricht benachteiligt sind. Das spricht aber nicht grundsätzlich gegen Distanzunterricht, sondern es zeigt, dass bei uns gesellschaftlich ganz andere Schuhe drücken, die in einer Krise wie derzeit eben besonders ins Gewicht fallen.