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Tw666 schrieb:
Nein, da hast du mich jetzt falsch verstanden :)

Ich fordere nicht die Bundeswehr abzuschaffen, sondern günstiger zu machen und kritisiere dabei das 2%-Ziel. Ich denke dazu europäisch, sprich ein 2%-Ziel der EU wäre deutlich sinnvoller und tragbarer.
Dazu müsste die Bundeswehr effizienter sein, eine desolate Bundeswehr wie aktuell verschlingt Unmengen Geld ohne so richtig was zu leiste. Nein, ich rede nicht von der Gorch-Forck-Misere sondern bspw. von nicht einsatzbereitem echtem Equipment. Einem Segelschulschiff sollte schon aus Prestigegründen ein "Blankoscheck" ausgestellt werden (Plakativ gesprochen).

Wie du richtig schreibst, ist es vollkommen sinnvoll die Infrastrukturkosten mit einzubeziehen - über defekte Brücken rollt kein Panzer, auch ein Militärzug ist langsam, wenn es dauernd BÜ-Störungen oder Rotausleuchtungen gibt (nicht das das ein Problem wäre) oder (um beim Thema Winter zu bleiben) im Krisenfall Strecken tagelang nicht passierbar sind...
Nun, eine Forderung nach einer Abschaffung habe ich bei dir auch nicht heraus gehört, und die Zählweise, Infrastrukturkosten zu den Verteidigungsausgaben hinzu zu rechnen, würde mindestens einem pensioniertem US-General nichts ausmachen. (Im Kalten Krieg hatten wir sogar ziemlich hohe Ausgaben in dem Bereich, denn es hat sehr viele Maßnahmen zu geben, einem Möchtegern-Eroberer das Leben schwer zu machen.)

Ich sehe aber andererseits kaum Einsparungspotenzial bei der Bundeswehr. Im Grunde haben die Politiker seit 1990 die "Friedensdividende" völlig überzogen. So wurde nicht nur die gesamte Mannschaftsstärke herunter gefahren, sondern auch bewährte Planungsstäbe ersatzlos gestrichen. Deren Arbeit macht sich nicht von selber, und wird heutzutage oftmals eher schlecht als recht von völlig überteuerten externen und fachfremden Beratern übernommen. Zugleich fehlt es an Geld für Ersatzteile. Die Bundeswehr ist aber in mancher Hinsicht eine Behörde, die sich an ihre Vorschriften halten muss. Wenn also etwa laut Dokumentation ein Bauteil in einem Eurofighter seine maximale Einsatzdauer überschritten hat, wird es ausgebaut. Steht kein Ersatzgerät im Regal, wird der Flieger als "nicht einsatzfähig" markiert und erst einmal abgestellt. Solche Nachrichten gehen dann natürlich gerne durch die Presse.

Also, mehr Geld für das zum Teil marode Gerät und Ersatz teurer Berater durch kostengünstigere bundeswehrinterne Stäbe. Summa summarum dürfte es trotzdem etwas teurer werden, fürchte ich, aber so tief stecke ich natürlich nicht drin.

Übrigens: Man hört normalerweise nur von Gerät, das nicht funktioniert. Sind die Probleme erst einmal gelöst, schwindet das öffentliche Interesse. Die Korvetten der Klasse K130 laufen mittlerweile ähnlich gut wie die Transportflieger A400M. Die neuen Helikopter Airbus H145M für die SOF-Flieger der Luftwaffe haben es beispielweise nie in die Schlagzeilen geschafft, denn die wurden geplant, gebaut, ausgeliefert und funktionieren ohne größere Probleme.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.02.21 11:51.
Ich kann nur über meine persönliche Beobachtung in MD berichten.

Tagelang wurde im Vorfeld vor einen möglichen Wintereinbruch gewarnt, der dann als große Überraschung tatsächlich eintrat. Da es ein Sonntag war, lies man die Tatras im Betriebshof, ich habe jedenfalls keine Tatra-Bahn in Magdeburg gesehen. Es dauerte dann auch nicht lange und das Niederflurgerödel fuhr sich fest. Dann hat man einen halben Tag damit verbracht, diese Bahnen irgendwie zu bergen. Inzwischen gab es überall Stillstand und das gesamte Netz wehte sprichwörtlich zu. Die Versuche am Abend mit den Tatrabahnen Durchzuspuren waren zum Scheitern verurteilt.

Ich will als Außenstehender hier keine klugen Ratschläge verteilen, aber wenn man ein gesamtes Netz zuwehen lässt, dann passiert das, was in Magdeburg und anderen Ortes auch passiert ist. Warum man nicht einzelne Tatrabahnen zum Spuren in die Umläufe gesteckt hat, ist mir jedenfalls nicht erklärlich. Die Kritik am Winterdienst halte ich nach eignem Erleben für vorgeschoben. Die Strecken sind nicht zugeschoben worden, sondern sie wurden einfach zugeschneit.

Soviel mal von mir, rein subjektiv. Trotzdem hat die MVB im Nachgang alles gegeben. Das muss man auf jeden Fall respektvoll anerkennen!

VG Günter
Zugeweht, zugeschneit oder zugeschoben - hat es denn in Magdeburg keinen Eisregen gegeben?
Das muss sich nicht mal widersprechen. Ich bin mir sehr sicher, dass die MVB nicht alles richtig gemacht hat. So sind den Bildern zu folge nur dort Bahnen liegengeblieben, wo es derzeit eine Betriebsruhe gibt (ich kenne keine Bilder das auf dem Linienweg der N1/N8 Bahnen liegen geblieben sind.) Was natürlich nichts heißen muss, mir aber aufgefallen ist.
Bis gestern konnte man durchaus die N2 wieder als Bahn fahren. Das brauch dann durch die Umleitung einen Umlauf mehr, aber es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Dann wären zumindest beide Betriebhöfe angebunden bzw. die Nachtschicht könnte Arlam schlagen wenn es auf den zulaufstrecken Probleme gibt.
Den betreffenden Sonntag hat es durchaus extrem gestürmt. Ich halte die Argumentation mit den Verwehungen durchaus für plausibel. Und natürlich wird eine Betriebseinstellung verfügt, bevor sämtliche Fahrzeuge flächig im Netz verteilt sind. Die Entscheider werden sich derartige Entscheidungen sicher nicht leicht machen.
Zumal: Die MVB haben nicht genug Tatras um Sonntags alle Umläufe zu bestückten. Mal abgesehen davon das die Winterdiensttatras auch mehrfach entgleist sind. (Mindestens 1x hat die MVB das auch öffentlich dokumentiert.)
Auf der Strecke nach Südost war es in der Tat so, dass der Winterdienst den Schnee vom rechten Fahrstreifen auf das Gleis links daneben geschoben hat. Mag sein, dass die MVB zu dem Zeitpunkt dort noch nicht mit einer Bahn durchgefahren war (das kann ich nicht beurteilen), allerdings hat der städtische Winterdienst der MVB die Arbeit nicht leichter gemacht...
Natürlich muss man die Verlautbarungen der MVB (und aller anderen Unternehmen) auch immer einordnen. Klar werden Krokodilstränen vergossen, wenn etwas nicht klappt, ohne zu erwähnen das man auch schon im Vorfeld einiges hätte besser machen können. Die das aber nichts mehr ging nehme ich der MVB ab. Zumal: Es haben verdammt viele Verkehrsbetriebe in einem breiten Streifen von NRW bis Leipzig an jenem Sonntag kapituliert, einschließlich der Verkehrsbetriebe Harz. Und denen würde ich jetzt nicht unbedingt Inkompetenz beim Umgang mit Schnee unterstellen. ;)
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