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Hallo,

anbei ein Kommentar aus dem Tagesspiegel zur Absage an die U8-Verlängerung.

Berlin rechnet es kaputt
Das Nein zur Verlängerung der U8 ist falsch

Der Senat hat seine Pläne zum U-Bahn-Ausbau vorgestellt. Die 50.000 Einwohner des Märkischen Viertels werden davon – erneut – enttäuscht. Ein Kommentar von GERD APPENZELLER

Müssen die fast 50.000 Einwohner des Märkischen Viertels auf ihren U-Bahn-Anschluss warten, bis die CDU in Berlin mal wieder mitregiert? Regine Günther hat der Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel am Dienstag eine Absage erteilt. Allerdings einigte sich der Senat darauf, eine Verlängerung der U7 zu prüfen.
Es sieht so aus, als negiere die grüne Verkehrssenatorin Fakten auch deshalb, weil die Berliner Christdemokraten so vehement für die Fortführung der U-Bahnlinie 8 ins Märkische Viertel kämpfen. Eine andere Erklärung als ideologische oder parteipolitische Blindheit findet sich jedenfalls nicht, weshalb die seit vielen Jahren auf dem Tisch liegende Planung nicht umgesetzt werden soll. Regine Günther lässt die Sinnhaftigkeit der Fortführung dieser U-Bahn einfach kaputt rechnen. So kann man natürlich jedes Konzept in den Müll befördern.

Das sind die Fakten: Der Tunnel der U-Bahnlinie 8 ist über den jetzigen Endbahnhof Wittenau hinaus bereits auf 400 Meter Länge im Rohbau fertig. Er müsste nur weitergeführt werden. Jetzt fahren stündlich 35 Busse, um die Bewohner des Märkischen Viertels aus den abgelegenen Hochhaussiedlungen zum U- und S-Bahnhof Wittenau zu bringen.

Ihnen künftig statt der Fortführung der U-Bahn eine Straßenbahn anzubieten, bedeutet nach wie vor einen Systemwechsel. Jeder Umsteigevorgang aber, der mit dem Wechsel auf ein anderes Verkehrsmittel verbunden ist, kostet Zeit und Attraktivität.

Die Heidekrautbahn ist keine Alternative

Heute ist das Märkische Viertel, in dem keine wohlhabenden Menschen wohnen, mit privaten Autos vollgestellt. Warum wohl? Weil der Nahverkehr einfach nicht attraktiv genug ist. Die Argumentation der Senatorin, die Heidekrautbahn im Osten des Märkischen Viertels sei ja bereits im Bau und böte eines Tages eine verlockende Alternative zur U-Bahn, ist hanebüchen.


(...)
[www.tagesspiegel.de]

Viele Grüße
Abteil

+ Pro Reisekultur und intelligente Netzausbauten

- Contra grell ausgeleuchtete Großräume und Prestigebauten ohne Zielfahrplan

Ba-Wü? Warum nicht?

geschrieben von: Der Zeuge Desiros

Datum: 17.02.21 18:01

"...damit das Bundesgeld des GVFG nicht weiter jedes Jahr zu über 50% nach BaWü fließt."

Och...

ich glaube, damit haben einige User dieses Forums keine Probleme. Die aktuellen Reaktivierungs-Diskussionen beispielsweise, wo auch kräftig Bundes-GVFG-Geld winkt, gehen ja auch in die gleiche Richtung. In Ba-Wü werden Machbarkeitsstudien auf den Weg gebracht, während Sachsens Verkehrsministerium dagegen sogar behauptet, für noch in Betrieb befindliche (Güter-)Strecken gäbe es diese Fördersätze gar nicht. Deutlicher kann man Desinteresse kaum zum Ausdruck bringen.

Gruß

Heiko

http://www.desiro.net/Signatur-Deutschl.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 18:02.
Zum Thema Märkisches Viertel kann man als Nicht-Berliner immer wieder nur staunen. Ein Blick auf die Landkarte, und es schreit förmlich nach U-Bahn. Gibt es eine weitere Stelle in Deutschland, wo eine U-Bahnstrecke so kurz vor einem Großwohnsiedlung endet?

- Es heißt, die Fahrgastprognosen seien mau. Wie kann das sein, bei der Besiedelungsdichte, bei dem Bus-Takt?

- Kann die U-Bahn das Viertel überhaut sinnvoll erschließen, oder ist auch nach Verlängerung für die meisten ein Umstieg erforderlich? Ich würde sagen, mit einer U-förmigen Trasse und 3-4 Haltestellen müsste es sich erschließen lassen, ist sowas realistisch?

- Wollen die Bewohner überhaupt mit der U8 in die Stadt, oder werden die dennoch auf die S-Bahn umsteigen? Wie sind da die Reisezeiten und Reiseziele im Vergleich?

Fragen über Fragen. Aber wir Münchner dürfen nicht lästern. Demnächst haben wir in Freiham das gleiche: Großwohnsiedlung, neu gebaut, und der Schienenanschluss lässt auf sich warten. Obs auch so ewig dauernd wird wie im Märkischen Viertel? Die Wette gilt, liebe Berliner! ;-)

Re: Ba-Wü? Warum nicht?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 17.02.21 19:05

Der Zeuge Desiros schrieb:
ich glaube, damit haben einige User dieses Forums keine Probleme. Die aktuellen Reaktivierungs-Diskussionen beispielsweise, wo auch kräftig Bundes-GVFG-Geld winkt, gehen ja auch in die gleiche Richtung. In Ba-Wü werden Machbarkeitsstudien auf den Weg gebracht, während Sachsens Verkehrsministerium dagegen sogar behauptet, für noch in Betrieb befindliche (Güter-)Strecken gäbe es diese Fördersätze gar nicht. Deutlicher kann man Desinteresse kaum zum Ausdruck bringen.
Die Sache hat zwei Seiten. Ja, du hast recht, wer viel für die Schiene tut, soll auch belohnt werden. Und da macht BW vieles richtig, andere Regionen sind wahrlich ignorant.

Aber: Führt das nicht dazu, dass Gegenden ohen guten ÖV immer mehr ins Hintertreffen geraten? WO der ÖV mal hinterherhinkt, hat er wenig Nutzer, wenig Lobby, entscheidet keine Wahlen - und schon trocknen die Mittel noch mehr aus, ein Teufelskreis? Wäre ein Länderschlüssel, wie bei den Regionalisierungsmitteln, nicht die bessere Variante (ich dachte, das gabs beim GVFG mal)?
nozomi07 schrieb:
Zum Thema Märkisches Viertel kann man als Nicht-Berliner immer wieder nur staunen. Ein Blick auf die Landkarte, und es schreit förmlich nach U-Bahn. Gibt es eine weitere Stelle in Deutschland, wo eine U-Bahnstrecke so kurz vor einem Großwohnsiedlung endet?

- Es heißt, die Fahrgastprognosen seien mau. Wie kann das sein, bei der Besiedelungsdichte, bei dem Bus-Takt?

- Kann die U-Bahn das Viertel überhaut sinnvoll erschließen, oder ist auch nach Verlängerung für die meisten ein Umstieg erforderlich? Ich würde sagen, mit einer U-förmigen Trasse und 3-4 Haltestellen müsste es sich erschließen lassen, ist sowas realistisch?

- Wollen die Bewohner überhaupt mit der U8 in die Stadt, oder werden die dennoch auf die S-Bahn umsteigen? Wie sind da die Reisezeiten und Reiseziele im Vergleich?
1. Leider gibt es genügend solche Beispiele. Bei mir in der Nähe entsteht die Europacity, ein gigantisches Bauvorhaben zwischen Berliner Hauptbahnhof und Wedding auf 1,5 km Länge. Obwohl die im Bau befindliche S 21 hier vorbeigeht, wurde der S-Bf Perleberger Str. am Nordende des Neubaugebietes eingespart. Nun wird vom Senat eher unverbindlich auf eine Realisierung eventuell nach 2030 verwiesen, aber keine Schritte eingeleitet.

2. Der catch-22 an der Sache Märkisches Viertel, so zumindest immer wieder angeführt (und da bin ich wirklich nur der Bote, will mir diese Meinung nicht zu eigen machen), ist: Entweder man würde die U8 geradlinig über Wilhelmsruher Damm (die Durchgangsstaße südlich des Viertels) bauen oder einmal schräg in die Mitte des Zentrums. Dann wäre die Linie für viele Menschen angeblich zu weit weg und zu wenige würden vom Bus umsteigen. Oder man wählt eine komplizierte, elipsenförmige Trasse. Dann steigen die Baukosten. So oder so sei die magische 1 angeblich verfehlt.

3. Die S-Bahn ist attraktiver für mittlere bis weite Ziele ab Wittenau wie Gesundbrunnen, die U-Bahn eher für die näheren bis mittleren Ziele. Ein Problem ist sicher, dass keine der beiden Bahnen eine Querverbindung nach Tegel Ort bietet, eins der regionalen Zentren im Norden. Das ist vielleicht auch wieso die Rechenexperten behaupten, die heutigen Buspassagiere würden nicht umsteigen.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Wieder eine SPD-Dummheit

geschrieben von: SvenT

Datum: 17.02.21 21:20

Zitat
Da gehts um eine Linie, die große Wohngebiete, einen Bahnhof am Ring und den Flughafen verbindet. Dürfte vor allem für Flughafen-Bedienstete sehr interessant sein! Ich finde das alles andere als überflüssig. Genaueres kann natürlich nur eine NKU aussagen, aber plausibel ist diese Verbindung sehr wohl.
Ach, und die MA aus Tegel wohnen alle in Neukölln oder was? Apropos, der Bahnhof am Ring heisst Neukölln und jetzt rate mal, was von dort zum BER fährt. Nennt sich S-Bahn. Falls du den Bahnhof Südkreuz meintest, auch da kannst du dich bei der SPD wegen Dummheit bedanken. Die Dresdner Bahn wäre normalerweise schon längst fertig und würde damit vielen Berlinern den FEX zum Flughafen bescheren.

Nur weil im Netzplan der Flughafen keine U-Bahn hat, muss man den @#$%& nicht bauen. Es ging Jahrzehnt auch auch Schnellbahn. Jetzt müssen es gleich alle sein, oder was?

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Wohin gehen die anderen 50%?

geschrieben von: SvenT

Datum: 17.02.21 21:27

Hallo Heiko,

ich dachte bisher immer, dass der Großteil der GVFG-Mittel nach Bayern geht. Die CSU hat doch nicht umsonst seit Jahrzehnten drittklassiges Personal nach Berlin geschickt.
Wenn jetzt BW auch noch 50% hat, was kriegt dann der Rest?

Im Süden plant man schon mal vorab etwas aus, damit man loslegen kann, wenn sich der Geldtopf öffnet. Ein Umstand, den viele Landesregierungen nicht kapieren. Das Beispiel Sachsen ist da eines der besonderen Negativbeispiele. Mit Kenia ist es ja auch nicht besser geworden - zum Glück aber auch nicht schlechter.

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Nur ein Wort: Hamburg!

geschrieben von: SvenT

Datum: 17.02.21 21:32

Die Hansestadt fängt langsam an, die jahrzehntelangen Fehler zu korrigieren. Die Verlängerung der U4 und die U5 werden ja nicht wie bisher in die Peripherie verlängert.

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: Wieder eine SPD-Dummheit

geschrieben von: nozomi07

Datum: 17.02.21 21:49

SvenT schrieb:
Ach, und die MA aus Tegel wohnen alle in Neukölln oder was? Apropos, der Bahnhof am Ring heisst Neukölln und jetzt rate mal, was von dort zum BER fährt. Nennt sich S-Bahn. Falls du den Bahnhof Südkreuz meintest, auch da kannst du dich bei der SPD wegen Dummheit bedanken. Die Dresdner Bahn wäre normalerweise schon längst fertig und würde damit vielen Berlinern den FEX zum Flughafen bescheren.

Nur weil im Netzplan der Flughafen keine U-Bahn hat, muss man den @#$%& nicht bauen. Es ging Jahrzehnt auch auch Schnellbahn. Jetzt müssen es gleich alle sein, oder was?
Ich wundere mich über diese emotionale Überdrehtheit. Das ist nur ne U-Bahn. Da geht die Welt nicht von unter.

Die U7 verbindet große Wohngebiete im Bereich Buckow-Rudow mit dem Bahnhof Schönefeld (S- und Rebionalbahnanschluss) und dem Flughafen. Ich sehe da eine ganze Reihe an neuen Fahtmöglichkeiten! Nicht jeder will von der Innenstadt zum Flughafen, gerade für Mitarbeiter sind die angrenzenden Wohngebiete entscheidend.

"Es ging Jahrzehnte ohne Schnellbahn" klingt nach Fortschrittsverweigerung; eine Killerphrase.
Baron schrieb:
1. Leider gibt es genügend solche Beispiele. Bei mir in der Nähe entsteht die Europacity, ein gigantisches Bauvorhaben zwischen Berliner Hauptbahnhof und Wedding auf 1,5 km Länge. Obwohl die im Bau befindliche S 21 hier vorbeigeht, wurde der S-Bf Perleberger Str. am Nordende des Neubaugebietes eingespart. Nun wird vom Senat eher unverbindlich auf eine Realisierung eventuell nach 2030 verwiesen, aber keine Schritte eingeleitet.

2. Der catch-22 an der Sache Märkisches Viertel, so zumindest immer wieder angeführt (und da bin ich wirklich nur der Bote, will mir diese Meinung nicht zu eigen machen), ist: Entweder man würde die U8 geradlinig über Wilhelmsruher Damm (die Durchgangsstaße südlich des Viertels) bauen oder einmal schräg in die Mitte des Zentrums. Dann wäre die Linie für viele Menschen angeblich zu weit weg und zu wenige würden vom Bus umsteigen. Oder man wählt eine komplizierte, elipsenförmige Trasse. Dann steigen die Baukosten. So oder so sei die magische 1 angeblich verfehlt.

3. Die S-Bahn ist attraktiver für mittlere bis weite Ziele ab Wittenau wie Gesundbrunnen, die U-Bahn eher für die näheren bis mittleren Ziele. Ein Problem ist sicher, dass keine der beiden Bahnen eine Querverbindung nach Tegel Ort bietet, eins der regionalen Zentren im Norden. Das ist vielleicht auch wieso die Rechenexperten behaupten, die heutigen Buspassagiere würden nicht umsteigen.
Danke für diese gut verständliche Darlegung. Klingt so, als sei die Sache nicht einfach. Mich wundert nur, dass da nie jemand ein Konzet entwickelt hat. Mit der richtigen Mischung aus U-Bahnverlängerung, und Tram-Querverbindung Richtung Tegel müsste sich doch was machen lassen.

Man kann viel über das richtige Maß an Tram und U-Bahn diskutieren - nur Busse scheint mir jedenfalls keine Lösung.
Abteil schrieb:
anbei ein Kommentar aus dem Tagesspiegel zur Absage an die U8-Verlängerung.

Der Senat hat seine Pläne zum U-Bahn-Ausbau vorgestellt. Die 50.000 Einwohner des Märkischen Viertels werden davon – erneut – enttäuscht. Ein Kommentar von GERD APPENZELLER
Woraufhin ein findiger Leser des Blattes am 16.2.2021 um 19.37 Uhr einen Kommentar zum Kommentar mit Verweis auf einen Artikel in selbigem Blatt absetzte:

Zitat
Das dachte ich auch immer, Herr Appenzeller. Bis ich diesen Artikel in einer bekannten Berliner Tageszeitung las: klick.
Der Link verweist auf den Tagesspiegel-Artikel vom 25.9.2019:

Zitat

Ist ja nur Geld

geschrieben von: SvenT

Datum: 17.02.21 22:32

Zitat
Ich wundere mich über diese emotionale Überdrehtheit. Das ist nur ne U-Bahn. Da geht die Welt nicht von unter.
Es ist eine Ressourcenverschwendung! Eine U-Bahn ist ein innerstädtisches Verkehrsmittel, um in dicht besiedelten Gebieten, attraktiven ÖPNV anbieten zu können. Es gibt eine Reihe von Ecken in Berlin, die noch heute auf diesen Anschluss warten.

Ein Flughafen mit S-Bahn alle 10 Minuten, FEX alle 15 Minuten, sowie weitere Regionalbahnen braucht erst einmal keinen weiteren Schienenanschluss.
Wer also von einer U7 zum BER redet, dem unterstelle ich Böswilligkeit oder Dummheit, da er dringende Themen nicht sieht.

Grüße
Sven

The light at the End of the Tunnel is the Light of an oncoming train.


Re: Ist ja nur Geld

geschrieben von: LIW

Datum: 17.02.21 23:07

Unterstellen sollte man gar nichts. Die Leute, die dort arbeiten, müssen auch schon mal hin. Eine U7-Anbindung kann dabei nicht schaden.
Insgesamt ist der BER nach "Ost-Berlin" bisher wesentlich besser angeschlossen als in den früheren Westteil. Das ist schon ein struktureller Mangel, einseitig schlechte Erreichbarkeit, gerade bei einem Flughafen, bei dem es um Tempo beim Reisen geht, für alle.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 23:07.

Re: Ist ja nur Geld

geschrieben von: nozomi07

Datum: 18.02.21 01:50

SvenT schrieb:
Es ist eine Ressourcenverschwendung! Eine U-Bahn ist ein innerstädtisches Verkehrsmittel, um in dicht besiedelten Gebieten, attraktiven ÖPNV anbieten zu können. Es gibt eine Reihe von Ecken in Berlin, die noch heute auf diesen Anschluss warten.

Ein Flughafen mit S-Bahn alle 10 Minuten, FEX alle 15 Minuten, sowie weitere Regionalbahnen braucht erst einmal keinen weiteren Schienenanschluss.
Wer also von einer U7 zum BER redet, dem unterstelle ich Böswilligkeit oder Dummheit, da er dringende Themen nicht sieht.
Aus dem ganzen Bereich Rudow/Buckow gibts eben keinen Schienenanschluss zum BER. Was nützt den Leuten dort, dass es einen Schienenanschluss nach irgendwo anders gibt? Dicht besiedelt trifft auf diese Ecke durchaus zu.

Nicht jeder, der eine andere Meinung hat als du, ist "böswillig" oder "dumm". Solches Gepolter ersetzt keine Argumente. Mich überzeugen deine Worte nicht, mir scheint die U7 durchaus sinnvoll. Muss natürlich geprüft werden.
nozomi07 schrieb:
Baron schrieb:
2. Der catch-22 an der Sache Märkisches Viertel, so zumindest immer wieder angeführt (und da bin ich wirklich nur der Bote, will mir diese Meinung nicht zu eigen machen), ist: Entweder man würde die U8 geradlinig über Wilhelmsruher Damm (die Durchgangsstaße südlich des Viertels) bauen oder einmal schräg in die Mitte des Zentrums. Dann wäre die Linie für viele Menschen angeblich zu weit weg und zu wenige würden vom Bus umsteigen. Oder man wählt eine komplizierte, elipsenförmige Trasse. Dann steigen die Baukosten. So oder so sei die magische 1 angeblich verfehlt.
Danke für diese gut verständliche Darlegung. Klingt so, als sei die Sache nicht einfach. Mich wundert nur, dass da nie jemand ein Konzet entwickelt hat. Mit der richtigen Mischung aus U-Bahnverlängerung, und Tram-Querverbindung Richtung Tegel müsste sich doch was machen lassen.

Man kann viel über das richtige Maß an Tram und U-Bahn diskutieren - nur Busse scheint mir jedenfalls keine Lösung.
Das Problem ist: die U8 wäre nicht für viele "angeblich" zu weit weg, sie wäre tatsächlich zu weit weg. Das MV ist eben das Ergebnis autoorientierter Stadtplanung, es eben nicht für eine hochwertige Schienenanbindung geplant. Das hieße nämlich, z.B. eine stark besiedelte Siedlungsachse zu definieren, deren Schwerpunkte (Schulen, Einkaufszentren, Supermärkte, Bibliotheken...) alle paar hundert Meter konzentriert sind - idealerweise den Stationsstandorten.

Wie ist es im MV? Ausgerechnet der Wilhelmsruher Damm zwischen Bahnhof Wittenau und Märkischem Zentrum gehört zu den dünner besiedelten Teilen des MV. Die Großstrukturen sind um den Senftenberger Ring und den Dannenwalder Weg verteilt - die sich dummerweise auch noch nördlich und südlich der U-Bahn-Trasse befinden. Der Senftenberger Ring hat seinen Namen auch nicht umsonst, was die Erschließung per U-Bahn nicht vereinfacht.

Folge: der größte Teil der MV-Bewohner*innen müsste weiterhin mit dem Bus zur U8 fahren und würde allenfalls etwas früher in die U-Bahn umsteigen. Der minimale Fahrzeitvorteil (der Wilhelmsruher Damm ist auch nicht wirklich staugefährdet) lockt sicher niemanden hinter dem Ofen hervor. Zugleich, und das ist das eigentliche Problem, ist nach den bisherigen Erfahrungen in Berlin mit erheblichen Einschnitten ins Busnetz zu rechnen - infolgedessen wäre die S1 wesentlich schlechter erreichbar, ebenso wie wie westlich und südwestlich vom MV gelegenen Stadtteile. Gerade für diese Relationen nützt die U8 exakt nicht, sie sind von ihrer Bedeutung her aber nicht zu unterschätzen - nicht umsonst endet keine einzige MV-Buslinie am Bahnhof Wittenau.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!

Re: Ist ja nur Geld

geschrieben von: def

Datum: 18.02.21 06:30

nozomi07 schrieb:
SvenT schrieb:
Es ist eine Ressourcenverschwendung! Eine U-Bahn ist ein innerstädtisches Verkehrsmittel, um in dicht besiedelten Gebieten, attraktiven ÖPNV anbieten zu können. Es gibt eine Reihe von Ecken in Berlin, die noch heute auf diesen Anschluss warten.

Ein Flughafen mit S-Bahn alle 10 Minuten, FEX alle 15 Minuten, sowie weitere Regionalbahnen braucht erst einmal keinen weiteren Schienenanschluss.
Wer also von einer U7 zum BER redet, dem unterstelle ich Böswilligkeit oder Dummheit, da er dringende Themen nicht sieht.
Aus dem ganzen Bereich Rudow/Buckow gibts eben keinen Schienenanschluss zum BER. Was nützt den Leuten dort, dass es einen Schienenanschluss nach irgendwo anders gibt? Dicht besiedelt trifft auf diese Ecke durchaus zu.
Über acht Milliarden Menschen weltweit haben keinen Schienenanschluss zum BER.

So manche Großwohnsiedlung (v.a. das Falkenhagener Feld, Heerstraße, Wasserstadt Oberhavel - das MV ist in dieser Hinsicht fast noch gut erschlossen) in Berlin hat keinerlei Schienenanschluss, weder zum BER noch sonst wohin. Und anstatt endlich mittels eines Spandauer Straßenbahnnetzes einen Großteil dieser Wohngebiete eine Schienenanbindung zu geben (und keine so halbherzige wie die nun geprüfte U7 zur Heerstraße, die gemeinsam mit den starken Einschnitten ins Busnetz viele Wege eher verlängert), soll nun also die einzige überhaupt gut und zentral per Schiene erschlossene West-Berliner Großsiedlung für realistischerweise 1 Mrd. EUR an einen Flughafen angebunden werden, der auch bestens ins Schienennetz integriert ist. (Machen wir uns nichts vor: die 700-800 Mio. EUR sind bloße Propaganda, das wären weniger als 100 Mio. EUR pro Kilometer.)

Auch bei der U7 ist übrigens zu erwarten, dass für viele die Anbindung Schönefelds und des Flughafens sogar schlechter würde - der 171er bindet schließlich Gebiete fernab der U7 an diese an.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
def schrieb:
Das Problem ist: die U8 wäre nicht für viele "angeblich" zu weit weg, sie wäre tatsächlich zu weit weg. Das MV ist eben das Ergebnis autoorientierter Stadtplanung, es eben nicht für eine hochwertige Schienenanbindung geplant. Das hieße nämlich, z.B. eine stark besiedelte Siedlungsachse zu definieren, deren Schwerpunkte (Schulen, Einkaufszentren, Supermärkte, Bibliotheken...) alle paar hundert Meter konzentriert sind - idealerweise den Stationsstandorten.

Wie ist es im MV? Ausgerechnet der Wilhelmsruher Damm zwischen Bahnhof Wittenau und Märkischem Zentrum gehört zu den dünner besiedelten Teilen des MV. Die Großstrukturen sind um den Senftenberger Ring und den Dannenwalder Weg verteilt - die sich dummerweise auch noch nördlich und südlich der U-Bahn-Trasse befinden. Der Senftenberger Ring hat seinen Namen auch nicht umsonst, was die Erschließung per U-Bahn nicht vereinfacht.

Folge: der größte Teil der MV-Bewohner*innen müsste weiterhin mit dem Bus zur U8 fahren und würde allenfalls etwas früher in die U-Bahn umsteigen. Der minimale Fahrzeitvorteil (der Wilhelmsruher Damm ist auch nicht wirklich staugefährdet) lockt sicher niemanden hinter dem Ofen hervor. Zugleich, und das ist das eigentliche Problem, ist nach den bisherigen Erfahrungen in Berlin mit erheblichen Einschnitten ins Busnetz zu rechnen - infolgedessen wäre die S1 wesentlich schlechter erreichbar, ebenso wie wie westlich und südwestlich vom MV gelegenen Stadtteile. Gerade für diese Relationen nützt die U8 exakt nicht, sie sind von ihrer Bedeutung her aber nicht zu unterschätzen - nicht umsonst endet keine einzige MV-Buslinie am Bahnhof Wittenau.
Eine vergleichsweise schnell mögliche konkrete Verbesserung für den Dannenwalder Weg wäre der Bau eines S-Bahnhalts an der Schorfheidestraße. Kombiniert mit einer größeren Fahrradabstellanlage - und die dortige Buslinie 221 mitgedacht - ergäben sich für einen Teil der Bewohner/innen des südlichen MV etwas bessere Zugangsmöglichkeiten zur schon vor dem MV vorhandenen S-Bahn.

Leider scheinen solche naheliegenden kleinen Verbesserungen im Bezirk Reinickendorf auf freundliches Desinteresse zu stoßen. Wer den Schwerpunkt bei der U-Bahn setzen will, wie die bezirkliche Mehrheit in Reinickendorf, wird sich wegen der hohen Baukosten der U-Bahn in den meisten Fällen mit der Schwerpunktsetzung des U-Bahnbaus in anderen Bezirken abfinden müssen. Vielleicht führt die Schwerpunktsetzung des Senats auf Verlängerungen der U 7 in den Bezirken Spandau, Neukölln und in Brandenburg ja bei einigen Bezirken zu einem Erkenntnisgewinn.

Dann hätte dieser Senatsbeschluß tatsächlich auch einen positiven Aspekt,
Marienfelde.
Marienfelde schrieb:
Eine vergleichsweise schnell mögliche konkrete Verbesserung für den Dannenwalder Weg wäre der Bau eines S-Bahnhalts an der Schorfheidestraße. Kombiniert mit einer größeren Fahrradabstellanlage - und die dortige Buslinie 221 mitgedacht - ergäben sich für einen Teil der Bewohner/innen des südlichen MV etwas bessere Zugangsmöglichkeiten zur schon vor dem MV vorhandenen S-Bahn.

Leider scheinen solche naheliegenden kleinen Verbesserungen im Bezirk Reinickendorf auf freundliches Desinteresse zu stoßen.
Ja, das stimmt. Und der östliche Teil des Dannenwalder Wegs wird ganz gut durch die neue Station "Pankow Park" an der wiederaufzubauenenden Stammstrecke der Heidekrautbahn erschlossen. Leider wird dieser Haltepunkt bei Eröffnung der Strecke sein Potential bei weitem nicht erfüllen, weil die Fahrt kurz darauf in Wilhelmsruh schon wieder vorbei ist und die Züge nur alle 30 min verkehren sollen.

Wenn dem Bezirk also wirklich etwas an einer Verbesserung der Schienenanbindung des MV gelegen ist, sollte er sich dafür einsetzen, dass möglichst bald die Planungen für den S-Bahnhof Schorfheidestraße, die Verlängerung der Heidekrautbahn zum Gesundbrunnen und ihr Ausbau mindestens bis zum Wilhelmsruher Damm für einen 15- oder gar 10-min-Takt beginnen. Letzteres liefe dann wahrscheinlich auf eine niveaufreie Lösung am jetzigen Bahnübergang Wilhelmsruher Damm hinaus, was auch der Startschuss für die Straßenbahnplanungen sein könnte.

Für den seit 25 Jahren überfälligen Ausbau der Kremmener Bahn sollte er sich auch einsetzen, und das könnte vielleicht dabei helfen, dass die U8 irgendwann positiver zu bewerten ist - wenn es nämlich an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik eine nicht nur theoretische Umsteigemöglichkeit und einen 10-min-Takt auf der S25 gibt, könnte die Kombination U8/S25 auch für tangentiale Wege interessant werden. Beim aktuellen Zustand ist sie es sicher nicht.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 09:29.

Re: Ist ja nur Geld

geschrieben von: nozomi07

Datum: 18.02.21 13:30

def schrieb:
Über acht Milliarden Menschen weltweit haben keinen Schienenanschluss zum BER.

So manche Großwohnsiedlung (v.a. das Falkenhagener Feld, Heerstraße, Wasserstadt Oberhavel - das MV ist in dieser Hinsicht fast noch gut erschlossen) in Berlin hat keinerlei Schienenanschluss, weder zum BER noch sonst wohin. Und anstatt endlich mittels eines Spandauer Straßenbahnnetzes einen Großteil dieser Wohngebiete eine Schienenanbindung zu geben (und keine so halbherzige wie die nun geprüfte U7 zur Heerstraße, die gemeinsam mit den starken Einschnitten ins Busnetz viele Wege eher verlängert), soll nun also die einzige überhaupt gut und zentral per Schiene erschlossene West-Berliner Großsiedlung für realistischerweise 1 Mrd. EUR an einen Flughafen angebunden werden, der auch bestens ins Schienennetz integriert ist. (Machen wir uns nichts vor: die 700-800 Mio. EUR sind bloße Propaganda, das wären weniger als 100 Mio. EUR pro Kilometer.)
Ich bin immer skeptisch, wenn ein Beitrag mit einer dumpfen Killerphrase beginnt. Und wenn das einzige Gegenargument sich darin erschöpft, dass woanders auch ein Ausbau nötig wäre.

Nichts davon spricht gegen die Verlängerung der U7.

So sehr ich deinen Ausführungen zum Märkischen Vietel folgen kann (danke dafür)! Aber Argumente gegen die U7-Verlängerung sehe ich nicht.
Diesem Mythos der Verschlechterung des Busverkehrs möchte ich aber nochmal etwas entgegensetzten. Die Neuroganisation des Oberflächenverkehrs nach Bau ein Schnellbahn ist nicht nur folgerichtig sondern auch geboten. Buss haben die Aufgabe des Zubringerverkehrs zu Schnellbahnen und das ist auch gut so.

Und dann wird gleichzeitig in Bezug auf das Märkische Viertel beklagt, das weiterhin Busse fahren müssen. Sorry, aber man muss sich schon entscheiden.
Natürlich muss die Feinverteilung weiterhin mittels Bussen geschehen. Das kann dann aber ein kleiner Quartiersbus sein, der, wie passend, einmal den Ring abfährt.
Und hier die Heidekrautbahn als Alternative für das MV zu verkaufen, empfinde ich fast schon als Frechheit. Die ist mindest 1km von allen Zielen des MV weg!
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