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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Nachdem jahrzehntelang außer der von der Bundesregierung der Stadt förmlich aufgenötigten "Kanzler-U-Bahn" es einen weitgehenden Stillstand beim U-Bahnausbau gab, überbieten sich nun die Lokalpolitiker*innen im Wahlkampf darin, U-Bahnverlängerungen zu versprechen. Nachdem auch die grüne Spitzenkandidatin dies in abgeschwächter Form getan hat, knickt nun auch die Verkehrssenatorin ein. Hatte noch ihr Nahverkehrsplan von den vielen Vorteilen der Straßenbahn gegenüber der U-Bahn geschwärmt und sie sich angeblich anfangs geweigert, U-Bahnoptionen überhaupt nur ansatzweise zu untersuchen, will die MoPo in einem Artikel hinter Zahlbarriere laut Wiedergabe der Berliner Ztg erfahren haben, dass am Dienstag Günther vor die Presse treten wird, um die Verlängerung der U7 sowohl zur Heerstr Nord als auch nach Schönefeld anzupreisen. Der Westzweig der U6 nach Tegel Flughafen und die Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel seien vom Tisch, die Verlängerung nach Mexikoplatz noch ungeklärt. Dies seien die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien.

Es bleibt abzuwarten, was von der gegenwärtigen wahlbededingten U-Bahnbau-Euphorie sich tatsächlich ins nächste Regierungsprogramm retten kann. Dass ausgerechnet die U7-Verlängerungen den höchsten Mehrwert mit sich bringen sollen, wird hier doch so manchen skeptisch machen. Wie wir neulich schon durchgekaut haben, bringt die U7 Süd ja nur etwas für Bewohner*innen von Britz südwärts. Schon ab S-Bf Neukölln dürfte der Fahrzeitvorteil nicht mehr als 3 Minuten betragen, und dafür müsste äußerst dünn besiedeltes Gebiet auf einer Entfernung vergleichbar Zoo-Ostbf untertunnelt/bebaut werden. Die Skepsis gegenüber dem Wideraufleben des sinnfreien massiven Kurz- und Mittelstreckenfliegens ist dabei noch nicht mit eingerechnet. Sinn machen würde die Verlängerung mE nur, wenn hier im Südosten analog zu Wannsee, Spandau oder dem geplanten Karower Kreuz eine allgemeine Umsteigemöglichkeit zwischen Fern-, Regional-, S- und U-Bahn angestrebt wird, was soweit ich weiß noch nicht wirklich Bestandteil der Planung ist.

Und bei der Spandauer Verlängerung ist sehr die Frage, ob die U-Bahn tatsächlich im Kosten-Nutzen-Vergleich effizienter als die mögliche S-Bahnverlängerung oder eventuelle Reaktivierungen von Güterbahnlinien die Verkehrsströme bedienen würde. Wiederum würde ich zusätzlich hierzu eher für ein eigenes Straßenbahnnetz Spandau ähnlich wie in Potsdam plädieren.

Natürlich wurmt mich als Moabiter Lokalpatriot auch, dass die wiederentdeckte Liebe für die U-Bahn erst stattfand, als der (planungstechnische) Zug für Moabit schon abgefahren ist. Die Verlängerung der M10-Straßenbahn zum U-Bf Turmstr. sollte laut der Planung der 90er Jahre dazu dienen, einen großen Straßenbahnring Mitte-Prenzl Berg-Friedrichshain-Xberg-Neukölln-Schöneberg-Charlottenburg-Mitte zu bilden. Nun wurde die Linie zweckentfremdet, um die Aufgaben der vorher geplanten U5-Westverlängerung zu übernehmen. Aber darüber haben wir ja schon reichlich gestritten. Die Frage nun ist eher, was man von der Wende im Verkehrssenat und bei den Grünen halten soll.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer
Hallo!

Ich füge mal einen Link vom RBB ein: [www.rbb24.de].

Gerade für Bewohner der nordwestlichen Stadtteile war die Schließung des Flughafens Tegel eine bedeutende Verschlechterung. Man war ja in vergleichsweise kurzer Zeit am Airport. Nun dauert die Anfahrt wesentlich länger und ist damit nicht so attraktiv. Da ist es schon gut, einmal Gedanken zu machen, wie man hier relativ schnelle Verbindungen anbieten kann.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 17:38.
Baron schrieb:
[...]
Und bei der Spandauer Verlängerung ist sehr die Frage, ob die U-Bahn tatsächlich im Kosten-Nutzen-Vergleich effizienter als die mögliche S-Bahnverlängerung oder eventuelle Reaktivierungen von Güterbahnlinien die Verkehrsströme bedienen würde. Wiederum würde ich zusätzlich hierzu eher für ein eigenes Straßenbahnnetz Spandau ähnlich wie in Potsdam plädieren.
[...]

Da quirlst du aber gerade mächtig durcheinander. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. In der Machbarkeitsstudie wurde die Verlängerung zur Heerstraße in verschiedenen Varianten untersucht. Das sind völlig andere Verkehrsströme, als die S-Bahn nach Finkenkrug mit einem möglichen Abzweig ins Falkenhagener Feld bedienen würde. (i2030-Korridor)

Vorzugsvariante ist aber offenbar mal wieder die eierlegende Wollmilchsau. Vom Rathaus Spandau erstmal südostwärts unter die Pichelsdorfer und dann im großen Bogen westwärts unter die Heerstraße. 5 Stationen (Ziegelhof, Pichelsdorfer, Gatower, Sandstr. und Magistratsweg) bei 8 Minuten Fahrzeit und massiven Streichungen im Busnetz.

Frau Senatorin hat auch keinesfalls erklärt jetzt losbauen zu wollen oder irgendwas der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am Dienstag soll lediglich das Ergebnis der 4 Machbarkeitsstudien im Senat vorgestellt werden und ggf. über die Einleitung einer Nutzen-Kosten-Untersuchung beraten werden.

Eurocity341 schrieb:
Hallo!

Ich füge mal einen Link vom RBB ein: [www.rbb24.de].

Gerade für Bewohner der nordwestlichen Stadtteile war die Schließung des Flughafens Tegel eine bedeutende Verschlechterung. Man war ja in vergleichsweise kurzer Zeit am Airport. Nun dauert die Anfahrt wesentlich länger und ist damit nicht so attraktiv. Da ist es schon gut, einmal Gedanken zu machen, wie man hier relativ schnelle Verbindungen anbieten kann.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Soll das ein schlechter Witz sein? Die Schönefeld-Anbindung hat sich für Spandau überhaupt nicht geändert. Die RB14 fährt ohne Umstieg bis zum Flughafen, jetzt sogar direkt unter das Terminal. Und ebenso gibt es mit der S9 bereits die Direktverbindung. Keine andere Verbindung ist schneller als die RB14, schon gar nicht die unterirdische Stadtrundfahrt mit der U7.
Köstlich. Jeden Tag tolle Meldungen aus der Politik. Trotz Corona scheint Geld für Investitionen im Überfluss vorhanden zu sein.
Oder gab es noch etwas zu beachten?
Ach ja, es geht ja bald schon wieder um Posten und Pöstchen...

"Die Wahl zum 19. Berliner Abgeordnetenhaus findet voraussichtlich am 26. September 2021 statt"

Nach den Wahlen in Berlin und Bund wird es neue Erkenntnisse geben. Da bin ich mir ganz sicher.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 19:17.
Eurocity341 schrieb:
Ich füge mal einen Link vom RBB ein: [www.rbb24.de].

Gerade für Bewohner der nordwestlichen Stadtteile war die Schließung des Flughafens Tegel eine bedeutende Verschlechterung. Man war ja in vergleichsweise kurzer Zeit am Airport. Nun dauert die Anfahrt wesentlich länger und ist damit nicht so attraktiv. Da ist es schon gut, einmal Gedanken zu machen, wie man hier relativ schnelle Verbindungen anbieten kann.
Mal davon abgesehen, dass die Schließung von Tegel für die Bewohner der nordwestlichen Stadtteile eine bedeutende Vefbesserung, und keine bedeutende Verschlechterung darstellt, bringt die U7 denen sicher keine schnelle Verbindung zum Flughafen. Siemensbahn und S21 sowie der FEX über die Dresdner Bahn werden da die schnelleren Alternativen sein.
Hallo!

Die Verschlechterung bezog sich darauf, dass z. B. die Einwohner von Spandau jetzt bedeutend längere Anfahrtswege und -zeiten zum BER haben. TXL war ja fast das "Wohnzimmer" für die Menschen in der dortigen Umgebung. Jetzt muss wesentlich mehr Zeit investiert werden. Vom Fluglärm her ist das natürlich absolut richtig erkannt, dass dies eine klare Verbesserung ist.

Also gibt es zwei Seiten der Medaille.

Vorteil: wesentlich weniger Fluglärm

Nachteil: wesentlich längere Anfahrtswege und -zeiten zu den Flugverbindungen.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Schönefeld ist als nahtloser Anlieger direkt auf dem Weg zu einer 42.000 Ew. Stadt.
Auch Rudow entwickelt sich an der Stadtgrenze kontinuierlich. Vom Einwohnerzuwachs und der Verdichtung im Raum Altglienicke mal ganz abgesehen. Da ist die Verknüpfung mit der südlichen Verkehrsdrehscheibe Schönefeld ein logischer Schluss. Zumal perspektivisch auch von Schönefeld direkte Verbindungen in Richtung SO/O/NO geschaffen werden sollen (Außenring S-Bahn mit =/~ Strom?). Und Verbindungen mit RE/RB/IC ins Berliner Umland sind ja auch in viele Richtung gegeben. Da muß man nicht unbedingt über die Stadtbahn fahren. Da werden für viele Berliner, die Umlandziele, wesentlich besser erreichbar. Die bessere Verbindung zum Flughafen, dürfte in der Zukunft für die U7 nur eine angenehme Zusatzfunktion sein.
Nur hätte dieser Schritt, vor dem Bau der zusätzlichen Fahrspuren, zwischen Rudow und Schönefeld, geplant und durchgeführt werden sollen.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.21 11:27.
bsbw schrieb:
Köstlich. Jeden Tag tolle Meldungen aus der Politik. Trotz Corona scheint Geld für Investitionen im Überfluss vorhanden zu sein.
Oder gab es noch etwas zu beachten?
Ach ja, es geht ja bald schon wieder um Posten und Pöstchen...

"Die Wahl zum 19. Berliner Abgeordnetenhaus findet voraussichtlich am 26. September 2021 statt"

Nach den Wahlen in Berlin und Bund wird es neue Erkenntnisse geben. Da bin ich mir ganz sicher.
Das Kalkül dieser Manöver könnte auch defensiver sein:
Man will sich eine Schwarz-Weiss Kampagne pro U-Bahn statt pro Tram ersparen
und vermeidet mit der Einbeziehung der U-Bahn Thematik einen Lagerwahlkampf mit angreifbaren Einzelpositionen.

So bleibt alles eine große Soße - alle wollen alles, aber am Ende
werden einige die Tramprojekte wieder in den Giftschrank schieben (für Westberlin 100%ig)
und andere die U-Bahn-wünsch-ich-mir-Welt auf ein Projekt bündeln (immerhin), auf dass man immer verweisen kann wenn wieder polemisiert wird.
Das lässt sich dann doch recht einfach zuordnen und vorhersehen. So kann jeder weiterhin wählen, was nach dem 26. September 2021 geschachert werden soll.
Um mehr gehts nicht. Und nicht im wendiger!

BG, InterRailer26+



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 21:51.
Ich habe in Rudow und Oslo Wohnungen. Für mich wäre es schöner ob die alte SL47 wiedereröffnet wurde. Aber eine Verlängerung der U-bahn ist auch OK.
Pio schrieb:
Schönefeld ist als nahtloser Anliger direkt auf dem Weg zu einer 42.000 Ew. Stadt.
Während also die Vielleicht-mal-irgendwann-42.000-Einwohner-Gemeinde Schönefeld neben zahlreichen S- und Regionalbahnverbindungen ganz, ganz dringend noch eine U-Bahn braucht, dürfen die 60.000 Einwohner_innen in Panketal und Bernau und die 80.000 Einwohner_innen entlang der S5 weiterhin mit eingleisigen S-Bahn-Strecken und einem 20-min-Takt Vorlieb nehmen (ja, ich weiß, es gibt in der HVZ ein paar Zusatzfahrten nach Hoppegarten, ändert aber wenig an der Gesamtaussage).

Das Tolle an der U7 zum Flughafen ist aber aus landespolitischer Sicht, dass man Brandenburg den Schwarzen Peter zuschieben kann, wenn es nicht klappt.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Eurocity341 schrieb:
Also gibt es zwei Seiten der Medaille.

Vorteil: wesentlich weniger Fluglärm

Nachteil: wesentlich längere Anfahrtswege und -zeiten zu den Flugverbindungen.
Nur dass das eine Art Bimettalmedaille ist, mit einer viel größeren Oberfläche auf der einen als auf der anderen Seite. Wie oft pro Jahr fliegt ein:e Durchschnittsbürger:in? Und wie oft schläft er oder sie?

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Jay schrieb:
Vorzugsvariante ist aber offenbar mal wieder die eierlegende Wollmilchsau. Vom Rathaus Spandau erstmal südostwärts unter die Pichelsdorfer und dann im großen Bogen westwärts unter die Heerstraße. 5 Stationen (Ziegelhof, Pichelsdorfer, Gatower, Sandstr. und Magistratsweg) bei 8 Minuten Fahrzeit und massiven Streichungen im Busnetz.
Im Grunde zeigt das doch mal wieder, worum es eigentlich geht: nicht um die Verbesserung des ÖPNV (denn dann wäre die U-Bahn ein Zusatzangebot), sondern darum, an der Oberfläche Platz fürs Auto zu schaffen.

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!
Nils Carl Aspenberg schrieb:
Ich habe in Rudow und Oslo Wohnungen. Für mich wäre es schöner ob die alte SL47 wiedereröffnet wurde. Aber eine Verlängerung der U-bahn ist auch OK.
0. Vorab ein Zitat des "Altmeisters" Hermann Knoflacher (der sich seit den 1970er Jahren mit der Frage nach einer "sanfteren Mobilität" beschäftigt) zum mitunter sehr aufgeladenen Thema "Straßenbahn oder U-Bahn":

"Wir müssen zwei Dinge sehen: Zum einen stehen hinter manchen Forderungen Lobbys, die ihre Interessen durchsetzen wollen. Der U-Bahn-Bau ist für die Baukonzerne lukrativer als der Straßenbahnbau. Zum anderen hängt es vom verfügbaren Geld und der verfügbaren Zeit ab, was wann gebaut werden sollte.

Derzeit ist angesichts der zunehmenden Erderwärmung die Zeit der wesentliche Faktor. Das heißt: Maßnahmen für die Mobilitätswende müssen schnell gehen. Hier hat die Straßenbahn Vorteile gegenüber der U-Bahn. Nicht nur, dass die Baukosten deutlich niedriger sind, Straßenbahnen lassen sich auch zügiger bauen. Und was wesentlich ist: Man sieht sie in der Stadt."

Das Zitat ist einem in der Berliner Zeitung vom 22.07.2020 auf Seite 10 veröffentlichten Gespräch von Peter Neumann mit Knoflacher entnommen, hier mein Beitrag im "Berliner Nahverkehrsforum" (nebst Link zur Berliner Zeitung) dazu: https:/www.bahninfo-forum.de/read.php?9,445440,673526#msg-673526

1. Der Ortsteil Rudow hatte bei der letzten "Westberliner" Volkszählung rund 48.000 Einwohner. Mit dem Stand vom 31.12.2020 lag die Einwohnerzahl von Rudow bei 42.631 Bewohnern. Die Einwohnerzahl war in den letzten Jahrzehnten also rückläufig, hat sich zuletzt aber wieder stabilisiert.

Im sogenannten "Frauenviertel" (in dessen Bereich der einzige zusätzliche U-Bahnhof auf Berliner Gebiet vorgesehen ist, nämlich am Lieselotte-Berger-Platz) gibt es etwa 1.700 Wohnungen. Geht man von etwa 2,5 Bewohnern je Wohnung aus, ergibt sich für dieses Viertel eine Einwohnerzahl von 4.000 - 5.000. Der vormalige Berliner Straßenbahndirektor Klaus-Dietrich Matschke hielt für Berlin den Bau einer Straßenbahnstrecke ab etwa 6.000 Fahrgästen pro Tag und Richtung für betriebswirtschaftlich vorteilhaft.

Bei einer isolierten Betrachtung des "Frauenviertels" wäre dieser Teil von Rudow voraussichtlich nicht straßenbahnwürdig. Für den Bezirk Neukölln würde ich b.a.w. eine Konzentration auf die Straßenbahnbauvorhaben Warschauer Straße - Hermannplatz, Schöneweide - Hermannplatz (- Potsdamer Platz) sowie Johannisthal - Zwickauer Damm - Gropiusstadt für sinnvoll halten.

Außerdem wäre eine U-Bahn nach Schönefeld (alt, mir bekannte Baukosten 250 Mio. €) oder sogar noch weiter zum BER (mir bekannte Baukosten 700 Mio. €) für den Flächenaufschluß in Rudow selbst nicht sonderlich geeignet. Dafür erscheint der Abstand zwischen Rudow und Lieselotte-Berger-Platz (geschätzt 1,3 km) viel zu lang. Eine weitere Station im Bereich Neuhofer Straße/Ostburger Weg könnte hier Abhilfe schaffen - würde aber natürlich zu Mehrkosten führen.

2. Nach einer "Teilerwanderung" des Rudower Südens vor knapp drei Jahren habe ich einmal versucht, einen halbwegs realistischen Gegenentwurf zum Bau der U 7 nach Schönefeld (alt) oder sogar bis zum BER zu entwickeln:

a. In der Koalitionsvereinbarung von 2016 ist der Neubau einer etwa drei Kilometer langen Straßenbahnstrecke von Johannisthal Süd bis U-Bhf Zwickauer Damm (Planungsbeginn bis 2021, Baubeginn bis 2026, Fertigstellung nach 2026) vorgesehen.

b. Nach 2026 wäre demnach auch die Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs in der Neuköllner Straße, in Alt-Rudow und der Waltersdorfer Chaussee möglich.

c. Eine straßenbündige Führung der Tram in Alt-Rudow wäre wegen der parallelen "neuen", "leistungsfähigen" Neuköllner Straße, die dem Kfz-Verkehr weiterhin voll zur Verfügung stünde, relativ unproblematisch.

d. In dem von der Straßenbahn mitzubenutzenden Abschnitt der Neuköllner Straße (von Stubenrauchstraße bis vor dem Ehrenpreisweg) wäre die Wiederaufnahme des Trambetriebs in (östlicher) Seitenlage, wie schon von 1913 - 1966, zu bevorzugen. Damit würden Konflikte mit dem MIV in diesem Bereich begrenzt.

e. Im Bereich der Waltersdorfer Chaussee wäre die Strecke möglichst durchgehend auf einem besonderen Bahnkörper in Seitenlage (westlich der Straße) wiederherzustellen.

f. Ab der Stadtgrenze (südlich des "Frauenviertels") wären mehrere preisgünstigere, weitgehend oberirdische Varianten zu entwickeln (mit und ohne Anbindung des Gebiets um das neue Rathaus Schönefeld) und zu bewerten. Die Anbindung des Bf Schönefeld ("alt") halte ich aber für obligatorisch.

Ein Tramvorlaufbetrieb auf der "U 7-Trasse" scheidet angesichts des Kostenrahmens von 450 Mio. €, der z.B. durch den Bau kürzerer Trambahnsteige wohl nur marginal reduziert werden könnte, aus.

g. Ob eine Freihaltung der "U 7-Trasse" für einen evtl. später zu verwirklichenden U-Bahnbau (2050?) geboten ist, wäre zu prüfen.

Vorteile dieses Gegenentwurfs wären:

a) Im Vergleich mit dem U-Bahnbau Reduzierung der "Berliner" und auch der Brandenburger Baukosten in vsl. neunstelliger Höhe,
b) eine positive Nutzen-Kosten-Rechnung würde wahrscheinlicher und
c) eine Schienenverbindung von Rudow zum BER käme weit vor dem Jahr 2040 in Betracht.

Nachteile gibt es natürlich auch:

a) Eine umsteigefreie Verbindung zum BER bestünde (bis zu einer anzustrebenden Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs "in Richtung" Hermannplatz) erst ab Zwickauer Damm und

b) insbesondere im nördlichen Teil der Waltersdorfer Chaussee ist mit Konflikten "um den besonderen Bahnkörper" zu rechnen.


Insgesamt ist meine Einschätzung folgende:

1. Wegen der auch weiterhin zu hohen Baukosten der U-Bahn erscheint eine positive Nutzen-Kosten-Rechnung b.a.w. ausgeschlossen.

2. Es wäre zu untersuchen, ob die hier skizzierte "Tramlösung" einer standardisierten Bewertung standhält.

3. Die Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs nach Schönefeld wird von den politisch Verantwortlichen im Berliner Bezirk Neukölln und in der Gemeinde Schönefeld nicht gewollt.

Politisch gewollt wird der Weiterbau der U 7 nach Schönefeld (alt) oder gar zum BER - bezahlen sollen selbstverständlich andere (erstens der Bund, zweitens das Land Berlin und drittens das Land Brandenburg). Auch von einer Zahlungsbereitschaft der Flughafen-GmbH (gegenzufinanzieren über einen kleinen Zuschlag von einigen € bei den Start- und Landegebühren je Fluggast) habe ich noch nie etwas gehört. Indirekt würden selbstverständlich auch die Leute in Berlin und Brandenburg die Zeche zahlen, bei denen wegen der hohen Konzentration der Investitionsmittel auf ein großes und teures U-Bahnvorhaben die stattdessen denkbaren vielen kleinen Erweiterungen im Tramnetz, zweigleisiger Ausbauten im S-Bahnnetz, evtl. auch kleinerer U-Bahnvorhaben (z.B. die U 2 nach Pankow, Kirche) im Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben würden.

Man kann politisch entscheiden, die vorhandenen (also aus dem Nichts heraus geschaffenen) Geldmittel für ein oder zwei große, noch dazu - gemessen an den Verlängerungen der U 9 nach Pankow und Lankwitz - eher nachrangige U-Bahnbauvorhaben zu einem überwiegenden Teil zu verbraten und ansonsten fast nichts in der Stadt finanzieren zu können. Allerdings ist so eine Politik das Gegenteil einer Verkehrswende - so eine Politik würde die rote Karte verdienen,

meint Marienfelde.
Marienfelde schrieb:
1. Der Ortsteil Rudow hatte bei der letzten "Westberliner" Volkszählung rund 48.000 Einwohner. Mit dem Stand vom 31.12.2020 lag die Einwohnerzahl von Rudow bei 42.631 Bewohnern. Die Einwohnerzahl war in den letzten Jahrzehnten also rückläufig, hat sich zuletzt aber wieder stabilisiert.
Bitte Vorsicht, dass Du da nicht Äpfel mit Birnen vergleichst. Ich bin etwas skeptisch geworden, dass die Einwohnerzahl Rudows gesunken sein soll, obwohl es doch keinen großflächigen Rückbau (wie in Teilen Marzahns) gab und nach der Wende sogar das Frauenviertel errichtet wurde - die Lösung scheint zu sein, dass die Gropiusstadt auf Kosten Rudows 2001 oder 2002 eigener Ortsteil wurde (selbst Wikipedia widerspricht sich da in den Artikeln zu Rudow und zur Gropiusstadt).

Es ist schon erstaunlich, dass sich die "Klartext"-Fraktion immer am meisten aufregt, wenn man Rassisten "Rassisten" nennt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Mut zur Wahrheit!




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.21 09:03.
def schrieb:
Marienfelde schrieb:
1. Der Ortsteil Rudow hatte bei der letzten "Westberliner" Volkszählung rund 48.000 Einwohner. Mit dem Stand vom 31.12.2020 lag die Einwohnerzahl von Rudow bei 42.631 Bewohnern. Die Einwohnerzahl war in den letzten Jahrzehnten also rückläufig, hat sich zuletzt aber wieder stabilisiert.
Bitte Vorsicht, dass Du da nicht Äpfel mit Birnen vergleichst. Ich bin etwas skeptisch geworden, dass die Einwohnerzahl Rudows gesunken sein soll, obwohl es doch keinen großflächigen Rückbau (wie in Teilen Marzahns) gab und nach der Wende sogar das Frauenviertel errichtet wurde - die Lösung scheint zu sein, dass die Gropiusstadt auf Kosten Rudows 2001 oder 2002 eigener Ortsteil wurde (selbst Wikipedia widerspricht sich da in den Artikeln zu Rudow und zur Gropiusstadt).
Ohne dass ich den Stadtteil genauer kenne, könnte das auch was mit dem Alter der Bevölkerung zu tun haben. Es gibt Stadtteile, da wohnten vor 40 Jahren lauter Familien, d.h. in jeder Wohneinheit drei bis fünf Leute. Heute sind dort die Kinder längst ausgezogen und ein Teil der Elterngeneration ist bereits verstorben oder ins Altenheim verzogen, sodass in den Wohnungen, bzw. Einfamilienhäusern jetzt nur noch ein bis zwei Personen wohnen. Das kann in weiteren 15 Jahren aber alles wieder ganz anders aussehen.
Du vergisst die südlichen Einwohner des Bezirks Neukölln, für die sich erhebliche Verbesserungen ergeben.
Und Du vergisst die Einwohner,von Köpenick (Erkner/Fürstenwalde/Frankfurt...), Marzahn, Hellersdorf (Strausberg/Müncheberg/...), Hohenschönhausen und dem zukünftigen Nutzern des Kreuzungspunktes Karower Kreuz, welche dann in das südliche Neuköln nicht mehr über die Innenstadt müssen. Auch die Bus-/Bahnlinien für Zossen, Wünsdorf, Ludwigsfelde, Luckenwalde, Jüterbog, Königs Wusterhausen, Lübben, Lübbenau, Cottbus sind dann als Quell-/Zielgebit für das südliche Neukölln wesentlich besser erreichbar. Und ich habe hier schon mehrmals erwähnt, das ich persönlich nicht den BER als Zielpunkt priorisiere, sonder die Verkehrsdrehscheibe Bf.Schönefeld (T5 dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit erledigt haben) als Endpunkt oder Startpunkt für Erweiterungen Richtung West sehe. Der Mariendorfer Damm und die alte südliche Güterverbindungsbahn mit den Entwicklungsraum Großziehten, dürften in naher Zukunft genug Fahrgastpotential bieten. Zumal ja der Bf.Schönefeld eine Infrastruktur für die U-Bahn (Bstg.B) bereits frei hat. Und sollte man die U-Bahn wirklich Richtung NW durchschleifen, ist zwischen nördlichen Bahnsteig und Straße, genug Bahngelände zur Verwirklichung dieser Möglichkeit vorhanden.
Andererseits, ließ sich dies NW Verbindung durch eine Strassenbahn wesentlich effektiver errichten. Hier ist leider die östliche Anbindung durch Nichtbeachtung der ex.SL84 über Köpenicker Strasse/Schönefelder Chaussee/Hans Gerade Allee/Merzedestrasse/Bf.Scönefeld im Planfeststellungsplan für den Bh.Adlershof vergessen worden. Wobei das notfalls über eine Verlängerung Rudower Chausse/Wegedornstraße, zur Schönefelder Chausse und weiter erfolgen könnte. Hie böte sich sogar die Möglichkeit über Neudecker Weg/U-Rudow/Wassmansdorfer Chaussee/RudowerStrasse/Schönefelder Weg/Großziehtner Weg wiederum die Hans Gerade Allee zu erreichen. Wie der Querverkehr Schönefeld/Wassmansdorf/Mahlow Nord/Großbeeren/Teltow/Stahnsdorf/Potsdam abgewickelt werden kann, das wird die Planer/Politiker in der Zukunft noch erheblich beschäftigen. Ich hoffe das für Trassenfreihaltung Vorsorge getroffen wird.
Eine Strassenbahn wird wohl dort in der Zukunft Gerade so reichen. Hier sollte man den alten Güteraussenring, zumindest Abschnittsweise berücksichtigen. Verknüpfungen in Richtung Nord nach Berlin sind an vielen Stellen sowohl historisch, als auch zur Eindämmung des MIV durchaus wünschenswert. Dieser Bereich zwischen Berlin und Potsdam ist eine der Bommregionen am Berliner Stadrand. Und die Stadt-/Landesgrenze ist auch hier an vielen Stellen nur durch die Beschilderung noch zu erkennen.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.21 12:27.
Zitat

Da quirlst du aber gerade mächtig durcheinander. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. In der Machbarkeitsstudie wurde die Verlängerung zur Heerstraße in verschiedenen Varianten untersucht. Das sind völlig andere Verkehrsströme, als die S-Bahn nach Finkenkrug mit einem möglichen Abzweig ins Falkenhagener Feld bedienen würde. (i2030-Korridor)

Das mag sein, ich kenn mich in den westlichen Vororten Spandaus null aus. Allerdings möchte ich zu Bedenken geben: Spandau hat, wie die Busüberlastungsstatistik der Verkehrssenatorin aufzeigt, ein Defizit an Schienenverbindungen und man muss etwas machen. Allerdings wird jetzt mE doch ein Stück weit planungstechnisch mit Kanonen auf Spatzen geschossen: S-Bahnverlängerung Finkenkrug, S-Bahnneubau vermutlich überwiegend im Tunnel Gartenfeld-Wasserstadt, Reaktivierung Siemensbahn, Straßenbahnlangstreckenanschluss Spandau-Flughafen Tegel samt Stichstrecke zu U Paulsternstr. und nun auch noch eine mittellange U7-Verlängerung... Dass hier Planungsressourcen und vielleicht eines Tages auch erhebliche Bauressourcen gebunden werden, ist nicht von der Hand zu weisen. Ich denke, eine frühzeitige Festlegung auf 1-2 dieser Projekte wäre doch sinnvoller (meinem oberflächlichen Eindruck nach die S-Bahnverlängerungen Gartenstadt und Finkenkrug, aber da lasse ich mich gerne belehren) und ansonsten finanziell leichter zu stemmende Vorhaben wie ein insulares Straßenbahnnetz zur Erschließung Spandaus und mögliche Reaktivierungen der Güterbahnstrecken.
Frau Senatorin hat auch keinesfalls erklärt jetzt losbauen zu wollen oder irgendwas der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am Dienstag soll lediglich das Ergebnis der 4 Machbarkeitsstudien im Senat vorgestellt werden und ggf. über die Einleitung einer Nutzen-Kosten-Untersuchung beraten werden.

Das ist tatsächlich ein interessantes Szenario: Die Senatorin sagt, ok, wir machen die Kostennutzenanalyse, und dann mehrere Monaten nach der Wahl kommt dann das überraschende Ergebnis: oh Schreck, das ist ja alles viel zu teuer. Und dann bastelt man wieder weiter am Straßenbahnnetz. Auch eine Taktik, die momentane U-Bahn-Wahlblase ohne Blössen zu überstehen.

Soll das ein schlechter Witz sein? Die Schönefeld-Anbindung hat sich für Spandau überhaupt nicht geändert. Die RB14 fährt ohne Umstieg bis zum Flughafen, jetzt sogar direkt unter das Terminal. Und ebenso gibt es mit der S9 bereits die Direktverbindung. Keine andere Verbindung ist schneller als die RB14, schon gar nicht die unterirdische Stadtrundfahrt mit der U7.

Würde ich persönlich ähnlich sehen. Ich käme auch nicht auf die Idee, mich am Bf Spandau in eine U-Bahn zu setzen, die mich in 1 1/2 Stunden zum Flughafen bringt, wenn ich durch einen Blick auf den Regionalbahnfahrplan die Strecke auch in 45 Minuten bewältigen kann. Indes gibt es unterschiedliche Psychologien, was ÖPNV-Nutzung angeht. Es gibt Leute, die froh sind, im 5-Minutentakt ohne Fahrplankonsultation losfahren zu können und sich Umstiege gerade auch mit Reisegepäck zu sparen. Dieses Szenario mag insbesondere auch für Zwischenhalte der U7 wie Fehrberliner Platz, Mehringdamm oder Hermannplatz gelten, wo der nächste Regionalbahnhof weit ist. Dennoch halte ich es für unvernünftig, zu diesem Zweck die längste U-Bahnstrecke Berlins seit den 1970er Jahren in Angriff zu nehmen. Gute Verkehrsinformationen, hier und da die Verbesserung der Übergangsituation und die App-isierung der Verkehrswegesuche können hier deutlich mehr erreichen, als einige Milliarden, die man in Baugruben im märkischen Sand verbuddelt.

"Die Eisenbahn ist eine heilige Fackel, die ein Land mit dem Licht der Zivilisation und des Wohlstandes erleuchtet." Mustafa Kemal A., Flugverweigerer

Autolobby will ÖPNV-Nutzer unter die Erde bringen

geschrieben von: peter76

Datum: 14.02.21 12:11

Baron schrieb:
U-Bahnbau-Euphorie
... seit den 60ern erklärtes Ziel der (West-)Berliner Verkehrspolitik.
Die Betreffzeile

Zitat
Autolobby will ÖPNV-Nutzer unter die Erde bringen

sagt es doch umfassend: der öffentliche Pöbel gehört in den Untergrund abgeschoben.
Denn kann man auf der Allee mit seinem SUV lang-paradieren frei nach "ich habe den Größten"

Irgendwann fahren diese Geschosse auch besser automatisch,
dann stört der gelegentlich dazwischen greifende (zuweilen hupende) Besitzer nur noch.

Bin sicher, die Künstliche Intelligenz wird auch dafür eine Lösung finden und dann fahren
die Kisten am liebsten leer.

Die verbliebenen restlichen Menschen leben dann in irgendwelchen, manchmal nach Urin stinkenden, unterirdischen Labyrinthen,
während oberirdisch die künstliche Computergewalt die Macht übernommen hat.

Ausgangsplot für so machen SiFi-Plot, in dem nie geklärt wurde, wie solch eine Situation überhaupt zustande kam.
Jetzt wissen wir es besser: Selbst eingebrockt das Ganze...

Na denn: Schauffeln wir uns nur unser eigenes Labyrinth oder passen wir auf,
dass wir auch 'ne Verkehrsinsel mit Tram an der Oberfläche für uns behalten?

Gute Fahrt in die Zukunft
wünscht
Der InterRailer26+



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.21 13:38.
Kann mir jemand erklären welche Art von Bauvorleistung das am BER an Bahnsteig B sein soll?

Ich glaube zwar auch nicht, dass die 7 zum BER das allerwichtigste Projekt ist, aber kompletten Unsinn finde ich es auch:
- Am BER ensteht einen neuen Schienenverkehrsknoten mit vielen Verknüpfungen zu Regional- und sogar Fernverkehrverkehr.
- Mit dem Frauenviertel wir eine nicht erchlossene Siedlung an den SPNV angebunden.
- Nördlich des Bahnhof Schönefeld entsteht ein großes Büro- und Gewerbegebiet mit vielen Arbeitsplätzen.
- der größte Teil der U7 Verlängerung zum BER kann jetzt noch kostengünstig auf unbebautem Gebiet errichtet werden, das kriegt man in 20-30 Jahren nie wieder so billig erschlossen.


Insgesamt verwundert die Verzagtheit der Berliner Politik in Bezug auf den Bau neuer Schnellbahnen. Ich würde angesichts der Gearsuforderungen des Klimawandels schon erwarten, dass jährlich mindestens 1 Mrd in Berlin für S-Bahn, U-Bahn und Tram verbuddelt würde. Die Tatsache, dass nach der Fertigstellung der U5 kein weiteres Projekt direkt im Anschluss in Angriff genommen wird, erzeugt schon Kopfschütteln bei mir.
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